Schreibblockade überwinden

Beruf Schriftsteller - Schreibblockade. Redrum-Seite (inspiriert von "Shining", Regie Stanley Kubrick)

der Buchautor und die Schreibblockade

Die Schreibblockade ist verständlicherweise der Hauptfeind des Buchautoren. Denn so, wie letztlich jede Tätigkeit an Resultaten gemessen wird, muss auch Autor ein vorzeigbares Ergebnis präsentieren.

Es wäre eine Illusion zu behaupten, der Autor, oder der Dichter, wäre nach anderen Maßstäben zu messen, weil die Kunst mit Perfektion gleichzusetzen sei.

Dazu fällt mir folgende Anekdote von Mark Twain ein. Mark Twain erhielt häufig Post von angehenden Schriftstellern, die ihn befragten, wie und was man denn am besten schreiben solle. Einer dieser Autoren berichtete voller Stolz, dass er an einem Satz manchmal stundenlang feile. Die allerbeste Wortwahl sei ihm wichtig, und ebenso wichtig die bestmögliche Stellung der Worte im Satzgefüge. Mark Twain erteilte daraufhin den väterlichen Rat, dass der junge Mann das Schreiben doch lieber lassen solle, wenn es ihm so schwer falle.

Qualität ist wichtig

Natürlich ist die Frage der Qualität wichtig. Man muss nur eben etwas schreiben, damit die Qualität sichtbar wird. Und sicherlich muss man genug schreiben, denn im Tun wird man besser.

Wiederum von Mark Twain stammt das Zitat: Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist der gleiche wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen.

 

Kreativität kann man lernen

Schreibblockaden müssen nicht sein, denn kreative Schöpferkraft kann erlernt werden. Kreativität kann zu einer Gewohnheit werden. Hierzu einige Gedanken

  • regelmäßig schreiben. Mit dem regelmäßigen Schreiben gewöhnt sich der Geist an das Assoziieren, an das Lösen von Problemen. Regelmäßiges Schreiben ist das Allerwichtigste, um sich zu üben, sowie um produktiv und kreativ zu sein.
  • die für Kreativität beste Tageszeit herausfinden. Von Person zu Person unterschiedlich ist, wann man kreativ sein kann. Wer gewohnheitsmäßig schreibt, der wird bald feststellen, dass es hierfür Tageszeiten gibt, die besonders geeignet sind, und andere, zu denen man sich gar nicht erst an die Maschine setzen muss. Sehr produktiv ist meist der frühe Morgen.
  • die Probleme weiterdenken. Im Grunde ist es kein besonderer Rat, denn es geschieht unwillkürlich: Die Probleme bleiben im Kopf. Und sie werden zu den unterschiedlichsten Zeiten gelöst, wiederum unwillkürlich. Man darf die Schöpfung für sich arbeiten lassen.
  • Notizen machen. Wenn dann die Einfälle kommen, sollte man tunlichst Notizmaterial bei der Hand haben. Notizblock, Diktiergerät, Handy mit Sprachaufzeichnung, etc..
  • Notizen auswerten. Eine alte Erfahrung: Hat man erst einmal eine größere Menge an Notizen angehäuft, ist man irgendwann nicht mehr in der Lage, der Fülle Herr zu werden. Dann löscht man einfach. Man sollte daher nicht zu lange warten, und seine Notizen in eine später verwertbare Form bringen. Einen Textabschnitt beispielsweise, eine Übersicht, eine Grafik, oder dergleichen.
  • Entwürfe sinnvoll verwalten. Ich habe hierfür eine selbst verfasste Datenbank, in die ich Bildentwürfe eingebe, Texte, Titel, Ideen. Ich finde es wichtig, dies in einer sinnvollen Struktur zu verwalten, und in der Folge zur Hand zu haben. Denn oft hat man gute Ideen zu ganz verschiedenen Themen. Man muss versuchen diese Vielfalt zu bewahren – um dann später aus den guten Ideen die besten herauszufiltern. Hat man eine solche Fülle von Möglichkeiten, kann es eigentlich nicht zu einer Schreibblockade kommen. Denn man kann dann (zeitweilig) auf ein Thema ausweichen, bei dem man nicht blockiert ist.
  • nie aufhören zu lernen. Kreativität lebt vom Assoziieren. Und Assoziieren lebt von Wissen. Je mehr Partikel vorhanden sind, desto besser und vielfältiger können sich diese verbinden (assoziieren). Und, je mehr kreative Techniken man erlernt und beherrscht, desto einfacher fällt der Schöpfungsprozess.
  • das Handwerkszeug erlernen. Dieser Punkt hängt mit allem Vorgenannten zusammen. Man kann zügig kreativ sein, wenn man das Handwerkszeug einigermaßen sicher beherrscht. Wenn man stundenlang sitzen muss, um ein kleinstes Ergebnis zu produzieren, so wie der junge Autor, der an Mark Twain schrieb, dann wird man es irgendwann bleiben lassen. Der Schlüssel liegt, wie gesagt, im Lernen, im Üben, im Tun. Und im ewigen Neugierig-Bleiben.
  • Anfangen. Ganz wichtig ist es natürlich, überhaupt anzufangen. Und ebenso wichtig ist, wie man einen Einstieg findet. Für Buchanfänge eignet sich ein Satz, der den Autor (und später den Leser) zwingend in die Handlung hineinführt. Der aus sich selbst Dynamik und Logik entwickelt. Ein langwieriges Erklären am Anfang eines Buches halte ich für ungeeignet, zumindest, wenn man einen spannenden Roman schreiben möchte.

So gesehen ist es eine Frage der Übung, eine Schreibblockade gar nicht erst entstehen zu lassen.

 

Schreibblockade überwinden was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer