Was bedeutet subjektiv? Ist ein wissenschaftlicher Versuch objektiv?

Thema subjektiv: Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Naturwissenschaftliche Erkenntnisse sind Teil der Schöpfung, nicht ihre Widerspiegelung.

subjektiv vs objektiv

subjektiv ganz landläufig verstanden

„Subjektiv“ meint: Nur deine Meinung! (und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die richtige!)

„Subjektiv“ bedeutet, es handelt sich um eine Beobachtung, die nur aus einer einzigen Perspektive gemacht wird, während es nötig ist, wenn man zu richtigen, bzw. endgültigen Sichtweisen gelangen möchte, eine Sache von verschiedenen Blickwinkeln aus zu betrachten.

Für jeden der wissen will, wie das Wort „subjektiv“ gemeinhin gebraucht wird, mag das bis hierhin genügen, denn es das gängige Verständnis, resultierend aus der materialistischen Weltanschauung. 

Weiterlesen: Artikel objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?

Eine Frage der Weltanschauung – materialistisch

In dem Wort „subjektiv“, in Zusammenhang mit den ihm nächsten Worten wie „objektiv“ etc., steckt eine Weltanschauung des Verständnisses.

Die allgegenwärtige materialistische Weltanschauung ist der Auffassung, wir Menschen beobachteten eine von uns unabhängige Außenwelt. Diese von uns unabhängige Außenwelt bestehe aus voneinander getrennten Objekten, etwa wie Kugeln oder andere im Raum befindliche Formen, um die man herumgehen kann.

Da man die Beschaffenheit eines Objektes als Subjekt (Mensch) nur von einer Seite aus sehen kann, ist es nötig, dass verschiedene Beobachter sich über die Beschaffenheit des Objektes, wie sie es von ihrem jeweiligen Standpunkt aus wahrnehmen, austauschen.

Nur so könne man die wahre Beschaffenheit des Objektes erfahren – und dies wiederum ist der Sinngehalt de Wortes „objektiv“, „Objektivität“, etc..

Während andererseits das Wort „subjektiv“, bzw. „Subjektivität“, wiederum die Beschränktheit des Blickes meint, die Unvollkommenheit, die eine Perspektive, die unzureichend ist, um ein dreidimensionales Objekt zu erkennen.

die spirealistische Weltanschauung

Die spirealistische Weltanschauung geht davon  aus, dass ohnehin alles Begreifen als eine Art Abstimmung vor sich geht. (Diese Abstimmung können wir auch als Kommunikation sehen – aber nicht die von uns Menschen so verstandene sprachliche Kommunikation, sondern Kommunikation im spirealistischen Sinn ist alles Wahrnehmen – beispielsweise das Sehen, das Fühlen, etc..) Von „richtig“ oder „falsch“ kann in einem objektiven Sinn nicht gesprochen werden, da der eindeutige Bezugspunkt des vorgestellten (objektiven) Außen fehlt.

Statt des Begriffes „objektiv“ hat der Spirealismus daher den Begriff „supersubjektiv“, der ausdrückt, dass das, was viele in Übereinstimmung wahrnehmen, nicht objektiv im eigentlichen Sinn ist (außerhalb und unabhängig vom menschlichen Bewusstsein), sondern wiederum subjektiv.

Das kann man sich vielleicht vorstellen, wenn man sich vor Augen führt, was der Begriff „objektiv“ überhaupt meint (siehe Grafik unten). Und wenn man sich dann vorstellt, dass die Bemühungen der Wissenschaftler, die einen Versuch objektiv gestalten möchten, durch definierte Versuchsanordnungen, durch hunderterlei Vorschriften zur Durchführung eines Versuches, so sind, als würden sich alle Personen in der unteren Grafik hintereinander stellen. letztendlich ist das wider so, als würde eine einzige Person, aus einer einzigen Perspektive, schauen.

Objektivität wäre ja gerade, unterschiedlichste Sichtweisen zur Verfügung zu haben.

Supersubjektivität, supersubjektiv, subjektiv und objektiv

was wird durch eine Versuchsanordnung also hergestellt?

Was ist also das Besondere an einem solchen, unter wissenschaftlichen Bedingungen ablaufenden, Versuch?

Aus spirealistischer Sichtweise sind Menschen keine Individuen in dem Sinne, dass sie völlig unterschiedlich wahrnehmen und beurteilen können. Schließlich beobachten sie ja auch gar keine von sich selbst abgetrennte unabhängige Außenwelt. Sondern das menschliche Denken ist geprägt von höchster Gleichartigkeit. Eine Gleichartigkeit, die sich der Mensch nicht erst „ausdenken“ muss, damit sie besteht. Sondern der Mensch erwächst aus einem Kontinuum aus Geist; Geist, der in relativen Beziehungen sowohl trennt als auch verbindet. Der menschliche Geist selbst ist ein Ausdruck dieser relativen Beziehungen – er beobachtet sie nicht in einem Außen.

So gesehen ist eine definierte Versuchsanordnung, die wiederholbare Versuche möglich macht, dazu geschaffen, diese Gleichartigkeit auf die Spitze zu treiben, so dass alle Menschen, die unter gleichen Bedingungen diesen Versuch unternehmen, etwas Gleiches (aber nicht dasselbe) sehen sollten.

Keine Aussage ist getroffen, was mögliche andere (nicht-menschliche) Sichtweisen angeht. Und es wird, ob unserer materialistischen Weltanschauung auch stets übersehen, dass auch bei noch so haarklein definierten Versuchen die menschliche Wahrnehmung im Individuum voneinander abweicht – nie völlig gleich ist. Materialistisch gesehen könnte man auch sagen, dass es keine zwei völlig gleichen Punkte in der Raumzeit gibt, sondern zwei völlig gleiche Punkte wären ein- und derselbe Punkt.

Wozu soll die Sichtweise des Spirealismus gut sein – geht es nicht immer nur um den Menschen?

Nein, es geht nicht immer nur um „den Menschen“.

Der Spirealismus eröffnet völlig neue Möglichkeiten des Verstehens, was der Mensch ist, und seinen Platz innerhalb der Konstellation, aus der er entsteht.  Es ist ein neues Verständnis von sich selbst und den „Dingen“, die anderes Handeln, anderes Begreifen, anderes Wahrnehmen möglich macht.

Siehe auch: Artikel Spirealismus als Lebenshaltung – durch Gedanken entsteht Realität

 

Siehe auch: Artikel Naturwissenschaften vs Geisteswissenschaften. Die Psychologie in der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft

Was bedeutet subjektiv? Ist ein wissenschaftlicher Versuch objektiv? was last modified: Mai 22nd, 2016 by Henrik Geyer

Anthropozentrismus – seine Ursache und Funktion

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Anthropozentrismus ist die beim Menschen stets anzutreffende Vermutung, er befände sich im Zentrumgeografischer wie kosmischer Gegebenheiten, im Zentrum der Vernunft, im Zentrum des Interesses seiner Götter etc..Es ist zugleich die Zentralsicht jedes Einzelnen auf sich selbst,als das Zentrum des jeweiligen Ich-Universums.

