Die EU hat Kopfschmerzen

Die EU hat Kopfschmerzen, weil von der alltags beschworenen Einhelligkeit wenig zu spüren ist – Fliehkräfte wohin man schaut.

Nun kann man es natürlich so sehen, dass die bösen Mitgliedsländer schuld sind, an der Uneinigkeit. Den Führern der EU kann man zu einer solchen Sichtweise aber nicht raten, denn sie können ihre Mitglieder nicht mal so eben gegen andere austauschen. Sie sollten sich selbst anschauen und befragen, inwiefern es richtig sein kann, gegen die nationalen Interessen der Mitgliedsstaaten zu wettern, und gleichzeitig zu beklagen, diese würden sich zunehmend auf eigene Werte besinnen.

Wer sonst wohl soll die nationalen Interessen vertreten? Die EU scheint wenig Verständnis für seine Mitglieder zu haben. Fast meint man, Brüssel liege auf einem anderen Planeten, und so redet Juncker ja auch schon. Oder sind nationale Interessen plötzlich gar nicht mehr da?  Haben sie par ordre de mufti weg zu sein? Das ist unrealistisches Wunschdenken einer EU-Bürokratie.

Das Einzige, was im Fokus der EU liegen sollte, sind die Interessen der Mitgliedsländer. Ohne Teile kein Ganzes. Ohne starke und wichtige Teile kein starkes und wichtiges Ganzes.

Wie von einer Kanzel herab zu reden und Staaten „nationalistisch“ oder „chauvinistisch“ zu schimpfen, konterkariert die Form und Struktur der EU. Solches Predigen macht ganz klar: hier ist ein Riss. Die EU ist kein absolutistischer Sonnenstaat, in dem ein Juncker oder Schulz befehlen dürfen, sondern die EU ist demokratisch konstituiert. Die EU lebt somit aus dem Willen der Mitglieder heraus, nicht umgekehrt. Man müsste froh sein, wenn der Brexit DAS den EU-Führern klar machen könnte.

Die EU hat Kopfschmerzen was last modified: Juli 2nd, 2016 by Henrik Geyer