Interview mit Erfolgsautorin Nina Nell

Nina2011-10
Nina Nell

Liebe Nina Nell, Sie sind eine junge, aber schon jetzt sehr erfolgreiche Autorin. Sie haben eine Reihe von Büchern geschrieben, die als Sachbuch in Romanform gelten dürfen – die Euphoria-Romane; sowie die Euphoria Sachbücher. Thema Ihrer Texte ist Selbstverwirklichung, Selbstfindung.. Wie der Titel Euphoria schon sagt, geht es Ihnen darum, mit Spass und Kreativität produktiv zu werden, und um Methoden, eine positive und Glück-bringende Lebens-Euphorie zu erreichen. 

Verblüffenderweise präsentieren Sie hierzu Möglichkeiten, die auf spielerische Weise in das Leben eingebaut und ausprobiert werden können. Ein unkonventionelles Konzept, das ganz offensichtlich Ihren zahlreichen Lesern gefällt, und das zum Ausprobieren anregt. 

Darüber hinaus gestalten Sie Artwork, modellieren, in einem Wort: sind kreativ auf vielen Ebenen…

Spireo: Sie sind eine erfolgreiche Schriftstellerin von inzwischen 5 Büchern. Wie schreiben Sie Ihre Texte? Mit der Schreibmaschine? Mit dem Computer? Oder nutzen Sie noch andere Medien?

Ich schreibe meine Texte mit dem Computer, um genauer zu sein auf meinem Netbook. Das ermöglicht es mir mein Arbeitswerkzeug oder Lieblingsinstrument, wie ich es nenne, überall mit hinzunehmen, da ich mich zum Schreiben gern zurückziehe. Auf meinem Netbook habe ich alle meine bisherigen Bücher geschrieben.

Spireo: Sie verlegen ihre Bücher im Selbstverlag Book on Demand. Welche Vorteile hat das für Sie?

Einige. Ich muss zum Einen nicht darauf warten, dass ein Verlag sich für die Veröffentlichung meines Buches entscheidet. Das spart eine Menge Zeit und ich kann meine Bücher dann veröffentlichen, wann ich es will. Ich kann mir selbst Zeitlimits setzen, kann selbst entscheiden welche Werbung für meine Bücher gemacht wird usw. Ich habe alles selbst in der Hand und das gefällt mir gut. Ich bin nicht abhängig von einem Verlag, der entscheidet, ob meine Bücher gut sind. Das entscheiden die Leser und das ist auch gut so. Auf diese Weise der Veröffentlichung hat jeder die Möglichkeit seine Gefühle und Gedanken frei und unverfälscht in Buchform in die Welt zu tragen und sich damit vielleicht seine Träume zu erfüllen.

Spireo: Wie wichtig ist für Sie Kreativität? Es scheint so, als käme man ohne Kreativität ganz gut aus, in dem man Dinge verkauft, die andere sich ausdenken und produzieren, etc…

Kreativität ist meiner Meinung nach sehr wichtig! Sie ist der Ausdruck der Seele und sie steckt in jedem Menschen. Leider haben die meisten Menschen nie gelernt ihrer Seele kreativen Ausdruck zu verleihen, was schade ist, denn Kreativität schafft eine Brücke zur eigenen Seele. Man kann sich selbst durch Kreativität besser kennenlernen, seine Emotionen ausdrücken, Wunden heilen. Es ist etwas Wunderbares, kreativ zu sein – wie ein Gespräch mit dem höheren Selbst. Natürlich kommt man auch ohne Kreativität aus, aber ich könnte mir ein Leben ohne Kreativität nicht vorstellen. Es würde sich leer anfühlen und ich hätte das Gefühl den Kontakt zu mir selbst verloren zu haben.

Spireo: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Spiritualität und Kreativität? 

