Diskussionen über Spirealismus

Spirealismus, was will er?

Von Zeit zu Zeit werde ich gefragt, ob der Spirealismus ein Idealismus ist, oder Konstruktivismus ist, oder, oder. Es besteht immer die Neigung, durch ein Wort alle möglichen Inhalte, Vor-und Nachsätze, zu schlussfolgern, ohne sich weiter mit einer Aussage auseinanderzusetzen zu müssen.

Ich muss da enttäuschen; ich sage nichts anderes, als das, was in meinen Büchern steht. Man muss es eben lesen.

Ich bin kein Philosophietheoretiker, der versuchen würde große Philosophen zu widerlegen oder ihre Wahrhaftigkeit unter Beweis zu stellen – das wäre schon wieder eine eigene Lebensaufgabe. Der Spirealismus steht für nichts anderes als sich selbst, und soll das auch.

Der Spirealismus ist der Versuch, die Welt fundamental anders zu sehen, als durch materialistische Augen … um das zu erreichen habe ich seine Denksystematik bewusst unabhängig konzipiert, wollte gerade nicht eine Ausprägung eines Idealismus erschaffen oder dergleichen. Meine Absicht war den Materialismus zu besprechen, nicht wie dieser oder jener Philosoph ihn verstand, sondern wie er in der Gesellschaft in seiner grundlegendsten Form verbreitet ist – als die Annahme wir beobachteten etwas außerhalb von uns. So, schließlich, hatte auch ich die Welt begriffen, bis ich schließlich verstand, dass das nicht stimmen kann.

Spirealismus resultierte aus einer recht einzigartigen Erfahrung, die ich machen durfte: Unser Denken ist die Realität. Die Realität gibt es nicht noch einmal „extra“. Und das wollte ich weitergeben. In den folgenden Jahren habe ich versucht, die Folgerungen dieses Ansatzes zu durchdenken, sie konsequent zu denken und wollte mich nicht von allen möglichen Denkbedingungen behindern lassen, die ausgesprochen oder unausgesprochen existieren. Es war meine Absicht all das möglichst verständlich aufzuschreiben, um der philosophischen Literatur etwas Lesbares hinzufügen, keine weitere streng theoretische Abhandlung, die zwar irgendwie interessant ist, aber nicht begriffen wird.

Ich sage „möglichst verständlich aufzuschreiben“, denn, wer meine Bücher kennt, der weiß vielleicht, dass ich die Sprache selbst für das Mittel und Werkzeug einer ganz bestimmten Sichtweise (die materialistische) halte. Daher ist es so schwierig, die materialistische Sichtweise zu verlassen und es ist, trotz allen Bemühens, wohl recht schwierig, den Spirealismus zu verstehen, denn er sägt sozusagen am den Wurzeln der fundamentalsten Begriffe. Und wenn ich mich nun daran mache, den Materialismus aus seiner ureigensten Domäne zu verdrängen, indem ich mich seiner Mittel bediene, der Sprache nämlich, der materialistischen Worte, so ist das zumindest schwierig. Wie könnte man argumentieren ohne die Worte der Sprache dabei zu verwenden? Nicht umsonst gab und gibt es große Geister, sicherlich größere als mich, die sich an der Aufgabe des schlüssigen Durchdenkens dieses Ansatzes versuchten – und entweder scheiterten, oder dem Publikum weithin unverständlich blieben und bleiben. Ich glaube, viele, die eine ähnliche Erfahrung machen, und zu ähnlichen Schlüssen gelangen wie ich, verfallen in ein Schweigen, ziehen sich zurück, was ich als eine eigentlich verständliche Haltung ansehe.

Aber ich hatte mir nun einmal in den Kopf gesetzt, den spirealistischen Ansatz so systematisch wie möglich aufzuschreiben. Ich halte Spirealismus für eine überaus wichtige und fundamentale weltanschauliche Weiterentwicklung, die nach meinem Dafürhalten den Menschen ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Das ist mir Antrieb, wenn auch gerade der Spirealismus mir sagt, dass es keine Weltanschauung gibt, die mit irgendeiner Notwendigkeit verstanden werden muss, oder die in der jetzigen Zeit Verbreitung finden muss. Sondern Spirealismus sagt im Gegenteil, dass jede Wahrheit, die der Mensch (per Mehrheitsdenken) für sich (er-)findet, seine Welt formt, und ihm immer so vorkommen muss, wie die eine von ihm stets erwartete und erschaffene Wahrheit – die einzige die es geben kann.

