Menschlichkeit – was ist menschlich?

Über Menschlichkeit - Donner Gruppe - gefällte Baumstämme, Höhe des Schnees [SPID 4372]

Neulich las ich ein Buch, das mich über den Begriff Menschlichkeit nachdenken ließ.

1846, zur Zeit der Besiedlung des amerikanischen Westens

Es ist die historisch verbürgte Geschichte der Donner-Gruppe, eines Wagentrecks von ca 90 Emigranten, die, 1846 über die Rocky Mountains ziehend, Californien erreichen wollten um dort zu siedeln. Durch Verzögerungen geriet man in die früh beginnenden Winterstürme in den Bergen. Der Wagenzug schneite ein, es kam durch den während der Wintermonate sich immer verschärfenden Hunger zu Kannibalismus unter den Siedlern. Ich möchte eine kurze Textpassage aus dem Buch History of the Donner Party, a Tragedy of the Sierra anfügen.

Relativität der Moralbegriffe – Menschlichkeit

Ich möchte nicht, auf Grund des Textes, irgendeine Wertung abgeben. In philosophischer Weise möchte ich lediglich die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass das, was man menschlich nennt, letztendlich sehr abhängig ist von Umständen, in denen sich Menschen befinden. Ob nun „Du sollst nicht töten!“ universelle Gültigkeit hat oder haben muss, lässt sich aus einer komfortablen Situation heraus immer leicht sagen. Doch die Moral, die Wahrheit, entsteht aus dem Erleben des Konkreten, nicht umgekehrt. Die Moral, die Menschlichkeit – das sind flexible Begriffe. Man könnte es auch so sagen: Wer nie erleben möchte, wie die menschlich-moralischen Grundbegriffe gedehnt werden und schließlich in Scherben gehen, muss darauf achten, in welche äußerliche Situation er sich begibt. Wohl wissend, dass man es ja keineswegs immer in der Hand hat, in welche Lage man gerät. Dem Text vo History of the Donner Party, a Tragedy of the Sierra folgend könnte man sagen, dass es Menschlichkeit ist, immer das Notwendige zu tun. Aber für welches Tier würde das nicht gelten?

Zum Verständnis:

Ein kleines Rettungsteam hatte dem feststeckenden Wagenzug Nahrung gebracht, noch bevor der Zugang völlig zuschneite. Zu dem Rettungsteam gehörten zwei Indianer. Diese gebrachte Nahrung war schnell verbraucht. Wieder drohten die Menschen zu verhungern.

Unter den Eingeschneiten formierte sich eine Gruppe von 16, die die nahen höchsten Gipfel der Rockys überwinden, und auf der anderen Seite um Hilfe bitten sollten. Diese Maßnahme erschien auch deshalb notwendig, um die geringen Nahrungsvorräte im Camp zu entlasten.

Als Führer dieser Menschen erboten sich die zwei Indianer, die den Weg zu den nächstgelegenen Siedlungen auf californischer Seite kannten.

Nachdem die Gruppe einige Tage unter den schwersten Bedingungen unterwegs war, die Nahrung ausgegangen war, und die Menschen nah am Verhungern waren, kam es zu Kannibalismus. Von den auf dem Weg an Kälte und Hunger Gestorbenen wurden Fleischstücke abgeschnitten und verzehrt.

Die Indianer entfernten sich von der Gruppe der Weißen, wohl auch deshalb, weil sie mitbekamen, dass die Weißen die Absicht hatten, die Indianer zu töten und zu verspeisen. Dennoch führten die beiden Indianer die Weißen weiter, diese von Ferne leitend.

Die Indianer, die selbst nichts zu essen hatten, erschöpften ihre Kräfte, legten sich schließlich auf den Schnee, unfähig noch weiter zu gehen.

Hier die gewählte Passage aus dem Buch:

Sie waren unfähig, sich zu bewegen (die Rede ist von den beiden Indiandern), als die verhungerten „Sieben“ (die verbliebene Anzahl der Weißen dieser Rettungsgruppe betrug nur noch sieben) vorbeigingen. Jawohl! Vorbeigingen, denn die hungernden Emigranten passierten die armen Burschen (die Indianer) lediglich, unfähig sie des kleinen Funkens von Leben zu berauben (was ja eigentlich ihre Absicht gewesen war), der noch in deren geschundenen Körpern war.

Sie gingen noch etwa zweihundert Yards. In wenigen Stunden, vielleicht noch in derselben Nacht, würden sie Hungers sterben. Schon begannen die entsetzlichen Phantasien des Hungerdiliriums vor ihren eingesunkenen Augen zu tanzen. Bevor noch die Indianer aufhören würden zu atmen, wären einige der Sieben rettungslos verloren. Es waren zwei Männer und fünf Frauen. William Foster sah, dass seine Frau, die ihm alles bedeutete, sich schnell dem Tode näherte. Um sein Leben zu retten hatte sie, die geheiligten Instinkte der weiblichen Natur überwindend, ihm Nahrung von Fosdicks Körper abgeschnitten und gebracht. (Fosdick war einer der auf dem Weg Gestorbenen).

Sollte nun er lediglich dabei zusehen, wie sie den schrecklichsten aller Tode stirbt? Leser, begib dich an seine Stelle! Tapfer, edel, heldenhaft, voller löwenhafter Tatkraft, war William Foster zu keiner Zögerlichkeit fähig. Man denke an seine Lage! Auf dem Schnee lag hilflos Mrs. Pike, die Frau, die er unabsichtlich zur Witwe gemacht hatte. Ihre Kinder starben in den zurückgelassenen Hütten (des Camps am Donner Lake, das die Gruppe verlassen hatte). Sein eigener Junge war in diesen Hütten. Seine Kameraden, seine Frau, waren im letzten Stadium des Verhungerns. Er selbst starb.

Eddy (der andere Mann in der Gruppe) hatte nicht genügend Nerven, die Frauen konnten nicht, so musste William Foster! War das Mord? Nein! Jedes Gesetzbuch, jedes Prinzip des höheren Rechts, Selbsterhaltung, jedes Diktat des Rechts, der Vernunft, oder der Menschlichkeit, verlangten die Tat.

Die Indianer waren jenseits aller Hoffnung auf Wiederherstellung. Sie konnten ihre Köpfe nicht von dem Bett aus Schnee heben, auf dem sie lagen. Es war nicht nur zu rechtfertigen, es war sogar Pflicht, es war eine Notwendigkeit.

Als er zu ihnen zurückkam sagte er ihnen, er würde sie töten. Sie stöhnten nicht und kämpften nicht, als sie begriffen, dass ihr schwelendes Leid nun enden würde. Man hörte zwei Schüsse. Die „verzweifelte Hoffnung“ (so nannte man die Rettungsgruppe, zu der auch Foster gehörte) würde nun diejenigen retten können, die am Donner Lake zurückgeblieben waren.

 

englisches Original:

They were unable to move when the famished „Seven“ passed. Yes, passed! for the starving emigrants went on by the poor fellows, unable to deprive them of the little spark of life left in their wasted bodies. Traveling was now slow work for the dying whites. They only went about two hundred yards. In a few more hours, perhaps that very night, they would die of starvation. Already the terrible phantasies of delirium were beginning to dance before their sunken eyes. Ere the Indians would cease breathing some of the Seven would be past relief. There were two men and five women. William Foster could see that his wife—the woman who was all the world to him—was fast yielding to the deadly grasp of the fiends of starvation. For the sake of his life she had stifled the most sacred instincts of her womanly nature, and procured him food from Fosdick’s body. Should he see her die the most terrible of deaths without attempting to rescue her? Reader, put yourself in this man’s place. Brave, generous, heroic, full of lion-like nobility, William Foster could not stoop to a base action.

