Supersubjektivität

Was ist Supersubjektivität?

Was ist supersubjektiv? Supersubjektivität ist eine Kategorie des Spirealismus, die ausdrückt, dass, da es Objektivität nicht gibt, jede Beobachtung, auch wenn sie von vielen gemacht wird, subjektiv ist und bleibt. Anders gesagt: Auch wenn eine Beobachtung von vielen gemacht wird, bleibt es im kosmischen Maßstab eine mögliche Sichtweise. (Nur den Menschen selbst erscheinen ihre Sichtweisen als notwendig, als unabänderliche Gesetzmäßigkeiten, und so, als müsse jede Erkenntnis mit Notwendigkeit gemacht werden. Denn ihr Bezugssystem der Beweisführung ist in sich geschlossen – menschlich supersubjektiv.)

Supersubjektiv ist die dem Individuum übergeordnete Sichtweise.

Woher der Begriff kommt

Supersubjektivität ist ein Begriff des Spirealismus, der in dem Buch „Alles ist Geist“ von Henrik Geyer verwendet wird. Der Begriff wurde verwendet, weil in „Alles ist Geist“ dargelegt wird, dass es Objektivität nicht gibt.

Also fragt es sich, was gemeint ist, wenn man sagt: Objektiv gesehen sei etwas so und so.

Wenn es Objektivität nicht gibt, dann kann, was heute als objektiv bezeichnet wird, nicht objektiv sein. Dass es Objektivität nicht gibt, ist eine Beobachtung, die viele machen oder machten. Sie wird in „Alles ist Geist“ als eine Beobachtung des Autors geschildert. Das ist keine belanglose Feststellung, sie führt, konsequent durchdacht, zu einer Fülle von Ableitungen. (Das fehlende Objektive führt im Spirealismus zu einer anderen Auffassung des Begriffes „Existenz“. Denn das Objektive ist, mehr noch als ein Wort, das eine Informationsbeziehung zwischen Subjekt und Objekt charakterisiert, mit der Auffassung verbunden, der Mensch (Geist) beobachte das Nicht-Geistige, er beobachte starre Materie-Objekte (die Objekte sind das Objektive) in seinem Außen, von denen er mithilfe seiner Sinnesorgane Informationen „abrufe“. Er rufe Informationen ab, die vorher schon am Objekt vorhanden waren, und die nun in seinem Kopf sind.)

obwohl viele etwas „so sehen“, bleibt es eine subjektive Sichtweise / eine mögliche Sichtweise

Supersubjektivität bezeichnet eine Sichtweise, die der des Einzelnen und dessen subjektiver Sichtweise
übergeordnet ist, aber gleichwohl subjektiv bleibt.

Existenzialismus Es ist unmoeglich zweimal [SPID 905]Objektiv bedeutet „außerhalb und unabhängig des menschlichen Denkens“. Es gibt aber nichts, das sich menschlich denken oder beobachten ließe, dass außerhalb und unabhängig vom menschlichen Denken wäre.

Daher ist alles, was der Mensch „objektiv“ nennt, nicht objektiv. Da gemeinhin das Wort objektiv immer dann verwendet wird, wenn viele Menschen derselben Meinung sind, so, als wäre dies der eindeutige Beweis für eine als feststehend anzusehende Eigenschaft an irgendeinem Objekt des Denkens, bezeichnet das Wort supersubjektiv ebenfalls eine Sichtweise, die viele Menschen gleich haben, die also daher der Sichtweise des Einzelnen übergeordnet ist (super=über), und die dennoch subjektiv bleibt – d.h. also eine mögliche Sichtweise. Eine mögliche Sichtweise, das bedeutet, es ist keine notwendige Sichtweise. Mithin beruht eine solche Wahrnehmung nicht auf Objektivität, d.h., es gibt kein Objekt, von dem diese, so wahrgenommene Information, immer auf gleiche Weise abrufbar wäre bzw. schon vorläge, so dass, welches kosmische Bewusstsein man auch immer heranzöge, stets dieselbe Wahrnehmung gemacht werden müsste.
Ähnliches Thema: Artikel objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?

