Element der Schöpfung, nicht Beobachter – Meine Weltsicht

da ich so viel Philosophisches schreibe, überkommt mich ab und zu das Verlangen, auf eine kürzeste Formel zu bringen, was man auch im Detail ausformulieren könnte. Einmal mehr möchte ich das versuchen und frage mich: Was bewirkt diese ungewöhnliche Sichtweise eigentlich … als Haltung gegenüber dem Leben und den Dingen?

Element der Schöpfung, nicht Beobachter der Schöpfung

Ein Satz, den ich häufig gebrauche, und der Kern meines Spirealismus ist, lautet, dass wir Menschen Elemente der Schöpfung sind, durch die hindurch die Schöpfung fließt, wir sind nicht die genialen Beobachter der Schöpfung.

Element der Schöpfung zu sein, das lässt sich leicht sagen, jedoch ist dieser Satz, indem er ausgesprochen wird, meist nicht verstanden. Elemente der Schöpfung zu sein, nicht Beobachter der Schöpfung, bedeutet beispielsweise, sich zu fragen, ob wir einer Rose, in derselben Logik die wir auf uns selbst anwenden, das Prädikat zuzubilligen wollen, Erfinderin einer effektiv auf Bienen wirkenden Kombination aus roter Blüten-Farbe und einzigartigem Geruch zu sein. Sehen wir das so? Doch wohl nicht!

Umgekehrt … sich selbst als Element der Schöpfung zu sehen, nicht als Beobachter, bedeutet, was man für die Rose sagen würde, für sich selbst wahrzunehmen. Der Mensch ist nicht Beobachter der Schöpfung, sondern ihr Element. Indem er IST, „beobachtet“ er, setzt sich in Beziehung. Indem er ist, erschafft er. Die Rose kann es nur geben, indem sie erschaffend beobachtet wird. So wie sie selbst auch erschafft, durch ihr Sein. Sie erschafft sich selbst, und beispielsweise Denjenigen, der sie pflücken will. Es ist der spirealistische Grundsatz:

Das Eine kann nicht das Andere sein.

und:

Das Eine kann nicht ohne das Andere sein.

Man sieht vielleicht, dass daraus eine ganze Welt an Schlussfolgerungen erwächst, man denke an Begriffe wie Wille, Freiheit, Individualität u.v.m.. Daher schreibe ich darüber Bücher – niemals könnte ich das „in einigen wenigen Sätzen formulieren“, wie manche das möchten.

Wie wirkt sich diese Weltsicht konkret aus?

Ganz konkret, für die Lebensführung, bedeutet das, zumindest für mich:

… alles für möglich zu halten.

Es erzeugt eine gewisse Zurückhaltung in der Beurteilung des Möglichen, wenn man die Welt nicht als statisch, sondern aus den Elementen (z.B. sich selbst) „erzeugt“ sieht. Möglich im Sinne von „in den Schein der Wahrscheinlichkeit tretend“ ist eher, was die Phantasie zu einer Möglichkeit macht.

Phantasie übrigens ist aus spirealistischer Sicht nicht frei, sondern ohnehin in die strenge Regelwelt unseres Denkens eingebunden, aus dem wir alle uns nicht lösen können. So gesehen ist Phantasie nicht irgendein  Quatsch, sondern, wenn man so will, ein Fühler in eine mögliche Realität, die Wahrscheinlichkeit gewinnt, indem der Fühler ausgestreckt wird.

Phantasie als hoher Wert

Im Prinzip könnte „die Welt“ uns vieles sein. Durch unser Denken im Jetzt ist sie aber auf eine bestimmte Gestalt „reduziert“. Sie zu reduzieren, auf eine einzige Möglichkeit, daraus können wir uns nicht lösen – das ist unser Wesen. Wir können uns auch nicht daraus lösen, selbst nur ein Element zu sein, und somit nicht im Vollbesitz von Gestaltungsmacht durch Denken. Aber wir können doch unser Denken in einer begrenzten Art und Weise formen. Das bedeutet: Das, was der Leser dieser Zeilen in diesem Moment für möglich hält, das, was er in diesem Moment für wahr hält, kann er selbst formen! Denn es gibt die Wahrheit nicht in einem von uns unabhängigen Außen. Sie entsteht aus uns – wir sind das Element der Schöpfung, aus der auch die Wahrheit, die wir sehen, erst entsteht.

