Das Atom – des Pudels Kern

Die Denkvoraussetzung des Materialismus ist: Jedes Ding besteht aus Stoff (Materie). Stoff hat Masse und Raum. Jedes Ding beansprucht einen Raum. Zweitens sind alle Dinge aus anderen Dingen zusammengesetzt … das Ganze hat immer Teile, so wie jedes Ganze auch Teil von etwas ist. Drittens ist demnach der Raum für ein Ding begrenzt … zumindest ja dadurch, dass das Ganze einen definierten Raum einnimmt. Und da alles auch Teil von irgendetwas anderem ist …

(übrigens ist das Universum das einzige Objekt, das nicht Teil von etwas anderem ist. .. siehe auch: Der Mensch kann niemals über die Grenzen des Universums hinaus).

Die logische Folge aus den o.g. Denkvoraussetzungen: Dann muss es irgend etwas Kleinstes geben. Es wäre ein Ding, so wie wir Dinge im Großen sehen. Nur eben sehr klein. Mit Masse, mit Raum, mit zeitlicher Kontinuität. Ein Atom! Es wäre der Beweis der Richtigkeit des Materialismus.

Ein Atom wäre ein Ding, das in seinen Eigenschaften eindeutig wäre, es hätte Raum und Zeit, und wäre nicht weiter teilbar. Ein wahrhaftiger Kern eben. Es wäre zugleich die Grenze von Erkenntnis, mindestens für diesen Kern. Wir könnten ihn nur anschauen und sagen: „Da ist er nun, der Kern der Dinge.“

So wie das Universum das Ding wäre, das sich aufteilt, aber nicht Teil von etwas anderem ist, wäre das Atom das Ding, das Teil von etwas anderem ist, aber sich nicht teilt. Beides zusammen, das Kleinste und das Größte, eröffneten eine wohldefinierte Spanne und führen zu einer Vorstellung von Endlichkeit. Eine Endlichkeit innerhalb eines Anfanges und eines Endes – wie in einem Gefäß. Einer Bestimmtheit – so wie jedes Objekt, wenn es denn existiert, in einer Bestimmtheit existieren muss, nicht wahr, in Raum, Zeit, Eigenschaften des Stoffes …. 

Die Schwierigkeit

Das Atom, so wie wir es in der Wissenschaft sehen, hat aber Eigenschaften, die wir eher dem Geistigen zurechnen würden, als einer Sache aus „Stoff“. Es hat, je nach Sichtweise, mal eine Masse, mal keine. Es hat, je nach Sichtweise, einen Raum, mal keinen. Eigentlich, so sagen Physiker, sei ein Atom quasi Nichts. Der Anständigkeit halber verbleiben der Phantasie noch ganz kleine Körperchen: Die winzigen Elektronen, die in riesigem Abstand um den selbst nicht viel größeren Atomkern kreisen. Atome sind auch nicht an einer bestimmten Stelle, sondern lediglich in einem Wahrscheinlichkeitsraum zu finden. Dort tauchen sie nach Gutdünken auf, in Abhängigkeit davon, wie man sie beobachtet.

Es ist auch kein endgültiger Kern da, sondern, der Kern lässt sich spalten, bzw. zerfällt von selbst…

Wenn sich alle Dinge infinitesimal in weitere Dinge aufspalten lassen, dann wäre es schließlich unmöglich, ein Kleinstes zu finden, denn es wäre in seiner infinitesimalen Unendlich-Kleinheit dem Nichts so nahe, dass es quasi wie „nicht vorhanden“ wäre. „Nicht vorhanden“ aber bedeutet: wir können es nie und nimmer finden. Das bedeutet z.B., es könnte auch makroskopische Dinge geben, die nicht dadurch erklärbar sind, dass sie sich aus irgendetwas anderem zusammensetzten, Dinge aus Nichts sozusagen – eine komische Vorstellung.

Etwas, das sich „nie und nimmer finden lässt“, wie oben formuliert … kann es so etwas geben? Das widerspricht dem sicheren materialistischen Glauben, der Mensch könne alles finden – als eine Art Gott des Wissens. Diesem Erkenntnisglauben zufolge gibt es nichts, was der Mensch nicht in Erfahrung bringen könnte, alles andere erscheint ihm paradox. Wenn es „da“ ist, so besagt der Glaube, dann müsste es sich doch auch finden lassen!

