Ist ein Elefant, bzw. ein Rhinozeros im Raum? Wittgenstein und die Frage nach der Struktur der Wirklichkeit

Den jungen Philosophen Wittgenstein beschäftigte die Frage, ob ein vorhandenes Problem, oder das Vorhandensein von ETWAS, bemerkt werden müsse, wenn das (kollektive) Verständnis dieses ETWAS nicht sehen will oder kann. Link z.B. hier . Man kennt das als die Frage nach einem Elefanten im Raum, das bedeutet, etwas ist eigentlich unübersehbar vorhanden, erdrückt einen geradezu durch seine körperliche Präsenz, so wie ein Elefant, der sich im selben Raum aufhält wie man selbst, und dennoch kann man es nicht bemerken. Die Denkweise des Philosophen Wittgenstein war sehr speziell und für viele seiner Zeitgenossen (und Heutige) unbegreiflich, daher erlangte das Gespräch zwischen Wittgenstein und Russel eine gewisse Berühmtheit und oft wird darauf Bezug genommen. Der Elefant im Raum – kann man ihn sehen? Muss man ihn wahrnehmen?

Ich will versuchen die Fragestellung und ihre Beantwortung, die aus spirealistischer Sicht eine recht eindeutige Färbung bekommt, in diesem kurzen Artikel darzulegen.

 

Die Frage sieht man gemeinhin als eine Fragestellung aus der Psychologie. In der Psychologie ist ja bekannt, dass Personen sich bestimmten „Tatsachen der Wirklichkeit“ gegenüber verschließen können. Man nennt das Verdrängung. Das bedeutet, diese Personen nehmen Tatsachen nicht wahr, haben demzufolge selbst eine andere Wirklichkeit, was innerhalb der materialistischen Weltsicht als ziemlich unbegreiflich gelten darf. Die Wirklichkeit kann man sich doch nicht ausdenken!!! Doch insgeheim fragt sich so mancher: Aber was, wenn doch? Was, wenn man sich die Wirklichkeit ausdenken kann – der „Kranke“ macht es doch uns vor! Es funktioniert – zwar nicht in dem Sinn, dass es gesellschaftlich funktional und damit anerkannt wäre, aber im Sinn einer Möglichkeit funktioniert es.

Ich möchte an dieser Stelle einige sehr weitgehende Brückenschläge vornehmen, wer meine Bücher kennt wird sicher einiges wiederfinden. Wir kennen die Wahrnehmung einer anderen, einer fremden Realität von Menschen, die der anerkannten Wirklichkeit entrückt sind – von „Ver-Rückten“, Kranken also. Wir kennen es aber auch von ganz normalen Menschen – religiös Gläubigen etwa. Begeben sie sich denn nicht in geistige Realitäten, für die sich äußerlich kein Anzeichen finden lassen? Wir kennen das Phänomen genau genommen aber in jedem fremden Menschen – und sind geneigt bei jedem Fremden zu denken (und manchmal sagen wir es auch), dieser oder jener habe eine merkwürdige Vorstellung von Realität. Warum? Weil sie abweicht von unserer eigenen. Im Grunde haben wir, wenn wir die Frage nach dem Elefanten im Raum behandeln, die seit Jahrtausenden bekannte Frage nach dem Schmetterling, der glaubt ein Mensch zu sein, der aber ebenso gut ein Mensch sein könnte, der glaubt ein Schmetterling zu sein, vor uns. Was ist derjenige nun wirklich? Kann man über das, was man als die Realität erkennt, hinaus denken? Was anderes wohl könnte jedem die Realität sein, wenn nicht das, was er dafür hält?

Man kann dasselbe Problem, statt es unter dem Gesichtspunkt der Psychologie zu sehen, auch in die Soziologie eingliedern. Die Fragestellung wäre hier: wie lernen die Menschen von einander (Peer-Group-Beziehungen)? Wie nehmen sie Informationen auf. Ist denn dem Menschen nicht ein möglicher Beweis für das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von etwas die Aussage eines anderen Menschen? Ist es denn nicht sogar so, dass allermeistens der Mensch Kenntnis von etwas erhält, indem er durch andere Menschen davon hört?

Oder man kann das Ganze in einem sehr grundsätzlichen Sinn als Problem der Informationstheorie sehen. Was ist eine Information, woher kommt sie, wie bildet sie sich? War sie vorher schon „da“, bevor sie in meinem Denken auftauchte? In welcher Form?

Bleiben wir bei der Psychologie, warum nicht? In der Psychologie geht es stets um die Wahrnehmungen von Menschen. Menschen nehmen scheinbar unzulässigerweise etwas wahr, das andere nicht wahrnehmen können, und umgekehrt. Immer geht es darum, Wahrnehmungen und Handlungsrezepte „auf Linie“ zu bringen, so dass sie beim Patienten eine solche Form annehmen, wie die Wahrnehmungen und Handlungsrezepte der Allgemeinheit, oder, um im Verständnis der Psychologie zu reden: so dass sie die Realität richtig adressieren.  (aber um die Realität, d.h. was sie ist, geht es ja auf diesem Blog)

Sieht man den konkreten Fall eines Betroffenen (psychisch Kranken), so ist es immer eindrucksvoll zu lernen, wie das NICHTVORHANDENSEIN einer doch vorhandenen Problematik, eines Faktums, einer Sache, absolut realistisch und überzeugend im Bewusstsein von demjenigen verankert ist. Oder, ebenso gut: das VORHANDENSEIN von etwas, das man selbst nicht sehen kann. Das zu erleben kann ich an dieser Stelle kaum beschreiben – wenn man es nicht selbst erfahren hat, kann eine Beschreibung dessen immer nur trocken und unzureichend sein – zum Vergleich: ebenso wenig lässt sich ein selbst erlebter Fallschirmsprung durch die Erzählung eines Fallschirmsprunges ersetzten. Das Erleben dessen lässt einen auch sehen, welch weitreichende Konsequenzen ein spezifisches Denken für denjenigen hat – diese Konsequenzen reichen viel weiter, als man geneigt ist anzunehmen. Das Nichtvorhandensein von etwas offensichtlich Vorhandenem im Bewusstsein eines Patienten produziert alle möglichen Folgen, und Folgen von Folgen. Man stelle sich das auf das Körperliche übertragen vor: ein krankes Gelenk verändert schließlich den ganzen Körper, beispielsweise durch Fehlhaltungen, übermäßige Beanspruchung anderer Gelenke. Und ebenso hat eine geistige Besonderheit immer unabsehbare Auswirkungen, die in jeden Winkel des Bewusstseins ausstrahlen.

Als Materialisten grenzen wir Menschen aus, die in ihren Bewusstseinsinhalten sehr offensichtlich von unseren abweichen. Wir bezeichnen sie als krank, oder als ver-rückt, wenn eine gesellschaftliche Dysfunktionalität mit diesem Anders-Sehen einhergeht.