Contemplate his position! Lying there prostrate upon the snow was Mrs. Pike, the woman whom, accidentally, he had rendered a widow. Her babes were dying in the cabins. His own boy was at the cabins. His comrades, his wife, were in the last stages of starvation. He, also, was dying. Eddy had not nerve enough, the women could not, and William Foster must-what! Was it murder? No! Every law book, every precept of that higher law, self-preservation, every dictate of right, reason or humanity, demanded the deed. The Indians were past all hope of aid. They could not lift their heads from their pillow of snow. It was not simply justifiable—it was duty; it was a necessity. He told them, when he got back, that he was compelled to take their lives. They did not moan or struggle, or appear to regret that their lingering pain was to cease. The five women and Eddy heard two reports of a gun. The „Forlorn Hope“ might yet save those who were dying at Donner Lake.

 

 

Noch ein paar interessante Details:

  • Durch den geschilderten Kannibalismus gelang es einigen die nächstgelegene Siedlung zu erreichen. Dies brachte auch vielen Rettung, die am Donner Lake noch der Hilfe harrten. Frauen, kleinen Kindern … Die Schilderung der Ereignisse ist sehr tragisch und bewegend.
  • Das Bild oben, Wikimedia entnommen, zeigt Bäume, die zur Brennholzgewinnung von den im Schnee Eingeschlossenen gefällt wurden. Auf der Schneefläche stehend schlugen sie mit der Axt die Stämme durch. Die Höhe, in der die Baumstämme abgetrennt wurden, geben einen Hinweis auf die Höhe des Schnees, der die Menschen umschloss.
  • Das hier zitierte Buch entstammt der Zeit, als die Überlebenden des Donner-Trecks noch lebten und selbst Zeugnis gaben.
  • Mark Twain schrieb eine Persiflage auf die hier beschriebenen Ereignisse, eine Kurzgeschichte namens „Kannibalismus auf der Eisenbahn“. Das in Twains Geschichte wirklich Makaber-Lustige ist, wie die auf einer Eisenbahnstrecke Eingeschneiten in einer Art Gerichtsverhandlung mit Anwälten und Verteidigern, und in wohl gewählten Worten, darum streiten, wer als Nächstes verspeist werden solle. Die zum Verspeisen Vorgesehenen geben dabei ihren Bedenken Ausdruck, ob wohl eine solche, sie selbst betreffende Entscheidung richtig sei. Sie tun das, indem sie völlig objektive Gründe vorbringen …  Twains Geschichte berührt die hier eingangs gestellte Frage: Was ist Menschlichkeit? Wie dünn ist die Schicht der ethischen Selbstgewissheit des Menschen, die ihn, wie er selbst meint, anderem Leben moralisch überlegen macht?
  • Das Buch History of the Donner Party, a Tragedy of the Sierra ist bei Amazon kostenlos erhältlich.

 

 

Menschlichkeit – was ist menschlich? was last modified: November 25th, 2016 by Henrik Geyer

Warten auf den Tod – jeden Tag dem Tod ein Stück näher

Warten auf den Tod - Sterben im Leben [SPID 4011]

In jedem Moment nähern wir uns dem Tod unmerklich. Wir warten auf den Tod – in gewissem Sinne. Der Tod, vorgestellt als ein bestimmter Zeitpunkt in der Zukunft, lässt unsere Lebens-Tage in der Vorstellung zusammenschnurren, zu einer sehr endlichen Größe. Doch das wollen wir nicht, lieber ist uns die Ungewissheit – die Ungewissheit lässt unsere Lebenstage wie potentiell unendlich erscheinen.

Doch ist eigentlich nichts gewisser als der Tod.

Warten auf den Tod – ein deprimierender Gedanke?

Ist es deprimierend, über den Tod nachzudenken? Dass er vielleicht nah ist? Ich glaube nicht. Über den Tod nachzudenken kann uns so viele Fragen zum Leben beantworten. Zum Beispiel,

  • dass wir Dinge und Menschen, die uns auf unseren Lebensweg begegnen, wertschätzen sollen
  • dass wir in uns forschen sollen, was unsere Bestimmung ist, und was wir tun wollen
  • dass wir das Leben nutzen um glücklich zu sein, und nicht glauben, das Leben sei dazu gemacht irgendeine unerfreuliche Pflicht zu erfüllen
  • dass wir jeden Tag begrüßen, und versuchen, dieses kostbare Geschenk durch Freude und Dankbarkeit zu würdigen
  • dass wir versuchen, Unfrieden und Kampf aus unserem Leben zu verbannen, und dass wir darin durchaus selbstsüchtig sein dürfen. Indem wir das tun, helfen wir „der Welt“ durchaus ein wenig, denn die Kämpfe, die wir nicht kämpfen, sind einfach Kämpfe die in der Welt nicht stattfinden. Sie fehlen nicht.

Neulich hörte ich in einem Film den nachdenkenswerten Satz: „In 40 Jahren wächst der Weizen auf meinem Grab genauso schön, wie auf deinem.“ Der das sagte wollte damit begründen, warum einen bestimmten Kampf, den andere für nötig hielten, selbst nicht mitkämpfen wollte. Er meinte damit: Eine besondere Belohnung für Pflichterfüllung hat der liebe Gott scheinbar nicht vorgesehen, denn am Ende liegen der Sünder und der Gerechte in ihren Gräbern ungestört nebeneinander. Und was da wächst ist Weizen und nicht etwa Grabblumen. Mit dem Tod einher geht das Vergessen. Vergessen die Kämpfe, vergessen der Hass, vergessen die Dinge und die Menschen.

Daher: sterben müssen alle, auf das Leben kommt es an. Ohne Leben keine Bewertung von gut und böse, richtig und falsch. In diesem Lichte gesehen verblasst das Streben nach Gerechtigkeit, verblasst unser Wille, verblasst der Gedanke an Unbedingtheit, verblasst unsere Sucht zu polarisieren.

Das Leben ist eben der Urgrund für alles. All unsere Hoffnungen, all unsere Verzweiflung, brauchen eine Voraussetzung: Leben. Denken. Und was wir im Leben suchen ist Glück – nicht mehr und nicht weniger.

im Leben sterben – die Endlichkeit des Lebens akzeptieren

Es ist ein spektakulär anmutender Leitsatz so manchen Gurus, man solle bereits im Leben sterben. Gemeint ist damit, sich der Belanglosigkeit des Todes bewusst zu werden, seiner Allgegenwart. Wenn wir schlafen, sind wir ein bisschen tot. Wenn wir bewusstlos sind, sind wir ein bisschen tot. Wenn wir wie Automaten Dinge tun, sind wir quasi unbewusst, sind wir ein bisschen tot. Weitergedacht: Leben ist Achtsamkeit, Bewusstheit.

Wie leicht gleitet man vom Leben in den Tod – man ist sich darüber meist nicht klar. Denn man lebt ja! … bis jetzt. Das erinnert mich an einen Witz: Ein Mann fällt aus dem zehnten Stockwerk eines Hochhauses. Bei jedem Stockwerk, an dem er vorbeistürzt, sagt er sich: Bis jetzt ging es jedenfalls gut!

Der Tod ist notwendig und unabdingbar für das Leben. So wir in unseren Leben alles aus Gegensätzen besteht, ist der Gegensatz zu Leben: Tod.

Anstatt den Tod zu fürchten und ihn zu verdrängen, macht es viel Sinn, sich mit ihm auseinanderzusetzen, in gedanklich vorwegzunehmen und ihn zu akzeptieren. Das zu tun bedeutet nicht, das Leben nicht zu schätzen, im Gegenteil. Mit der Akzeptanz des Todes wächst die Wertschätzung für das Leben. Im nächsten Augenblick kann es vorbei sein. Wir wissen nicht, wissen nie, wann es „so weit“ ist. Der Gesündeste kann im nächsten Moment die Schwelle überschreiten. Ein Unfall, ein Schlaganfall …

Ohne Tod keine Wertschätzung dessen was ist. Was sollte man auch besonders wertschätzen an etwas, das es ohnehin immer gibt? Aber – was wiederum wäre ein Leben ohne Wertschätzung? Es wäre ein Leben ohne Freude.