Eindeutig ja! Wie schon erwähnt bin ich davon überzeugt, dass man durch Kreativität einen Kontakt zu sich selbst herstellt, zur eigenen Seele oder dem höheren Selbst. Kreativität kommt direkt aus der Seele/aus dem Herzen. Sie kann nicht aus dem Kopf heraus entstehen. Kreativität ist ein direkter Ausdruck der Seele. Das kann manchmal schmerzhaft sein, wenn man zum Beispiel versucht Trauer auszudrücken. Aber diese Form des Ausdrucks ist heilsam. Man öffnet eine Tür, durch die all die Emotionen hindurch fließen können. Sie dürfen da sein, sie werden angesehen und gelebt. Dadurch kann sich beispielsweise Trauer auflösen, Traumata können gelöst werden. Aber auch der kreative Ausdruck positiver Gefühle ist hoch spirituell, heilsam und in vielen Bereichen wirksam. Durch Kreativität, die direkt aus dem Herzen kommt, findet man in einen Zustand des Friedens, der Liebe bis hin zur Ekstase. Durch diesen Kontakt zu sich selbst können Probleme jeglicher Art gelöst werden. Zum Beispiel ein geringes Selbstwertgefühl oder negative Glaubenssätze. Kreativität stärkt durch den Kontakt zum höheren Selbst, heilt und schafft Frieden. Und man kann sie einsetzen, um die Realität zu gestalten und zu beeinflussen.

Es ist mir schon so oft passiert, dass sich Szenen aus meinen Geschichten in der Realität gezeigt haben, dass ich es schon nicht mehr zählen kann. Wenn ich kreativ bin, ob ich schreibe, male, modelliere oder dichte, kann ich damit bewusst auf die Realität einwirken. Ich habe das ausführlich in meinem Buch „Spiel dich reich!“ beschrieben, das diesen Monat veröffentlicht wird. Kreativität ist also ein großes Thema für mich und ich denke, auch ein großes Thema für die Spiritualität.

Spireo: Worher glauben Sie kommt Kreativität? Was ist die beste Voraussetzung kreativ zu sein?

Kreativität kommt aus dem Herzen/aus der Seele. Ich spüre, was mein Herz zum Ausdruck bringen möchte und tue es einfach. Da spielt der Kopf nur in dem Maße eine Rolle, wie er auf die korrekte Schreibweise achten muss. Ansonsten spricht nur mein Herz.

Meine Einfälle nehme ich also direkt aus meinem Herzen. Dabei achte ich einfach darauf, was mich begeistert, was mich fasziniert und regelrecht entflammt, das, was mich nicht mehr loslässt und drücke es auf kreative Weise aus. Das ist eigentlich alles. Die beste Voraussetzung kreativ zu sein: Hör auf dein Herz!

Spireo: In ihren Büchern gibt es keine religiöse Metaphern. Anders als in anderen Büchern zu ähnlichen Themen. Die Vermutung liegt nahe, daß Sie von Haus aus keine bestimmte religiöse Prägung haben?

Nein, ich bin nicht religiös, lehne aber auch keine Religionen ab. Jeder muss für sich selbst entscheiden, woran er glauben möchte. Ich glaube an keine höhere Instanz, da ich davon überzeugt bin, dass alles eins ist und die einzige hohe Instanz die Ganzheit, also wir selbst sind. Wobei auch jedes Individuum diese Ganzheit repräsentiert und in sich trägt. Deshalb spreche ich auch in meinen Euphoria-Romanen davon, dass jeder Mensch göttlich und grenzenlos ist.

Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch erkennen sollte, wie großartig er tatsächlich ist. Hinter all den Masken, die wir täglich tragen, stecken Götter. Mit Euphoria wollte ich die Menschen dazu animieren die Masken abzunehmen und das Göttliche in sich zu erkennen und zu leben. Selbstbewusst und mit erhobenem Kopf durch diese Welt zu gehen, so wie die Götter in Euphoria, und zu erkennen, dass sie nicht klein oder unbedeutend sind, sondern groß, leuchtend und ein einzigartiger Ausdruck der Ganzheit.

Spireo: Woher kommt diese starke Bezogenheit auf das Innere, auf Fragen zu Sinn und Wegen des Selbst? 