Im Sprealismus hat der Anthropozentrismus eine bestimmte Funktion und Logik. In diesem Artikel geht es darum, welche das ist

Was ist Anthropozentrismus?

Anthropozentrismus ist die dem Menschen selbst rätselhafte Selbstsicht des Menschen seiner selbst als zentral/in der Mitte stehend.

Ausdruck des Anthropozentrismus … Beispiele

Zitat: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“ (antiker Philosoph Protagoras)

Geografisch: Die immer wieder auftretende Vermutung, „der Mensch“, oder Teile von „dem Menschen“, befänden sich in der Mitte geografischer Begebenheiten. Reich der Mitte. Mittelmeer.

Objektivitäts-Denken: Die dem Menschen geläufigen Begriffe empfindet er als objektiv, das heißt, er glaubt, es gäbe sie außerhalb und unabhängig von seinem Denken. Wenn das was er sagt für alle und alles gilt – dann empfindet er sich selbst sozusagen als das Zentrum der Vernunft (man kennt: Der Mensch als die Krone der Schöpfung). Das äußert sich auch in seiner Vermutung, nur er selbst könne denken, während die ihn umgebende Natur „geistlos“ sei.

Beitrag: ‚objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?‘

Menschliche Kausalität:  Die menschliche Kausalität versteht der Mensch nicht als schöpferisch, sondern als unabdingbar (siehe Objektivitätsdenken). Wenn seine kausalen Ableitungen keine Schöpfung sind, sondern eine geistige Notwendigkeit, dann sieht er sich wieder in der Rolle des genialen Erkenners einer Realität außerhalb seiner selbst.

Religiös: Seine Vermutung, er selbst stünde im zentralen Interesse des Schöpfers/Gottes, während alle andere Natur dazu geschaffen sei, von ihm genutzt/ausgebeutet zu werden

Im Individuum: Die stets anzutreffende Vermutung, man selbst befände sich in der Mitte der menschlichen Vernunft. Im Zentrum dessen, was man „den gesunden Menschenverstand“ nennt. „Ich bin Realist…“

Welche Ursache hat Anthropozentrismus?

Die Ursache und Notwendigkeit für den Anthropozentrismus sieht der Spirealismus im Entstehen des Bewusstseins.

Das Ich-Universum jedes Menschen bildet sich um einen Punkt herum: das Ich. Das Zentrum jedes individuellen Universums ist immer das Subjekt. Das ist verständlich, denn jedes sichtbare Objekt wird in Verbindung gebracht mit der Perspektive, aus der es beobachtet wird. Dem Ich, dem zentralen Punkt.

Ein zentraler Begriff des Spirealismus ist Supersubjektivität. Dieser Begriff besagt einerseits, dass die Beobachtung vieler Ichs wieder subjektiv ist, und nicht, wie diese annehmen, objektiv (im Sinne von: man kann es nicht anders sehen). Andererseits ist die Folgerung des Begriffes Supersubjektivität, dass aus vielen Subjekten ein neues Subjekt wird. Aus den Menschen wird die Menschheit. Der Mensch als Teil eines größeren Subjektes.

Dieses größere Subjekt hat eine eigene Wirkung, eine eigene Psychologie, eine eigene Subjektivsicht. Auch im Supersubjekt Menschheit ist der Anthropozentrismus anzutreffen.

(Man beachte: im Grunde genommen wird der Begriff Anthropozentrismus meist genau umgekehrt gesehen: er tritt in vielen Menschen auf, aber nicht im Einzelnen).

Materialistisches Weltbild

Das materialistische Weltbild, das den Menschen als einzigartigen Beobachter der Schöpfung sieht, nicht als Element der Schöpfung, kann man ebenso als Ursache des allgegenwärtigen Anthropozentrismus sehen.

Ebenso allgegenwärtig wie der Materialismus ist der Anthropozentrismus.

Welche Wirkung hat Anthropozentrismus?

Der Anthropozentrismus bewirkt, dass sich der Mensch als Individuum begreift, es zugleich aber für selbstverständlich hält, dass das Wissen und das Können der Menschheit auch in ihm selbst zum Ausdruck kommt. Er hält sich selbst für „den Menschen“.

Weiterlesen:  ‚Supermensch – Übermensch – Superman = der Mensch‘

Eine der Wirkungen und zugleich Ursachen des Anthropozentrismus ist die Annahme, es gäbe nur eine Wahrheit, nur eine Realität, nur eine Welt. Daher brauchen wir auch nur eine Wissenschaft.

Die positive Seite dieses Anthropozentrismus kann man darin sehen, dass sich die Wirkkraft der vielen Menschen nicht zersplittert. Im Grunde sind die Menschen Eins – ein Organismus. Die Wissenschaft, an der nahezu alle arbeiten, bedient sich stets der gleichen Termini, Resultate, der selben Sprache.

Die negative Seite ist eine falsche Weltsicht. Eine falsche Sicht auf die Gründe des eigenen Seins. Denn der Anthropozentrismus suggeriert dem Menschen fälschlich, in einem Mittelpunkt zu stehen. Der Mittelpunkt des menschlichen Denkens bleibt daher letztlich nur er selbst – und das findet er ganz normal. Seine Wirkungen auf das Ganze sind dem Menschen auf diese Weise unbegreiflich.

Spirealistisches Weltbild

Anthropozentrismus, Bewusstsein, im spirealistischen Verständnis
Anthropozentrismus, im spirealistischen Verständnis

In der Grafik abgebildet: die spirealistische Vorstellung von Anthropozentrismus. Das größere Ganze bildet sich aus einer Vielzahl von Ichs (im Bild links die blauen Kreise). Die Kreise haben jeweils Zentren, überschneiden sich aber auch (das sind die geistigen Inhalte des Anderen, die auch in mir sind).

Im Bild rechts wird aus den vielen blauen  Kreisen ein größerer, dunkelblauer Kreis – aus vielen Menschen wird die Menschheit, oder aus einigen Menschen wird eine Gruppe.

Das kosmische Kontinuum: Diese Abbildung suggeriert ein Statisch-Sein der Begriffe. Das soll aber nicht gesagt sein. Im Grunde sind diese sich bildenden Einheiten stufenlos variierbar. Je nachdem, wie es in diesem Augenblick verstanden wird.

Am Rand des Bildes sieht man Kreise, die sich in der Farbe verändern. Das sind nicht-menschliche Ich-Universen/Informationen. Wir nehmen sie nicht als „Ich“ war, sie stehen aber dennoch in einem relativen Verhältnis zum Ich/gehören zu ihm/bedingen es.

