Starke Metaphern

Starke Metaphern - Abendsonne [SPID 4118]

Metaphern sind allgegenwärtig. Alles ist eine Metapher, weil es kein Ding gibt, dessen Kern im Letztendlichen erklärbar ist. Ein Taschenrechner beispielsweise kann als Metapher für Mathematik dienen, für Kalkulation, vielleicht für den menschlichen Geist, der punktgenau arbeitet.

Dennoch wird das Wort Metapher so gebraucht, als sei es am Ende eingrenzbar, und zwar nur zu gebrauchen für Wortbilder, also für Dinge, die ein starkes Bild für etwas anderes sind … Gleichnisse sozusagen.

Die stärksten und fundamentalsten Dinge sind uns das Leben, der Tod, Licht, Schatten, Krieg, Frieden etc.. Und die stärksten Metaphern sind jene Dinge, oder Wort-Gleichnisse, die uns an die fundamentalsten Dinge erinnern. Es sind zugleich erdige, urtümliche Bilder, die uns schon sehr lange begleiten – sie sind uns die stärksten Metaphern und haben geradezu eine Allgegenwart, und eine kaum enden wollende Bedeutungsschwere. Die Sonne, die Erde, die Flüsse, die Mutter, der Weise, etc.

Ich habe aus meinen Fotos einige herausgesucht, die als starke Metaphern gelten können. Sie haben das Potential, sich in Gedanken mit ganz Vielem zu verbinden.



 

