Was ist eine Mindfuck Philosophy?

Mindfuck Philosophy - Gehirn, das die kosmische Realität in Wellen verändert.

In Mindfuck Philosophy habe ich dargestellt, warum sich die Annahme, unsere Begriffe seien Werkzeuge um eine äußerliche Welt zu beschreiben, so gründlich mit der Wahrnehmung  im Widerspruch befindet, dass all unsere Begriffe am Ende nicht dazu taugen, die Quellen der Welt zu erfassen. Man ist ewig auf der Suche nach der letztendlichen Wahrheit, der wirklichen Wirklichkeit, dem Ding „an sich“, den Grenzen des Universums, wie immer man es nennen mag – wie ein Hamster in einem Laufrad, der nicht verstehen kann, dass sein eigenes Laufen dem Rad Schwung verleiht, und dass es eben dieser Schwung ist, der die zu laufende Strecke unendlich werden lässt.

Der Spirealismus sieht die Welt als einen Prozess, der auf der subjektiven Wahrnehmung beruht – die man auch das eigentliche Atom des Kosmos nennen könnte. „Wahrnehmung“: hier verstanden als ein Werkzeug der Erzeugung von Realität, nicht etwa als ein Mittel, um Realität widerzuspiegeln. Und wiederum bitte nicht missverstehen: es ist nicht „unser“ Werkzeug, nicht das Werkzeug des Menschen. Diese Anschauung ist zwar viel besser geeignet, die Widersprüchlichkeiten und Paradoxien des Materialismus zu erklären. Doch gleichzeitig, weil der Spirealismus damit die Grundbegriffe des Materialismus umdeutet und neu beschreibt, wirkt er selbst paradox.

Beispielsweise sehen wir das am Begriff der „Realität“. Der Begriff der Realität benennt eine Realität (Einzahl), so als gäbe es nur diese eine. Doch die eine Realität, von der wir immer sprechen, finden wir nirgends. Insofern ist der Spirealismus deutlich „realistischer“, wenn er davon ausgeht, dass es die Realität des materialistischen Wortsinns gar nicht gibt – Wahrnehmung und Weltbild geraten also in eine bessere Übereinstimmung.

Gleichzeitig ist dieser Gedanke aber „Mindfuck“, denn auf Grund seiner materialistischen Grundüberzeugungen verwirrt es den Menschen, wenn er nicht davon ausgehen kann, dass es eine letztendliche Realität gibt, der er sich annähert, auf die er Bezug nimmt und die er anstrebt. Das ist ihm paradox, da sich eine solche Sichtweise, auch wenn sie wahrer ist, in einem unlösbaren Widerspruch zu den Fundamenten seines Denkens befindet. Zumal sich (dies ist eine spirealistische Sichtweise) alles, was sich der Mensch denkt, damit auch notwendigerweise in einem Stadium einer Realisierung befindet – wird also der Begriff der einen und einzigen Realität verwendet, billigt man dem auch eine gewisse Wirklichkeit zu.

Aus materialistischer Sicht ist Spirealismus Mindfuck. Umgekehrt ist Materialimus dem Spirealismus Mindfuck, auch hier wieder kommen wir zur Verdeutlichung zum vorgenannten Begriff der Realität. Der Spirealismus nimmt von vorn herein nicht an, es gäbe eine Realität … die überall wahrzunehmende Tatsache, dass sie in einer endgültig definierbaren Form nirgendwo anzutreffen ist, erscheint ihm also nicht rätselhaft, sondern überaus erklärlich. Eher ist ihm das eigentliche Rätsel, wie der Materialismus darauf kommt, es gäbe sie.

Auch ansonsten ist insbesondere aus spirealistischer Sicht wahrzunehmen, dass die materialistische Weltsicht voller Unerklärlichkeiten und Paradoxien ist. Im Materialismus übergeht man sie geflissentlich, nimmt sie gar nicht wahr (siehe das Nichts). Oder man nimmt solche Paradoxien als Randerscheinungen wahr, die nicht geeignet seien, die Richtigkeit des Materialismus insgesamt in Frage zu stellen. Doch sind sie nicht etwa tatsächlich unerheblich, sondern vielmehr wichtiger Hinweis auf die Mindfuck-Eigenschaft dieser Weltanschauung.

Warum sage ich, dieser Hinweis sei wichtig? Das weiter oben Gesagte bedeutet: die Realität von der der Materialist spricht, seine materialistische Realität also, verwirklicht sich durch ihn und in ihm. Dieser Umstand ist sehr wichtig für die Frage der Beweisbarkeit des Spirealismus (ebenso wie des Materialismus). Wie sollte man beispielsweise dem Materialisten beweisen, dass es etwas nicht gibt, das sich doch gerade durch ihn verwirklicht? Wie soll überhaupt der Spirealismus beweisen, dass es etwas nicht gibt? Alles Beweisbare muss nach materialistischer Anschauung auch jedermann sichtbar und zu zeigen sein, der Hinweis auf Leere hingegen hat aus materialistischer Sicht keinen Sinn. Das materialistische Nichts wäre Leere, die umschlossen ist von etwas. So wird aus dem Nichts, von dem ich spreche, im Materialismus Etwas, und zwar Etwas, das nicht da ist – somit handelt es sich nicht im eigentlichen Sinn um Nichts.

Das bedeutet: Zeigbar sind lediglich die Paradoxien – und das macht ihre Wichtigkeit aus.

Was ist eine Mindfuck Philosophy? was last modified: November 8th, 2016 by Henrik Geyer

Die Freiheit des einen ist die Tyrannei des anderen

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Freiheit des einen ist die Tyrannei des anderen.

Freiheit wird oft so verstanden, als sei es ein grenzenlos vorhandenes Gut. So als sei Freiheit nicht verbunden mit Grenzen. Ich will einige Aspekte aufzeigen, die verständlich machen, dass das nicht so ist. Die Freiheit des einen ist die Tyrannei des anderen.

Die Relativität der Freiheit

Es ist ein Grundverständnis des Spirealismus, dass es ganz einfache, dem Kosmos zugrunde liegende Prinzipien gibt. Das eine kann nicht das andere sein. Aber das eine kann auch nicht ohne das andere sein.

Anders gesagt: Was wäre die Freiheit ohne die Tyrannei? Was wäre der Unterdrückte ohne den Tyrannen, der ihn unterdrückt? Was wäre der Freie ohne den Tyrannen? Und so weiter.

Oder ganz alltäglich… was wäre das Bild eines Vogels, der so frei ist wie der Wind, ohne die Vorstellung eines Vogels, der eingesperrt ist, in einen Drahtkäfig?

Unsere Welten der Vorstellung beinhalten immer das eine und andere. Im Verständnis des Spirealismus entsteht das eine geradezu aus dem anderen – das eine gibt es nur mit dem anderen. Das gilt auch für Freiheit und seinen Gegenpol, die Tyrannei.

Die Grenze eines Dinges ist gleichzeitig die Grenze eines anderen
Anaximander, griechischer Philosoph

Alles ist begrenzt

Wenn auch unsere nie enden wollenden Vorstellungen uns suggerieren, es gäbe das Unendliche – und wo Unendlichkeit vorherrscht, kann es ja nicht wirklich Enge geben – muss man doch feststellen: es „gibt“ das Unendliche für uns Menschen nicht. Die Unendlichkeit ist für uns Menschen das, „womit wir nicht fertig werden“ (Plato), und somit etwas, was wir nicht im eigentlichen Sinn erleben können.

Vielmehr ist jeder Begriff, den das Denken formen kann, geprägt durch Ähnlichkeiten und Gleichheit, aber auch durch Abgrenzung. Es gibt keinen Menschen, keinen Begriff, kein Tier, keine Entfernung, die unbegrenzt sein könnte. Denn Grenzen bedeuten Definiertheit.

