Innere Wahrheit – Äußere Wahrheit

Innere Wahrheit - Äußere Wahrheit

Was ist innere Wahrheit? Über den Gegensatz von innerer Wahrheit und äußerer Wahrheit.

Die Wahrheit als die Wahrheit des Außen

Normalerweise sehen wir die Wahrheit im Außen.

Warum?

Weil unsere Weltanschauung, der Materialismus, uns sagt, wir hingen ab, und seien geformt, von einer von uns unabhängigen Außenwelt – repräsentiert durch das Wort „Materie„.

Dieses Äußerliche genauestens zu beobachten, es zu analysieren, ist unsere Vorstellung von „die Wahrheit erfahren.“ Wir starren wie gebannt auf die Außenwelt, um von dort die Wahrheit abzulesen. Denn wir alle wollen Realisten sein.

(Auf diesem Blog ist die Wahrheit (was ist Wahrheit überhaupt?) Gegenstand der Betrachtung, denn der auf diesen Seiten besprochene Spirealismus sagt ja, dass die Realität aus Gedanken entsteht – spricht also nicht von einer äußerlichen Wahrheit, die beobachtet werden muss, um zu Wahrheit zu gelangen. Und nun fragt es sich selbstverständlich, was das ist, was wir gemeinhin als „die Wahrheit“ bezeichnen. Der Spirealismus stellt fest, dass die Wahrheit immer subjektiv gesehen wird – sie ist immer das Wissen des Einzelnen. Niemand ist im Besitz einer objektiven Wahrheit. Das ist letztlich dieselbe Logik, wie der Spirealismus ja auch von Ich-Universen spricht … die Universen entstehen in den Ichs immer neu – es gibt kein eindeutiges, von den Ichs unabhängiges Universum des Außen.)

Die innere Wahheit

Es gibt auch eine innere Wahrheit – eine Wahrheit des Innen.

Eine Wahrheit, die man nur selbst weiß. Die niemand sonst hat.

Was manchen vielleicht verwundert: Man kann diese Wahrheit in sich selbst hervorrufen.

Mancher kennt vielleicht die berühmte Stelle aus der Bergpredigt, in der Jesus gefragt wird, wo denn das Reich seines Vaters (Gottes) sei – man wolle es sich einmal anschauen, bevor man willig sei, den Worten Jesu zu trauen.

Jesus sagte, das Reich seines Vaters (Gottes) sei „inwendig“, man könne es nicht im Außen zeigen. Gemeint ist diese innere Wahrheit, die man im Außen nicht sehen kann, die aber dennoch „da“ ist. Es ist eine Wahrheit, die man nur selbst hat – im Außen ist sie nicht „nachweisbar“. Als Wahrheit unterscheidet sie sich aber nicht von einer äußerlichen, „nachweisbaren“, Wahrheit.

Was ist der Unterschied?

Der Unterschied zwischen innerer Wahrheit und äußerer Wahrheit ist nur graduell. Im Prinzip funktioniert beides gleich. Es ist das, was man oft denkt.

Indem man einen Gedanken festhält, indem man ihn oft denkt, darüber reflektiert, meditiert, kann man innere Wahrheit formen, innere Wahrheit entstehen lassen.

Man muss aufpassen, dass man sich seine innere Wahrheit nicht kaputtreden lässt, von Leuten, die davon nichts wissen, und nichts wissen wollen. Denn das ist leicht. Man muss Wächter sein, an der Pforten des Geistes.

Jahrelang hatte ich den irrigen Grundsatz der Maler, man müsse die äußere Natur studieren, um künstlerisch schaffen zu können, stumpfsinnig nachgebetet und befolgt; erst, seit Hillel mich in jener Nacht erweckt, war mir das innere Schauen aufgegangen: das wahre Sehenkönnen hinter geschlossenen Lidern, das sofort erlischt, wenn man die Augen aufschlägt, – die Gabe, die sie alle zu haben glauben und die doch unter Millionen keiner wirklich besitzt.
Gustav Meyrink

Jeder hat eine innere Wahrheit

Um das tun zu können, muss man erst einmal wissen, dass es diese innere Wahrheit gibt. Es ist all das, was man selbst weiß, und von dem man weiß, dass es im Außen kaum Verständnis fände. Gerade von jenen, die auf das Äußerliche fixiert sind.

Manche glauben gar, es gäbe nur dieses Außen. Sie selbst nennen sich die striktesten Realisten.

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Warum man die innere Wahrheit formen sollte

Die innere Wahrheit zu formen, ist ein wichtiger Weg, Glück zu finden. Wer nur auf das Äußerliche fixiert ist, macht sich abhängig von den Glücksvorstellungen anderer. Man muss dann das tun und das haben, was sie für wichtig halten. Man muss dann oft gegen seine innere Wahrheit handeln.