Und daher sehe ich die Phantasie als einen Schlüssel für die individuelle Welt an. Ich pflege sie, und rate anderen, sie zu pflegen.

Die Welt als Wahrnehmung und Sichtweise – Neugier

Ich bezeichne das metaphysische Irgendetwas, das all die Welten als die Geschöpfe jeder Art hervorbringt, all die Welten in den Köpfen (Ich-Universen), manchmal als Gott, oder den Schöpfer. Indem ich das tue will ich aber nicht sagen, dass dieser Ursprung eine willenhafte Person ist, eine Kopie unserer (materialistischen) Menschenvorstellung, sondern eher eine Kraft, die durch uns z.B. auch das in die Welt bringt, was wir „Wille“ nennen. Diese Kraft wirkt aber universell, nicht speziell auf und für den Menschen, so dass man den Willen auch sonst in der Natur finden kann – zumindest, wenn man dafür eine Wahrnehmungsfähigkeit entwickelt.

Umgekehrt ist dieser Schöpfer, so wie ich ihn verstehe, kein Unmensch, kein Zyniker, der auch all das Grauen zulässt. Er ist überhaupt kein Mensch. Sondern, in seinem Reich ist einfach alles möglich. Es ist an uns, wenn wir denn überhaupt einen Willen haben, und nicht nur fremdbestimmt sind, die für uns guten Welten in uns und durch uns entstehen zu lassen.

Daher ist das meine Neugier: Ich bin daran interessiert, die Wahrnehmungen anderer zu erfahren, deren Wahrheiten und innere Welten. Eine absolute Wahrheit jenseits des Individuums gibt es für mich nicht. Und prinzipiell alles, was andere für möglich halten, könnte auch eine Möglichkeit für mich sein.

Sinn für das Mysteriöse

Der Neugier steht notwendigerweise ein Sinn für das Unerklärliche der Welten gegenüber, eine Wahrnehmung und Anerkenntnis, sogar Suche, nach dem Mysteriösen. Die materialistische Sichtweise hingegen bedingt die Wahrnehmung „der Welt“ als das Faktische, das Fragen-eigentlich-überflüssig-Machende. Auf dieser Basis lässt sich natürlich trefflich streiten, jedoch ohne erkennbaren Gewinn, denn der Materialist glaubt die Antworten ja bereits zu haben, nicht suchen zu müssen.

Dem Materialisten erscheint die Welt oft genug eindimensional, bereits erklärt, fast schon langweilig. Oft genug sieht er es als seine Aufgabe an, die Abgeirrten zu überzeugen. Da ich früher ebenso materialistisch dachte, verstehe ich das zwar recht gut, der Streit als Selbstzweck ist mir jedoch wie gesagt nutzlos geworden – ich meide das. Das ist vielleicht verständlich, wenn man sich „Wahrnehmung“ nicht als feste Größe denkt, sondern als von vorn herein individuell verschieden.

Unabhängkeit, Freiheit

Aus dem oben Gesagten ergibt sich wiederum, was ich ganz am Anfang anführte: Eine gewisse Offenheit. Denn, was mich davon abhalten könnte, für möglich zu halten was ein Anderer, mit dem ich in Kommunikation trete, für möglich hält, also, so zu denken und so zu hoffen wie dieser, das sind meine eigenen Überzeugungen. Sie resultieren zu einem Großteil aus den Menschen und Dingen um mich. Überzeugungen sind mir also nicht nur notwendig, sondern begrenzen mich auch. Insofern gilt es hier genau auszuwählen mit wem und was man sich umgibt, und an was man denken möchte.

Ich sehe es als eine wichtige Aufgabe an, die Möglichkeiten der geistigen Freiheit zu ergründen,  wohl wissend, dass diese Möglichkeiten sehr begrenzt sind.

Glück als einziges Ziel

In den Köpfen anderer sind nicht nur erstrebenswerte Denkwelten, sondern auch Höllen jeder Art. Das sind oft Denkwelten, die aus tausend unerfreulichen Imperativen bestehen.

Da es nach meiner Auffassung kein göttliches Prinzip gibt, dem zufolge irgendetwas Erfreuliches oder auch Unerfreuliches passieren muss, sehe ich es als Aufgabe an, sich von jenen schlechten Denkwelten abzugrenzen, und sich den guten zuzuwenden. Abgrenzen heißt übrigens oft genug: Einstellen der Kommunikation, nicht jedoch Streit.