Die etwas mildere Form des Anders-Sehens bei anderen stigmatisieren wir gern als „nicht realistisch“, oder als „Realitätsverweigerung“. Wobei wir stets davon ausgehen, selbst im Vollbesitz des irgend-möglichen Realismus zu sein, mithin in vollster Kenntnis aller möglich Elefanten, die jemals im Raum sein könnten. Das bedeutet, wir beurteilen die Möglichkeiten der Realität so eingegrenzt, wie es unser eigenes Bewusstsein ist! Ist das nicht kurios? Das gelingt uns, indem wir, mit Hilfe des Materialismus, unser Bewusstsein nicht als eingegrenzt und begrenzt sehen, sondern als genialisch-allumfassend. Das Begrenzte sei die Wirklichkeit, denn davon gebe es nur eine! Und – so schließt sich der Kreis – diese eine Wirklichkeit, die sog. Realität, widerspiegelten wir in unserem scharfen Verstand, der so realistisch sei, wie er nur sein könne. Und das denkt nun jeder!

Damit das jeder denken kann, und von der einfachen Wahrnehmung völlig ungestört bleibt, dass jeder Mensch seine eigene Realität in sich trägt, müssen wir alles ab- und ausgrenzen, was diesen Gedanken stören könnte. Aus diesem Grund eben sehen wir Verrückte als völlig von uns verschieden an – hier läge eine ganz andere Art und Weise des Denkens vor, mutmaßen wir. Auf diese Weise vermeiden wir den Gedanken (können es uns nicht vorstellen), dass in unserem eigenen Denken dieselben Mechanismen am Werke sind, wie im Denken eines „Verrückten“, oder eines Menschen, den wir als „unrealistisch“ bezeichnen. Denn wir können und wollen uns nicht vorstellen, dass das „Problem des Anders-Sehens“, das wir bei einer anderen Person bemerken, ebenso uns selbst betrifft und eigentlich das Grundprinzip jedes Bewusstseins ist.

Aber, natürlich ist auch unser Denken, unser Wissen, alles was wir tun und je tun können, begrenzt. Und das, was jenseits unseres Denkens ist, können wir nicht denken; so wie das, was wir nicht tun, auch nicht getan werden kann.

Ich will gleich darlegen, warum und inwiefern es unser eigenes Problem ist, und warum übrigens DIESES Verdrängen selbst das beste Beispiel für einen „Elefanten im Raum“ ist.

Die Struktur der Realität

Wer einmal die Tatsache der veränderten Wirklichkeit in einem anderen Menschen 1:1 beobachten durfte, der nimmt das Mahnende dieser Beobachtung wahr, denn man fragt sich unwillkürlich: Und was kann ich selbst in diesem Moment nicht sehen, was doch „da“ ist? Und, weil sich die Psychologie des Einzelnen in der Psychologie der Menge wiederfindet, lässt sich aus sehr nahe liegenden Gründen dieselbe Frage für die Masse, für die Gesellschaft, stellen. Was können wir als Gesellschaft nicht sehen, obwohl es doch „da“ ist?

Denken wir uns das Problem einmal so herum: Wir wissen, dass wir heute auf der Basis bestimmter Denkinhalte entscheiden, und dass wir viele der heute getroffene Entscheidungen morgen bereuen werden. Warum? Weil sie falsch waren. Aus der Sicht der Zukunft erscheint die heute getroffene Entscheidung mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit falsch, sie erscheint geradezu dumm! Und dennoch müssen wir die heutigen Entscheidungen dumm treffen, denn wir können ja nicht in die Zukunft sehen. Das bedeutet, dass uns Tatsachen, die eigentlich heute bereits existieren, was aus der Sicht des Morgen sehr deutlich zu sehen ist, in der Heute-Sicht völlig unbekannt sind.  Und unbekannt sein müssen! Denn, wie gesagt, wir können ja nicht in die Zukunft sehen. Wir können nicht wissen, was uns übermorgen wie vollständig sichtbar und vorhanden erscheinen wird, in diesem Augenblick aber völlig unsichtbar und nicht-vorhanden ist. Und das wiederum bedeutet, wohl bedacht:

IN DIESEM MOMENT sind Elefanten im Raum, wir können sie nur nicht wahrnehmen! So gesehen sind wir uns selbst der beste Beweis für unsichtbare Elefanten, die sich mitten unter uns, im Raum befinden …

Das gilt sowohl für den Einzelnen, wie auch für die Gesellschaft, denn für die Gesellschaft gilt natürlich ebenso wie für den Einzelnen, dass viele Entscheidungen sich schon sehr bald als falsch erweisen werden. Und dass man in der Zukunft sagen wird, dass Entscheidungen im Heute hätten anders getroffen werden müssen, als sie getroffen werden (wurden), würde man nur diese oder jene Tatsache wahrnehmen (wahrgenommen haben) … was zu der entsprechenden Zeit (unser Heute)  möglich ist (möglich gewesen wäre).

Im Grunde geht es bei der Frage nach einem Elefanten im Raum um viel mehr, als eine psychologische oder soziologische Fragestellung, mehr als um eine Besonderheit bei bestimmten Menschen („Verrückten“) etc.. Es handelt sich um die Frage, was wir eigentlich als Fakten bezeichnen und wie wir diese Fakten abgrenzen wollen von dem, was auch „da“ ist, uns jedoch völlig unbekannt ist. Wie entsteht unsere Wirklichkeit, was ist die sogenannte Realität eigentlich? Vielleicht kennen Sie die alte philosophische Frage: Was ist ein Knacken im Wald, das niemand hört? Ist es „da“ oder nicht „da“?

Und schließlich um die Frage aller Fragen; Was ist das Sein? Es handelt sich bei der Frage nach dem Elefanten im Raum um eine Facette der ewig gleichen Frage nach dem Wesen und der Struktur der Realität, was diese mit unserer Wahrnehmung zu tun hat, und vielem mehr.

Die Grundfrage des Seins (Ontologie) beantwortet der Materialismus bekanntermaßen so: Die Realität hat mit dem Bewusstsein nichts zu tun, denn sie liegt außerhalb des Bewusstseins und ist unabhängig von diesem. Es gibt die Dinge – sie sind das Sein. Und es gibt das Denken VON den Dingen, das ist eine Reflexion des Seins. Das Sein kommt auch ohne die Reflexion aus, andersherum hingegen benötigt die Reflexion des Seins (das Denken) das materielle Sein, und es entsteht aus diesem. Das Denken kommt also nicht ohne das Sein aus – was wiederum auf die vorausgesetzte Trennung von Sein und Bewusstsein zurückführt.

Der Spirealismus sieht das natürlich genau anders herum. Das Bewusstsein IST das Sein – die Realität ist niemals unabhängig von einem Bewusstsein, im Gegenteil. Es ist ganz und gar dasselbe. Und … die Dinge haben immer mit dem Denken zu tun. Niemals können wir etwas sehen, niemals etwas beobachten, in der Physik niemals etwas messen, das unabhängig vom Denken in seiner spezifischen Ausprägung wäre. Schließlich: Alles ist Geist, auch die Dinge.

Wichtige Fragen

Ich möchte auf einige ganz offensichtliche Tatsachen hinweisen, die bei der Diskussion der Fragestellung zum „Elefanten im Raum“ Wichtigkeit haben, und von den Interessierten beachtet und durchdacht werden sollten. Sie sind gleichzeitig der Einstig in eine ganz andere Denkwelt, als sie der Materialismus bietet.