Aber, was heißt nun „da“? Indem ich sage, etwas sei nicht findbar – kann es dann „da“ sein? Dem Materialismus erscheint selbst das Nicht-Findbare irgendwie findbar … das ist sein Paradox.

Ist das Nichts „da“? Paradox ist das materialistische Verständnis des Nichts als Etwas. Letztlich besagt es, dass alles existieren könnte, was sich der Mensch denkt. Sogar das Nichts bekommt so eine Form von Existenz, und zwar als die Negation von ETWAS. Der Spirealismus findet darin nichts Ungewöhnliches – Existenz ist Bewusstsein. Das Kurios-Paradoxe ist aber eben die materialistische Sichtweise auf Existenz: Als von Bewusstsein unabhängig!

Jedenfalls fragt sich der Mensch, was es wohl geben könne, das er nicht finden kann .. ausgestattet mit diesem im weiten Universum unvergleichlich einzigartigen Gehirn, das Intelligenz besitzt, wo doch ringsum nur stumpfer Stoff  (Materie) ist?

Existenz aus Bewusstsein

Was aber bedeutet es, wenn etwas nicht auffindbar ist? Wenn das Atom im oben genannten Sinn, als fester Kern und Grenze der Erkenntnis, nirgendwo zu finden ist? Auch nicht im übertragenen Sinn, als irgendeine Begrenzung der Erkenntnis, irgendein Kern des Absoluten? Bedeutet das, dass es nicht vorhanden ist? Oder, dass es noch der Entdeckung harrt? Letzteres glaubt der Materialismus, der sich stets auf dem Gipfel der Erkenntnis, jedoch nie, auch nicht in irgendeinem aller kleinsten Detail, wirklich am Ziel sieht.

Für den Spirealismus hingegen zeigt sich in der Tatsache, dass wir immer weitere Teile erzeugen können, anstatt IRGENDWO, in auch nur IRGENDEINER HINSICHT auf einen Kern und eine Grenze der Erkenntnis zu stoßen, die Kreativität des Bewusstseins – dessen erschaffendes Prinzip. Das Bewusstsein wird immer finden, wonach es sucht, ausgehend von seinen Denkvoraussetzungen. Denn es ist ja gar nicht an eherne Naturgesetze gebunden. Die Objekte erzeugt es selbst. Das Bewusstsein hat keine Grenze, die wir finden können. „Ich“ und „unser Bewusstsein“ – das ist dasselbe. Das Ich-Universum erscheint immer zugleich vollständig und grenzenlos. Schauen wir tiefer in den Raum, entdecken wir neue Sterne am Rand, selbst sind wir stets in der Mitte.

„Vorhanden“ kann nur sein, was wir definieren. Und umgekehrt ist, was wir definieren, für uns auch vorhanden. Wir sind nicht die Beobachter der Schöpfung, sondern ihre Elemente. Unser Sein gebiert weitere Schöpfung.

Götze Atom

Der Materialismus als kreative Weltanschauung benötigt das Atom. Das Atom ist der Inbegriff der Vorstellung, dass die Dinge in Raum und Zeit existieren, also, dass sie einen Raum beanspruchen, dass sie aus Stoff (Materie) sind und eine Masse haben, und dass sie in einer unwandelbaren Kontinuität der Abhängigkeiten existieren, auch Zeit genannt, oder auch Kausalität genannt.

Wenn wir nicht vorfinden, was wir fundamental erwarten: Einen Anfang und ein Ende …

Wenn wir das nicht vorfinden, dann ist es uns rätselhaft – man sehe das Rätsel der Geburt und des Todes. Kann irgend etwas einfach aus dem Nichts entstehen, in Unterbrechung der ewigen Kausalität? Ein Bewusstsein zum Beispiel, ein Ich? Und … kann es dann auch wieder einfach verschwinden? Der materialistische Verstand benötigt die Vorstellung einer Fortdauer, um die Grundannahme sich ewig voneinander ableitender Existenz nicht zu beschädigen. Für das Ich braucht er: Seele!

