Man sieht nur mit dem Herzen gut. Die Bedeutung dieses wunderbaren Zitates

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Woher kommt das Zitat „Man sieht nur mit dem Herzen gut?“

„Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Dieses Zitat entstammt dem Büchlein „Der kleine Prinz“, von Antoine de Saint-Exupery, einem Kinderbuch, das philosophische Sichtweisen mit Einfachheit und Schlichtheit verbindet. Übrigens sind auch die Illustrationen des Büchleins, die der Autor selbst gemacht hat, gleichzeitig schlicht und schön. Es ist ein wunderbares Büchlein für Kinder, denn es ist verständlich, aber alles andere als dumm. Man kann also viel daraus lernen.

Zitat: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. (Antoine de Saint-Exupery)

Wie kann das Herz sehen?

Die intuitive Wahrheit, die in dieser bekannten Textzeile steckt, ist, dass es ein Wissen gibt, dass nicht im Außen zu sehen ist, nicht im Außen nachweisbar ist. Es ist nicht messbar, die Menschen können sich also schlecht „darüber“ unterhalten; wie es sei, wo es sei. Und dennoch ist es da.

Es ist die Wahrheit des Innen. Es gibt diese Wahrheit, auch wenn unsere so kluge materialistische Zeit meint, Wahrheit müsse in einem Außen nachweisbar sein, sonst sei es keine Wahrheit. Sondern „nur“ ein Gefühl, ein Ahnen, eine metaphysische Anwandlung – und welche Worte es dafür noch geben mag.

Aber, die Menschen wissen dennoch, trotz all dieser „Vernunft“, dass die Wahrheit zuerst in ihrem Innen ist. Die schlichte Aussage des Zitates ist, diese Wahrheit zu achten. Dadurch ist das Zitat so populär. Der Rat ist: Schalte nicht ständig den Kopf ein! Höre auf dein Innen! Die für dich wichtigen Wahrheiten findest du hier – in deinem Herzen.

Man muss die Augen schließen!

Wenn das Herz denken kann, und das Herz sehen kann (und man darf diesen Satz ruhig wörtlich nehmen)… täuschen uns dann unsere Augen? Sehen sie nicht gut? Der Dichter sagt „ja“. Sie sehen tatsächlich nicht gut. Sie sehen nur, worauf sich alle Menschen  „einigen“ können – das Außen. Die Wahrheiten des Innen, die uns meist viel wichtiger sind, sind eben nur dem Herzen sichtbar. Auf sie kommt es an. Wir müssen die Augen schließen, sonst können wir die Wahrheiten des Herzens nicht wahrnehmen. Sondern, wir würden wie gebannt auf die Phänomene des Außen starren.

Es gibt ein weiteres, schönes Zitat aus dem Roman „Der Golem“, welches die spirituelle Erfahrung der inneren Wahrheit beschreibt:

Jahrelang hatte ich den irrigen Grundsatz der Maler, man müsse die äußere Natur studieren, um künstlerisch schaffen zu können, stumpfsinnig nachgebetet und befolgt; erst, seit Hillel mich in jener Nacht erweckt, war mir das innere Schauen aufgegangen: das wahre Sehenkönnen hinter geschlossenen Lidern, das sofort erlischt, wenn man die Augen aufschlägt, – die Gabe, die sie alle zu haben glauben und die doch unter Millionen keiner wirklich besitzt.
Gustav Meyrink

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Man sieht nur mit dem Herzen gut. Die Bedeutung dieses wunderbaren Zitates was last modified: Mai 17th, 2016 by Henrik Geyer

Herz und Verstand. Was bedeutet es, auf „das Herz zu hören“?

Metropolis - Mit Herz und Verstand zum Tun

ohne Herz und Verstand: kopfgesteuert aber uninspiriert

Kopfgesteuert aber uninspiriert – so könnte man unsere heutige Welt bezeichnen. Herz und Verstand sind nicht vereint. Magisches Denken, Wissen um das Nichtwissen („Ich weiß, dass ich nichts weiß“, Cicero), liegt uns nicht mehr. Denn wir meinen, die Welt sozusagen fast völlig erkannt zu haben.

Aber – was aber ist dann dieses geheimnisvolle „Auf das Herz hören?“ Was sind Zufall, was sind die Dinge, die wir nicht wissen können? Obwohl unsere Welt scheinbar bis in das letzte Atom erkannt ist, begleiten uns Rätsel auf Schritt und Tritt. Wir können sie vor lauter Wissen nur nicht mehr sehen.

