Kann der Mensch etwas NICHT wissen? Unwissenheit.

Was wissen wir nicht? Kann der Mensch etwas NICHT wissen? Unwissenheit.

Kann der Mensch etwas nicht wissen? Gibt es so etwas?

Immer wieder erlebe ich, dass Menschen davon ausgehen, im Prinzip alles wissen zu können, bzw. im Grunde schon alles zu wissen. Was man nicht weiß, könne man nachschlagen.

Dass man etwas so Kompliziertes bedienen kann, wie ein Handy lässt es wie selbstverständlich erscheinen, dass man Teilhabe an dem Wissen hat, wie es funktioniert. Im Grunde, als sei man selbst der Erfinder.

Allwissenheit als Sichtweise des materialistischen Weltbildes

Dieses Bewusstsein von Allwissenheit geht aus von einem Welt- und Menschenbild, das suggeriert, dass alles das, was „da“ ist, vom Menschen auch gewusst werden kann. Das was da ist, sei wiederum sehr begrenzt. Begrenzt, weil es nur eine Welt gibt.

Diese Vorstellung ähnelt der einer Bibliothek. Da sind die Bücher – sie beinhalten die möglichen Informationen. Ganz ähnlich der Materie, die alle Information enthält, die wir Menschen erlangen können. Somit ist die „noch nicht abgerufene“ Information jederzeit für uns verfügbar, wie in einer Bibliothek.

Ebenso wie wir die Wahrheit der Zukunft glauben vorhersagen können, über die Wahrscheinlichkeit, glauben wir quasi bereits im Besitz aller denkbaren Information zu sein, denn wir haben die Materie klar vor uns.

Wir selbst erschaffen die Information

Doch wer wahrnehmen kann, dass zu seiner Welt auch die Phantasien und Gedanken jeder Art gehören, der kann auch wahrnehmen, dass die Realität aus uns selbst kommt. Ich nenne das eine spirituelle Wahrnehmung der Welt – man benötigt Achtsamkeit.

Dann bemerkt man: Die Information ist nicht begrenzt auf ein Außen, auf Materie, die nur diese oder jene Form annehmen kann. Sondern die erlangbare Information ist unendlich.

Das, was wir nicht wissen, ist unendlich. Und es gibt keinen Weg, bei der Unendlichkeit an ein Ende zu gelangen. Die Grenze zwischen der Unendlichkeit und der Endlichkeit ist mit Notwendigkeit immer da. Wir können sie nicht sehen und wir können sie nicht überwinden.

Nicht Wissen / Nichtwissen – Unwissenheit als der größere Teil

Können wir im Bewusstsein das erfassen, was wir nicht wissen? Können wir das Nichts eingrenzen? Können wir im Bewusstsein das Unbewusste denken? Können wir wissen, was wir nicht wissen?

Weiterlesen: Beitrag ‚Das Unbewusste als das Unbekannte‘

Ich sage: Wir können nicht. Dass wir glauben zu können, wirft ein vielsagendes Schlaglicht auf unser materialistisches Weltbild.

Hier nur zwei Beispiele:

1.) Es gibt den Ausspruch von Friedrich Nietzsche „Es denkt“. Er meint damit das durchaus wahrnehmbare Denken, das vor sich geht, ohne dass der Mensch dazu irgendetwas tun muss. „Es denkt“, ganz ohne Grund und Veranlassung. „Es denkt“ logisch und weiterführend. „Es denkt“ – das bedeutet, nicht das Ich regiert das Denken, sondern das Denken regiert das Ich. Wenn aber das Denken das Ich regiert – wie kommt dann das Ich darauf, es habe einen Überblick über eine abgegrenzte Anzahl von Informationen aus einer Endlichkeit des Außen? Es erkennt sich nicht einmal selbst!

Zitat:

„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“ Arthur Schopenhauer

2.) In der Teilchenphysik wird klar, dass die menschliche Beobachtung das beeinflusst, was der Mensch beobachtet. Einstein sagte: „Die Theorie bestimmt, was beobachtet werden kann.“ Aber mehr noch, in bestimmten teilchenphysikalischen Versuchen (Ich beschrieb das in „Alles ist Geist“) wird klar, dass die Beobachtung das Ergebnis eines einzelnen Versuches beeinflusst. Auch insofern kann von einer festgelegten Anzahl objektiv abrufbarer Informationen nicht die Rede sein.

Das Subjekt beeinflusst das Objekt. Ist hier Telepathie am Werk? Ist es so, dass der Geist erschafft?
Weiterlesen: Artikel ‚Telepathie – was sind telepathische Fähigkeiten?‘

Lesen Sie auch: ‚C.G. Jung – kollektives Unterbewusstsein‘

 

Kann der Mensch etwas NICHT wissen? Unwissenheit. was last modified: Februar 20th, 2016 by Henrik Geyer