Was hat die Ausdehnung des Universums mit Zufriedenheit zu tun?

Zunächst zum Wortverständnis: Was ist ein Universum? Das Universum ist universell alles, was man kennt. Ein anderes Wort dafür ist „das All“. Das All ist ebenfalls universell „alles“.

In einer etwas erweiterten Bedeutung kann man auch sagen: Das Universum ist alles, was es geben könnte. Und über das, „was es geben könnte“, also das Mögliche, kann man sich sehr streiten; Der Spirealismus würde keine Quantifizierung für sinnvoll halten – das, was es geben kann ist in jeder Hinsicht unendlich. Und damit nicht erkennbar. Dem Spirealismus ist das Wahrnehmen gleichzeitig ein „Erschaffen“, wodurch die Quelle der Dinge unerschöpflich ist.

Der Materialismus würde aber enge Grenzen ziehen – und hält damit das nicht Bekannte für irgendwie eingrenzbar. Ich verwende bewusst das ungenaue „irgendwie“, denn es ist eine Idee, die in den materialistischen Köpfen spukt, ohne dass das näher erklärt werden kann.

Das Mögliche ist dem Materialismus eingrenzbar, weil die Dinge seiner Systematik zufolge ja erst einmal „da sein“ (existieren) müssen, bevor man sie wahrnehmen kann. In einem begrenzten Raum können nur begrenzt viele Dinge vorhanden sein, so die Logik. Und insofern ist das Universum dem Materialismus völlig in Ordnung, solange es begrenzt ist. Es ist ihm aber suspekt wenn es unendlich ist, denn, wie viele Dinge könnten in einem unbegrenzten Universum existieren? Unendlich viele, nicht wahr? Dann wäre ja das Mögliche …. unendlich! Und das wiederum bedeutete, dass unsere für so universell gehaltenen Naturgesetze nur eine sehr begrenzte Geltung hätten: für uns! So will, oder besser kann, der Materialismus nicht denken.

Nein, der Materialismus hält nur für möglich, was mit unserer Auffassung von den Naturgesetzen konform geht. Weiterhin ist ihm nur das Beobachtbare „möglich“; d.h., als Schema für das Mögliche sieht er grundsätzlich das bereits Wahrgenommene an. Und hat dabei keinerlei Gewissensbisse, das so zu sehen, und übergeht jede tiefergehende Frage geflissentlich!

Jedenfalls erscheint dem Materialismus das, was es geben kann, das Mögliche, als sehr eingrenzbar.

Doch kommen wir zurück zur ersten Aussage: Das Universum ist universell alles, was man kennt. Mit dieser Aussage ausgerüstet, kann man folgende Aussagen treffen:

  1. Das, was jemand kennt, ist von Person zu Person unterschiedlich. Also reden wir eigentlich von vielen Universen.
  2. Das, was jemand kennt, ist sehr viel irdisches Wissen, und sehr wenig außerirdisches Wissen. Daher ist das „All“ vor allem ein irdisches All, und nicht, wie der Begriff gemeinhin umgekehrt gebraucht wird, ein außerirdisches All.

Genau so versteht der Spirealismus den Begriff des Universums: Ein Universum ist letztlich ein individuelles Ich-Universum, in denen alle Dinge vorkommen, die ein Subjekt in seiner Welt wahrnimmt. Ein Universum ist somit die Gesamtheit der Erfahrungs- und Wahrnehmungswelt eines Individuums, eines Subjektes.

Ein Subjekt im spirealistischen Sinn kann übrigens ebenso ein einzelner Mensch sein, wie ein Volk, wie auch eine „Menschheit“. Bleiben wir aber, der Einfachheit halber, beim einzelnen Menschen.

Das Universum als Modell unseres Denkens

Es ist ein verblüffender Gedanke, das Universum (gemeint ist jenes scheinbar äußerliche) nicht als den ultimativen Gegenstand der Forschung zu betrachten, sondern als ein Modell, das uns selbst die Funktionalität unseres Denkens aufzeigen kann. Aus spirealistischer Sicht liegt dieser Gedanke nahe, denn der Spirealismus hat als fundamentalen Grundsatz, dass es nichts Objektives gibt, mit anderen Worten: Es gibt nichts, das sich unabhängig vom Beobachter beobachten ließe. Dieser Grundsatz kommt auch immer in dem Satz zum Ausdruck, der Mensch sei nicht Beobachter der Schöpfung, sondern deren Element.

Wenn wir also das Universum ansehen, in seiner Unendlichkeit (?), dann kann und sollte man sich fragen, was uns dessen Eigenschaften über unser Denken verraten.