 

 

Siehe auch: Artikel ‚Der Mensch als geistige Singularität. Kausalitäts-Monster Bewusstsein‘

 

 

 

Anthropozentrismus – seine Ursache und Funktion was last modified: Februar 20th, 2016 by Henrik Geyer

Supermensch – Übermensch – Superman = der Mensch

Supermensch - Übermensch - Superman

„Der Mensch“ erobert den Raum. „Der Mensch“ erobert die Tiefen des Meeres. „Der Mensch“ erobert die Lüfte und bändigt das Atom. Wer ist „der Mensch“? Ich bin es nicht. Mein Nachbar ist es nicht, und es ist niemand, den ich kenne. Ist unsere Vorstellung von „dem Menschen“ nichts anderes als die Vorstellung von einem Supermenschen?

Kommt vielleicht dadurch diese allgegenwärtige Sehnsucht in die Welt, ein Supermensch sein zu wollen .. weil wir uns einerseits als Teil des Supermenschen sehen, doch andererseits stets feststellen, selbst keiner zu sein?

In diesem Artikel geht es um die Phantasie von „dem Menschen“, der im Grunde wie ein Superman ist. Für den Spirealismus gibt es eine Folgerichtigkeit des Phantasierens von Superman-Eigenschaften; sie liegt darin, dass das „Alles“ stets in einem Punkt zusammenkommt: dem Ich.

Was ist der Supermensch?

Supermensch – das ist das Ego, das eine Ich, das alles kann. Der SuperMensch, der Superman, kann fliegen (mit der Faust voran), schwimmen, tauchen, er besiegt die größten und gefährlichsten Tiere. Er kennt das All (kommt vom Planeten Krypton), beherrscht die (Atom-)Kraft der geheimnisvollsten Stoffe (Kryptonit). Zugleich ist er rätselhaft – wir wissen nicht, wer er ist (denn er verkleidet sich und erscheint im gewöhnlichen Leben wie ein ganz normaler Mensch). Er kann alles das, was die Menschheit eben kann. Er IST all das, was die Menschheit ist. Was gibt es mehr?

Der Supermensch ist EINER, der sich die Fähigkeiten der Gruppe zuordnet, und dennoch Einzelner sein will. Er versammelt die Fähigkeiten der Menschheit in sich.

Die Großartigkeit „des Menschen“ ist in unser aller Kopf – ein Archetyp des kollektiven Bewusstseins. Wie großartig: „Der Mensch“ – dieser legendäre, allmächtige Supermensch, das bin zum Beispiel auch ich!

Supermensch – das Ego im Mittelpunkt

Nur ein Teil zu sein ist nicht die normale Perspektive des Ich.

Um das Ich herum entfaltet sich die Welt – da, wo das Ich ist, ist immer die Mitte. Die Mitte: dort ist das Entscheidende und das das Wichtige.

Diese Zentralsicht (sich selbst immer im Mittelpunkt) hat das Individuum Mensch ebenso, wie das Individuum Menschheit. (Dass die Menschheit als die Summe der Individuen einen größeren Organismus bildet, mit eigener Wirksamkeit, eigener Psychologie, eigenem Zentralblick, das ist das Konzept des Begriffes Supersubjektivität des Spirealismus. Dass dieser entstehende Organismus wiederum ein Subjekt ist, mit subjektivem Blick auf EIN Universum steckt zugleich im Wort Supersubjektivität. Supersubjektivität bedeutet auch, dass die Vielzahl der Beobachtungen kein objektives Bild ergibt, wie die materialistische Weltsicht annimmt, sondern es bleibt eine subjektive Beobachtung).

Der einzelne Mensch hat einen Subjektivblick auf EIN Universum (sein Ich-Universum), mit sich selbst in dessen Mittelpunkt. Der dem Individuum übergeordneten Gruppe, der Menschheit, geht es ebenso. Um sie herum entfaltet sich EIN Universum, und sich selbst sieht sie dabei im Mittelpunkt.
Siehe auch Artikel zum Thema : Spirealismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Nur ein Element eines größeren Organismus zu sein - das ist nicht die gewohnte  Sichtweise des Ich.
Nur ein Element eines größeren Organismus zu sein – das ist nicht die gewohnte Sichtweise des Ich.

Anthropozentrismus

Aus der Notwendigkeit, dass jede Form von Universum um das Ich herum entsteht, ergibt sich für den Spirealismus die Notwendigkeit für den allgegenwärtigen Anthropozentrismus, also die dem Menschen selbst merkwürdig anmutende Tatsache, dass er sich immer im Mittelpunkt sieht.

Das Meer an dem er lebt, ist ihm ein Mittelmeer, das Reich in dem er lebt, ist ihm ein Reich der Mitte. Den Planeten auf dem er lebt, vermutet er zunächst einmal im Zentrum des Sonnensystems, wo sonst? Seine Position im Weltall ist ihm wiederum in der Mitte. Anthropozentrismus in einem Satz: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“ (Protagoras)

Die anthropozentristische Sichtweise entbehrt aus jeder anderen als der Ich-Sicht jeder Notwendigkeit, nur für das Ich erscheint sie völlig folgerichtig.

So gesehen ist es für das Individuum schwer zu begreifen, dass die Fähigkeiten und das Wissen der Menschheit erstens nicht allgemeingültig (objektiv) sind – denn tatsächlich steht die Menschheit nicht in irgendeinem Zentrum, jedenfalls nicht aus kosmischer Sicht. Der Mensch steht auch nicht im Zentrum des Erkennens oder des Denkens, wie er meint – er ist nicht geniehafter Abbilder einer von ihm getrennten Außenwelt. Dies alles scheint ihm nur aus der eigenen Zentralperspektive so.

Und zweitens sind die die Fähigkeiten und das Wissen der Menschheit nicht im Individuum zu finden, auch wenn sich das Individuum als „der Mensch“ begreift. Der einzelne Mensch hat mit den Fähigkeiten der Menschheit ungefähr so viel zu tun, wie die Ameise mit der Fähigkeit eines Ameisenvolkes, ein ganzes Haus zu zerstören.

Supermensch – Übermensch – Superman

Die Phantasie vom Supermenschen gibt es in jedem Zeitalter, in jeder Form und Couleur. Letztlich ist Gott in der Vorstellung vieler Menschen selbst Mensch-ähnlich, allerdings ein Mensch mit übernatürlichen Kräften – ein Supermensch.

Für den Spirealismus kommt der Supermensch (Superman bzw. Übermensch), der sich in all den Filmen, Comics, Büchern von Helden, zeigt, mit Notwendigkeit und Folgerichtigkeit in die Welt.

Diese Notwendigkeit besteht darin, dass der individuelle Mensch weit weniger individuell ist, als er meint. Er spürt, dass da eine riesige, reale Kraft ist, die er auch in sich vermutet. Und doch findet er sie nicht in sich.