Man denke allein an den Begriff des Unendlichen. Auch er unterscheidet sich von anderen Begriffen, grenzt sich ab.

Weiterlesen: Beitrag Was ist von Grenzenlosigkeit zu halten?

Die FDP und die Frage nach den Grenzen

Man mag das für eine philosophische Spitzfindigkeit halten, jedoch ist diese Frage von äußerster Wichtigkeit.

Ich führe das Beispiel der FDP an, der Freien Demokratischen Partei Deutschlands. Freiheit – das klingt gut! Doch was ist das?

Die FDP war stets zerrissen von den vielfältigen, einander widersprechenden Vorstellungen. National-Liberalismus versus Freiheit, verstanden als Multikulti. Freiheit von Kriminellen vs Freiheit der Bürger, die unfreier werden, wenn sie Kriminalität fürchten müssen.

Oder ein weiteres Beispiel: die größtmögliche Freiheit der Industrie (dies war ja immer ein wichtiger parteipolitischer Schwerpunkt der FDP) steht auch in einem Gegensatz zu einer anderen Freiheit – und zwar der ökologischen Freiheit der Menschen, die nicht nur Geld verdienen wollen, sondern auch eine saubere und unverbaute Umwelt genießen möchten. Geld ist schließlich kein Selbstzweck.

Oder das grundsätzliche Verständnis: Die Freiheit einer Denkrichtung wird begrenzt durch die Freiheit einer anderen Denkrichtung. Die Freiheit des einen ist die Tyrannei des anderen.

Wenn man, wie es nach meinem Dafürhalten die FDP tat, einen attraktiven Begriff wie die Freiheit zwar im Namen führt, aber nie versucht, es (für sich) spezifisch zu definieren, und zwar unter Einbeziehung des Wortes Unfreiheit, dann führt das zu parteipolitischer Beliebigkeit und letztlich Bedeutungslosigkeit.

Soweit ich es erlebte, hat sich der Kurs der Partei immer im tagespolitischen Streit gebildet – man hat sie als Klientel-Partei bezeichnet, und sie hat eine gewisse Rolle gespielt in den machttaktischen Überlegungen der CDU für viele Jahre (sprich: als Koalitionspartner). Aber wofür die FDP eigentlich steht, weiß ich bis heute nicht so recht.

Freiheit und Tyrannei: Das ewig wechselnde Motiv

Freiheit und Tyrannei wechseln sich in einem ewigen Kreislauf ab.

Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
Sokrates

Die Jugend „von heute“ (in jedem Zeitalter) erscheint wie die Tyrannei des Althergebrachten.

Der strahlende Sieger von heute wird durch seine Siege zum Tyrannen des Morgen. Das ewig sich wechselnde Motiv von Freiheit und Tyrannei, als eine Variation von These und Antithese, die zur Synthese gelangt, kann nie enden. Denn es ist ein kosmisches Prinzip.

Ein Tyrann kann unzählige Menschen töten, nur seinen Nachfolger nicht.
Seneca

Freiheit und Tyrannei sind verbunden, bereits durch die allumfassende Kommunikation. Man stelle sich zwei Menschen vor, die durch Ketten (Kommunikation) aneinander gebunden sind. Sie können nur gemeinsam gehen, es ist nur eine gemeinsame Richtung möglich. Die Zielvorstellungen des Einen begrenzen die Ziele des Anderen. Oder können wir die Kommunikation einfach beenden? Das könnte man nur, wenn man Kommunikation als etwas eingegrenztes sieht. Der Spirealismus sieht Kommunikation hingegen als allumfassend an – sie kann nie „unterbrochen“ werden. Unser Blick auf die Welt ist bereits Kommunikation, weil alles Relation ist.

Die größtmögliche Freiheit, und damit die Überwindung von Tyrannei, ist das Übereinstimmen der Ziele; Das bewusste Herbeiführen des Kompromisses. Es ist das (harmonische) Bilden der Synthese, aus These und Antithese. Es ist das Prinzip der Demokratie. Es ist das Zulassen der Pole – ihre Verbindung im Widerspruch. Es ist Verständnis aus Bewusstheit.

 

Siehe auch: Artikel Wenn du frei sein willst, nimm dir Zeit

Siehe auch: Beitrag Genügsam Sein – zufrieden sein – frei sein

Die Freiheit des einen ist die Tyrannei des anderen was last modified: Mai 25th, 2016 by Henrik Geyer

Die semantische Natur der Dinge

Die semantische Natur der Dinge

In diesem Beitrag soll die semantische Natur der Dinge besprochen werden, und natürlich die Frage, was überhaupt die Sprache und die Dinge miteinander zu tun haben – denn man meint ja meist, die Sprache würde die Dinge nur beschreiben.

Es gibt keine Objektivität – was sind die Objekte, die wir vor uns sehen?

In diversen Beiträgen habe ich die spirealistische Grundüberzeugung „Es gibt keine Objektivität“ ausgeführt, begründet, dargelegt.

Mit dem Fehlen der Objektivität fehlt dem Spirealismus der „Betrachtungsgegenstand“, den man in der materialistischen Sichtweise das „Objekt“ nennt, oder das „objektive Außen“, oder die „Materie“, oder auch die „Realität“.

Es fragt sich im Spirealismus, wo als Quelle der Existenz lediglich das Subjekt bleibt: Was beobachtet das Subjekt eigentlich? Was ist es, was es „sieht“?

Die Antwort des Spirealismus auf diese Frage ist: Das Subjekt beobachtet im eigentlichen Sinne nichts. Es kommuniziert, bzw. ist selbst Ergebnis einer Kommunikation. Der Sinn des Ausdrucks „etwas beobachten“ wäre herkömmlich, dass das Beobachtete unabhängig vom Beobachter ist – dies ist die Sichtweise der Trennung von Subjekt und Objekt; und die damit einher gehende stillschweigende Annahme, es gäbe überhaupt etwas, das von uns (Menschen), dem Beobachter, unabhängig wäre.

Aber eben das ist es ja, was der Spirealismus bestreitet.

Die Welten entstehen als Beziehungsgeflecht logisch aufeinander bezogener Begriffe.

Daher, immer wieder sagend und betonend: „Es gibt nichts, das zu beobachten wäre, das vom Beobachter unabhängig ist“ (eine Weiterentwicklung der Aussage „Es gibt keine Objektivität“), kommt der Spirealismus zu dem Schluss, dass die Vorstellungen von der Welt, und die Welt selbst, eins sind. Die subjektiven Welten entstehen nicht aus von uns unabhängigen Objekten, sondern als Beziehungsgeflecht logisch aufeinander bezogener Begriffe.

Wie gesagt: die äußerlichen Objekte fehlen. Eine Welt, die aus äußerlichen, von uns unabhängigen, Objekten gemacht ist, ist lediglich in unserer Vorstellung vorhanden. Die Voraussetzung für diese Vorstellung ist Geist – Geist ist somit nicht die Folge einer materiellen Anordnung (Gehirn) .

Woher beziehen wir also unsere Begriffe?

Angenommen, vor mir steht ein Glas Wasser. Was beobachte ich da? Ich gehe davon aus, dass es das Objektive nicht gibt. Was gibt es dann?

Die Antwort des Spirealismus ist: „Es gibt Geist!“ Der Geist ist das Primäre, nicht Objekte in einem Außen. Der Inbegriff des Wortes Existenz ist Geist, ist der Gedanke. Die Objekte kommen aus dem Geist – sie sind unsere Realität.