Das einzig formulierbare Ziel, das im Grunde für jeden auch erreichbar ist, ist Glück. Glück ist das Einzige, das sich sinnvoll als Ziel benennen lässt, denn es hat einfach keinen Sinn, irgendetwas anderes anzustreben. Das ist eine Logik, die aus den Elementen der Schöpfung selbst hervorgeht, zum Beispiel also den Menschen. Das muss uns keine höhere Macht erklären – die Menschen brauchen, um das zu beobachten, nirgendwo anders hinzuschauen, als auf sich selbst.

Einklang mit der Natur – Existenz als Ziel

Die Existenz selbst ist als Ziel natürlich das Fundamentale. Ohne (geistige) Existenz keine Welt. Ohne geistige Existenz keine Notwendigkeit, sich um die Ziele der Existenz zu sorgen.

Weil der Spirealismus den Menschen nicht als von der Natur übernatürlich-hervorhoben sieht, nicht als Beobachter sondern Element, ist seine Tendenz die des Ausgleiches, des Einklanges. Der Mensch geht aus der ihn umgebenden Natur hervor, ist von ihr abhängig – es könnte ihm nichts Dümmeres einfallen, als sich getrennt von der Natur zu sehen, zu glauben, er sei nur seinen eigenen Regeln unterworfen. Die größte Gefahr für die Menschheit sieht der Spirealismus aus einer Entfremdung gegenüber der Natur – das ist die negative Seite des Materialismus.

Wer meint, die Menschheit würde schon überleben: die individuelle Existenz ist nicht „die Menschheit“. Wer außerdem glaubt, die Menschheit könne einen Ort ihrer Existenz verschleißen, um dann zum nächsten überzugehen, denkt und handelt dumm.

Konservativismus

Die Welten bestehen fort, ob nun in Form eines menschlich-geprägten Denkens oder nicht. Der Kosmos ist immer im Ausgleich. Woran dem Menschen gelegen sein sollte, wenn er die eigene Form des Seins schätzt, ist ein Bewahren, ein Wertschätzen, dessen was IST – insbesondere wenn er sich sagen muss, dass das, was was IST, eine relativ glückliche Seinsform ist. In den Stürmen hingegen, den Umstürzen, die Neues und vermeintlich Besseres bringen sollen, vergeht das Alte.

Die Linke, das Revolutionäre, ist die Denkrichtung des Umsturzes – sie begründet ihr Handeln mit einer erhofften besseren Zukunft, im Religiösen wäre das der Begriff der Erlösung. Die Vision ist stets, dass die Menschheit sich eines Tages in einem völligen Gleichklang bewegen wird, in einer Gesellschaftsform der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.

Doch Erlösung in einem umfassend-endgültigen Sinn ist nicht möglich. Und das Wesen verschiedener Menschen ist die Verschiedenheit – mit der Verschiedenheit sollte klug umgegangen werden, jedoch ohne sie zu leugnen.

Der Umsturz des Bestehenden, dem die o.g. Ideologie letztendlich immer dient, mag Berechtigung haben, wenn die Seinsbedingungen schlecht sind, und es geraten scheint, eine bessere Welt der Zukunft anzustreben. In einer relativ guten Welt der Gegenwart aber, in der der Mensch den Ausgleich aus eigenem demokratischen Verständnis sucht, plädiere ich für Moderatheit und für Konservativität.

Wer meint, es sei egal was kommt, Hauptsache es sei anders, betreibt oft allzu leichtfertig die Veränderung, und wird von den Wirkungen, die in der Gesamtheit durch den Menschen nicht kontrollierbar sind, überrollt.

Ganz genau so sehe ich es auch für den Einzelnen. Wer nicht zu schätzen weiß was er hat (und ist), verliert es. Etwas Wichtiges zu verlieren ist viel einfacher getan als es scheint, solange man es hat. Wertschätzen dessen was ist, ist der beste Weg zu persönlichem Glück.

ein unverliebter Blick auf die Menschheit

Ich sehe, wie ich bereits sagte, keine Notwendigkeit darin, dass irgendetwas Bestimmtes eintreten muss. Das allein ist im Grunde schon ein Paradox für die materialistische Weltsicht, die ja immer an das Bestimmte glaubt … sich selbst rätselhaft, nimmt sie das auch für die Zukunft an.

Dies nicht annehmend glaube ich nicht, dass alle Menschen einander lieben müssen, um eine maximal glückliche Gegenwartsrealität zu erreichen. Ich sehe eher die Notwendigkeit des Unterschiedes und der sich daraus immer neu generierenden Konflikte. Der Mensch ist eben Element der Schöpfung, nicht deren Beobachter. Verständnis hierfür, und die aus diesem Verständnis folgende Fähigkeit, mit den notwendigen Gegensätzen klug umzugehen, halte ich für die eigentliche, und dann auch berechtigte, Hoffnung der Menschheit auf Frieden. Hoffnung der Menschheit auf Weisheit und Bestehenbleiben.

Verständnis würde eine gewisse emotionale Zurückhaltung beinhalten, die allemal besser wäre als Liebe oder Hass – die beiden austauschbaren, polarisierenden Gegensätze desselben Prinzips. Die starke Gegensätzlichkeit heißt beim Menschen im Ergebnis „Krieg“.

Verständnis – damit ist für mich Verständnis auch und gerade gegenüber der Schöpfung gemeint, nicht nur Verständnis des Menschen sich selbst gegenüber. Verständnis bedeutet Einordnen in das Höhere, es akzeptieren, es nicht ändern und dabei zerstören wollen.

All das menschliche Streben das Gute zu erreichen schlägt immer wieder in Böses um, und umgekehrt, den Menschen wundert das selbst. Je nach Laune bezichtigt er Gott oder den Teufel, bzw. nennt die Dinge böse oder gut. Ich sehe das Gute aus dem Bösen erwachsen, und das Böse aus dem Guten. Aus subjektiver Sicht ist, was das Individuum tut, immer gut und immer richtig, wer würde schon das Falsche anstreben? Gut und Böse sind menschliche Perspektiven – es gibt keine eindeutige Festgelegtheit.

Ich sehe auch keine besondere Getrenntheit des Menschen von der Natur, oder einen besonderen prinzipiell höheren Wert des Menschen gegenüber den Tieren oder den Dingen. Dass der Mensch sich selbst liebt, sich selbst stets als Mittelpunkt der Welt sieht, ist zwar verständlich, ist eine Notwendigkeit seiner Existenz; er ist so geschaffen. Es hilft ihm aber nicht dabei, seinen kosmischen Platz zu erkennen. Gott würde einen prinzipiellen Unterschied nicht machen. Sein Rat an jede Seinsform ist, sich nicht zu überheben, sondern den Einklang und das verträgliche Maß zu suchen. Auch und gerade Maß bewahren, im eigenen Sein!, und Verständnis dafür haben, dass jedes Übermaß zu (unerfreulichen) Reaktionen führen muss, die Teils an ganz anderen Stellen auftreten. Maßhalten liegt also im eigenen, wohlverstandenen Interesse.

Spirituelle Lehren, die die Göttlichkeit des Menschen betonen, halte ich für falsch, vielleicht sogar gefährlich, weil sie Spiritualität auf ein Hilfsmittel materialistischer Sichtweisen reduzieren, und die Getrenntheit des Menschen von dem, was ihn hervorbringt, betonen. Solches Denken fördert die Selbstüberhöhung und das Übermaß, anstatt es zu begrenzen.

Die hohe Intelligenz des Menschen ist Ausdruck der weitaus höheren Intelligenz der Natur, deren Teil und Knospe der Mensch ist, nichts anderes. Den Intelligenz-„Vorsprung“ der Natur gegenüber dem Menschen sehe ich als eine prinzipielle Notwendigkeit oder Immanenz, die nicht überwunden werden kann. Damit ist gesagt, dass es für den Menschen kein Ende der Erkenntnis geben kann, wie überhaupt keine Endgültigkeit.

Die Selbstverliebtheit des Menschen ist eher ein Stolperstein für dessen Existenz, als ein Konzept, das weit führen könnte. Gott liebt die Schöpfung, das ist wahr, sie wird nicht enden. Was aber endet, in jedem Individuum stets aufs neue, ist die persönliche Existenz. Ebenso kann und wird die Existenz „des Menschen“ enden, es ist eher eine Frage der Zeit und der Definition als eine Frage des Grundsatzes. Ende und Anfang kommen ja aus uns; wir selbst und Endlichkeit, das sind Synonyme! Wir sind endlich, in einer uns unverständlichen Unendlichkeit. Wir Menschen sind gut beraten, dies zur Kenntnis zu nehmen, und uns nicht aus Überheblichkeit in die Opposition zu Kräften zu begeben, die wir nie und nimmer beherrschen können .. weil wir glauben, uns von der Natur im Prinzipiellen entfernt zu haben.

Seelenruhe und Gottvertrauen

Die spirealistische Weltsicht sieht den Menschen als eingeordnet in die Natur, als Teil von etwas Höherem, ihm notwendigerweise Unverständlichen. Der Kosmos hat kein Ziel, sondern Ursache und Wirkung (Kausalität), und somit Urgrund und letztendliches Ziel, sind selbst Begriffe, die den Kosmos in der für den Menschen verfügbaren Verständlichkeit hervorbringen. Die Welt als Sichtweise, als Gedanke – sie entspringt sozusagen im allumfassenden Denken, und der Mensch ist eine ihrer Quellen. Die Welt entspringt dem Subjektiven. Hier wird sie scharfgestellt, hier nimmt eine einzigartige, individuelle Form an; hier wird sie konkret und fest. Im Subjektiven liegt auch der Kern der Wahrheit, eine darüber hinausgehende objektiv-endgültige Wahrheit gibt es nicht.

Die Welt ist ein Prozess, der aus Widersprüchen angetrieben wird. Dies so sehend muss man also nicht damit hadern, wenn man bei sich einen Widerspruch innerer Wahrheit zu äußerlicher Wahrheit (z.B. einer Wahrheit der Gesellschaft) feststellt, denn dieser Widerspruch ist immanent, er muss geradezu sein. Umgekehrt: Sollte man einen solchen Widerspruch im Einzelfall nicht sehen können, ist dies eine Art wohltuende Ungenauigkeit der Wahrnehmung, die zu suchen geradezu geraten scheint.

Es liegt im und am Einzelnen, wie sehr er sich in die Widersprüchlichkeit des Außen involviert. Je nachdem wird er persönliches Glück erfahren, oder sich auch, im anderen Extrem, an Widersprüchen aufreiben. Das gesunde Maß zu wahren ist hier wichtig. Dass es aber kein äußerliches, „objektives“, Gesetz gibt, demzufolge die Wahrheit des Einzelnen in einem Gleichklang mit einer äußerlichen Wahrheit sein muss, lässt die Seele zur Ruhe kommen. Denn hieraus folgert, dass es auch kein objektives Gesetz geben kann, demzufolge die wahrgenommenen Widersprüche unbedingt zu bekämpfen sind, oder überhaupt unbedingt wahrgenommen werden müssen. Im Gegenteil: Fokussiert man sich auf Widersprüche, ist die persönliche Welt schnell voll davon – die Kämpfe können nie enden. Fokussiert man sich auf Harmonie, ist die persönliche Welt, ist das eigene Ich-Universum, wiederum davon voll.

Es ist erlaubt, sich in gewissem Sinn die Welt schön zu denken, sich von nicht wohltuender Kommunikation abzukoppeln, dies bewusst zu tun. Ebenso spricht natürlich auch kein Prinzip dagegen, sich die Welt als ein Höllenloch zu denken – es sei denn der vorgenannte Grundsatz des Glückes als das universelle Ziel des Individuums. Letztendlich ist die Welt ohnehin nichts anderes als der Gedanke an sie.

Nonkonformismus

Ein gewisser Nonkonformismus ist unvermeidlich und tut der Seele gut. Die Natur meines Spirealismus macht es unvermeidlich, zumindest in Bezug auf diese Philosophie als Nonkonformist wahrgenommen zu werden. Ich formulierte außerdem im vorigen Abschnitt: Die Welt ist ein Prozess, der aus Widersprüchen angetrieben wird. Dies so sehend muss man also nicht damit hadern, wenn man bei sich einen Widerspruch innerer Wahrheit zu äußerlicher Wahrheit feststellt. (Warum bei sich selbst? Weil man Element der Schöpfung ist, nicht Beobachter).

Man sollte nicht hadern, sondern den Nonkonformismus als Wesen der Persönlichkeit begreifen. Das Wort Person beinhaltet bereits den Unterschied und die Grenze zu einer anderen Person.  Nonkonformismus ist konstruktiv und wohltuend, insbesondere wenn man das „Nicht Passende“ herzlich begrüßt und genießt.

Nonkonformismus sollte wiederum nicht als dauernde Entschuldigung betrachtet werden. Auch nicht als Aushängeschild, welches anderen viel sagen könnte. Man möchte in Harmonie mit seiner Umwelt leben.

 

Element der Schöpfung, nicht Beobachter – Meine Weltsicht was last modified: November 30th, 2016 by Henrik Geyer