Spiritualität im Alltag – spirituelle Gespräche

Spiritualität im Alltag - spirituelle Gespräche

vor einiger Zeit habe ich einige spirituelle Gespräche mit Menschen geführt. Das Thema war sehr allgemein Spiritualität im Alltag. Es waren Menschen, von denen anzunehmen war, dass sie zum Thema Spiritualität Auskunft geben können … Buchautoren und -Autorinnen, Künstler …

Schon allein die Frage, warum so viele spirituelle Menschen als im weitesten Sinne als Künstler arbeiten, ist eigentlich interessant. Vermutlich liegt das daran, dass Künstler sich den Fragen nach sich selbst sehr widmen – um ihre Kunst hervorbringen zu können, um sozusagen aus dem unerschöpfliche Brunnen der Kreativität schöpfen zu können, der nur im Innen sprudelt. Spiritualität ist für einen Künstler wohl ein unabdingbares Arbeitsmittel. Und wie sich an Dr. Dahlke zeigt, kann Spiritualität auch für Ärzte ein nützliches, weil heilendes, Werkzeug sein.

Fragen zu Spiritualität im Alltag

Meine Frage war meist, was diese Menschen über Spiritualität denken; was Spiritualität überhaupt für sie ist. Für mich war auch die Frage wichtig, wie die Menschen mit Spiritualität im Alltag umgehen – was sie sozusagen daraus machen. Anders gesagt: was nützt Spiritualität?

Wenn ich heute diese Interviews zusammenfassen müsste, würde ich sagen, dass die interviewten Menschen sich sehr viel mit der Bedeutung dessen beschäftigen, was sie erleben. Sie sind sehr achtsam …  fragen sich, was genau sie wollen, was sie glücklich macht, was richtig ist, etc..

Das „Richtige“ ist für sie nicht von vorn herein das, was alle sagen, sondern, sie suchen in sich. Daher erscheinen ihre Gedanken, sofern diese geäußert werden, dem Normalmenschen oft ein wenig absonderlich. Es geht ihnen oft weniger um Geld, oder Materielles. Sondern um Erfüllung, Ausgewogenheit, oft auch Genügsamkeit; der eigenen Seele gerecht zu werden, und weniger gesellschaftlichen Normen. Was ist richtig – was ist falsch? Diese Menschen fragten sich das – und sind eben nicht jene, die sofort mit Antworten aufwarten können. Es sind Menschen, die ihre inneren Welten für wahr und wichtig halten; die auch Rätselhaftigkeit in sich selbst finden können.

spirituelle Gespräche

Für mich waren die Gespräche aufschlussreich. Ich fand es erhellend, ein klein wenig tiefer in die inneren Welten einzutauchen, als man das normalerweise macht, wenn man sich im Stile von Smalltalk unterhält. Ich finde, dabei kam auch recht Erstaunliches zu Tage. Ich hoffe, dass diese Gespräche über Spiritualität im Alltag auch heute für manchen aufschlussreich sind, der sich vielleicht erst auf die Suche macht, nach seinen eigenen inneren Wahrheiten.

Rüdiger Dahlke, spirituelles Gespräch

Nina Nell im spirituellen Gespräch

Interview mit dem spirituellen Erfolgsschriftsteller Ralf Hillmann

Catharina Fleckenstein im spirituellen Interview

spirituelles Gespräch

Christina Holsten über Spiritualität im Alltag

Werner Szendi über Spiritualität

Suraya Baumeister über Spiritualität

Interview mit der spirituellen Autorin und Verlegerin Petra Milkereit

Ria von Sypo über Spiritualität

Ähnliches Thema: Beitrag Innere Wahrheit – Äußere Wahrheit

Spiritualität im Alltag – spirituelle Gespräche was last modified: Juni 15th, 2016 by Henrik Geyer

Philosophie im Alltag – wozu brauchen wir Philosophie überhaupt?

Philosophie im Alltag: Sokrates - modern wie nie

Philosophie im Alltag

Philosophie im Alltag? Fast scheint es so, als wäre Philosophie heute unnütz. Oft heißt es: „Philosophiere nicht so viel!“ – was bedeuten soll, dass die vorliegenden Überlegungen völlig überflüssig sind, nicht zielführend, sondern sozusagen „Geschwafel“. Auch die bekannte Redewendung „Hier begeben wir uns in das Reich der Philosophie… “ geht in genau dieselbe Richtung

Bedeutet das, dass Philosophie für unseren Alltag verzichtbar ist?

