Roboter Mensch. Ist der Mensch ein humanoider Roboter?

Roboter Mensch - humanoider Roboter. Der Unterschied beginnt zu verschwimmen.

Ist der Mensch ein humanoider Roboter?

„Roboter Mensch.“ Der Titel klingt verrückt.

Ein humanoider Roboter ist ein Roboter mit menschlichen Zügen. Man stellt ihn sich als hochentwickelten Roboter vor, dem man vielleicht mit einer Art elastischem Plastik ein Gesicht modelliert.

Ich schreibe oft in diesem Blog über meine Sichtweise, den Spirealismus, über das hermetische Prinzip, (das auch einer meiner Buchtitel ist) „Alles ist Geist“. Alles ist Geist bedeutet: Geist ist überall. Geist verbindet alles miteinander. Geist ist im Menschen, und Geist ist auch im Roboter – Geist verbindet beide.

Schon bald, mit der Weiterentwicklung der Maschinen und der Informationstechnologie, wird man sich fragen (und tut es bereits zunehmend in der Gegenwart): was genau wird der Unterschied zwischen Roboter und Mensch sein? Werden sie verschmelzen, wird es keinen (sichtbaren) Unterschied mehr geben, vielleicht irgendwann auch keinen sonstwie merkbaren? Hierzu eine kurze Betrachtung.

Der Ursprung des Begriffes „Roboter“

Die Wurzel des Wortes Roboter liegt im Russischen, wo „rabota“ arbeiten bedeutet. Der Begriff „Roboter war in seinem Entstehen mit der Vorstellung verbunden, dass der Mensch immer bessere technische Hilfsmittel für sich herstellt – Maschinen. Die ultimativ hilfreichste Maschine wäre etwas, das alles machen kann wie ein Mensch, so geschickt und flexibel ist wie ein Mensch, aber doch kein Mensch ist. Etwas, das keinen eigenen Kopf hat, keinen Willen. In den populär werdenden Science-Fiction-Literatur (und Film) wurden Roboter daher immer als eine Art Sklave dargestellt, aber als nette Sklaven. Sklaven, die es nicht übel nehmen, wenn sie Befehle empfangen, und arbeiten müssen. Ein mechanischer Kumpel, sozusagen. Man denke an den Filmklassiker „Alarm im Weltall“, und den darin vorkommenden hilfreichen „Robbi“.

Der Begriff „Roboter“ heute

Heute hat sich der Begriff gewandelt, und alle möglichen Phantasien über Maschinen gingen in unsere Realität ein. Man denke an das böse Computergehirn aus „2001 – Odyssee im Weltraum“, oder den viel jüngeren Film „Ex_Machina“, in dem hochintelligent das Thema künstliche Intelligenz behandelt wird.

Der Roboter als mechanischer Hilfskumpel hat sich als Vorstellung überlebt. Der Roboter wird uns unheimlicher, je klüger er wird. Was kommt, ist ein ganz anderer Vorstellungsraum. Wenn wir künstliche Intelligenz haben werden, wird sich unsere Sicht auf uns selbst grundlegend ändern.

Roboter Mensch – Stellt die Natur den Menschen „her“?

Kann man den Menschen als humanoiden Roboter sehen? Wenn, dann müsste man über dieses „Produkt“ sagen, dass der Mensch es nicht selbst „herstellt“, sondern dass es zwar aus uns und durch uns entsteht, aber durch einen Vorgang, den wir nicht erfunden haben, und den wir „Fortpflanzung“ nennen. Das wäre also von der Vorstellung, wir würden etwas „herstellen“, weit entfernt. Eher könnte man sagen, Gott stellt hier „her“ – alles ist Geist. Auch die Natur „stellt Dinge her“, wenn man so will.

Sie stellt Geschöpfe her, die, nicht unähnlich einem Roboter, wenn man so will programmiert sind – aber so programmiert, dass die Programmierung dem Menschen selbst natürlich nicht erkennbar ist. Denn nicht er hat hier programmiert, er wurde programmiert.

Der bekannte Okkultist Gurdjeff glaubte, die Handlungen von Menschen liefen nach einem Schema ab, die Menschen seien quasi wie unbewusste Maschinen. Man muss sich fragen: Wie könnte die Maschine mehr über sich wissen, als das, was in ihr angelegt ist? Wie können wir eingrenzen, was wir nicht wissen. Ähnliches Thema zu Gurdjeff: Artikel Der vierte Weg

Umgekehrt: wenn wir die Prinzipien der Natur von dieser „abgucken“, und Produkte „herstellen“,  dann stellt im Grunde auch wieder die Natur Dinge her – denn wir Menschen sind ja selbst Produkte der Natur.

Ein wichtiger Unterschied scheint auch das Verständnis des Wortes „Programmieren“ zu sein – das scheint sich doch wesentlich vom menschlichen Geist zu unterscheiden. Programmieren – das ist die Vorstellung, wir würden Programmzeilen schreiben, und dieses Programm liefe dann komplett nach Fahrplan ab, so wie vorgedacht. Und, was einen Menschen von einem Roboter unterscheidet, ist, dass wir den Menschen nicht durchschauen können. Man kann also nicht an einem Plan ablesen, wie der Mensch handeln wird – und das wäre ja unsere Vorstellung von: etwas sei programmiert. Doch diese Vorstellung schleift sich an beiden Enden ab. Komplizierte Programme werden nicht so geschrieben, dass man das Endergebnis im Kopf, einfach Programmzeilen schreibt. Sondern es ist ein schöpferischer Prozess, bei dem das Produkt „Programm“ auf das „Wollen“ des Programmierers zurückwirkt; auf dessen Welt, sozusagen. Insofern versteht man die Programme nicht komplett, sondern man kann an Modulen Veränderungen vornehmen, und daraufhin prüfen, ob das gewünschte Resultat eintritt. Und umgekehrt – dass der Mensch nicht zu durchschauen wäre, oder dass er geistig völlig frei agieren würde, auch das erweist sich als immer weniger stimmig.

Die Welt ist eine Vorstellung

Der Spirealismus besagt, dass unsere Vorstellung von der Welt, und die Welt selbst, eins sind. Unsere Vorstellung von der Welt ist eben „nur“ eine Vorstellung. Man denke auch an Schopenhauers Werk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ von 1819.

Unsere Vorstellung, wir wären von der Natur, bzw von der uns umgebenden Welt (und in diesem Artikel meine ich damit Roboter), getrennt und verschieden, ist nur eine Vorstellung. Wir sind es nicht – und dann wieder doch, weil unsere Vorstellungen zugleich unsere Realität sind. Doch unsere Vorstellungen, und damit unsere Realität, wandeln sich. Sie wandeln sich gerade sehr fundamental – denn je näher wir dem Wesen von Information kommen, umso mehr entdecken wir unsere eigene Natur.

Was uns Menschen grundsätzlich von den Maschinen unterscheidet, die wir schaffen können, oder, was uns auch nicht unterscheidet, werden wir wohl erst besser verstehen, wenn es technisch machbar ist, humanoide Roboter herzustellen. Dann werden wir auch verstehen, dass der humanoide Roboter eine Art Mensch ist. Dann werden wir eine neue Sicht auf uns selbst haben.

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Roboter Mensch. Ist der Mensch ein humanoider Roboter? was last modified: Juni 7th, 2016 by Henrik Geyer