Ich hatte diese starke Bezogenheit auf das Innere schon immer. Schon als kleines Kind habe ich mich gefragt, was der Sinn des Lebens ist, warum die Welt so ist, wie sie ist und warum das Leben so läuft, wie es nun mal läuft und nicht anders. Als Teenager habe ich angefangen Bücher darüber zu lesen, wie man Einfluss auf das Leben nehmen kann und habe alles studiert, was ich zu Thema Realitätsgestaltung, Bewusstwerdung und Spiritualität in die Finger kriegen konnte. Ich wollte das Leben und die Welt verstehen, doch vor allem wollte ich das Sein selbst  verstehen. Dieser Drang nach Wissen hat mich zu vielen Erkenntnissen geführt, die mir im Leben sehr geholfen und mich weitergebracht haben. Durch diese Erkenntnisreise bin ich nun zu dem geworden, was ich heute bin und ich möchte keine Phase dieser Reise missen, auch wenn sie manchmal schwer und schmerzhaft war. Erkenntnisse sind nicht immer angenehm, aber sie öffnen immer Türen, durch die man hindurchgehen und neue Wege beschreiten kann. Erkenntnisse verändern. Ich bin heute ein ganz anderer Mensch, als noch vor 10 Jahren und ich bin wirklich froh darüber. Ein Leben ohne dieses Wissen kann ich mir gar nicht mehr vorstellen.

Spireo: Von Ferne gesehen scheint es so, als ob Nina Nell eine Person ist, die nur die Dinge tut, die sie tun möchte. Man möchte Sie darum beneiden: Sie sind kreativ, erfolgreich, und leben das Leben so wie es Ihnen gefällt. Gibt es dafür Grenzen?

Ja, es gibt Grenzen, allerdings nur jene, die wir uns selbst setzen. So wie ich das sehe, sind sie zum Überwinden da und zu sonst nichts. Ich bin nicht perfekt und habe, so wie jeder andere Mensch auch, mit Grenzen wie alten und sehr hartnäckigen Glaubenssätzen zu tun, mit Ängsten, die mich hemmen, Wut, die mich lähmt und Alltagsproblemen, die jeder kennt. Manchmal weiß auch ich nicht, wie ich mit Situationen umgehen soll und bin überfordert. Aber das sind alles Dinge, durch die man sich weiterentwickelt und so betrachte ich sie auch.

Natürlich versuche ich mir das Leben so zu gestalten, wie ich es haben will und die meiste Zeit gelingt es mir auch, aber manchmal erschaffe ich mir auch Mist, den ich wieder gerade biegen muss. Nachdem ich ihn akzeptiert habe, natürlich. 😉

Dass ich nur Dinge tue, die ich tun möchte, liegt zu einem großen Teil an meiner Betrachtungsweise. Meine Steuererklärung möchte ich zum Beispiel nicht machen, aber die muss ich machen, also versuche ich die Dinge, die unumgänglich sind, anders zu betrachten, damit ich anders an sie heran gehe und sie nicht als eine Qual oder Last empfinde. Das macht das Leben sehr viel leichter.

 Spireo: Haben Sie noch genug Träume? Sie scheinen ja alle sofort umzusetzen …

Ja, ich habe immer Träume. Und wenn es nur die Träume sind, ein neues Buch zu schreiben und zu veröffentlichen.

Ich träume zum Beispiel auch davon, dass meine Geschichten irgendwann verfilmt werden. Träume gehen mir nie aus. Wenn einer verwirklicht ist, rückt der nächste nach. Träume machen das Leben interessant. Sie zeigen einem, wo man hin möchte und geben einem die Möglichkeit Grenzen zu sprengen. Ich glaube auch, dass sie bei der persönlichen Entwicklung helfen. Außerdem bereichern sie die Welt.

Menschen, die träumen, verwirklichen wunderbare Dinge. Große Geschichten der Weltliteratur, die Menschen auf der ganzen Welt begeistern, wären nie entstanden, wenn nicht zuvor jemand einen Traum gehabt und diesen verwirklicht hätte. Die Welt würde sich ohne Träume nicht weiterentwickeln. Deshalb sind Träume wichtig. Und ich wünsche mir, dass sie auf dieser Welt niemals ausgehen. Wer träumt, hat eine Vision von der Zukunft und wer glaubt, hat die Kraft, sie Realität werden zu lassen. Ich werde also immer Träume haben. Manche lassen sich schnell umsetzen, andere brauchen Zeit. Aber sie treiben das Leben an und erhalten das Feuer der Motivation und Lebensfreude aufrecht.

