Die Einfachheit des Komplizierten

Der Gedanke fasziniert immer wieder aufs Neue, wie simpel doch unsere Vorstellungen von der Welt in ihren grundlegenden Begriffen sind. Beispielsweise das Wort Materie, das, aus dem Lateinischen kommend, nichts anderes als „Stoff“ bedeutet.

„Stoff“ könnte in seiner Bedeutung nicht fließender sein, jedoch baut auf seiner genauen Unterscheidung, beispielsweise von Geist, die gesamte materialistische Weltsicht auf.

Wer den Begriff „Materie“ hört, glaubt, es handele sich um ein hoch wissenschaftliches  Konstrukt, mit Nachweisen, objektivem Wissen, etc..

Und, ja, natürlich gehört zum Begriff Materie ganz viel: die Elemente, bestimmte Sichtweisen, wissenschaftliche Bibliotheken zu Physik und Chemie …

Aber all das sind Ableitungen der n-ten Instanz in nur „einer Richtung“, während in der Gegenrichtung, hin ins Fundamentale, die Klärung kaum dürftiger sein könnte (eben daher ist das die Fragestellung des Spirealismus). Im Grunde versucht der Materialismus stets den Unterschied zwischen Materie und Gedanken an Materie zu erklären, und setzt, weil er damit natürlich nicht sehr weit kommt, einfach ein Ausrufezeichen hinter die Annahme, es könne nicht anders sein, als dass es diesen Unterschied gäbe.

Der eigentliche Begriff, „Stoff“, bleibt rätselhaft – und muss eben deshalb der philosophischen Untersuchung unterliegen.

Die Einfachheit des Komplizierten was last modified: November 24th, 2017 by Henrik Geyer