  1. Es kann es für uns nichts geben, das nicht in unserem Bewusstsein ist. Allein das ist uns bereits in der materialistischen Weltsicht völlig unbegreiflich, in der es doch so aussieht, als seien die Dinge ganz unabhängig von unserem Bewusstsein „vorhanden“. Doch man bedenke: Was soll es geben, das nicht als Gedanke in uns existiert? Wir sehen hier die zwingende Verbindung von Bewusstsein und Dingen.
  2. Auf meinem Blog diskutiere ich das in Punkt 1 Genannte häufig als die Frage nach dem Nichts, die uns durch den Materialismus paradox erscheint. Denn im Materialismus ist das Nichts das Fehlen von Etwas, das Nicht-Vorhandensein einer Sache, somit ist das Nichts die Negation einer Sache, und dadurch eigentlich eine Sache (so ähnlich wie Antimaterie auch Materie ist, nur eben auf einer anderen Ebene). Das Nichts im eigentlichen Sinn, so, wie es auch Plato verstand, ist aber ein reines Nichtvorhandensein, und somit auch etwas Undenkbares, etwas Unaussprechliches, etwas Unabzählbares (also nicht DAS Nichts in der Einzahl). Das Nichts ist etwas für den Materialismus Paradoxes – nur wenn der Materialist das Nichts als Etwas versteht, erscheint es ihm als „völlig klar“ und nicht-paradox.
  3. was ich in Punkt 1 ansprach gilt ebenso für die Qualität dessen, was wir über die Dinge denken. ETWAS kann nur etwas sein, das wir uns in einer bestimmten Form denken. Und, was immer es ist, wir werden es nie als etwas anderes denken können als das, was es im konkreten Bewusstsein ist. In seiner Art, seinem Umfang, seinem Wesen, kann es immer nur das sein, was wir denken. Das wiederum bedeutet, dass es in jedem Bewusstsein ein wenig anders sein muss, die Dinge sind also nie völlig gleich. Jedes Bewusstsein ist sein eigenes Universum, das ist das Konzept der Ich-Universen.
  4. Ich hoffe der Leser versteht, was ich mit dem unter Punkt 3 Gesagten meine. Hat er dies verstanden, fällt ihm sicherlich auf, dass, so gesehen, etwas vertauscht ist, was wir in der materialistischen Sichtweise genau anders herum denken. Normalerweise (d.h. im Materialismus) glauben wir, die Dinge könnten in ihrem Wesen nie etwas anderes sein, als sie nun einmal sind („eine Rose, wie auch immer sie genannt würde, müsste duften“), die Gedanken hingegen seien frei. Wenn ich nun aber sage, dass die Dinge nie etwas anderes sind, als was sie uns in unseren konkreten (also festen) Gedanken erscheinen, ist dieses Verhältnis auf den Kopf gestellt. Und das wiederum beschreibt sehr genau das Verhältnis des Spirealismus zum Materialismus – dem Spirealismus sind die Gedanken die Existenz, dem Materialismus ist die Materie die Existenz.

Nachdem ich auf diese bedenkenswerten Besonderheiten hingewiesen habe, möchte ich darauf zurückkommen, was das für die Problematik des „Elefanten im Raum“ bedeutet. Hierauf übertragen bedeutet es

  • zu Punkt 1: Ein Problem, das uns nicht bewusst ist, existiert nicht. Ein Problem, ein Ding, eine Tatsache, sie Existenz hat oder bekommen soll, muss in das Bewusstsein von jemandem gelangen. Ein Beispiel hierzu: 2 Personen sind in einem Raum, der eine sieht den Elefanten, der andere nicht. Die eine Person begreift nicht, warum die andere Person den Elefanten nicht sehen kann. Die zweite Person wiederum wundert sich, worüber die erste eigentlich redet. Da ist doch nichts!
  • Aber, nun angenommen, beide Personen können den Elefanten nicht sehen. Dann können sie darüber nicht sprechen, niemand wird sich wundern, wo er denn sei, der Elefant … gibt es ihn? (der Spirealismus ist hier ganz klar: Nein!). Wer sich das verbildlichen möchte – es ähnelt der Umkehrung der bekannten Paradoxons: Denke nicht an einen rosa Elefanten! Die Umkehrung wäre die Aufforderung: Denke bitte an das, an das du gerade nicht denkst!
  • Sind beide Personen im Raum der Überzeugung, es gäbe ihn, den Elefanten, dann ist der materialistische Normalzustand erreicht. Dieser Zustand wird erreicht, indem der eine dem anderen vom Vorhandensein des Elefanten unterrichtet, ihn überzeugt, ihn belehrt. Jetzt sehen beide den Elefanten – der Beweis ist erbracht, dass es auch „da“ sein müsse (Dasein = unsere Vorstellung von Existenz). Gemäß dem materialistischen Weltbild ist dort also etwas vorhanden, und zwar kurioserweise außerhalb und unabhängig von der Beobachtung der beiden Individuen.
  • Wenn man sich bis hierher auf das Gesagte eingelassen hat, dann wird man jetzt auch verstehen, warum es dem Menschen als Beweis für die Existenz einer Sache, einer Problematik, eines Dinges, stets ausreicht, wenn er von anderen hört, diese Sache würde existieren. Und warum das eigentlich nicht der Beweis für Existenz (im materialistischen Sinn) sein kann, denn, wie gerade die Problematik des Elefanten im Raum zeigt, hat ja jeder seine eigenen Vorstellungen, ob etwas da ist, und in welcher Form es da ist. Nun fordert aber gerade die materialistische Weltsicht, die Dinge müssten in objektiv-materialistischer Weise „da“ sein – in einer Meinung sieht der Materialismus keine Existenz. Jedoch … wenn es aber nun nichts weiter gibt als Meinungen zu Dingen? Was folgt wohl daraus?
  • zu Punkt 2: Der Elefant, kommt er denn durch Denken in die Existenz, er kann nur die Form haben, die ihm das Denken konkret zubilligt. Der Elefant kann auch ein Rhinozeros sein, er kann rosa, gelb, blau oder grau sein – im Bewusstsein wird er aber stets eine bestimmte Form erhalten müssen. Denn Dinge ohne Eigenschaften sind letztlich auch keine Dinge. Diese Aussage hat große Bedeutung für das vorher Gesagte. Oder ist es etwa kein riesiger Unterschied, ob man sagt, etwas wäre grundsätzlich da, oder ob man sagt, etwas wäre in einer bestimmten Form da? Etwas kann doch nur in einer bestimmten Form „da“ sein – Das Dasein ist an Formen gebunden! Es ist ein riesiger Unterschied, ob ein Elefant, oder ein Rhinozeros, oder vielleicht eine Mücke im Raum ist. Solche Unterscheidungen sind alles, womit wir uns auf dieser Welt beschäftigen können, daher ist die Form des Daseins und das Dasein selbst, untrennbar verbunden. Ein formloses Dasein gibt es nicht – das Formlose im eigentlichen Sinn ist das undenkbare Nichts. Daher: Durch das Bewusstsein wird der Elefant konkret, im Bewusstsein wird er fest. Er ist nicht fest in einer vom Bewusstsein unabhängigen, materiellen Form – umgekehrt gesagt: diese ist für das Erscheinen des Elefanten auch gar nicht nötig.

Ich hoffe ich konnte darlegen, wie weitreichend die von Wittgenstein in einem bekannten Streitgespräch behandelte Problematik ist, und wie sehr sie geeignet ist, das materialistische Weltbild auf den Kopf zu stellen. Natürlich nur, wenn man sie lange und nachhaltig bedenkt, und nicht sofort abtut, als etwas Bekanntes, denn dann ist man auf dem besten Weg, den Elefanten im Raum zu übersehen.