Spireo: In Ihrem Buch „Euphoria das Spiel“ ist eine ihrer Kernthesen, dass jedermann sein Leben nach den eigenen Wünschen ausleben sollte. Der Titel „Euphoria – das Spiel“ suggeriert, dass man sein Leben wie ein Spiel auffassen könne. Viele Menschen halten das Leben für eine sehr ernste Angelegenheit. Gibt es auch Grenzen für dieses Spiel?

Nun, manchmal ist das Leben eine sehr ernste Angelegenheit und manchmal macht es wirklich keinen Spaß. Dass das Leben Spaß macht und man es so gestaltet, wie man es haben möchte, ist der Idealfall. Dieser kommt dann zu Stande, wenn man auch das Negative als zum Leben dazugehörig betrachtet. Zu glauben, dass das Leben ausschließlich positiv verlaufen muss, ist ein Trugschluss, der aus dem polaren Denken von Gut und Schlecht kommt. Wenn man nichts mehr als positiv oder negativ betrachtet, fällt der Ernst des Lebens weg und das Leben wird tatsächlich zu einem Spiel. Es ist wie eine Art Strategiespiel, in dem man die Ursachen nur richtig setzen muss, um die gewünschte Wirkung zu erziehen. Dabei geht es darum, nicht die Wirkung zu erzwingen, sondern die richtige Ursache zu setzen. Den Rest macht das Leben von allein. Das zu verstehen, zu trainieren und umzusetzen ist das Spiel des Lebens – Euphoria.

Spireo: Unsere Kultur enthält viele Hinweise darauf, dass man auf dem Boden der Realität zu bleiben hat. Mir fallen sofort drei Poptitel ein, die sich um zerbrochene Träume drehen, Selbsttäuschung, sich zurücknehmen. Muss man den Menschen erst wieder beibringen das Leben wie ein Spiel aufzufassen?

Ja, meiner Meinung nach schon. Den Menschen wurde schon immer suggeriert, dass sie klein, unbedeutend und machtlos sind, dass sie keinen Einfluss auf ihr Leben haben, dass Glück etwas ist, das von „oben“ entschieden wird, dass sie es nicht verdienen glücklich und reich zu sein, wenn sie nicht dafür „arbeiten“ usw. Solche Suggestionen sind wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst und sie sind nur dazu erschaffen worden, um die Menschen klein zu halten. Ich denke, es ist an der Zeit zu erkennen, dass sie alle falsch sind und dass jeder Mensch aus dieser Lethargie auferstehen kann, wie Phönix aus der Asche. Was ist falsch daran abzuheben und auf den Wolken zu tanzen und alles einzufordern, was einen glücklich macht? Dazu hat jeder Mensch das Recht und die Macht.

Ich denke, es ist unser Geburtsrecht uns zu entfalten und für diese Entfaltung alles zur Verfügung zu haben. Das ist auf dieser Welt natürlich schwer, weil viele Menschen in Verhältnissen leben, die es ihnen unmöglich machen, sich zu entfalten und auszuleben. Aber genau hier setzt ja die Realitätsgestaltung ein. Menschen sollen daran erinnert werden, dass sie Einfluss auf diese Lebensverhältnisse haben und sie so wandeln können, dass sie in der Lage sind so zu leben, wie es für sie gedacht ist.

Spireo: Welche Gefahren erwachsen aus dem Denken „das Leben ist ein Spiel?“

Ich denke, Menschen könnten auf den Gedanken kommen, dass das Leben nur spaßig und freudvoll zu sein hat und jeder negative Aspekt des Lebens verdrängt wird.

Das ist gefährlich, da alles, was wir verdrängen im Leben gespiegelt werden muss. Dem entkommt man aber durch die Spielregeln in Euphoria, in denen nichts verdrängt, sondern alles akzeptiert werden soll. Eine weitere Gefahr sehe ich eventuell darin, dass das Leben nicht mehr ernst genommen wird und man leichtsinnig wird.  Man sollte das Leben nicht als ein Spiel wie „Mensch ärgere dich nicht“ betrachten, das zu Ende ist, sobald man sein Ziel erreicht hat, sondern als ein Spiel das nie endet und in dem man alle Konsequenzen zu tragen hat. Ich denke, dann können auch keine Gefahren entstehen.

