Spiritualität im Alltag – spirituelle Gespräche

Spiritualität im Alltag - spirituelle Gespräche

vor einiger Zeit habe ich einige spirituelle Gespräche mit Menschen geführt. Das Thema war sehr allgemein Spiritualität im Alltag. Es waren Menschen, von denen anzunehmen war, dass sie zum Thema Spiritualität Auskunft geben können … Buchautoren und -Autorinnen, Künstler …

Schon allein die Frage, warum so viele spirituelle Menschen als im weitesten Sinne als Künstler arbeiten, ist eigentlich interessant. Vermutlich liegt das daran, dass Künstler sich den Fragen nach sich selbst sehr widmen – um ihre Kunst hervorbringen zu können, um sozusagen aus dem unerschöpfliche Brunnen der Kreativität schöpfen zu können, der nur im Innen sprudelt. Spiritualität ist für einen Künstler wohl ein unabdingbares Arbeitsmittel. Und wie sich an Dr. Dahlke zeigt, kann Spiritualität auch für Ärzte ein nützliches, weil heilendes, Werkzeug sein.

Fragen zu Spiritualität im Alltag

Meine Frage war meist, was diese Menschen über Spiritualität denken; was Spiritualität überhaupt für sie ist. Für mich war auch die Frage wichtig, wie die Menschen mit Spiritualität im Alltag umgehen – was sie sozusagen daraus machen. Anders gesagt: was nützt Spiritualität?

Wenn ich heute diese Interviews zusammenfassen müsste, würde ich sagen, dass die interviewten Menschen sich sehr viel mit der Bedeutung dessen beschäftigen, was sie erleben. Sie sind sehr achtsam …  fragen sich, was genau sie wollen, was sie glücklich macht, was richtig ist, etc..

Das „Richtige“ ist für sie nicht von vorn herein das, was alle sagen, sondern, sie suchen in sich. Daher erscheinen ihre Gedanken, sofern diese geäußert werden, dem Normalmenschen oft ein wenig absonderlich. Es geht ihnen oft weniger um Geld, oder Materielles. Sondern um Erfüllung, Ausgewogenheit, oft auch Genügsamkeit; der eigenen Seele gerecht zu werden, und weniger gesellschaftlichen Normen. Was ist richtig – was ist falsch? Diese Menschen fragten sich das – und sind eben nicht jene, die sofort mit Antworten aufwarten können. Es sind Menschen, die ihre inneren Welten für wahr und wichtig halten; die auch Rätselhaftigkeit in sich selbst finden können.

spirituelle Gespräche

Für mich waren die Gespräche aufschlussreich. Ich fand es erhellend, ein klein wenig tiefer in die inneren Welten einzutauchen, als man das normalerweise macht, wenn man sich im Stile von Smalltalk unterhält. Ich finde, dabei kam auch recht Erstaunliches zu Tage. Ich hoffe, dass diese Gespräche über Spiritualität im Alltag auch heute für manchen aufschlussreich sind, der sich vielleicht erst auf die Suche macht, nach seinen eigenen inneren Wahrheiten.

Rüdiger Dahlke, spirituelles Gespräch

Nina Nell im spirituellen Gespräch

Interview mit dem spirituellen Erfolgsschriftsteller Ralf Hillmann

Catharina Fleckenstein im spirituellen Interview

spirituelles Gespräch

Christina Holsten über Spiritualität im Alltag

Werner Szendi über Spiritualität

Suraya Baumeister über Spiritualität

Interview mit der spirituellen Autorin und Verlegerin Petra Milkereit

Ria von Sypo über Spiritualität

Ähnliches Thema: Beitrag Innere Wahrheit – Äußere Wahrheit

Spiritualität im Alltag – spirituelle Gespräche was last modified: Juni 15th, 2016 by Henrik Geyer

Interview mit Schauspielerin und Regisseurin Catharina Fleckenstein

Catharina Fleckenstein

Catharina Fleckenstein wurde in eine Künstlerfamilie geboren. Nach ihrer Ausbildung in München ging sie für jeweils 2 Jahre ins feste Engagement an das ETA Hoffmann Theater Bamberg, anschließend an das Theater Dortmund.

 Als Regisseurin folgten Arbeiten u.a. an der Landesbühne Hannover, Kampnagel Hamburg, ETA Hoffmann Theater, Altonaer Theater und Theater Dortmund.

1997 zog sie  nach Hamburg, wo sie seither lebt.

Seit Anfang 2000 hat sie sich wieder auf ihre schauspielerische Tätigkeit konzentriert. Spielte in verschiedenen freien Theater-Produktionen in Hamburg.

Zuletzt im Theater am Biedermannplatz und im Sprechwerk.

Und wirkte  in diversen Film-und Fernseh-Produktionen mit u. a. „Soko Wismar“, “Die Anwälte“, „Stubbe – von Fall zu Fall“.

 Bereits 1988 kam Catharina das erste Mal durch ihre Lehrerin Marga Rues mit dem spirituellen Aspekt der Kunst in Berührung. Ging ihren spirituellen Weg aber erst einige Jahre später weiter. In erster Linie mit Reiki.

 

Spireo befragte Catharina Fleckenstein nach spirituellen Aspekten ihres (Berufs-)Lebens

 

Spireo: Was suchen Sie?

Antworten auf die Fragen: Woher komme ich? Wer bin ich? Wohin gehe ich?

Und zwar in meinem „echten“ Leben als auch auf der Bühne. Diese Fragen sind Teil der klassischen Vorbereitung des Schauspielers auf eine Rolle. Mit anderen Worten: Selbst-Erkenntnis und Bewusstwerdung sind das, was mich auf allen Ebenen anspornt.

 

Spireo: Was finden Sie im Theater und nirgendwo sonst?

Die Bühne ist ein Phantasie-Raum. Durch das Öffnen und Wechseln der Spielebenen kann die Wahrnehmung und das Bewusstsein des Zuschauers erweitert werden. Das ist das Wesen der Kunst Überhaupt.

Und dennoch ist es im Theater nichts Abstraktes, denn Teil dieses Phantasie-Raums sind Akteure, Menschen, die im Augenblick agieren.

Wenn mich eine Theateraufführung als Zuschauerin begeistert, werde ich innerlich zu dem Kind, das ich war, als ich das erste Mal im Theater saß. Die Qualität des Moments hat sich nie geändert. Ich tauche ein in das  Zauberhafte: das Licht, den Geruch, die Stoffe, die Magie.

Bei einer aufregenden Theateraufführung gehen Welten unter und andere erstehen.

Es ist auch möglich, dass nur der Untergang einer Welt beschrieben wird, aber im Zuschauer der Ausblick auf das Erstehen einer anderen entsteht.

In jedem Fall ist das, was geschieht, existentiell. Es geht immer um Sein oder nicht Sein“.

Ich glaube an den Theaterabend als kathartischen Vorgang. In dem Sinne, dass ein Prozess stattfindet, der alle Beteiligten auf einer anderen Bewusstseinsebene entlässt als sie sich zu Beginn des Stücks befanden. Die Äußere Handlung ist dabei nur eine Metapher für die geistigen Prozesse.

Theater kann es schaffen, Zeit und Raum außer Kraft zu setzen.

Unsere gewohnten Koordinaten der Wahrnehmung anders zusammen zu stellen oder völlig fallen zu lassen.

Es ist eine spirituelle Erfahrung, mit den Mitteln des Spiels. Auf spielerische Weise.

Die Zuschauer sollten dafür im Herzen berührt werden. Lachen und Weinen und sich ganz und gar beteiligt fühlen beim Spiel auf der Bühne. Mit den Schauspielern in jedem Augenblick präsent und verbunden sein.

 

 

Catharina Fleckenstein
Catharina Fleckenstein

Spireo: Was suchen die Besucher im Theater? Kurzweil – und vielleicht noch etwas anderes?

Ich glaube, dass Zuschauer, vielleicht ohne dass es ihnen immer bewusst ist, teilnehmen möchten an diesem Wahrnehmungs-Abenteuer. Selbst wenn sie einfach Lust haben nach amüsanter Ablenkung.

Eindruck hinterlässt eine Theatervorstellung, wenn sie auf einer tieferen Ebene berührt , vielleicht auch verstört und inspiriert wurden.

 

Spireo: Was ist Kreativität?

Für mich ist Kreativität, wenn Menschen ihrer Verbindung zum Geistigen Ausdruck verleihen.

Das kann alles sein, Kochen, Malen, Tee trinken, egal was. Es kommt auf die innere Haltung an, zu dem, was man tut.

In meinem Fall scheint es das Spiel zu sein -und auch das Geschichten erzÖhlen. Das ist einfach der Bereich, in dem ich am klarsten die Verbindung, die man auch Intuition nennen könnte, erfahre.

