Deutschland muss endlich wieder eine eigene Stimme finden

Dass riesige Völkermassen aus Afrika nach Mitteleuropa möchten, ist verständlich und nicht zu tadeln. Dass die europäischen Südländer sich tendenziell in einer finanziell misslichen Lage befinden, in der es ihnen als geraten erscheint, die Notenpresse anzuwerfen, ist nicht moralisch zu verurteilen. Dass Russland, mit einer moralisierend ablehnenden Haltung ihm gegenüber konfrontiert, zunehmen erratisch unberechenbar ist, auch das lässt sich irgendwie nachvollziehen. Grundsätzlich ist es Unsinn, es anderen als moralisch falsch vorzuhalten, wenn sie gemäß ihren Interessen handeln.

Was aber Irrsinn ist, ist, die eigenen Interessen als Gegengewicht nicht einzubringen. Sondern, urbi et orbi, die Dinge einfach geschehen zu lassen. Wenn die Welt von Kanzelpredigten satt würde, könnte man sich ganz darauf konzentrieren. Doch, solange das nicht so ist, gilt es, Augenmaß und Köpfchen zu bewahren.

Das gelang den Deutschen mit seinen bisherigen politischen Vertretern auch ganz gut. Ahnungslos wählten sie mit vielen Stimmen bei der letzten Bundestagswahl die vermeintlich konservative Partei CDU. Doch an die Stelle konservativer Politik tritt in der CDU unter Merkel eine pfarrerhafte Attitüde, die alle belehren, aber nicht zuhören möchte. Anstatt energischer Politik für das eigene Land macht Merkel butterweiche Politik für niemanden im Speziellen. Vielleicht glaubt sie, das sei gütig, vielleicht ist es im politischen Prozess einfacher, die Dinge geschehen zu lassen .. wer weiß das.

Fakt ist, dass Deutschland wieder eine hörbare Stimme braucht, die seine Interessen vertritt. Nicht in überheblicher Manier, aber dennoch vernehmbar. Denn Deutschland hat Interessen, und es könnte ihm nichts Dümmeres einfallen als zu glauben, alles würde sich von selbst richten. Deutschlands Interessen müssen wieder innerhalb der EU, aber auch gegenüber und mit den transatlantischen Partnern energisch und geschickt vertreten werden.

Großmütterlich-Moralisierendes ist hier fehl am Platz. Daher wirkt Merkels offenbar intern ausgesprochene Drohung, 2017 wieder anzutreten, verstörend. Verstörend nicht nur für die Bürger des Landes, verstörend auch für die Mitglieder der CDU, denen es ja oft nicht nur um die Fleischtöpfe dieser einst mächtigen Partei geht, sondern um ihr Land.

Was dieses Land braucht ist Wechsel. Ein schwaches, laberndes Deutschland, das ständig moralisch eingeschnappt ist, ist weder im eigenen Interesse, noch im Interesse der angestammten Partner, noch im Interesse der Welt.

Deutschland muss endlich wieder eine eigene Stimme finden was last modified: November 17th, 2016 by Henrik Geyer