Ist ein Elefant, bzw. ein Rhinozeros im Raum? Wittgenstein und die Frage nach der Struktur der Wirklichkeit was last modified: Juni 12th, 2017 by Henrik Geyer

Was bedeutet „Alles fließt“?

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Alles fließt, Heraklit

Was bedeutet eigentlich das „Alles fließt“ des Heraklit (griech. Philosoph, geboren um 520 v. Chr.; gestorben um 460 v. Chr.)?

„Alles fließt“ als: Alles befindet sich in Bewegung

In seiner offensichtlichen Bedeutung heißt es, dass alles im Fließen begriffen ist, im Werden und im Vergehen. Das gilt für alles Leben und auch den Menschen, aber auch für jedes Ding, auch wenn es uns noch so fest und statisch erscheinen mag.

Weil nichts in Endgültigkeit „vorhanden“ ist, weil alles in der Zeit existiert, mit Vergangenheit und Zukunft, läßt sich „Alles fließt“ interpretieren als:

Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.
August Bebel

Das bedeutet: Wahres Verständnis für die Dinge ist Verständnis ihres Zusammenhanges mit anderen Dingen. Andere Dinge – das sind völlig verschiedene Dinge, aber auch dieselben Dinge, die in ihrem Wandel in der Zeit immer neue Formen annehmen. Man denke an Staaten, oder an die Dinge die uns umgeben .. man denke an die Menschen, oder an sich selbst.

„Alles fließt“ als: Grenzenlosigkeit in Zeit und Raum

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Schöpfung ist ein Werden ohne Anfang und ein Vergehen ohne Ende.Wenn man das Konzept des Fließenden vor Augen hat, dann erschließt sich auch die Endlosigkeit des Seins – das Sein als Kreislauf. Denn alles Fließende ist, als Objekt betrachtet zwar endlich, aber „hinter unserem Rücken“, unserem Blick verborgen, schließt sich ein Kreis, und, was scheinbar endgültig an uns vorbeifloss, kehrt in anderer Form, zum Beispiel als Wolke, als Regentropfen, oder wieder als Fluss, zu uns zurück. Wir sehen die Dinge einzeln, sehen Quellen entspringen und Flüsse ins Meer münden, aber  alles hängt endlos mit allem zusammen. Wenn man die verschiedenen Formen in den Zusammenhang zu bringen weiß, erhält man eine Ahnung von der Schöpfung. Von einem  Werden, das ohne Anfang ist, und einem Vergehen, das ohne Ende ist.

„Alles fließt“ als: Es gibt nichts Objektives

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. Heraklit … Man kann nicht einmal in denselben Fluss steigen.Alles fließt in seiner tieferen Bedeutung leitet uns zu wahrem Verständnis der Dinge, indem wir feststellen, dass nichts in seinem Wesen, als endgültige Entität, erkannt werden kann, oder existiert.

Es ist das

Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen
Heraklit

… es bedeutet, dass der Fluss als solcher nicht in einem endgültigen Sinn „vorhanden“ ist, da er sich von Moment zu Moment konstituiert. Und das gilt für alle Dinge, denn es heißt ja „alles fließt“, und nicht: „Manches fließt und anderes nicht“. Dass alles fließt ist allerdings eine Vorstellung, die wir von den Dingen in der materialistischen Denkweise nicht haben, eine Vorstellung, die, weil sie uns im Grunde so unzugänglich ist, uns die Begrenztheit unseres Denkens anzuzeigen vermag.

„Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen“ des Heraklit wird zu „Man kann nicht einmal in denselben Fluss steigen“ des Plato. Es wird zu der Frage nach den Dingen in ihrem wirklichen Wesenskern und Immanuel Kants Feststellung, dass die Dinge „an sich“ nicht erkennbar sind.

Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen.
Wilhelm Busch

 

So kann man „Alles fließt“ verstehen:

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Nichts hört je vollständig auf zu sein, was es einmal war, es sei denn, es wäre nicht mehr. Nichts kann je etwas vollständig anderes werden, als es ist, es sei denn, es hörte auf zu sein.

Man kann den Satz „Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen“ auch umdrehen: Nichts hört je vollständig auf zu sein, was es einmal war, es sei denn, es wäre nicht mehr. Man kann das so verstehen: Wenn es etwas gibt, das in der Vergangenheit wurzelt (und für welches Ding würde das nicht gelten?), dann ist das, was es ist, auch darin zu sehen, was es einmal war…

 

Nichts ist in Vollständigkeit abgrenzbar, eingrenzbar, als Menge oder Form nur auf einem Wege erkennbar.

So ist ein Fluss alles was in ihm fließt, man stelle sich das als das Allerverschiedenste vor: Wasser, Erde, Blätter, ein Mensch … Was der Fluss ist, ist das, was in ihm fließt – man kann eigentlich nichts weglassen, ohne die Vollständigkeit zu mindern. Und es sind all diese Dinge in ihrer Stellung zueinander … man stelle sich das vor, und so gewinnt man einen Eindruck eines komplexen, nie in Gänze erfassbaren Zusammenhanges. Sondern alles kommt für den Menschen in dem einen Wort zusammen, mit dem er meint, das „Ding“ umfassend zu beschreiben: Der Fluss.

Was für den Fluss gilt, gilt für jedes Ding. Für den Stein am Straßenrand, für das Tier, natürlich für den Menschen, für das Universum.

Dasselbe lässt sich über die Worte unserer Sprache sagen – jedes einzelne Wort gewinnt seine Bedeutung nur aus dem Zusammenhang mit anderen Worten, aus der Stellung zu ihnen. Eine Konstellation, die nie aufhört und nie aufhören kann, zu variieren. Die Worte sind letzten Endes wie die Dinge – die Worte sind die Dinge. Denn die Gedanken, die uns Kunde geben von den Dingen, sind am Ende das, was wir „über“ die Dinge wissen und (in Worten) zu sagen haben. Nichts anderes.

Ähnliches Thema: Artikel Sind die Gedanken bei den Dingen? Ist das Denken von den Dingen gleich den Dingen?

Auch die Zahlen, auch wenn sie uns vollkommenste Eingrenzbarkeit suggerieren, unterscheiden sich darin nicht von den anderen Worten, denn ohne das Begreifen der Dinge sind uns die Zahlen sinnlos. Die Zahlen sind die Dinge, in ihrem universellsten Sinn.

Lesen Sie auch: Mengenlehre, Worte, Zahlen. Sind Zahlen objektiver als Worte?

Siehe auch: Artikel Erkenntnis – was ist das? Die Chance und der Preis des Erkennens.

Ähnliches Thema: Viele Welten statt einer Welt – eine philosophische Viele Welten Theorie

Ähnliches Thema: Beitrag Spiritualität leben – wir sind spritituelle Wesen

Was bedeutet „Alles fließt“? was last modified: Juni 21st, 2016 by Henrik Geyer

Sind die Gedanken bei den Dingen? Ist das Denken von den Dingen gleich den Dingen?

Thema Gedanken: Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Dass wir finden was wir suchen ist ein assoziatives Gesetz. Es gilt auch für unser wissenschaftliches Suchen.

Ein wichtiger Ausgangspunkt für das Verständnis vieler Denkrichtungen (auch des Spirealismus) ist folgende Frage: Sind die Gedanken selbst die Dinge? 