Wie immer werde ich nicht müde zu betonen, dass man dieselben Überlegungen auch in Bezug auf jeden Alltagsgegenstand anstellen könnte, und so, wie in Punkt 2 angedeutet, versteht man das Universum besser, wenn man davon ausgeht, dass es hier, direkt vor uns, und in uns, ist, und nicht in schwer fassbaren kosmischen Weiten. Die Eigenschaften des Universums lassen sich doch am besten ermessen, wenn wir die Kaffeetasse betrachten, die vor uns auf dem Tisch steht. Jedoch erscheint wohl manchem das Universum vielleicht einer neuen grundsätzlichen Überlegung wert, während ein Alltagsgegenstand dem materialistischen Denken nichts Neues zu bieten scheint.

Man sollte sich aber vor Augen führen, dass die Art und Weise Dinge zu erkennen immer die ist, von den ganz einfachen, alltäglichen Dingen, auf das Nächstkomplizierte zu schließen. Am Ende ergeben sich sehr lange Logikketten, die aber niemals ohne die primitivste Grundannahmen auskommen. Während die von uns zuletzt erschaffene Kausalität noch recht schwach zu sein scheint, werden die allerersten Grundannahmen zu geradezu unverrückbaren Ecksteinen – und sie erscheinen wie ein niemals bestreitbares Grundgesetz. Beispielsweise hält es die Chemie für gegeben, dass ein Atom, gesehen als Körper, einen Kern haben mussn, so wie eine Kirsche einen Kern hat.

Im Zusammenhang mit dem galaktischen Universum machen wir es uns nicht klar, dass all unser Schließen über Sterne, die Milliarden Lichtjahre weit entfernt sind, von der Erfahrung von Kaffetassen, Kirschkernen etc.. ausgeht. Jedoch, sich dies bewusst zu machen, ist umso mehr nötig, je mehr man sich darauf einlässt, das Universum als eine Frage des Bewusstseins zu sehen, getreu der spirealistischen Grundüberzeugung, dass die Welt (das Universum) ja niemals etwas anderes sein kann, als das, was man darin sieht – wir haben hier wieder die grundsätzliche Rückkopplung: was haben die äußerlichen Dinge mit uns selbst zu tun?

Also angenommen, wir würden verschiedene Universen definieren, aus dem, was verschiedene Leute an Objekten im Kopf haben (kennen). Dann wären wir im Prinzip wieder bei den Grund-Eigenschaften des Universums, so, wie wir es im Außen sehen, nämlich als die galaktischen Weiten.

Hierzu will ich einige fundamentale Aussagen treffen.

  1. Die Ausdehnung des Universums hängt von der Menge der darin enthaltenen Objekte ab
  2. ein Objekt gewinnt an Schärfe / Facettenreichtum, je mehr Objekte das Universum enthält
  3. Ein Universum erscheint gegenüber einem anderen nicht unvollständig, wenn es im Vergleich zum anderen weniger Objekte enthält
  4. Universen unterscheiden sich nicht nur durch die Zahl der darin sichtbaren Objekte, sondern auch durch deren Beschaffenheit. Die Objekte unterscheiden sich immer durch die perspektivisch wahrgenommenen Objektbeziehungen.

Hier einige Erläuterungen zu den Punkten

Zu 1.: Die Ausdehnung des galaktischen Universums wird im Wesentlichen durch immer größere Teleskope bestimmt (gemessen), die den „Rand“ des Universums in immer weitere Entfernung rücken. Wenn man ein Objekt, also einen Stern, in 30 Milliarden Lichtjahren Entfernung wahrnehmen kann, so muss das Universum eine Ausdehnung von 60 Milliarden Lichtjahren haben – 30 Milliarden Lichtjahre in jede Richtung. Daher dehnt sich unser wahrgenommenes Universum mit der Leistungsfähigkeit der Teleskope. Den Raum hingegen kann man nicht beobachten. Raum macht überhaupt erst Sinn, wenn Objekte darin sind.

Zu 2.: Man stelle sich vor, man hätte einen Raum, der nur ein einziges Objekt enthielte. In einem solchen Raum wären Positionsangaben und das Messen einer Länge nicht möglich. Das zeigt, dass die Definition von Eigenschaften eine Relation zwischen verschiedenen Objekten ist. Stellen wir uns das Ganze als Farbe vor. Was machte es für einen Sinn davon zu sprechen, ein Objekt sei rot, wenn man nicht andere Objekte kennte, die über diese Farbe Rot verfügen?

Und, ganz allgemein gesagt, jenseits des Abstrakten: Unser Beurteilen des Universums gewinnt offenbar an „Tiefenschärfe“ und Facettenreichtum, je genauer wir das Universum betrachten. Wir nennen es unseren wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt, in der Annahme, dass die Aussagen, die wir treffen, unabhängig von unserer Beobachtung, irgendwie „vorhanden“ seien. Lassen wir das so stehen, obwohl es, aus spirealistischer Sicht, ein sehr offensichtlicher Irrtum ist.