So gesehen ist der Spirealismus ein Angebot, Antworten zu finden für jene Suchenden, so wie ich einer war und bin. Ich halte Spiritualität für überaus wichtig um Spirealismus zu verstehen – Spiritualität ist vor allem ein Suchen im Geiste.

Oft ist es zwecklos und unerfreulich, spirealistische Themen mit hartgesottenen Materialisten zu erörtern- mit Materialisten meine ich Nicht-Suchende – sie wissen bereits, fragen sich nichts. Denn sie glauben an das Objektive, das ist der Kern des Materialismus. Somit können damit durchaus auch solche gemeint sein, die sich selbst als spirituell, idealistisch, religiös sehen. Das Objektive sehen sie in sich selbst am besten vertreten, es wird in ihnen unerbittliche Rechthaberei, während sie vom unerschütterlichen Glauben reden, so wie der materialistische Wissenschaftler von unerschütterlichem Wissen. Der materialistische Glaube ist so stark, dass die Gläubigen ihn mit Inbrunst verteidigen müssen; den Angriff darauf empfinden sie wie einen Angriff auf sich selbst, wenn man allein schon von Denkgrenzen spricht … Wie jeder „religiöse“ Eifer verschließt auch Materialismus Augen und Ohren.

Gemeinsamkeiten sehe ich eher mit jenen, die wirkliche Spiritualität denken und leben, indem sie alles für möglich halten und eine rege Phantasie pflegen. Denn unsere Welten kommen daher, aus der Phantasie.

Ist Spirealismus ein Idealismus?

Ich möchte das oben Gesagte illustrieren – daher noch einmal zum Idealismus. Im Begriff des Idealismus vermischt sich so vieles, dass Idealismus als Mittel der Charakterisierung schon im Ansatz wenig taugt. Eins meiner Bücher heißt „Alles ist Geist“, und es liegt der Gedanke nahe, und so werde ich wie gesagt manchmal gefragt, ob es sich bei dem darin zu Findenden um einen Idealismus handele. Irgendwie, ganz läppisch betrachtet, mag das so sein. Doch hier gilt es, das Allerwichtigste genau zu betrachten. Während Idealismus gemeinhin darauf hinausläuft, eine geistige Macht, eine Idee, einen Gott, als den Erschaffer der Welt zu denken, hat der Spirealismus eine andere Seins-Auffassung. Und das ist ganz wichtig – geradezu ein Rubikon für jedes daraus folgende Denken. „Die“ Welt (in der Einzahl) gibt es nicht. Die Welt ist nicht erschaffen worden, und sie existiert nicht in der von uns vorgestellten Weise, also in einem Außen, in Raum und Zeit. Raum und Zeit sind Vorstellungen, die unsere Welt entfalten, aber sie sind eine Möglichkeit, keine Unbedingtheit. Es gibt nur einen einzigen wahrnehmbaren Zeitpunkt des Welt-Entstehens, und dieser Zeitpunkt ist das immerwährende Jetzt. Das Mittel dieses Entstehens sind unter anderem wir selbst. Der Ursprung des Entstehens ist uns unbekannt, und muss uns unbekannt sein. Denn wir Menschen sind Elemente der Schöpfung, nicht die Beobachter der Schöpfung. Wenn man den metaphysischen Ursprung der Welt(en) Gott nennen möchte, könnte man auch sagen: Wir sind nicht Gott und können es durch noch so viel Grübeln auch nicht werden.

Daher sehe ich den Spirealismus nicht als eine Form von Idealismus an. Ist er vielleicht ein Konstruktivismus?

Vielleicht schon eher, doch im Grunde trifft auch diese Zuordnung nicht. Auch hier wieder glaube ich dass gilt, was ich schon über Idealismus sagte. Wenn der Konstruktivismus richtig gedacht werden soll, muss er das Fundament des Materialismus verlassen. Wie könnte man den Konstruktivismus auf dem Fundament des Materialismus besprechen? Von der Warte des Materialismus aus muss Konstruktivismus, insofern er erklärt, dass „die Welt“ durch Kommunikation sozusagen konstruiert wird, lächerlich und falsch wirken.