Das eine Universum, von dem er träumt, ist in Wirklichkeit eine unendliche Vielzahl von Ich-Universen. Das kleine Ich-Universum des Einzelnen enthält Anteile des gesamten. Das EINE Universum umfängt den Einzelnen, so als sei er selbst all die vielen Individuen, die es in seiner (phantasierten) Gesamtheit erzeugen. (Zur Erinnerung: Für den Spirealismus gibt es nicht das Universum – so als sei es eins. Es gibt nur die Vielzahl der Ich-Universen)

Der Einzelne spricht von „dem Menschen“, so als sei er es selbst. Und er wünschte sich, tatsächlich dieser sagenumwobene Supermensch zu sein.
Siehe auch Artikel zum Thema: Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt

Supermensch – Übermensch – Superman = der Mensch was last modified: Februar 15th, 2016 by Henrik Geyer

Ist Philosophie Wissenschaft? Warum Philosophie die wichtigste Wissenschaft ist.

Philosophie Wissenschaft: Sokrates - Der Beginn der Weisheit ist die Definition der Begriffe

Philosophie Wissenschaft: ist Philosophie überhaupt eine Wissenschaft?

Die Philosophie ist die Urmutter und die Krone der Wissenschaften. Zumindest war sie das im Altertum. Sie fragte nach dem Wesen unserer Begriffe. Unsere Begriffe, also das was wir begreifen – das ist unsere Welt.

Im Heute hat sich die Sichtweise verlagert. Wir fragen nicht mehr nach unseren Begriffen, sondern nach den Dingen im Außen. Dass die Dinge im Außen von der Sichtweise abhängen, mit der man sieht, vom Begreifen, ist uns nicht (mehr) gegenwärtig. Wir hinterfragen nicht mehr die Brille, die wir tragen – daher nehmen wir sie nicht wahr.

Weiterlesen: Naturwissenschaften vs Geisteswissenschaften. Die Psychologie in der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft

Nur die in einem Außen zeigbare Dinge haben für uns Wahrheit

So scheint die individuelle Sichtweise unwichtig zu sein. Nur, was sich in einem Außen zeigen lässt, was sich (scheinbar) immer, und ganz objektiv, wiederholen lässt, reproduzieren lässt, halten wir für Wahrheit. Die inneren Wahrheiten, die Sichtweisen, sind für uns uninteressant. Das sind Geisteswissenschaften – aber wen interessiert der Geist, wenn man doch „Dinge“ will?

Die Tatsache, dass sich die Philosophie dem Wesen der Welt auf so vielen Wegen nähern kann, halten wir für eine unwillkommene Beliebigkeit, die uns nichts sagt.
Und auch der Philosophie selbst ist dies unheimlich und eigentlich unwillkommen. Sie möchte am liebsten Naturwissenschaft sein. Denn das würde in unserer materialistischen Welt ein materielles Potential bedeuten – also Geld, also Dinge. Es gibt keine Stellenbeschreibung in einem Industriebetrieb – namens „Philosoph“.

Und auch ich kenne einige Diplom-Philosophen, die ich des Öfteren in dem Sinne reden höre: Dies oder jenes sei doch lediglich Philosophie!

Die Wahrheit der Menge

Die Wahrheiten der Menge, die Wahrheiten des Außen, haben sich als für uns nützlich erwiesen.
Reproduzierbarkeit der Erfahrung ist die Basis der Naturwissenschaften. Und die Naturwissenschaften sind in unserer so materialistischen Welt zweifelsohne sehr wichtig.
Inwiefern also könnte eine „Liebe zur Weisheit“, könnte Philosophie, brauchbare Wissenschaft sein, wenn sie geradezu Beliebigkeit postuliert?

Die Bedeutung der Philosophie als Wissenschaft

Die eigentliche Stärke der Philosophie als Wissenschaft ist das Hinterfragen der Begriffe. Und damit das Wahrnehmen der Brille, die wir tragen. Die Philosophie kann das Wesen der Welt in einem allgemeinen Sinn erfassen. Das können die Naturwissenschaften nicht. Die Naturwissenschaften bescheren uns die Segnungen der modernen Industrie ebenso wie die Atombomben. Aber die materialistischen Wissenschaften können uns keine Auskunft darüber geben, wie wir diese Resultate weise einsetzen können. Wie entkommt man dem zerstörerischen Strudel des „Mehr!“? Wie setzt man die Atombombe sinnvoll ein? Die Militärs können wir nicht fragen. Sie würden sagen, die Atombombe muss im Verteidigungsfall als letztes Mittel eingesetzt werden. Aber – ist das in einem wissenschaftlichen Sinn „richtig“? Ist es „wahr“? Das Ende des menschlichen Denkens als „Ultimo Ratio“?

Beliebigkeit überwinden

Es erscheint paradox, aber in unserer „kopfgesteuerten“, und dennoch uninspirierten Zeit, müssen wir wieder dazu kommen, uns selbst zu hinterfragen. Wir müssen die Brillen beobachten, die wir tragen, müssen sie ansehen und einer genauen Begutachtung unterziehen. Dazu brauchen wir die Philosophie-Wissenschaft mehr als jede andere Wissenschaft. Nur die Philosophie kann uns davor bewahren, die Antworten der Naturwissenschaft als „einzig mögliche“ Antworten zu sehen. Denn das sind sie nicht.

Die Antwort der Philosophie auf den Vorwurf der Beliebigkeit ist: „Das ist das Wesen der Welt. Die scheinbare Beliebigkeit, aber anders ausgedrückt, die Fülle der Möglichkeiten, ist, was wir vor uns sehen.“
Es gilt, dieses Wissen und die philosophische Wissenschaft wieder weise zu gebrauchen. Und wahre Weisheit wiederum, als das was man tun sollte, wenn man klug überlegt, ist nicht beliebig.

 

Siehe auch: Alles ist relativ. Kann einem dann alles egal sein? Einstein und die Relativität

Weiterlesen: Grenzen der Menschheit.

Ist Philosophie Wissenschaft? Warum Philosophie die wichtigste Wissenschaft ist. was last modified: April 14th, 2016 by Henrik Geyer

Normale Menschen – wer sind sie? Über Normung und Normalität

Normale Menschen - wer sind sie?

Normale Menschen – wer sind sie?

Wie oft hört man: Normale Menschen tun dies – oder sie tun das. Und natürlich denken die normalen Menschen in einer ganz bestimmten Weise.
In der Zeit des Nationalsozialismus fanden die normalen Menschen den Führer gut, und wussten, wer diejenigen sind, die nicht so normal sind. In der Zeit des Kommunismus fanden die normalen Menschen die Partei gut, und den Besitz des Volkes an den Produktionsmitteln – und fanden damit den Nichtbesitz an Produktionsmitteln des Einzelnen völlig normal und gut.