Ohne Wertschätzung und Freude an den Dingen wiederum keine Trauer, kein Abschiedsschmerz. Denn alles endet. Alles geht kaputt, alle Beziehungen enden, alle Lebewesen sterben. Alles vergeht, alles wird zu Staub, und ersteht neu, aus Staub. Die Trauer des Abschieds ist unabdingbar, gerade wenn man das Leben liebt. Aber die Notwendigkeit und die Einsicht, dass der Tod der andere Aspekt des Lebens ist, mildern diesen Schmerz.

Wie könnte man zu traurig über etwas werden, das doch die Voraussetzung für all das ist, was man liebt?

Jeden Tag dem Tod ein Stück näher

Jüngst starb ein bekannter Mann in hohem Alter, und es wurde bekannt, dass es dessen Philosophie war zu sagen: „Jeden Tag geht man ein Stück weiter auf den Tod zu.“ Er sah somit den Tod als etwas Unabdingbares – den Todeszeitpunkt als bereits schicksalhaft festgelegt. Somit muss ihm das Leben kurz und kostbar gewesen sein.

Und tatsächlich – was man wusste: Er liebte das Leben und genoss es, wie es kam. Doch er vergeudete auch nichts, war nicht über-ambitioniert, und liebte die Dinge wie sie waren. Er liebte seine Familie, die er wertschätzte, in guten wie in schlechten Zeiten. Er war seinen Freunden ein guter Freund. In seinen Filmen siegte die Gerechtigkeit, Kinder liebten diese Filme, es waren keine zynischen Actionblockbuster. Er aß stets mit großer Freude seine Spaghetti, für die er eine besondere Soße zu kochen wusste. Das war es, was das Leben an Gutem für ihn bereithielt, und er wusste, dass er reich beschenkt war. Er nahm die guten Gaben einfach an, war dankbar. Als sich das Ende ankündigte, wusste er, dass er alles so gemacht hatte, wie zu tun es ihm möglich gewesen war. Die Begrenztheit des Lebens, die Notwendigkeit der Begrenztheit in allen Dingen und auch des Lebens selbst, nahm er an, wusste von ihr, und litt wohl nicht zu sehr daran.

Der Mann hieß Bud Spencer, er war Teil des humorvollen Filmduos Bud Spencer / Terence Hill und eigentlich nicht dafür bekannt, besonders tiefgründig oder philosophisch zu sein. Und doch war er es. Gerade in der Einfachheit ist oft das Tiefgründige zu finden, so wie im Stillen oft das Eindringliche ist.

 

 

Warten auf den Tod – jeden Tag dem Tod ein Stück näher was last modified: September 30th, 2016 by Henrik Geyer

Wie denken spirituelle Menschen?

Spirituelle Menschen - Welten jenseits dieser Welt

Wie denken spirituelle Menschen, bzw. wie müssen spirituelle Menschen denken? Und … gibt es ein richtiges spirituelles Denken und ein falsches?

In der spirituellen Szene herrscht nicht etwa Meinungsfreiheit, sondern natürlich wird auch um den „rechten Glauben“, um den richtigen Weg, gestritten.  Woher kommt das, und was ist richtig?

Bestandsaufnahme

Spirituelle Menschen operieren häufig mit den Worten transzendent, metaphysisch, das Ich überwinden, sich befreien, sich leer machen etc..

Gemeint ist damit die Erfahrung, dass hinter „der Welt“ eine verborgene Welt liegt, die mit der Sichtweise des materialistischen Denkens nicht erfahrbar ist. Was wiederum meint, dass die Dinge, wie sie sich uns darstellen, eine geheimnisvolle Quelle und Ursache haben, und wohl noch fundamentaleren Regeln (Prinzipien) unterliegen, als sie sich in Form von Naturgesetzen ausdrücken lassen.

Viele spirituelle Menschen haben sich heute und in der Vergangenheit auf die Suche nach dem Geheimnisvollen begeben und drangen in immer neue geistige Welten vor. Man denke z.B. an Ouspenksy und seine „Suche nach dem Wunderbaren“.

Das Geheimnisvolle, das verborgene Wissen – es erschließt sich nicht, zumindest nicht jedem. Daher gibt es Lehrmeister des Spirituellen, auch Gurus genannt, die ihre Schüler in die Geheimlehren einweihen. Die Geheimlehren  wiederum sind so mannigfach wie die Worte, die sich für das Geheimnisvolle finden lassen. So, wie die „Welt der zehntausend Namen“ eben aus Namen (Worten) besteht, bestehen auch die spirituellen Welten, sofern sie mündlich weitergegeben werden, aus Worten. Und daher sind auch die spirituellen Wege letztlich mannigfach.

Wie müssen spirituelle Menschen denken?

Doch auch spirituelle Menschen verfallen immer wieder (und auch das ist eigentlich völlig logisch) in den Streit über das wahre Wesen des Geheimnisvollen.

Sie wollen in Worten benennen, was nicht benennbar ist. Denn das wahre Wesen und die Quelle der Welt ist, so sieht es der Buddhismus, das Nirvana, das Unendliche (welches zugleich das Nichts ist) …  Leere. Eine Leere, die mit irgendeiner Vorstellung von Leere nichts zu tun hat, und deren Wesen, übersetzt in die Begriffe dieser Welt, schlicht Schweigen wäre. Nichtdenken.

Doch wie will man Menschen Nichtdenken in das Bewusstsein bringen, wo doch Bewusstheit und Denken nicht zu trennen sind? So gesehen ist vielen, die sich als spirituell begreifen, die ganze Spiritualität eigentlich rätselhaft. Sie bewerfen sich gegenseitig mit Worten, die nicht ausdrücken können, was sie sollen, und die selbst wieder nur Teil der „Welt der zehntausend Worte“ sind – die man doch so gerne verlassen möchte!

Streit um das Spirituelle

So gesehen muss man die Streitereien um das Spirituelle eigentlich als einen Teil der materialistischen Sichtweise sehen – das Festhalten an den Begriffen und Namen. Oft wird dieser Streit sehr erbittert und voller Unlogik geführt, und von besonderer Spiritualität ist eigentlich nichts zu spüren.

Was kennzeichnet das Denken spiritueller Menschen?

Kann man dennoch eine Aussage treffen, was das Wesen des Denkens spiritueller Menschen wäre? Hierzu eine Meinung:

  • Spiritualität verstanden als Geistigkeit ist mit Überlegung und Grübeln verbunden, keineswegs aber mit platten Antworten und Dummheit.
  • es ist eine Suche in sich selbst, denn das Denken des Anderen, des Nächsten, vermittelt sich auf eine höchst unvollkommene Weise, über Worte
  • spirituelle Menschen sind sich der Tatsache bewusst,  dass das Benennen und Bewerten der Dinge einerseits eine Notwendigkeit dieser Welt ist, andererseits eine Begrenzung. Sie versuchen sich daher frei und leer zu machen, von Werturteilen, von zu viel Sprechen etc. – nicht umsonst ist eine wichtige spirituelle Praxis das Schweigen.
  • ich persönlich meine, dass spirituelle Menschen vielfach in Metaphern denken, symbolhaft sozusagen. Und zwar deshalb, weil das Bewusstsein, dass die Welt geistiger Natur ist, auch bedeutet, dass wir sie im Geist formen können. Wir tun das durch gedankliche Verbindungen – man könnte auch sagen durch Kombinieren, oder durch Phantasie. Wir schaffen geistige Verbindungen, wo vorher keine waren; und wo wir Worte finden für etwas, da entsteht unsere persönliche Realität.
  • Ich sprach von der nicht erreichbaren Leere. Man kann sie nicht erreichen, aber man kann sich ihr ein wenig nähern. Und, indem man sich ihr nähert, versteht man wohl erst, was das meint … Leere. Wie Leere die Quelle der Welt sein kann, und wie die Dinge formbar werden, durch Schweigen und durch Verzicht.