Man sehe auch den Urknall. Woher kommt die Materie, unser Götze? Da muss es einen Knall gegeben haben – einen Urknall. Und dann war sie da, die Materie. Das ist die Erklärung. (Natürlich erklärt ein Urknall gar nichts, und ein Knall kann es auch nicht sein, so ohne Materie. Und ohne jemanden, der den Knall hört. Der Knall ist sozusagen die theatralische Verbindung zu einer Kausalität, die wir „nur noch nicht kennen“, und daher sicherlich irgendwann erschaffen werden)

Das ist in etwa wie die Frage nach Gott. Wer hat Gott eigentlich erschaffen? (mein kleiner Sohn stellte mir diese Frage neulich, auf seinem Töpfchen sitzend) Die Frage nach der Erschaffung Gottes wäre so zu beantworten: Das kann man nicht wissen, denn Gott ist nicht von dieser Welt. Allein die Vorstellung einer Person Gottes ist Unsinn. Aber wir sind ja erwachsen, ernsthafter. Die Frage nach der Erschaffung der Materie ist weit wissenschaftlicher beantwortbar: Da gab es einen Knall. Allmächtiger Verstand des Menschen!

Die Vorstellung des Atoms ist in sich kreativ, so wie jede Vorstellung. Sie bringt weitere Vorstellungen, als Ableitungen des Eigenen, hervor. Aus dem kleinsten Teilchen werden noch kleinere Teilchen. Die Ableitungen wiederum stabilisieren den logischen Ausgangspunkt: Das Atom. Denn, nur wenn es das Atom gibt, dann kann es auch Teile des Atoms geben, nicht wahr?

Was wäre wenn …

Was wäre, wenn sich nun verbreiten würde, was doch eigentlich bereits absehbar ist, nämlich, dass der materialistische Glaube nicht zutrifft … Sondern: Das Ganze ist nicht die Summe von Teilen. Nur dann, wenn wir es so definieren. Dinge müssen keinen Raum einnehmen. Nur wenn wir das so definieren. Raum und Zeit sind Phänomene des Geistes. Nicht unwandelbar. Und keineswegs nicht anders denkbar. Die Existenz basiert auf etwas, das der Materialismus als Nichts ansieht, denn es hat keinen Raum, kein Gewicht, keine Zeit: Geist. Es gibt Dinge, die aus Nichts gemacht sind. Zum Beispiel der Gedanke. Was ist wichtig für das Finden von Atomteilchen? Ein Atom? Nein, Bewusstsein! Ohne Bewusstsein gäbe es das Atom bereits nicht.

Ist der Mensch in der Lage, das zu erklären? Dem Ganzen einen Anfangs- oder Endpunkt zu geben? Nein. Aber, das muss er auch nicht. Sondern, es wäre für ihn bereits ein riesiger Fortschritt, zumindest eben das Prinzip des Geistigen zu verstehen.

 

 

 

Das Atom – des Pudels Kern was last modified: Dezember 21st, 2017 by Henrik Geyer

Was ist Gott? Die Notwendigkeit der Götter

Spruchbild: Was ist Gott? Gott ist ein anderes Wort für die Schöpfungskraft, aus der alles hervorgeht.

Was ist Gott eigentlich? Wie ist Gott eigentlich? Warum ist Gott eigentlich? Mit welcher Notwendigkeit kommt er in die Welt? Schließlich haben alle Völker zu allen Zeiten Götter – oder irgendeine Vorstellung von etwas Höherem, aus dem sie hervorgehen / das sie erschafft.

Was ist Gott?

Wenn wir Gott als die christliche Variante dessen ansehen, was bei anderen Völkern schlicht eine andere Form hat, aber nicht völlig unterschiedlich ist, so können wir sagen, Gott ist zugleich das Nirvana, Allah, Jahweh, die Natur, Donar, Hermes, der Schöpfer … er ist das, aus dem wir hervorgehen, das, wovon wir abhängen.

Er ist die Kraft, die alles bewegt, jenseits der weisen Erklärungen der materialistischen Wissenschaft. Die materialistische Wissenschaft hat in unserer Welt Macht, aber sie ist uns nicht wirklich Erklärung. Schließlich ist auch der materialistisch-wissenschaftliche Urknall als Schöpfungsakt keine wirkliche Erklärung (was war davor, was löst den Urknall aus, etc..)

Siehe auch Artikel zum Thema : Gibt es Gott? Begründungen und Gründe dagegen.

Gott ist das Übergeordnete

Daher formuliere ich es so: Gott ist das uns Übergeordnete. Wir wissen um seine Notwendigkeit, denn wir sehen den uns letztlich unbegreiflichen ständigen Schöpfungsakt – und spüren ihn in uns.