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Starke Metaphern - Baum, vom Küstenwind gezaustStarke Metaphern – Baum, vom Küstenwind gezaust, / [SPID 4126] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Gottes Licht fällt auf ein SchiffStarke Metaphern – Gottes Licht fällt auf ein Schiff, / [SPID 4125] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Kirche, bedrohlich aufragendStarke Metaphern – Kirche, bedrohlich aufragend, / [SPID 4124] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Abendsonne 2Starke Metaphern – Abendsonne 2, / [SPID 4120] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - finstere AlleeStarke Metaphern – finstere Allee, / [SPID 4123] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Mühle, Erneuerin der WeltStarke Metaphern – Mühle, Erneuerin der Welt, / [SPID 4122] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - reifes KornStarke Metaphern – reifes Korn, / [SPID 4121] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - AbendsonneStarke Metaphern – Abendsonne, / [SPID 4118] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - AntennenStarke Metaphern – Antennen, das Bürgertum geht auf Empfang / [SPID 4117] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Boote im AbendlichtStarke Metaphern – Boote im Abendlicht, / [SPID 4115] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Leuchtturm 2Starke Metaphern – Leuchtturm 2, Er weist uns den Weg in finsterer Nacht / [SPID 4119] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - LeuchtturmStarke Metaphern – Leuchtturm, / [SPID 4116] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Wald in der klaustrophobischen AngstvarianteStarke Metaphern – Wald in der klaustrophobischen Angstvariante, / [SPID 4114] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - alte GemäuerStarke Metaphern – alte Gemäuer, / [SPID 4110] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - die Kraft des FrühlingsStarke Metaphern – die Kraft des Frühlings, und überhaupt der Jahreszeiten / [SPID 4111] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - erhöhte StandbilderStarke Metaphern – erhöhte Standbilder, … weithin sichtbare Vorbilder / [SPID 4109] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Mensch und NaturStarke Metaphern – Mensch und Natur, / [SPID 4108] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - SchiffeStarke Metaphern – Schiffe, / [SPID 4113] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Wind, Wellen, SonneStarke Metaphern – Wind, Wellen, Sonne, / [SPID 4112] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - eine KlammStarke Metaphern – eine Klamm, reißender Gebirgsbach, der durch die Gewalt, die er bei starkem Regen bekommt, beeindruckt / [SPID 4107] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - FriedhöfeStarke Metaphern – Friedhöfe, / [SPID 4105] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - trutzige BurgenStarke Metaphern – trutzige Burgen, / [SPID 4106] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - FlüsseStarke Metaphern – Flüsse, / [SPID 4103] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - reißende BächeStarke Metaphern – reißende Bäche, / [SPID 4104] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - SeenStarke Metaphern – Seen, / [SPID 4102] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - ein BaumStarke Metaphern – ein Baum, / [SPID 4098] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Fenster die uns Durchblick gewährenStarke Metaphern – Fenster die uns Durchblick gewähren, / [SPID 4099] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - SchlossStarke Metaphern – Schloss, Sitz des Reichtums und der Sehnsucht, doch oft auch umtost von den Stürmen des Neides und der Leidenschaften / [SPID 4101] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - StuhlStarke Metaphern – Stuhl, / [SPID 4100] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Treppen, TreppenfluchtenStarke Metaphern – Treppen, Treppenfluchten, / [SPID 4097] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Mensch, KindStarke Metaphern – Mensch, Kind, Menschen sind immer eine Metapher. Jeder den wir kennen, steht für irgendetwas. Berühmte Menschen sind eine starke Metapher für große Menschengruppen. Man denke an Marylin Monroe und andere. / [SPID 4096] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - SteineStarke Metaphern – Steine, / [SPID 4093] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Tor 4Starke Metaphern – Tor 4, / [SPID 4094] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - WelleStarke Metaphern – Welle, / [SPID 4095] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - hohe KirchenStarke Metaphern – hohe Kirchen, / [SPID 4092] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Schiff, besonders SegelschiffStarke Metaphern – Schiff, besonders Segelschiff, Der Wind des Lebens treibt uns mühelos. Wir müssen nur verstehen, die Segel richtig zu setzen. / [SPID 4090] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Tor 3Starke Metaphern – Tor 3, / [SPID 4089] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - TrolleStarke Metaphern – Trolle, / [SPID 4091] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Der WaldStarke Metaphern – Der Wald, der frische grüne Wald, aus dem alles kommt. Er bietet Nahrung und Schutz, bietet Luft und Wasser. Ein starkes Symbol für das Leben, aber auch bedrohlich, denn im Wald kämpfen viele Lebensformen um die Existenz / [SPID 4088] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Schloss 2Starke Metaphern – Schloss 2, / [SPID 4085] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Tor 2Starke Metaphern – Tor 2, / [SPID 4086] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - WetterwechselStarke Metaphern – Wetterwechsel, so wechselhaft wie das Leben, wie alles: das Wetter. Aus dem schönsten Sonnenschein erwächst eine dunkle Bedrohung. / [SPID 4087] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - ParkStarke Metaphern – Park, die einladende Version des frischen grünen Waldes / [SPID 4082] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - PilzStarke Metaphern – Pilz, Der Pilz, die unheimliche Lebensform, dessen Samen sich als feinste Sporen verbreiten, der unter dem Waldboden ein alles durchdringendes Geflecht bildet, der mit dem Wald unauftrennbar verwachsen ist, der als einzelner Pilz eigentlich mit allen anderen Pilzen einen einzigen großen Waldorganismus bildet. Der Pilz, der Nahrung sein kann, oder Gift, oder Tor zu übersinnlichen Erfahrungen. / [SPID 4083] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - stark wie ein BaumStarke Metaphern – stark wie ein Baum, / [SPID 4081] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - StühleStarke Metaphern – Stühle, / [SPID 4084] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - alte Kirchen plus alte Bäume 2Starke Metaphern – alte Kirchen plus alte Bäume 2, / [SPID 4080] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - alte Kirchen plus alte BäumeStarke Metaphern – alte Kirchen plus alte Bäume, / [SPID 4078] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Bäume, Weg durch die NaturStarke Metaphern – Bäume, Weg durch die Natur, / [SPID 4077] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Hoch aufragende GebäudeStarke Metaphern – Hoch aufragende Gebäude, / [SPID 4076] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Wege übers LandStarke Metaphern – Wege übers Land, / [SPID 4079] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - Eingang KircheStarke Metaphern – Eingang Kirche, / [SPID 4075] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern - RuinenStarke Metaphern – Ruinen, Da, wo früher geschäftiges Treiben herrschte, ist heute Todesstille. Dort, wo Menschen auf der Arbeit ihr halbes Leben verbrachten, wo sie das Geld für ihre Familien erarbeiteten, wo sie hofften, schwitzten, litten, sich freuten, herrscht heute Verfall. Eine starke Metapher für den Wandel der Dinge. / [SPID 4074] (Link zur Bildseite)
Starke Metaphern was last modified: Oktober 2nd, 2016 by Henrik Geyer

Dreifaltigkeit – Interpretationen

Dreifaltigkeit: Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Das Dritte. Es ist nicht das Eine, und nicht das Andere.