Da wir Menschen nur Elemente des Geistes sind, ist Geist durch uns zwar nicht weiter erklärbar,  aber die Materie ist ja letztlich durch uns auch nicht weiter erklärbar. Alle logischen Kausalketten enden im Nichts. Da wir nur gewohnt sind, uns gedanklich in der Mitte von Kausalketten zu bewegen, entgeht uns diese Kleinigkeit meist. Aber noch einmal: Alle Kausalketten enden im Nichts. Denken wir an den „Urknall“, der von uns herbeigedachte Anfang von allem. Hier entstand, so meinen wir, die Materie. Aber was war vorher, woher kommt die Materie nun eigentlich, etc..?

Selbst wenn wir die Kausalkette weiterführten, vor den Urknall, und beispielsweise hinzufügten: der Urknall entstand aus einem Ereignis oder einer Konstellation XYZ, verschiebt sich das Ende der Kausalkette, doch danach kommt immer noch und immer wieder: das Nichts. Das Enden der Kausalketten im Nichts wird nicht aus der Welt geschafft.

materielle Festigkeit in der Mitte der Kausalketten

Daher kann man doch, was ich die „Mitte der Kausalkette“ nenne, auch als das Zentrum eines Ich-Universums sehen. In ihm sind die Begriffe fest und eindeutig. Warum? Weil jeder Begriff durch ein unendlich scheinendes Netzwerk von anderen Begriffen gestützt wird. Das ist am Ende einer Kausalkette nicht der Fall.

 

Beispielsweise das Glas Wasser. Es wird gestützt durch die eindeutig scheinenden Begriffe „Glas“ und „Wasser“, für „Glas“ ließe sich ersetzend „Gefäß“ oder „Behälter“ verwenden, für „Wasser“ die Worte „Nass“ oder „Flüssigkeit“.

So erscheint der Begriff „ein Glas Wasser“ wie das Einfachste und Eindeutigste. Es erscheint wie etwas, das nicht anders möglich sei, das nicht anders beobachtet werden könnte. Man befindet sich ja nicht am Ende der Kausalkette. Man befindet sich im semantischen Zusammenhang nicht an einer Außengrenze, wo Begriffe und Vorstellungen fehlen, die die gegebene Vorstellung erklären oder ersetzen könnten.

Doch wenn man die Kausalkette bis ans Ende verfolgte, dann fragte sich, was dieses Glas und dieses Wasser eigentlich ist.. Eine objektive, endgültige Information darüber ist nicht zu erlangen – wie gesagt: was ist Materie? Was ist ein Atom? Das, was da vor mir steht, sei eindeutig, meint man zuerst, doch diese Vorstellung verschwindet, wenn sich die Vorstellung von Materie, von Atomen, etc.. verflüchtigt.

Man kann noch weiter überlegen: Das Zentrum eines Ich-Universums ist das Ich. Um das Zentrum herum sieht das Ich die Dinge, die Nicht-Ich sind. Alles, was nicht das Ich ist, erscheint dem Ich wie die Dinge außerhalb, die es beobachtet. Das Ich ist der „massivste Körper“ dieses Ich-Universums. Ohne diesen Ich-Körper sind alle Objekte des Ich-Universums nicht vorhanden – weil die wichtigste und immer vorhandene, man kann sagen „die das Universum begründende“ Relation, fehlt – es fehlt das Zentrum, in dem alle semantischen Zusammenhänge zusammenkommen.

Doch auch das Ich braucht die Dinge, die um es herum sind. Das Ich kann sich nur dann etablieren, wenn es Dinge um es herum gibt – denn das Ich ist, wie alle anderen Dinge auch, eine Relation. Man könnte sagen, das Ich definiert sich durch den Gegensatz – das Ich und die Dinge. Es benötigt daher Dinge, die zu ihm selbst relativ sind. In der Sprache des Materialismus hieße das: Dinge, die der Mensch beobachten kann; ohne sie ist er nicht vorhanden. Man kann sich das ganz greifbar machen, indem man sich vorstellt, dass ein Ich, das kein Aussehen hat, in keiner Zeit ist, um das herum keine Dinge sind, auch nicht existiert. Denn es könnte nicht unterscheiden: hier bin Ich, dort ist das Andere.

Daher sagt der Spirealismus: Es gibt nichts vom Beobachter Unabhängiges. Die Welt, die das Ich da vor sich entstehen sieht, entsteht als Relation, dessen zentraler Ankerpunkt das Ich ist. Und das bedeutet auch wieder: die Welt, die das Ich da vor sich sieht, ist individuell, und kann in dieser Form nur von diesem einen Ich gesehen werden. Das ist eben auch der Sinn des Wortes „Ich-Universum“. Das Universum gibt es nicht, außerhalb des Ichs, etwa in objektiver (eindeutiger) Form. Es gibt eben nur das Subjektive, nicht das Objektive.

Die semantische Natur der Dinge.

Die Semantik ist ein Teilgebiet der Sprachwissenschaften und beschäftigt sich mit sprachlichen Zusammenhängen. Es untersucht das Entstehen von Bedeutung aus Wortzusammenhängen.

Die vielfältigen Methoden und Aspekte der Sematik aussparend, ist das für mich Anziehende am Wort Semantik, so dass ich sagen kann „die Natur der Dinge ist semantisch“, folgendes:

  1. Der Spirealismus stellt fest, dass es eine objektive Außenwelt nicht gibt. Somit entstehen alle Begriffe die wir haben, und von denen wir eigentlich meinen, es seien Begriffe, die eine von uns unabhängige Außenwelt beschreiben, aus subjektiven Relationen.
  2. Das spirealistische Grundverständnis „Das Denken ist die Realität“ bedeutet, dass wir nicht trennen müssen, von dem, was wir über die Dinge denken, und den Dingen. Es ist ein- und dasselbe.
  3. Somit sind die Welten in uns ebenso semantischer Natur, wie unsere Sprache, die nur vermeintlich dazu dient, eine äußerliche Welt zu beschreiben. Die Welt ist unser Gedanke daran, und mithin auch das, was wir „über“ die Welt sagen.
  4. Semantik sieht jeden Begriff, jede Vorstellung, als einen Punkt innerhalb eines Beziehungsgeflechtes anderer Begriffe.  Wie gesagt: Was ein Glas Wasser ist, lässt sich nur beschreiben, mit den Vorstellungen unserer Welt. Die dem Begriff „Glas Wasser“ nächsten Begriffe sind „Glas“ und „Wasser“, aber es gehören ebenso alle Begriffe dazu, die wiederum „Glas“ und „Wasser“ begründen und beschreiben. Letzten Endes lässt sich kein Teil eines Ich-Universums sehen, das nicht damit zu tun hätte; nichts lässt sich einzeln sehen, kein Teil eines Universums ist gedanklich abtrennbar.

Lesen Sie auch: Beitrag Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt

Das ist es, was ich meine, wenn ich von der semantischen Natur der Dinge spreche.

Die Variationsmöglichkeiten der Begriffe sind stets unendlich – und sie variieren kontinuierlich. Die semantische Konstellation ändert sich ständig. So wie ein Text, der die Welt beschreiben soll, und der ständig andere Vorstellungen hervorbringt, weil er sich selbst ständig ändert. Der Text wird ständig neu geschrieben, neu formuliert.

Der sich ändernde Text – das sind wir selbst. In uns, in unseren Vorstellungen, fluktuiert und wabert die Welt, wandelt sich, wird ständig anders. Immer innerhalb des nicht begrenzbaren Beziehungsgeflechtes unserer Vorstellungen. Der Spirealismus sieht den Menschen als Element der Schöpfung – nicht als Beobachter der Schöpfung.

Ändert sich beispielsweise unsere Vorstellung davon was ein Atom ist, ändert sich unsere Vorstellung von der Welt.

Die Sprache entsteht aus einem Kontinuum der Kommunikation

Wir sehen die Sprache als abgetrennt von anderen Phänomenen. So als sei es ein besonderes Privileg des Menschen, zu kommunizieren. Oder als sei die Sprache eine besondere geistige Leistung des Menschen, die sich dieser quasi „ausgedacht“ habe.

