Warum der Ouroboros gut den Grundgedanken des Spirealismus ausdrückt

Der Ouroboros, die sich in den Schwanz beißende Schlange, ist ein antikes Symbol. Es drückt die Selbstgenügsamkeit dieser Welt, weil Selbstbezogenheit, in vielen Aspekten aus. Der Ouroboros ist ein Symbol für das ständige Werden und Vergehen aus sich heraus … der Ouroboros nährt sich von sich selbst und benötigt keine Nahrung von Außen, der Ouroboros kann und muss nirgendwo hingelangen, denn der Raum ist nur IN ihm.
Der Spirealismus, dessen Grundgedanke es ja ist, dass es nichts Objektives gibt, mithin keine Objekte die im eigentlichen Sinn „außerhalb“ von uns sind, mithin keine Materie im von uns materialistisch verstandenen Sinn (außerhalb und unabhängig des menschlichen Bewusstseins), ist der philosophische Ausdruck des Ouroboros.
Während der Ouroboros mystisch bleibt, versucht der Spirealismus denselben Gedanken in verständliche Worte zu kleiden – er versucht darzulegen und verständlich zu machen, dass alle unsere Aussagen, die, wie wir glauben, Aussagen ÜBER feste Objekte des Außens sind, in Wirklichkeit durch uns generiert werden. Die Information ENTSTEHT in uns, Information ist keine Widerspiegelung fester Materieobjekte.

Ouroboros, Oroboro [SPID 3981]Dass der Spirealismus dabei Grenzen des Vorstellbaren erreicht, ist verständlich, denn er versucht das in einer materialistischen Sprache Nicht-Ausdrückbare auszudrücken, und zwar notgedrungen in einer materialistischen Sprache – wodurch die Berechtigung solcher vielsagenden, wie im materialistischen Sinn unverständlichen Symbole wie dem des Ouroboros, um so offensichtlicher wird. Ähnliches gilt übrigens für das Yin-Yang Symbol, das sehr viel mit dem Ouroboros gemein hat.

Spirealismus ist, wie der Ouroboros, der Gedanke an einen in sich geschlossenen geistigen Kreis. Es ist die Vorstellung des Entstehens der Welten ohne festen äußerlichen Bezugspunkt; mithin ist es auch der Gedanke der völligen Freiheit der kosmischen Möglichkeiten – wohlgemerkt nicht der völligen Freiheit der menschlich-geistigen Möglichkeiten! Man nennt diese völlige Freiheit in der Philosophie auch Kontingenz – so manchem unserer Zeitgenossen, der zum Beispiel dieser Tage von „Alternativlosigkeit“ redet, ist dieses Konzept in seinem Wesen völlig fremd. Der Ouroboros und der Spirealismus zeichnen das Bild einer Welt, die aus sich heraus entsteht und deren eigentlicher Grund nicht formulierbar ist. Nein, besser, deren eigentlicher Grund unendlich oft und auf unendliche Weise formulierbar ist und, daher (so paradox das dem materialistischem Ohr klingt, denn wir finden ja Gründe, sogar jede Menge!), unbestimmt ist und unbestimmbar bleibt.

Warum der Ouroboros gut den Grundgedanken des Spirealismus ausdrückt was last modified: August 12th, 2017 by Henrik Geyer