 

Diskussionen über Spirealismus was last modified: November 9th, 2016 by Henrik Geyer

Bewusstsein und Materie

Wo ist die Grenze zwischen Bewusstsein und Materie?

Wer noch nicht an sich selbst beobachtete, dass die Wandlung einer inneren Auffassung von etwas dieses Etwas selbst verändert, der nennt Menschen, die die Veränderung der eigenen Situation vom Glauben her angehen, vielleicht „Wunschdenker“. Die Vorstellung, mit Bewusstsein die Realität verändern zu wollen, nennt man „unrealistisch“. Man meint einen Kinder-Irrglauben im Anderen zu entdecken, hält das für naiv.

Ein Wort zu Glauben und Wissen, Bewusstsein und Materie

Man sieht nicht, dass es sich bei dem von der Religion gemeinten „Glauben“ aus der subjektiven Sicht nicht um einen Glauben, sondern um Wissen handelt. Nur als felsenfestes Wissen ist Glaube wirksam.

Der Glaube ist als Wissen entstanden, nicht als Wunsch, oder gar als Etwas-nicht-genau-Wissen.

Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass Gedanken Realität besitzen, sogar die entscheidende. Die Frage ist nur: in welchem Maß lässt sich durch Bewusstsein die Realität beeinflussen? Das ist verbunden mit der Frage, was unsere Wirklichkeit in Wirklichkeit, eigentlich, im Grunde, in der Realität, ist?

Ist die Realität vielleicht der Gedanke an eine Realität … in uns? Oder handelt es sich bei der Realität um Objekte und Vorgänge außerhalb von uns, was beides eindeutig voneinander unterscheidbar machen würde??

Bewusstsein und Materie – wer kann genau unterscheiden?

„Ich weiß nicht, ob ich ein Mann bin, der träumt, ein Schmetterling zu sein, oder ob ich ein Schmetterling bin, der träumt, ein Mann zu sein..“

… dieses Zitat stammt von Dschuang Dsi, einem taoistischen Philosophen etwa 350 – 275 v. Chr.

Sind die Gedanken meines Wachseins genauso real wie die Gedanken meiner Träume? Was unterscheidet beides? Haben Gedanken überhaupt Realität? Scheinbar sind doch die Objekte des Außen, die materiellen Objekte, von einer ganz anderen Beschaffenheit, als Gedanken? Die Tische, die Häuser, die Sterne sind doch scheinbar so grundverschieden von den Gedanken, den Gedanken beispielsweise an Tische, Häuser, Sterne.

Wir erleben zwar ständig, dass Gedanken Realität werden – sich materialisieren, indem sich Dinge aus unserem Geist in der Realität umsetzen. Wir denken an einen Kaffee und haben im nächsten Moment einen Kaffee in der Hand, den wir trinken können. Und wir erleben auch ständig, dass äußere Objekte Gedanken werden, indem wir uns von den äußeren Objekten Begriffe bilden, die dann in unserem Geist existieren. Nur möchten wir etwas Grundverschiedenes, Gegensätzliches in Materie und Geist sehen. Oder besser ausgedrückt: wir sind es gewohnt, diesen Gegensatz zu sehen.

Die Verwandlung des Geistigen in etwas Reales erleben wir also ständig – es ist Normalität. Und doch sehen wir etwas so Gegensätzliches in Geist und Materie, in Phantasie und Realität. Irgendwo muss doch die Umwandlung von der Idee in Materie einsetzen und stattfinden. Wo und wann?

Wenn man sich einen Kaffee macht, dann wird aus dem Gedanken an einen Kaffee eine Tasse in der Hand! Etwas materialisiert sich. Der Gedanke wird zu Stoff, indem der Körper handelt, sich den Kaffee macht, Bewegungsenergie sinnvoll einsetzt, um den Kaffee zu machen – es handelt sich also zumindest um eine Umwandlung von Geist in Bewegungsenergie (nach Einstein ist Energie eine Form der Materie).

Die Welt ist bereits durch und durch geistig

Der Spirealismus vertritt die Auffassung, dass Materie unsere Sichtweise auf Information ist. Die Welt ist Geist, ist Information, und der Versuch unterscheiden zu wollen, zwischen Geist und Materie, ein künstlicher.

