Was heißt kausal? Kausalität und Zeit

Was ist „kausal“? Causa = lat. die Ursache.

In diesem Beitrag soll ein wenig näher betrachtet werden, was den Begriff „kausal“ mit zeitlichen Vorstellungen verbindet.

Kausal erfordert ein vorher und nachher

Alle kausalen Verbindungen, die wir finden können, sind auch zeitlich miteinander verknüpft (ebenso übrigens wie räumlich).

Und jedes Phänomen, Ding oder Ereignis, hängt mit anderen Ereignissen zusammen.

Dies ist unsere Art und Weise, die Dinge zu sehen. Wir sehen die Dinge als getrennt (von uns), sie dann doch aber wieder miteinander zu verbinden, durch Kausalität (das eine begründet das andere), ist unsere grundsätzliche Sicht auf die Welt.

Und die Dinge, bzw. die Ereignisse, ordnen wir zeitlich und räumlich ein. Das landläufige Verständnis eines kausalen Zusammenhanges ist dabei, das ein Ereignis ein anderes bedingt, oder sich von einem anderen ableitet.

Die URSACHE für etwas ordnen wir in der Regel vor einem betrachteten Ereignis (Phänomen) ein. Ein  Ereignis, das nach dem betrachteten Ereignis (Phänomen) auftritt, und mit diesem in Zusammenhang steht, würden wir Folge oder Konsequenz nennen.

Kausalität und Zeit – austauschbar

Insofern wird deutlich, dass Kausalität und Zeit miteinander auf das Engste verknüpft sind.

Nicht nur ist Zeit „nötig“, um Kausalität zu formulieren, es ist auch Kausalität „nötig“, für eine Zeitvorstellung. Denn wenn die Ereignisse nicht zusammenhingen (Kausalketten), welche Bedeutung hätte dann Zeit?

Man kann es auch so sehen, dass, wenn wir die Ereignisse nicht in kausalen Zusammenhängen sehen könnten, dann verschwände auch die Vorstellung von Zeit. Wir könnten nicht messen, welche Zeit zwischen zwei einander bedingenden Ereignissen vergeht – wenn wir nicht sehen würden, oder einfach definieren würden, dass zwei Phänomene zusammenhingen. Insofern steht die Zeit in einer Abhängigkeit von der Kausalität. Kausalität verursacht Zeit.

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Kausalität als x-te Dimension

So gesehen könnte Kausalität als weitere Dimension unserer Welt gelten – neben Zeit und Raum die Kausalität, die gewissermaßen ein weiteres Element der Bühne ist, die unser Leben möglich macht.

Grafik

In der Grafik unten wurde der Zusammenhang von Kausalität und Zeit aufgezeigt. Die Vorstellung von der Zeit ist einerseits, dass sie in einem einzigen Strom und in einer einzigen Richtung von der Vergangenheit in die Zukunft fließt.

Was ist kausal? Kausalität - Zeit - Wahrheit - Wahrscheinlichkeit

Und von der Kausalität ist das ja auch die einfachste und gängigste Vorstellung, wie sie bereits in unserer Sprache zum Ausdruck kommt: alles hat eine Ursache.

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Tatsächlich aber, und das ist uns widersprüchlich, wissen wir ja eigentlich, dass es keine eindeutigen kausalen Beziehungen gibt. Denn jedes Ding hat mindestens mit vielem zu tun, wenn nicht gar mit allem. Dass wir etwas herauspicken, und daraus eine eindeutige kausale Beziehung machen wollen, darf man Willkür nennen. Vielleicht könnte man auch: Zufalls. Denn dass wir bestimmte kausale Zusammenhänge finden müssen, ist nicht richtig.

Eine andere Weise, dieses Nicht-unbedingt-Zusammenhängen zu verstehen ist, sich begreiflich zu machen, dass wir mit dem Finden von kausalen Zusammenhängen nicht fertig werden können – sie sind uns immer unendlich. Das bedeutet, es gibt keine eindeutige kausale Relation. Denn wenn wir mit dem Bilden kausaler Zusammenhänge nicht fertig werden können, wissen wir nie, ob ein gefundener kausaler Zusammenhang im materialistisch-eindeutigen Verständnis der „richtige“ ist…

Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.
Wilhelm Busch

Fazit: was bedeutet kausal?

Was also meint das Wort „kausal“? Es ist die Vorstellung, dass alles, jedes Ereignis, jedes Ding, mit etwas anderem zusammenhängt. Das Eine begründet das andere.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Das eine kann nicht das andere sein. Das eine kann nicht ohne das andere sein.

 

Die uns eigentlich recht offensichtliche Tatsache, dass alles mit allem zusammenhängt, ist uns im materialistischen Verständnis rätselhaft, denn die Welt, wie wir sie kennen, erscheint in dieser Sichtweise als nicht eindeutig. Denn wir nehmen ja an (und das ist das Wesen des materialistischen Weltbildes), dass es für alles einen Grund gibt.

Aus spirealistischer Sicht „gibt“ es keine Kausalketten in einem Außen – sondern auch das sind Vorstellungen eines umfassenden (kosmischen Geistes).

Die Vorstellung, die Welt sei aus eindeutigen kausalen Zusammenhängen geschaffen, tritt nur an einem Ort auf: einem Ich Universum, d.h. einem Bewusstsein. Es ist EINS – und kann als solches immer nur einen Zusammenhang sehen. Ein solches „Ich-Universum“ bildet sich auch in einem dem Individuum übergeordneten Maßstab siehe Supersubjektivität. Das Denken über die Dinge, und die Dinge selbst, sind im Spirealismus ein- und dasselbe.

 

 

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Was heißt kausal? Kausalität und Zeit was last modified: Juni 27th, 2016 by Henrik Geyer