Man kann es auch anders formulieren: Was sind die Dinge jenseits meiner Gedanken? Noch anders formuliert: Was sind die „richtigen“ Dinge MEHR, als das, was meine Gedanken in ihnen sehen?

Aus materialistischer Sicht scheint es unnötig, diese Fragen zu stellen, denn es ist ja die selbsterklärte Denkvoraussetzung des Materialismus, man beschäftige sich mit der Materie, also Dingen außerhalb des Geistes.

Dass diese Frage so „realitätsfern“ scheint, ist, soweit ich sehe, ein Haupthindernis des Verständnisses des Spirealismus. Man kann das Rätselhafte der Welt nicht sehen, da man glaubt, alles Rätselhafte sei mit der materialistischen Wissenschaft aus der Welt geschafft.

Ich möchte in diesem Artikel kurz darstellen, warum die oben genannten Fragen ihre Berechtigung haben, und was letztlich gegen den Materialismus als Weltanschauung spricht, und warum er nur eine Möglichkeit des Denkens ist.

Nebenbemerkung: Wenn hier von „Dingen“ die Rede ist, so sind damit nicht besondere, sondern ganz normale Dinge gemeint, wie ein Baum, oder ein Auto, ein Tisch … was auch immer.


 

Das Problem

Jedes Individuum kann sich mit Fug und Recht sagen: Für mich können die Dinge nichts anderes sein, als das, was ich über sie denke.

Gleichzeitig, und dem zum Widerspruch, legt uns die materialistische Weltanschauung nahe, dass die Gedanken nicht die Dinge sind, sondern nur deren Abbild im Geiste, eine Widerspiegelung also. Die Dinge gäbe es demnach noch einmal „richtig“, jenseits der Gedanken.

Doch, wie könnte jemals etwas „Richtiges“ ausgesagt werden, über die Dinge, wenn man doch dazu nur die Gedanken hat, die erklärtermaßen von den Dingen abweichen? Selbst wenn man irgendein Ding genauestens untersucht und zu noch so vielen Schlüssen gelangt … was man im Geist bewegt kann doch nach diesem Weltbild immer nur eine unvollkommene Widerspiegelung sein, nie das Ding „an sich“. Das Ding „an sich“ – also jenes Ding jenseits der Gedanken, von dem Immanuel Kant fand, es sei nicht beschreibbar, wenngleich es wohl vorhanden sein müsse.

Am Ende muss man fragen: „Gibt“ es die Dinge überhaupt, jenseits des Denkens?

Es ist das Wesen der materialistischen Weltanschauung zu sagen, dass die Dinge jenseits des Geistes, getrennt von ihm existieren; sie sagt auf die gestellte Frage: „selbstverständlich!“

Es ist hingegen das Wesen der spirealistischen Weltanschauung, die gestellte Frage zu verneinen. Sie sagt: Die materialistische Vorstellung von Existenz ist falsch. Die Dinge und das Denken an die Dinge sind nicht zweierlei.

Was gegen die materialistische Anschauung spricht

Wir finden nirgendwo einen Beweis für die existierende Außenwelt

In diesem Blog oft genug angeführt wurde (so dass ich es nicht wiederholen möchte) die vergebliche Suche nach dem Ding „an sich“. Also das Begreifen dieses legendären Dinges, das außerhalb des Bewusstseins liegen soll. Um dessen eigentliche Existenz zu begreifen, hätten wir aber wiederum „nur“ das Bewusstsein – also die Gedanken.

Der Versuch, das Ding „an sich“ (exemplarisch verstanden, als die von uns getrennte Außenwelt) zu begreifen, scheitert.  Weil dieser Versuch scheitert, darf man sagen, dass wir die Existenz einer vom Geist getrennten materiellen Außenwelt nur annehmen.

Aber – eigentlich nehmen wir sie nicht nur an, wir setzen sie voraus. Als fundamentalste Basis unseres Denkens steckt diese Annahme in der Sprache und im Denken.

Sinnesorgane als Grund für Materialismus – Umkehr der Kausalität

Problem: Es scheint geradezu absurd, zu behaupten, die Dinge seien nicht „da“ – wozu sind dann wohl die Sinnesorgane da, die uns von den Dingen doch erst Kunde geben?

Gegenfrage: Wenn die Dinge nicht so „da“ sind, wie wir vermuten, warum sollte dann für die Sinnesorgane etwas anderes gelten? Warum sollten sie „da“ sein? Auch sie müssten doch Elemente des Geistes sein, wenn wir von den Dingen reden, und der eigentlich unumgänglichen Tatsache, dass die Dinge im Geist existieren. Schließlich sind Mund, Nase, Ohren auch solche Dinge, nach denen wir in der Eingangsfrage fragten.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen der Sinnesorgane lassen nicht den Schluss zu, dass die Sinnesorgane ein objektives Bild einer Außenwelt zeichnen

Es ist eigentlich sehr banal, muss aber dennoch in die Erinnerung zurückgebracht werden:  – die Sinnesorgane haben keinen „direkten Draht“ zu den Dingen.

Dass sie etwas abbilden ist die materialistische Sicht. Aber auch demnach würden sie ja nur ein Bild liefern – ein Zerrbild. Denn das Bild und das abzubildende Ding sind wiederum zweierlei.

Umso erstaunlicher für die materialistische Wissenschaft festzustellen, dass das Auge z.B. keine objektiven Farben im Außen vorfindet, sondern diese werden im Denken konstruiert. Als Phantasieprodukt helfen die Farben sozusagen, die Dinge zu unterscheiden, die das geistige Auge „sieht“.

Und beim Hören beispielsweise kommen die Dinge ja nicht zu uns, indem wir von ihnen hören, sondern wir hören andere Menschen über Dinge sprechen, und dann sind die Dinge ja ebenfalls „bei uns“ … also im Geiste. Auch das ist offenbar ein Weg, Dinge wahrzunehmen.

Das Untersuchen von Dingen ist das Erschaffen anderer Dinge

Unsere Methode, die Dinge zu untersuchen ist nicht, dass wir die Dinge in ihrer Gesamtheit besser begreifen.

Bei einem Motor, den wir selbst erschufen, folgt das Zerlegen in seine Teile nach unserer Logik. Aber bei den natürlichen Dingen ist unsere Methode ebenfalls das Zerlegen der Dinge in wieder andere Dinge. So, als wäre auch das ein Motor, den wir selbst erst kurz vorher zusammengebaut haben. Doch – verstehen wir die Kausalität der Natur, oder nur unsere eigene? Wie kommen wir darauf, wir würden überall unsere Vorstellung von Kausalität wiederfinden? Wie kommen wir darauf, dass wir die Gedanken der Natur mit der materialistischen Wissenschaft nachvollziehen?

Nein, wir vollziehen nicht nach, wir erschaffen – auch hier!

Wir erschaffen Dinge, die es im eigentlichen Sinn gar nicht „geben“ kann. Man denke an das Atom, das, wie früher vermutet, „letzte Ding“, vielleicht sogar Ding „an sich“. Früher dachte man, dass hier die Kette aller kausalen Zusammenhänge enden müsse.

Weiterlesen:  ‚Kausalität – was ist das? Über das „Warum“ in der Natur.‘

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Naturwissenschaftliche Erkenntnisse sind Teil der Schöpfung, nicht ihre Widerspiegelung.
Naturwissenschaftliche Erkenntnisse sind Teil der Schöpfung, nicht ihre Widerspiegelung.