In meinen Büchern gehe ich der Frage nach, was die Dinge, die wir sehen, „wirklich“ sind. Was ist der Ursprung und das Wesens unserer Vorstellung von Realität? Was ist ein Objekt? Was ist Zeit und Raum? Wodurch ist die Realität definiert? Die Grenze zwischen Geistigem und Materiellem ist und bleibt weitgehend undefiniert.

Ausgangspunkt für meine Überlegungen war, dass ich am eigenen Leib erfuhr, dass eine Änderung der geistigen Disposition eine Änderung der Welt bewirkt. Meiner Welt immerhin …. aber auch der einzigen Welt, die ich kenne.

Geistig ist materiell. Die Grenze ist zwischen beidem ist eine Vorstellung. Eine Vorstellung des Geistes.

Bewusstsein und Materie was last modified: Juli 19th, 2016 by Henrik Geyer

Kann der Mensch etwas NICHT wissen? Unwissenheit.

Was wissen wir nicht? Kann der Mensch etwas NICHT wissen? Unwissenheit.

Kann der Mensch etwas nicht wissen? Gibt es so etwas?

Immer wieder erlebe ich, dass Menschen davon ausgehen, im Prinzip alles wissen zu können, bzw. im Grunde schon alles zu wissen. Was man nicht weiß, könne man nachschlagen.

Dass man etwas so Kompliziertes bedienen kann, wie ein Handy lässt es wie selbstverständlich erscheinen, dass man Teilhabe an dem Wissen hat, wie es funktioniert. Im Grunde, als sei man selbst der Erfinder.

Allwissenheit als Sichtweise des materialistischen Weltbildes

Dieses Bewusstsein von Allwissenheit geht aus von einem Welt- und Menschenbild, das suggeriert, dass alles das, was „da“ ist, vom Menschen auch gewusst werden kann. Das was da ist, sei wiederum sehr begrenzt. Begrenzt, weil es nur eine Welt gibt.

Diese Vorstellung ähnelt der einer Bibliothek. Da sind die Bücher – sie beinhalten die möglichen Informationen. Ganz ähnlich der Materie, die alle Information enthält, die wir Menschen erlangen können. Somit ist die „noch nicht abgerufene“ Information jederzeit für uns verfügbar, wie in einer Bibliothek.

Ebenso wie wir die Wahrheit der Zukunft glauben vorhersagen können, über die Wahrscheinlichkeit, glauben wir quasi bereits im Besitz aller denkbaren Information zu sein, denn wir haben die Materie klar vor uns.

Wir selbst erschaffen die Information

Doch wer wahrnehmen kann, dass zu seiner Welt auch die Phantasien und Gedanken jeder Art gehören, der kann auch wahrnehmen, dass die Realität aus uns selbst kommt. Ich nenne das eine spirituelle Wahrnehmung der Welt – man benötigt Achtsamkeit.

Dann bemerkt man: Die Information ist nicht begrenzt auf ein Außen, auf Materie, die nur diese oder jene Form annehmen kann. Sondern die erlangbare Information ist unendlich.

Das, was wir nicht wissen, ist unendlich. Und es gibt keinen Weg, bei der Unendlichkeit an ein Ende zu gelangen. Die Grenze zwischen der Unendlichkeit und der Endlichkeit ist mit Notwendigkeit immer da. Wir können sie nicht sehen und wir können sie nicht überwinden.

Nicht Wissen / Nichtwissen – Unwissenheit als der größere Teil

Können wir im Bewusstsein das erfassen, was wir nicht wissen? Können wir das Nichts eingrenzen? Können wir im Bewusstsein das Unbewusste denken? Können wir wissen, was wir nicht wissen?

Weiterlesen: Beitrag ‚Das Unbewusste als das Unbekannte‘

Ich sage: Wir können nicht. Dass wir glauben zu können, wirft ein vielsagendes Schlaglicht auf unser materialistisches Weltbild.

Hier nur zwei Beispiele:

1.) Es gibt den Ausspruch von Friedrich Nietzsche „Es denkt“. Er meint damit das durchaus wahrnehmbare Denken, das vor sich geht, ohne dass der Mensch dazu irgendetwas tun muss. „Es denkt“, ganz ohne Grund und Veranlassung. „Es denkt“ logisch und weiterführend. „Es denkt“ – das bedeutet, nicht das Ich regiert das Denken, sondern das Denken regiert das Ich. Wenn aber das Denken das Ich regiert – wie kommt dann das Ich darauf, es habe einen Überblick über eine abgegrenzte Anzahl von Informationen aus einer Endlichkeit des Außen? Es erkennt sich nicht einmal selbst!