Gott ist das, was wir nicht begreifen können, weil wir Gottes Teil sind, und nicht Gottes Beobachter. Er ist die Kraftquelle, der alles entspringt. Das wissen wir wohl intuitiv – aber können es nicht begreifen, wenn wir glauben, wir hätten das Ende aller Gründe im Atom bereits gefunden. Auch unsere materialistischen Weisheiten, unsere klugen Schlüsse, unser Urknall, sind Teil der Schöpfung, nicht eine Beobachtung an der Schöpfung.

Gott liegt in der für uns unbegreiflichen Unendlichkeit – für die wir wohl ein Wort haben, und auch Zeichen, und sogar mathematische Regeln, die wir aber nirgendwo beobachten können, und die für uns unbegreiflich ist. Die Notwendigkeit des Begriffes „unendlich“ ist uns ganz natürlich – denn „unendlich“ bezeichnet all das, „womit wir nicht fertig werden können“ (Plato). Und es gibt Vieles, mit dem wir nicht fertig werden können. Den Schöpfer zu begreifen, beispielsweise. Das Unendliche ist uns unendlich ungreifbar.

Gott ist das Nirvana – er ist unendlich und zugleich das Nichts. siehe Artikel unendlich

Spruchbild: Nicht "unser" Denken im Gehirn erzeugt Realität - das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.
Spruchbild: Nicht „unser“ Denken im Gehirn erzeugt Realität – das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.

 

Gott ist die Natur – Gott ist die Menschheit

Gott ist die Natur – denn die Natur ist eine unendliche Quelle, wie wir wohl wissen. Alles was wir über die Natur wissen, lesen wir aus ihr ab. Wir haben in unserer „Allwissenheit“ kein Modell gebastelt, dass uns sagen kann, wie die Natur ist. Sondern, umgekehrt, wir versuchen nur, die Natur in Modellen nachzubilden. Sie uns verständlich zu machen. Die Natur ist das Primäre, nicht unser Modellieren. Wir gehen aus der Natur hervor, wir sind ihr Teil.

Der einzelne Mensch geht aus der Menschheit hervor, in einem kontinuierlichem Schöpfungsprozess, der sich in immer feinere Teilströme aufspaltet. Auch die Menschheit ist dem Einzelnen das Übergeordnete, das ihn bedingt.

Siehe auch Artikel zum Thema : Bild Gottes: Was ist mein Bild?

Was alles ist Gott?

Unsere Existenz ist die Teilhabe an einem umfassend Übergeordneten. Wir beobachten Gott nicht, sondern sind selbst Teil seiner Existenz. Gott zeigt sich uns einerseits als die Natur, andererseits als die Kraft der Vielheit der Menschheit.

Siehe auch Artikel zum Thema: Supermensch – Übermensch – Superman = der Mensch

Daher ist Gott dem Individuum eine logische Notwendigkeit – kein überflüssiger Balsam, kein Sand in den Augen der Menschen etc..

Gott ist Jesus, als Sinnbild des Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten. Gott ist auch der heilige Geist, als die magische Kraftquelle allen Seins. Gott ist auch Gottvater als die Verkörperung der Natur.

Was ist Gott noch? Er ist auch die Unendlichkeit und zugleich das Nichts der hinduistischen Sichtweise – das Nirvana.

Was ist Gott noch? Für den Materialisten ist Gott das kleinste Teilchen. Das Atom beantwortet ihm die gleiche Frage: Woher kommt das alles? Und wie der Christengott oder das Nirvana entzieht sich auch das Atom dem Erkennen, in der Unendlichkeit seiner Spaltungen.

Gott ist der Geist, den wir in allem finden – auch in uns.

Siehe auch Artikel zum Thema : Wo ist Gott

Was ist Gott? Die Notwendigkeit der Götter was last modified: Februar 19th, 2016 by Henrik Geyer

Materialismus – was ist das?

Materialismus - was ist das?

Materialismus – ist die Sichtweise, dass die Welt aus Materie-Objekten besteht, die von Geist (dem Menschen) beobachtet werden

Der Mensch bildet Materie-Objekte im Denken ab

Materialismus eine Denkweise, die die Existenz von Materie für eine fundamentale Denkvoraussetzung hält.

Materialismus ist, so gesehen, die verbreitetste Weltanschauung – es fällt daher schwer, anders zu denken. Sind denn die Dinge, die wir im Außen beobachten, etwa nicht aus Materie (Stoff)?