 

Insofern sind sich spirituelle Menschen, soweit man sie wirklich spirituell nennen darf, sich doch zumindest der Relativität der Worte bewusst. Der erbitterte Streit um den richtigen Weg, der Kampf in welcher Form er auch immer auftritt (man denke an Glaubenskriege), ist doch eher dem materialistischen Denken zuzurechnen.

Weiterlesen: Beitrag Spiritualität im Alltag – spirituelle Gespräche

Ähnliches Thema: Beitrag Wir sind spirituelle Wesen – und machen eine materielle Erfahrung

Lesen Sie auch: Beitrag spirituell sein – wie geht das?

Wie denken spirituelle Menschen? was last modified: September 14th, 2016 by Henrik Geyer

Sprüche über das Leben – Lebenssprüche

Thema Sprüche über das Leben / Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst. (Johann Wolfgang von Goethe)

Sprüche über das Leben – hier findet man einige ausgewählte.

Sprüche über das Leben

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Trenne dich nicht von deinen Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben. (Mark Twain)
Trenne dich nicht von deinen Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben. (Mark Twain)

Das Leben ist ein Geschenk – man bekommt kein schöneres und kein bedeutenderes.

unbekannt

Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen. Gib mir nicht, was ich wünsche, sondern was ich brauche.
Antoine de Saint-Exupéry

Vom Standpunkt der Jugend aus gesehen ist das Leben eine unendlich lange Zukunft; vom Standpunkt des Alters aus eine sehr kurze Vergangenheit.

Arthur Schopenhauer

Artikel lesen: Leben ändern – Realität verändern

Das Leben an einem Ort ist erst dann schön, wenn die Menschen ein gutes Verhältnis zu einander haben.

Konfuzius

 

Schnitze das Leben aus dem Holz, das du hast.
Aus Russland

Das Leben ist kurz genug – darum verzweifle nicht bei deinen wenigen Niederlagen.
Aus Westfalen

Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu etwas.
Christian Friedrich Hebbel

Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden.
Epiktet

Man muss eher prüfen, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt. Denn ohne einen Freund ist das Leben wie das Fressen von Löwe und Wolf.
Epikur

Das Leben ist ein ewiges Werden. Sich für geworden halten heißt sich töten.
Friedrich Hebbel

Das Leben ist ein Meer, der Fährmann ist das Geld. Wer diesen nicht besitzt, schifft übel durch die Welt.
Georg Rudolf Weckherlin

Das Leben ist eine Mission.
Giuseppe Mazzini

Das Leben ist eine Reise, die heimwärts führt.
Hermann Melville

Siehe auch Artikel: Was im Leben wirklich zählt – was ist am Ende des Lebens das Wichtige?

Die Erinnerungen verschönern das Leben, aber das Vergessen allein macht es erträglich.
Honoré de Balzac

Das Leben gleicht einem Buche: Toren durchblättern es flüchtig; der Weise liest es mit Bedacht, weil er weiß, dass er es nur einmal lesen kann.
Jean Paul

Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst.
Johann Wolfgang von Goethe

Es gibt jene, die wenig besitzen und alles geben. Das sind diejenigen, die an das Leben und den Überfluss des Lebens glauben, und ihre Hilfsquellen versiegen nie.
Kahlil Gibran

Wer das Leben nicht schätzt, der verdient es nicht.
Leonardo da Vinci

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Gib nicht auf! Halte jetzt durch und sei den Rest deines Lebens ein Champion!
Gib nicht auf!
Halte jetzt durch und sei den Rest
deines Lebens ein Champion!

Das Leben ist eine Taktfrage.

Oscar Wilde

 

Darfst das Leben mit Würde ertragen, nur die Kleinlichen machen es klein; Bettler können dir Bruder sagen, und du kannst doch ein König sein.
Rainer Maria Rilke

Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber leben muss man es vorwärts.
Sören Kierkegaard

Der Sinn des Lebens ist mehr als das Leben selbst.
Stefan Zweig

Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still, verzage nicht; die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht.
Wilhelm Busch

Das lebendige Gemüt hat Macht zu allen Dingen.
Meister Eckhart

Wenn das Leben fragte tausend Jahre lang: „Warum lebst du?“, wenn es überhaupt antwortete, würde es nur sagen: „Ich lebe, um zu leben!“ Das rührt daher, weil das Leben aus seinem eigenen Grunde lebt, aus seinem Eigenen quillt; darum lebt es ohne Warum.
Meister Eckhart

Sprüche über das Leben – Themen

Sprüche über das Leben – Frau

Der einzige Mann, der wirklich nicht ohne Frauen leben kann, ist der Frauenarzt.
Arthur Schopenhauer

Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still, verzage nicht; die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht.
Wilhelm Busch

Sprüche über das Leben -Mann

Das Leben ist ein Meer, der Fährmann ist das Geld. Wer diesen nicht besitzt, schifft übel durch die Welt.
Georg Rudolf Weckherlin

Sprüche über das Leben – Freunde, freundlich sein

Es ist leicht, in Gemeinschaft zu leben nach den Regeln der anderen. Es ist ebenso leicht, zurückgezogen zu leben nach den eigenen Vorstellungen. Größe aber bezeugt, wer inmitten der Menge freundlich die Unabhängigkeit des Einsamen bewahrt.
Ralph Waldo Emerson

Ich sträube mich nicht gegen den Tod, denn ich hege die frohe Hoffnung, daß es ein Leben Jenseits gebe für die Verstorbenen. Wo aber die Fähigkeit zur Gemeinschaft im Menschen fehlt, da fehlt auch die Freundschaft.
Sokrates

Man muss eher prüfen, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt. Denn ohne einen Freund ist das Leben wie das Fressen von Löwe und Wolf.
Epikur

Sprüche über das Leben – Zeit

Wir leben im Zeitalter der Überarbeitung und der Unterbildung; dem Zeitalter, in dem die Menschen so fleißig sind, dass sie verdummen.
Oscar Wilde

Mögest du in interessanten Zeiten leben!
Chinesischer Fluch

Nur die Menschen, die für die Weisheit Zeit haben, sind frei von Unruhe. Sie allein leben.
Seneca

Aber nunmehr ist es Zeit, daß wir gehen, ich, um zu sterben, ihr, um zu leben. Wer aber von uns beiden zu dem besseren Geschäft hingehe, das ist allen verborgen außer nur Gott.
Sokrates

 

Weiterlesen: Gespräche mit dem Schöpfer. Spirituelle Weisheit als Antwort auf drängende Lebensfragen

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Bewahre den Glauben! Die wunderbarsten Dinge im Leben geschehen genau in dem Augenblick, wenn du dabei bist, den Glauben zu verlieren.
Bewahre den Glauben!
Die wunderbarsten Dinge
im Leben geschehen genau
in dem Augenblick,
wenn du dabei bist, den
Glauben zu verlieren.
Sprüche über das Leben – Lebenssprüche was last modified: Februar 27th, 2016 by Henrik Geyer

Sprüche Zeit – Über die Zeit

Sprüche Zeit , Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still, verzage nicht; die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht. (Wilhelm Busch)

Sprüche Zeit: Im Folgenden wurden einige Zitate rund um das Thema Zeit ausgewählt.