Artikel über den Begriff der Dreifaltigkeit.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Das eine kann nicht das andere sein. Das eine kann nicht ohne das andere sein.

Im Artikel über die Zahl Drei ging es um das Wesen der Welt, das aus einem nicht näher erklärbaren Grund mit der Zahl Drei zusammenhängt, was sich in vielerlei Sichtweisen wiederfindet, zum Beispiel als Synthese (3) aus These (1) und Antithese (2).

Siehe auch: Artikel Die Zahl Drei

die Dreifaltigkeit

Die Dreifaltigkeit Gottes, seine Dreifachheit, Trinität, Trinity, ist eine solche Sichtweise, das Dreifache betonend.

Gott ist eigentlich eins (alles) – sein Symbol ist der Kreis mit einem Punkt in der Mitte, was bedeutet, dass das Eine gleichzeitig Alles ist. Und dass Alles sich in Einem wiederfindet.

Gott wird auch häufig symbolisiert durch ein Dreieck in einem Kreis, was wiederum das Prinzip der Dreifaltigkeit innerhalb des allumfassenden Rahmens Gottes darstellt.

Symbol der Dreifaltigkeit

Gott ist dreifach von Person und doch einfach von Natur. Gott ist auch an allen Orten, und an jedem Ort ist Gott ganz. Das will so viel sagen, daß alle Orte ein Ort Gottes sind.
Meister Eckhart

 

So tritt Gott in der Bibel dem Gläubigen als Dreiheit (Dreifaltigkeit) gegenüber: Als Gott selbst, als sein Sohn Jesus und als Heiliger Geist. Es sind drei Formen, und doch immer derselbe: Gott.

Prinzip der Dreifaltigkeit

Das Prinzip der Dreifachheit findet sich auch im Visionären Werk P.D. Ouspenskys, Zitat aus A new Model of the Universe:

But as opposed to dead ideas which did not exist anywhere, there were on the other hand living ideas incessantly recurring always and everywhere and constantly present in everything I thought, learned and understood at that time. First there was the idea of the triad, or the trinity, which entered into everything. Then a very important place was occupied and much was explained by the idea of the four elements: fire, water, air and earth. This was a real idea, and during the experiments, in the new state of consciousness, I understood how it entered into everything and was connected with everything through the triad.

But in the ordinary state the significance and connection of these two ideas eluded me. Further, there was the idea of cause and effect. As I have already mentioned, this idea was expressed in hieroglyphs in a very definite way. But it was in no way connected with the idea of ” reincarnation “, and referred entirely to ordinary earthly life.

Aber wie als Gegenstück zu toten Ideen, die nirgendwo sonst existieren, gab es auf der anderen Seite lebendige Ideen, die immer und überall wiederkehren und stets präsent sind, in allem was ich dachte, erfuhr und zu dieser Zeit verstand. Zuerst war da die Vorstellung einer Triade, oder Trinität, die in alles eindrang. Ein weiterer sehr wichtiger Platz wurde durch die Vorstellung von den vier Elementen eingenommen: Feuer, Wasser, Luft und Erde. Dies war eine reale Vorstellung, und während der Experimente, im neuen Zustand der Bewusstheit, verstand ich, wie alles von der Triade durchdrungen und verbunden war. Doch im Normalzustand verließ mich der Sinn für die Wichtigkeit und die Verbindung dieser beiden Ideen.

Außerdem war da die Idee von Ursache und Wirkung. Wie schon gesagt war diese Vorstellung sehr deutlich in Hyroglyphen (Bildzeichen) ausgedrückt. Aber es hatte nicht mit „Wiedergeburt“ zu tun, sondern bezog sich vollständig auf das normale Erdenleben.