Zitat:

„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“ Arthur Schopenhauer

2.) In der Teilchenphysik wird klar, dass die menschliche Beobachtung das beeinflusst, was der Mensch beobachtet. Einstein sagte: „Die Theorie bestimmt, was beobachtet werden kann.“ Aber mehr noch, in bestimmten teilchenphysikalischen Versuchen (Ich beschrieb das in „Alles ist Geist“) wird klar, dass die Beobachtung das Ergebnis eines einzelnen Versuches beeinflusst. Auch insofern kann von einer festgelegten Anzahl objektiv abrufbarer Informationen nicht die Rede sein.

Das Subjekt beeinflusst das Objekt. Ist hier Telepathie am Werk? Ist es so, dass der Geist erschafft?
Weiterlesen: Artikel ‚Telepathie – was sind telepathische Fähigkeiten?‘

Lesen Sie auch: ‚C.G. Jung – kollektives Unterbewusstsein‘

 

Kann der Mensch etwas NICHT wissen? Unwissenheit. was last modified: Februar 20th, 2016 by Henrik Geyer

Materialismus – was ist das?

Materialismus - was ist das?

Materialismus – ist die Sichtweise, dass die Welt aus Materie-Objekten besteht, die von Geist (dem Menschen) beobachtet werden

Der Mensch bildet Materie-Objekte im Denken ab

Materialismus eine Denkweise, die die Existenz von Materie für eine fundamentale Denkvoraussetzung hält.

Materialismus ist, so gesehen, die verbreitetste Weltanschauung – es fällt daher schwer, anders zu denken. Sind denn die Dinge, die wir im Außen beobachten, etwa nicht aus Materie (Stoff)?

Materie ist Stoff

Dass die Welt aus Materie (Stoff) besteht, sagt uns erst einmal nicht so viel. Erst wenn wir die gedanklichen Verbindungen anschauen, mit dem Wort Materie mitschwingen, und die ins Unendliche reichen, wird daraus eine ganze Welt von Anschauungen.

Es ist unsere Logik zu sagen, dass eins das Andere aufbaut. Daher ist die Materie geschaffen aus Teilen. Und die Teile bestehen wieder aus Teilen. Im alten Griechenland gab es die Vorstellung, dass die Materie aus nicht mehr weiter teilbaren Teilchen besteht (Atomen). Diese Vorstellung ist einerseits längst überholt, andererseits ist das Denken in Kernen, bzw. nicht weiter teilbaren Einheiten, das Wesen des Materialismus, und so gesehen in der Praxis des täglichen Denkens längst nicht überholt.

Umgekehrt lassen sich aus Materie immer noch größere Formen machen, durch Vervielfachung – auch hier ist Unendlichkeit.

Eins baut das Andere auf – eins ist der Grund für das Andere

Ebenso wie wir meinen, dass das Eine das Andere aufbaut, und aus demselben Grund, ist es gleichermaßen unsere Auffassung, dass sich mit Notwendigkeit das Eine vom Anderen ableitet. Das Eine ist der Grund vom Anderen. Das nennen wir auch Kausalität.

Gier, Geiz, Geld, Besitz = Materialismus?

Erst einmal: Nein, nicht unbedingt. Die Auffassung, die Welt bestünde aus Materie, hat mit Gier nichts zu tun.

Dennoch ist das Für-wahr-Halten objektiver Dinge, und somit das Anstreben von (scheinbar nicht anders sehbaren) Werten, eine Eigenart, die der materialistischen Sichtweise, mit ihren ganz objektiv existierenden Dingen, als Logik folgt. Daraus erwächst, als Übertreibung, Gier.

Dies ergibt sich aber erst in der Gegenüberstellung zu anderen Denkweisen.

Die Gegenüberstellung mit anderen Denkweisen ist allerdings für den Materialismus schwierig, denn er hält sich für selbstverständlich und unumgänglich. Einen gültigen Vergleich zu anderen Weltanschauungen lässt die Sichtweise des Materialismus nicht zu, denn aus ihrer Sicht kann es letztlich nur eine einzige richtige Anschauung geben (es gibt nur eine Wahrheit). Und diese letztendliche Wahrheit findet der Materialismus natürlich bei sich.