Sprüche Zeit

Viele Menschen verwenden die Hälfte ihrer Zeit dazu, sich Dinge zu wünschen, die sie bekommen würden, wenn sie nicht die Hälfte ihrer Zeit dazu verwenden würden, sie sich zu wünschen.
Alexander Woollcott

Als Gott die Welt erschuf, gab er den Europäern die Uhr, den Afrikanern die Zeit.
Aus Afrika

Das Zaudern, das in ruhigen Zeiten nützlich ist, bringt Männern in unruhigen Zeiten den Untergang.
Alphonse de Lamartine

Utopien sind oft nur vorzeitige Wahrheiten.
Alphonse de Lamartine

Der Heiterkeit sollen wir, wann immer sie sich einstellt, Tür und Tor öffnen; denn sie kommt nie zur unrechten Zeit.
Arthur Schopenhauer

Die Menschen sind ihrer Zeit ähnlicher als ihren Vätern.
Heinrich Leberecht Fleischer

Ein jedes Ding muss Zeit zum Reifen haben.
William Shakespeare

Nimm dir Zeit, um zu spielen. Das ist das Geheimnis der Jugend.
Aus Irland

Als Gott die Zeit gemacht hat, hat er genug davon gemacht.
Aus Irland

Die Zeit ist eine geräuschlose Feile.
Aus Italien

Den Klugen erkennt man daran, dass er den Mund rechtzeitig schließt.
Aus Pakistan

Ist die Zeit das Kostbarste unter allem, so ist Zeitverschwendung die allergrößte Verschwendung.
Benjamin Franklin

Mögest du in interessanten Zeiten leben!
Chinesischer Fluch

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt. Der andere packt sie kräftig an … und handelt.
Dante Alighieri

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.
Dante Alighieri

Es ist das Vorrecht der Jugend, Fehler zu begehen, denn sie hat genügend Zeit, sie zu korrigieren.
Ernst Barlach

Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist keines da.
Franz Kafka

Wir verbringen so viel Zeit mit Dingen, die dringend sind, so dass keine mehr übrig ist für Dinge, die wichtig sind.
Henry Ward Beecher

Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen. Das Alter ist die Zeit, sie auszuüben.
Jean-Jacques Rousseau

Auch der allzu große Eifer im Guten kann zu allen Zeiten das Gute hindern und das Böse fördern.
Johann Peter Hebel

Unter allem Diebsgesindel sind die Narren die schlimmsten. Sie rauben euch beides, Zeit und Stimmung.
Johann Wolfgang von Goethe

Die Sorge geziemt dem Alter, damit die Jugend eine Zeitlang sorglos sein könne.
Johann Wolfgang von Goethe

Auf große Popularität kann nur derjenige rechnen, der seinen Zeitgenossen Gemeinplätze in volltönenden Worten zum besten gibt. Das Publikum liebt jene Schriftsteller am meisten, in deren Werken es seine eigene Weisheit anstaunen kann.
Josef von Eötvös

Ein Kluger hat so viel zu denken, dass er keine Zeit hat zu reden.; ein Dummkopf hat so viel Zeit zu reden, dass er keine Zeit hat zum Denken.
Jüdisch

Trübes Wasser wird klar, wenn man es ruhig stehen lässt – genauso kann man mit Ruhe, Geduld und Zeit die Wahrheit nach und nach klar ans Licht treten lassen.
Laotse

Denke daran, dass es nur eine allerwichtigst Zeit gibt, nämlich: sofort!
Leo Tolstoi

In früheren Zeiten konnte einer ruhig vor seinem vollen Teller sitzen und sich’s schmecken lassen, ohne sich darum zu kümmern, daß der Teller seines Nachbarn leer war. Das geht jetzt nicht mehr, außer bei den geistig völlig Blinden. Allen übrigen wird der leere Teller des Nachbarn den Appetit verderben.
Marie von Ebner-Eschenbach

Die stillstehende Uhr, die täglich zweimal die richtige Zeit angezeigt hat, blickt nach Jahren auf eine lange Reihe von Erfolgen zurück.
Marie von Ebner-Eschenbach

Wir leben im Zeitalter der Überarbeitung und der Unterbildung; dem Zeitalter, in dem die Menschen so fleißig sind, dass sie verdummen.
Oscar Wilde

Diese Zeit ist, wie alle Zeiten, eine sehr gute; wir wissen nur nichts mit ihr anzufangen.
Ralph Waldo Emerson

Es ist nicht wenig Zeit, was wir haben, sondern es ist viel, was wir nicht nützen.
Seneca

Nur die Menschen, die für die Weisheit Zeit haben, sind frei von Unruhe. Sie allein leben.
Seneca

Geizhälse sind die Plage ihrer Zeitgenossen, aber das Entzücken ihrer Erben.
Theodor Fontane

Ich spreche nicht gern mit Leuten, die stets meiner Meinung sind. Eine Zeitlang macht es Spaß, mit dem Echo zu spielen, auf die Dauer aber ermüdet es.
Thomas Carlyle

Sprüche Zeit , Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still, verzage nicht; die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht. (Wilhelm Busch)
Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still, verzage nicht; die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht. (Wilhelm Busch)

Jedes Existierende ist ein Analogon alles Existierenden; daher erscheint uns das Dasein immer zu gleicher Zeit gesondert und verknüpft.
Johann Wolfgang von Goethe

Aber nunmehr ist es Zeit, daß wir gehen, ich, um zu sterben, ihr, um zu leben. Wer aber von uns beiden zu dem besseren Geschäft hingehe, das ist allen verborgen außer nur Gott.
Sokrates

Liebe, zur richtigen Zeit nicht zum Ausdruck gebracht, sieht aus, als wäre sie Haß.
Sokrates

 

Wes die Geister voll sind, des begehren sie ohne Unterlaß, und wonach sie begehren, das besitzen sie allezeit in neuer, grünender, freudenreicher Wonne.
Meister Eckhart

 

Sprüche Zeit – Spruchbilder:

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort, Sprüche Zeit: Man ist verloren, wenn man zu viel Zeit bekommt, an sich zu denken. (Georg Christoph Lichtenberg)
Man ist verloren, wenn man zu viel Zeit bekommt, an sich zu denken. (Georg Christoph Lichtenberg)

 

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Vorurteile -, das ist ein Blumenstrauß, den man wenigstens von Zeit zu Zeit neu arrangieren sollte. (Luther Burbank)
Vorurteile -, das ist ein Blumenstrauß, den man wenigstens von Zeit zu Zeit neu arrangieren sollte. (Luther Burbank)

 

Weiterlesen: Spirituelle Sprüche und Bilder, Spruchbilder

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Sprüche Zeit – Über die Zeit was last modified: Februar 27th, 2016 by Henrik Geyer

Spiritualität leben – wir sind spritituelle Wesen

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Geist ist alles, alles ist Geist … spirit is everything, everything is spirit Thema Spiritualität leben

Spiritualität leben – wie macht man das am besten, was ist spirituell, worum geht es dabei?

Geist ist alles – alles ist Geist / spirit is everything, everything is spirit

Spirituelle Kraft ist Kraft, die aus Geistigem erwächst. Eine Kraft also, jenseits der scheinbar so bestimmenden äußerlichen Realität. Spiritualität kann das Leben grundlegend verändern. Spiritualität kann heilen und den Zielen und der eigenen Bestimmung näherbringen.

Was bedeutet spirituell?

Spirit – innewohnender Geist, Spiritus – lateinisch: der Hauch, der Atem. Der Atem wurde im Altertum dem Geheimnis des Lebens zugeordnet, der Seele, bzw. der nicht weiter erklärbaren Kraft, die alles Lebende antreibt. „Spirit“ im heute oft verwendeten Sinn steht aber auch für eine selbstbewusste, handelnde Einstellung. Spiritualität heißt für Spireo: die eigene Geistigkeit wahrnehmen, sich des eigenen Selbst bewusst werden. Die eigene Geistigkeit, die Seele erkennen und annehmen.