Und so wurde das Atom gefunden (erfunden). Es ist ein assoziatives Gesetz, dass wir immer finden was wir suchen. Das gilt auch für das so apostrophierte Außen. Man kennt dieses Gesetz aus der spirituellen Welt als Gesetz der Anziehung. Paul Watzlawick formulierte es so:

„Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.“

Der letzte Beweis für all unsere Theorien ist, dass sie sich aufeinander beziehen und, miteinander kombiniert, irgendwie funktionieren. Aber sie funktionieren nur miteinander, weil sie sich untereinander grundlegend unterscheiden. Im Grunde sind Chemie, Physik, Biologie verschiedene Weltanschauungen, die eigentlich nicht zusammenpassen, und deshalb den Wunsch nach einer Weltformel laut werden lassen.

Jedenfalls aber beweist keine unserer Theorien die Existenz von Dingen „an sich“, oder sagen wir: die Existenz einer Außenwelt, die unabhängig von uns wäre. 

Umgekehrt ist es so, dass gerade Wissenschaftler in der Teilchenphysik die größten Zweifel daran haben, dass ihre Vorstellungen von den Dingen (Teilchen) und die „tatsächlichen Dinge“ etwas miteinander zu tun haben. Denn das, was sie am aller notwendigsten zu finden hoffen, nämlich das letzte greifbare Teilchen, finden sie nicht.  Statt dessen finden sie, was ihnen weltanschaulich nicht gelegen kommt: Wahrscheinlichkeit. Ich beschrieb das in „Alles ist Geist„.

„Das Denken erschafft“ – eine Erfahrung, die jedem zugänglich ist

Ebenso beschrieb ich dort die für mich ganz persönlich zuerst verblüffende Tatsache, dass wir Dinge im Denken erschaffen können – die dann für uns „da“ sind, so als wären sie schon immer „da“ gewesen, und eigentlich nicht wegzudenken. Jeder kann diese Erfahrung an sich selbst machen. Der unmittelbarste Weg diese Erfahrung zu machen ist, Glauben zu suchen und ihn zu erlangen.

Lesen Sie auch:  ‚Glaube Liebe Hoffnung – ohne Glauben geht nichts‘

Aber man kann das auch in einem ganz allgemeinen Sinn überlegen, wenn man bedenkt, dass die allermeisten Begriffe, von denen wir ständig reden, ja nicht in eigentlichen Sinne „da“ sind. Man denke einfach an die Vergangenheit und die Zukunft, an Grenzen, an die Liebe,  an die Zahlen 1,2,3, etc… Oder man denke auch an das Atom. Im eigentlichen Sinne „da“ ist es nicht. Niemand hat es je gesehen, niemand kann es wiegen. Wie gesagt haben insbesondere Atomphysiker starke Zweifel an seinem (Vorhanden-)Sein.

Welche Notwendigkeit gibt es für Materialismus?

Der Kerngedanke des Materialismus ist: Hier ist Geist (der Mensch), dort Materie. Geist beobachtet Materie. Materie als der Inbegriff einer vom Menschen getrennten Außenwelt.

Aber: Welche Notwendigkeit gibt es, dass man an eine vom Menschen getrennte Außenwelt glauben muss?

Der Spirealismus sagt: Keine. 

Das Wort „Glaube“ versteht der Materialismus falsch. Unser Wissen ist selbst ein Glaube. Was wir von der Welt kennen basiert auf Glaube. Warum? Weil sich Wissen letztlich an keinem objektiven Ding, an keinem Ding „an sich“, beweisen kann. Somit ist Wissen jeglicher Art, und sei es das aller-wissenschaftlichste Wissen, auf Fragen zurückgeworfen wie: Wo findet man nun das Ding an sich? Wo ist das Atom? Man kann es nicht selbst, sondern nur Spuren davon in Nebelkammern beobachten … Dies ist ähnlich der Frage, mit der man Gläubige oft konfrontiert: Wo findest du Gott – hinter welcher (Phantasie-)Wolke verbirgt er sich?

Das Atom findet man nicht selbst, sondern nur Spuren in Nebelkammern. Was beobachtet man da? Es sind Spuren von Theorien, die man beobachtet. Einstein bemerkte einmal, es bestimme erst die Theorie, was man beobachten könne.

Die Antwort auf die Fragen „Wo findest du das Atom?“ und auch „Wo findest du Gott?“ ist jeweils: Im Geist. In den Gedanken.

Der Spirealismus löst sich vom Glauben

So gesehen löst sich der Spirealismus von einem Glauben, und zwar von dem Glauben des Materialismus.

Der Spirealismus sagt zwar nicht, wir kämen ohne Glauben aus (oder sollte ich sagen „Wissen“?). Aber wir haben doch, wenn wir den Glauben als solches erkennen, ein besseres Verständnis dafür, dass die Welt im Geiste liegt, und dass es durchaus (auch) an uns ist, die Welt im Geiste zu formen.

Wir können an vieles glauben – ebenso vielfältig kann im Prinzip auch das wissenschaftliche Wissen sein. Dass es nur ein „richtiges Wissen“ gäbe, und nur eines geben könne, ist Folklore. Diese Aussage basiert auf der Annahme, es gäbe auch nur ein richtiges Außen (Materie), das der Geist beobachten würde …. dies ist aber „nur“ ein Glaube – dieser spezifische Glaube gehört zum materialistischen Weltbild.

Es gibt ein Problem: der materialistische Glaube ist so fest verwurzelt in unserer Sprache, in unseren Vorstellungen, dass es (fast!) unmöglich ist, jenseits dieses Glaubens zu denken. Aber das ist ja das Wesen jeden festen Glaubens. Der Spirealismus jedenfalls hängt diesem Glauben nicht an.

Thema: Artikel ‚Spirituelles Erwachen – Chance für die Menschheit‘

 

Sind die Gedanken bei den Dingen? Ist das Denken von den Dingen gleich den Dingen? was last modified: Oktober 30th, 2016 by Henrik Geyer

Was ist das Nichts? als Grundfrage der Philosophie.

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Frage"Was ist das Nichts?" trennt die Weltanschauungen.Dem Materialismus ist das Nichts ganz wenig, dem Spirealismus ist es ganz viel.

Warum soll die Frage „Was ist das Nichts?“ so wichtig für die Philosophie sein? Nichts scheint unwichtiger als das Nichts!

Die Frage „Was ist das Nichts?“ ist stellvertretend für eine ganze Reihe ähnlicher Fragen wie: Was ist das, was wir nicht wissen? Was ist das Unbekannte? Was ist das Unsagbare, was ist das Unterbewusstsein? Diesen Worten, die scheinbar auf etwas hindeuten, das in seiner Menge ganz gering ist, stehen auf der anderen Seite Begriffe gegenüber wie „das Unendliche“, „das All“, „alles“, „das Universum“.

Wie wir diese Begriffe auffassen, ist verbunden mit der entscheidenden Grundfrage der Philosophie. Denn die Frage „Was ist das Nichts?“ verbindet sich mit der Ontologie des allgegenwärtigen Materialismus (d.h. mit seiner Seins-Vorstellung), und macht dessen Widersprüchlichkeit deutlich.