Zu 3.: Nehmen wir einen Menschen, der sehr wenig kennt, und einen, der sehr viel kennt. Nehmen wir beispielsweise einen sehr jungen Menschen, und einen sehr alten Menschen. Hat der sehr junge Mensch den Eindruck, seine Auffassung des Alls sei irgendwie unvollständig? Keineswegs! Jeder kann bei sich selbst sehen, dass zu keinem Zeitpunkt des Lebens das, was man kennt, als „zu wenig“ erscheint, gegenüber dem, was es zu kennen gälte. Warum? Zunächst einmal, weil sich die Differenz nicht herstellen lässt. Das, was ich nicht kenne – wie soll ich es quantifizieren? Wie soll ich den Unterschied ermitteln zwischen dem, was ich kenne, und dem, was ich nicht kenne? Ganz ähnlich ergeht es uns beim galaktischen Weltall. Wer soll wissen, welche Objekte es jenseits des Ereignishorizonts gibt? Das wäre geradezu gleichbedeutend mit einem Blick in die Zukunft!

Hinzu kommen noch einige Besonderheiten des materialistischen Weltbildes. Der Materialismus fragt sich, was Unendlichkeit ist, und ob das All unendlich sei. Er stellt fest: Je tiefer man in das All hineinsieht, desto mehr erkennt man. Der Grundannahme des Materialismus, der eine objektive Welt voraussetzt, entspräche es aber, von einem „letztendlichen“ Weltall auszugehen, so, wie ihm ja jedes Ding einen Anfang und ein Ende zu  haben scheint. Doch, die Erkenntnis von etwas Letztendlichem entzieht sich dem Materialismus stets, wodurch ihm das Weltall recht paradox zu sein scheint.

Im Spirealismus wäre das anders. Der Spirealismus geht nicht davon aus, dass man Unendlichkeit beobachten könne – ihm ist Unendlichkeit gleichbedeutend mit der kreativen Unerschöpflichkeit des Geistes, und Geist ist ja überall!

Der Materialist wird also immer annehmen, dass das, was er nicht kennt, irgendwie überschaubar wäre, könnte er es nur sehen. Meist meint er sogar, er würde das allermeiste kennen, und das, was er nicht kennt, sei eher wenig … und außerdem weniger wichtig. Als das Wichtige hingegen erscheint ihm stets das, was er kennt.

Zu 4.: Es darf als unbestreitbar gelten, dass ein bestimmter Blick in das Universum eine bestimmte Wahrnehmung bedingt. Etwa führt die Radioastronomie (jene, die Signale aus dem Weltraum mit Hilfe riesiger „Satellitenschüsseln“ auffängt und zu Bildern von Sternen verarbeitet) zu anderen Sichtweisen auf das galaktische Universum, als die Himmels-Beobachtung mit Teleskopen.

Ganz ähnlich verhält es sich mit der Wahrnehmung. Unsere Erfahrungen, unser Wissen, ist gewissermaßen das Werkzeug der Beobachtung, also das Fernrohr; und dieses ist vom Ergebnis der Beobachtung nie und nimmer zu trennen. „Unsere Annahmen bedingen, was wir beobachten können.“ (Einstein).

Also können wir sagen (und verwenden hier die Semantik materialistischer Vorstellungen, der zufolge zwei Objekte dann identisch sind, wenn sie in allen Eigenschaften völlig übereinstimmen), dass die Universen verschiedener Menschen nicht nur in der Zahl der darin enthaltenen Objekte verschieden sind, sondern auch in deren Beschaffenheit – daher handel es sich eigentlich um (im materialistischen Sinn) ganz verschiedene Universen!

Zufriedenheit und das innere „All“

Um den Zusammenhang des einzelnen Menschen, bzw. dessen Denkens, mit dem All zu erörtern, bedurfte es dieser Vorrede. Versteht man das Weltall als etwas von Menschen völlig Verschiedenes, wird dieser gesamte Text wenig Sinn machen.

Ich will nun etwas als gegeben deklarieren: Gemeinhin ist man der Auffassung, dass Zufriedenheit und Glück davon abhängen, wie man die Fülle der Welt wahrnimmt.

Meist führt diese Weltauffassung / Glücksauffassung zu einer hektischen Reisetätigkeit, damit man ja nichts verpasse.

Zur Klarstellung: Auch ich empfinde es als großes Glück, die Welt in all ihren verschiedenen Facetten wahrnehmen zu können und schillern zu sehen. Allerdings möchte ich hier die Einschränkung machen, dass es, bedenkt man das oben Genannte, sehr auf das Universum der Auffassungen ankommen, mit Hilfe dessen man neue Erfahrungen macht.

