Macht der Gedanken

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Macht der Gedanken ist unbegrenzt. Alles ist Geist.Aber Macht über die eigenen Gedankenzu gewinnen, das ist schwer.

Welche Macht haben die Gedanken? Sind sie allmächtig oder begrenzt? Haben Gedanken die Macht Realität zu erschaffen? Über die Macht der Gedanken.

Macht der Gedanken – Spirealismus

In diesem Blog schreibe ich immer aus der Sicht meiner Philosophie – des Spirealismus. Der Spirealismus sieht als die Quelle der Realität die Gedanken an. Allerdings sind nicht (nur) die Gedanken im menschlichen Kopf gemeint – sondern Gedanken verstanden als ein umfassendes, Welten erschaffendes Konzept.

Während also andere kompliziert umschreiben müssen, warum und wie Gedanken Macht haben (wo doch der materialistischen Sichtweise zufolge die „eigentliche“ Realität von dem objektiven Außen ausgeht, also nicht von Gedanken), kann der Spirealist aus tiefster Überzeugung sagen: die Gedanken haben alle vorstellbare Macht. Sie können jede Form annehmen und bringen auch unsere Welten hervor.

Der Spirealismus drückt es so aus: Unsere individuellen Gedanken „von“ der Welt, und „die Welt“, sind eins.

individuelle Wahrheit

Die eigene, individuelle Wahrheit kann von der äußerlichen, die durch einen Abgleich (Kommunikation) entsteht, abweichen. Diese innere Wahrheit zu suchen, zu formen, zu schützen und die Wahrheit nicht nur im Außen zu suchen – das ist der Weg, den eigenen Gedanken zu Macht zu verhelfen. In spirituellen Lehren und in Religionen bedeutet das: sich auf das eigene Geistige zu fokussieren. Die Gedanken auf etwas ruhen lassen. Beten. Kontemplation.

Das hat keine Realität? Doch. Zunächst einmal für uns selbst. Und die eigene Realität ist alles, worüber wir je sprechen können. Die eigene Realität formt auch die Realität anderer – denn wir sind verbunden. Über das, was wir tun, wie das, was wir sagen, (und all dies auf Grund unserer inneren Wahrheiten) formen wir die Welten anderer.

Weiterlesen: Das Denken ist die Realität – und nicht: das Denken erzeugt Realität

Die Macht über die eigenen Gedanken ist begrenzt

Die Gedanken haben einerseits eine umfassende Macht.  Andererseits bedeutet das spirealistische Konzept auch, dass unsere Macht über die eigenen Gedanken begrenzt ist. Dass die Grenzen im Denken liegen. Warum? Weil jeder Begriff den wir fassen, in seiner Definition, begrenzt ist.

Hier liegt ein Widerspruch innerhalb materialistischen Sichtweise. Einerseits wird die Macht der Gedanken im Allgemeinen als groß angesehen. Andererseits betrachtet man die Gedanken im Materialismus als völlig frei. Die Gedanken seien das freie Element, die Festlegungen hingegen bestünden im Außen, in der Materie. Diesem Widerspruch kann man sich innerhalb der materialistischen Sichtweise nicht entziehen.

Doch, je mehr wir lernen, Macht über unsere Gedanken zu gewinnen, umso mehr können wir unsere Welt in Gedanken gestalten. Macht über unsere Gedanken zu gewinnen, das bedeutet auch achtsam zu beobachten, wovon sie abhängen, wie sie immer neue Formen erschaffen.

Begrenztheit der Macht über eigene Gedanken – Beispiele

Mancher wird sagen: Die Macht über die eigenen Gedanken soll begrenzt sein? Ich kann doch jederzeit denken was ich will, und in der Folge tun was ich will!

Der berühmte Philosoph Schopenhauer sagte einmal:

„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“ (Schopenhauer)

Das bedeutet, dass, wenn der Mensch bereits in seinem Wollen und Nicht-Wollen nicht frei ist, wenn er darin begrenzt ist, ist auch sein Tun nicht frei. All das, was der Mensch will, geht aus von seiner inneren Logik. Um es in eine populäre Sprache zu bringen: ob er das Glas halb voll oder halb leer sieht, bestimmt, wie er handelt. Insofern ist er nicht frei.