Weiter oben wurde die Bergpredigt zitiert. Wer es für wichtig hält, das Reich Gottes für sich zu entdecken, oder, anders ausgedrückt, den „Reichtum des Innen“, die innere Wahrheit, der muss inwendig suchen. Nicht im Außen.

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Innere Wahrheit – Äußere Wahrheit was last modified: April 9th, 2016 by Henrik Geyer

spirituell sein – wie geht das?

hhtp:// spireo.de: spirituell - was ist das?

Spirituell – der Begriff

Spiritualität bedeutet „Geistigkeit“. In einem allgemeinen Sinn erscheint das Wort „spirituell“ ein wenig unscharf – was besagt es eigentlich? Ist denn nun „spirituell“ mit „religiös“ gleichzusetzen? Oder bedeutet Geistigkeit vielleicht Intellektualität – sind also Intellektuelle, also Geistesarbeiter, auch gleich spirituell?

Ich habe von dem Begriff Geistigkeit eine etwas spezielle Auffassung, die ich kurz erläutern möchte.

Spirituell sein ist ein Für-wahr-Halten der Gedanken

Spiritualität ist für mich ein Für-wahr-Halten der Gedanken, ein „Beachten der inneren Wahrheit“, wie ich es nenne.
Es ist die Eigenschaft dieser inneren Wahrheit, dass sie sich nicht mit Notwendigkeit im Außen zeigt, und daher oft einfach nur im Innen wahrzunehmen ist.

Das bedeutet gleichzeitig eine enge Verbindung zur Schöpfung, und die Wahrnehmung, dass die Entstehung der Schöpfung aus dem Selbst, und durch das Selbst, geschieht.

Siehe auch Artikel zum Thema : Was ist Gott? 

Sich der eigenen, inneren Wahrheit, zuzuwenden, bedeutet gleichzeitig, sich zumindest ein Stück weit von den äußerlichen Wahrheiten zu entfernen. Menschen, die auf das Äußerliche fixiert sind, erscheint eine solche Geisteshaltung oft merkwürdig, oder weltfremd, manchmal auch weise. Jedenfalls ist es für sie nicht offensichtlich, woher solche spirituellen Gedanken und Einstellungen wohl kommen mögen, entstammen sie doch nicht der „beweisbaren“ äußerlichen Welt, die man auch als eine „Konsens-Welt“ bezeichnen könnte.

Siehe auch Artikel zum Thema : Spiritualität

Spiritualität als realer Faktor

Gleichwohl ist doch Spiritualität ein nicht wegzudenkender, realer Faktor in der Gesellschaft. Selbst wenn man der Meinung ist, dass es nur das geben kann, was im „Außen zu sehen“ ist, ist doch die Existenz sehr vieler spiritueller Menschen sehr wohl im Außen zu sehen. Und damit ist Geistigkeit ein realer Faktor – ebenso real wie die Bäume am Straßenrand.

Der Nutzen der Spiritualität

Dieser realen Existenz des Spirituellen verdankt das Spirituelle seine Funktionalität, nicht etwa einer unbegründbaren Irrationalität, wie das oft Materialisten sehen. Soviel sich die Menschen gegenseitig beweisen, was es geben kann, und was nicht, bleiben sie doch immer nur innerhalb der Grenzen des eigenen Denkens – und das Unbekannte, die letztendlich rätselhafte Unschärfe der Realität, die sie vor sich  haben, bleibt. Denken wir nur an die weitgehend offenen Fragen zu Entstehung des Bewusstseins, Tod, Wiedergeburt, Sinn und Ziel des Universums, etc.. Und daraus resultiert der unbestreitbare Nutzen von Spiritualität, den der Einzelne mal mehr, mal weniger für sich erkennt.

Vielfalt des Spirituell-Seins

Wenn man Geistigkeit als ein Für-wahr-halten-der-Gedanken sieht, dann ist damit auch gesagt, dass es viele Formen und Möglichkeiten gibt, spirituell zu sein. Gemeinsam ist diesen Formen die Konzentration, und der Versuch, die Gedanken einen bestimmten Weg nehmen zu lassen.

Wer das versucht, bemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, die Gedanken zu beeinflussen. „Es denkt“ sagte Nietzsche. Die Gedanken – sie sind der unendliche Quell unserer Realität – und dieser Quell sprudelt nur aus sich heraus. Darauf Einfluss zu nehmen bedeutet, das ultimative Werkzeug des Menschen – sein Denken – als solches zu erkennen und nutzbar zu machen.

Die vielen Formen des Spirituellen sind denn auch nahezu immer eine Form von Konzentration – wie etwa Yoga, das Gebet, Kontemplation, das Ruhen-Lassen der Gedanken..

Siehe auch Artikel zum Thema: Symbolismus – was ist das? Symbolhaftes Denken

spirituell sein – wie geht das? was last modified: Februar 9th, 2016 by Henrik Geyer