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

 

 

Webseite Frau Fleckenstein: http://www.catharinafleckenstein.com/

 

Interview mit Schauspielerin und Regisseurin Catharina Fleckenstein was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Interview mit Malerin und Schriftstellerin Ria von Sypo

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Ria von Sypo Gemälde

Ria von Sypo ist eine unter Pseudonym arbeitende Malerin und Schriftstellerin. Sie sucht und findet Sinn in ihrem Engagement für die Erhaltung der Welt, die sie in Gefahr sieht.

Im Spireo Interview beantwortet sie Fragen zu ihrem Werk. 

Du bist Malerin- wie kamst Du zum Schreiben?

Den Spaß am Malen entdeckte ich sehr früh. Leider befremdete mich das Ergebnis häufig. Dennoch blieb ich am Üben und hatte wohl auch gelegentliches Glück mit verständigen Lehrern. Speziell mein Professor im Studium glaubte an mich. Heute wäre ein Leben ohne zu malen für mich undenkbar.

Das Bedürfnis zum Schreiben ereilte mich wahrhaftig über Nacht. Lag es nun daran, dass ich so viel erlebt hatte und mein Unterbewusstsein spontan die Sprache der Bilder verließ? Wollte es die Verarbeitung in Worte kleiden? Wie auch immer, ich erwachte aus einem klaren, lebhaften fast realistischen Traum. Und jeder Versuch ihn abzuschütteln oder zu verbannen, scheiterte. Er nistete sich in einer Ecke meines Gehirns ein, machte es sich dort gemütlich  und erweiterte grinsend sein Revier. Dieser Traum zwang sich mir auf und vereinnahmte mehr und mehr mein Denken. Der sich gegen ihn aufbäumende Widerstand unterlag hilflos und schlug sich schließlich feige in die Flucht. Was konnte ich entgegenhalten? Ich skizzierte meine Gedanken, ordnete sie auf vertrautem Terrain, wollte diese Phantasie zum Schwächeln zwingen. Welch gravierender Fehler! Stattdessen nahm diese Utopie Gestalt an, schälte sich aus nebulösen Gebilden in deutliche Strukturen und zog bereits erste Worte an sich. Alles hatte ich bereits gemalt! Eben noch verwirrt, musste ich feststellen, dass mir das Spiel mit Worten großes Vergnügen bereitete. Plötzlich flossen Sätze aus mir und stachelten mich zu stetig weiterem Schreiben an. Und wollte ich nicht daran ersticken, so musste ich mich diesem Druck devot ergeben, dem Schicksal gehorchen. Daraus wurde „Bitte lass es nie enden“, nach der gleichnamigen Bildserie. Ein Liebesroman, der sich eine friedliche Welt vorstellt, in der die Menschen endlich erwachen und gemeinsam den Kampf gegen den Klimawandel aufnehmen.

 

Ist Dir Kreativität wichtig? Wenn ja, warum?

Seine eigenen Stärken zu erkennen und anzunehmen, ist ein wichtiger Prozess. Egal welchem Beruf wir nachgehen, ein jeder sollte auf seinem Gebiet einfallsreich sein. Ob am Schreibtisch, im OP, beim Fahren oder Bauen.  Ein Künstler setzt seine Phantasie in etwas Erlebbares um, drückt sich in Farben, Worten, Formen etc. aus, schafft etwas Individuelles.

Bei mir bahnte sich der Schöpfergeist schon früh einen Weg und suchte nach Gestaltungsmöglichkeiten. Nicht immer zur Freude meiner Familie. So zerschnitt ich als kleines Mädchen Kleidungsstücke meiner Mama oder Schwester, um mir daraus etwas sehr eigenes zu kreieren. Und auch später fiel mir allerlei ein. Die Jahre lehrten mich, dass Kreativität auch zur Belastungsprobe für mein Umfeld werden kann. Manche Idee oder deren Umsetzung fordern unsere Mitmenschen heraus. Der Eine feiert das Internet, der andere verdammt es. Mode, geliebt und gehasst. Das Handy gefeiert und verflucht. Wo Licht ist, gibt es Schatten.

Kreativität ist ein Prozess, ist Leben, Bewegung und fordert bei Einhaltung von Regeln Toleranz. Immerhin bereichert  sie vielfältig  und bunt unser Leben.

 

_DSC3444 _2Glaubst Du, Du hast eine Aufgabe in dieser Welt?

Was ist eigentlich Bestimmung? Darüber ließe sich seitenweise debattieren. Worte wie: Zufall, Auftrag, Antwort, Gebot, Wahl und Pflicht, Deutung, Richtung, Schicksal, Gefüge usw. fallen mir ein.

Ich hänge dem Glauben an, dass alles einen Sinn hat. Auch wenn wir ihn nicht sehen können oder gerade verzweifeln. Im Nachhinein erklärt sich vieles. Für mich schält sich meine Aufgabe als Vermächtnis heraus. Meine Eltern lebten uns das Streben für einen friedlichen und liebevollen Umgang vor, die Achtung vor jedem Leben und eine Ehrfurcht vor der Schönheit und Vollkommenheit dieses Planeten.

Somit erfüllt der Roman eine wichtige Funktion in meinem Dasein. Er trug mich in eine Richtung. „Was ist uns wichtig?“, fragt sich meine Romanfigur Evi. Wie könnte sie an der Rettung ihrer Erde mitwirken?

Ihre Gedanken führen mich zu einer Konsequenz. Als Folge erwacht meine Seite: pro-elf.de

Elf steht abgekürzt für PRO ERDE, LIEBE, FRIEDEN. In Evis Traum wächst eine kleine Gruppe zu einer weltumspannenden, grenzübergreifenden Macht heran. Auch meine Hoffnung stirbt zuletzt! Mögen viele Leser sich einreihen und es immer weiter tragen!

 

Wenn Du Deine Aufgabe bzw. Dein Ziel nur rückblickend beurteilen kannst/willst, was, glaubst Du steuert Dich im Jetzt? Es ist ja nicht trivial sich monatelang hinzusetzen und zu schreiben..

Mein Jetzt beziehe ich aus den Bausteinen der Vergangenheit. Es ist die Erkenntnis, warum ich z.B. wie getrieben an diesem Roman saß. Meine Gegenwart resultiert aus den Erfahrungen. Als ein steht Ergebnis steht pro-elf.de

 

Glaubst Du an Gott?

Hierzu möchte ich kurz aus meinem Buch zitieren: „ Egal welchen Glaubens, welcher Religion oder Theorie- uns alle vereint die Achtung und Ehrfurcht im Angesicht dessen, was ein Mensch nie hat schaffen können! Einer großen, wirkenden Kraft, die tausend Namen und Anreden erträgt.“(2. Hauptteil, Kap.18)

 

Glaubst Du an ein Leben nach dem Tod?

Bei meinen Eltern begegneten mir so unglaubliche Dinge in ihrem Prozess des Sterbens, dass ich eine tiefe Gewissheit  in mir trage und an eine Weiterexistenz der Seele glaube. Eine Wiedergeburt ermöglicht Chancen, unterwirft neuen Prüfungen, diktiert Aufgaben, fordert und schleudert  alles aktuell. Stetig geschliffen, sollte sich die Gesinnung von üblen Mängeln befreien.

 

Können wir die Erde retten? Wie siehst Du die Zukunft für unseren Planeten?

Die Gegenwart sehe ich pessimistisch. Für die Zukunft wage ich zu hoffen.

Die alarmierenden Zustände rütteln eine wachsende Anzahl von Menschen wach. Ein ermutigendes Zeichen!

Doch wo kämpfen wir geeint? Ob beim Tier-, Klima-, Pflanzenschutz, dem Kampf gegen Krieg, Gewalt und Unterdrückung, ob männlich, weiblich, schwarz, gelb oder weiß, groß oder klein etc., überall finden wir Gruppen und Engagement. Manchmal sogar bewusst voneinander abgrenzend.

Jeder ist wichtig! Aber nur gemeinsam erlangen wir Kraft! Nur eine vereinte, anschwellende Masse wird zu einer Energie und ernsten Macht!

Es ist wie mit dem unbedeutenden Vögelchen, das den Waldbrand löschen will. Es nimmt Wasser im Schnäbelchen auf und fliegt bis zur Erschöpfung. Aber es versucht es! Bis auch die Großtiere endlich helfen.

So will auch mich einbringen. Deshalb meine Seite PRO ELF. Vielleicht erreichen auch wir einmal mehr?

 

Worin besteht die Hoffnung für die Zukunft, wenn die Gegenwart nicht hoffen lässt? In einer Katastrophe vielleicht, die das Umdenken erzwingt?