Doch der Spirealismus sieht die Sprache in einem Kontinuum, das die Kommunikation der Relationen fortsetzt, welche den Menschen erst erschafft – Geist. Es ist ja einer der grundlegenden Sätze des Spirealismus: „Alles ist Geist“ („Alles ist Geist“ ist zugleich das erste hermetische Prinzip). Das bedeutet, das sich der Geist, den wir so gern nur uns Menschen zurechnen, in allem wiederfindet, was uns umgibt.

Es ist nicht „unser“ Denken, was da gedacht wird, sondern es ist Denken, das vor dem Menschen da war, den Menschen selbst erst begründet, und den Menschen umgibt.

Ebenso wenig, wie das Gehirn des Menschen den Geist erschafft, erschafft die Sprache des Menschen die Kommunikation.

Die Sprache des Menschen bildet in ihrer Semantik das Wesen der Kommunikation ab – dieses Wesen ist die Verbindung, die Vernetzung. Und dies wiederum ist das Wesen aller Wissenschaft, aller Dinge, aller Natur. Insofern könnte man vom semantischen Wesen der Wissenschaft sprechen, der Mathematik etwa. Das Eine kommt nicht ohne das Andere aus. Die Definition der Zahlen erschafft die Möglichkeit der Differentialrechnung. Erst durch die komplexen Beziehungen entstehen die Welten der Wissenschaft, ohne an irgendeiner Stelle endgültig sein zu können.

Ähnlich wie der Philosoph Wittgenstein formulierte:

Die Arithmetik ist die Grammatik der Zahlen.
Ludwig Wittgenstein

könnte man das Gesagte über die „semantische Natur der Dinge“ in folgenden Gedanken fassen:

Die Welt ist die Semantik der Dinge

 

Hier noch ein weiterer Satz von Wittgenstein, der das Gesagte unterstreichen kann:

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
Ludwig Wittgenstein

 

 

Siehe auch: Beitrag Die Metapher – wozu ist es gut, in Metaphern zu denken?

Siehe auch: Beitrag Mengenlehre, Worte, Zahlen. Sind Zahlen objektiver als Worte?

 

Die semantische Natur der Dinge was last modified: April 11th, 2016 by Henrik Geyer

Der Mensch möchte zu den Sternen singen

Author: Henrik Geyer Bla Bla Bla Möff Möff Möff Der Mensch möchte zu den Sternen singen, doch seinem Mund entringt sich nur ein Blöken

Es gibt ein Sprichwort, das in sinngemäß etwa so lautet:

Der Mensch möchte zu den Sternen singen, doch seinem Mund entringt sich nur ein Blöken

Der Mensch möchte so vieles sagen, so vieles ausdrücken, doch die Möglichkeiten des Ausdrucks erscheinen stets unvollkommen. Warum können Worte so vieles nicht ausdrücken?

Sichtweisen des Materialismus und des Spirealismus

Auf diesem Blog wurde und wird häufig das Fehlen des Objektiven besprochen – es ist dies ein Kerngedanke des Spirealismus.

Das Objektive – das ist die Vorstellung, der Mensch würde sich durch sein Denken und sein Forschen, und in der Konsequenz seiner Sprache, einer äußerlichen Realität nähern. Dies nenne ich die materialistische Weltvorstellung. Diese Weltvorstellung geht davon aus, dass die äußerliche Realität das Eigentliche sei, um das  es dem Menschen ginge, wenn er die Sprache zu höchsten Gipfeln führt, und beispielsweise versucht, das Unaussprechliche zu sprechen, das Nicht-Denkbare zu denken. Die Sprache, so meint der Materialismus also, sei dazu gemacht, eine äußerliche Realität widerzuspiegeln, ebenso wie das Denken dazu gemacht sei.

 

Der Spirealismus hat wie gesagt eine im Grundsatz andere Sichtweise als der Materialismus – ihm ist das oben genannte Sprichwort aus den Zusammenhängen seiner Weltsicht verständlich.

Im Spirealismus gibt es keine Objektivität – daher ist der Wunsch des Menschen, etwas in einem endgültigen Sinn zu begreifen, zum Scheitern verurteilt. Kein Wort und kein Gedanke  kann einen Aspekt der Welt in Endgültigkeit erfassen – ganz im Kantschen Sinne: das Ding „an sich ist nicht beschreibbar. Der Wunsch selbst ist auf das materialistische Weltbild zurückzuführen, und offenbart dessen Widersprüchlichkeit.

Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.
Wilhelm Busch

Zweitens ist auch der Wunsch der Menschen, sich untereinander in Vollständigkeit mitzuteilen, nicht erfüllbar. Die Vorstellung des Spirealismus von individuellem Denken ist eben gerade nicht, vollständige Gleichheit sei auch nur in einem einzigen Gedanken möglich. Aus diesem Grund spricht der Spirealismus von Ich-Universen, also einer jeweils individuell wechselnden Vorstellung davon, was das Universum, also die Welt, ist. Und .. jenseits unserer Vorstellungen gibt es die Realität nicht noch einmal „extra“ – sozusagen in objektiver Form.

Der Mensch möchte zu den Sternen singen, doch seinem Mund entringt sich nur ein Blöken

So gesehen drückt der genannte Spruch  eine jederzeit wahrnehmbare Realität aus: es ist der Wunsch der völligen Einheit, des völligen Übereinstimmens, der jedoch nie vollständig erfüllbar ist.

Umgekehrt kann man in der Differenz die Triebkraft der Welten sehen – sozusagen als Urgrund der Dialektik. Das Eine kann nicht das Andere sein – sonst wäre es Eins. Und das Eine, das alles hervorbringt, das in sich selbst nicht differenziert ist, sondern aus dem heraus die Differenzierungen erst kommen – es ist uns nicht einsehbar. Sondern dies wäre die Vorstellung von etwas Höherem, von Gott, oder dem Nirvana.
Ähnliches Thema: Beitrag Worte. Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe

Lesen Sie auch: Artikel Die Metapher – wozu ist es gut, in Metaphern zu denken?

Weiterlesen: Die semantische Natur der Dinge

 

Der Mensch möchte zu den Sternen singen was last modified: April 23rd, 2016 by Henrik Geyer

Mindfuck Philosophy – der Beginn eines neuen Denkens

Mindfuck Philosophy - der Beginn eines neuen Denkens

Ich sah neulich einen dieser beliebten Mindfuck-Filme (meine Kinder mögen das). Und ich dachte mir: eine Philosophie, der zufolge Wirklichkeit und Phantasie verschwimmen, ist demnach eigentlich auch eine „Mindfuck Philosophy“

Mindfuck Movies – Mindfuck Philosophy

Was bedeutet Mindfuck?

Mindfuck ist ein Modewort, dass einen unauflösbaren geistigen Widerspruch bezeichnet. Etwas Undenkbares sozusagen, wenn man so will etwas Paradoxes.

Mindfuck-Filme sind Filme, in denen mit dem Begriff der „Realität“ gespielt wird.  Zum Beispiel ist es ein gängiger Mindfuck-Filmplott, dass ein Held gegen etwas kämpft, einen Widersacher beispielsweise – den Bösen.  Im Verlauf des Filmes stellt sich aber heraus, dass das, was der Held erlebt, nur seiner eigenen Phantasie entspringt. Der „Böse“ des Films ist demzufolge ebenso er selbst, wie er der Held ist.

Phantasie und Wirklichkeit, Traum und Realität, werden in den sogenannten Mindfuck-Filmen so vermischt, dass es dem Zuschauer unmöglich ist, genau zwischen beidem zu unterscheiden. Mehr noch: Der Reiz dieser Filme besteht gerade darin, dass man verwirrt ist, und verunsichert.