Dreifaltigkeit als Prinzip des Unterschiedes, aus dem ALLES ist

Ouspensky’s Vision, das drückt er auch noch an anderer Stelle aus, ist, dass sich aus zwei verschiedenen Ursachen ein Drittes ergibt.

Es ist das Prinzip des Unterschiedes – wenn es Eins gibt, dann muss es auch das Andere geben (Zwei), denn es gibt kein Eins ohne noch etwas anderes. Im spirealistischen Verständnis gibt es nichts Einzelnes – denn wie sollte es sich definieren, wenn es ganz für sich allein steht?

Die Grenze des einen Dinges ist gleichzeitig die Grenze eines anderen Dinges
Anaximander, griechischer Philosoph

Und – das versteht sich von selbst: Die Dinge unterscheiden sich untereinander, denn wie könnte man sonst von dem Einen und dem Anderen sprechen? Es ist eine Differenz vorhanden.

Das Vorkommen der Differenz schließlich ist das Prinzip der Welt, denn innerhalb der Welt vorzukommen, bedeutet für die Differenz, Wirkungen zu haben. Es ist in der Philosophie die Dialektik – die Einheit und der gleichzeitige Kampf der Gegensätze.

In der Physik ist es ein Höhenunterschied, der das Wasser zum Fließen bringt, ein Temperaturunterschied, der chemische Reaktionen bewirkt, eine Differenz der Gravitation, die Bewegung erzeugt.

In der Politik ist es der Kampf der Politiker, im Krieg der Kampf der Fronten, in der Rhetorik Rede und Gegenrede.

Die Welt als Gesamtheit des Dreifach-Prinzips

Aus der Differenz entsteht schließlich das Dritte – das Dritte macht die Dreiheit der Dinge komplett, es ist die Dreifaltigkeit, aus der unsere Welten sind. Das Dritte ist das alles durchdringende, alles verändernde Entstehen und Vergehen, angetrieben aus der Differenz. Das Dritte ist das Wesen der Welt, der alles durchdringende göttliche Geist … es ist die Dreifaltigkeit des Schöpfers in seiner Gesamtheit.

 

Weiterlesen: Beitrag Was ist Gott? Die Notwendigkeit der Götter

Siehe auch: Bild Gottes: Was ist mein Bild?

Siehe auch: Artikel Es gibt keinen Gott – sagen die einen. Es gibt ihn doch, die anderen

 

Dreifaltigkeit – Interpretationen was last modified: Mai 19th, 2016 by Henrik Geyer

Symbolismus – was ist das? Symbolhaftes Denken

Symbolismus der Astrologie: Sternzeichen Fische, Zodiac Sign Pisces

Was ist ein Symbol?

Ein Symbol ist ein Zeichen, das für etwas anderes steht. Beispielsweise ist ein Symbol für Deutschland die deutsche Flagge, ein literarisches/filmisches Symbol für Traurigkeit ist Regen, ein astrologisches Symbol ist beispielsweise ein Sternzeichen. So bezeichnet Symbolismus eine Form des Denkens. Symbolismus als ein Denken in Sinnbildern.

Worin liegt das Problem der Erklärbarkeit von Symbolismus?

Das Problem der Erklärbarkeit liegt im Grunde in der Abgrenzung. Was ist eigentlich kein Symbol?
Das ist gar nicht so einfach zu klären, wenn man Folgendes bedenkt:
1. Jede vorstellbare Sache kann zu einem Symbol gemacht werden. Ich kann es jetzt, in diesem Augenblick, selbst tun. Ich erschaffe ein Symbol, indem ich erkläre, dass Deutschland für Wertarbeit steht. Somit ist also nicht nur die deutsche Flagge ein Symbol für Deutschland, sondern das Bezeichnete selbst ist wiederum ein Symbol, oder kann zumindest so gesehen werden.
2. Abgrenzbar wäre Symbolismus, wenn man unter Symbolismus eine Art Lehre verstehen würde, die darlegt, welches Symbol für welchen Gegenstand steht.
Doch man kann Symbole ganz verschieden anwenden. Zum Beispiel kann Regen in einem Roman auch ein Symbol für eine Reinigung sein. Wer will also sagen, ein Symbol könne nur dies oder jenes sein?
3. Das Verstehen eines Symbols ist abhängig vom Verständnis desjenigen, dem ein Symbol gezeigt wird. Wenn z.B. auch ein Schriftsteller das Symbol Regen wie ein Zeichen für Traurigkeit einsetzen mag, so wird doch so mancher Leser darin auch die Reinigung sehen, oder dem überhaupt eine andere Bedeutung geben. Wer will also den gesamten Bedeutungsumfang eines Symbols bezeichnen, doch wissend, dass dieser Bedeutungsumfang all das umschließen müsste, was alle Menschen darin sehen?