Widersprüchlichkeit des Materialismus

Materialismus ist widersprüchlich, denn es hat keine Erklärung für die ihm eigenen Paradoxien

Ein Beispiel: einerseits soll es all das geben, was wir beobachten. Andererseits scheint das, was wir beobachten, unendlich zu sein. Das kommt uns selbst oft genug merkwürdig vor – man denke nur an den rätselhaften Begriff der Unendlichkeit. Hinzu kommt, dass wir im Prinzip immer bemerken können (Achtsamkeit vorausgesetzt), dass unsere Erwartungen unser Erleben steuern. Die Natur hat also alles das, was wir beobachten können, in einer Unendlichkeit bereits vorausgesehen und geschaffen?

So stellen sich in der Kernphysik  eben diese Fragen heute umso mehr und umso drängender, denn hier trifft der materialistische Gedanke auf seine Grundvoraussetzung: das Enden der materialistischen Kausalkette in irgendeinem(!) objektiven Kern – und er erweist sich auch hier als falsch.

Materialismus-Gegensatz: Spirealismus

Spirealismus ist, im Gegensatz zu Materialismus, eine Denkweise, die aus bestimmten Sichtweisen bestimmte Realisierungen hervorgehen sieht. Anders gesagt: Was man sehen kann, ist abhängig von der geistigen Brille, die man trägt – egal, ob nun in Gesellschaft oder Wissenschaft und Technik.

Das bedeutet: Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Menschheit sind Teil der Schöpfung, nicht deren Widerspiegelung.

Im Gegensatz zu Materialismus sieht der Spirealismus nicht sich selbst nur als mögliche Sichtweise an – der beste Beweis hierfür ist die Tatsache, dass der Materialismus in der Welt ist, und als Weltanschauung der Materialisten funktioniert.

siehe auch Spirealismus

Materialismus – was ist das? was last modified: Februar 13th, 2016 by Henrik Geyer

Wissenschaft und Glaube, Spiritualität und Erkenntnis

Wissenschaft und Glaube, Spiritualität und Erkenntnis

Wissenschaft und Glaube, Glaube und Wissenschaft. Sind sie wie Feuer und Wasser? Ist Spirituelle Erkenntnis gleichzusetzen mit wissenschaftlicher Erkenntnis ..? Und ist Spiritualität eine Art Spinnerei?

Die Wissenschaft scheint mit spirituellem Denken wenig am Hut zu haben, umgekehrt fragt Spiritualität wenig nach den Resultaten der Wissenschaft als Quelle für eigenes Denken.

Das könnte sich ändern.

die Wissenschaft erfordert Glauben

Häufig genug kommt es zum Streit zwischen Wissenschaft und Glaube, genauer zwischen Wissenschaftlern und Vertretern spiritueller Denkrichtungen.

Tenor: die Wissenschaft arbeitet daran, jedes auch noch so entfernte Phänomen zu erklären, detaillierte Begründungen für alles zu finden, während es sich die Religion einfach macht: Gott sei der Schöpfer von allem, Punkt.

 

Beispielsweise erläutert Wissenschaftler Lawrence Krauss in Vorträgen die neuesten Erkenntnisse der Astrophysik, nicht ohne dabei Seitenhiebe in Richtung Religion einzustreuen. Er bezieht sich in seiner Kritik beispielsweise auf den Kreationismus, also die (biblische) Vorstellung einer absichtsvollen Schöpfung der Welt durch Gott. Die Wahrheit sei vielmehr, so sagt (nicht nur) er, die Erschaffung der Materie im Urknall vor 14 Milliarden Jahren.

Dabei verkennt man (wieder nicht nur er), dass zum Beispiel großer Streit darüber herrscht, warum genau der erste Weltkrieg ausgebrochen ist. Oder die Frage – was genau war gestern eigentlich?

Ist es nun vielleicht kein Glaube, zu sagen, man wüsste, was vor 14 Milliarden Jahren geschah? Müsste man nicht mindestens dazu sagen, dass die Annahme, damals fand ein Urknall statt, nur dann stimmen kann, wenn alle anderen Aussagen, die wir über das Universum machen, ebenso stimmen – und zwar genauestens und endgültig.

Aber können wir das?