Und es gibt auch nichts, was irgendein anderes (nichtmenschliches) Subjekt beobachten könnte, was dann objektiv im oben genannten Sinn wäre – also wiederum unabhängig von dessen Subjektivblick beobachtbar. Dies ist das Grundverständnis des Spirealismus. Das wiederum hängt mit dem spirealistischen Verständnis von Information zusammen. Demgemäß entsteht Information im Subjekt und ist in jedem Moment einzigartig. Information ist also in keinem Außen bereits vorhanden, so dass sie vom Menschen nur noch abgelesen werden könnte. Information entsteht erst – durch Beobachtung.

Das Subjekt kann die Subjektivsicht nicht verlassen

Das Subjekt kann die Subjektivsicht nicht verlassen, bedeutet, dass das Individuum nicht selbst die supersubjektive Sichtweise im Eigentlichen einnehmen kann. Zum Beispiel kann man die Existenz einer supersubjektiven Sichtweise im  Munde führen, aber das Subjekt sieht diese supersubjektive Sichtweise dennoch aus Subjektivsicht, kann sich also nicht im eigentlichen Sinn das Supersubjektive zu eigen machen. Beispielsweise kann der einzelne Mensch davon sprechen was die Menschheit will, was sie anstrebt und so weiter, er kann das aber nicht in einer eindeutigen Art und Weise tun. Was die Menschheit ist, oder was die Menschheit will, bleibt, als Aussage eines einzelnen Menschen, dessen subjektive Sicht, auch wenn er meint, als Element dieser Menschheit eine recht gute Aussage darüber treffen zu können, was diese wolle.

Das ist nicht identisch mit der materialistischen Aussage, das Subjekt könne keine objektive Aussage treffen. Denn verbunden mit der materialistischen Sichtweise ist die Vorstellung, der Mensch würde, je mehr objektive „Fakten“ er gewinnt, sich einer objektiven Wahrheit nähern. Dies sieht der Spirealismus grundlegend anders – und hierzu benötigt der Spirealismus auch den Begriff der Supersubjektivität. Denn, wenn es keine Objektivität gibt, dann kann sich der Mensch auch keiner objektiven Wahrheit annähern.

Wenn man sagt, dass das Subjekt seine Subjektivsicht nicht verlassen kann, dann geht das Hand in Hand mit der Vorstellung von Ich-Universen, die immer einzigartig sind, immer voneinander verschieden, und die nicht gegenseitig betretbar oder im materialistischen Sinn gegenseitig „völlig verständlich“ sind.

Und, es führt auch wieder auf die Aussage des Spirealismus zurück, dass es keine zwei völlig gleichen Informationen gibt. Zwei völlig gleiche Informationen, vorgestellt auch als zwei völlig gleiche Dinge, sind dieselbe Information und nicht zwei, bzw. sind dasselbe Ding und nicht zwei Dinge.

Das Individuum wird zu einem übergeordneten Individuum

Aus einer Menge (Menschen), also vielen Ichs, wird ein neues, übergeordetes Ich. Wiederum ein Subjekt, das, und sei die Menge der beteiligten Ichs noch so groß, nichts Objektives feststellen kann. (Dabei ist doch die gängige Auffassung die, dass, wenn hundert Leute etwas feststellen, dies eine objektive Wahrheit sei).

Wo ist dieses Supersubjekt zu beobachten?

Wenn wir davon sprechen aus den Individuen bilde sich ein übergeordetes Individuum, dann fragt es sich, wo dieses Super-Ich, Über-Ich  oder nennen wir es Supersubjekt, denn zu beobachten ist. Man kann es sich ja durchaus wie ein lebendiges Wesen vorstellen …. Und wenn es nicht beobachtbar ist, dann ist es (nach materialistischer Auffassung) auch nicht „vorhanden“ – und mithin stirbt das ganze Supersubjektivitäts-Konzept.