Dieser Gedanke geht auf einen Ausspruch eines Philosphen zurück. Er trifft meine Einschätzung. Ich denke, dass noch ein weiter Weg vor der Menschheit liegt. Die Probleme rücken bei zunehmend mehr Menschen ins Bewußtsein, dennoch blicken Scharen weg oder verdrängen sie. Andere resignieren, geben auf. Dann begegnen wir dem Tunnelblick, der nur eine Sichtweise akzeptiert. Katastrophen mehren sich schon heute. Und ja, sie führen zu manchem Umdenken. Trägheit, die in gemeinsame Entschlossenheit wächst, benötigt Zeit.

 

Ria von Sypo - Bitte lass es nie enden.
Ria von Sypo – Bitte lass es nie enden.

Warum helfen die Großtiere dieses Gleichnisses nicht?

Vermutlich helfen die Großtiere nicht sofort, weil es in der Fabel, wie im realen Leben zugeht. Ein Maß an Desinteresse, Eigeninteresse, Überheblichkeit oder gar Arroganz scheint ihnen eigen zu sein.

Interview mit Malerin und Schriftstellerin Ria von Sypo was last modified: April 28th, 2015 by Henrik Geyer

Interview mit Autor Dr. phil. Christian Hardinghaus

Christian Hardinghaus

Herr Dr. Hardinghaus hat das Buch „Mindfuck Stories“ vorgestellt, ein Buch voller überraschender Wendungen, die uns auf psychologischer Ebene fragen lassen: „was ist unsere Realität?“ Hierzu einige Fragen an Dr. Hardinghaus: 

 

Mindfuck Stories
Mindfuck Stories

Können Sie zu Beginn des Interviews bitte noch einmal erklären, was ein Mindfuck ist?

Natürlich, es wäre schlecht, könnte ich es nicht. Der Begriff stammt aus dem Filmbereich und beschreibt eine völlig unerwartete Wendung in der Handlung einer Geschichte, die den Zuschauer verblüfft, fasziniert und noch lange nachdenken lässt. Zugegeben, der Begriff klingt vulgär, aber eine geeignete deutsche Übersetzung gibt es nicht und das Wort hat sich bereits etabliert. Sprachlich kann man es vom umgangssprachlichen Englischen „to fuck with somebody´s mind“ ableiten, was so viel bedeutet wie jemanden den Kopf verdrehen.

 Sie sind Medienwissenschaftler und Journalist. Wie kamen Sie dazu, auch Belletristik zu schreiben?

Ein Autor wird immer danach gefragt und fast jeder gibt an, dass das Schreiben schon immer seine Leidenschaft gewesen sei. Das klingt irgendwie abgedroschen. War es bei mir anders! Nein, genauso! Auf das Projekt Mindfuck Stories bin ich gekommen, nachdem ich in meiner Doktorarbeit Manipulationstechniken in Film und Internet untersucht habe. In meinen Stories geht es auch darum, den Leser zu manipulieren. Allerdings auf eine ungefährliche und unterhaltsame Weise.

Als was sehen Sie sich denn vorrangig, als Schriftsteller, Wissenschaftler oder Journalist?

Als alles in einer Person und Berufung. Wenn man Affinität und Übung im Schreiben hat, dann kann man alles schreiben, das ist meine Meinung. Ich könnte wohl auch eine Bedienungsanleitung für eine Waschmaschine verfassen, doch das wäre langweilig. Als Wissenschaftler liebe ich es, investigativ zu forschen, als Journalist schreibe ich zu psychologischen und historischen Themen.

Was ist das Resümee des Schriftstellerseins? In welcher Hinsicht lohnt es sich? Auch persönlich?

Ich habe als Autor schon eine Reihe Sachbücher veröffentlicht. Doch am meisten Freude bringt mir die erzählende, fiktionale Literatur. Das bedeutet für mich, die absolute Freiheit zu haben. In den Geschichten läuft alles zusammen: eigene Erlebnisse, von anderen gehörte Erlebnisse und die individuelle Fantasie. Alles kombiniert mit einer Menge Recherche. Sicher muss sich jeder Newcomer von der Illusion befreien, sofort einen Bestseller landen zu können. Das gelingt wirklich nur ganz Wenigen. Aber das ist auch mein Traum. Und da ich gerade erst angefangen habe und schon ein unglaublich positives Feedback bekommen habe, bleibe ich dran.

Haben Sie als Schriftsteller neue Erkenntnisse gewonnen? Welche?

Ich habe mich darin bestätigt gefühlt, dass ich Menschen mit meinen Worten unterhalten und faszinieren kann. Die Leser leben mit meinen Figuren, so wie ich es tue. Oft kommt es vor, dass Leser wissen wollen, wie die Geschichten der Charaktere weitergehen und sie entwickeln dabei selbst Fantasie. Schriftsteller und Leser, beides gehört symbiotisch zusammen. Daher ist mir die Kommunikation mit Lesern besonders wichtig geworden.

Sie greifen viele psychologische Themen auf. Beschreiben eindringlich Ängste, Zwänge und Trauer. Ihre Protagonisten sind schizophren oder hypochondrisch. Stecken Teile davon in Ihnen selbst?

Auf jeden Fall. Bei mir genauso wie bei allen anderen Menschen. Erst, wenn Symptome sehr ausgeprägt sind und das Leben einschränken, kann man von Erkrankungen sprechen. Ich glaube, dass es in einem Menschen eine Grundsensibilität gibt, die bei jedem unterschiedlich ausgeprägt ist. Als Schriftsteller muss man aber auf jeden Fall sehr sensibel sein. Genauso wie im realen Leben muss sich der Schriftsteller genau in die Gefühle seiner Figuren hineinversetzen können. Das ist vergleichbar mit der Kunst eines Schauspielers.

Braucht man nicht auch psychologisches Fachwissen, um über solche Dinge zu schreiben?

Möglicherweise geht das auch ohne. Da muss man aber auch vorsichtig sein, schließlich gibt es die Fachleser, und da möchte man auch nichts Falsches schreiben. Das Internet hält aber ja genug Wissen parat, um sich zu informieren. Ich selbst habe mich viel mit Psychologie beschäftigt, habe eine Weiterbildung in Allgemeiner Psychologie gemacht und auch mein Promotionsthema wurde sozialpsychologisch behandelt.

Ihre Mindfuck Stories erinnerten mich an Roald Dahl – sind Sie von Roald Dahl inspiriert?

Das ist schön, dass Sie das ansprechen. Die Zahl der Leser häuft sich, die meine Stories mit den Geschichten von Roald Dahl vergleichen. Und wissen Sie was? Ich habe noch keine einzige Geschichte von ihm gelesen, aber über ihn und werde das wohl nun nachholen müssen. Ich bin ein Fan von Edgar Allen Poe. Für mich der Star unter den Kurzgeschichtenschreibern und ein Mitbegründer der Schauerromantik. Literatur inspiriert mich. Was den Mindfuck betrifft, so bin ich aber doch sehr stark von Filmen beeinflusst. Mein großes Idol ist David Lynch. Sein Film Mulholland Drive ist ein Meisterwerk. Darüber habe ich ein Sachbuch geschrieben und den Film analysiert. Er steckt voller Mindfuck Effekte. Lynch gerät leider zunehmend in Kritik durch seine Leidenschaft zur Transzendentalen Meditation. Der Bewegung wird von einigen Wissenschaftlern sektenähnliche Strukturen vorgeworfen. Ich halte mich da mit meiner Meinung zurück. Für mich ist und bleibt er der größte Regisseur unserer Zeit.

Sie bauen in Ihren Geschichten Rätselbilder auf, die in den letzten Zeilen entschlüsselt werden. Ist Mindfuck ein sehr starkes Wort für Rätselbilder?

Nein, das Rätseln setzt erst nach dem Mindfuck ein. Die Leser fragen sich, wie sie so in die Irre geführt werden konnten, hinterfragen sich selbst und lesen die Geschichten noch mal. Kaum eine Story wird aber zum Schluss vollständig entschlüsselt. Beim Mindfuck ist es wichtig, dass dem Leser Platz für eigene Deutungen bleibt. Was nicht bedeutet, dass man am Ende ratlos da sitzt. Die Geschichten werden nur unterschiedlich verstanden. Es kommt vor, dass Leser etwas in den Mindfuck Stories finden, auf das ich selbst so nicht gekommen bin, wo ich aber sagen muss: tatsächlich, das könnte so auch passiert sein!

Wie wichtig ist Kreativität?

Kreativität ist mit die wichtigste Eigenschaft eines Schriftstellers, ebenso eines jeden Künstlers. Darauf bauen Geschichten auf und Kreativität ist ein sich stetig erweiternder Prozess. Doch allein Kreativität reicht nicht, um ein guter Schriftsteller zu sein. Man muss die Technik des Schreibens beherrschen, fit in der Rechtschreibung sein, strukturiert arbeiten können. Eine Anekdote zum Thema Kreativität: Ich habe Deutschlands Vorzeigeautor Sebastian Fitzek mal zu diesem Thema interviewt. Ich bewundere seine Art zu schreiben. Auch er hat Mindfucks in seinen Geschichten. Die Therapie ist das beste Beispiel. Ich glaube, er ist einfach auch wahnsinnig sensibel und hat auch deswegen ein Gespür für gute Geschichten. Auf jeden Fall hat er mich während des Interviews motiviert, es auch mal mit einem Buch zu versuchen. Das hab eich nun gemacht und es ihm letzte Woche zugeschickt. Ich bin gespannt, ob er es liest.