Für die Philosophie des  Spirealismus wiederum ist die Frage nach dem Nichts eine wichtige Frage, weil an ihr die Folgerichtigkeit des Spirealismus deutlich wird.

Was ist das Nichts?

Was ist das Problematische unserer Auffassung über das Nichts …. dieser Frage haben wir uns in einem anderen Artikel über das Nichts zugewandt

Dort haben wir die Widersprüchlichkeit dieses Begriffes besprochen.

Widersprüchlich? Möglich! Aber ist das wichtig??? Das Nichts ist ein Wort, das in seiner Nichtigkeit dem Materialisten kaum unbedeutender vorkommen könnte!

Was ist das Nichts? und die Ontologie des Materialismus

Jedoch verbindet sich das Nichts im Materialismus mit anderen Vorstellungen als im Spirealismus.

Im Materialismus erscheint das Nichts wie etwas Vorhandenes, das nur gerade nicht da ist. Die Leere zwischen den Himmelskörpern ist ein Frei-Sein von Himmelskörpern. Man sagt „Nichts“ dazu. Aber dort ist ja Raum – und es würde jederzeit ein Himmelskörper hineinpassen.

Hierzu passt, dass der (materialistisch denkende) Mensch immer meint, dass die Begriffe seiner Welt mit einer Notwenigkeit „da“ sind. Diese Notwendigkeit sieht er in der Tatsache, dass gemäß der materialistischen Ontologie die Materie eindeutig ist, und wir bilden diese Eindeutigkeit im Gehirn nur nach.

Daher ist das Verständnis des Materialismus vom Nichts, es sei ETWAS, und zwar ETWAS, was wir noch nicht wissen. Was wir noch nicht wissen wiederum, sei begrenzt. Denn wir nehmen ja an, die Grenzen lägen in der Materie.

Weiterlesen: Artikel ‚Die Ontologie des Materialismus‘

„Was ist das Nichts?“ …beantwortet der Spirealismus anders

Der Spirealismus beantwortet die Frage nach dem Nichts anders, und zwar ganz im Sinne Platos, der beim Nichts von einem „Alogon“, einem nicht-weiter beschreibbaren Begriff spricht. Plato sagt: was will man über etwas sagen, das man doch nicht kennt? Es ist nicht eingrenzbar.

Der Spirealismus sieht es ähnlich. Für den Spirealismus hat es noch eine weitergehende Logik, denn der Spirealismus geht nicht davon aus, dass wir „die Welt“ beobachten. Sondern sie entsteht erst durch uns. Zumindest AUCH durch uns – der Mensch als Element der Schöpfung, nicht Beobachter der Schöpfung.

Wenn durch das, was der Mensch „Beobachtungen“ nennt, erschaffen wird, dann ist das, was da entsteht, eine Möglichkeit, keine Notwendigkeit. Das, was NICHT entsteht, bleibt daher im riesigen, unendlichen, nicht eingrenzbaren, Raum des Möglichen.

Die Frage“Was ist das Nichts?“ trennt die Weltanschauungen

Während also die Frage „Was ist das Nichts?“ im Materialismus wie belanglos aufgefasst wird, weil das Nichts dort als ganz wenig angesehen wird, ist das Nichts dem Spirealismus geradezu eine Unendlichkeit.

Es ist die Unendlichkeit dessen, was wir hervorbringen könnten, wären wir selbst nicht so begrenzt. Die Grenzen, von denen hier die Rede ist, drücken sich bereits darin aus, dass es ja immer nur einen Gedanken geben kann – während die Möglichkeit der in einem Augenblick nicht gedachten Gedanken grenzenlos ist.

Das ist die Unendlichkeit des Möglichen. Und: Die Unendlichkeit des Möglichen ist gar nicht so abstrakt. Im Grunde fängt sie aus der Sicht jedes Individuums beim Anderen an. Denn alles was „ist“, ist ja nur eine Möglichkeit, die das Ich in dem ihm erscheinenden Universum in einem Augenblick erschafft. Das innere Universum des „Anderen“ kennt das Ich bereits schon nicht mehr, da es alles, was es sehen kann, in die eigene Begriffswelt integriert, und nicht im eigentlichen Sinne dem Außen entnimmt.

Die Frage nach dem Nichts ist nicht unwichtig. Sie ist gleichbedeutend mit einem fundamentalen Unterschied: der Unterscheidung des Seins-Begriffes (Begriff „Existenz“), und zwar im Materialismus und andererseits im Spirealismus.

 
Lesen Sie auch: Beitrag Ich – Universum. Die subjektive Welt als die einzig „vorhandene“ Welt

Was ist das Nichts? als Grundfrage der Philosophie. was last modified: März 9th, 2016 by Henrik Geyer

Die Ontologie des Spirealismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort Thema Ontologie des Spirealismus: Es ist eine Illusion anzunehmen, die materielle Existenz habe etwas Faktisches. Dieser Illusion sehen wir uns in der alltäglichen Welt ebenso gegenüber, wie in der Teilchenwelt. Es gibt keinen Unterschied. Die Brille, mit der wir in unsere Welten sehen, ist immer Geist. Geist ist das einzig Faktische.

Im Artikel Die Ontologie des Materialismus wurde das allgegenwärtige Seins-Konzept des Materialismus beschrieben. Was steht diesem Konzept gegenüber? Und zwar wirklich gegenüber, nicht als materialistische Weltanschaungs-Variante oder eine weitere Sichtweise des Materialismus? Es ist die Ontologie des Spirealismus: Alles ist Geist.

Thema: Beitrag ‚Die Ontologie des Materialismus‘

Ist das Sein etwas Kompliziertes?

Ich glaube, viele meinen, das Sein zu beschreiben sei sehr schwierig. Es ginge dabei um die kleinsten Teilchen der Materie. So sieht es der Materialismus – und beim allgegenwärtigen Materialismus betrachten wir ja alles aus der Sichtweise des Materialismus. Das Sein, so meinen wir, sei damit in Formeln verborgen, in Teilchenbeschleunigern, etc..

So sieht es der Spirealismus nicht.

Die Ontologie des Spirealismus ist: das Sein ist geistig; die Objekte denen wir uns gegenüber sehen, sind eine Vorstellung.

Daher geht es letztlich nicht um Atome, denn was Atome sind, ist ja selbst eine Vorstellung. Wenn man also vom Sein spricht, so kann man das getrost tun, indem man sagt: das Sein ist eine Vorstellung im Geistigen. Man denke an Schopenhauer: „Die Welt als Wille und Vorstellung“

Die Frage ist eher: Was kann man nun über Vorstellungen sagen?

Das Atom eine Vorstellung?

Dass das Sein eine Vorstellung ist, leitet sich durchaus auch aus dem ab, was namhafte Atomphysiker selbst über die Teilchen sagen. Sie ringen mit ihren Vorstellungen, sagen, das Atom sei dies, dann wieder das. Je nachdem, wie sie das Atom begreifen, so ist ihnen das Atom letztlich.

Einem Zitat Werner Heisenbergs folgend, könnte man formulieren, dass er die Existenz im „unmittelbar Faktischen der uns umgebenden Welt“ sieht. Hier das Zitat:

Die Ontologie des Materialismus beruhte auf der Illusion, daß man die Art der Existenz, das unmittelbar Faktische der uns umgebenden Welt, auf die Verhältnisse im atomaren Bereich extrapolieren könne.
Werner Heisenberg

Doch – was ist das „unmittelbar Faktische“? Das unmittelbar Faktische ist für Heisenberg eine direkte Beobachtung: „Dort ist ein Baum.“

kann ein Baum eine Vorstellung sein?