Und … die Gedanken führen ein Eigenleben – meist bemerken wir es nicht. Wir rechnen den Lauf der Gedanken vielmehr unserem Wollen zu.

Nietzsche sagte:

„Es denkt.“

Gute Gewohnheiten, schlechte Gewohnheiten

Man kann die Ohnmacht über die eigenen Gedanken auch daran erkennen, wie wenig es uns möglich ist, von (schlechten) Gewohnheiten zu lassen – gemeint sind alle Arten von Sucht, zu schnelles Fahren, zu viel Essen, etc..

Gemeint sind aber auch die von uns so apostrophierten „guten“ Gewohnheiten des Denkens und Handelns – was zurückführt auf das obige Schopenhauer-Zitat. Auch sie halten uns natürlich in einer bestimmten Realität fest, nur dass wir bei den sogenannten guten Gewohnheiten sagen werden, sie seien unserem freien Willen entsprechend so, wie sie sind.

 

Fazit:

Die Macht der Gedanken ist unbegrenzt. Alles ist Geist.

Die Macht über die eigenen Gedanken zu gewinnen ist hingegen schwer. 

 

Siehe auch: Artikel Definition der Freiheit. Ist Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden?

Ähnliches Thema: Sind die Gedanken bei den Dingen? Ist das Denken von den Dingen gleich den Dingen?

Macht der Gedanken was last modified: April 2nd, 2016 by Henrik Geyer

Worte. Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe

Worte. Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe

Beschreiben Worte und Begriffe die Welt … richtig?

Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe

Im Artikel um das Alles und das Nichts habe ich dargelegt, welch fundamentalen Unterschied es in der Auffassung dieser Worte geben kann. Ich habe zugleich dargelegt, warum unter spirealistischem Sehen das Alles (das All, das Universum, der Kosmos) eine Möglichkeit ist, keine Notwendigkeit.

In dem Artikel ging es um die bombastischen Begriffe „das Alles“ und „das Nichts“ – es stellt sich, nachdem diese Begriffe besprochen wurden, die Frage, inwieweit man in der Betrachtung von Worten etwas über die Realität aussagen kann.

In diesem Artikel möchte ich darlegen, warum es unsere Vorstellungen / Worte, und unsere Realität, eins sind.

Das sind doch nur Worte!! Worte als Denkgrenzen

Viele sagen aus der Logik der materialistischen Weltsicht: „Das sind doch alles nur Worte!!! Und derjenige, der sich um die Worte sorgt, ist ein neumalkluger Formalist ohne Bezug zur Realität! Worte beschreiben die Realität nur!“

 

Doch gerade am Beispiel der zwei Worte „alles“ und „nichts“ lässt sich zeigen, was ich bereits in anderen Artikeln darlegte: die Worte halten uns in einer bestimmten Realität fest. Sie sind nicht Mittel, Informationen über die Realität auszutauschen, sondern erzeugen selbst unsere Realität.

Ein Beispiel: wenn die spirealistische Auffassung von dem Bedeutungsinhalt der Worte Alles und Nichts in so dramatischer Weise von der materialistischen unterscheiden, wie ich das in dem anderen Artikel beschrieb … wie kann ich das kommunizieren? Mit Hilfe der Worte, mit denen ich angeblich alles beschreiben kann, müsste das doch möglich sein!

Doch: Einerseits will ich etwas ausdrücken, das der materialistischen Erfahrung zutiefst widerspricht. Etwas, das ich mit „alles“ oder „nichts“ eigentlich nicht ausdrücken möchte. Andererseits bin ich auf die Worte „alles“ und „nichts“ angewiesen – es sind sehr zentrale Worte der deutschen Sprache. Kann man ohne sie auskommen? Nein.

