Es gibt keinen Gott – sagen die einen. Es gibt ihn doch, die anderen

Es gibt keinen Gott: Gott oder Nicht-Gott

Es gibt keinen Gott? Wo ist das Problem?

In unserer aufgeklärten Zeit scheint fast beliebig, welcher Überzeugung man anhängt. Aber – ist es das wirklich? Ist es völlig egal, wenn man sagt: Es gibt keinen Gott?

Ich denke, nein. Die Vorstellung von etwas Höherem, etwas, das uns hervorbringt, kommt mit Notwendigkeit in die Welt. Wir fragen uns: Woher kommen wir?

Für den Nicht-Gläubigen ist die Materie der Gott, der Ursprung. Für den Gläubigen ist es Gott – vorgestellt als ein Wille. Im Ursprung bleibt es aber die gleiche Frage.

Bei der Frage, ob es Gott gibt, geht es eigentlich nicht um die Vorstellung einer bestimmten Gott-Person. Allein schon deshalb, weil das Wort „Gott“ für die Gläubigen unterschiedlichsten Glaubens, ob es nun Christen sind, oder Muslime, oder Buddhisten, etc.. ganz Verschiedenes meint. Mit dem Gedanken an Gott verbinden sich unterschiedlichste Vorstellungswelten.
Noch einmal viel verschiedener sind die Vorstellungen zwischen Gläubigen und Nicht-Gläubigen.
Es wäre hilfreich, wenn mehr darüber gesprochen würde, was sich mit den Vorstellungen verbindet, als dass man sich um das bloße Wort streitet. Denn das ist ein Streit um des Kaisers Bart.

Welches ist die richtige Vorstellung von Gott?

Wenn wir vergleichen, was genau wir unter dem Begriff „der Schöpfer“, oder Gott, eigentlich verstehen, dann würde sich herausstellen, dass es bei der Frage, ob es Gott gibt, für die Nicht-Gläubigen um Kirchensteuer, Inquisition und vieles mehr geht. Für die Gläubigen hingegen um Sicherheit im Glauben, Existenzfragen u.v.m.. Man streitet also um zweierlei, nicht um dasselbe. Und so gesehen ist dieser Streit völlig überflüssig. Das ist so, als würden sich Chinese und Deutscher gegenseitig Worte in ihrer Sprache zuwerfen, und so tun, als würden sie verstehen, worum es dem anderen geht.

Die Existenz liegt im Denken

Die Existenz Gottes liegt im Denken des Gläubigen, und die Nichtexistenz Gottes liegt im Denken des Ungläubigen. Die Aussage „Es gibt keinen Gott“ hat nur Wahrheit für den, der sie glaubt.
In einem Außen ist Gott ebenso wenig nachzuweisen wie der Urknall. Denn sowohl der Ungläubige wird sich weigern, die Argumentation des Gläubigen richtig zu nennen, wie sich der Gläubige auf die Argumentation des Ungläubigen verlassen will, was den Urknall betrifft. Denn dieser kennt ja noch nicht einmal Gott.

Es gibt keinen Gott – sagen die einen. Es gibt ihn doch, die anderen was last modified: Februar 16th, 2016 by Henrik Geyer