Symbolhaftes Denken

P.D.Ouspensky, Schriftsteller und Esoteriker, bezeichnete Symbolismus als eine Art und Weise des Denkens, und zwar eines Denkens, das in den Dingen immer Symbole sieht. Er schrieb, dass diese Denkweise in unserer ach so bestimmten Welt, die glaubt, in einer Sache immer nur eins sehen zu können, diese Fähigkeit abhanden kommt. Die Fähigkeit des symbolhaften Denkens zurückzuerlangen, sei ein äußerst schmerzhafter und langwieriger Lern-Prozess.
Ein Zitat, das meiner Ansicht nach sehr schön das Wesen des symbolhaften Denkens erklärt, ist das Folgende: „Jahrelang hatte ich den irrigen Grundsatz der Maler, man müsse die äußere Natur studieren, um künstlerisch schaffen zu können, stumpfsinnig nachgebetet und befolgt; erst, seit Hillel mich in jener Nacht erweckt, war mir das innere Schauen aufgegangen: das wahre Sehenkönnen hinter geschlossenen Lidern, das sofort erlischt, wenn man die Augen aufschlägt, – die Gabe, die sie alle zu haben glauben und die doch unter Millionen keiner wirklich besitzt.“ (aus: „Der Golem“ von Gustav Meyrink)

Resümee

Die vielen symbolistischen Speziallehren, sei es Astrologie, Tarot, Flaggenkunde oder Wappenkunde, sogar die Symbole des Periodensystems der Elemente, sehe ich als Erscheinungsformen eines umfassenden Prinzips. Diese Erscheinungsformen lassen das eigentliche Prinzip dabei zur Unkenntlichkeit verblassen. Denn das Prinzip selbst hat letztlich nichts mit einer ganz bestimmten Aussage zu tun – weder mit einer Flagge, noch mit einer Spielkarte, noch mit einem Stern. Es ist vielmehr eine unerschöpfliche Quelle, eine Quelle, die alle Deutungen hervorbringen kann.
Ich sehe Symbolismus als eine Denkweise, die sehr verwandt ist mit Spiritualität, und von dieser nicht zu trennen ist. Denn Spiritualität ist Sich-dem-Innen-zuwenden, dem Geist. Das „wahre Sehenkönnen hinter geschlossenen Lidern“, das Sehen der Dinge, die hinter den Dingen stehen, ist nicht möglich, wenn man sich nur auf ein Außen konzentriert.

Symbolismus – was ist das? Symbolhaftes Denken was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer

Tarot: Der Mond. Symbolismus des Ouspensky

Tarot: der Mond. Symbolismus der Tarotkarte "Der Mond"

Tarot: Der Mond

Tarot: Der Mond – diese Karte steht für das Geheimnisvolle.

Was Tarot so besonders wertvoll macht, ist sein Symbolismus. Der Ausdruck der Karten ist verschlüsselt in Sinnbildern. Diese Sinnbilder haben eine starke suggestive Wirkung – sie sind aber keineswegs „klar“. Was eine Tarotkarte bedeutet, ist abhängig von Demjenigen, der sie sieht.

Was ist Symbolismus?

Symbolismus ist für mich sehr wichtig. Symbole sind Zeichen, die für etwas (anderes) stehen. Symbole sind im Ursprung Zeichnungen. Aber man bedenke: Auch Worte sind Symbole. Chinesische Schriftzeichen sind zum Beispiel im Ursprung Zeichnungen, die zu Schrift wurden. Das ist auch heute noch an den chinesischen Schriftzeichen gut zu erkennen.