Normale Menschen machen Angst

Immer schon machte es ein wenig Angst, nicht so normal zu sein. Normale Menschen machen Angst, wenn man selbst abweicht. Und umgekehrt waren immer schon die weniger normalen Menschen den Normalen ein Dorn im Auge.

genormte Gurken – genormte Tomaten – genormte Menschen

Es ist völlig „normal“, dass wir immer die Normalität suchen, und damit das Gleichartige. Weder wollen wir selbst nicht normal sein, noch wollen wir uns mit dem Nicht-Normalen beschäftigen. Die Normung, das Sehen des Gleichartigen, ist ein grundlegendes und wichtiges Menschheits-Prinzip.
Das Anormale, die Anomalie, macht Mühe, ist unberechenbar. Sie sagt uns nichts. Die Verschiedenheit ist letztlich grenzenlos. Das Gleiche zu finden macht aus der Unendlichkeit eine Endlichkeit.

Der Abgleich ist das Wesen des Menschen. Zitat Albert Einstein: Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
Das bedeutet: Nur im Außenblick zeigt sich, dass das, was das einzelne Mitglied der Schafherde für völlig „normal“ hält, dem Außenstehenden nicht normal ist. Dem Menschen, der die Schafherde sieht, ist die Normalität der Schafe nicht normal. Das Zitat Albert Einsteins bezieht sich natürlich auf Menschen. Und es bezieht sich nicht unbedingt (auch das wäre eine mögliche Interpretation – wenn man die Schafe als „dumm“ ansieht) auf dumme Menschen, die Teil einer dummen Gruppe sind, und dort durch ihre Normalität brillieren. Sondern eigentlich lässt uns das Zitat nachdenken über das, was ein jeder so für normal hält. Denn auch wir, die wir uns unserer Normalität natürlich stets so sicher sind, haben keine objektiven Wahrheiten. Was immer wir sagen, auch über Normalität, ist keine höhere Wahrheit.. sondern nur eine, die sich subjektiv in uns bildet.

spirealistische Sicht

Im Spirealismus heißt der Abgleich, der zu einer Gleichartigkeit führt, Supersubjektivität. Supersubjektivität ist einerseits das Wesen jeden Verstehens. Der Begriff Supersubjektivität macht aber auch deutlich, dass, was immer man versteht, subjektiv bleibt, auch wenn man gern von Normalität oder Objektivität spricht, weil man dokumentieren möchte: „Man kann etwas nicht anders sehen, als…“.

Sich dessen bewusst zu sein bewirkt, dass man vorsichtig und zurückhaltend wird, mit vorschnellen Bewertungen, was als normal gelten darf, und was nicht. Und es bewirkt weiterhin, dass man sich völlig darüber klar wird, dass die Besonderheit, die letztlich unendliche Vielfalt, das Wesen der Welt ist. Und, wenn wir die Besonderheit in uns selbst finden, so muss das keine Angst machen. Denn die Besonderheit ist das eigentlich Normale.

 

Lesen Sie auch: Beitrag Perfektionismus – was ist das?

Weiterlesen: Lebensqualität schaffen – Alltag mit Glück und Freude.

Normale Menschen – wer sind sie? Über Normung und Normalität was last modified: März 3rd, 2016 by Henrik Geyer

Die Welt gibt es nicht!

die Welt gibt es nicht: Der subjektive Blick auf die Welt

Worum geht es?

Die Welt gibt es nicht! …was für ein wunderbarer Titel. Es ist die Aussage mancher zeitgemäßer Philosophie. Aber, warum soll es die Welt nicht geben? Wie kommt man überhaupt darauf?

Man kommt auf diese Frage, wenn man sich beispielsweise vorstellt, dass unser Bewusstsein genauso gut abgekapselt, in einem Computergehirn existieren könnte, oder als ein in einem Wasserbad schwimmendes Gehirn. Da das durchaus möglich wäre (und die Herstellung künstlicher Intelligenz wird uns das umso mehr verdeutlichen), stellt sich die Frage, ob denn „die Welt“ nicht eine Art Täuschung sein könnte, gemacht, um uns eine Kulisse zu bieten, so wie sie sich eine uns übergeordnete Intelligenz ausdenkt.

Dieselbe Frage, was eigentlich die Realität ist, hatte sich der Vordenker des Surrealismus, Andre Breton, übrigens auch gestellt. Im ersten Weltkrieg lernte er in einem Lazarett einen traumatisierten Soldaten kennen, der den Krieg als eine erfundene Kulisse ansah, gemacht, um ihn zu täuschen.

Man muss also offenbar nicht die modernste Technik bemühen, um sich, durchaus berechtigt, die Frage zu stellen, ob denn die Welt vielleicht gar nicht „richtig“ existiert, sondern vielleicht nur ausgedacht, oder nur vorgetäuscht ist.

Übrigens geht die jahrtausendealte Frage des Zhuang Zhou: „Bin ich ein Schmetterling, der träumt, ein Mensch zu sein, oder bin ich ein Mensch, der träumt, ein Schmetterling zu sein? “ in genau dieselbe Richtung.

Die Frage geht aus von der Feststellung, dass alles Begreifen der Welt durch die Sinne erfolgt. Und die Sinne sind nirgendwo angekoppelt an eine feststellbare Objektivität – oder bildlich gesprochen – sie haben kein eindeutig determiniertes „Kabel“ zu einer Außenwelt.

Wenn wir nun einmal die Welt vor uns sehen.. das beweist doch ihre Existenz?

Der Existenzialismus dreht die Sichtweise um. Er fragt nicht , was die Dinge sind, die wir sehen, sondern er sieht den individuellen Blick als die ursprüngliche Existenz. Die Existenz liegt in dem Blick, mit dem wir die Welt sehen, nicht in der Welt…

Der Materialist, der gelernt hat, dass die Materie im Außen existiert, und dass es die Materie ist, die wir beobachten,  kann sich allein schon den Sinngehalt der Frage nicht erklären. Sie kommt ihm sinnlos vor. Wenn wir nicht Materie „beobachten“ – was „beobachten“ wir dann? Und wozu sollte man die Frage überhaupt stellen?

Die Welt gibt es nicht!

Man sollte die Frage stellen, weil die Notwendigkeit einer definierten Außenwelt, die wir nur beobachten, nicht existiert. Wie gesagt: eine irgendwo feststellbare Objektivität gibt es nicht. Welche Notwendigkeit jenseits der Denkgewohnheit der vom Geist getrennten Außenwelt gibt es also?

Es handelt sich sich bei der Frage auch nicht um eine (eigentlich) überflüssige philosophische Volte. Sondern um das Fundament unseres Denkens.

Der Spirealismus schließlich geht von der Tatsache der nicht existierenden Objektivität aus – es ist ihm Denkvoraussetzung.  Die Antwort des Spirealismus auf die Frage „Wenn wir nicht Materie „beobachten“ – was „beobachten“ wir dann?“ ist: Wir beobachten nicht – im gleichen Maße erschaffen wir auch. Was wir sehen sind Welten der Relation, in der wir selbst die Festlegungen sind. Denn tatsächlich muss der genau Überlegende feststellen, dass individuelle Sichtweise auf die Welt letztlich die einzige Sichtweise ist, die überhaupt zur Verfügung steht. Eine objektive Sichtweise lässt sich im Letzten nirgendwo finden – statt dessen „nur“ die subjektive Sichtweise von Individuen-Gruppen (im Spirealismus Supersubjektivität genannt).