Viel wahrscheinlicher ist, dass sich unser Denken, was das Universum ist und wie es sich beschreiben lässt, kurz gesagt unser wissenschaftliches Wissen, in hundert Jahren ganz anders darstellen wird als heute. So war es schon immer. Das Wissen der Menschen ändert sich, und damit das, was sie in einem Moment als die „endgültige Wahrheit“ ansehen.

Kausalität in der Entwicklung des Wissens

Wird das Wissen in hundert Jahren als eine geradlinige Entwicklung des Wissens aus dem Jetzt entstehen – gibt es in der Entwicklung des Wissens absolute Folgerichtigkeit?

Nur wenn man das so sieht, könnte man die Entwicklung des Wissens als eine (Weiter)Entwicklung hin zu einem letzten Punkt der Erkenntnis verstehen. Was wiederum bedeuten würde, wir näherten uns einer letzten Wahrheit an, und wären, wenn auch noch nicht dort, so doch schon in der Nähe – und nähern uns immer mehr.

Wenn aber die Entwicklung des Wissens Zufällen unterliegt, keinen letzten Endpunkt hat, dann ist unser Wissen, wie wir es heute sehen, eine Möglichkeit, keine Notwendigkeit.

Somit wäre es auch einigermaßen willkürlich, zwischen absolut notwendigem, weil eindeutig-folgerichtigem Wissen zu unterscheiden, und andererseits nicht notwendigem, dummen Glauben.

Letztendlich dürfte man die Wissenschaft ebenfalls als eine Art (sehr verfestigten) Glauben sehen.

Glaube ist Wissen(schaft)

Religiöser Glaube muss für den Gläubigen ein unwiderlegbares Wissen sein muss, sonst hätte es für diesen keinerlei Wert, keine Kraft der Realisierung.

Das wäre ähnlich, als würde der Materialist eigentlich nicht richtig an die Existenz des Atoms glauben.

Und nehmen wir auch zur Kenntnis, dass das, was wir heute als Glauben oder Aberglauben bezeichnen, als Wissen(schaft) entstand. So bezeichnet man die Astrologie als die Wiege der Wissenschaft, denn sie betrieb die Himmelsbeobachtung systematisch und analytisch. Die Denkvoraussetzung war dabei, dass das, was uns erschafft, größer ist, als wir selbst (die Götter). Und das ist auch heute noch die Hauptunterscheidung zwischen spirituellen Denkrichtungen und der materialistischen Wissenschaft. Die materialistische Wissenschaft negiert die Existenz von Göttern. Dabei heißt doch ihr eigener, alles erschaffender Gott, „Materie“! Mit Gott meine ich hier eine selbst nicht erklärbare Kraft und Existenz, deren Sein alles andere Sein erschafft. Das Ende der logischen Kausal-Kette, hin zum ontologischen Prinzip einer Weltanschauung.

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Weil er fein unterscheidet zwischen Materie dort und Geist hier, glaubt der Materialist, anders als der Spirituelle, die Schöpfung zu beobachten (wie Gott)  – der „alles widerspiegelnde Geist“ des materialistischen Weltbildes scheint der Materie übergeordnet.

Unser Wissen im Jetzt – eine Frage der Zeit

Die Schlüsse der Astrologie waren für die Zeit, in der sie entstand, richtig und auf der Höhe der Weisheit. Sie war maßgeblich für die sich aus ihr später entwickelnden Naturwissenschaften. Zu sagen, solche veralteten Wissenschaften seien dummer Aberglaube – das Wissen des Jetzt hingegen Ausdruck einer unübertrefflichen Weisheit („objektive Wahrheit“), das ist selbst Aberglaube und Überheblichkeit.

Wissenschaft und Glaube – die spirealistische Sichtweise

Spirealismus sieht Existenz als einen Informationsprozess, der jede Art von Realität hervorbringen kann. Auch die des materialistischen Denkens natürlich.

Einen fundamentalen Widerspruch zwischen Wissenschaft und Glaube sieht der Spirealismus nicht.

Den eigentlichen Pferdefuß des ansonsten völlig berechtigten Wissenschaftsdenkens sieht der Spirealismus in der Verabsolutierung des Materialismus als „objektiv nicht anders denkbare Wahrheit“. Als Weltanschauung formuliert, hält der Materialismus letztlich nur sich selbst für möglich und wahr – und das ist falsch.

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Wissenschaft und Glaube, Spiritualität und Erkenntnis was last modified: März 5th, 2016 by Henrik Geyer