Insofern drückt der Untertitel „spirit is everything“ einerseits aus, dass für das Leben die Einstellung entscheidend ist – wir sagen ja umgangssprachlich: „der Spirit entscheidet. Gemeint ist hier: Der Geist, die Einstellung, mit dem man die Dinge angeht.

Spirituell ist aber auch das Erkennen, dass Geist tatsächlich alles ist, was ist. In dieser Formulierung geht es um den Begriff von Existenz, den der Spirealismus neu begreift.  (Dazu hier mehr)

Die subjektive Realität formt sich aus Geist. Geist ist in allem, was uns umgibt.

Wir sind nicht materielle Wesen,
die spirituelle Erfahrungen machen können,
sondern wir sind spirituelle Wesen,
die materielle Erfahrungen machen.
Pierre Teilhard Chardin

Spiritualität leben – Überwindung des Glaubens

Nein, hier ist nicht davon die Rede, Religion sei nicht spirituell.

Ähnliches Thema: Beitrag ‚Religion und Spiritualität – was ist der Unterschied?‘

Spiritualität leben bedeutet vielmehr (zumindest für mich) zu sehen, dass Geistiges, das Relatives, tatsächlich alles ist, was ist. Demzufolge gibt es kein endgültiges Wissen, keine endgültige Wahrheit.

Letztlich ist jedes Wissen auch Glauben – und jeder Glauben, jedes Wissen, kann überwunden werden. Und wird überwunden werden, es ist nur eine Frage der Zeit.

die Antworten der materialistischen Wissenschaft auf menschliche Fragen nach dem Woher und Warum

In der modernen Gesellschaft wird immer klarer, dass die scheinbar so allgemein-gültigen Antworten der Wissenschaft in den zentralsten menschlichen Fragen nicht weiterführen.

Die Existenz des Schöpfers zu bezweifeln (wo soll er sein? Warum kann man ihn nicht beweisen?), und an seine Stelle den Urknall zu setzen, hilft in menschlichen Fragen nicht weiter. Der Urknall ist erstens kein „Grund“ im Sinne einer letzten Kausalität(was war davor? was löste den Urknall aus, was begründet ihn?). Zweitens aber, und noch wichtiger, beantwortet er uns keine menschliche Frage (Ist der Grund für unser Hiersein ein Knall?)

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Spirituelle Weisheit ist Weisheit und Wissen

Eine Rückbesinnung auf uralte spirituelle Weisheiten ist notwendig, und im vollen Gange.

Sich diesen spirituellen Weisheiten zuzuwenden, das bedeutet Spiritualität leben.

Viele Menschen heute sind Anhänger diverser spiritueller Weltanschauungen. Esoterik, Religion, alternatives Heilen – wie man dies alles nennen mag. Sie haben Existenz und Existenzkraft durch die Gedanken in den Menschen. Und dies ist zugleich die unleugbare geistige Kraft, die Kraft aus Spirituellem.

Daher auch gehört Spiritualität zum menschlichen Leben – nicht etwa, weil es nur eine angenehme Illusion wäre. Nein, Spiritualität funktioniert.

Spiritualität leben – Chance für die Menschheit?

Neben spirituellen Fragen, die für den Einzelnen wichtig sind, geht es heute gleichermaßen um die zentralen Probleme der Welt.

Sie lassen sich nur durch Geistiges lösen.

Gelingt es uns der immer weiter fortschreitenden Naturzerstörung, des „Verbrauchs“ von Natur, Herr zu werden? Gelingt es, die Überbevölkerung zu stoppen? Gelingt es der Menschheit, nicht nur reagierendes Medium zu sein, sondern sich wahrhaft ihres Selbst bewusst zu werden? Gelingt Wachstum in Richtung Qualität und Interessenausgleich? Das sind die Fragen um die es heute geht – wahrhaft entscheidende Fragen für das Überleben der Menschheit.

Das überkommene „Mehr!“ hat ausgedient, kann nicht immerwährendes Konzept sein. Um das Mehr! aus der Welt zu schaffen, müssen wir uns bewusst werden, dass wir durch Leben von Spiritualität unsere ureigensten Grundbegriffe formen können, neu betrachten können, neu begreifen können.

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Die Qualität und die Ernsthaftigkeit, mit der wir uns den Fragen zu uns selbst widmen, wird entscheidend für das Schicksal der Welt sein. Spiritualität zu leben – darin liegt eine neue, großartige Chance für die Menschheit, in ihrem Ringen um Überwindung der fundamentalen Existenzkrisen.

Spiritualität leben – es gibt nicht nur einen Weg

Spiritualität leben – wer das tut erfährt, dass es nicht den einzig „richtigen“ Weg gibt.

Woher kommt dann der uralte Streit über den richtigen Weg – wir kennen das, beispielsweise zwischen Religionen? Ist das nicht absurd, wenn zwischen spirituellen Denkrichtungen so gestritten wird?

Dieser Kampf ist Inbegriff materialistischen Denkens, also das Gegenteil von spirituellem Denken.

Im Heute Spiritualität leben

Es gibt viel zu tun, vieles neu zu bedenken. Vielleicht ist es uns vorbehalten, Spiritualität neu zu entdecken; die Kraft zu entdecken, die spirituelles Denken entwickeln kann.

Die Macht der neuen Informationstechnologien, die Geistiges in Sekundenschnelle verbreiten, spricht dafür, dass das gelingen könnte; sowohl gesellschaftlich, als auch für den Einzelnen.

Alle möglichen Probleme von Menschen lassen sich auf Probleme des Denkens zurückführen und auch genau an dieser Stelle lösen.

Spiritualität leben – wir sind spritituelle Wesen was last modified: Februar 12th, 2016 by Henrik Geyer

Apokalypse – Offenbarung. Der ewige Kreislauf der unschuldigen Sünde

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Was ist die Apokalypse? Gibt es eine Notwendigkeit für sie? Worin besteht die Notwendigkeit, wodurch lässt sie sich abwenden?

Biblische Offenbarung – das Ende der Welt .. Gott übernimmt wieder

Apokalypse ist ein biblisches Wort – es ist das Buch der Offenbarung, das das Ende der Welt beschreibt, das jüngste Gericht. Aufgrund menschlicher Verfehlungen wird das Ende der Welt eingeleitet, es ist eine Abrechnung Gottes mit den Fehlern der Menschheit – eine fürchterliche Bestrafung und wohl nur manchmal eine Belohnung.

Die Welt kehrt in ihren himmlischen Urzustand zurück, ohne Menschen, aber auch ohne Sünde.

Endzeit-Visionen – die modernisierte Form der Apokalypse

Es gibt viele Endzeitphantasien, oft sind sie inspiriert von der biblischen Apokalypse. Diese Endzeit-Phantasien hängen entweder mit Krankheiten (Pandemien) oder Weltkriegen zusammen, man denke an „I am Legend“ (Buch von Richard Matheson), „The Book Eli“ (Film), „Mad Max“ (Film) und viele, viele mehr.

„Die Zeitmaschine“ von H.G.Wells ist eine sehr gut geschriebene, spannende und äußerst hellsichtige Variante. In „Die Zeitmaschine“ dringt ein Zeitreisender in die Epoche nach einer atomaren Kriegskatastrophe vor. Die Rest-Menschheit hat sich in die Eloi und die Morlocks geteilt.

Die Morlocks sind unterirdisch lebende, kannibalistische Ungeheuer. Sie ernähren sich von den überirdisch lebenden Eloi, die sie regelmäßig zusammentreiben und planvoll auf die Schlachtbank führen. Die Welt der Eloi ist himmlische Unwissenheit – sie vertreten das Prinzip der Schönheit, der Harmonie des Gartens Eden. In ihrer Unwissenheit sind sie wie Schafe, aber auch völlig ohne Sünde. Hingegen sind die Morlocks im Grunde der heute lebenden Menschheit sehr ähnlich. Denn sie sind wissend, berechnend, ausnutzend, produktiv, und sind dem Leser des Buches, obwohl sie so schrecklich und fremd wirken, irgendwie auch ein alptraumhaftes Spiegelbild.