Und, so gesehen, kann man nicht davon sprechen, wir würden eine Welt beobachten. „Die Welt“ gibt es nicht. Es gibt die Welten der subjektiven Wahrnehmung.

Die Welt gibt es nicht! was last modified: April 28th, 2016 by Henrik Geyer

Supersubjektivität

Was ist Supersubjektivität?

Was ist supersubjektiv? Supersubjektivität ist eine Kategorie des Spirealismus, die ausdrückt, dass, da es Objektivität nicht gibt, jede Beobachtung, auch wenn sie von vielen gemacht wird, subjektiv ist und bleibt. Anders gesagt: Auch wenn eine Beobachtung von vielen gemacht wird, bleibt es im kosmischen Maßstab eine mögliche Sichtweise. (Nur den Menschen selbst erscheinen ihre Sichtweisen als notwendig, als unabänderliche Gesetzmäßigkeiten, und so, als müsse jede Erkenntnis mit Notwendigkeit gemacht werden. Denn ihr Bezugssystem der Beweisführung ist in sich geschlossen – menschlich supersubjektiv.)

Supersubjektiv ist die dem Individuum übergeordnete Sichtweise.

Woher der Begriff kommt

Supersubjektivität ist ein Begriff des Spirealismus, der in dem Buch „Alles ist Geist“ von Henrik Geyer verwendet wird. Der Begriff wurde verwendet, weil in „Alles ist Geist“ dargelegt wird, dass es Objektivität nicht gibt.

Also fragt es sich, was gemeint ist, wenn man sagt: Objektiv gesehen sei etwas so und so.

Wenn es Objektivität nicht gibt, dann kann, was heute als objektiv bezeichnet wird, nicht objektiv sein. Dass es Objektivität nicht gibt, ist eine Beobachtung, die viele machen oder machten. Sie wird in „Alles ist Geist“ als eine Beobachtung des Autors geschildert. Das ist keine belanglose Feststellung, sie führt, konsequent durchdacht, zu einer Fülle von Ableitungen. (Das fehlende Objektive führt im Spirealismus zu einer anderen Auffassung des Begriffes „Existenz“. Denn das Objektive ist, mehr noch als ein Wort, das eine Informationsbeziehung zwischen Subjekt und Objekt charakterisiert, mit der Auffassung verbunden, der Mensch (Geist) beobachte das Nicht-Geistige, er beobachte starre Materie-Objekte (die Objekte sind das Objektive) in seinem Außen, von denen er mithilfe seiner Sinnesorgane Informationen „abrufe“. Er rufe Informationen ab, die vorher schon am Objekt vorhanden waren, und die nun in seinem Kopf sind.)

obwohl viele etwas „so sehen“, bleibt es eine subjektive Sichtweise / eine mögliche Sichtweise

Supersubjektivität bezeichnet eine Sichtweise, die der des Einzelnen und dessen subjektiver Sichtweise
übergeordnet ist, aber gleichwohl subjektiv bleibt.

Existenzialismus Es ist unmoeglich zweimal [SPID 905]Objektiv bedeutet „außerhalb und unabhängig des menschlichen Denkens“. Es gibt aber nichts, das sich menschlich denken oder beobachten ließe, dass außerhalb und unabhängig vom menschlichen Denken wäre.

Daher ist alles, was der Mensch „objektiv“ nennt, nicht objektiv. Da gemeinhin das Wort objektiv immer dann verwendet wird, wenn viele Menschen derselben Meinung sind, so, als wäre dies der eindeutige Beweis für eine als feststehend anzusehende Eigenschaft an irgendeinem Objekt des Denkens, bezeichnet das Wort supersubjektiv ebenfalls eine Sichtweise, die viele Menschen gleich haben, die also daher der Sichtweise des Einzelnen übergeordnet ist (super=über), und die dennoch subjektiv bleibt – d.h. also eine mögliche Sichtweise. Eine mögliche Sichtweise, das bedeutet, es ist keine notwendige Sichtweise. Mithin beruht eine solche Wahrnehmung nicht auf Objektivität, d.h., es gibt kein Objekt, von dem diese, so wahrgenommene Information, immer auf gleiche Weise abrufbar wäre bzw. schon vorläge, so dass, welches kosmische Bewusstsein man auch immer heranzöge, stets dieselbe Wahrnehmung gemacht werden müsste.
Ähnliches Thema: Artikel objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?

Und es gibt auch nichts, was irgendein anderes (nichtmenschliches) Subjekt beobachten könnte, was dann objektiv im oben genannten Sinn wäre – also wiederum unabhängig von dessen Subjektivblick beobachtbar. Dies ist das Grundverständnis des Spirealismus. Das wiederum hängt mit dem spirealistischen Verständnis von Information zusammen. Demgemäß entsteht Information im Subjekt und ist in jedem Moment einzigartig. Information ist also in keinem Außen bereits vorhanden, so dass sie vom Menschen nur noch abgelesen werden könnte. Information entsteht erst – durch Beobachtung.

Das Subjekt kann die Subjektivsicht nicht verlassen

Das Subjekt kann die Subjektivsicht nicht verlassen, bedeutet, dass das Individuum nicht selbst die supersubjektive Sichtweise im Eigentlichen einnehmen kann. Zum Beispiel kann man die Existenz einer supersubjektiven Sichtweise im  Munde führen, aber das Subjekt sieht diese supersubjektive Sichtweise dennoch aus Subjektivsicht, kann sich also nicht im eigentlichen Sinn das Supersubjektive zu eigen machen. Beispielsweise kann der einzelne Mensch davon sprechen was die Menschheit will, was sie anstrebt und so weiter, er kann das aber nicht in einer eindeutigen Art und Weise tun. Was die Menschheit ist, oder was die Menschheit will, bleibt, als Aussage eines einzelnen Menschen, dessen subjektive Sicht, auch wenn er meint, als Element dieser Menschheit eine recht gute Aussage darüber treffen zu können, was diese wolle.

Das ist nicht identisch mit der materialistischen Aussage, das Subjekt könne keine objektive Aussage treffen. Denn verbunden mit der materialistischen Sichtweise ist die Vorstellung, der Mensch würde, je mehr objektive „Fakten“ er gewinnt, sich einer objektiven Wahrheit nähern. Dies sieht der Spirealismus grundlegend anders – und hierzu benötigt der Spirealismus auch den Begriff der Supersubjektivität. Denn, wenn es keine Objektivität gibt, dann kann sich der Mensch auch keiner objektiven Wahrheit annähern.

Wenn man sagt, dass das Subjekt seine Subjektivsicht nicht verlassen kann, dann geht das Hand in Hand mit der Vorstellung von Ich-Universen, die immer einzigartig sind, immer voneinander verschieden, und die nicht gegenseitig betretbar oder im materialistischen Sinn gegenseitig „völlig verständlich“ sind.