Hierzu ein Beispiel: Beobachtet man das All mit einem Erfahrungshorizont, der dem unserer Vorfahren gleichkommt, die mit unbewaffnetem Auge das Firmament wahrnahmen, werden die Auffassungen von den Dingen des Alls insgesamt wenig plastisch und sehr eindimensional erscheinen. Um in dem Bild zu bleiben: Wie eine Bühne, über die die Götter mit ihren Wagen fahren …

Noch anders gesagt: Was nützt die schönste Reise, wenn man von der Geschichte eines Landes und den vielfältigen kulturellen Querverbindungen keine Ahnung hat? Dann wird das Taj Mahal zu einem ganz schönen, weißen Gebäude. Hübsch! Der Tower of London wird zu einer eher kleinen Festung neben der Tower Bridge, u.s.w..

Der eigentliche Spaß am Leben, die Freude, ist aber ja, wie gesagt, dieses Schillernde; das Erkennen! Es sind die unendlichen Weiten der Gedanken, auch der Tagträume, des Mystischen, der Ahnungen, der Erinnerungen und Phantasien!

Insofern ist es aus spirealistischer Sicht das Ziel, durch Strebsamkeit, Lernen und Phantasien, das eigene Universum recht umfangreich und vielgestaltig zu machen. Nicht nur als Vielreiser an vielen Orten zu sein, sondern vielleicht sogar an wenigen Orten zu sein, jedoch diese Orte mit Erinnerungen, Gedankenverbindungen, Träumen, anzureichern und so zu etwas besonders Wertvollem zu machen. Und dabei immer wieder die Erfahrung zu machen: Man kann ebenso in die Weiten des galaktischen Universums hinauszoomen, wie man in den Mikrokosmos der Dinge hineinzoomen kann – Kenntnisreichtum macht es möglich. Die Erfahrung dieser Unendlichkeiten ist jeweils überwältigend, und, die Wurzeln jedes Dinges liegen in ja der Unendlichkeit!

Was hat die Ausdehnung des Universums mit Zufriedenheit zu tun? was last modified: Februar 1st, 2019 by Henrik Geyer

Glück suchen … es gibt so viel Welt zu sehen

Frühstück bei Tiffanys mit Audrey Hepburn als Holly [SPID 3972]

Den Film Frühstück bei Tiffany’s kennen bestimmt viele, und viele werden ihn in’s Herz geschlossen haben, so wie ich.

Es ist eigentlich kein „spiritueller“ Film, sondern, wie man so schön sagt, eine „leichte Filmkomödie“. Aber für mich ist „spirituell“, was eine besondere, tiefere Bedeutung in den Gedanken gewinnt. Und dieser Film, den ich oft sah, und dessen Melodie ich oft hörte, hat das: eine tiefere Bedeutung.

 

Holly Golightly ist ein Callgirl, eine Prostituierte, im New York der 50er Jahre. Im Film ist Holly, gespielt von der bezaubernden Audrey Hepburn, allerdings so blütenweiß und so rein, dass man diesen Aspekt der Geschichte von Truman Capote eigentlich gar nicht bemerkt. Holly scheint lediglich etwas leichtsinnig zu sein, der Name Golightly hat auch den Anklang von Leichtlebigkeit, von Nichts-wichtig-Nehmen.

Holly ist fest entschlossen, ihr Glück durch Heirat eines reichen Mannes zu machen. Liebe, meint sie, spiele dabei keine Rolle. Sie lernt einen jungen Schriftsteller namens Paul kennen, der sich in sie verliebt, und sie verliebt sich in ihn, will es sich aber nicht eingestehen.

Paul sieht nicht gern, womit Holly ihr Geld verdient. Doch die macht ihm schnell klar, dass er gar nicht so verschieden von ihr ist – im Grunde führt er das Leben eines Gigolo. Denn er lebt von Gnaden einer reichen Frau: wohnt in ihrer Wohnung, nimmt ihr Geld. Als Schriftsteller jedenfalls verdient er (noch) nichts.

Glücks-Sucher

Die beiden, Holly und Paul, sind zwei Glücks-Sucher, jeder auf seinem eigenen, abenteuerlichen Weg.

Holly glaubt, sich nicht festlegen zu dürfen. Sie könnte alles sein, was zu sein man von ihr erwartet. Sie will im Gegenzug nur eins: reich sein.

Konsequenterweise lebt sie ein Leben auf Abruf, nichts lässt sie sich ans Herz wachsen. Der Kater, der bei ihr „nur wohnt“, und mit dem sie, wie sie sagt, ansonsten nichts zu tun hat, ist eine Metapher für ihr freies Denken. Sie hat dem Kater noch nicht einmal einen Namen gegeben, und nennt ihn nur … Kater.

Auch den Schriftsteller Paul will sie nicht in ihr Herz lassen, denn der hat ja nichts.