H.G. Wells fragt nun: ist es das Los des Menschen, strebend, brutal, listig, vorwärts drängend zu sein, und damit schicksalhaft auch das Böse als unabdingbare Notwendigkeit in die Welt zu bringen?

Jack London – Der scharlachrote Tod

Die 1915 erschienenen Novelle „Der scharlachrote Tod“ von Jack London ist eine weitere, erstaunliche Variante einer Endzeit-Phantasie. Erstaunlich, weil Jack London eigentlich nicht für spirituelle Texte bekannt ist, dennoch ist gerade dieses Werk durchdrungen von spiritueller Weisheit und es ist wunderbar hellsichtig.

„Der scharlachrote Tod“ handelt von Überlebenden einer weltweiten Vernichtung der Menschheit durch eine gleichnamige Krankheit.

Der letzte Zeitzeuge der eigentlichen Katastrophe erzählt 60 Jahre danach, Kindern von den Tagen der Pandemie. Und er kommt auch darauf zu sprechen, wie es nun aus seiner Sicht weitergehen wird. Er hat Bücher in ein Versteck gebracht, um dem geistigen Neustart der Menschheit, den er voraussieht, zu befördern. Gegenwärtig sind die wenigen Überlebenden in einen Zustand des Analphabetentums, der Wildheit, des Aberglaubens, zurückgefallen – und er hält es für nötig, das geistige Erbe zu bewahren.

Doch dann, den Kindern berichtend, und ihre Reaktionen hörend, zweifelt er …

 

Erneuerung durch Feuer und durch Blut

Zitat (Übersetzung)

„Das Schießpulver wird wiederkommen. Nichts kann es aufhalten – es ist immer und immer wieder dieselbe Geschichte. Der Mensch steigt auf, und der Mensch kämpft.  Schießpulver wird den Menschen ermöglichen, Millionen anderer Menschen zu töten, und nur auf diese Weise, durch Feuer und durch Blut, wird sich eine neue Zivilisation in einer weit entfernten Zukunft entwickeln.

Und zu welchem Preis? Genau wie die alte Zivilisation verging, so wird es der neuen geschehen. Es kann fünfzigtausend Jahre dauern, dass sie sich entwickelt, aber auch sie wird vergehen. Alles vergeht. Es bleiben nur die kosmischen Kräfte und die Materie, die, immer fließend, immer agierend, die zeitlosen Typen hervorbringt – den Priester, den Soldaten und den König. Aus dem Mund von Kindern kommt die Weisheit aller Zeitalter. Manche werden kämpfen, andere werden herrschen, andere werden beten; und der Rest wird schuften und leiden, während ihre geschundenen Körper benutzt werden; wieder, und dann wieder, ohne Ende, die erstaunliche Schönheit und die überragenden Wunder der Zivilisation hervorbringend.

Es wäre ebenso gut, ich würde die Bücher, die ich in der Höhle sammelte, zerstören. Ob sie nun bleiben oder verschwinden, all ihre alten Wahrheiten werden entdeckt werden; all ihre alten Lügen werden neu gelebt und weitergegeben. Was wäre der Nutzen (sie zu bewahren)….“

die spirealistische Sicht

Aus spirealistischer Sicht hängt, was vorgedacht wird, mit einer sich entwickelnden Realität zusammen. Der Mensch ahnt hier völlig zu Recht. Denn er hat sich von seinen Quellen getrennt, und wähnt sich nun eigenständig. Die Welt SO sehend, entfremdet er sich von ihr, zerstört seine Quellen, lebt nicht in Einklang, sondern in ewigem Kampf. Dem Kampf, von dem Jack London spricht, und der sich immer wiederholen wird, solange sich der Mensch als getrennt von den Dingen sieht.

Bild „Apokalypse“

Es ist diese Unschuld, die ich in obigem Bild, das ich „Apokalypse“ nannte, darstellen wollte. Der Mensch sündigt und ist dabei völlig unschuldig. Wie ist das möglich? Kampf und Atombomben für selbstverständlich haltend, und sie sogar dem menschlichen Genie zurechnend, erschafft sich der Mensch seine fürchterliche Realität. Seine schrecklichsten Alpträume werden wahr. Und der Mensch beteuert, er wüsste nicht, woher all das kommt (!)… er ist in seiner Ahnungslosigkeit vollkommen ehrlich.

 

Die Sichtweise des Kampfes zu durchbrechen ist die Chance des Menschen – doch dieses Durchbrechen müsste mit einer ganz anderen Weltsicht einhergehen, als sie der Mensch derzeit hat.

Es wäre nicht die Welt der Unwissenheit der Eloi aus „Die Zeitmaschine“ – denn es gibt kein Zurück aus dem Wissen um Waffen. Es müsste eine Welt des Einklanges, und dennoch des Wissens, sein. Es müsste eine Welt sein, in der niemand die Notwendigkeit der Bombe sieht. Die technische Möglichkeit der Bomben-Konstruktion wohl habend, müsste jeder, oder anders formuliert, müsste „der Mensch“, eine solche Realisierung für völlig absurd halten. Das währe gleichbedeutend mit: Es technisch nicht ermöglichen. Es nicht planen, nicht entwickeln, nicht verbreiten, einfach weil man keinen Nutzen darin sieht.

Ist so etwas vorstellbar?

 

 

Apokalypse – Offenbarung. Der ewige Kreislauf der unschuldigen Sünde was last modified: Juni 5th, 2016 by Henrik Geyer

Danke sagen – sag „danke“ zur Welt und erhalte ein „gern geschehen“

Danke sagen - sag "danke" zur Welt und erhalte ein "gern geschehen"

Danke sagen ist eine wichtige spirituelle Übung – mindestens all jener spirituellen Denkrichtungen, für die das Höhere existiert – als Gott, als „das Höhere“, das „höhere Selbst“, wie immer man es nennt. Wer nur sich nur selbst für das Höchste hält, die Krone der Schöpfung und das einzige vernunftbegabte Wesen, der verlernt manchmal, danke zu sagen, denn er wüsste nicht, wem.

was passiert, wenn wir danke sagen?

Was passiert, wenn wir „Danke“ sagen?

Wenn wir Danke sagen, dann erkennen wir an, dass es etwas gibt, wofür wir dankbar sein können. Es kommt in die Existenz, dieses Gute, wo es vorher keine Existenz hatte.

Wenn wir sagen: „Danke, Gott, für diesen schönen Tag, an dem ich hier sein kann, auf der Erde“, dann kommt ein schöner Tag in die Existenz (unser Bewusstsein), wo vorher nichts war. Oder, wo vielleicht vorher dumpfes Grübeln war, z.B., wieso alles so schlecht ist …

Danke sagen ist, wie jedes Gebet, eine Übung der Konzentration. Sich auf das Gute zu konzentrieren, diese Übung immer zu wiederholen, lässt die Gedanken erstarren – zu einer Wahrheit werden. Aus dem pessimistischen Grübler kann so ein optimistischer Mensch werden, der es nun versteht, sich ganz auf das Positive zu konzentrieren.

Danke sagen ist nichts „nur Gedachtes“

Wer Gebete als eine Art Scharlatanerie sieht, der kann sich sich das soeben Gesagte in einer ganz realistischen, äußerlichen Form denken:

Wer sich angewöhnt Danke zu sagen, vielleicht viel öfter und viel herzlicher, als es „nötig“ wäre,  dessen ganze Aura verändert sich. Andere Menschen spüren, dass hier Wertschätzung ist, und nicht dieses gedanken- und seelenlose Für-selbstverständlich-Halten, dem man überall begegnet.