Man fragt sich regelmäßig: Was ist das, was ich als Realität wahrnehme? Ist es möglich, dass es mir ebenso gehen  könnte, wie dem Helden?

Beispiele

Beispiele für Mindfuck Filme sind „Shutter Island“, „Vanilla Sky“ oder auch Filme von David Lynch, wie z.B. „Lost Highway“

Viele Science-Fiction-Filme gehen in die Mindfuck-Richtung,

Siehe auch Artikel zum Thema: Roboter Mensch. Ist der Mensch ein humanoider Roboter?

„Mindfuck“ ist ein anderes Wort für…

surreal, psychologisch, schizophren (insofern Schizophrenie mit „gespaltene Persönlichkeit“ assoziiert wird), Wahn

Siehe auch Artikel zum Thema: surreal – Was ist surreal?

Mindfuck ist ein Modewort, das uns letztlich eine uralte Frage neu auftischt: was ist der Unterschied zwischen Traum und Realität? Wie kann man beides trennen?

Es ist letztlich das jahrtausendealte Problem des Zhuangzi:

Ich weiß nicht, ob ich ein Mann bin, der träumt, ein Schmetterling zu sein, oder ob ich ein Schmetterling bin, der träumt, ein Mann zu sein.

So gesehen ist Zhuangzi (mit dem Taoismus) ein Mindfuck Philosoph.

Spirealismus – und das Verschwimmen von Realität und Wirklichkeit

So gesehen ist der Spirealismus eine Mindfuck – Philosphy, denn die allererste Feststellung des Spirealismus ist: Das Denken ist die Realität.

Z.B. ist das Denken des sogenannten psychisch Kranken dessen Realität, ebenso, wie das Denken des sogenannten Gesunden dessen Realität ist. Als Realitäten sind sie dem Individuum nicht unterscheidbar, egal ob krank oder gesund – die individuelle Wahrheit ist einfach immer wahr.

Der Spirealismus sieht die Begriffe selbst als Realisierung, nicht als Widerspiegelung einer äußerlichen Realität. Den Menschen sieht er als Element der Schöpfung, nicht den Beobachter der Schöpfung. Und das ist dem materialistisch Denkenden sehr paradox (eine „Mindfuck Philosophy“) – bedeutet das doch, dass sich die „Dinge“ ändern, mit unserem Verständnis für sie.

Der Materialist hingegen nimmt an, die Realität gäbe es nur einmal, und zwar in Form äußerlicher Objekte, demzufolge würden alle (Menschen) dieselbe Realität beobachten. Die Wahrnehmung, dass jeder seine eigene Realität hat, ist ihm nicht vorstellbar.

Siehe auch Artikel zum Thema Mindfuck: Interview mit Autor Dr. phil. Christian Hardinghaus

Mindfuck Philosophy – der Beginn eines neuen Denkens was last modified: Februar 19th, 2016 by Henrik Geyer

Mengenlehre, Worte, Zahlen. Sind Zahlen objektiver als Worte?

Mengenlehre, Worte, Zahlen. Sind Zahlen objektiver als Worte?

Gibt uns die Mengenlehre mit ihren Zahlen das Mittel in die Hand, die Welt objektiv zu erfassen? Zitat des Philosophen Ludwig Wittgenstein: Die Arithmetik ist die Grammatik der Zahlen.
Ich füge hinzu: Die Grammatik ist die Arithmetik der Sprache. 

Was soll das bedeuten? Was will ich damit aussagen? Ich will damit sagen, dass Mathematik und Sprache ganz ähnlich sind.

In diesem Artikel geht es um den Eindruck, man habe Objektivität vor sich, wenn es um Zahlen geht, im Gegensatz zu Undefiniertheit bei Worten. Die Frage ist: Ist mit Hilfe von Zahlen tatsächlich Objektivität darstellbar?

In meinem Artikel über Objektivität habe ich dargelegt und begründet, warum es grundsätzlich keine Objektivität gibt. Das soll in diesem Artikel nicht wiederholt werden, sondern ich möchte den Blick auf die Zahlen richten, und darlegen, warum auch sie nicht objektiver sind, als irgendein Begriff, den wir erfassen können.

Worte vs Zahlen – eine Frage der Objektivität?

Zunächst einmal wollen wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, wie wir eine Menge erfassen.

Im obigen Bild ist ein Blatt abgebildet. Wenn wir sagen, dort ist EIN Blatt, dann erscheint diese Menge vollständig beschrieben, so wie nicht anders beschreibbar. Doch im Kleinen und Kleinsten können wir nicht sagen, was genau diese Bezeichnung „eins“, bzw. „ein Blatt“ umfasst. Setze ich meine Menge namens „Blatt“ genau am Anfang des Stieles an, oder einen Mikrometer daneben? Verschiedene Beobachter werden immer verschiedene Resultate erzielen. Man kann sich das auch so vorstellen, dass das Blatt, aus der Position verschiedener Beobachter in der Raumzeit, immer verschieden ist. Die scheinbare Eindeutigkeit ergibt sich aus einer Kommunikation, die als (nur scheinbar) eindeutiges Zeichen für das Objekt das Symbol „Eins“ setzt. Aber nichts, was das menschliche Auge erfassen kann, ist in einer Letztendlichkeit erfasst.

Zitat: Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.
Wilhelm Busch

Es gilt jetzt, sich vorzustellen, dass das Symbol 1 zwar eindeutig wirkt – es aber nicht ist. Denn die Zahl ist nichts ohne das individuelle Begreifen dessen, was sie bezeichnet: das Objekt. Damit ist gesagt, dass die scheinbar ganz eindeutige Menge 1 niemals völlig eindeutig bestimmbar ist.

Natürlich soll das nicht heißen, die Arithmetik sei ungültig, 1=1 gelte nicht, oder 1+1 =2, etc.. Worum es geht ist vielmehr aufzuzeigen, dass die Objekte die wir in der Arithmetik verwenden nicht objektiv sind. Sondern, dass die es nur in unserer Vorstellung sind.

Oder geht es darum vielleicht nicht? In der materialistischen Denkweise sind Objekt und Bezeichnung (Wort für das Objekt) ja getrennt. Normalerweise sagt der Materialist, es käme auf die Objekte selbst an, nicht auf die Worte, mit denen man die Objekte bezeichnet. Ist das denn bei der Mathematik irgendwie anders geworden? Nein, es geht immer um die Dinge – und was wir uns unter den Dingen vorstellen. Und nun finden wir also, das unserer Vorstellung von den Dingen im Prinzip nicht mehr  Objektivität hinzugefügt ist, wenn wir die Mathematik verwenden. Auch in der Mathematik geht es letztlich um die Dinge – als die Vorstellung von unserer Welt. Was wäre die Mathematik ohne diese Vorstellung?

Und – wie in der „richtigen“ Welt, finden wir das oben aufgeführte Zitat auch in der Mathematik bestätigt. Nämlich: „Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.“ Wie jedes Objekt das wir uns vorstellen, können wir auch jede Zahl bis in die Unendlichkeit zerteilen. Denn auch die Zahlen sind ja Objekte unserer Vorstellung.

 

Nehmen wir wahr, dass der Gedanke an jedes Ding wie das Herausgreifen von ETWAS aus einer Unendlichkeit ist? Oder glauben wir, dass das, was wir gerade sehen, bereits so existiert, in einer von uns selbst unabhängigen Weise?

Worte sind ungenau

Dass Worte ungenau sind, ist uns wohl allen schon bewusst geworden. Wenn wir sagen „Baum“, dann fragt es sich – was für ein Baum? Der Baum in der Vorstellung eines Menschen ist nie der Baum in der Vorstellung eines anderen.

(Scheinbar) anderes Thema, gleiche Sache: Sprachwissenschaftler sagen, eine Sprache ließe sich nie „richtig“ in eine andere übersetzen. Jeder, der eine Fremdsprache spricht, wird das bestätigen. Man kann alles übersetzen, so dass man verstanden wird, aber es ist nie ganz genau dasselbe. Ich füge hinzu: Die Vorstellung von ETWAS (was auch immer es sei), ist von Mensch zu Mensch immer unterschiedlich. Denn es gibt keine zwei völlig gleichen Gedanken.

die Mengenlehre abstrahiert

Der Eindruck der Eindeutigkeit der Objekte wird durch die Zahlen, bzw. die Mengenlehre,  auf die Spitze getrieben. Wie macht die Mengenlehre das? Sieht sie sich die Objekte genauer an? Sagt sie, was genau zu dem Blatt des obigen Beispiels gehören soll? Nein, im Gegenteil. Während ein Wort im Prinzip sagt, worum es sich bei dem benannten Objekt handeln soll (Blatt), verzichtet die Mengenlehre auf solches Benennen, sondern setzt an dessen Stelle das Universalwort „eins“. Eins – das ist somit irgendein Objekt – somit ist es ein beliebiges, universelles Objekt.

Damit ist das Problem des Bemessens des eigentlich Entscheidenden, nämlich des Objektes, auf eine scheinbar davon unabhängige Instanz verschoben. So als käme es nicht darauf an, WAS etwas ist, sondern nur DASS es ist.

Der Eindruck entsteht, als ob „Eins“ eine objektivere Tatsache wäre, als „Blatt“ – so als wäre es völlig unstrittig, dass es genau bemessbare Objekte gäbe.

Jedoch: Es ist strittig. Genauer gesagt ist unstrittig, dass es im Letzten bemessbare Objekte nicht gibt. Wir kommen insofern zurück auf die wahrnehmbare Tatsache, dass es kein Objekt gibt, dessen Existenz in einem endgültigen Begriff zu fassen wäre – und weisen wiederum auf Immanuel Kant hin, und seine vergebliche Suche nach den Dingen „an sich“. Was aber wäre die Mathematik ohne die Dinge, z.B. das Blatt, die man mit ihr beschreiben will? Sie wäre unnötig.

 

Damit ist gesagt: Die Mengenlehre kann nicht objektiver sein, als es der menschliche Geist selbst ist. Da dieser nicht objektiv ist, ist es die Mengenlehre auch nicht.

Es geht letztendlich immer noch um die Objekte, die der Geist erfasst. Die Zahlen sind nur ein weiteres Symbol dafür.

Die Mengenlehre systematisiert die Art und Weise des menschlichen Denkens

Daher kann man die Mengenlehre als ein Werkzeug sehen, dass der Systematik des menschlichen Denkens nahe rückt. Was immer der Mensch erfasst, ist ETWAS, ist ein Ding, ist ein Objekt, ist EINS.

Und wir können jedes Ding, wenn wir es einmal bezeichnet haben, weiter zerteilen, in weitere, unendlich viele, Dinge. Oder wir können es multiplizieren. Eine Grenze dafür gibt es nicht. Aber wir hätten wir keine Schwierigkeit, eine Grenze zu definieren – und das tun wir ja auch ständig, indem wir eben die Objekte im Geist als Eins bilden.

Wir können gedanklich jederzeit Dinge aus Dingen herausteilen, können die Dinge verdoppeln und verdreifachen. Und ebenso wenig Schwierigkeiten bereitet uns die Definition eines Blattes. „Dort ist es!“ – und schon ist das erledigt.

Das Fließende zu sehen, das in allem liegt, ist nicht die Art und Weise menschlichen Schauens.

Gleichwohl hilft die Mengenlehre nicht aus dem Dilemma, in der die materialistische Sichtweise sich befindet. Auch durch die Mengenlehre wird keine Objektivität erreicht.

Kommt es nun auf die Zahlen an, oder die Objekte, die damit bezeichnet werden?

Manche sehen in der Mathematik eine universelle Sprache, die quer durch das Universum gelten müsse. Die Mathematik sei so abstrakt und universell, dass sie überall verstanden werden müsste, meinen manche.

Hierzu zwei Überlegungen.

Erstens ist es fraglich, ob es nicht andere Möglichkeiten des Denkens gibt, als das objekthafte Denken menschlicher Prägung, welches wir kennen. Meiner Ansicht nach kann diese Frage nicht beantwortet werden, denn wir kennen nur unser eigenes Denken. Wie sollten wir die Frage also beantworten? Außerdem haben wir noch nicht einmal mitbekommen, dass das menschliche Denken eine bestimmte Form ist, die keineswegs „objektives Erkennen“ bedeutet.

Zweitens. Angenommen, der erste Einwand würde nicht gelten, und alle Formen des Denkens wären an objekthaftes Erkennen gebunden. Dann wäre das Verwenden der Mengenlehre nur dann möglich, wenn alle an der Kommunikation Beteiligten sich auf gemeinsame Objekte beziehen könnten – was nach meiner Auffassung eine unzulässige Annahme ist. Denn es gibt kein Gesetz, dem zufolge zwei Wesen im Universum gleiche Objekte sehen müssen. Wenn Wesen dies vermögen, so ist hier bereits eine kommunikative Abstimmung gegeben, die wir beispielsweise im gleichen „Bau“ der Augen erkennen. Wie man sieht, ist hier von einer „kommunikativen Abstimmung“ die Rede, die nicht in der Hand des Menschen liegt, sondern, wenn man so will, in Händen der Natur, oder Gottes.

Eindruck der einen Welt

Man mag das obige Beispiel (des Blattes) trivial nennen, oder auch bedeutungslos … aber es ließe sich auf jede Menge anwenden, jedes Wort, jeden Begriff  – natürlich auch auf das eine Universum, die eine Welt, das eine All (das eine Alles).

Der Eindruck der EINEN Welt, die wir vor uns zu haben glauben, wird durch Abstimmung , durch Kommunikation, erzeugt. Kommunikation, die bereits in unserem Blick liegt, aber ebenso in unserer Sprache. In einem absoluten Sinn, in einem objektiven Sinn, also außerhalb und unabhängig von uns, gibt es die Welt nicht. Die Welt ist die Welt unserer Vorstellungen.

 

 

 

Mengenlehre, Worte, Zahlen. Sind Zahlen objektiver als Worte? was last modified: Mai 19th, 2016 by Henrik Geyer

Worte. Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe

Worte. Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe

Beschreiben Worte und Begriffe die Welt … richtig?

Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe

Im Artikel um das Alles und das Nichts habe ich dargelegt, welch fundamentalen Unterschied es in der Auffassung dieser Worte geben kann. Ich habe zugleich dargelegt, warum unter spirealistischem Sehen das Alles (das All, das Universum, der Kosmos) eine Möglichkeit ist, keine Notwendigkeit.

In dem Artikel ging es um die bombastischen Begriffe „das Alles“ und „das Nichts“ – es stellt sich, nachdem diese Begriffe besprochen wurden, die Frage, inwieweit man in der Betrachtung von Worten etwas über die Realität aussagen kann.

In diesem Artikel möchte ich darlegen, warum es unsere Vorstellungen / Worte, und unsere Realität, eins sind.

Das sind doch nur Worte!! Worte als Denkgrenzen

Viele sagen aus der Logik der materialistischen Weltsicht: „Das sind doch alles nur Worte!!! Und derjenige, der sich um die Worte sorgt, ist ein neumalkluger Formalist ohne Bezug zur Realität! Worte beschreiben die Realität nur!“

 

Doch gerade am Beispiel der zwei Worte „alles“ und „nichts“ lässt sich zeigen, was ich bereits in anderen Artikeln darlegte: die Worte halten uns in einer bestimmten Realität fest. Sie sind nicht Mittel, Informationen über die Realität auszutauschen, sondern erzeugen selbst unsere Realität.