Und, es führt auch wieder auf die Aussage des Spirealismus zurück, dass es keine zwei völlig gleichen Informationen gibt. Zwei völlig gleiche Informationen, vorgestellt auch als zwei völlig gleiche Dinge, sind dieselbe Information und nicht zwei, bzw. sind dasselbe Ding und nicht zwei Dinge.

Das Individuum wird zu einem übergeordneten Individuum

Aus einer Menge (Menschen), also vielen Ichs, wird ein neues, übergeordetes Ich. Wiederum ein Subjekt, das, und sei die Menge der beteiligten Ichs noch so groß, nichts Objektives feststellen kann. (Dabei ist doch die gängige Auffassung die, dass, wenn hundert Leute etwas feststellen, dies eine objektive Wahrheit sei).

Wo ist dieses Supersubjekt zu beobachten?

Wenn wir davon sprechen aus den Individuen bilde sich ein übergeordetes Individuum, dann fragt es sich, wo dieses Super-Ich, Über-Ich  oder nennen wir es Supersubjekt, denn zu beobachten ist. Man kann es sich ja durchaus wie ein lebendiges Wesen vorstellen …. Und wenn es nicht beobachtbar ist, dann ist es (nach materialistischer Auffassung) auch nicht „vorhanden“ – und mithin stirbt das ganze Supersubjektivitäts-Konzept.

Doch wie gesagt kann das Subjekt seine Subjektivsicht nicht verlassen. Noch einmal zu den Grundsätzen des Spirealismus: Der Spirealismus geht erstens nicht davon aus, dass wir im eigentlichen Sinn etwas „beobachten“ können, also etwas sehen, das unabhängig von uns selbst wäre. Das von uns völlig Unabhängige, das Objektive, ist nicht vorhanden. Vielmehr ist das Sein Kommunikation, Bilden von Relationen – somit ist alles „Andere“ notwendigerweise auch ein Teil von uns. Man kann es auch so sagen: Alles was man begreift, begreift man mithilfe und durch die eigene, einzigartige, individuelle Vorstellungswelt. Man integriert immer in das eigene Ich-Universum; das Äußerliche ist nicht im eigentlichen Sinn begriffen (und existiert in der materialistischen Weise auch nicht).

Ein Beispiel hierzu: Angenommen ein außerirdisches Wesen käme in den Kontakt mit der Menschheit. Würde es die Menschheit als eine riesige Menge von Einzelwesen begreifen, oder als EIN Wesen? Letzteres ist zumindest möglich, es ist sehr gut vorstellbar. Dieser Eindruck entstünde durch das gemeinsame Handeln des Supersubjektes „Menschheit“.

Und dabei käme es gar nicht darauf an, ob es nicht innerhalb des Supersubjektes „Menschheit“ miteinander widerstreitende Strömungen gäbe, ob also die „Menschheit“ wirklich geeint denkt und handelt. Sondern entscheidend wäre der Begriff oder der Eindruck des außerirdischen Wesens, und was, diesem Eindruck gemäß, für dieses Wesen die Menschheit ist. Ein sehr geeintes Denken und Handeln des Supersubjektes würde er als „starken Partner“ oder „starke Opposition“ erleben. Ein sehr in sich widersprüchliches Auftreten würde er als ein Sich-Auflösen, ein Verschwinden des Supersubjektes, erleben …. 

Außerdem kommt es bei dieser Überlegung auch nicht darauf an, ob das hypothetische außerirdische Wesen „wirklich existiert“, damit man dieser Überlegung Glauben schenken kann. Denn dann wären wir ja wieder bei der Frage, ob der Mensch jede mögliche Sichtweise erkennen kann, die es „gibt“. Und wir wären wieder bei der offensichtlichen Tatsache, dass er das nicht kann. Er kann nicht sagen, was das Nichts beinhaltet. Er kann nicht denken, was er nicht denkt. Er kann nicht über das Auskunft geben, was er nicht sieht.

Vielmehr ist für diese Überlegung entscheidend, dass man es in diesem Augenblick selbst denken kann (und dabei kommt es einfach auf die Phantasie desjenigen an), um es als „denkbar“ zu bezeichnen. 

Anders gesagt: Das Individuum Mensch kann nicht genau die Sichtweise eines außerirdischen Lebewesens annehmen, auch nicht die Sichtweise eines Baumes, auch nicht einer Blume, auch nicht die eines Hundes und auch nicht genau die eines Mitmenschen. Was er über die Sichtweise anderer Individuen aussagen kann, ist immer seiner Phantasie überlassen. Dennoch neigt übrigens der Spirealismus nicht dem Solipsismus zu (es gibt nur mich). Der Solipsismus ist dem Spirealismus als Fragestellung fremd, da der Spirealismus einen anderen Existenzbegriff hat, und nicht danach fragen kann, was es gibt. Einen Existenzbegriff in folgendem Sinne: In die Existenz kommt etwas durch den Gedanken daran. Da ein Gedanke einzig und allein mit sich selbst identisch sein kann, nie mit einem anderen, ist die einzig ‚wahre‘ Existenz dieses Gedankens er selbst. Wie also soll ein Gedanke etwas zeigen, das genau gleich etwas anderem ist? Oder, wieder bezogen auf unser Beispiel: Ein außerirdisches Wesen könnte nie genau so denken, wie ich mir seine Gedanken vorstelle. Und ich kann nicht so denken wie ein außerirdisches Wesen. Meine Vorstellung der Gedanken eines außerirdischen Wesens können in dieser Form nur in mir sein.  

Doch ich kann nicht nur nicht so denken wie ein außerirdisches Wesen. Ich kann auch nie genau so denken wie der mir Nächste. So ist es uns in der materialistischen Sichtweise bereits schleierhaft, dass wir das Ich unseres Nächsten („Du“) nie im eigentlichen Sinn „verstehen“ können. (Der Spirealismus erkennt das zwar, die Folge daraus ist aber nicht, dass dem abgeholfen werden kann. Die Folge ist viel mehr, dass man sich der Notwendigkeit des Unterschiedes bewusst wird, der in keiner Weise abzuhelfen ist. Vielmehr ist der Unterschied ein kosmisches Prinzip, das die Welten ins Enstehen bringt.

 

Uns ist das Über-Ich, das aus uns (uns Menschen, oder einer Gruppe von Menschen) entsteht, uns selbst nicht als solches „sichtbar“, alles was wir verstehen können, ist die individuelle Vorstellung des „Wir“, das ein erweitertes „Ich“ ist.