Glauben Sie an eine Aufgabe in dieser Welt?

Ich glaube, man hat viele Aufgaben in dieser Welt. Eigentlich bekommt man die ja jeden Tag. Ob es eine einzige Lebensaufgabe gibt? Ich glaube nicht, aber das ist eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss, sollte und darf.

Wenn ja, wer verteilt die Aufgaben? Gibt es jemanden zentral oder macht das jeder selbst?

Die Welt steckt voller Herausforderungen. Ich glaube es gibt genug Möglichkeiten, sich daraus seine speziellen Aufgaben zu entnehmen. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es für uns nicht bewusst wahrnehmbare Kräfte gibt, die uns lenken, zumindest in gewisser Weise. Das ist aber eine schöne Vorstellung. Und Einigen scheint es ja auch zu gelingen, diese Kräfte für sich sichtbar zu machen. Das bedeutet für mich spirituelles Erleben. Und ich spüre da auch Vieles um mich herum, dass ich mir noch nicht erklären kann. Auch das ist natürlich unfassbar faszinierend.

 Glauben Sie an Gott? Oder verbietet die wissenschaftliche Sichtweise den Glauben an Gott?

Ja, ich glaube an Gott und spreche jeden Tag zu ihm. Das Beten vermittelt mir ein Gefühl der Geborgenheit. Die Gespräche mit Gott sind ein Teil von mir und gleichzeitig auch Selbstgespräch. Ich gehe kaum in die Kirche, da ich meinen eigenen Draht zu Gott habe und mit ihm alleine sprechen möchte. Es ist schade, dass so viele Menschen den Glauben verlieren. Mir würde das wahnsinnig fehlen. Ich bin sicher, dass Glaube positive Energien freisetzt.

Und wie ist es mit dem Leben nach dem Tod?

Auch daran glaube ich fest, aber nicht daran, dass man auf dieser Erde ein neues Leben geschenkt bekommt. Ich glaube an die stetige Fortentwicklung der Seele, die mit dem Tod nicht abgeschlossen ist. Hätte es folglich aber ein Leben vor meinem jetzigen gegeben, müsste ich mich daran erinnern, und zwar nicht nur in Teilen, sondern ganz. Denn auch alle Erinnerungen und Erfahrungen sind Teil der Seele. Allgemein spielt das Thema Tod in meiner Familie eine bedeutende Rolle. Mein Vater ist Mediziner, hat eine der ersten Palliativstationen in Deutschland gegründet und koordiniert ein Netzwerk von Krankenhäusern, die diese Form, der umsorgenden, nicht mehr heilenden Praxis anbieten. Er hat tausende Patienten in den Tod begleitet. Ich war natürlich auf der Station und habe mit den sterbenden Menschen gesprochen. Da herrscht eine ganz ruhige, friedliche und würdevolle Atmosphäre. Die Patienten werden dort sehr spirituell, nehmen Farben, Formen und Symbole viel intensiver wahr und bereiten sich zusammen mit Ihren Angehörigen, Psychologen oder Seelsorgern auf den Tod vor. Der Tod spielt übrigens in den Mindfuck Stories eine ganz bedeutende und zentrale Rolle.

 

..im Gespräch mit Sat 1
..im Gespräch mit Sat 1

MINDFUCK STORIES lesen – das bedeutet, sich literarisch mal so richtig den Kopf verdrehen zu lassen. Die fünfzehn mysteriösen Kurzgeschichten in diesem Buch führen Sie geschickt in die Irre, indem sie immer wieder überraschende Haken schlagen. Christian Hardinghaus lädt Sie dazu ein, zusammen mit den Helden der Stories das gänzlich Unerwartete zu erleben. Jede Geschichte birgt ein neues Geheimnis, jede erzählt von einem anderen tragischen Schicksal. MINDFUCK STORIES – intelligent, bissig und voller Emotionen geschrieben!

(180 Seiten, ISBN 978-3-9816409-0-8) Print: 14,80 €, ebook: 6,80 €

 

Interview mit Autor Dr. phil. Christian Hardinghaus was last modified: April 28th, 2015 by Henrik Geyer

Kreativ Guide Suraya Baumeister im Spireo Gespräch

Kreativ Guide Suraya Baumeister im Spireo Gespräch

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Suraya Baumeister

Spireo: Liebe Suraya, in unserem interessanten Gespräch hast Du vieles über Dich erzählt.  .. Das Leben ist kein Spielplatz wird uns oft von Kindesbeinen an beigebracht… Du machst es genau anders herum.. Wie wichtig ist Zweckmäßigkeit,.. Zielgerichtetheit im Vergleich zu .. die Dinge tun, die man liebt...


Zielgerichtetheit ist sehr wichtig, um im Leben vorwärts zu kommen. Wenn wir unseren Visionen Leben einhauchen möchten, damit sie nicht nur Träume in weiter Ferne bleiben, dann brauchen wir einen Plan, eine Reiseroute mit Etappenzielen um dorthin zu kommen.
Meine Ziele muss ich jedoch im Herzen prüfen, bevor ich mein Abenteuer starte. Ich muss prüfen, ob das was ich tun möchte mit meinem Seelenweg überein stimmt. Denn, wenn das nicht der Fall ist, dann renne ich früher oder später frontal an die Wand und das tut weh! Das Leben zeigt uns im schlimmsten Fall über Krankheiten, dass wir vom Weg abgekommen sind. Zuerst schickt es uns kleine Zeichen, wenn wir auf diese nicht hören und unseren Kurs nicht ändern, indem wir beginnen im Einklang mit unserer Seele zu leben, dann erhalten wir deutlichere Zeichen.

 

Suraya Baumeister beantwortet im Spireo Gespräch Fragen zu Beruf und Berufung, Kreativität und neue Wege finden. Suraya lebt und arbeitet im Kanton Tessin in der Schweiz. Hier das Interview:

Spireo: Sind es im Kopf vorherrschende Vorstellungen anderer (der Eltern, der Kollegen etc), die Deine Klienten  davon abhalten herauszufinden, wer Sie selbst sind und was sie am liebsten tun möchten?

Ja, das hat damit zu tun, wie wir aufgewachsen sind und in welchem Umfeld wir leben. Von Geburt an wurden wir darauf trainiert uns anzupassen und zu gehorchen. Und das tun wir daher auch später, wenn wir erwachsen sind, denn wir wollen geliebt werden, möglichst nicht anecken, es allen Recht machen und dabei verraten wir uns leider oftmals selbst. Sich zu erlauben das zu tun, was man wirklich tun möchte ist erst einmal nicht so einfach. Da schwirren Gedanken wie „Ich sollte …“, „Das macht man aber so …“ und „Was werden wohl die anderen denken?“ in unserem Kopf herum. Das Lustige an der Geschichte ist, sobald wir beginnen achtsam mit uns selbst umzugehen, uns Raum und Zeit zur Selbsterforschung zu geben, ändert sich auch unser Umfeld. Je bewusster wir werden, desto bewusster werden unsere Mitmenschen.  

Spireo: Wie lange hast Du dafür gebraucht Deine Bestimmung zu finden?

Hm, das hat einige Jahre gedauert, nach und nach hab ich Puzzle-Teile eingesammelt. Das grosse Bild habe ich eigentlich erst erkannt, als ich mich selbst coachen lies. Wir haben oft blinde Flecken und kommen alleine nicht weiter, da ist es schlau, wenn man sich von Menschen helfen lässt, die den Weg schon gegangen sind.

Spireo: Was ist deiner Meinung nach der Sinn des Lebens?

Der besteht meiner Meinung nach darin unsere Liebesfähigkeit zu schulen, dass wir nicht nur diejenigen lieben, die zu unserem engsten Kreis zählen, sondern jeden Menschen. Dass wir es schaffen die Seele in jedem zu erkennen und den Schleier der Illusionen zu durch schauen. Und natürlich besteht der Sinn des Lebens auch darin, dass wir uns selbst als Schöpfer erkennen und unsere Einzigartigkeit zum Ausdruck bringen.  

Spireo: Könntest Du Dir vorstellen daß Du, wenn Du Deine Dinge tust, mögliche wichtige Ziele versäumst zu verfolgen? Nein, das kann nicht passieren, denn ich folge meinem Herzen und das kennt den Weg. Ziele, die nicht meinem Seelenweg entsprechen, sind nicht MEINE Ziele, denn sie sind nur Hirngeburten. Ich vertraue meinem inneren GPS und das verpasst keine wichtige Lebensstation!  