Moon River von Henry Mancini

Eine geniale Facette des Filmes ist die Filmmusik von Henri Mancini.  Henri Mancini war ein großer Film-Komponist, er erschuf z.B. auch das Thema des Films „Der rosarote Panther“.

Der Song „Moon River“, so befand Henry Mancini einmal, ist von Audrey Hepburn auf die bestmögliche und gelungenste Weise vorgetragen worden, obwohl es sicher tausend Interpretationen dieses Liedes gibt. „Moon River“ ist traurig-schön. Die Verse drücken den Aspekt des Suchens und der Sehnsucht aus. Sie spielen mit den Wortbildern des amerikanischen Selbstverständnisses.

Der Mondfluss ist jener geheimnisvolle Schicksalsstrom, den zu bereisen gleichsam das Abenteuer des Lebens ist. Hinter jeder Flussbiegung kann das Glück warten („waiting round the bend“) – man muss sich nur auf das Abenteuer einlassen. Ähnlich  Huckleberry Finn (my Huckleberry friend), der tausend Kilometer auf einem Floß den Mississippi hinunter fährt, um Freiheit und Glück für sich und seinen Freund Jim zu finden. Huckleberry und Jim sind zusammengeschmiedet, durch ihre Sehnsucht und ihre Suche, und ganz ähnlich sind auch Holly und Paul Schicksalsgenossen. Sie sind Herumtreiber, die sich auf den Weg gemacht haben, die Welt zu sehen … und es gibt so viel Welt zu sehen! Wozu sich festlegen? Reisen bedeutet, Dinge und Orte zu verlassen; besser man reist mit leichtem Gepäck.

Two drifters off to see the world
There’s such a lot of world to see
We’re after the same rainbow’s end
Waitin‘ round the bend
My Huckleberry friend

Eines Tages wird Holly erreichen, was sie sich vorgenommen hat, wird den Fluss in Reichtum und Glück befahren (crossing you in style, some day), da ist sich Holly sicher. Sie und Paul haben die gleichen hochfliegenden Pläne, beide wollen zum Ende des Regenbogens gelangen. Eine schöne Metapher für Glück – das Ende des Regenbogens ist ein verführerisch scheinender Ort, jedoch kann man ihn nicht erreichen … jedenfalls nicht, indem man ihm nachjagt.

Glück ist nicht Suchen

Zum Ende des Films findet Holly was sie sucht: einen reichen Mann zum Heiraten. Alles scheint perfekt, und doch ist sie unglücklich. Der reiche „Knilch“ bedeutet ihr nichts, und sie bedeutet ihm ebenso wenig. Dennoch ist sie entschlossen, ihr Vorhaben umzusetzen. Zum Zeichen ihrer Entschlossenheit überlässt sie „Kater“ seinem Schicksal – auch er soll sich umorientieren, so ist eben das Leben! Im strömenden Regen, zwischen Mülltonnen und alten Kisten soll er sich von Ratten ernähren.

Paul, der das sieht, lässt es nicht zu, und erklärt Holly, dass Glück Ankommen ist. Wertschätzen der Dinge und Menschen, aber nicht unstete Suche. Glück kann man daher in sehr einfachen Dingen finden. Wo man wertschätzt, und wo man wertgeschätzt wird, da ist man auch glücklich. Glück muss man nicht in der Welt suchen, sondern in sich.

Holly sieht das ein, und sucht Kater. Sie findet ihn völlig durchnässt zwischen Müll, nimmt ihn an sich. Im strömenden Regen bahnt sich das Happy End an – man darf vermuten, dass Holly ihren reichen „Knilch“ nicht heiratet, sondern Paul, und dass „Kater“ endlich einen richtigen Namen bekommt.

Weiterlesen: Verloren wie Tränen im Regen.

 

Weiterlesen: Schätzen, was man hat. Wertschätzen.

Ähnliches Thema: Artikel Schätzen, was man hat. Wertschätzen und dankbar sein, wer – man ist und wie man ist

Ähnliches Thema: Glücklich sein – wie geht das? Völlig idiotisch glücklich sein!

Glück suchen … es gibt so viel Welt zu sehen was last modified: September 19th, 2016 by Henrik Geyer

Reichtum – über das Recht, reich zu sein

Spruchbild: Die Fülle der Welt ist unser wahrer Reichtum. Wir erschaffen diesen Reichtum nicht, und wir müssen nicht um ihn kämpfen. Wir müssen ihn nur zu schätzen wissen.

Mancher meint, er sei dazu geschaffen, arm zu sein, keine Chancen zu haben. Es sei sein Karma, nur das Normale, nur das Ungenügende für sich beanspruchen zu dürfen – aber keinen Reichtum, und keine Fülle!

Dem sei Folgendes gesagt:

Erkenne den Reichtum der Welt!