Spireo: Wenn die Menschen die eigenen Wünsche in den Mittelpunkt stellen, ist dann Deutschland als machtvolle Industrienation in Gefahr?

Im Gegensatz zu den Wünschen der Industrienation? Ich denke schon. Aber das möchte ich nicht spieldichreichkleinweiter ausführen, da ich nicht gern über politische Themen rede. Das ist ein großes Streitthema. Aber im Allgemeinen sehe ich keine Gefahr darin, wenn Menschen ihre eigenen Wünsche in den Mittelpunkt stellen. Im Gegenteil. Menschen, die ihren Herzen folgen und sich ihre Wünsche erfüllen, sind glückliche Menschen. Und glückliche Menschen sind zufriedener, kreativer, produktiver, motivierter, voller Energie, Elan, übersprudelnder Ideen und Nächstenliebe. Man stelle sich ein Land voller solcher Menschen vor.

Spireo: In Ihrem Buch „Euphoria das Spiel“ führen Sie aus, dass Dinge die wir uns wünschen, sich uns entziehen, hingegen Dinge und Umstände, die wir mögen, sich in unser Leben einfügen. Drängendes Wollen und Wünschen hält positive Dinge und Umstände aus unserem Leben fern, so wie Menschen, die man verschreckt, wenn man zu direkt und vereinnahmend auf sie zugeht. Dem gemäß wohnt den unbelebten Dingen ein eigener Geist inne?

Man kann es so betrachten, aber im Grunde bestehen die unbelebten Dinge und Umstände aus demselben Geist/Bewusstsein, wie Menschen. Umstände und Dinge, sowie auch Menschen sind Spiegel unseres Selbst. Wenn man etwas wünscht und will, spürt man einen Mangel. Dieser Mangel wird in der Realität gespiegelt und die Dinge, Umstände und Menschen, die man will, entfernen sich gemäß dieses Spiegelgesetzes. Mag oder liebt man Dinge jedoch einfach nur, ohne sie zu wollen, sondern einfach aus dem Gefühl der Freude heraus, weil es sich so wunderbar anfühlt, etwas frei und bedingungslos zu lieben, zieht man es an. Liebe bedeutet Fülle. Durch Liebe verbindet man sich mit den Dingen. Es gibt ein Sprichwort, das da lautet: Was du liebst, rückt dir zu Leibe. Das entspricht vollkommen der Wahrheit. Ich habe es am eigenen Leib schon tausendfach erlebt und unzählige Erfahrungsberichte von Menschen gelesen, die alles bekommen haben, was sie wollten, als sie es nicht mehr gewollt, sondern geliebt haben. Im Grunde ist das der einzige Knackpunkt der Realitätsgestaltung. Die meisten Menschen wünschen und wollen, bis es sie völlig zermürbt. Dabei laufen ihnen die Dinge immer mehr davon. Deshalb lautet mein Rat: Hört auf zu wünschen! Liebt stattdessen. Liebt, bis ihr high vor Glück seid! Dann kommt alles von selbst. Die Schwierigkeit liegt einzig darin, das Wünschen loszulassen.

Spireo: Was ist der Unterschied zwischen dem Geist der unbelebte Dinge bewohnt und dem Geist der Lebewesen innewohnt?

Es gibt keinen Unterschied. Allem wohnt derselbe Geist inne, dasselbe Bewusstsein. Alles ist eins. Wir sind mit allem verbunden. Deshalb glaube ich auch nicht, dass es ein Universum außerhalb von uns gibt, das wir um die Erfüllung unserer Wünsche bitten können. Wir bitten uns im Grunde selbst. Für viele mag es hilfreich sein, etwas außerhalb von sich selbst um etwas zu bitten, da es einem oft leichter fällt an etwas Anderes zu glauben, als an sich selbst. Und oft funktioniert es auch, wenn man fest an diese äußere Instanz glaubt und ihr vertraut, dass sie den Wunsch erfüllen wird. Aber ich glaube, dass wir es selbst sind, die den Wunsch Wirklichkeit werden lassen.

Spireo: Weisheit wird landläufig mit einem höheren Alter verbunden. Wie alt sind Sie (wenn man das fragen darf)?

