Auf das Sitzfleisch kommt es an

Der deutsche Michel will auch gern mal seine Ruhe haben. Und die bekommt er von der derzeitigen Regierung. Statt leidenschaftlicher Grundsatzdiskussionen: Stille! Wenn das nichts ist …

Die „Obergrenzendiskussion“ soll beendet sein, und das, obwohl gar nichts besprochen, nichts entschieden wurde! Jedenfalls nicht im Parlament. Anderswo hat man sich natürlich die Köpfe heiß geredet … in den Talkshows und so. Merkwürdig: Wenn 10 Soldaten in ein afrikanisches Land entsendet werden muss das Parlament entscheiden. Wenn 2 Millionen Immigranten nach Deutschland kommen ist das nicht nötig. Aber wozu denn auch? Aussitzen ist die Devise – man braucht nur ein gesundes Gesäß, einen festen Glauben, und auch „mal Klappe halten“!

Die Lösung liegt nicht im Lärm, nicht im Gerede, sondern im Sitzfleisch. Sollen sich doch andere um Deutschlands Grenzen kümmern. Österreich z.B.. Warum denn nicht! Man kann dann ja immer noch sagen, deren Handeln sei inhuman, verwerflich und überhaupt … nicht hilfreich. Wir hätten es besser gemacht, sagen wir (in Wirklichkeit sind wir natürlich einfach schlauer, werden nicht tätig, und bereden und entscheiden … nichts.)

Die Türkei kann tätig werden! Man mag es teuer nennen, oder man mag sagen, der in der Not eingekaufte Deal mit dem Nicht-EU Land Türkei berge Risiken en masse. Man mag auch sagen, die Not komme nur aus den Entscheidern selbst, denn die angebliche Alternativlosigkeit besteht ja im Grunde gar nicht. Man mag sich daher am Katzbuckeln gegenüber Erdogan stören.

Oder man mag sagen, die nächste Endlosproblematik sei mit dem Flüchtlingsdeal quasi schon herbeigezockt. Man denke an die Visafreiheit für alle türkischen Staatsbürger … die innertürkischen Konflikte erleben wir bereits jetzt schon hautnah bei uns. Oder man denke an viele EU-Länder, die die Konsequenzen des „Deals“ letztendlich nicht auf sich nehmen möchten, und schlicht innerlich „kündigen“, und das auch äußerlich tun. Das sind Auflösungserscheinungen der EU, die man beklagt (die Bösen!), aber gegen die man nichts tut.

Naja, aber man hat doch erst einmal seine Ruhe für den Moment; man muss nichts besprechen. Auf das Sitzfleisch kommt es eben an.

Auf das Sitzfleisch kommt es an was last modified: April 4th, 2016 by Henrik Geyer