Erkenne, den Reichtum, den die Welt selbst darstellt. Das, was wir wir Menschen oft als Reichtum sehen, ist nicht der eigentliche Reichtum. Sieh die Wolken über Dir, sieh die Sterne und die Erde auf der Du gehst. Was wir an glänzenden Gütern der Massenindustrie hervorbringen, geht selbst erst aus der Unendlichkeit der uns umgebenden Natur hervor, die in unermesslicher Fülle Dinge und Ideen für uns bereithält. Sie ist unser wahrer Reichtum. Und wir Menschen tun so, als hätten wir all das selbst erschaffen!

Vermeide den Gedanken, du seiest arm, denn das trifft nicht zu. Unerfüllte Wünsche machen Dich arm. Unerfüllbare Wünsche machen dich arm und unruhig – deine Konzentration lässt nach. Erfüllte Wünsche machen Dich reich, ruhig und konzentriert, und mit diesem Kapital kannst Du immer noch reicher werden.

Siehe auch Artikel zum Thema: Glaub an dich – und du glaubst an die Welt.

Denke an das, was Du hast. Nicht an das, was Du nicht hast.

Denke an Dein Leben. Kein Arzt kann Dir Leben geben – es ist die Fülle der Natur, aus der Du hervorgehst. Sei dafür dankbar.

Kein Manager kann Dir Freunde geben, es ist die Fülle Deiner Welt, aus der all das hervorgeht. Sei auch dafür dankbar.

Kein Berater kann Dir Freude schenken – es ist die in Dir wohnende, unerklärliche Kraft, die Dich Freude empfinden lässt. Wisse sie zu schätzen und nutze sie!

Gewöhne Dir ab, Wünsche zu hegen, die Dich unglücklich machen. Sei dankbar für die Fülle, die in Deinem Leben bereits ist!

Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.
Epikur

Reichtum ist Glück

Wahrer Reichtum ist nicht der Reichtum an Geld. Manchmal verhindert Geldreichtum sogar innerliches Glücklichsein.

Manche Leute haben von all ihrem Reichtum nichts als die Angst, ihn zu verlieren.
Antoine de Rivarol

Du kannst sehen, wie Leute unglücklich sind, weil sie das nicht bekommen, was sie am allermeistem zu brauchen glauben: Geld. Oder die unglücklich sind, wenn sie Geld verlieren. Geld macht sie arm.

Du kannst auch sehen, dass viele Menschen sehr glücklich, und innerlich reich sind, die gar nicht so viel haben. Innerlicher Reichtum hängt nicht von Geldreichtum ab.

Siehe auch Artikel zum Thema: Lieben und Liebe erlangen – was tut man, wenn Liebe fehlt?

Ergreife den Reichtum der Dinge und Gedanken

Die Fülle der Welt, das bist auch Du. Man muss Dir nicht erst einen Anspruch auf diese Fülle geben, damit Du nehmen kannst – vielleicht in Form eines Geldbriefes, oder einer Option. Nein, weil Du da bist, hast Du ein Recht. Weil Du da bist, hast Du bereits Teilhabe.

Verbanne jeden Gedanken, du wärst nicht wert, reich zu sein, oder dein Schicksal sei Minderwertigkeit.

Du bist bereits reich, und Du hast jedes Recht auf weiteren Reichtum. Der erste Schritt zu diesem Reichtum ist, den Reichtum der Welt sehen zu können, und dafür dankbar zu sein.

Siehe auch Artikel zum Thema: Wachstumswahn – wie viel ist genug?

Reichtum – über das Recht, reich zu sein was last modified: Februar 22nd, 2016 by Henrik Geyer

Freude wieder finden – Freude bereiten

Die Welt ist voll von kleinen Freuden, die Kunst besteht nur darin, sie zu sehen, ein Auge dafür zu haben. Li-Tai-Pe

Freude wieder finden – das ist wohl das, was wir alle wollen. Glück. Manche meinen, man benötig Geld dazu. Andere meinen, man braucht die richtigen Freunde … Aber das eigentliche Ziel ist nicht Geld, sind nicht Freunde, sondern ist Freude.

Freude – das ist die einfachste, beste, glücklichste, gesündeste und sinnvollste Art – zu leben.

Lieben

Zu lieben braucht es wenig. Man kann sich einfach dazu entschließen. Man kann entscheiden zu lieben. Was kann man alles lieben?

Das Leben kann man lieben, sich selbst, die Freunde, den Ehepartner. Eigentlich alles und jedes. Was braucht es dafür? Wertschätzung. Anerkennung.

Wertschätzung und Anerkennung kann man üben, indem man seine Gedanken wieder und wieder auf Wertschätzung und Anerkennung ruhen lässt.