Spireo: Wenn jemand par tout nicht weiß was er machen soll und will, was tut man dann am besten?

Er braucht Raum und Zeit zur Selbsterforschung. Dann sollte er dem natürlichen Fluss seiner Freude folgen und sich mit den Dingen beschäftigen, die sein Herz zum Singen bringen. Wobei ist er Feuer und Flamme und vergisst die Zeit um sich? Worin geht er auf und ist in seinem Element? Und wenn er damit Geld verdienen möchte, dann muss er seine Leidenschaft mit dem verbinden was gebraucht wird.

Spireo: Die inneren Wünsche und Werte Deiner Klienten nimmst Du und machst daraus Visionen und Lebensziele. Angenommen jemand kommt zu Dir und sagt … er sieht am liebsten fern… Was kann man daraus machen 🙂

Ich vermute, dass so jemand nicht an Persönlichkeitsentwicklung interessiert ist und daher nicht zu mir findet. Und falls doch, dann wird er erkennen, dass es viel spannender ist sein eigenes Leben zu leben, anstatt sich in fremden und virtuellen Geschichten zu verlieren. Und er wird es lieben, real zu erfahren, wie es ist der Held seiner eigenen Träume zu sein.

Spireo: Glaubst Du, daß die Bestimmung vorgegeben ist, in Form einer Begabung, oder wächst das aus einer bestimmten Interessenlage heraus, die vertieft wird?

Ich glaube das kann beides sein. Eine Begabung versteckt sich doch hinter einem Interesse. Die Frage ist: Was interessiert mich jetzt am meisten? Wofür brenne ich am stärksten? Begabungen müssen auch erst einmal geschult werden … Wir sind dazu bestimmt, genau das zu tun wofür wir begabt sind, das ist unser Geschenk an die Gemeinschaft. Das hört sich vielleicht gewaltig an und man denkt sofort an begnadete grosse Talente. Gaben sind auch viele Kleinigkeiten, Wesenszüge, die uns ausmachen. Es ist nicht nur das was wir tun, sondern das was wir sind. Wir erkennen oft selbst nicht, was das Besondere an uns ist, weil es für uns so normal und natürlich ist. Bitte mal fünf deiner Freunde, sie sollen beschreiben was das Einzigartige an dir ist und vergleiche ihre Antworten!

Suraya Baumeister

http://www.surayabaumeister.ch/

Kreativ Guide Suraya Baumeister im Spireo Gespräch was last modified: Juni 15th, 2016 by Henrik Geyer

Gespräch mit Maler Werner Szendi

Werner Szendi
Werner Szendi

Lieber Werner, in unserer Vorbesprechung hast Du mir gesagt, daß Du in Deinen Bildern Deine tiefen Gefühle für Freiheit, Frieden, Liebe und Heilung in der Welt ausdrücken möchtest. Du hast mir geschrieben: 

„Kinder sind unser aller Zukunft. Kinder sind überall auf der Erde gleich. Sie haben nur nicht überall die gleichen Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Deshalb hab ich das Kidsart-Projekt in Tansania mit meiner Lebenspartnerin Anita gemacht, wo wir mit mehr als 1000 Kindern gemalt haben, als Pilotprojekt in Kooperation mit dem OFID.

Spireo: was hat es mit dem Welthändedrucktag auf sich?  Du hast mich neugierig gemacht.

Der Welthändedrucktag findet am 21. Juni 2014 bereits zum 6. Mal statt. Die Idee die Verbundenheit aller Menschen über das Wasser mit positiven Gedanken an diesem Tag zu zelebrieren geht um die Welt. Mit dem ehemaligen ORF-Redakteur Ivan Zupa hab ich auch die Vision, dass das Bild von Präsident zu Präsident um die Welt geht und jeder mit seiner Unterschrift die Verbundenheit in Frieden besiegelt und das Bild dann z.B. im UNO-Gebäude in Wien ausgestellt wird als dauerhaftes Zeichen für Verbundenheit in Frieden. Frieden schafft man nicht mit Gewalt und Kriegen, sondern nur jeder einzelne Mensch in seinem Inneren durch friedvolle Gedanken und friedvolles Handeln.

Unten Interview mit Werner Szendi anlässlich des Welt-Händedrucktages

Unity – die Einheit aller Menschen über alle Religionen hinweg ist ein zentrales Anliegen von mir. Wenn endlich alle verstehen, dass wir alle miteinander verbunden sind, dass alles was wir anderen antun eigentlich uns selber antun, dann wird endlich dauerhaft Friede sein.

Im Projekt Alice unterstütze ich ein selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung für Menschen mit Down-Syndrom. Ich glaube, dass behinderte Menschen – auch wenn sie in vielen Kulturen am Rande der Gesellschaft leben – eine besonders wichtige Aufgabe auf unserem Planeten erfüllen: uns Menschen bedingungslose Liebe zu lehren!“

 

Werner Szendi: Wasserkristall
Werner Szendi: Wasserkristall

Spireo: Wie ich gesehen habe, hat Dich der Gedanke sehr berührt, über das Wasser mit allen Menschen verbunden zu sein. Man könnte auch sagen: wir atmen alle die gleiche Luft. Hat das Symbol „Wasser“ eine besondere Qualität? Welche?

Die Erde ist zu 70% mit Wasser bedeckt. Auch in der Luft ist Wasserdampf enthalten und Schnee und Eis ist Wasser in gefrorenem Zustand. Der Mensch besteht zu 70% aus Wasser. Wasser verbindet uns alle – Menschen, Tiere, Pflanzen, Mineralien. Wasser ist Energie und Leben. Wasser ist auch Informationsträger und nimmt sowohl negative als auch positive Informationen auf und gibt sie weiter. Deshalb sollte man immer mit positiven Gedanken der Liebe Wasser trinken oder Wasser segnen bevor man es trinkt, denn genau diese Information gibt man seinen Körper.

Der Welthändedrucktag (World Handshake Day) am 21. Juni soll weltweit ein Symbol der Verbundenheit und des Friedens setzen. Weltweit gehen Menschen zum Wasser und senden positive Energie, Liebe, Friede und Dankbarkeit.

Spireo: Was ist das besondere an Symbolen? Was unterscheidet sie von normalen Worten oder Begriffen?

Symbole sind Erkennungsmerkmale die eine Vorstellung bzw. Idee in ein Sinnbild verwandeln, deren Kraft und Bedeutung weit über die von Worten und Zeichen hinausgeht. …

 

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

 

Werner Szendi: Goldspirale
Werner Szendi: Goldspirale

Werner Szendi

Website: www.szendi.at

 

Xing: https://www.xing.com/profiles/Werner_Szendi

 

Gespräch mit Maler Werner Szendi was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Interview mit Erfolgsautorin Nina Nell

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Nina Nell

Liebe Nina Nell, Sie sind eine junge, aber schon jetzt sehr erfolgreiche Autorin. Sie haben eine Reihe von Büchern geschrieben, die als Sachbuch in Romanform gelten dürfen – die Euphoria-Romane; sowie die Euphoria Sachbücher. Thema Ihrer Texte ist Selbstverwirklichung, Selbstfindung.. Wie der Titel Euphoria schon sagt, geht es Ihnen darum, mit Spass und Kreativität produktiv zu werden, und um Methoden, eine positive und Glück-bringende Lebens-Euphorie zu erreichen. 

Verblüffenderweise präsentieren Sie hierzu Möglichkeiten, die auf spielerische Weise in das Leben eingebaut und ausprobiert werden können. Ein unkonventionelles Konzept, das ganz offensichtlich Ihren zahlreichen Lesern gefällt, und das zum Ausprobieren anregt. 

Darüber hinaus gestalten Sie Artwork, modellieren, in einem Wort: sind kreativ auf vielen Ebenen…

Spireo: Sie sind eine erfolgreiche Schriftstellerin von inzwischen 5 Büchern. Wie schreiben Sie Ihre Texte? Mit der Schreibmaschine? Mit dem Computer? Oder nutzen Sie noch andere Medien?

Ich schreibe meine Texte mit dem Computer, um genauer zu sein auf meinem Netbook. Das ermöglicht es mir mein Arbeitswerkzeug oder Lieblingsinstrument, wie ich es nenne, überall mit hinzunehmen, da ich mich zum Schreiben gern zurückziehe. Auf meinem Netbook habe ich alle meine bisherigen Bücher geschrieben.

Spireo: Sie verlegen ihre Bücher im Selbstverlag Book on Demand. Welche Vorteile hat das für Sie?