Sie dürfen fragen. Ich bin im Juli 31 geworden. Ich denke Weisheit und Alter gehen nicht unbedingt Hand in Hand. Es gibt alte Menschen, die sehr weise sind, andere hingegen überhaupt nicht. Genauso ist es mit jungen Menschen. Was Weisheit ausmacht, ist denke ich ein tiefes Verständnis für das Leben, eine gewisse Weitsicht und Empathie. Das muss nicht unbedingt etwas mit Erfahrungen zu tun haben oder äußerem, weltlichem Wissen. Es geht hier vielmehr um das innere Wissen, zu dem jeder Mensch Zugang hat. Weise Menschen nutzen diesen Zugang.

Spireo: Da Fragen der Weisheitslehre traditionell von Menschen höheren Alters behandelt werden, ist es da immer leicht, mit dieser Thematik ernst genommen zu werden, als jüngerer Mensch? 

Ich habe keine Probleme damit, ernst genommen zu werden. Ich kann Dinge sehen und verstehen, die viele ältere Menschen nicht wahrnehmen und ich denke, das wissen oder spüren alle. Aber wie gesagt, liegt das nicht am Alter, sondern daran, ob man den Zugang  zu diesem höheren Bewusstsein und dem Wissen, den jeder Mensch hat, nutzt oder nicht. Manchen Menschen fällt es leicht ihn zu nutzen, andere müssen ihn erst finden und wieder andere kommen nie in Kontakt damit, weil sie sich damit nicht beschäftigen. Es stimmt schon, dass Weisheitslehren einen höheren Stellenwert bei älteren Menschen haben und das macht mir oft einen Umgang mit gleichaltrigen Menschen schwer, da mich ganz andere Themen interessieren. Aber ich versuche Menschen zu finden, die ähnlich „ticken“ wie ich und die gibt es in jeder Altersgruppe.

Spireo: An welchem Ort möchten sie am liebsten sein?

Ich lebe in Hannover, aber ich würde gern an viele Orten sein. Ich plane zur Zeit meinen Umzug in den Süden. Dort würde ich entweder gern am Bodensee oder im Schwarzwald leben. Allerdings zieht es mich auch in die Schweiz oder nach Osterreich. Überall dorthin, wo es schöne Natur gibt. Ich werde mir dort irgendwo ein Haus kaufen, denn in der Ruhe der Natur kann ich am besten schreiben. Stadtgeräusche und städtisches Getummel stören mich sehr und ich versuche es möglichst zu vermeiden zu viel davon um mich zu haben. Vermutlich wird man mich bald irgendwo in der Wildnis auf einer Lichtung finden, in einem hübschen, weit abgelegenen Häuschen, in meinem Schreibzimmer sitzend, das Netbook auf dem Schoß und mit den Gedanken ganz weit weg.

Spireo: Was sind Ihre neuesten Projekte?

Emilia1CoverMein neuestes Projekt ist „Emilia“ – ein Roman über die Polarität. Hier geht es um Gut und Böse und

den nie enden wollenden Kampf der Gegensätze. Erkenntnisse wie „Alles ist eins“ werden hier in eine spannende Fantasygeschichte verpackt, in der es um eben diese Gegensätze geht und darum, wie Frieden geschaffen werden kann, indem sie eins werden. Hauptprotagonistin ist „Emilia“, die beide Gegensätze in sich vereint. Ihre Aufgabe und ihr Schicksal ist es, diese Gegensätze auch in der Welt zu vereinen und damit den Kampf der Pole zu beenden. Es ist mein großes Herzensprojekt, an dem ich schon sehr lange arbeite.

Zu diesem Projekt ist bereits die Vorgeschichte namens „Aina – Herzorgasmus“ erschienen. Ein Herzorgasmus ist hier als ein Gefühl von Ekstase zu verstehen – dem direkten Ausdruck von Einheit.

Auch arbeite ich noch an den Kinderbüchern zu Euphoria und diversen Bildbänden.

 

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Webseite von Nina Nell

 

 

 

 

Interview mit Erfolgsautorin Nina Nell was last modified: Oktober 16th, 2015 by Henrik Geyer