Wir glauben, der Geist sitzt im Gehirn – das Gehirn assoziieren wir mit Denken. Inspiration tritt auch im Geist auf – wiederum ist Inspiration dem Denken unerklärlich. Inspiration kann man sich nicht ausdenken. Ganz offenbar stößt hier unsere Vorstellung von „unserem Denken“ an die Grenzen seiner selbst.  Das Rätselhafte, das Unerklärliche, mag man es Inspiration nennen, mag man es Unterbewusstes nennen – es bleibt rätselhaft und unerklärlich.

Was bedeutet „höre auf dein Herz“? Wo und wann hört man das Herz?

Daher sagt man mit Recht: „Höre auf dein Herz“ – und bezieht das Rätselhafte, das nicht Begründbare, in eine scheinbar rationale Entscheidung ein. Man meint damit: „Fühle, welchen Weg du gehen willst. Beziehe Vorahnungen in deine Entscheidung ein. Erklär es nicht. Nimm deine Zuneigungen und Abneigungen ernst. Nimm ernst, was du über Gut und Böse weißt. Herz und Verstand müssen eine Einheit sein.“

Aber andererseits: Was man über Gut und Böse weiß, vielleicht aus Märchen – was soll das bei rationalen Entscheidungen helfen? Wäre das nicht naiv? Wäre es nicht besser, noch genauer zu überlegen?
Nein, denn genaueres Überlegen führt nicht zu mehr Wahrheit. Es ist eben falsch, den Menschen als ein durch und durch rationales Wesen zu sehen. Es ist das, was wir auf dieser Web-Seite immer wieder schreiben: Das Denken IST die Realität, nicht eine Spiegelung einer äußerlichen Realität. Mithin ist alles, was wir über uns sagen können, also auch unsere Gefühle, unsere Werte, Teil unserer Realität. Einer Realität, die ihre Wurzeln im Unendlichen hat. Die Wurzeln liegen nicht in einem Kleinsten, nicht weiter Spaltbaren, und somit Erkennbaren. So gesehen würden wir gegen die eigentliche Realität handeln, klammerten wir Gefühle aus.
Es ist vernünftiges, intuitives Wissen, dass man auf das Herz hören muss – dieses Wissen geht in unserer materialistischen Zeit nur ein wenig unter, und wird oft gar nicht als Wissen gesehen.

Mittler zwischen Hirn und Hand muss das Herz sein.

Ein berühmter Film, der den Zusammenhang zwischen kopfgesteuertem, materialistischem Denken, und menschlichem Mit-Fühlen, thematisiert, ist „Metropolis“ von Fritz Lang.
Der Science-Fiction-Riesenstadt Metropolis droht der Untergang, weil sie sich dem Wahn der Machbarkeit, der äußersten Effektivität verschrieben hat, ohne das Menschliche in die Überlegungen einzubeziehen. Die Oberstadt der Reichen und Intellektuellen (Kopf) will mit der Unterstadt der geknechteten Maschinenarbeiter (Hand) nichts zu tun haben. Nur Oberstadt und Unterstadt zusammen sind Metropolis – doch der gedankliche Gegensatz lässt beide Teile zu Feinden werden – und bedroht die Existenz des Ganzen. Erst der gefühlvolle Held des Films ist in der Lage, durch Menschlichkeit beide Lager zu verbinden.

Der letzte Satz in Metropolis (weil es ein Stummfilm ist, wird der Satz auf eine Tafel geschrieben ins Bild gebracht), ist: „Mittler zwischen Hirn und Händen  muss das Herz sein.“ Mit Hirn ist die Oberstadt gemeint, mit Hand die Unterstadt. Und der Mittler, also das Herz, ist im Film der jugendliche, gefühlvolle Held.

Metropolis - Sakrales.
Metropolis – Sakrales. Mit Herz und Verstand zum Tun

 Tun mit Herz und Verstand – wie innen  so außen

Der Film ist auch ein schönes Beispiel für ein Gleichnis, dass uns bewusst macht, dass für das Große (die Stadt), das Gleiche gilt, wie für das Kleine (den einzelnen Menschen); der Film versinnbildlicht auf vielen Ebenen die hermetische Weisheit: Wie oben so unten. Wie innen so außen (man könnte auch sagen: Unser Innen IST unser Außen)

Der bildgewaltige Film verbindet auf eindrucksvolle Weise Sakrales mit Science Fiction, intuitives Wissen mit Wissenschaft. Er macht verständlich, dass menschlich-Sinnvolles nur ganzheitlich entstehen kann – mit Herz UND Verstand, denn man kann beides nicht trennen.

Herz und Verstand. Was bedeutet es, auf „das Herz zu hören“? was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer