Glück ist was für Pilze

Glückspilze [SPID 3620]

Glück ist was für Pilze, hatte ich auf einen Zettel geschrieben, weil ich den Ausspruch witzig fand.

Meine Tochter hat noch etwas hinzugefügt, das, wie ich finde, schön und passend, und gleichzeitig chaotisch und innovativ ist. Hier der Text:

 

 

Glück ist was für Pilze

… und für Blumen, Gräser, Häuser, Seen, Kissen, Elefanten, Mückenspray, Burger, Uhren, Kuscheltiere, Cremes, Nasen, Dächer, Zeitungen, Mamas, Hüte, Fahrräder, Spiele, Schulen, Hosen, Bücher, Achseln, Lampen, Berge, Tiere, Räder, Mikrofasern, Oxidationen, Elemente, Hefter, Umschläge, Patronen, Papas …

Mich!

und dich?

 

Glück is was für Pilze [SPID 3613]

Glück ist was für Pilze was last modified: August 15th, 2016 by Henrik Geyer

Krieg – woher kommt er? Muss es ihn geben?

Spruchbild: Bevor es den Menschen gab, wartete der Krieg schon auf ihn. Das ultimative Handwerk, das auf den ultimativen Handwerker wartet

Warum muss Krieg sein? Es gibt Menschen, die Gott dafür die Schuld geben.

Aber alles, was für Krieg nötig ist, machen doch wir! Wir bauen die Waffen, halten das Pulver trocken, schießen…

Die Notwendigkeit des Krieges – seine Selbstverständlichkeit liegt in uns

Ganz offensichtlich sind wir Menschen es, die den Krieg vorbereiten und durchführen. Warum suchen wir irgendwo anders?

Müssen wir den Krieg erschaffen?

John Updike sagte einmal, dass ihn die „Anti-Kriegs“-Konzepte verwirren. Er fühlte, … „Anti-Kriegs“ – das ist ähnlich „Anti-Nahrungs..“ oder „Anti-Sex..“, denn Krieg war für ihn etwas Unabdingbares in der menschlichen Erfahrung.

John Updike once said that he was confused by the very concept of “antiwar,” which he felt, and I’m paraphrasing him here, was like being “anti-food” or “anti-sex,” since war was such an essential element of human experience.

Aus: Black Hawk Down, von Mark Bowden, ISBN 978-3453868311

John Updike hält Krieg also für eine Notwendigkeit, ähnlich der Notwendigkeit zu essen, oder der Fortpflanzung. Und dennoch ist Krieg eigentlich Irrsinn. Ist Irrsinn in uns?
Noch ein Zitat, das die Natürlichkeit des Krieges zum Inhalt hat:
aus McCarthy’s Roman Blood Meridian:
„Krieg dauert fort. Man kann Männer fragen, was sie von Stein halten. Krieg gab es immer. Bevor es den Menschen gab, wartete der Krieg schon auf ihn. Das ultimative Handwerk, das auf den ultimativen Handwerker wartet.“
“War endures. As well ask men what they think of stone. War was always here. Before man was, war waited for him. The ultimate trade awaiting the ultimate practitioner.”

Die Überflüssigkeit des Krieges

Wie so oft in diesem Blog, beschreibe ich die Notwendigkeit der Welt als eine Notwendigkeit unserer Gedanken.

Gerade am Krieg sehen wir, dass wir zwar glauben, unsere Gedanken seien frei, doch sind sie es nicht. Die Notwendigkeit des Krieges liegt in uns, jedoch können wir scheinbar so gar nichts tun, ihn aus der Welt zu schaffen.

Die Grenzen unserer Gedanken zu sprengen ist schwierig. Den Krieg aus unserer Realität zu verbannen, hieße, den Krieg aus den Köpfen aller zu verbannen. Unser kollektives Denken wird zu unserer kollektiven Realität.
Lesen Sie auch: Gott und Leid – wo liegt die Quelle von Frieden und Krieg?

Krieg ist überflüssig – ein anderes Menschenbild

Offenbar braucht es ein völlig anderes Denken, um den Krieg zu verbannen.

Der Spirealismus ist eine dem materialistischen Weltbild entgegengesetzte Weltanschauung. Sein Menschenbild ist nicht das, eines unabhängigen Denkers, also eines Individuums, das einen äußerlichen Prozess (die Realität) in seinem Gehirn nachbildet.

Sondern Spirealismus sieht den Menschen als Element der Schöpfung – in ihm selbst „materialisieren“ sich alle Begriffe, die er meint, in seinem Außen zu sehen. Die Existenz ist Denken. Das Denken aber ist nicht frei. Die Grenzen des Denkens bilden sich, und sind existent, im Menschen.

wahres Verständnis

Erst wenn der Mensch dies versteht, und an den Grundfesten seiner  Begriffe rütteln kann, dann wird es ihm möglich, sein Denken zu regieren.

Was er für selbstverständlich hält, sogar für „gut so!“ – das eben ist zum Teil seine Hölle. Umzudenken – das hieße, das für falsch zu halten, was heute richtig erscheint.

Erst dann könnte die Selbstverständlichkeit des Krieges, und der Krieg selbst, verschwinden.
Siehe auch: Artikel Wachstumswahn – wie viel ist genug? Ist ein Ende des Wachstums erst dann erreicht, wenn wir die Schnauze voll haben?

Lesen Sie auch: Artikel Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

 

Krieg – woher kommt er? Muss es ihn geben? was last modified: April 23rd, 2016 by Henrik Geyer

Gott und Leid – wo liegt die Quelle von Frieden und Krieg?

Spruchbild Thema Gott und Leid: Sie wollen keinen Frieden. Sie wollen Siege. Sie wollen Macht.

Gott und Leid – gibt es da einen Zusammenhang? Erschafft Gott all das Leiden der Welt? Ich las neulich das Buch „Black Hawk Down“ – es gibt auch einen sehr guten Film dazu.

Gott und Leid: Wenn es einen Gott gibt, warum erschafft er all das Leid?

In dem Film geht es um eine UN-Friedensmission für Somalia, ein hungerndes Land am Horn von Afrika. Eine Operation der Amerikaner, die einen Clan-Chef fassen wollen, der für das Morden und den Krieg im Land verantwortlich gemacht wird, entgleitet, und wird zur Katastrophe.

Mitten in der somalischen Hauptstadt Mogadischu stürzen durch Raketen-Beschuss Hubschrauber der Amerikaner ab.  Es entwickelt sich ein ungleicher Kampf von ca 200 amerikanischen Soldaten gegen viele Tausend somalische Zivilisten, praktisch jeder in der Stadt ist bewaffnet und macht mit. Aus einer Friedensmission wird ein Kampf auf Leben und Tod.

Ich bin es nicht, der andere ist der Schurke!

Das Buch lässt darüber nachdenken, wie es zu solch einer Katastrophe kommen kann, wo doch die Absicht der, von der UN beschlossenen Mission, Frieden war!

Liegt es in der Hand  einzelner Länder, einzelner Menschen, Frieden zu erschaffen? Oder ist hier ein kollektives Bewusstsein am Werk, dass nur insgesamt die Macht hat, unsere kollektive Realität zu erschaffen?

Zitat aus dem Buch „Black Hawk Down“ von Eric Bowden, zu dem es auch einen gleichnamigen Film gibt
„Es war nutzlos“ [er meint den UN-Einsatz], sagte ein Mitarbeiter des State Department, der nicht genannt werden wollte, weil seine Ansicht so gegensätzlich zur gegenwärtigen Außenpolitik ist.
„Es war unsere Ansicht, dass schreckliche Länder so schrecklich sind, weil gute, ehrliche und unschuldige Leute unterdrückt werden – von bösen und mörderischen Führern. Somalia änderte das. Da ist ein Land, wo fast jeder in Begriffen von Hass und Krieg denkt. Halte eine alte Dame auf der Straße an, und frage sie, ob sie Frieden will, und sie wird sagen: ‚Ja, natürlich, ich bete täglich für Frieden.‘ All das, was man von einer alten Dame erwartet. Dann frage sie, ob ihr Clan die Macht teilen würde, um diesen Frieden zu erlangen, und sie wird sagen: ‚ Mit diesen Mördern und Dieben? Eher würde ich sterben!‘
Die Menschen in diesen Ländern – Bosnien ist ein neueres Beispiel – wollen keinen Frieden. Sie wollen siegen. Sie wollen Macht. Männer, Frauen, Alte und Junge. Somalia war die Erfahrung, die uns lehrte, dass Menschen in diesen Ländern selbst die Verantwortung tragen für das, was dort vor sich geht. Der Hass und das Töten dauert fort, denn so wollen sie es. Oder, sie wollen den Frieden nicht genug, um das Morden zu stoppen.“
“It was a watershed,” says one State Department official, who asked not to be named because his insight runs so counter to our current foreign policy agenda. “The idea used to be that terrible countries were terrible because good, decent, innocent people were being oppressed by evil, thug-gish leaders. Somalia changed that. Here you have a country where just about everybody is caught up in hatred and fighting. You stop an old lady on the street and ask her if she wants peace, and she’ll say, yes, of course, I pray for it daily. All the things you’d expect her to say. Then ask her if she would be willing for her clan to share power with another in order to have that peace, and she’ll say, ‘With those murderers and thieves? I’d die first.’ People in these countries—Bosnia is a more recent example—don’t want peace. They want victory. They want power. Men, women, old and young. Somalia was the experience that taught us that people in these places bear much of the responsibility for things being the way they are. The hatred and the killing continues because they want it to. Or because they don’t want peace enough to stop it.”

die Zentralsicht des Ego

Nicht ein fremder Gott des Außen erschafft für uns das Leid. Wir sind es selbst. Das o.g. Zitat macht deutlich, wie sehr wir gefangen sind, in der Sicht auf uns selbst, auf das Ego. In uns finden wir das Böse nicht, immer nur im anderen.

Letztlich ist es auch bei uns in Europa, in den kleinen Kriegen des Alltags, nicht anders. Die Bösewichter sieht man anderswo – im Außen. Sich selbst hinterfragt man zu selten. Aus diesem Grund wohl kommt mancher darauf, dass Gott und Leid irgendwie zusammengehören müssen. Gott war es, nicht wir!

Erreichbarkeit von Frieden

Doch wir selbst sind die Elemente der Schöpfung, durch uns findet die Schöpfung statt.

Erst wenn wir verstehen, dass das Leid, Krieg, das Böse, durch uns selbst in die Welt kommt, wenn wir lernen in uns zu suchen, nicht nur im Anderen, haben wir die Mittel in der Hand, das Leiden aufhören zu lassen.

Weiterlesen: Artikel Gott und Leid – wo liegt die Quelle von Frieden und Krieg?

Gott und Leid haben nichts miteinander zu tun. Gott ist kein außerhalb von uns sitzender Dämon.
Siehe auch Artikel zum Thema : Was ist Gott? Die Notwendigkeit der Götter

Siehe auch Artikel zum Thema : Gibt es Gott? Begründungen und Gründe dagegen.

Gott und Leid – wo liegt die Quelle von Frieden und Krieg? was last modified: April 4th, 2016 by Henrik Geyer

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

http://spireo.de: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Author: Henrik Geyer Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Oder: Es gib nichts Schlechtes, vorausgesetzt, man lässt es.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es – Man kann diesen Spruch es als Aufforderung sehen, immer das Gute zu tun.

Das eigentlich Entscheidende aber, das der Spruch ausdrückt, ist: Handle! Was immer man für gut hält – es gilt, den Gedanken zu Ende zu denken. Den Gedanken in Tun verwandeln. Was man verwirklicht sehen möchte, das muss man auch durch Tun verfolgen.

Lesen Sie auch: Kann man sich selbst belügen? ‚Lüge – was ist das? Über das Lügen‘

Den Gedanken zu Ende denken – Handeln!

Der Spirealismus sieht im Tun nichts grundlegend anderes, als Denken. Schon allein deshalb, weil ohne Gedanken keinerlei Tun möglich ist.

Auch Tun bedeutet, dass man einen Gedanken, den man  gefasst hat, konzentriert weiter verfolgt. Denn man kann nichts tun, an das man nicht auch denkt. Was man in seinem Leben sehen möchte – darauf muss man sich konzentrieren. Das kosmische Denken, dessen Teil wir sind, erschafft. So kommt das Gute in unsere Welt.

Bitte lesen Sie auch: Artikel ‚Wunschdenken – ist die Realität automatisch das, was man denkt?‘

Es gibt nichts Schlechtes, vorausgesetzt, man lässt es

Den Spruch kann man umdrehen, als: Es gibt nichts Schlechtes, vorausgesetzt, man lässt es.

Auch das Schlechte kann nicht anders in unsere Welt kommen, als durch uns – wenn wir uns auf Schlechtes konzentrieren. Wenn wir schlechte Gedanken nicht denken, wenn wir das Schlechte nicht tun – woher soll es kommen?

Kein Gott, kein Schöpfer schafft es für uns, nur wir. Wenn wir es nicht verwirklichen, dann bleibt das Schlechte unerschaffen.

 

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es was last modified: Februar 16th, 2016 by Henrik Geyer

Lebensqualität schaffen – Alltag mit Glück und Freude.

Lebensqualität - Spruchbild: Gib jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden. Mark Twain

Mehr Lebensqualität – wer will das nicht? Hier einige Gedanken.. was ist Lebensqualität, und, wie schaffen wir für uns selbst mehr Lebensqualität?

Lebensqualität: tun, was man wirklich mag

Es gibt Leute, die sagen, man müsse erst einmal sehr viel arbeiten, damit man später tun kann, was man wirklich will. Aber es ist ebenso gut so, dass man erst einmal tun sollte, was man wirklich will, damit man sehr viel arbeiten kann – und damit man, was noch wichtiger ist, tut, was man wirklich mag.

Zitat: Die beste Arbeit, die man tun kann, ist das, was man ohne Lob in der Stille tut.
Vincent van Gogh

Wenn man in Übereinstimmung mit seinen eigenen Wertvorstellungen lebt und arbeitet, dann ist man glücklich, dann ist man produktiv. Wenn man tut, was man möchte, dann erscheint Arbeit nicht als etwas Gezwungenes, das man nur zu bestimmten Zeiten tun muss, weil es nicht anders geht.

Sondern Arbeit ist eine geliebte Tätigkeit; etwas, das man ohnehin so oft wie möglich tun möchte. Man ertappt sich dabei, dass man zu fast jeder Zeit, und völlig freiwillig, arbeiten möchte.

Man kennt das als „das Hobby zum Beruf machen“ – doch wird das oft abgetan, es sei „unmöglich“. Ist es das wirklich … unmöglich?

Werte und Ziele formulieren

Um ein Hobby zum Beruf zu machen, muss man erst einmal ein Hobby haben. Und da gibt es auch einige Einschränkungen. Was ist das, was ich will? Ist mein Hobby das Sammeln von Bierdeckeln? Fasziniert mich das.. wirklich so sehr, dass ich damit Jahre zubringen könnte? Kann ich andere damit faszinieren? Kann ich mich selbst damit faszinieren. Was auch immer wir anfangen, es darf nicht zu simpel sein, es muss ein hoher Preis sein, um den wir kämpfen – und um den zu kämpfen sich lohnt.

Auf jeden Fall gilt es zu fragen: Was sind meine Werte, was möchte ich in meinem Leben sehen? Und was möchte ich nicht darin sehen? In dieser Frage liegt sehr viel Macht der Selbstdefinition. Wenn wir uns nicht selbst definieren, werden wir durch andere definiert, die uns sagen, dies sei nötig, jenes sei nötig ..

Tun

Was immer wir an Ideen entwickeln – wir müssen etwas dafür tun. Wir müssen die Entwicklung der Ideen vorantreiben, indem wir unseren Ideen eine konkrete Realisierung folgen lassen. Möglichst sofort. Sonst werden wir nicht nur frei bleiben von eventuell unangenehmen Fehlern. Sondern auch frei von dem Glück, das dem Tun folgt. Frei von der Kreativität, die der Kreativität folgt – denn  Kreativität erneuert sich selbst …

Wir müssen den Weg beschreiten, auf dem wir zum Ziel gelangen wollen. Besser heute als morgen.

Zitat: Indem man das, was man zu tun hat, aufschiebt, läuft man Gefahr, es nie tun zu können.
Charles Baudelaire

Schätzen was man hat

Zu schätzen, was man bereits hat, sich zu bescheiden, macht oft erst möglich, wovon wir bereits sprachen: das Hobby zum Beruf zu machen. Sehr viel kann mit bescheidensten Mitteln erreicht werden. In der Liebe zu den Dingen und zu den Personen, die einen bereits umgeben, liegt außerdem ein sehr direkter Weg zu mehr Lebensqualität.

Und … wer glaubt, er könne nur anfangen, wenn ihm XXL-Möglichkeiten zur Hand sind, der wird oft gar nicht erst mit dem Tun beginnen.

Zitat: Für das Können gibt es nur einen Beweis: das Tun.
Marie von Ebner-Eschenbach

Siehe Artikel Wertschätzen

Das Notwendige mit Liebe tun

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass ein mächtiges Werkzeug zu mehr Lebensqualität die Liebe ist, mit der wir das Notwendige tun. Nicht immer können wir ein Hobby zum Beruf machen, oft fühlt man sich getrieben von Umständen …

Dennoch:  mit Liebe zu arbeiten, gut zu arbeiten – das ist wichtig. Schätzen wir nicht was wir tun, schätzen wir unser Leben nicht.

Wieder kommt es sehr darauf an, zu schätzen, was man hat. Die Dinge zu schätzen – auch das kann man lernen. Siehe auch Artikel Danke sagen

 

 

Lebensqualität schaffen – Alltag mit Glück und Freude. was last modified: März 8th, 2016 by Henrik Geyer

Frieden bewahren: beim Gedanken des Friedens bleiben

Bildspruch: Frieden und Freiheit scheinen nicht viel wert zu sein, solange man sie hat. Erst wenn sie fehlen, versteht man, wie wichtig sie sind.

In vielen Konflikten dieser Tage  erleben wir einmal mehr, dass aus einem regionalen Streit eine größere Auseinandersetzung zu werden droht. Doch der Wille zum Frieden lohnt sich.

Unser Interesse ist Frieden

Wenn man dieser Tage das Wort „Ukraine“ hört, oder „Syrien“ u.v.m., dann heißt es manchmal, es ginge bei möglichen bewaffneten Konflikten dort um unsere Interessen.

Wirtschaftliche Interessen, militärisch-politische Interessen, etc..

Aber was sind unsere Interessen eigentlich – wenn nicht zuallererst in Frieden? Was brauchen wir, wenn nicht zuallererst das Leben?

Europa ist stark, auch ohne Krieg zu führen

Mit dem Ukraine-Konflikt, und auch anderen Konflikten, werden die Menschen Europas nur konstruktiv umgehen können, wenn der Konflikt regional begrenzt bleibt, begleitet von den großen Mächten – und natürlich auch Russland.

Moderieren statt Eingreifen ist das Gebot. Verhandeln anstatt Verhandlungen abbrechen. Nur so erweist sich Europa als kluge und ernst zunehmende Macht.

Dass Europa eine Macht ist, muss Europa nicht erst beweisen. Europa wird nicht stärker durch Chauvinismus. Nur dummes Gerede von fehlender Stärke lässt Europa manchmal zahnlos erscheinen.

Aber Europa ist stark. Als Verhandlungs-Macht ist Europa stark, und kann seine Macht auch nur so erhalten. Wer glaubt, man könne endgültige Ergebnisse im Krieg erzielen, man könne einem Konflikt schnell ein Ende setzen, der irrt.

Ein kurzer Kampf, und dann Ruhe? Jedem Kampf werden weitere folgen. Es ist nur eine Frage unserer Einstellung und unserer Gedanken.

Zitat: Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen. Plato

Spiritualität und Frieden bewahren

Spiritualität ist die Bezogenheit auf das Geistige – es ist verbunden mit dem Zurückdrängen des Ich.

Gerade in Konflikten ist es sehr wichtig, das Ego zurückzunehmen. Das Ego sagt: Das ist mein Interesse. Das sind unsere Rohstoffe. Ohne diese Rohstoffe können wir nicht leben. Unsere EU – die, koste was es wolle, möglichst viel Einfluss haben soll. 

Vergessen wir lieber die markigen Reden. Vergessen wir all die vielen klugen Aspekte. Ohne die Rohstoffe können wir vielleicht leben, aber nicht ohne Leben. Der Frieden ist wichtiger. In einer Welt voller Massenvernichtungswaffen kommt es auf den Frieden an. Stärken wir den Gedanken des Friedens. Einfach, indem wir ihn denken. 

Man kann alles erreichen, durch Kommunikation, Handel, Frieden. Man braucht den Krieg nicht. Man kann alles zerstören durch ein übergroßes Ego, blitzschnelle Entscheidungen, vorschnelles Handeln. Lernen wir aus dem 20. Jahrhundert. Vergessen wir nicht die Leichtigkeit, mit der aus Unachtsamkeit und Unbedarftheit ein Krieg erwächst.