Doch wie gesagt kann das Subjekt seine Subjektivsicht nicht verlassen. Noch einmal zu den Grundsätzen des Spirealismus: Der Spirealismus geht erstens nicht davon aus, dass wir im eigentlichen Sinn etwas „beobachten“ können, also etwas sehen, das unabhängig von uns selbst wäre. Das von uns völlig Unabhängige, das Objektive, ist nicht vorhanden. Vielmehr ist das Sein Kommunikation, Bilden von Relationen – somit ist alles „Andere“ notwendigerweise auch ein Teil von uns. Man kann es auch so sagen: Alles was man begreift, begreift man mithilfe und durch die eigene, einzigartige, individuelle Vorstellungswelt. Man integriert immer in das eigene Ich-Universum; das Äußerliche ist nicht im eigentlichen Sinn begriffen (und existiert in der materialistischen Weise auch nicht).

Ein Beispiel hierzu: Angenommen ein außerirdisches Wesen käme in den Kontakt mit der Menschheit. Würde es die Menschheit als eine riesige Menge von Einzelwesen begreifen, oder als EIN Wesen? Letzteres ist zumindest möglich, es ist sehr gut vorstellbar. Dieser Eindruck entstünde durch das gemeinsame Handeln des Supersubjektes „Menschheit“.

Und dabei käme es gar nicht darauf an, ob es nicht innerhalb des Supersubjektes „Menschheit“ miteinander widerstreitende Strömungen gäbe, ob also die „Menschheit“ wirklich geeint denkt und handelt. Sondern entscheidend wäre der Begriff oder der Eindruck des außerirdischen Wesens, und was, diesem Eindruck gemäß, für dieses Wesen die Menschheit ist. Ein sehr geeintes Denken und Handeln des Supersubjektes würde er als „starken Partner“ oder „starke Opposition“ erleben. Ein sehr in sich widersprüchliches Auftreten würde er als ein Sich-Auflösen, ein Verschwinden des Supersubjektes, erleben …. 

Außerdem kommt es bei dieser Überlegung auch nicht darauf an, ob das hypothetische außerirdische Wesen „wirklich existiert“, damit man dieser Überlegung Glauben schenken kann. Denn dann wären wir ja wieder bei der Frage, ob der Mensch jede mögliche Sichtweise erkennen kann, die es „gibt“. Und wir wären wieder bei der offensichtlichen Tatsache, dass er das nicht kann. Er kann nicht sagen, was das Nichts beinhaltet. Er kann nicht denken, was er nicht denkt. Er kann nicht über das Auskunft geben, was er nicht sieht.

Vielmehr ist für diese Überlegung entscheidend, dass man es in diesem Augenblick selbst denken kann (und dabei kommt es einfach auf die Phantasie desjenigen an), um es als „denkbar“ zu bezeichnen. 

Anders gesagt: Das Individuum Mensch kann nicht genau die Sichtweise eines außerirdischen Lebewesens annehmen, auch nicht die Sichtweise eines Baumes, auch nicht einer Blume, auch nicht die eines Hundes und auch nicht genau die eines Mitmenschen. Was er über die Sichtweise anderer Individuen aussagen kann, ist immer seiner Phantasie überlassen. Dennoch neigt übrigens der Spirealismus nicht dem Solipsismus zu (es gibt nur mich). Der Solipsismus ist dem Spirealismus als Fragestellung fremd, da der Spirealismus einen anderen Existenzbegriff hat, und nicht danach fragen kann, was es gibt. Einen Existenzbegriff in folgendem Sinne: In die Existenz kommt etwas durch den Gedanken daran. Da ein Gedanke einzig und allein mit sich selbst identisch sein kann, nie mit einem anderen, ist die einzig ‚wahre‘ Existenz dieses Gedankens er selbst. Wie also soll ein Gedanke etwas zeigen, das genau gleich etwas anderem ist? Oder, wieder bezogen auf unser Beispiel: Ein außerirdisches Wesen könnte nie genau so denken, wie ich mir seine Gedanken vorstelle. Und ich kann nicht so denken wie ein außerirdisches Wesen. Meine Vorstellung der Gedanken eines außerirdischen Wesens können in dieser Form nur in mir sein.  

Doch ich kann nicht nur nicht so denken wie ein außerirdisches Wesen. Ich kann auch nie genau so denken wie der mir Nächste. So ist es uns in der materialistischen Sichtweise bereits schleierhaft, dass wir das Ich unseres Nächsten („Du“) nie im eigentlichen Sinn „verstehen“ können. (Der Spirealismus erkennt das zwar, die Folge daraus ist aber nicht, dass dem abgeholfen werden kann. Die Folge ist viel mehr, dass man sich der Notwendigkeit des Unterschiedes bewusst wird, der in keiner Weise abzuhelfen ist. Vielmehr ist der Unterschied ein kosmisches Prinzip, das die Welten ins Enstehen bringt.

 

Uns ist das Über-Ich, das aus uns (uns Menschen, oder einer Gruppe von Menschen) entsteht, uns selbst nicht als solches „sichtbar“, alles was wir verstehen können, ist die individuelle Vorstellung des „Wir“, das ein erweitertes „Ich“ ist.

Um das ein wenig zu illustrieren noch ein Beispiel: In das von Ureinwohnern bewohnte Amerika kamen im 16. Jhd. die Weißen als Eroberer. Sie kamen beritten. Die Indianer kannten keine Pferde. Sie nahmen die weißen Reiter als eine Art Centauren (Mischwesen aus Pferd und Mensch) wahr. Dies wurde bekannt, weil Indianer das sagten. Als was aber wird etwas wahrgenommen, wo es keine (mündliche) Kommunikation gibt? Die Antwort ist: Man kann es nicht wissen. Frage: Gibt es überhaupt Kommunikation (In-Beziehung-Setzen) jenseits der menschlichen Wahrnehmungen? Ja. Unser Sein ist Kommunikation. Warum? Weil es nichts Objektives gibt. Wenn es nichts Objektives „gibt“, dann kann das Sein nur Relation sein. Die Relation ist als Verhältnis zu verstehen, zwischen „etwas“ und „etwas anderem“. 

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Das Ich ist ein Supersubjekt

Dies sieht der Spirealismus als ein kosmisches Prinzip an. Man könnte das Prinzip der Supersubjektivität als das hermetische „Alles wird immer wieder Eins“ sehen. Auch wir Menschen unterliegen diesen Prinzipien, denn wie gesagt, wir sind nicht Beobachter eines Prozesses, sondern dessen Element.

Daher kann das, was wir von „der Welt“ wissen (spirealistisch; den Welten, denn die Welt gibt es nicht), unser Bewusstsein, nichts anderes sein als das Ergebnis dieses Prinzips. Das bedeutet, das Ich-Bewusstsein ist das Supersubjekt anderer Subjekte. Anderer Gedanken

weitere Folgerungen

Die Folgen des Gedankens „Supersubjektivität“, mit seiner fehlenden Objektivität sind wiederum von dem Gedankengebäude des Spirealismus nicht zu trennen.

Der Begriff der Supersubjektivität selbst ist zunächst eigentlich logisch und unbestreitbar. Wo gibt es Objektivität? Nirgends. Wo gibt es Subjektivität? Überall. Das Fehlen von Objektivität ist uns schwer vorstellbar, wo es doch das Fundament des materialistischen Denkens ist. In „Alles ist Geist“ nannte ich diese Denkvoraussetzung es eine Denkgrenze, die aus Wissen entsteht. Denn das Objektive selbst unterliegt keinem Hinterfragen (außer in der letztlich wenig beachteteten und unverstandenen Philosophie vielleicht). Das Vorhandensein des Objektiven ist wie gesagt Denkvoraussetzung, Wissen.

Genau dies übrigens, im Umkehrschluss, bedeutet für den Spirealismus einmal mehr, dass für uns existent ist, was wir denken. Und nicht das, was es wirklich „gibt“ in dem Sinne, was es wirklich „gibt“ wäre „da“, auch ohne das wir es denken. Der Spirealismus hat einen anderen Existenzbegriff.

Wie kommt man auf die Vorstellung von Supersubjektivität?

Man kann sich Supersubjektivität in einem Gedankenexperiment eigentlich gut begreiflich machen, wenn man versucht, die menschliche Sichtweise zu verlassen. Man kommt zwangsläufig zu der Überlegung, dass es Objektivität nicht gibt – somit sind unsere menschlichen Sichtweisen immer subjektiv.

Und dann kommt man auf die Frage, was gemeint ist, wenn wir sagen, etwas sei „objektiv“? Ganz offenbar ist es schlicht die Sichtweise vieler – sie nennen wir „objektiv“!

Viele – das sind immer nur die, die wir kennen, nie „alle“. Und niemals ist es eine Sichtweise, die auch jenseits des menschlichen Denkens Gültigkeit hätte, also im  wahrsten Sinn des Wortes „objektiv“ wäre.

 

Supersubjektivität, supersubjektiv, subjektiv und objektiv
supersubjektiv, subjektiv und objektiv

Eine Zwangsläufigkeit dieser Überlegung ist, dass Supersubjektivität etwas bezeichnet, das zwar aus dem Einzelnen besteht, jedoch in keinem Einzelnen ganz zu finden ist. Dies hebt die Vorstellung unserer menschlichen Individualität nebenbei gesagt auf … wir sehen das daran (das nötige Verständnis vorausgesetzt), dass wir uns mit unserem Wahrheitsverständnis immer auf das Supersubjekt berufen – die Mehrheit sagt etwas, oder dieser oder jener (der es wissen muss) sagt etwas. Aus vielen Individuen entsteht ein eigenes Individuum der Vielen, mit eigenen Gedanken, eigener Psychologie (Bsp: „Was ist die Haltung Amerikas in dieser Frage?“) – und umgekehrt ist das Denken der Vielheit in einem, im Individuum. Man denkt an den hermetischen Grundsatz, dass sich das Eine in dem Allem findet, und Alles ist auch in Einem.

Ein Beispiel:

Es erscheint dem Einzelnen unbestreitbar, dass es das Atom gibt. Woher weiß er das? Hat er es gesehen? Nein. Hat es der Nachbar gesehen? Nein. Hat es irgendein Mensch gesehen? Nein.

Woher wissen wir dann, dass es da ist?

Wir setzen es voraus, weil es ein Schluss des materialistischen Weltbildes ist. Es muss da sein, weil die Dinge da sind … der Materialismus glaubt, die Dinge, an die wir denken, seien auch ganz ohne uns „da“.

Und die Dinge bestehen wieder aus Dingen. Und schließlich muss es ein kleinstes Ding geben, genau wie es das Ding gibt, das wir vor uns haben (was immer es sei, ein Baum, ein Haus, etc..) Vor Jahrtausenden wurde im antiken Griechenland der Begriff des Atoms geprägt. Auch wenn die heutige Wissenschaft sagt, dass Atome nicht im eigentlichen Sinn „da“ sind, glaubt doch der Einzelne, es sei unbestreitbar, dass es sie gibt.

 

So hat die Vielzahl der Menschen (auch Vielzahl der längst vergangenen Menschen) nicht etwas gesehen, was „da“ ist, sondern etwas hervorgebracht. Etwas, das dem Supersubjekt nun wie selbstverständlich erscheint – und nicht mehr wegzudenken ist.

 

Hier noch ein Zitat, das eine der Erscheinungsformen von Supersubjektivität gut beschreibt – und unseren ungerechtfertigten Glauben, dass etwas, das Viele so sehen, dann auch endgültig stimmen müsse.

Denken können sehr Wenige, aber Meinungen wollen Alle haben: was bleibt da anderes übrig, als daß sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Andern aufnehmen? – Da es so zugeht, was gilt noch die Stimme von hundert Millionen Menschen? – So viel wie etwa ein historisches Faktum, das man in hundert Geschichtsschreibern findet, dann aber nachweist, daß sie alle einer den andern ausgeschrieben haben, wodurch zuletzt alles auf die Aussage eines Einzigen zurückläuft.
Arthur Schopenhauer

 

Zusammenfassend: Der Begriff Supersubjektivität besagt, dass das Urteil vieler Menschen zusammen nicht objektiv ist, sondern  supersubjektiv.

Supersubjektivität was last modified: Juni 3rd, 2017 by Henrik Geyer