Kalligraphie ist Schrift, die zu einer Zeichnung bzw. Malerei wird. So sind schließlich Worte auch Symbole. Sie stehen für etwas. Doch sehen wir genauer hin, stehen sie immer für Vieles, das in seiner Vielfalt letztlich nicht begrenzbar ist. Symbolismus ist also die Frage nach den Bedeutungen in den Zeichen und Dingen. Symbolismus ist zugleich die Anerkenntnis der Tatsache, dass sich vielfältige Bedeutungen in allem finden lassen, was der Geist zu erfassen vermag.

Die Vorstellung, dass ETWAS für ETWAS ANDERES steht, das sich selbst nicht anders definieren lässt, ist eine materialistische Vorstellung. Dem Materialismus zufolge sind die Dinge in Eindeutigkeit in Materie definiert – so dass der Geist sie nur spiegelt. Der Materialismus setzt daher voraus, das Vorgestellte und das Reale seien strikt auseinander zu halten. Daher gäbe es stets nur EINEN „richtigen“ Namen für jede Sache, ebenso wie EINE „richtige“ Beschreibung. Symbole seien daher etwas anderes als jeder normale Begriff.

Doch – können wir denn tatsächlich so gut unterscheiden, zwischen dem, was die Dinge „wirklich“ sind, und dem, was sie letztlich nur durch unseren Blick auf sie sind? Und die vielfältigen (anderen) Bedeutungen, die so jederzeit entstehen können? Nach meiner Auffassung nicht. Daher ist ALLES auch ein Symbol. ALLES steht auch für etwas anderes. NICHTS kann man nur auf eine Art sehen. ALLES hat unendliche Aspekte. ALLES ist auch symbolhaft. Zitat Goethe: Jedes Existierende ist ein Analogon alles Existierenden; daher erscheint uns das Dasein immer zu gleicher Zeit gesondert und verknüpft.

Es kann zu einer Denkgewohnheit werden, die Bedeutungen hinter den Namen zu erfragen, die Dinge, hinter den Symbolen. Das gilt für jede Sache. Der Denk-Reichtum vieler Welten erwächst daraus. Ganz im taoistischen Sinn: Die Welt ist eine Welt aus zehntausend Namen. Welche Namen finde ich noch? Welche Welten finde ich noch? Was bedeutet irgendein Wort oder eine Sache… für mich?

Eines der bekannteren Bücher Ouspenskys heißt „Symbolismus des Tarot“. Das Kartenspiel Tarot hat starke Symbole. Symbole, die das kollektive Unterbewusstsein ansprechen. Das bedeutet – jeder kann der suggestiven Kraft dieser Symbole nachspüren, und wird sicher fündig werden.
Hier meine Übersetzung der Ouspensky-Interpretation der Karte Tarot: Der Mond. Und hier auch meine bildliche Umsetzung.

Ouspensky: Der Symbolismus des Tarot: Der Mond

Eine öde Ebene erstreckte sich vor mir. Der Vollmond schaute auf mich, in überlegender Zögerlichkeit. In ihrem schwankenden Licht lebten die Schatten ihr eigenes, merkwürdiges Leben.

Am Horizont sah ich blaue Berge. Durch sie hindurch, fern am Horizont, wand sich ein Pfad, der zunächst zwischen zwei grauen Türmen hindurch verlief. Auf beiden Seiten des Pfades saßen ein Wolf und ein Hund, die den Mond anheulten. Ich erinnerte mich, dass Hunde an Diebe und Geister glauben. Ein großer schwarzer Krebs kroch aus einem Bach in den Sand. Schwerer, kalter Tau senkte sich herab.

Furcht befiel mich. Ich spürte die Gegenwart einer unheimlichen Welt, einer Welt von feindlichen Seelen, eine Welt von Leichen, die Gräbern entsteigen. Eine Welt von irrlichternden Geistern. In diesem fahlen Mondlicht konnte ich die Gegenwart von Geisterscheinungen spüren. Manche beobachteten mich aus der Ferne, noch von jenseits der Türme. Und ich wusste, es würde gefährlich sein, zurückzuschauen.