In dem Buch „Die Schlafwandler“, von Christopher Clark, wird der albtraumhafte „Selbstlauf“ der Geschehnisse, die zum 1. Weltkrieg führten, beschrieben. Der Erste Weltkrieg – eine Katastrophe, die zum Auslöser vieler weiterer Katastrophen des 20. Jahrhunderts wurde. Hinterher, so zeigte sich damals, war angeblich niemand im Speziellen für den Weltbrand verantwortlich. Doch im Vorhinein wurde gehetzt und gejubelt ob der großen Eroberungs-Aussichten. Die Egos waren groß, die Nationen stark. Vorher. Hinterher nicht mehr, da war der Verlust immens, und die Egos ganz klein.

Jüngere Geschichte – dasselbe Bild

Die Attentate auf das World-Trade-Center werden in dem genannten Buch als aktuelles Beispiel dafür genannt, wie ein einzelnes Ereignis eine als sicher und harmonisch geltende Situation schlagartig verändern kann. Dem Anschlag auf das World-Trade-Center folgte ein Jahrzehnt des Krieges gegen den Terror – ein verlustreicher und teurer Krieg in Afghanistan, der nicht zu „gewinnen“ war. War er also nötig? Was haben die Kriege in Nahost gebracht, im Irak, in Afghanistan? Außer weiteren Kriegen?

Unseren Politikern ist zu wünschen, daß sie nicht aufhören, maßvoll zu verhandeln, den Frieden zu wollen und nicht das Gegenteil. Kräfte, die den Konflikt suchen, gibt es genug.

 

 

Die Mittel stehen bereit - nun braucht es Hitzköpfe
Das Pulver ist trocken – es braucht immer die Hitzköpfe

 

Frieden bewahren: beim Gedanken des Friedens bleiben was last modified: September 28th, 2016 by Henrik Geyer

Apokalypse – Offenbarung. Der ewige Kreislauf der unschuldigen Sünde

Apokalypse - Offenbarung. Der ewige Kreislauf der Unschuld. Unschuld, Totale Zerstörung, Verwüstung, Demolierung, Apokalypse, Rot, Schönheit, Unbekümmertheit, Arglosigkeit, surreal, brennende Stadt, Zerstörung

Was ist die Apokalypse? Gibt es eine Notwendigkeit für sie? Worin besteht die Notwendigkeit, wodurch lässt sie sich abwenden?

Biblische Offenbarung – das Ende der Welt .. Gott übernimmt wieder

Apokalypse ist ein biblisches Wort – es ist das Buch der Offenbarung, das das Ende der Welt beschreibt, das jüngste Gericht. Aufgrund menschlicher Verfehlungen wird das Ende der Welt eingeleitet, es ist eine Abrechnung Gottes mit den Fehlern der Menschheit – eine fürchterliche Bestrafung und wohl nur manchmal eine Belohnung.

Die Welt kehrt in ihren himmlischen Urzustand zurück, ohne Menschen, aber auch ohne Sünde.

Endzeit-Visionen – die modernisierte Form der Apokalypse

Es gibt viele Endzeitphantasien, oft sind sie inspiriert von der biblischen Apokalypse. Diese Endzeit-Phantasien hängen entweder mit Krankheiten (Pandemien) oder Weltkriegen zusammen, man denke an „I am Legend“ (Buch von Richard Matheson), „The Book Eli“ (Film), „Mad Max“ (Film) und viele, viele mehr.

„Die Zeitmaschine“ von H.G.Wells ist eine sehr gut geschriebene, spannende und äußerst hellsichtige Variante. In „Die Zeitmaschine“ dringt ein Zeitreisender in die Epoche nach einer atomaren Kriegskatastrophe vor. Die Rest-Menschheit hat sich in die Eloi und die Morlocks geteilt.

Die Morlocks sind unterirdisch lebende, kannibalistische Ungeheuer. Sie ernähren sich von den überirdisch lebenden Eloi, die sie regelmäßig zusammentreiben und planvoll auf die Schlachtbank führen. Die Welt der Eloi ist himmlische Unwissenheit – sie vertreten das Prinzip der Schönheit, der Harmonie des Gartens Eden. In ihrer Unwissenheit sind sie wie Schafe, aber auch völlig ohne Sünde. Hingegen sind die Morlocks im Grunde der heute lebenden Menschheit sehr ähnlich. Denn sie sind wissend, berechnend, ausnutzend, produktiv, und sind dem Leser des Buches, obwohl sie so schrecklich und fremd wirken, irgendwie auch ein alptraumhaftes Spiegelbild.