Um das ein wenig zu illustrieren noch ein Beispiel: In das von Ureinwohnern bewohnte Amerika kamen im 16. Jhd. die Weißen als Eroberer. Sie kamen beritten. Die Indianer kannten keine Pferde. Sie nahmen die weißen Reiter als eine Art Centauren (Mischwesen aus Pferd und Mensch) wahr. Dies wurde bekannt, weil Indianer das sagten. Als was aber wird etwas wahrgenommen, wo es keine (mündliche) Kommunikation gibt? Die Antwort ist: Man kann es nicht wissen. Frage: Gibt es überhaupt Kommunikation (In-Beziehung-Setzen) jenseits der menschlichen Wahrnehmungen? Ja. Unser Sein ist Kommunikation. Warum? Weil es nichts Objektives gibt. Wenn es nichts Objektives „gibt“, dann kann das Sein nur Relation sein. Die Relation ist als Verhältnis zu verstehen, zwischen „etwas“ und „etwas anderem“. 

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Das Ich ist ein Supersubjekt

Dies sieht der Spirealismus als ein kosmisches Prinzip an. Man könnte das Prinzip der Supersubjektivität als das hermetische „Alles wird immer wieder Eins“ sehen. Auch wir Menschen unterliegen diesen Prinzipien, denn wie gesagt, wir sind nicht Beobachter eines Prozesses, sondern dessen Element.

Daher kann das, was wir von „der Welt“ wissen (spirealistisch; den Welten, denn die Welt gibt es nicht), unser Bewusstsein, nichts anderes sein als das Ergebnis dieses Prinzips. Das bedeutet, das Ich-Bewusstsein ist das Supersubjekt anderer Subjekte. Anderer Gedanken

weitere Folgerungen

Die Folgen des Gedankens „Supersubjektivität“, mit seiner fehlenden Objektivität sind wiederum von dem Gedankengebäude des Spirealismus nicht zu trennen.

Der Begriff der Supersubjektivität selbst ist zunächst eigentlich logisch und unbestreitbar. Wo gibt es Objektivität? Nirgends. Wo gibt es Subjektivität? Überall. Das Fehlen von Objektivität ist uns schwer vorstellbar, wo es doch das Fundament des materialistischen Denkens ist. In „Alles ist Geist“ nannte ich diese Denkvoraussetzung es eine Denkgrenze, die aus Wissen entsteht. Denn das Objektive selbst unterliegt keinem Hinterfragen (außer in der letztlich wenig beachteteten und unverstandenen Philosophie vielleicht). Das Vorhandensein des Objektiven ist wie gesagt Denkvoraussetzung, Wissen.

Genau dies übrigens, im Umkehrschluss, bedeutet für den Spirealismus einmal mehr, dass für uns existent ist, was wir denken. Und nicht das, was es wirklich „gibt“ in dem Sinne, was es wirklich „gibt“ wäre „da“, auch ohne das wir es denken. Der Spirealismus hat einen anderen Existenzbegriff.

Wie kommt man auf die Vorstellung von Supersubjektivität?

Man kann sich Supersubjektivität in einem Gedankenexperiment eigentlich gut begreiflich machen, wenn man versucht, die menschliche Sichtweise zu verlassen. Man kommt zwangsläufig zu der Überlegung, dass es Objektivität nicht gibt – somit sind unsere menschlichen Sichtweisen immer subjektiv.

Und dann kommt man auf die Frage, was gemeint ist, wenn wir sagen, etwas sei „objektiv“? Ganz offenbar ist es schlicht die Sichtweise vieler – sie nennen wir „objektiv“!

Viele – das sind immer nur die, die wir kennen, nie „alle“. Und niemals ist es eine Sichtweise, die auch jenseits des menschlichen Denkens Gültigkeit hätte, also im  wahrsten Sinn des Wortes „objektiv“ wäre.

 

Supersubjektivität, supersubjektiv, subjektiv und objektiv
supersubjektiv, subjektiv und objektiv

Eine Zwangsläufigkeit dieser Überlegung ist, dass Supersubjektivität etwas bezeichnet, das zwar aus dem Einzelnen besteht, jedoch in keinem Einzelnen ganz zu finden ist. Dies hebt die Vorstellung unserer menschlichen Individualität nebenbei gesagt auf … wir sehen das daran (das nötige Verständnis vorausgesetzt), dass wir uns mit unserem Wahrheitsverständnis immer auf das Supersubjekt berufen – die Mehrheit sagt etwas, oder dieser oder jener (der es wissen muss) sagt etwas. Aus vielen Individuen entsteht ein eigenes Individuum der Vielen, mit eigenen Gedanken, eigener Psychologie (Bsp: „Was ist die Haltung Amerikas in dieser Frage?“) – und umgekehrt ist das Denken der Vielheit in einem, im Individuum. Man denkt an den hermetischen Grundsatz, dass sich das Eine in dem Allem findet, und Alles ist auch in Einem.

Ein Beispiel:

Es erscheint dem Einzelnen unbestreitbar, dass es das Atom gibt. Woher weiß er das? Hat er es gesehen? Nein. Hat es der Nachbar gesehen? Nein. Hat es irgendein Mensch gesehen? Nein.

Woher wissen wir dann, dass es da ist?

Wir setzen es voraus, weil es ein Schluss des materialistischen Weltbildes ist. Es muss da sein, weil die Dinge da sind … der Materialismus glaubt, die Dinge, an die wir denken, seien auch ganz ohne uns „da“.

Und die Dinge bestehen wieder aus Dingen. Und schließlich muss es ein kleinstes Ding geben, genau wie es das Ding gibt, das wir vor uns haben (was immer es sei, ein Baum, ein Haus, etc..) Vor Jahrtausenden wurde im antiken Griechenland der Begriff des Atoms geprägt. Auch wenn die heutige Wissenschaft sagt, dass Atome nicht im eigentlichen Sinn „da“ sind, glaubt doch der Einzelne, es sei unbestreitbar, dass es sie gibt.

 

So hat die Vielzahl der Menschen (auch Vielzahl der längst vergangenen Menschen) nicht etwas gesehen, was „da“ ist, sondern etwas hervorgebracht. Etwas, das dem Supersubjekt nun wie selbstverständlich erscheint – und nicht mehr wegzudenken ist.

 

Hier noch ein Zitat, das eine der Erscheinungsformen von Supersubjektivität gut beschreibt – und unseren ungerechtfertigten Glauben, dass etwas, das Viele so sehen, dann auch endgültig stimmen müsse.

Denken können sehr Wenige, aber Meinungen wollen Alle haben: was bleibt da anderes übrig, als daß sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Andern aufnehmen? – Da es so zugeht, was gilt noch die Stimme von hundert Millionen Menschen? – So viel wie etwa ein historisches Faktum, das man in hundert Geschichtsschreibern findet, dann aber nachweist, daß sie alle einer den andern ausgeschrieben haben, wodurch zuletzt alles auf die Aussage eines Einzigen zurückläuft.
Arthur Schopenhauer

 

Zusammenfassend: Der Begriff Supersubjektivität besagt, dass das Urteil vieler Menschen zusammen nicht objektiv ist, sondern  supersubjektiv.

Supersubjektivität was last modified: Juni 3rd, 2017 by Henrik Geyer