Wer sich angewöhnt Danke zu sagen, der wird erfahren, dass er oft und manchmal völlig unerwartet ein herzliches „gern geschehen“ zurückerhält, und viele andere Zeichen von Wertschätzung und Freundlichkeit.

Und so schließt sich der Kreis. Gedanken, die oft und konzentriert gedacht werden, gerinnen zu unserer dauerhaften Realität. Gedanken „unwirklich“zu nennen, ist falsch. Dies ist eine spirealistische Sichtweise.

Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt.
Rudyard Kipling

unsere Einstellung gegenüber den Dingen bestimmt, was wir erleben

Alles was wir tun, wird von unserer Einstellung bestimmt. Wir haben es in der Hand, das Leben, die Realität, als einen Kampf, auch als grausames Ringen zu sehen, oder aber als ein Geschenk, als ein Fest. Unsere Einstellung – das ist, was wir denken – und es wird, was wir tun.

Danke zu sagen ist eine ganz konkrete Tat, die eine Einstellung der Güte und Wertschätzung ausdrückt. Auf diesem Weg gestalten wir unsere Welt.

Danke kann man zu jedem Menschen sagen, und mann kann auch danke sagen, wenn man ganz allein ist. Man kann es laut sagen oder im Kopf, schweigend.

Danke, dass ich heute hier bin.

Danke für all das, was ich an diesem wunderschönen Tag erleben kann.

Danke für die klare Luft, den Regen, den Himmel über mir.

Danke, dass meine Gedanken klar und unbeschwert sind.

Danke, dass ich bei den Menschen sein kann, die mir viel bedeuten.

Danke sagen – sag „danke“ zur Welt und erhalte ein „gern geschehen“ was last modified: Januar 9th, 2016 by Henrik Geyer

positives Denken – positive Gedanken

positives Denken - positive Gedanken

Wer möchte nicht ein positiver, optimistischer Mensch sein? Wie kann man das sein? Durch positives Denken. Und ganz konkret – durch positive Gedanken.

positives Denken

Wozu ist das gut? Macht man sich selbst etwas vor? Ist positives Denken Wunschdenken?

Das kommt auf den Standpunkt an. Positives Denken kann man auch als Wunschdenken sehen, nichtsdestoweniger ist es realistisches Denken. Denn durch unser Denken beginnt die Realisierung – das ist die Grundaussage des Spirealismus. Man kann es als das Gesetz der Anziehung formulieren. Wir erschaffen durch intensives, konzentriertes Denken, Realität.

In diesem Blog ist oft von der Macht des Glaubens die Rede. Ohne Glauben, und sei es im Kleinsten, geht gar nichts. Wenn wir nicht glauben würden, dass am Ende eine leckere Stulle vor uns liegen würde, würden wir nicht einmal beginnen, ein Brot mit Butter zu bestreichen.

Zitat: Optimisten leiden, ohne zu klagen. Pessimisten klagen, ohne zu leiden.
Karl Farkas

positives Denken ist realistisch

Mancher kennt die Geschichte von den zwei Fröschen, die in einen Milchkrug fielen und nicht mehr herauskamen, weil der Rand des Kruges zu hoch war, um daran hochzuklettern. Sie schwammen und schwammen. Der eine Frosch war Optimist, der andere Pessimist. Der pessimistische Frosch sah in all dem Schwimmen bald keinen Sinn mehr. Realistisch erkannte er, dass er am Ende untergehen würde. Und er ging unter.

Der andere Frosch war nicht so „schlau“. Er schwamm weiter, gegen alle Vernunft. Er schwamm so lange, bis sich in der Milch Butterklumpen bildeten. Der Frosch kletterte auf die Butter, und sprang von dort aus über den Rand des Kruges in die Freiheit.

positive Gedanken denken kann man üben

Wie wird man ein positiver Denker?

Indem man positive Gedanken denkt! Ganz einfach!

Einfach? Nein. Einfach ist es nicht.

Positives Denken ist eine Gewohnheit. Wenn man gewohnt ist, negativ zu denken, dann ist es schwer, von dieser Gewohnheit loszulassen. Ebenso schwer, wie das Rauchen aufzugeben, oder irgendein anderes Laster.

Aber man kann es erreichen. Der Weg ist, die Macht des Glaubens zu erkennen, oder, wem es lieber ist es so auszudrücken: die Kraft der Gedanken.

Ein guter Weg dorthin ist die Konzentration, konkret: die Meditation, das Gebet, die Kontemplation. Das heißt zu versuchen, nur einen einzigen Gedanken im Kopf zu behalten. Einen positiven Gedanken.

 

 

 

 

positives Denken – positive Gedanken was last modified: Januar 9th, 2016 by Henrik Geyer

Vorurteile und Urteile. Was sind Vorurteile?

Vorurteile und Urteile. Was ist ein Vorurteil?

Was sind Vorurteile? Ein Vorurteil ist ein Urteil, das vorschnell ergeht, und für das somit die Vermutung besteht, dass es falsch ist.
Oder es ist bereits falsch, wenn es ausgesprochen wird.

Generaltugend Gerechtigkeit

Eine der vier klassischen Kardinaltugenden ist die Gerechtigkeit. Gerechtigkeit erfordert ein Urteil, denn zu sagen, etwas sei Recht oder Unrecht erfordert eine Beurteilung.

Aus Urteilen erwachsen Vorurteile

Ohne Beurteilung keine Gerechtigkeit, aber durch das Beurteilen entsteht die Gefahr, vorzuverurteilen.

Gerechtigkeit wird sehr schnell zur Selbst-Gerechtigkeit. Das Urteil wird sehr schnell zum Vorurteil.

Bibelzitat: Als eine Frau, die des Ehebruchs überführt war, gesteinigt werden sollte, trat Jesus dazwischen und sagte: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“ (Joh 8,7). Dazu muss gesagt werden, dass damals die Steinigung (eine Todesstrafe, bei der der Tod durch das Werfen von Steinen herbeigeführt wird) die anerkannte Form der Gerechtigkeit in einem solchen Fall von Rechtsbruch war. So ist es in manchen Teilen der Welt auch heute noch.

Und dennoch forderte Jesus die Leute auf, zuerst an sich selbst und die eigenen Sünden zu denken, bevor sie das Recht im Außen durchsetzen.

Man denke auch an den Ausspruch Jesu (als jemand einen anderen kritisiert hatte): „Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; darnach erst siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!“ Matthaeus 7:5

Zurückhaltend sein im Urteilen

Aus einer Generaltugend wie Gerechtigkeit wird sehr schnell Sünde – die Sünde vorzuverurteilen.

Daher ist die Generaltugend der Gerechtigkeit verbunden mit der Aristotelischen Auffassung von Tugend – als ein Beachten des rechten Maßes. Mäßigung in allem – das ist die Hauptforderung in einem gelungenen Leben. Mäßigung – das ist die Forderung, auch im Urteilen mäßig zu sein, und sich der Tatsache bewusst zu sein, dass Urteilen sehr schnell zum Vorverurteilen wird.

Unser Leben besteht aus Urteilen

Gleichzeitig müssen wir uns darüber klar sein, dass wir ohne das Beurteilen von richtig und falsch, von gut und böse, von wahr und unwahr, nicht auskommen. Diese Begriffe sind unsere Welt, sie sind verbunden mit der menschlichen Vorstellung von Folgerichtigkeit. Wir können also unsere Vorsicht gegen über vorschnellem Urteilen nie so weit treiben, dass wir ganz ohne Urteile auskommen könnten.

Wir Menschen sind nicht Gott, der ganz ohne Urteile auskäme. Wir müssen urteilen und sind stets in der Gefahr des Vorurteils. Umso wichtiger ist Vorsicht im Urteilen, und zu versuchen, stets das rechte Maß zu wahren.

Vorurteile und Urteile. Was sind Vorurteile? was last modified: Dezember 19th, 2015 by Henrik Geyer