Schätzen, was man hat. Wertschätzen und dankbar sein, wer – man ist und wie man ist

Schätzen, was man hat. Wertschätzen und dankbar sein, wer - man ist und wie man ist

Wertschätzen bedeutet, die Dinge, die einen umgeben, ernst zu nehmen, sie nicht als selbstverständlich zu betrachten, sie zu lieben und zu ehren.

Wertschätzen, dankbar sein, ist eine der grundlegenden Lebensweisheiten

Mancher tut mit einem mitleidigen Blick ab, was ihn umgibt. Wie könnte man gerade das schätzen: ein Auto keiner besonderen Marke? Eine Wohnung – es gibt auch bessere.. Ein Lebenspartner, der kein Filmstar ist..?

Im Grunde unterliegt doch alles, was uns umgibt, unserer Bewertung, die immer vergleichen will mit Dingen, die mindestens genauso schön sind, oder schöner, als das, was nun einmal da ist. Man kann es so sehen – oder auch anders. Warum nicht schön sehen? Warum nicht wertschätzen?

Viel zu oft hat man dabei die Bilder aus dem Fernsehen oder von Hochglanzprospekten im Kopf, von denen man nicht weiß, unter welchen Umständen sie zu Stande kommen: hoch bezahlte Models in Einheitsgröße.. so als ob es für Schönheit bereits ein einheitliches Maß gäbe. Natürlich sind da auch Wissenschaftler, die ganz genau zu wissen vorgeben: der optimale Abstand der Augenbrauen ist dieser und jener… dann ist man schön. Wer braucht so ein Wissen? Wir offenbar, denn wir richten uns sehr gern an solchen Definitionen aus. Aber nützen sie uns auch? Oder lassen sie uns leiden, denn dieses Optimum, wo finden wir es? Bei uns bestimmt nicht.

Das uns Wertvolle liegt (scheinbar!) im Außen

Und so scheint es uns doch stets: Selbstverständlich ist es erstrebenswert ein teures Auto zu fahren! Selbstverständlich brauchen wir Urlaubsreisen zu Fernzielen! Selbstverständlich benötigen wir dies und das.. hat doch jeder! Wer es nicht hat, der ist ein Loser, das weiß doch jeder!

Weiß das jeder? Zum Glück nicht.

Textpassage aus dem Song „Nothing Else Matters“:

So close, no matter how far 
Couldn’t be much more from the heart 
Forever trust in who we are 
And nothing else matters 

Never cared for what they do 
Never cared for what they know 

…Einmal nicht wissen, was jeder weiß! Sich von der Logik der anderen abkoppeln, und einfach glücklich sein! Ja, das geht.

Die Dinge wertschätzen, die man selbst hat, die man selbst weiß – es ist alles andere als trivial. So close, no matter how far … Couldn’t be much more from the heart… und doch sind wir  viel zu oft abgelenkt durch Myriaden von Informationen, die uns sagen: meine Welt sollte so und so sein… sie ist aber (leider!) irgendwie anders. Wir werden dominiert von Medien, von Meldungen, von Meinungen. Findet in uns selbst die eigene Meinung auch noch Gehör? haben wir eine eigene Meinung, die wir auch schätzen – wertschätzen? Oder ist das, was wir wertschätzen, nur im Außen?

Der Vergleich des  „..es sollte sein“ mit dem „.. es ist“ – ist es, was uns leiden lässt; ist es, was dazu führt, daß wir das Leben nicht so genießen können, wie es gerade ist.

Verantwortung für das, was uns vertraut ist

Woher wissen wir eigentlich, dass ein Auto der Marke XYZ erstrebenswert ist? Meist ist es ja nicht unsere Kenntnis der vorzüglichen Details eines Produktes, etwa die Stärke des Motors bei einem Auto. Meist geht es um Ansehen („andere sollten dies und jenes von mir denken!“), um bessere Geschäfte, um Gruppendynamik (das gleiche Produkt haben wie die Peergroup). Können wir uns davon lösen? Können wir unseren Blick willentlich auf das richten, was uns selbst wirklich wichtig ist? Es ist etwas das wir meist bereits besitzen.

Im Kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupery heißt es: „..du hast Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast“.

Für mich hat diese wunderschöne Zeile viele Bedeutungen

– es sind jene Dinge, die man sich vertraut gemacht hat, die einen definieren, die man sich nicht aus Zufall gewählt hat, sondern die aus einem inneren Antrieb, den man manchmal selbst nicht bewusst kennt, in das eigene Leben gekommen sind. Für das was man selbst ist, hat man zweifellos Verantwortung.

– man hat bezüglich der Dinge, Umstände, Personen, die einen umgeben, keine Wahl, als Verantwortung zu übernehmen, weil es (einem Menschen) nicht anders möglich ist, als sich in einer konkreten Umgebung zu befinden, mit der er sich auseinandersetzt. Dieses Jagen nach dem Glück anderswo, als dort, wo man gerade ist, ist einfach nur eine nicht enden wollende Jagd.

– die Dinge, die Umstände und die Personen, mit denen wir uns vertraut gemacht haben, erfordern Liebe und Achtsamkeit, um zu prosperieren, sich gut zu entwickeln, um uns selbst dann wieder zum Besten zu gereichen. Wir müssen uns beschränken, um so das Wünschenswerte in unserem Leben wachsen zu lassen, die Dinge nicht klein werden zu lassen, die nun einmal unser Leben ausmachen, und stattdessen vielleicht eine Idee (oder ein Produkt) zu stärken, das mit uns rein gar nichts zu tun hat.

Wert zu schätzen was man hat, ist eine wichtige Lebensweisheit und ein grundlegender Schritt hin zu innerer Harmonie und Glück.

 

 

Schätzen, was man hat. Wertschätzen und dankbar sein, wer – man ist und wie man ist was last modified: Dezember 16th, 2015 by Henrik Geyer