Ja. In Alles ist Geist beschreibe ich, wie das „unmittelbar Faktische“ für mich das Faktische verlor. Ich stellte fest: Jede Wahrheit ist auch ein Glaube. Das gilt letztlich auch für das, was wir sehen. Denn das was wir sehen ist nicht zu trennen von einer Vorstellung, die wir davon haben.

Für mich ist der Weg dieses Erkennens das Interessante. Denn es zeigt, dass man auf tausenderlei Wegen immer auf dieselbe Frage stößt.

Anders als Heisenberg, ging ich den umgekehrten Weg. Ich untersuchte nicht Teilchen, sondern das sogenannte Faktische und stellte fest: Es ist nicht da.

Meine Um-Formulierung des obigen Zitates wäre:

Es ist eine Illusion anzunehmen, die materielle Existenz habe etwas Faktisches. Dieser Illusion sehen wir uns in der alltäglichen Welt ebenso gegenüber, wie in der Teilchenwelt. Es gibt keinen Unterschied. Die Brillen, mit denen wir in unsere Welten sehen, ist immer Geist. Geist ist das einzig Faktische.

Die Ontologie des Spirealismus und das unmittelbar Faktische. Die Wahrheit.

Die materialistische Vorstellung von der „existierenden Außenwelt“, dem Objektiven, dem unmittelbar Faktischen, dem Realen, dem Wirklichen, ist auch immer verbunden mit dem materialistischen Verständnis von Wahrheit.

Und insofern nehme ich auch folgendes Einstein-Zitat als Hinweis auf das Fehlen des unmittelbar Faktischen:

Wer die Wahrheit beschreiben will, überlasse die Eleganz dem Schneider.
Albert Einstein

Die Ontologie des Spirealismus

Die Ontologie des Spirealismus ist zusammengefasst: Alles ist Geist. Geist steht nicht Materie gegenüber, sondern wieder Geist. Geist, in jeder seiner Formen, nennen wir es Materie, Traum, Erleben, Faktisches, ist das Wirkliche. Geist ist die Existenz.

Geist ist „nur“ relativ, immer subjektiv – nie objektiv. Das Beobachtete (gemeinhin „Objekt“ genannt) gibt es in der Form, wie der Beobachter es sieht, nur im Beobachter. Das Objektive gibt es nicht, sondern immer nur Subjektivität.

Und daraus folgt auch: Man kann nichts beobachten, das vom Beobachter zu trennen wäre.

 

Siehe auch:  ‚Materialismus Philosophie. Spirealismus vs Materialismus‘

Die Ontologie des Spirealismus was last modified: März 7th, 2016 by Henrik Geyer

Die Ontologie des Materialismus

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Ontologie des Materialismus bestehtin der grundsätzlichen Auffassung, dass Materie dem Geist GEGENÜBER steht.Der Geist habe die Materie abzubilden.

Es geht auf Spireo viel darum, was „die Welt“ wirklich ist. Ist sie Geist? Der Spirealismus bejaht das. Aber was heißt das? Was bedeutet „Alles ist Geist“? Die Bedeutung dessen wird erst in einer Gegenüberstellung klarer – im Allgemeinen verstehen wir unter Existenz „das Wirkliche“, versinnbildlicht im Außen, in der Materie. Das ist die Ontologie des Materialismus – die Seins-Lehre des Materialismus.

Dem unabhängigen Außen steht Geist gegenüber

Die Ontologie des Materialismus (Seinslehre des Materialismus) beruht auf der Grundvoraussetzung, dass dem Geist eine materielle Außenwelt gegenübersteht. Diese materielle Außenwelt, wird im Gehirn abgebildet.

Die Vorstellung von einer materiellen Außenwelt wird mit verschiedenen Eigenschaften dieser Außenwelt in Verbindung gebracht.

  1. Die materielle Außenwelt sei vom Beobachter unabhängig
  2. Die materielle Außenwelt beherberge das Objektive (das Objektive ist letztlich ein Synonym für „Außenwelt“, denn es betrifft das Begriffspaar objektiv/subjektiv. Ähnliches Thema: Artikel ‚objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?‘)
  3. Die materielle Außenwelt beherberge also Dinge, die der Geist lediglich versucht in ihrem wirklichen Wesen mehr und mehr zu begreifen. Damit ist, in der materialistischen Sichtweise, diese Außenwelt verbunden mit dem Wirklichen, der Wahrheit, oder auch dem Kantschen Ding „an sich“.
  4. Umgekehrt ist der Geist demnach das Nicht-so-Wirkliche

 

Materialismus - was ist das?
Materialismus – was ist das?

 

Der Geist ist das weniger Wirkliche

Damit ist also beschrieben, dass die Ontologie des Materialismus das wesentliche Begriffspaar Materie und Geist beinhaltet.

Der Geist ist dabei das Nicht-Wirkliche, oder, wie immer man es nennen möchte … das „nicht so Wirkliche“, das Noumenon als eine Beschreibung oder Umschreibung des Wirklichen, und so weiter.

Auch wenn dieser Artikel die Ontologie des Materialismus zum Gegenstand hat, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass mit gerade geschriebenem Satz sofort die Frage auftaucht: Warum sollte gerade das elemantare Ding, welches uns doch Kunde von unserer Welt gibt, nämlich der Gedanke, nicht wirklich sein?

Siehe auch:  ‚Die Ontologie des Spirealismus‘

Die Untersuchung der Materie

Daher meint der Materialismus, sich auf Grund seiner Ontologie auf die materialistische Wissenschaft verlassen zu können. Sie sei Instrument des Seins-Erkennens – indem sie objektiv untersucht, objektiv erkennt.

Man untersucht im Teilchenbeschleuniger CERN die Teilchen und meint, dem wahren Wesen des Seins immer mehr auf die Spur zu kommen. Man nennt die Teilchen, die man zu finden gedenkt, „Gottesteilchen“.

die Ontologie des Materialismus findet sich in jedem Gedanken, den wir denken

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass die Ontologie des Materialismus in jedem Gedanken von uns steckt. Die Sprache, derer wir uns bedienen, enthält als Basis all unseres Verständnisses Begriffspaare wie objektiv/subjektiv, Materie/Geist, wirklich/unwirklich, Traum/Realität.

Indem wir sie denken und aussprechen, bewegen wir uns innerhalb des Gedankengebäudes des Materialismus. Das bedeutet, wir können jedes andere Gedankengebäude nur von der Warte des Materialismus aus sehen und beurteilen.

Die Ontologie des Materialismus bedingt, dass er sich nur selbst für möglich hält

Der Materialismus, mit seiner real existierenden Außenwelt, die es gilt im Geist genau abzubilden, mit seiner Objektivität als Inbegriff des Nicht-anders-Denkbaren, hält natürlich nur letztlich eine einzige Wahrheit für richtig. Wie könnte es anders sein … natürlich ist es seine eigene.

 

Lesen Sie auch: Artikel ‚Die Entstehung der Realität – Bewusstsein erschafft Realität‘

 

 

Die Ontologie des Materialismus was last modified: November 20th, 2016 by Henrik Geyer