„Gott würfelt nicht“, sagte Einstein. Aber warum würfelt Gott nicht?

Einstein, gefragt, ob denn das Universum nicht vielleicht letzten Endes auf Zufall beruhe, sagte Folgendes:
„Die Quantenmechanik ist sehr achtunggebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, daß das noch nicht der wahre Jakob ist. Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten bringt sie uns kaum näher. Jedenfalls bin ich überzeugt, daß der nicht würfelt.“ Das bedeutet: Gott würfelt nicht – letzten Endes muss alles erklärbar sein.

Gott würfelt nicht – Was ist Zufall?

Es ging in seiner Überlegung um die Resultate des Quantenmechanik, die Zufälligkeit des Geschehens nahelegen. Denn im Kleinsten und Allerkleinsten lässt sich keine Begründbarkeit finden, die man dort aber seit Urzeiten vermutete. Seit der Antike gibt es die Vorstellung, die Welt sei aus kleinsten Kernen aufgebaut, die sich selbst nicht mehr weiter teilen lassen (Atome). Und sie seien der „Grund“ für die Welt, wie wir sie vor uns sehen.
Es geht vordergründig um die Frage, was Zufall ist. Ist Zufall, das, was man nicht weiß, bis man eine Begründung für die Abläufe der Natur findet, so dass das, was man bisher für Zufall hält, kein Zufall mehr ist? Oder ist der Zufälligkeit schlicht nicht vorhersagbar?

Worum geht es bei der Frage noch?

Wenn Einstein von Gott spricht, so meint er damit ebenso gut die Natur, wie ein nicht zu benennendes „Größeres“. Wenn man so will, im übertragenen Sinn unsere Vorstellung vom Universum, vom Sein. Gott würfelt nicht – wenn der Mensch die Intentionen Gottes erkennen kann, indem er immer genauer schaut und forscht, dann wäre Gott am Ende erkennbar. Somit geht es um die Erkennbarkeit der Welt. Werden wir der Frage nach dem Grund von ALLEM auf den Grund kommen? Oder bleibt das zufällige Element – das, was wir nicht wissen können? Und wenn wir etwas nicht wissen können – warum nicht?

Ist es eine Spezial-Frage der Quantenmechanik?

Nur scheinbar geht es bei dem Vorgang um Erkenntnisse aus der Quantenmechanik. Also einen Bereich, der sich dem „normalen“ Denken nicht zu erschließen scheint. Der Spirealismus sieht jedoch die Existenz von Gedanken ausgehen. Und die Frage, was Zufall ist, lässt sich ebenso gut in der Makrowelt unserer täglichen Realität stellen. Denn man frage sich: hören denn die Rätsel je auf? Nein. Der Zufall bleibt. Wir finden mehr und mehr Begründungen, aber die Grenze dessen, was wir als zufällig ansehen, verschiebt sich einfach nach außen. Wenn wir, wie der Spirealismus sagt, Teil eines Informationsprozesses sind, der durch uns hindurchwirkt, dessen Realisierung wir sind, dann sind es unsere Gründe und Begründungen selbst, die mögliche Denkwelten erschaffen. Sie erschaffen das, was wir den Grund nennen ebenso, wie das, was wir Zufall nennen.

Gott würfelt nicht? Doch, er würfelt

Die Welt, so sieht es der Spirealismus, existiert nicht in dem Sinn, es sei EINE Welt. Denn tatsächlich sind nur die subjektiven Welten nachweisbar. Die Ich-Universen. So gibt es denn nicht EINE Welt, sondern VIELE Welten. Und die mit diesen Welten verknüpften Realitäten, die sich aus sich selbst heraus stets erneuern. Daher ist es die Auffassung des Spirealismus, dass „die Welt“ im materialistischen Sinn nicht erkennbar ist, allein deshalb, weil ihr Urgrund nicht eine vom Geist getrennte Materie ist, die wir nur anschauen. Sondern ebenso wie wir beobachten, erschaffen wir auch. Daher können wir dem Urgrund nie endgültig auf die Schliche kommen, denn er entwickelt sich erst aus uns. Aus menschlicher Sicht bleibt der Zufall – Gott würfelt.

„Gott würfelt nicht“, sagte Einstein. Aber warum würfelt Gott nicht? was last modified: Februar 28th, 2016 by Henrik Geyer