Siehe Artikel „Danke sagen“

Die Liebe steckt an wie die Freude.
Adolph Kolping

Freude wieder finden durch mehr Bescheidenheit

Nicht in der großen Zahl liegt das Geheimnis Freude zu entdecken. Was ein Mensch sucht, kann er in einer einzigen Rose finden.
Antoine de Saint-Exupéry

Wieder sind wir beim Thema Wertschätzten. Wer schätzen kann, was er hat, benötigt nicht immer mehr und mehr. Wer wertschätzt was da ist, kann auch mit wenig zufrieden und glücklich sein. Auch das ist heute nicht selbstverständlich, wo doch scheinbar aller Sinn in Wachstum liegt, dem ewigen Streben nach dem Mehr.

Freude bereiten – bei seinen Freunden sein

Wir sind wie Spiegel – was wir selbst sind, sehen wir in Anderen. Im Guten wie im Bösen. Daher strahlt das Glück das wir teilen auf uns zurück. Das Glück der Anderen, die uns umgeben, ist unser eigenes Glück, ebenso wie der Hass der uns umgibt, schnell zum eigenen wird.

 

sich auf positive Gedanken konzentrieren

Freude und Angst sind Vergrößerungsgläser.
Aus Flandern

Sich auf Freude zu konzentrieren, und dadurch mehr und mehr Freude zu empfinden, ist eine Frage der Gewohnheit. Man kann sich geradezu in eine Euphorie des Glücks hineindenken, wenn man das Bewusstsein nur lange genug auf glückliche Gedanken fokussiert.

Siehe Artikel positives Denken

Sich auf freudvolle Gedanken zu konzentrieren ist ebenso angenehm wie gesund. Man denke an die vielen psychosomatischen Krankheiten, die unbestreitbar von der Psyche abhängen. Wo die Grenze zwischen psychosomatischen und „normalen“ Krankheiten verläuft, ist der Medizin unbekannt – man kann davon ausgehen, dass Glücklichsein jede Krankheit bessert.

Spruchbild: Freude, Mäßigkeit und Ruh' schließen dem Arzt die Türe zu. Friedrich von Logau
Freude, Mäßigkeit und Ruh‘ schließen dem Arzt die Türe zu. Friedrich von Logau

Glück ohne Leid gibt es nicht

Wer es versteht, dass zum Glücklichsein auch manchmal Leiden gehört, wie zum Süßen auch das Saure, oder wie zum Sonnenschein der Regen, der wird Leid wie eine notwendige Phase ansehen – und nicht dramatisieren. So, wie ohne den Regen alles austrocknet, kann es auch keine Freude geben, ohne die Erfahrung des Leides.

Darüber hinaus: Sehr oft wird erst aus Leid Verständnis geboren, für Zusammenhänge des Lebens, die uns wohl unsichtbar, und dennoch vorhanden sind. Menschen die das erleben, sind für die Erfahrung des Leides im Rückblick oft dankbar.

 

Freude wieder finden – Freude bereiten was last modified: Januar 19th, 2016 by Henrik Geyer

Glücklich sein – wie geht das? Völlig idiotisch glücklich sein!

Glücklich sein - Früchte des Glücks - Weintrauben

Immer geht es ums Glücklich sein. Egal, ob wir nach Geld, Macht, Vorherrschaft, geistiger Überlegenheit, faszinierenden Einblicken und Erlebnissen suchen – immer geht es darum, dass wir glücklich sein wollen. 

Warum also nicht einfach so glücklich sein? Wenn es das ist, was wir wollen?

Gibt es ein Rezept für Glück?

Zunächst einmal müssen wir uns offen zu dem Ziel bekennen, glücklich sein zu wollen. Und Glücklichsein hängt nicht von irgendetwas anderem ab, als dem Gefühl, glücklich zu sein. Niemand kann sagen, was genau es braucht, damit jemand Glück empfinden kann. Der Umkehrschluss ist: wir können in jeder Situation Glück empfinden. Wir müssen es nur zuallererst einmal wollen.

Akzeptanz und Glück sind verbunden. Unsere westliche Logik scheint zu suggerieren, dass Dinge nötig sind, damit wir glücklich sein können. Und immer mehr von den Dingen sei nötig. Dieses Mehr findet keine Begrenzung, und so streben wir nach immer mehr, ohne es je erreichen zu können. Denn unsere Bedürfnisse wachsen einfach mit, und sind immer ein wenig schneller als das, was wir im Moment haben können.

Ein solches Streben nach Glück, das abhängig von einer undefinierten Zukunft ist, lässt uns im Jetzt unglücklich sein. Denn wir haben ja nie ganz, was wir wollen. Im Hier und Jetzt glücklich zu sein, das müssen wir erst wieder lernen.

