Supermensch – Übermensch – Superman = der Mensch

Supermensch - Übermensch - Superman

„Der Mensch“ erobert den Raum. „Der Mensch“ erobert die Tiefen des Meeres. „Der Mensch“ erobert die Lüfte und bändigt das Atom. Wer ist „der Mensch“? Ich bin es nicht. Mein Nachbar ist es nicht, und es ist niemand, den ich kenne. Ist unsere Vorstellung von „dem Menschen“ nichts anderes als die Vorstellung von einem Supermenschen?

Kommt vielleicht dadurch diese allgegenwärtige Sehnsucht in die Welt, ein Supermensch sein zu wollen .. weil wir uns einerseits als Teil des Supermenschen sehen, doch andererseits stets feststellen, selbst keiner zu sein?

In diesem Artikel geht es um die Phantasie von „dem Menschen“, der im Grunde wie ein Superman ist. Für den Spirealismus gibt es eine Folgerichtigkeit des Phantasierens von Superman-Eigenschaften; sie liegt darin, dass das „Alles“ stets in einem Punkt zusammenkommt: dem Ich.

Was ist der Supermensch?

Supermensch – das ist das Ego, das eine Ich, das alles kann. Der SuperMensch, der Superman, kann fliegen (mit der Faust voran), schwimmen, tauchen, er besiegt die größten und gefährlichsten Tiere. Er kennt das All (kommt vom Planeten Krypton), beherrscht die (Atom-)Kraft der geheimnisvollsten Stoffe (Kryptonit). Zugleich ist er rätselhaft – wir wissen nicht, wer er ist (denn er verkleidet sich und erscheint im gewöhnlichen Leben wie ein ganz normaler Mensch). Er kann alles das, was die Menschheit eben kann. Er IST all das, was die Menschheit ist. Was gibt es mehr?

Der Supermensch ist EINER, der sich die Fähigkeiten der Gruppe zuordnet, und dennoch Einzelner sein will. Er versammelt die Fähigkeiten der Menschheit in sich.

Die Großartigkeit „des Menschen“ ist in unser aller Kopf – ein Archetyp des kollektiven Bewusstseins. Wie großartig: „Der Mensch“ – dieser legendäre, allmächtige Supermensch, das bin zum Beispiel auch ich!

Supermensch – das Ego im Mittelpunkt

Nur ein Teil zu sein ist nicht die normale Perspektive des Ich.

Um das Ich herum entfaltet sich die Welt – da, wo das Ich ist, ist immer die Mitte. Die Mitte: dort ist das Entscheidende und das das Wichtige.

Diese Zentralsicht (sich selbst immer im Mittelpunkt) hat das Individuum Mensch ebenso, wie das Individuum Menschheit. (Dass die Menschheit als die Summe der Individuen einen größeren Organismus bildet, mit eigener Wirksamkeit, eigener Psychologie, eigenem Zentralblick, das ist das Konzept des Begriffes Supersubjektivität des Spirealismus. Dass dieser entstehende Organismus wiederum ein Subjekt ist, mit subjektivem Blick auf EIN Universum steckt zugleich im Wort Supersubjektivität. Supersubjektivität bedeutet auch, dass die Vielzahl der Beobachtungen kein objektives Bild ergibt, wie die materialistische Weltsicht annimmt, sondern es bleibt eine subjektive Beobachtung).

Der einzelne Mensch hat einen Subjektivblick auf EIN Universum (sein Ich-Universum), mit sich selbst in dessen Mittelpunkt. Der dem Individuum übergeordneten Gruppe, der Menschheit, geht es ebenso. Um sie herum entfaltet sich EIN Universum, und sich selbst sieht sie dabei im Mittelpunkt.
Siehe auch Artikel zum Thema : Spirealismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Nur ein Element eines größeren Organismus zu sein - das ist nicht die gewohnte  Sichtweise des Ich.
Nur ein Element eines größeren Organismus zu sein – das ist nicht die gewohnte Sichtweise des Ich.