Wozu brauchte man Philosophie früher?

Ursprünglich war die Philosophie die Krone der Wissenschaften. Es war die „Liebe zur Weisheit“, und Weisheit, als ein Sich-mit-den-Dingen-Auskennen, war gefragt und gesucht.

Siehe auch: Artikel Ist Philosophie Wissenschaft? Warum Philosophie die wichtigste Wissenschaft ist.

Für die alten Griechen bestand Weisheit in Selbsterkenntnis („Erkenne dich selbst“ stand als Inschrift über Schulen) und in Nachfragen, was die Dinge denn „im Grunde“ sind. So wandelte beispielsweise Sokrates durch die Gassen und „wanzte sich an Passanten heran“ (er hatte ein kleines Vermögen geerbt und war so der Notwendigkeit enthoben, einer dauernden gewerblichen Beschäftigung nachzugehen). Er fragte die Vorübergehenden nach der Bedeutung allgemein bekannter Begriffe, wie Mut oder Freundschaft – und stellte immer wieder fest, dass diese Begriffe ihre Wurzeln im Unendlichen haben. Niemand kann sie wirklich erklären. Immer verwickelt man sich in Widersprüche, wenn man diesen Begriffen auf den Grund gehen möchte. Das war Philosophie früher – eine in der Antike hoch geschätzte Kunst.

heute…

Aber – wer interessiert sich heute dafür? Ich selbst habe verschiedentlich gehört, dass die Menschen aus den Ergebnissen der Philosophie nichts wesentlich Neues erwarten. Philosophie im Alltag – fast scheint es, als gelte die Philosophie den Philosophen selbst als völlig nutzlos.

Philosophie sieht man heute eher als das (Kennen-)Lernen der bestehenden philosophischen Literatur, weniger als ein Sich-selbst-Befragen. Heute würde man wohl auch Sokrates‘ Fragen als irrelevant empfinden.

Meint denn nicht fast jeder genau zu wissen, was sich hinter den Worten verbirgt, die er benutzt?

Spirealismus-Philosophie

Ja, tatsächlich meint wohl fast jeder, dass er im Vollbesitz der Deutungskraft der Worte wäre, die er benutzt. Und dennoch ist es nicht so. Der Grund dafür ist die Relativität allen Denkens, ein sich stets erneuernder und umformender Prozess. Diesem Prozess unterliegen auch die Worte. Diesem Prozess unterliegen auch die Worte der Philosophie.

Sokrates würde heute seine Philosophie mit genau derselben Methodik anwenden können, wie vor 2000 Jahren.

Die Tatsache der unendlichen Bedeutungsvielfalt jedes Wortes erscheint uns allerdings paradox, denn wir glauben ja, mit unseren Worten nur eine außerhalb von uns selbst befindliche Realität zu beschreiben.

Lesen Sie auch: Beitrag Die Metapher – wozu ist es gut, in Metaphern zu denken?

Und glauben daher an eine Objektivität, eine Objektivität auch der Worte. Objektivität, die wir allerdings im Tatsächlichen  nirgendwo finden. Dies ist die Grund-Aussage des Spirealismus.

Was bedeutet das für den Alltag?

Die grundlegende Überlegung des Spirealismus ist, das es Objektivität nicht gibt. Dem Spirealismus ist Relativität der Urgrund des Seins – Relativität als Quelle von Existenz – anstelle eines objektiven Außen.

Insofern überwindet der Spirealismus die scheinbare Beliebigkeit der Philosophie, indem er erklärt, dass die Relativität, die in der materialistischen Sichtweise wie Beliebigkeit erscheint, der Urgrund unseres Seins ist – und eben nicht ein objektives Außen, das wir beobachten.

Für den Spirealismus ist Philosophie im Alltag sehr wichtig, denn die Sichtweisen selbst sind unsere Realität. Es gibt die Realität nicht noch einmal „extra“, in objektiver Form.

Was also könnte für uns wichtiger sein, als unsere Sichtweise?

Ähnliches Thema: Artikel Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus

Philosophie im Alltag – wozu brauchen wir Philosophie überhaupt? was last modified: März 8th, 2016 by Henrik Geyer