Materie ist Stoff

Dass die Welt aus Materie (Stoff) besteht, sagt uns erst einmal nicht so viel. Erst wenn wir die gedanklichen Verbindungen anschauen, mit dem Wort Materie mitschwingen, und die ins Unendliche reichen, wird daraus eine ganze Welt von Anschauungen.

Es ist unsere Logik zu sagen, dass eins das Andere aufbaut. Daher ist die Materie geschaffen aus Teilen. Und die Teile bestehen wieder aus Teilen. Im alten Griechenland gab es die Vorstellung, dass die Materie aus nicht mehr weiter teilbaren Teilchen besteht (Atomen). Diese Vorstellung ist einerseits längst überholt, andererseits ist das Denken in Kernen, bzw. nicht weiter teilbaren Einheiten, das Wesen des Materialismus, und so gesehen in der Praxis des täglichen Denkens längst nicht überholt.

Umgekehrt lassen sich aus Materie immer noch größere Formen machen, durch Vervielfachung – auch hier ist Unendlichkeit.

Eins baut das Andere auf – eins ist der Grund für das Andere

Ebenso wie wir meinen, dass das Eine das Andere aufbaut, und aus demselben Grund, ist es gleichermaßen unsere Auffassung, dass sich mit Notwendigkeit das Eine vom Anderen ableitet. Das Eine ist der Grund vom Anderen. Das nennen wir auch Kausalität.

Gier, Geiz, Geld, Besitz = Materialismus?

Erst einmal: Nein, nicht unbedingt. Die Auffassung, die Welt bestünde aus Materie, hat mit Gier nichts zu tun.

Dennoch ist das Für-wahr-Halten objektiver Dinge, und somit das Anstreben von (scheinbar nicht anders sehbaren) Werten, eine Eigenart, die der materialistischen Sichtweise, mit ihren ganz objektiv existierenden Dingen, als Logik folgt. Daraus erwächst, als Übertreibung, Gier.

Dies ergibt sich aber erst in der Gegenüberstellung zu anderen Denkweisen.

Die Gegenüberstellung mit anderen Denkweisen ist allerdings für den Materialismus schwierig, denn er hält sich für selbstverständlich und unumgänglich. Einen gültigen Vergleich zu anderen Weltanschauungen lässt die Sichtweise des Materialismus nicht zu, denn aus ihrer Sicht kann es letztlich nur eine einzige richtige Anschauung geben (es gibt nur eine Wahrheit). Und diese letztendliche Wahrheit findet der Materialismus natürlich bei sich.

Widersprüchlichkeit des Materialismus

Materialismus ist widersprüchlich, denn es hat keine Erklärung für die ihm eigenen Paradoxien

Ein Beispiel: einerseits soll es all das geben, was wir beobachten. Andererseits scheint das, was wir beobachten, unendlich zu sein. Das kommt uns selbst oft genug merkwürdig vor – man denke nur an den rätselhaften Begriff der Unendlichkeit. Hinzu kommt, dass wir im Prinzip immer bemerken können (Achtsamkeit vorausgesetzt), dass unsere Erwartungen unser Erleben steuern. Die Natur hat also alles das, was wir beobachten können, in einer Unendlichkeit bereits vorausgesehen und geschaffen?

So stellen sich in der Kernphysik  eben diese Fragen heute umso mehr und umso drängender, denn hier trifft der materialistische Gedanke auf seine Grundvoraussetzung: das Enden der materialistischen Kausalkette in irgendeinem(!) objektiven Kern – und er erweist sich auch hier als falsch.

Materialismus-Gegensatz: Spirealismus

Spirealismus ist, im Gegensatz zu Materialismus, eine Denkweise, die aus bestimmten Sichtweisen bestimmte Realisierungen hervorgehen sieht. Anders gesagt: Was man sehen kann, ist abhängig von der geistigen Brille, die man trägt – egal, ob nun in Gesellschaft oder Wissenschaft und Technik.

Das bedeutet: Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Menschheit sind Teil der Schöpfung, nicht deren Widerspiegelung.

Im Gegensatz zu Materialismus sieht der Spirealismus nicht sich selbst nur als mögliche Sichtweise an – der beste Beweis hierfür ist die Tatsache, dass der Materialismus in der Welt ist, und als Weltanschauung der Materialisten funktioniert.

siehe auch Spirealismus

Materialismus – was ist das? was last modified: Februar 13th, 2016 by Henrik Geyer