Ich begegne lieber einem glücklichen Menschen, als dass ich eine Fünf-Pfund-Note finde. Ein heiterer Mensch verbreitet gute Laune um sich, und wenn er in ein Zimmer kommt, ist es, als sei ein Licht angezündet worden.
Robert Louis Stevenson

 

Glück und Glücklich Sein

Glücklich sein üben

Glücklich sein kann man üben. Völlig idiotisch und ohne Grund glücklich zu sein, das kann zu einer täglichen Gewohnheit werden, wie das Zähneputzen. Und – während man noch übt, beginnt man bereits, sich glücklich und immer glücklicher zu fühlen. Was könnte schöner sein?

Als Nebenbedingung müssen wir lernen, das, was uns unglücklich macht, zu vergessen – indem wir es für weniger und weniger wichtig halten. Denn wenn Glück das ist, was wir suchen, dann sollten wir uns auf keine Nebenwege einlassen. Dies sei wichtig, jenes sei wichtig – man bedenke immer: das Wichtigste ist das persönliche Glück.

Es ist übrigens letztlich eine weltanschauliche Frage. Wenn unsere Gedanken die Realität sind (Spirealismus), dann ist die Realität unserer Gedanken dafür verantwortlich, ob wir glücklich sein können. Und wir meinen ja immer, wir könnten denken was wir wollen. Wir sollten also Gedanken des Glücklich Seins denken.

Glücklich sein – wie geht das? Völlig idiotisch glücklich sein! was last modified: Dezember 3rd, 2015 by Henrik Geyer

Was ist Glück?

Was ist Glück? Wir brauchen die Nächte, um die Sterne zu entdecken. (Aus Brasilien)

Was ist Glück? Vorausschickend sei gesagt, dass Glück in diesem Zusammenhang als die Empfindung von Glück gemeint ist – nicht als ein Glücksfall beim Würfelspiel beispielsweise.

Was ist Glück nicht?

Zunächst einmal ist es wichtig sich bewusst zu machen, das Glück an keine äußerlichen Bedingungen gebunden ist. Glück hängt nicht ab von irgendeiner Sache, die wir im Außen finden.

Was ist Glück dann?

Glück lässt sich am besten als Relation beschreiben. Eine Relation zu dem, was wir in unserer Welt finden. Was wir in unserer Welt zu finden glauben, hängt von den Bewertungen ab, die wir vergeben.
Unser Glück hängt also davon ab, ob wir gewohnheitsmäßig das Glas halb voll oder halb leer sehen.

Die Welt ist immer durch Gegensätze definiert

Wie glücklich man auch immer sein kann – unser Sein ist ein Sein der Gegensätze.
Wir können uns keinen Begriff denken, von dem nicht auch sein Gegenteil existieren kann.
Wir brauchen die Nächte, um die Sterne zu entdecken. (Aus Brasilien). Wir brauchen Traurigkeit, um zu wissen, was Glück und Fröhlichkeit sind. Wer Phasen fehlenden Glücks nicht verabsolutiert, wer weiß, dass diese Phasen nötig sind, damit Glück eintreten kann, wer immer bedenkt, dass dem Sommer der Winter vorausgehen muss, der wird schwierige Phasen umso weniger als mangelndes Glück empfinden. Traurigkeit gehört zum Glück eben auch dazu.

Das Glück ist überall zu finden

Das Glück dort zu suchen, wo man selbst nicht ist, ist der beste Weg, unglücklich zu sein. Hingegen ist es eine bewährte Methode, die Gedanken gewohnheitsmäßig auf etwas zu lenken, in dem ganz greifbares Glück liegt. Aus dem Bereich der Spiritualität kennen wir Dankgebete, die eben diesem Ziel folgen. Der zur Gewohnheit werdende Dank für das, was man hat (und nicht der Zorn über Dinge, die fehlen!), lassen uns die Gaben bewußt werden, die uns umgeben. So erst können wir sie sehen und anerkennen.

Glück liegt im Sein, nicht im Sehnen

Die eigenen Schwächen anzuerkennen und zu lieben, ist Glück. Machen wir uns bewusst, nicht perfekt sein zu können. Unsere Realität ist ist nur denkbar mit Stärken UND Schwächen. Die Welt ist eben immer durch Gegensätze definiert.
Glück heißt: Seine Grenzen kennen und sie lieben. (Romain Rolland)

Konzentration auf gute Begriffe

Spiritualität, als die Fähigkeit sich auf Geistiges zu konzentrieren, ist eine gute Voraussetzung für Glück. Wer zulässt, dass die Gedanken zerfasern, wer vor den Toren seines Geistes nicht Wache hält, der lässt zu, dass alle denkbaren Einflüsse in das Zentrum dessen gelangen, wo Glück entstehen kann.
Man ist aber nur „seines Glückes Schmied“, wenn man auf eben dieses Zentrum, das Denken, achtet.

Was ist Glück? was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer