Subjektiv – Supersubjektiv …. Sub-Subjektiv?

Was ist subjektiv? Subjektiv ist die Sichtweise des Einzelnen auf ein Objekt.

Was ist objektiv? Objektiv ist ein Wort, das dem Wort subjektiv gegenübersteht. Objektiv drückt aus, dass die Sichtweise des Einzelnen dadurch verifiziert wird (in seiner Wahrheit überprüft), dass Viele eine Beobachtung machen.

Was ist supersubjektiv? Supersubjektiv ist ein Wort, das durch den Spirealismus geprägt wird, es drückt aus, dass jede Beobachtung, auch wenn sie von vielen gemacht wird, subjektiv ist und bleibt. Anders gesagt: Auch wenn eine Beobachtung von vielen gemacht wird, bleibt es im kosmischen Maßstab „eine mögliche Sichtweise.“

Supersubjektiv ist die dem Individuum übergeordnete Sichtweise.

Subjekt-Objekt Beziehung nur für den Menschen voll gültig

Die Worte subjektiv und objektiv sind Worte, die sich auf die menschliche Sicht, seine Wahrnehmung beziehen. Die Worte subjektiv und objektiv werden nicht verwendet, wenn es um die Prozesse in der Natur geht … beispielsweise ist es der menschlichen Denkweise fremd, zu überlegen, ob etwas, was viele Hunde wahrnehmen, objektiver ist, als das, was nur ein Hund wahrnimmt. Es ist auch fremd zu fragen, ob etwas objektiver ist, was viele Atome wahrnehmen, als das, was nur ein Atom wahrnimmt.

Der Einfachheit halber geht der Mensch davon aus, dass der Einzige, der richtig wahrnehmen kann, er selbst ist.

Wenn es Supersubjektivität gibt, gibt es dann auch Sub-Subjektivität?

Wenn sich aus der Vielzahl der menschlichen Sichtweisen eine Gesamtsichtweise formt, die ich supersubjektive Sichtweise nenne, gibt es dann konsequenterweise auch eine Vielzahl von Sichtweisen, die den Menschen hervorbringen?

Ich sage dazu: Ja. In einem Kontinuum aus Geist ist es nicht sinnvoll, eine grundsätzliche Unterscheidung treffen zu wollen, zwischen dem, was den Menschen als Eins erscheinen lässt, und dem, was menschliche Individuen in Summe als Eins entstehen lassen.

Man könnte sich das Sub-Subjektive vorstellen als die Vielzahl der Gedanken, die den Menschen durchströmen, und die im Ergebnis eins werden – in einer Handlung.

Oder man könnte sich das vorstellen als die Vielzahl der Lebewesen, die den menschlichen Körper bewohnen – besser sollte man sagen: erst formen. Sie tun das keineswegs nur in einem harmonischen Miteinander, sondern es ist mindestens auch, ein Widerstreit, Chaos, Gegeneinander.

Man könnte sich das auch vorstellen als die Unendlichkeit von Atomen, die in ihrer Wechselwirkung den menschlichen Körper bilden. Wenn man die Atome wie Informationseinheiten sieht, die in einer Art Abstimmung ein Ganzes ergeben, so ergibt sich eine Analogie zu einem Staat, in dem viele Bürger, mit vielen Ausrichtungen, ein Ganzes ergeben – eben den Staat. Dieses Ganze ist nun in der Lage, in eine einzige Richtung zu wirken.

Kann man sich Supersubjektivität besser vorstellen als Sub-Subjektivität?

Ich weiß nicht, welchem meiner Leser das Wort Supersubjektivität überhaupt irgendetwas sagt. Ich weiß auch nicht, ob man meinen Gedanken folgen kann oder will, hinsichtlich des Begriffes Sub-Subjektivität.

Mir jedenfalls tauchte der Gedanke auf, dass das Sub-Subjektive deutlich schwieriger vorstellbar ist, als Supersubjektivität. Ich glaube der Grund liegt in der allumfassenden materialistischen Weltsicht. Als Beobachter des Äußerlichen glaubt der Materialist an das Nicht-Hinterfragbare seiner eigenen Identität.

Erst, wer sich von diesem materialistischen Glauben lösen kann, dem wird es sinnvoll, das eigene Ich wie zusammengesetzt aus einer Vielzahl miteinander streitenden, zu einem Einvernehmen gelangenden, Elemente zu sehen.

Im Materialismus nehmen wir ja sehr wohl wahr, als Personen Elemente eines (staatlichen) Ganzen zu sein. Ich behaupte, dass uns auch das ein wenig rätselhaft ist, denn es ist ja nie ganz klar, was der Staat eigentlich ist, welche Psyche er hat, welche Eigenschaften. Man kann das immer formulieren, aber es gibt immer viele miteinander streitende Formulierungen.

Man nimmt wohl wahr, dass man als Person die verschiedensten Einheiten mitformt, jeweils auf eine ganz eigene Weise – die Familie, die Stadt, den Staat, die Menschheit. Aber dass man selbst so ein zusammengesetztes Wesen ist, das ist doch weit weniger Denkgewohnheit.

Lediglich aus spirealistischer Sicht erscheint es als eine notwendige Konsequenz.

Subjektiv – Supersubjektiv …. Sub-Subjektiv? was last modified: November 21st, 2016 by Henrik Geyer