Noch ein philosophischer Grund, warum Merkels Politik falsch ist – die Alternativlosigkeit

Was mir bei der letzten Aufzählung philosophischer Gründe warum Merkels Politik falsch ist, ganz entgangen ist, ist natürlich die berühmte, von Angela Merkel so häufig apostrophierte, Alternativlosigkeit.

Normalerweise nennt man etwas alternativlos, nachdem man diverse Alternativen im Kopf bewegt hat. Alternativlosigkeit als Totschlagargument ohne vorheriges Aufzählen, demokratisches Diskutieren, Ermöglichen von Alternativen, war mir vor Merkel noch gar nicht so bekannt.

Alternativlosigkeit im eigentlichen Sinn gibt es natürlich nicht. Dennoch scheinen viele Landsleute diesem Denkmodell sehr anzuhängen, es ernsthaft nachzubeten. In den heutigen Zeitungen fand man das Wort (oder die Aussage des Fehlens von anderen Möglichkeiten) oft, ganz ohne Augenzwinkern, und natürlich im Zusammenhang mit der erneuten Kanzlerkandidatur Merkels.

Z.B. so: http://www.focus.de/politik/deutschland/kanzlerin-tritt-wieder-an-merkel-hatte-keine-andere-wahl-union-und-auch-deutschland-haben-keine-alternative-zu-dieser-frau_id_6230254.html

Wenn die Welt voller Alternativlosigkeiten wäre, dann bräuchte es auch keine Demokratie zur Erörterung von Alternativen. Eigentlich wäre dann eine Kanzlerin völlig ausreichend, die der Bevölkerung kurz sagt, was gerade alternativlos und unumgänglich ist. So wie Merkel. Und eigentlich müsste sie auch nichts sagen, denn das Alternativlose versteht sich eh von selbst. Ein Depp, der anders denkt.

Noch ein philosophischer Grund, warum Merkels Politik falsch ist – die Alternativlosigkeit was last modified: November 20th, 2016 by Henrik Geyer