Anthropozentrismus

Aus der Notwendigkeit, dass jede Form von Universum um das Ich herum entsteht, ergibt sich für den Spirealismus die Notwendigkeit für den allgegenwärtigen Anthropozentrismus, also die dem Menschen selbst merkwürdig anmutende Tatsache, dass er sich immer im Mittelpunkt sieht.

Das Meer an dem er lebt, ist ihm ein Mittelmeer, das Reich in dem er lebt, ist ihm ein Reich der Mitte. Den Planeten auf dem er lebt, vermutet er zunächst einmal im Zentrum des Sonnensystems, wo sonst? Seine Position im Weltall ist ihm wiederum in der Mitte. Anthropozentrismus in einem Satz: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“ (Protagoras)

Die anthropozentristische Sichtweise entbehrt aus jeder anderen als der Ich-Sicht jeder Notwendigkeit, nur für das Ich erscheint sie völlig folgerichtig.

So gesehen ist es für das Individuum schwer zu begreifen, dass die Fähigkeiten und das Wissen der Menschheit erstens nicht allgemeingültig (objektiv) sind – denn tatsächlich steht die Menschheit nicht in irgendeinem Zentrum, jedenfalls nicht aus kosmischer Sicht. Der Mensch steht auch nicht im Zentrum des Erkennens oder des Denkens, wie er meint – er ist nicht geniehafter Abbilder einer von ihm getrennten Außenwelt. Dies alles scheint ihm nur aus der eigenen Zentralperspektive so.

Und zweitens sind die die Fähigkeiten und das Wissen der Menschheit nicht im Individuum zu finden, auch wenn sich das Individuum als „der Mensch“ begreift. Der einzelne Mensch hat mit den Fähigkeiten der Menschheit ungefähr so viel zu tun, wie die Ameise mit der Fähigkeit eines Ameisenvolkes, ein ganzes Haus zu zerstören.

Supermensch – Übermensch – Superman

Die Phantasie vom Supermenschen gibt es in jedem Zeitalter, in jeder Form und Couleur. Letztlich ist Gott in der Vorstellung vieler Menschen selbst Mensch-ähnlich, allerdings ein Mensch mit übernatürlichen Kräften – ein Supermensch.

Für den Spirealismus kommt der Supermensch (Superman bzw. Übermensch), der sich in all den Filmen, Comics, Büchern von Helden, zeigt, mit Notwendigkeit und Folgerichtigkeit in die Welt.

Diese Notwendigkeit besteht darin, dass der individuelle Mensch weit weniger individuell ist, als er meint. Er spürt, dass da eine riesige, reale Kraft ist, die er auch in sich vermutet. Und doch findet er sie nicht in sich.

Das eine Universum, von dem er träumt, ist in Wirklichkeit eine unendliche Vielzahl von Ich-Universen. Das kleine Ich-Universum des Einzelnen enthält Anteile des gesamten. Das EINE Universum umfängt den Einzelnen, so als sei er selbst all die vielen Individuen, die es in seiner (phantasierten) Gesamtheit erzeugen. (Zur Erinnerung: Für den Spirealismus gibt es nicht das Universum – so als sei es eins. Es gibt nur die Vielzahl der Ich-Universen)

Der Einzelne spricht von „dem Menschen“, so als sei er es selbst. Und er wünschte sich, tatsächlich dieser sagenumwobene Supermensch zu sein.
Siehe auch Artikel zum Thema: Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt

Supermensch – Übermensch – Superman = der Mensch was last modified: Februar 15th, 2016 by Henrik Geyer

Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt

Spruchbild: Ich Universum und Ich Universen: "Ich Universum" ist ein Begriff des Spirealismus. Ein Ich-Universum ist das All (das Alles) des individuellen Begreifens.