Einige. Ich muss zum Einen nicht darauf warten, dass ein Verlag sich für die Veröffentlichung meines Buches entscheidet. Das spart eine Menge Zeit und ich kann meine Bücher dann veröffentlichen, wann ich es will. Ich kann mir selbst Zeitlimits setzen, kann selbst entscheiden welche Werbung für meine Bücher gemacht wird usw. Ich habe alles selbst in der Hand und das gefällt mir gut. Ich bin nicht abhängig von einem Verlag, der entscheidet, ob meine Bücher gut sind. Das entscheiden die Leser und das ist auch gut so. Auf diese Weise der Veröffentlichung hat jeder die Möglichkeit seine Gefühle und Gedanken frei und unverfälscht in Buchform in die Welt zu tragen und sich damit vielleicht seine Träume zu erfüllen.

Spireo: Wie wichtig ist für Sie Kreativität? Es scheint so, als käme man ohne Kreativität ganz gut aus, in dem man Dinge verkauft, die andere sich ausdenken und produzieren, etc…

Kreativität ist meiner Meinung nach sehr wichtig! Sie ist der Ausdruck der Seele und sie steckt in jedem Menschen. Leider haben die meisten Menschen nie gelernt ihrer Seele kreativen Ausdruck zu verleihen, was schade ist, denn Kreativität schafft eine Brücke zur eigenen Seele. Man kann sich selbst durch Kreativität besser kennenlernen, seine Emotionen ausdrücken, Wunden heilen. Es ist etwas Wunderbares, kreativ zu sein – wie ein Gespräch mit dem höheren Selbst. Natürlich kommt man auch ohne Kreativität aus, aber ich könnte mir ein Leben ohne Kreativität nicht vorstellen. Es würde sich leer anfühlen und ich hätte das Gefühl den Kontakt zu mir selbst verloren zu haben.

Spireo: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Spiritualität und Kreativität? 

Eindeutig ja! Wie schon erwähnt bin ich davon überzeugt, dass man durch Kreativität einen Kontakt zu sich selbst herstellt, zur eigenen Seele oder dem höheren Selbst. Kreativität kommt direkt aus der Seele/aus dem Herzen. Sie kann nicht aus dem Kopf heraus entstehen. Kreativität ist ein direkter Ausdruck der Seele. Das kann manchmal schmerzhaft sein, wenn man zum Beispiel versucht Trauer auszudrücken. Aber diese Form des Ausdrucks ist heilsam. Man öffnet eine Tür, durch die all die Emotionen hindurch fließen können. Sie dürfen da sein, sie werden angesehen und gelebt. Dadurch kann sich beispielsweise Trauer auflösen, Traumata können gelöst werden. Aber auch der kreative Ausdruck positiver Gefühle ist hoch spirituell, heilsam und in vielen Bereichen wirksam. Durch Kreativität, die direkt aus dem Herzen kommt, findet man in einen Zustand des Friedens, der Liebe bis hin zur Ekstase. Durch diesen Kontakt zu sich selbst können Probleme jeglicher Art gelöst werden. Zum Beispiel ein geringes Selbstwertgefühl oder negative Glaubenssätze. Kreativität stärkt durch den Kontakt zum höheren Selbst, heilt und schafft Frieden. Und man kann sie einsetzen, um die Realität zu gestalten und zu beeinflussen.

Es ist mir schon so oft passiert, dass sich Szenen aus meinen Geschichten in der Realität gezeigt haben, dass ich es schon nicht mehr zählen kann. Wenn ich kreativ bin, ob ich schreibe, male, modelliere oder dichte, kann ich damit bewusst auf die Realität einwirken. Ich habe das ausführlich in meinem Buch „Spiel dich reich!“ beschrieben, das diesen Monat veröffentlicht wird. Kreativität ist also ein großes Thema für mich und ich denke, auch ein großes Thema für die Spiritualität.

Spireo: Worher glauben Sie kommt Kreativität? Was ist die beste Voraussetzung kreativ zu sein?

Kreativität kommt aus dem Herzen/aus der Seele. Ich spüre, was mein Herz zum Ausdruck bringen möchte und tue es einfach. Da spielt der Kopf nur in dem Maße eine Rolle, wie er auf die korrekte Schreibweise achten muss. Ansonsten spricht nur mein Herz.

Meine Einfälle nehme ich also direkt aus meinem Herzen. Dabei achte ich einfach darauf, was mich begeistert, was mich fasziniert und regelrecht entflammt, das, was mich nicht mehr loslässt und drücke es auf kreative Weise aus. Das ist eigentlich alles. Die beste Voraussetzung kreativ zu sein: Hör auf dein Herz!

Spireo: In ihren Büchern gibt es keine religiöse Metaphern. Anders als in anderen Büchern zu ähnlichen Themen. Die Vermutung liegt nahe, daß Sie von Haus aus keine bestimmte religiöse Prägung haben?

Nein, ich bin nicht religiös, lehne aber auch keine Religionen ab. Jeder muss für sich selbst entscheiden, woran er glauben möchte. Ich glaube an keine höhere Instanz, da ich davon überzeugt bin, dass alles eins ist und die einzige hohe Instanz die Ganzheit, also wir selbst sind. Wobei auch jedes Individuum diese Ganzheit repräsentiert und in sich trägt. Deshalb spreche ich auch in meinen Euphoria-Romanen davon, dass jeder Mensch göttlich und grenzenlos ist.

Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch erkennen sollte, wie großartig er tatsächlich ist. Hinter all den Masken, die wir täglich tragen, stecken Götter. Mit Euphoria wollte ich die Menschen dazu animieren die Masken abzunehmen und das Göttliche in sich zu erkennen und zu leben. Selbstbewusst und mit erhobenem Kopf durch diese Welt zu gehen, so wie die Götter in Euphoria, und zu erkennen, dass sie nicht klein oder unbedeutend sind, sondern groß, leuchtend und ein einzigartiger Ausdruck der Ganzheit.

Spireo: Woher kommt diese starke Bezogenheit auf das Innere, auf Fragen zu Sinn und Wegen des Selbst? 

Ich hatte diese starke Bezogenheit auf das Innere schon immer. Schon als kleines Kind habe ich mich gefragt, was der Sinn des Lebens ist, warum die Welt so ist, wie sie ist und warum das Leben so läuft, wie es nun mal läuft und nicht anders. Als Teenager habe ich angefangen Bücher darüber zu lesen, wie man Einfluss auf das Leben nehmen kann und habe alles studiert, was ich zu Thema Realitätsgestaltung, Bewusstwerdung und Spiritualität in die Finger kriegen konnte. Ich wollte das Leben und die Welt verstehen, doch vor allem wollte ich das Sein selbst  verstehen. Dieser Drang nach Wissen hat mich zu vielen Erkenntnissen geführt, die mir im Leben sehr geholfen und mich weitergebracht haben. Durch diese Erkenntnisreise bin ich nun zu dem geworden, was ich heute bin und ich möchte keine Phase dieser Reise missen, auch wenn sie manchmal schwer und schmerzhaft war. Erkenntnisse sind nicht immer angenehm, aber sie öffnen immer Türen, durch die man hindurchgehen und neue Wege beschreiten kann. Erkenntnisse verändern. Ich bin heute ein ganz anderer Mensch, als noch vor 10 Jahren und ich bin wirklich froh darüber. Ein Leben ohne dieses Wissen kann ich mir gar nicht mehr vorstellen.

Spireo: Von Ferne gesehen scheint es so, als ob Nina Nell eine Person ist, die nur die Dinge tut, die sie tun möchte. Man möchte Sie darum beneiden: Sie sind kreativ, erfolgreich, und leben das Leben so wie es Ihnen gefällt. Gibt es dafür Grenzen?

Ja, es gibt Grenzen, allerdings nur jene, die wir uns selbst setzen. So wie ich das sehe, sind sie zum Überwinden da und zu sonst nichts. Ich bin nicht perfekt und habe, so wie jeder andere Mensch auch, mit Grenzen wie alten und sehr hartnäckigen Glaubenssätzen zu tun, mit Ängsten, die mich hemmen, Wut, die mich lähmt und Alltagsproblemen, die jeder kennt. Manchmal weiß auch ich nicht, wie ich mit Situationen umgehen soll und bin überfordert. Aber das sind alles Dinge, durch die man sich weiterentwickelt und so betrachte ich sie auch.

Natürlich versuche ich mir das Leben so zu gestalten, wie ich es haben will und die meiste Zeit gelingt es mir auch, aber manchmal erschaffe ich mir auch Mist, den ich wieder gerade biegen muss. Nachdem ich ihn akzeptiert habe, natürlich. 😉

Dass ich nur Dinge tue, die ich tun möchte, liegt zu einem großen Teil an meiner Betrachtungsweise. Meine Steuererklärung möchte ich zum Beispiel nicht machen, aber die muss ich machen, also versuche ich die Dinge, die unumgänglich sind, anders zu betrachten, damit ich anders an sie heran gehe und sie nicht als eine Qual oder Last empfinde. Das macht das Leben sehr viel leichter.