Ein Beispiel: wenn die spirealistische Auffassung von dem Bedeutungsinhalt der Worte Alles und Nichts in so dramatischer Weise von der materialistischen unterscheiden, wie ich das in dem anderen Artikel beschrieb … wie kann ich das kommunizieren? Mit Hilfe der Worte, mit denen ich angeblich alles beschreiben kann, müsste das doch möglich sein!

Doch: Einerseits will ich etwas ausdrücken, das der materialistischen Erfahrung zutiefst widerspricht. Etwas, das ich mit „alles“ oder „nichts“ eigentlich nicht ausdrücken möchte. Andererseits bin ich auf die Worte „alles“ und „nichts“ angewiesen – es sind sehr zentrale Worte der deutschen Sprache. Kann man ohne sie auskommen? Nein.

Ich kann mit diesen Worten nichts ausdrücken, was so begriffen werden soll, wie ich das wünsche. Sondern ich kann nur ausdrücken, was die Menschen begreifen, wenn sie diese Worte hören.

Wer diese Worte hört, hat die widersprüchliche Auffassung des Materialismus im Kopf. Er begreift nur den erlernten Wortinhalt, nichts anderes. Das Wort selbst, im Zusammenhang mit den Denkvoraussetzungen, die es in sich trägt, ist uns daher eine kaum überwindbare „Denkgrenze“.

Daraus erklärt sich, warum das Platosche Paradox, von dem in „Was ist das Nichts?“ die Rede war, zwar seit Jahrtausenden bekannt ist, aber dennoch der Erklärung harrt.

Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.

Man kann das eben Gesagte auch als andere Formulierung des Einstein-Zitates »Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.«, sehen.

Wenn das, was wir beobachten können, mit unseren Theorien über eben das zusammenhängt, was wir (aus dritter Position) zu beobachten glauben, dann schließt sich ein Kreis. Das, was Einstein für die Quantenmechanik sagte, trifft ebenso gut auf jeden Lebensbereich zu. Ich formuliere es daher allgemeiner: „Was wir über etwas wissen, entscheidet darüber, als was wir es sehen.“ Und nun bedenke man, dass man ganz verschiedenes Wissen haben kann.

Die Worte wirken nicht nur auf unsere Realität irgendwie zurück – sie sind die Realität.

Bei Worten wie „alles“ und „nichts“ scheint es anders zu sein – wir sehen sie nicht als Teil einer unbewiesenen Theorie, sondern als feststehend, statisch, unbestreitbar. Wir benutzen sie ständig – will man uns unterstellen, wir wüssten nicht, was sie bedeuten? Doch andererseits – wer glaubt, diese Worte seien tatsächlich unbestreitbar, der lese sich den genannten Artikel „Alles und Nichts“ noch einmal durch.

Die Statik der Wortzusammenhänge überwinden – Neulernen

Die Worte „alles“ und „nichts“ stehen nicht für sich allein, sondern sie sind verbunden. Sie bilden eine unumstößliche Statik, mit allen den anderen Worten, die wir verwenden, allen anderen Vorstellungen, die wir haben.

Wie also könnte man die Denkgrenze überwinden, die in den Worten liegt?

Indem man die alten Begriffe und Bedeutungen vergisst, und sie neu lernt.

Doch wer will das tun? Aus der materialistischen Sicht erscheint nur das eigene Weltbild real.  Es ist das scharf eingestellte Fernsehbild des anderen Beitrages „Alles und Nichts“. Demzufolge muss jedes andere Weltbild ein wenig absurd wirken – warum sollte man ein „erwiesenes“ Weltbild aufgeben, zugunsten eines absurden?

Die Statik des Begreifens festigt sich selbst

Worte sind nicht „nur Worte“, die eine davon unabhängige, eigentliche Realität, abbilden. Sondern sie selbst sind die Realität – und die Realität festigt sich selbst; hält uns in der Realität fest.

Siehe auch der Artikel „Entstehung der Realität“, in dem es um die Formung von Realität aus Worten geht, und um die Frage, ob Philosophen den Kontakt zur Wirklichkeit verlieren, wenn sie sich der Analyse von Worten widmen.

Auf Grund des materialistischen Weltbildes folgern wir, erfinden, bilden immer mehr Wissen, immer mehr Vorstellungen.

Das materialistische Weltbild festigt sich selbst, wird immer schärfer „eingestellt“. Man kann es kaum verlassen. Dieses Weltbild ist eine Möglichkeit, die aus dem Rauschen des „Alles“ auftaucht. Es hält uns in „seiner“ Welt, die wir in einem Außen zu sehen glauben, fest.

 

Ich möchte mit einem Wittgenstein-Zitat schließen, das uns die Bedeutung der Worte für unser Weltbild (und ihre Grenzen) vor Augen führt. „Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und die Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.“
Ludwig Wittgenstein

 

 

Worte. Die Unvollkommenheit der Worte und Begriffe was last modified: Januar 13th, 2016 by Henrik Geyer

Danke sagen – sag „danke“ zur Welt und erhalte ein „gern geschehen“

Danke sagen - sag "danke" zur Welt und erhalte ein "gern geschehen"

Danke sagen ist eine wichtige spirituelle Übung – mindestens all jener spirituellen Denkrichtungen, für die das Höhere existiert – als Gott, als „das Höhere“, das „höhere Selbst“, wie immer man es nennt. Wer nur sich nur selbst für das Höchste hält, die Krone der Schöpfung und das einzige vernunftbegabte Wesen, der verlernt manchmal, danke zu sagen, denn er wüsste nicht, wem.

was passiert, wenn wir danke sagen?

Was passiert, wenn wir „Danke“ sagen?

Wenn wir Danke sagen, dann erkennen wir an, dass es etwas gibt, wofür wir dankbar sein können. Es kommt in die Existenz, dieses Gute, wo es vorher keine Existenz hatte.

Wenn wir sagen: „Danke, Gott, für diesen schönen Tag, an dem ich hier sein kann, auf der Erde“, dann kommt ein schöner Tag in die Existenz (unser Bewusstsein), wo vorher nichts war. Oder, wo vielleicht vorher dumpfes Grübeln war, z.B., wieso alles so schlecht ist …

Danke sagen ist, wie jedes Gebet, eine Übung der Konzentration. Sich auf das Gute zu konzentrieren, diese Übung immer zu wiederholen, lässt die Gedanken erstarren – zu einer Wahrheit werden. Aus dem pessimistischen Grübler kann so ein optimistischer Mensch werden, der es nun versteht, sich ganz auf das Positive zu konzentrieren.

Danke sagen ist nichts „nur Gedachtes“

Wer Gebete als eine Art Scharlatanerie sieht, der kann sich sich das soeben Gesagte in einer ganz realistischen, äußerlichen Form denken:

Wer sich angewöhnt Danke zu sagen, vielleicht viel öfter und viel herzlicher, als es „nötig“ wäre,  dessen ganze Aura verändert sich. Andere Menschen spüren, dass hier Wertschätzung ist, und nicht dieses gedanken- und seelenlose Für-selbstverständlich-Halten, dem man überall begegnet.

Wer sich angewöhnt Danke zu sagen, der wird erfahren, dass er oft und manchmal völlig unerwartet ein herzliches „gern geschehen“ zurückerhält, und viele andere Zeichen von Wertschätzung und Freundlichkeit.

Und so schließt sich der Kreis. Gedanken, die oft und konzentriert gedacht werden, gerinnen zu unserer dauerhaften Realität. Gedanken „unwirklich“zu nennen, ist falsch. Dies ist eine spirealistische Sichtweise.

Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt.
Rudyard Kipling

unsere Einstellung gegenüber den Dingen bestimmt, was wir erleben

Alles was wir tun, wird von unserer Einstellung bestimmt. Wir haben es in der Hand, das Leben, die Realität, als einen Kampf, auch als grausames Ringen zu sehen, oder aber als ein Geschenk, als ein Fest. Unsere Einstellung – das ist, was wir denken – und es wird, was wir tun.

Danke zu sagen ist eine ganz konkrete Tat, die eine Einstellung der Güte und Wertschätzung ausdrückt. Auf diesem Weg gestalten wir unsere Welt.

Danke kann man zu jedem Menschen sagen, und mann kann auch danke sagen, wenn man ganz allein ist. Man kann es laut sagen oder im Kopf, schweigend.

Danke, dass ich heute hier bin.

Danke für all das, was ich an diesem wunderschönen Tag erleben kann.

Danke für die klare Luft, den Regen, den Himmel über mir.

Danke, dass meine Gedanken klar und unbeschwert sind.

Danke, dass ich bei den Menschen sein kann, die mir viel bedeuten.

Danke sagen – sag „danke“ zur Welt und erhalte ein „gern geschehen“ was last modified: Januar 9th, 2016 by Henrik Geyer

positives Denken – positive Gedanken

positives Denken - positive Gedanken

Wer möchte nicht ein positiver, optimistischer Mensch sein? Wie kann man das sein? Durch positives Denken. Und ganz konkret – durch positive Gedanken.

positives Denken

Wozu ist das gut? Macht man sich selbst etwas vor? Ist positives Denken Wunschdenken?

Das kommt auf den Standpunkt an. Positives Denken kann man auch als Wunschdenken sehen, nichtsdestoweniger ist es realistisches Denken. Denn durch unser Denken beginnt die Realisierung – das ist die Grundaussage des Spirealismus. Man kann es als das Gesetz der Anziehung formulieren. Wir erschaffen durch intensives, konzentriertes Denken, Realität.

In diesem Blog ist oft von der Macht des Glaubens die Rede. Ohne Glauben, und sei es im Kleinsten, geht gar nichts. Wenn wir nicht glauben würden, dass am Ende eine leckere Stulle vor uns liegen würde, würden wir nicht einmal beginnen, ein Brot mit Butter zu bestreichen.

Zitat: Optimisten leiden, ohne zu klagen. Pessimisten klagen, ohne zu leiden.
Karl Farkas

positives Denken ist realistisch

Mancher kennt die Geschichte von den zwei Fröschen, die in einen Milchkrug fielen und nicht mehr herauskamen, weil der Rand des Kruges zu hoch war, um daran hochzuklettern. Sie schwammen und schwammen. Der eine Frosch war Optimist, der andere Pessimist. Der pessimistische Frosch sah in all dem Schwimmen bald keinen Sinn mehr. Realistisch erkannte er, dass er am Ende untergehen würde. Und er ging unter.

Der andere Frosch war nicht so „schlau“. Er schwamm weiter, gegen alle Vernunft. Er schwamm so lange, bis sich in der Milch Butterklumpen bildeten. Der Frosch kletterte auf die Butter, und sprang von dort aus über den Rand des Kruges in die Freiheit.

positive Gedanken denken kann man üben

Wie wird man ein positiver Denker?

Indem man positive Gedanken denkt! Ganz einfach!

Einfach? Nein. Einfach ist es nicht.

Positives Denken ist eine Gewohnheit. Wenn man gewohnt ist, negativ zu denken, dann ist es schwer, von dieser Gewohnheit loszulassen. Ebenso schwer, wie das Rauchen aufzugeben, oder irgendein anderes Laster.

Aber man kann es erreichen. Der Weg ist, die Macht des Glaubens zu erkennen, oder, wem es lieber ist es so auszudrücken: die Kraft der Gedanken.

Ein guter Weg dorthin ist die Konzentration, konkret: die Meditation, das Gebet, die Kontemplation. Das heißt zu versuchen, nur einen einzigen Gedanken im Kopf zu behalten. Einen positiven Gedanken.

 

 

 

 

positives Denken – positive Gedanken was last modified: Januar 9th, 2016 by Henrik Geyer

Stille üben – meditieren. Wozu ist es gut, still zu sein?

Stille

Es gibt die Auffassung, Spiritualität als eine Stille der Gedanken anzusehen, sogar als Gedankenlosigkeit, als Nicht-von-dieser-Welt-Sein.

Spiritualität ist eine Form der Konzentration

Spiritualität (Geistigkeit) sollte man nicht mit Nicht-nachdenken-Müssen, oder Nicht-von-dieser-Welt-Sein verwechseln.

Zitat: Nicht immer sind die Stillen auch die Weisen. Es gibt verschlossene Truhen, die leer sind.
Jan Giono

Übung der Stille

Meditation, die spirituelle Übung der Stille, des Den-Mittelpunkt-Finden, dient letztlich der Konzentration – und damit der Klarheit der Gedanken.

Konzentration bedeutet, sich auf ein Einziges zu fokussieren, während diese Welt scheinbar aus so vielen Informationen zu besteht. Daher hat es seine Wahrheit, auf sich der Aufforderung „Bild dir deine Meinung!“, oder „du musst alles beachten“, oder „sei Multitasker!“, zu entziehen.
Das Ziel ist jedoch nicht Gedankenlosigkeit, sondern Konzentration, und damit klare Gedanken.

Verwirrung durch Informiertheit

Unser allgegenwärtiges materialistisches Weltbild legt nahe, dass der Mensch eine äußerliche Wirklichkeit widerspiegele. Wenn man das so sieht, dann wäre es tatsächlich das Beste, wenn man so viel wie möglich widerspiegeln könnte, wenn man Multitasker wäre, und tausend wichtige Informationen zugleich im Kopf bewegte.

Doch alles, was durch Multitasking, durch die Fülle von Information erreicht wird, ist Unkontrolliertheit, ist Verwirrung, ist das Unklar-Werden jeden Gedankens, den man denken kann. Und das ist wirkliche Gedankenlosigkeit.

Man kann das mit einer Mathematikaufgabe vergleichen, die man nicht lösen kann, wenn man von tausenderlei anderen Gedanken abgelenkt ist. Die Mathematikaufgabe erscheint vielleicht nicht als das Wichtigste. Aber sie muss für einen Moment das Wichtigste sein. Sonst kann man gar nichts lösen.

 

Das spirealistische Weltbild hingegen sieht den Menschen aus einer unabsehbaren Fülle von Information erst entstehen. Der Mensch ist begrenzt in seinen Informationen – niemals kann er „alles“ aufnehmen. Ganz im Gegenteil – wenn der Mensch ein Fünkchen ist, dann ist das Alles die Unendlichkeit. Meditation und Stille kann diese Wahrheit erschließen. Meditation dient dazu, sich des Seins bewusst zu werden, indem man sich auf den Kern der Gedanken konzentriert.

Konzentriert man sich auf das Wenige, dann kann man erkennen, wie der Mensch aus Gedanken entsteht.

Auf diese Weise kann man auch lernen, die Gedanken ein Stück weit zu beherrschen, und anfangen, die eigene Existenz zu gestalten.

Konzentration, Achtsamkeit, Stille

Konzentration, Achtsamkeit und Stille gehören zusammen. Man kann Stille, Ruhe des Denkens,  auf vielen Wegen üben. Auch im Tun. Im Augenblick zu sein, nur von wenigen Gedanken beherrscht zu werden, ist der Weg, um den wichtigen Gedanken  Raum zu geben.

 

 

 

 

Stille üben – meditieren. Wozu ist es gut, still zu sein? was last modified: Februar 13th, 2016 by Henrik Geyer