In meiner Philosophie, dem Spirealismus, ist oft die Rede von einem Ich-Universum. Ich möchte in diesem Artikel kurz umreißen, worum es dabei geht.

Es gibt keine Objektivität

Der erste Grundsatz des Spirealismus ist, dass es keine Objektivität gibt.
Objektivität – verstanden als die materialistische Vorstellung einer Außenwelt, die vollkommen definiert, schon „da“ sei. Sondern der Spirealismus erklärt, dass es nur das Subjektive gibt, über das man reden kann.

Um sich das vorzustellen hilft es vielleicht, sich Descartes „Ich denke, also bin ich“ ins Gedächtnis zu rufen (wohlgemerkt: Descartes war beileibe kein Spirealist, jedoch ist sein berühmt gewordener Satz wohlverstanden die Aussage, dass als „Urgrund“ allen Seins und allen Folgerns der Gedanke selbst gesehen werden muss – nicht das Denken an ETWAS).

Siehe auch: Beitrag Die Ontologie des Spirealismus

Man denke auch an Kants vergebliche Suche nach dem Ding „an sich“ – auch hier blieb die Suche nach der vom Betrachter unabhängigen Außenwelt vergeblich.

Schließlich bleibt noch die Überlegung, dass jede Aussage, dies oder jenes sei objektiv, immer von einem Subjekt gemacht wird – also subjektiv ist. Wo wohl ist dann das Objektive?

Der Spirealismus sieht es so: Schließen sich mehrere Beobachter zusammen und machen eine Aussage, nennt der Spirealismus dies „supersubjektiv“ – wieder nicht objektiv, sondern subjektiv, auf einer anderen Ebene.

Es bleiben die subjektiven Welten – die Ich-Universen

Alles, was das Ich über das Universum sagen kann, kann nur den ihm selbst zugänglichen Gedanken entspringen . So gesehen ist jedes gedachte Universum von jedem anderen verschieden. Nur gedacht? Nein, nicht „nur“ …. Der Spirealismus sieht das Denken als das Zentrale, das Wichtige. Zu sagen, etwas wäre „nur“ gedacht, ist die Umkehrung der tatsächlichen Verhältnisse. Denn die Existenz ist Geist. Über etwas anderes reden zu wollen, als die Dinge, so wie sie im Denken existieren, hat keinen Sinn. Denken und Sein sind ein- und dasselbe.

Die Universen existieren immer im Denken, jenseits davon gibt es kein Universum

Das bedeutet wieder, dass es nichts Objektives gibt. Die Universen, die sich individuell ausdrücken, sind voneinander verschieden, uneindeutig, einzigartig. Universum hier als die Gesamtheit der Dinge, die ein subjektives Denken erfasst.

 

Im Individuum ist die Vorstellung eines Universums einzigartig. Man stelle sich vor, dass es demzufolge weder in irgendeinem Individuum ein „richtiges“, vollständiges Universum gibt, noch in der Gesamtheit aller Individuen. Warum nicht in der Gesamtheit der Individuen? Weil die Frage nach der Gesamtheit der Individuen die Frage nach dem Universum ist. Sie führt nicht weiter. Wer kennt alle Individuen, wüsste, was sie im Kopf haben, etc.?

Auch nicht, wenn man das vermeintlich objektive Außen untersuchen will, wird man Eindeutigkeit finden, siehe wiederum Kant… Wo ist es also, das Universum? Wer hat das Ganze? Wer hat das „richtige“ Universum… im Kopf, im Denken? Und … wer wiederum will etwas sagen über Dinge, die angeblich jenseits der Gedanken existieren sollen?

Die Sichtweise des Spirealismus: Niemand kann das. Das „richtige“ Universum gibt es nicht. Es macht keinen Sinn von der Existenz von etwas zu reden, das nicht beweisbar ist, und dabei die Tatsache zu ignorieren, nur weil das besser in das allgegenwärtige weltanschauliche Konzept des Materialismus passt, das etwas anderes sehr wohl beweisbar ist: der Gedanke. Indem er ist.

Verbunden mit dieser Einsicht ist die Feststellung, dass die fehlende Erkenntnisfähigkeit im Grundsätzlichen bzw. Objektiven, aus systematischen Gründen niemals änderbar ist. „Das“ Universum ist nicht objektiv erkennbar (zumal es in dieser Form nicht existiert) – das kann sich nie ändern. Und was für das Universum gilt, gilt für jedes Ding, das wir (wie wir nur glauben) „vor uns“ haben.

Kurz: Wir alle haben die Welten unserer Ich-Universen vor uns. „Das“ Universum (in der Einzahl, ein einziges) im eigentlichen Sinne gibt es nicht, sondern „nur“ die Universen der individuellen Sichtweise.

Ähnliches Thema: Das Äußerliche (die Dinge) versus das „nur Gedachte“. Gedanken zu Existenzialismus

Überwindung des materialistischen Weltbildes

Dies meint der Spirealismus aber nicht als eine feine Verschiedenheit der Formulierung, was unser Begreifen dann doch wieder zu der Vorstellung der einen Welt zurückführen würde.

Sondern gemeint ist tatsächlich ein Nichtvorhandensein einer Welt außerhalb des individuellen Begreifens – und umgekehrt: ein Vorhandensein vieler Welten, im Individuellen.

Letztlich ist dies auch die Konsequenz der Feststellung: „Die Welt ist die Welt unserer Gedanken“ – ganz ähnlich formulierte der Philosoph Schopenhauer : „Die Welt als Wille und Vorstellung“.

 

Aus dem grundsätzlich vom Materialismus verschiedenen Weltbild, dem Spirealismus, der die Existenz von Ich-Universen proklamiert, ergeben sich tiefgreifende Folgerungen und Grundsätze.

Beispielsweise den, dass es nichts gibt, das vom Blick des Beobachters unabhängig wäre. Außerdem ist eine andere Vorstellung von „Existenz“ damit verbunden, und weiterhin ein völlig anderes Menschenbild, als wir es derzeit haben.

Es verschwindet der Mensch als Krone der Schöpfung und Genie der Natur, der die Prozesse von außen sieht und im Geist spiegelt. Sondern im Spirealismus geht der Mensch aus Geist hervor,  Geist umgibt und verbindet ihn, mit allem was ist. Denken, das ist jedes Ding, das wir sehen, und von dem wir in Wirklichkeit nicht getrennt sind. Wir sind ein Gedanke des Schöpfers; nicht wir sind es, die in Gedanken die Schöpfung erfassen.

Es ist ein altes hermetisches Prinzip: Alles ist Geist.

Das Ich-Universum als Sichtweise und als Brille

Ein Ich-Universum ist also das All (das Alles) des individuellen Begreifens. Das individuelle Begreifen wiederum ist es, das uns jeden Blick auf „das Andere“ wie durch eine Brille werfen lässt. Es gibt nichts, was von einer subjektiven Sichtweise, einer individuellen Brille,  unabhängig wäre.

So gesehen könnte man auch sagen, dass das Universum, und das Ich, ein- und dasselbe ist. Denn das, was die Welt für das Ich ist, und das Ich selbst, stehen in enger Verbindung. Sie entstehen aus der Relation zueinander. Das Ich definiert sich aus den Dingen, die es um sich herum wahrnimmt. Und durch sein Sehen definiert es „das Andere“ mit.
Jeder Gedanke den wir denken ist keine Spiegelung einer außerhalb von uns liegenden Welt, sondern formt unsere Welt.

 

Zitat: Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
Ludwig Wittgenstein

Siehe auch: Artikel Änderung der Denkweise als Neu-Definition eines Bausteinchens des Universums

Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt was last modified: Mai 30th, 2017 by Henrik Geyer