 Spireo: Haben Sie noch genug Träume? Sie scheinen ja alle sofort umzusetzen …

Ja, ich habe immer Träume. Und wenn es nur die Träume sind, ein neues Buch zu schreiben und zu veröffentlichen.

Ich träume zum Beispiel auch davon, dass meine Geschichten irgendwann verfilmt werden. Träume gehen mir nie aus. Wenn einer verwirklicht ist, rückt der nächste nach. Träume machen das Leben interessant. Sie zeigen einem, wo man hin möchte und geben einem die Möglichkeit Grenzen zu sprengen. Ich glaube auch, dass sie bei der persönlichen Entwicklung helfen. Außerdem bereichern sie die Welt.

Menschen, die träumen, verwirklichen wunderbare Dinge. Große Geschichten der Weltliteratur, die Menschen auf der ganzen Welt begeistern, wären nie entstanden, wenn nicht zuvor jemand einen Traum gehabt und diesen verwirklicht hätte. Die Welt würde sich ohne Träume nicht weiterentwickeln. Deshalb sind Träume wichtig. Und ich wünsche mir, dass sie auf dieser Welt niemals ausgehen. Wer träumt, hat eine Vision von der Zukunft und wer glaubt, hat die Kraft, sie Realität werden zu lassen. Ich werde also immer Träume haben. Manche lassen sich schnell umsetzen, andere brauchen Zeit. Aber sie treiben das Leben an und erhalten das Feuer der Motivation und Lebensfreude aufrecht.

Spireo: In Ihrem Buch „Euphoria das Spiel“ ist eine ihrer Kernthesen, dass jedermann sein Leben nach den eigenen Wünschen ausleben sollte. Der Titel „Euphoria – das Spiel“ suggeriert, dass man sein Leben wie ein Spiel auffassen könne. Viele Menschen halten das Leben für eine sehr ernste Angelegenheit. Gibt es auch Grenzen für dieses Spiel?

Nun, manchmal ist das Leben eine sehr ernste Angelegenheit und manchmal macht es wirklich keinen Spaß. Dass das Leben Spaß macht und man es so gestaltet, wie man es haben möchte, ist der Idealfall. Dieser kommt dann zu Stande, wenn man auch das Negative als zum Leben dazugehörig betrachtet. Zu glauben, dass das Leben ausschließlich positiv verlaufen muss, ist ein Trugschluss, der aus dem polaren Denken von Gut und Schlecht kommt. Wenn man nichts mehr als positiv oder negativ betrachtet, fällt der Ernst des Lebens weg und das Leben wird tatsächlich zu einem Spiel. Es ist wie eine Art Strategiespiel, in dem man die Ursachen nur richtig setzen muss, um die gewünschte Wirkung zu erziehen. Dabei geht es darum, nicht die Wirkung zu erzwingen, sondern die richtige Ursache zu setzen. Den Rest macht das Leben von allein. Das zu verstehen, zu trainieren und umzusetzen ist das Spiel des Lebens – Euphoria.

Spireo: Unsere Kultur enthält viele Hinweise darauf, dass man auf dem Boden der Realität zu bleiben hat. Mir fallen sofort drei Poptitel ein, die sich um zerbrochene Träume drehen, Selbsttäuschung, sich zurücknehmen. Muss man den Menschen erst wieder beibringen das Leben wie ein Spiel aufzufassen?

Ja, meiner Meinung nach schon. Den Menschen wurde schon immer suggeriert, dass sie klein, unbedeutend und machtlos sind, dass sie keinen Einfluss auf ihr Leben haben, dass Glück etwas ist, das von „oben“ entschieden wird, dass sie es nicht verdienen glücklich und reich zu sein, wenn sie nicht dafür „arbeiten“ usw. Solche Suggestionen sind wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst und sie sind nur dazu erschaffen worden, um die Menschen klein zu halten. Ich denke, es ist an der Zeit zu erkennen, dass sie alle falsch sind und dass jeder Mensch aus dieser Lethargie auferstehen kann, wie Phönix aus der Asche. Was ist falsch daran abzuheben und auf den Wolken zu tanzen und alles einzufordern, was einen glücklich macht? Dazu hat jeder Mensch das Recht und die Macht.

Ich denke, es ist unser Geburtsrecht uns zu entfalten und für diese Entfaltung alles zur Verfügung zu haben. Das ist auf dieser Welt natürlich schwer, weil viele Menschen in Verhältnissen leben, die es ihnen unmöglich machen, sich zu entfalten und auszuleben. Aber genau hier setzt ja die Realitätsgestaltung ein. Menschen sollen daran erinnert werden, dass sie Einfluss auf diese Lebensverhältnisse haben und sie so wandeln können, dass sie in der Lage sind so zu leben, wie es für sie gedacht ist.

Spireo: Welche Gefahren erwachsen aus dem Denken „das Leben ist ein Spiel?“

Ich denke, Menschen könnten auf den Gedanken kommen, dass das Leben nur spaßig und freudvoll zu sein hat und jeder negative Aspekt des Lebens verdrängt wird.

Das ist gefährlich, da alles, was wir verdrängen im Leben gespiegelt werden muss. Dem entkommt man aber durch die Spielregeln in Euphoria, in denen nichts verdrängt, sondern alles akzeptiert werden soll. Eine weitere Gefahr sehe ich eventuell darin, dass das Leben nicht mehr ernst genommen wird und man leichtsinnig wird.  Man sollte das Leben nicht als ein Spiel wie „Mensch ärgere dich nicht“ betrachten, das zu Ende ist, sobald man sein Ziel erreicht hat, sondern als ein Spiel das nie endet und in dem man alle Konsequenzen zu tragen hat. Ich denke, dann können auch keine Gefahren entstehen.

Spireo: Wenn die Menschen die eigenen Wünsche in den Mittelpunkt stellen, ist dann Deutschland als machtvolle Industrienation in Gefahr?

Im Gegensatz zu den Wünschen der Industrienation? Ich denke schon. Aber das möchte ich nicht spieldichreichkleinweiter ausführen, da ich nicht gern über politische Themen rede. Das ist ein großes Streitthema. Aber im Allgemeinen sehe ich keine Gefahr darin, wenn Menschen ihre eigenen Wünsche in den Mittelpunkt stellen. Im Gegenteil. Menschen, die ihren Herzen folgen und sich ihre Wünsche erfüllen, sind glückliche Menschen. Und glückliche Menschen sind zufriedener, kreativer, produktiver, motivierter, voller Energie, Elan, übersprudelnder Ideen und Nächstenliebe. Man stelle sich ein Land voller solcher Menschen vor.

Spireo: In Ihrem Buch „Euphoria das Spiel“ führen Sie aus, dass Dinge die wir uns wünschen, sich uns entziehen, hingegen Dinge und Umstände, die wir mögen, sich in unser Leben einfügen. Drängendes Wollen und Wünschen hält positive Dinge und Umstände aus unserem Leben fern, so wie Menschen, die man verschreckt, wenn man zu direkt und vereinnahmend auf sie zugeht. Dem gemäß wohnt den unbelebten Dingen ein eigener Geist inne?

Man kann es so betrachten, aber im Grunde bestehen die unbelebten Dinge und Umstände aus demselben Geist/Bewusstsein, wie Menschen. Umstände und Dinge, sowie auch Menschen sind Spiegel unseres Selbst. Wenn man etwas wünscht und will, spürt man einen Mangel. Dieser Mangel wird in der Realität gespiegelt und die Dinge, Umstände und Menschen, die man will, entfernen sich gemäß dieses Spiegelgesetzes. Mag oder liebt man Dinge jedoch einfach nur, ohne sie zu wollen, sondern einfach aus dem Gefühl der Freude heraus, weil es sich so wunderbar anfühlt, etwas frei und bedingungslos zu lieben, zieht man es an. Liebe bedeutet Fülle. Durch Liebe verbindet man sich mit den Dingen. Es gibt ein Sprichwort, das da lautet: Was du liebst, rückt dir zu Leibe. Das entspricht vollkommen der Wahrheit. Ich habe es am eigenen Leib schon tausendfach erlebt und unzählige Erfahrungsberichte von Menschen gelesen, die alles bekommen haben, was sie wollten, als sie es nicht mehr gewollt, sondern geliebt haben. Im Grunde ist das der einzige Knackpunkt der Realitätsgestaltung. Die meisten Menschen wünschen und wollen, bis es sie völlig zermürbt. Dabei laufen ihnen die Dinge immer mehr davon. Deshalb lautet mein Rat: Hört auf zu wünschen! Liebt stattdessen. Liebt, bis ihr high vor Glück seid! Dann kommt alles von selbst. Die Schwierigkeit liegt einzig darin, das Wünschen loszulassen.

Spireo: Was ist der Unterschied zwischen dem Geist der unbelebte Dinge bewohnt und dem Geist der Lebewesen innewohnt?

Es gibt keinen Unterschied. Allem wohnt derselbe Geist inne, dasselbe Bewusstsein. Alles ist eins. Wir sind mit allem verbunden. Deshalb glaube ich auch nicht, dass es ein Universum außerhalb von uns gibt, das wir um die Erfüllung unserer Wünsche bitten können. Wir bitten uns im Grunde selbst. Für viele mag es hilfreich sein, etwas außerhalb von sich selbst um etwas zu bitten, da es einem oft leichter fällt an etwas Anderes zu glauben, als an sich selbst. Und oft funktioniert es auch, wenn man fest an diese äußere Instanz glaubt und ihr vertraut, dass sie den Wunsch erfüllen wird. Aber ich glaube, dass wir es selbst sind, die den Wunsch Wirklichkeit werden lassen.

Spireo: Weisheit wird landläufig mit einem höheren Alter verbunden. Wie alt sind Sie (wenn man das fragen darf)?

Sie dürfen fragen. Ich bin im Juli 31 geworden. Ich denke Weisheit und Alter gehen nicht unbedingt Hand in Hand. Es gibt alte Menschen, die sehr weise sind, andere hingegen überhaupt nicht. Genauso ist es mit jungen Menschen. Was Weisheit ausmacht, ist denke ich ein tiefes Verständnis für das Leben, eine gewisse Weitsicht und Empathie. Das muss nicht unbedingt etwas mit Erfahrungen zu tun haben oder äußerem, weltlichem Wissen. Es geht hier vielmehr um das innere Wissen, zu dem jeder Mensch Zugang hat. Weise Menschen nutzen diesen Zugang.

Spireo: Da Fragen der Weisheitslehre traditionell von Menschen höheren Alters behandelt werden, ist es da immer leicht, mit dieser Thematik ernst genommen zu werden, als jüngerer Mensch? 

Ich habe keine Probleme damit, ernst genommen zu werden. Ich kann Dinge sehen und verstehen, die viele ältere Menschen nicht wahrnehmen und ich denke, das wissen oder spüren alle. Aber wie gesagt, liegt das nicht am Alter, sondern daran, ob man den Zugang  zu diesem höheren Bewusstsein und dem Wissen, den jeder Mensch hat, nutzt oder nicht. Manchen Menschen fällt es leicht ihn zu nutzen, andere müssen ihn erst finden und wieder andere kommen nie in Kontakt damit, weil sie sich damit nicht beschäftigen. Es stimmt schon, dass Weisheitslehren einen höheren Stellenwert bei älteren Menschen haben und das macht mir oft einen Umgang mit gleichaltrigen Menschen schwer, da mich ganz andere Themen interessieren. Aber ich versuche Menschen zu finden, die ähnlich „ticken“ wie ich und die gibt es in jeder Altersgruppe.

Spireo: An welchem Ort möchten sie am liebsten sein?

Ich lebe in Hannover, aber ich würde gern an viele Orten sein. Ich plane zur Zeit meinen Umzug in den Süden. Dort würde ich entweder gern am Bodensee oder im Schwarzwald leben. Allerdings zieht es mich auch in die Schweiz oder nach Osterreich. Überall dorthin, wo es schöne Natur gibt. Ich werde mir dort irgendwo ein Haus kaufen, denn in der Ruhe der Natur kann ich am besten schreiben. Stadtgeräusche und städtisches Getummel stören mich sehr und ich versuche es möglichst zu vermeiden zu viel davon um mich zu haben. Vermutlich wird man mich bald irgendwo in der Wildnis auf einer Lichtung finden, in einem hübschen, weit abgelegenen Häuschen, in meinem Schreibzimmer sitzend, das Netbook auf dem Schoß und mit den Gedanken ganz weit weg.

Spireo: Was sind Ihre neuesten Projekte?

Emilia1CoverMein neuestes Projekt ist „Emilia“ – ein Roman über die Polarität. Hier geht es um Gut und Böse und

den nie enden wollenden Kampf der Gegensätze. Erkenntnisse wie „Alles ist eins“ werden hier in eine spannende Fantasygeschichte verpackt, in der es um eben diese Gegensätze geht und darum, wie Frieden geschaffen werden kann, indem sie eins werden. Hauptprotagonistin ist „Emilia“, die beide Gegensätze in sich vereint. Ihre Aufgabe und ihr Schicksal ist es, diese Gegensätze auch in der Welt zu vereinen und damit den Kampf der Pole zu beenden. Es ist mein großes Herzensprojekt, an dem ich schon sehr lange arbeite.

Zu diesem Projekt ist bereits die Vorgeschichte namens „Aina – Herzorgasmus“ erschienen. Ein Herzorgasmus ist hier als ein Gefühl von Ekstase zu verstehen – dem direkten Ausdruck von Einheit.

Auch arbeite ich noch an den Kinderbüchern zu Euphoria und diversen Bildbänden.

 

Link zu Nina Nell  

Webseite von Nina Nell

 

 

 

 

Interview mit Erfolgsautorin Nina Nell was last modified: Oktober 16th, 2015 by Henrik Geyer

Christina Holsten: Interview mit Christina Holsten

Christina Holsten

Christina Holsten ist eine bekannte Hörbuch-Sprecherin und Sängerin, die für diverse Medien tätig ist. Zusätzlich sucht und findet sie Erfüllung als Designerin und Malerin, macht Ausstellungen, Veranstaltungen, und und und. Wir haben Sie zu ihrer Person, sowie ihrem Zugang zu Spiritualität befragt.

Einige Stichworte zu Christina Holsten: Sich ausprobieren, etwas wagen, verschiedene Berufe: man könnte sagen, Erfüllung im Außen suchen mit Sängerin, Designerin, Künstlerin (Atelier und Ausstellungen), Sprecherin/Moderatorin, Erfüllung im Innen finden: Leitung Praxis und Veranstaltungszentrum Kokoro in Hamburg

Stichworte inhaltlich: Sternzeichen Waage, Balance und Harmonie mit dem Feuer des Schützen im Aszendenten, Neugierig, auf der Suche, Selbstfindung, spirituell, an der Aufrichtung und der Selbstbestimmung des Menschen interessiert, künstlerisch, Schöngeist

 

Spireo: Christina Holsten, auf unserer Seite Spireo besprechen wir insbesondere Wege der Selbstfindung durch Spiritualität. Für immer mehr Menschen ist Spiritualität ein wichtiger Lebensbestandteil. Eckhart Tolle spricht gar von einer einzigartigen neuen Chance für die Welt und deren Weiterentwicklung bzw. Fortbestehen, wenn immerwährendes Wachstum irgendwann an seine Grenzen stößt. Hierzu müssen die (z.T. altbekannten) spirituellen Weisheiten auf einem neuen Niveau des Wissens, des Austausches und der Aufgeklärtheit angewandt werden. Was ist Ihre Auffassung von Spiritualität und dessen Stellenwert?

spontan assoziiere ich Spiritualität mit dem engl. „open minded“, „geöffneten Geistes“ sein. Diese Öffnung, gepaart mit Achtsamkeit und einer sensiblen und wachen Wahrnehmung macht möglich, etwas hereinzulassen und dieses „etwas“ in irgendeiner Form zu bemerken. Das ist für mein Empfinden eine Grundhaltung um zu lernen, das BewußtSein zu schulen, sich zu entwickeln. Spiritualität ist eine Annahmehaltung im Sinne von „eine bestehende (sinnvolle) Ordnung anzuerkennen und sie anzunehmen. Die Qualität von Hingabe schwingt dabei mit, Empfänglichkeit also.

Spireo: Sie haben unter anderem eine Ausbildung für geistiges Heilen durchlaufen – wie muss man sich das vorstellen?

Das stellt man sich am besten als Schulungsweg vor. Als Weg der Entwicklung, der Reflektion, als Weg, die innere Wahrnehmung zu schulen, auch die der sinnlich-sensitiven Wahrnehmung. Das ist eng verknüpft mit dem eigenen Entwicklungsweg. Vielfach ist es ein „Entrümpeln“, ein Verstehen, ein Umarmen, ein Vergeben, ein Klären der verschiedenen Körperhüllen. Ein Ent-traumatisieren, ein Freischalten von gestörten Verbindungen, ein Sich-aufrichten, ein Sich-kennenlernen, ein Sich-verwalten, seine eigene Kompetenz erkennen und schließlich leben. Ein Weg der Integration in die innere und äußere Größe.

Und das dann eben zusammen mit der Geistigen Welt. Mein „Ausbildungsziel“ war die Geistige Wirbelsäulenaufrichtung / Atlasausrichtung. Das hat mich besonders interessiert und das übe ich auch aus. Die Aufrichtung des Menschen in seine Größe hinein ist ein spannender Prozess …

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

 

 

 

Profile:
Christina Holsten
Zentrum Kokoro

Christina Holsten: Interview mit Christina Holsten was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer