ein neues Leben anfangen – wie beginnt man ein neues Leben?

ein neues Leben anfangen - wie beginnt man ein neues Leben?

Manchmal will man ein neues Leben anfangen, weil man meint, „das kann nicht alles gewesen sein“. Oder man schöpft das gottgegebene Potential nicht aus, das man hat …

Entschlusskraft und Mut

Ein neues Leben anfangen – dazu gehört Mut, so viel ist klar. Denn die Konsequenz ist, dass man am Ende Dinge zum ersten Mal tun muss. Neu eben.

Gerade, wenn man sich in seinem Leben eingerichtet hat, es sich gemütlich gemacht hat – mit Dingen die man kann und die man kennt – dann ist es schwierig, neu anzufangen. Wenn man gewohnt ist, gut zu sein, in dem was man tut, dann muss man sich neu beweisen, neue Fehler machen. Vielleicht ist man gar nicht mehr gewohnt, als jemand wahrgenommen zu werden, der Fehler macht – man will es nicht.

In der Jugend ist es leichter. Das Ego ist weniger groß, die Routinen sind noch nicht so eingeschliffen; Fehler zu machen ist völlig normal.

Daher erfordert es gerade in späteren Jahren Entschlusskraft und einigen Mut, ein neues Leben anzufangen. Das Ego muss einige Stufen zurückschalten

ein neues Leben anfangen – wann ist es Zeit?

Was schwer daran ist, ein neues Leben anzufangen, erscheint leichter durch den Grund, den man für Veränderung hat. Völlig grundlos wird Veränderung niemals sein. Wir spüren vielleicht, dass Veränderung sein muss; wir merken, dass sich Vieles in eine ungewollte Richtung entwickelt hat.

Man muss in sich selbst der Frage nachspüren: Ist der Beruf, den man ausübt, erfüllend? Spürt man noch, dass man wachsen kann – und will? Gibt es noch Herausforderungen?

Oder ist die tägliche Routine längst zu einer lästigen Pflicht geworden – so, als sei das Leben dazu gemacht, nur „schnell hinter sich gebracht“ zu werden? So als habe das Leben lediglich das Ziel, möglichst schnell zu Ende zu gehen, und sei nicht eine riesige Chance, wichtige und schöne Dinge zu tun, und zu erleben!

Siehe auch Artikel zum Thema: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Die Bedeutung dieses wunderbaren Zitates

was gibt mir Energie, was lähmt mich?

Wichtig ist zu schauen, was einen begeistert, was (Lebens-)Energie gibt. Es gilt, das Energiekonto anzuschauen. Kann ich den Beruf gut ausüben, weil ich in ihm Glück und Erfüllung finde?Weil ich ihn gern ausübe, und mit Begeisterung?

Oder nötigt es bereits viel Überwindungs-Energie ab, den beruflichen Verpflichtungen auf dem niedrigsten Level nachzukommen – so dass von Freude und guten Leistungen gar keine Rede mehr sein kann?

Wer versucht gegen seine Neigungen, gegen die innere Stimme (die auch eine Stimme der Vernunft ist!), gegen das Schöne zu handeln, und nur aus Notwendigkeit und aus Pflichtgefühl da zu sein, der hält das beste Rezept für Burn Out und Depression in der Hand.

Zu schauen, was Energie gibt, und was Energie entzieht, ist ein wichtiger Indikator. Er sagt uns, wann es sein muss, ein neues Leben anzufangen.

Zeit und Geduld

Neu anfangen heißt neue Fehler machen. Vieles muss neu gelernt werden. Das braucht Zeit und Geduld – ganz abgesehen von Ehrgeiz und Disziplin. Man sollte sich also, wenn man sich verändern will, selbst Zeit geben. Man denke nur an die vielen Lehr- und Praxisjahre, die es brauchte, zu dem zu werden, der man heute ist.

Wer glaubt, das Leben zu ändern sei ein Spaziergang, der kehrt allzu leicht wieder um, meinend, es sei nicht machbar. Doch man bedenke: Es nützt nichts, wenn wir uns selbst überfordern. Alles braucht seine Zeit. Im Allgemeinen überschätzt man, was man kurzfristig erreichen kann, aber man unterschätzt, was langfristig möglich ist.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Im Allgemeinen überschätzt man,  was man kurzfristig erreichen kann, aber man unterschätzt,  was langfristig möglich ist.
Im Allgemeinen überschätzt man was man kurzfristig erreichen kann, aber man unterschätzt was langfristig möglich ist.

Wer sich beruflich völlig neu orientiert, muss damit rechnen, dass einige Jahre vergehen, bis man sich im neuen (Berufs-)Leben eingerichtet hat, bis man etwas verdient. Hier alles kurz auf knapp zu planen bringt Frustration und Druck, aber keinen Erfolg.

Es gilt, sein Leben lang zu arbeiten, zu kämpfen und jeden Tag neu zu beginnen. Man muss nicht nur mit anderen Geduld haben, sondern auch mit sich selbst.
Franz von Sales

das Gewohnte neu Denken

Auch wenn wir sagen, wir wollen ein neues Leben anfangen, bleiben wir doch großenteils mit unseren Gedanken, unseren Definitionen, unseren Wertvorstellungen, dieselben. Mancher, der meint, ein neues Leben anzufangen, bedeute nur eine partielle Änderung des Berufes, befindet sich bald wieder in der alten Misere.

Es lohnt sich, sehr genau zu überlegen, was man ändern will.   Was war schlecht am alten Leben, was kann weg? Was ist das Gute, das bleiben soll? Ganz „neu“ werden wir ohnehin nie.

Tun und Denken sind eins. Alles was wir tun, müssen wir auch denken. Indem wir anfangen anders zu denken, werden wir anders. Ein neues Leben anfangen – das bedeutet anders denken. Oft bedeutet es, über Bord zu werfen, was man ganz sicher weiß. Ein Stück vom Ego muss weg. Man muss partiell über Bord werfen, womit man sich identifiziert hat, was man als unabdingbar ansah.

Man sagt auch manchmal, man „erfindet sich“ neu.

Siehe auch Artikel zum Thema: Denken erschafft. Spirealismus und Spiritualität

ein neues Leben anfangen – wie beginnt man ein neues Leben? was last modified: Februar 12th, 2016 by Henrik Geyer