Ich kann mit diesen Worten nichts ausdrücken, was so begriffen werden soll, wie ich das wünsche. Sondern ich kann nur ausdrücken, was die Menschen begreifen, wenn sie diese Worte hören.

Wer diese Worte hört, hat die widersprüchliche Auffassung des Materialismus im Kopf. Er begreift nur den erlernten Wortinhalt, nichts anderes. Das Wort selbst, im Zusammenhang mit den Denkvoraussetzungen, die es in sich trägt, ist uns daher eine kaum überwindbare „Denkgrenze“.

Daraus erklärt sich, warum das Platosche Paradox, von dem in „Was ist das Nichts?“ die Rede war, zwar seit Jahrtausenden bekannt ist, aber dennoch der Erklärung harrt.

Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.

Man kann das eben Gesagte auch als andere Formulierung des Einstein-Zitates »Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.«, sehen.

Wenn das, was wir beobachten können, mit unseren Theorien über eben das zusammenhängt, was wir (aus dritter Position) zu beobachten glauben, dann schließt sich ein Kreis. Das, was Einstein für die Quantenmechanik sagte, trifft ebenso gut auf jeden Lebensbereich zu. Ich formuliere es daher allgemeiner: „Was wir über etwas wissen, entscheidet darüber, als was wir es sehen.“ Und nun bedenke man, dass man ganz verschiedenes Wissen haben kann.

Die Worte wirken nicht nur auf unsere Realität irgendwie zurück – sie sind die Realität.

Bei Worten wie „alles“ und „nichts“ scheint es anders zu sein – wir sehen sie nicht als Teil einer unbewiesenen Theorie, sondern als feststehend, statisch, unbestreitbar. Wir benutzen sie ständig – will man uns unterstellen, wir wüssten nicht, was sie bedeuten? Doch andererseits – wer glaubt, diese Worte seien tatsächlich unbestreitbar, der lese sich den genannten Artikel „Alles und Nichts“ noch einmal durch.

Die Statik der Wortzusammenhänge überwinden – Neulernen

Die Worte „alles“ und „nichts“ stehen nicht für sich allein, sondern sie sind verbunden. Sie bilden eine unumstößliche Statik, mit allen den anderen Worten, die wir verwenden, allen anderen Vorstellungen, die wir haben.

Wie also könnte man die Denkgrenze überwinden, die in den Worten liegt?

Indem man die alten Begriffe und Bedeutungen vergisst, und sie neu lernt.

Doch wer will das tun? Aus der materialistischen Sicht erscheint nur das eigene Weltbild real.  Es ist das scharf eingestellte Fernsehbild des anderen Beitrages „Alles und Nichts“. Demzufolge muss jedes andere Weltbild ein wenig absurd wirken – warum sollte man ein „erwiesenes“ Weltbild aufgeben, zugunsten eines absurden?

Die Statik des Begreifens festigt sich selbst

Worte sind nicht „nur Worte“, die eine davon unabhängige, eigentliche Realität, abbilden. Sondern sie selbst sind die Realität – und die Realität festigt sich selbst; hält uns in der Realität fest.

Siehe auch der Artikel „Entstehung der Realität“, in dem es um die Formung von Realität aus Worten geht, und um die Frage, ob Philosophen den Kontakt zur Wirklichkeit verlieren, wenn sie sich der Analyse von Worten widmen.

Auf Grund des materialistischen Weltbildes folgern wir, erfinden, bilden immer mehr Wissen, immer mehr Vorstellungen.

Das materialistische Weltbild festigt sich selbst, wird immer schärfer „eingestellt“. Man kann es kaum verlassen. Dieses Weltbild ist eine Möglichkeit, die aus dem Rauschen des „Alles“ auftaucht. Es hält uns in „seiner“ Welt, die wir in einem Außen zu sehen glauben, fest.

 

Ich möchte mit einem Wittgenstein-Zitat schließen, das uns die Bedeutung der Worte für unser Weltbild (und ihre Grenzen) vor Augen führt. „Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und die Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.“
Ludwig Wittgenstein

 

 

Worte. Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe was last modified: Januar 13th, 2016 by Henrik Geyer