Ouspensky: The Symbolism of the Tarot – The Moon

A desolate plain stretched before me. A full moon looked down as if in contemplative hesitation. Under her wavering light the shadows lived their own peculiar life.

On the horizon I saw blue hills, and over them wound a path which stretched between two grey towers far away into the distance. On either side the path a wolf and dog sat and howled at the moon. I remembered that dogs believe in thieves and ghosts. A large black crab crawled out of the rivulet into the sands. A heavy, cold dew was falling.

Dread fell upon me. I sensed the presence of a mysterious world, a world of hostile spirits, of corpses rising from graves, of wailing ghosts. In this pale moonlight I seemed to feel the presence of apparitions; someone watched me from behind the towers,—and I knew it was dangerous to look back.

Tarot: Der Mond. Symbolismus des Ouspensky was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer

Der vierte Weg

Roboter

Der vierte Weg

Nach Gurdijeff, einem kaukasischen Okkultisten der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts, ist der Mensch gefangen in einem Käfig der Gewohnheiten; er ist einem Roboter ähnlich. Die eigentlichen Kräfte seines Seins stehen ihm erst zur Verfügung, wenn er lernt aus dem Käfig auszubrechen.

Lesen Sie auch: Roboter Mensch. Ist der Mensch ein humanoider Roboter?

Dieser Ausbruch gelingt auf verschiedenen Wegen, insbesondere dem Weg des Yoga, der Religion, des Fakirs. Gurdijeff fügte noch den vierten Weg hinzu, „die Arbeit“. „Die Arbeit“ ist ein System, das verschiedene von Gurdijeff erfundene Techniken vereint, die man allesamt als eine Art Achtsamkeitstechniken verstehen könnte.

Der vierte Weg sollte, nach den Vorstellungen Gurdjeffs, im Gegensatz zu den anderen Wegen der „Bewusstwerdung“, ein Weg des Erkennens, aber nicht spirituell-religiöser Handlungen sein. Es ist, wenn man so will, der intelligente Weg, der zusätzlich zu den spirituellen Wegen geschaffen werden sollte.

Im Laufe seines Lebens etablierte Gurdijeff verschiedene Schulen, die ein System aus solchen Lehren zusammenfasste und als „die Arbeit“ durchführten. Eine Übung beispielsweise war, daß sich die Schüler selbst auf das Kommando „Stop!“ hin in ihrer Tätigkeit unterbrechen mussten, was auch immer sie taten. Ein Schüler verbrannte sich dabei die Hand, denn er hatte gerade eine heiße Tasse Tee gefasst und konnte sie nun, da das Kommando „Stop!“ gesagt worden war, nicht loslassen.

Eine weitere Übung war die der „extra Mühe“, das heißt, die Schüler hatten, auch wenn dies unnötig schien, oder besser gesagt gerade dann, sich besonderen Mühen zu unterziehen, einzig zu dem Zweck, einen höheren Bewusstseins-Zustand zu erlangen. So wurde in extra lauten Cafes gesprochen, es wurden Erdarbeiten durchgeführt um sich der Mühe des Grabens auszusetzen, psychologische Mühen wurden durch Gurdijeff geschaffen.

Manche Schüler verprellte Gurdijeff mit den Methoden seines vierten Weges (der insgesamt ein unbequemer war), dennoch darf man ihn zu den bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der psycho-okkulten Szene seiner Zeit, der ersten Hälfte des 20. Jhd., rechnen. Er war ein bedeutender und charismatischer Visionär mit großem Einfluss auf weitere wichtige Zeitgenossen, wie beispielsweise Ouspenksy. 
Weiterlesen: Beitrag Tarot: Der Mond. Symbolismus des Ouspensky

Noch mehr Spruchbilder

Wer keine ueblen Gewohnheiten
Wer keine üblen Gewohnheiten hat, hat wahrscheinlich auch keine Persönlichkeit.
William Faulkner

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Der vierte Weg was last modified: April 26th, 2016 by Henrik Geyer