H.G. Wells fragt nun: ist es das Los des Menschen, strebend, brutal, listig, vorwärts drängend zu sein, und damit schicksalhaft auch das Böse als unabdingbare Notwendigkeit in die Welt zu bringen?

Jack London – Der scharlachrote Tod

Die 1915 erschienenen Novelle „Der scharlachrote Tod“ von Jack London ist eine weitere, erstaunliche Variante einer Endzeit-Phantasie. Erstaunlich, weil Jack London eigentlich nicht für spirituelle Texte bekannt ist, dennoch ist gerade dieses Werk durchdrungen von spiritueller Weisheit und es ist wunderbar hellsichtig.

„Der scharlachrote Tod“ handelt von Überlebenden einer weltweiten Vernichtung der Menschheit durch eine gleichnamige Krankheit.

Der letzte Zeitzeuge der eigentlichen Katastrophe erzählt 60 Jahre danach, Kindern von den Tagen der Pandemie. Und er kommt auch darauf zu sprechen, wie es nun aus seiner Sicht weitergehen wird. Er hat Bücher in ein Versteck gebracht, um dem geistigen Neustart der Menschheit, den er voraussieht, zu befördern. Gegenwärtig sind die wenigen Überlebenden in einen Zustand des Analphabetentums, der Wildheit, des Aberglaubens, zurückgefallen – und er hält es für nötig, das geistige Erbe zu bewahren.

Doch dann, den Kindern berichtend, und ihre Reaktionen hörend, zweifelt er …

 

Erneuerung durch Feuer und durch Blut

Zitat (Übersetzung)

„Das Schießpulver wird wiederkommen. Nichts kann es aufhalten – es ist immer und immer wieder dieselbe Geschichte. Der Mensch steigt auf, und der Mensch kämpft.  Schießpulver wird den Menschen ermöglichen, Millionen anderer Menschen zu töten, und nur auf diese Weise, durch Feuer und durch Blut, wird sich eine neue Zivilisation in einer weit entfernten Zukunft entwickeln.

Und zu welchem Preis? Genau wie die alte Zivilisation verging, so wird es der neuen geschehen. Es kann fünfzigtausend Jahre dauern, dass sie sich entwickelt, aber auch sie wird vergehen. Alles vergeht. Es bleiben nur die kosmischen Kräfte und die Materie, die, immer fließend, immer agierend, die zeitlosen Typen hervorbringt – den Priester, den Soldaten und den König. Aus dem Mund von Kindern kommt die Weisheit aller Zeitalter. Manche werden kämpfen, andere werden herrschen, andere werden beten; und der Rest wird schuften und leiden, während ihre geschundenen Körper benutzt werden; wieder, und dann wieder, ohne Ende, die erstaunliche Schönheit und die überragenden Wunder der Zivilisation hervorbringend.

Es wäre ebenso gut, ich würde die Bücher, die ich in der Höhle sammelte, zerstören. Ob sie nun bleiben oder verschwinden, all ihre alten Wahrheiten werden entdeckt werden; all ihre alten Lügen werden neu gelebt und weitergegeben. Was wäre der Nutzen (sie zu bewahren)….“

die spirealistische Sicht

Aus spirealistischer Sicht hängt, was vorgedacht wird, mit einer sich entwickelnden Realität zusammen. Der Mensch ahnt hier völlig zu Recht. Denn er hat sich von seinen Quellen getrennt, und wähnt sich nun eigenständig. Die Welt SO sehend, entfremdet er sich von ihr, zerstört seine Quellen, lebt nicht in Einklang, sondern in ewigem Kampf. Dem Kampf, von dem Jack London spricht, und der sich immer wiederholen wird, solange sich der Mensch als getrennt von den Dingen sieht.

Bild „Apokalypse“

Es ist diese Unschuld, die ich in obigem Bild, das ich „Apokalypse“ nannte, darstellen wollte. Der Mensch sündigt und ist dabei völlig unschuldig. Wie ist das möglich? Kampf und Atombomben für selbstverständlich haltend, und sie sogar dem menschlichen Genie zurechnend, erschafft sich der Mensch seine fürchterliche Realität. Seine schrecklichsten Alpträume werden wahr. Und der Mensch beteuert, er wüsste nicht, woher all das kommt (!)… er ist in seiner Ahnungslosigkeit vollkommen ehrlich.

 

Die Sichtweise des Kampfes zu durchbrechen ist die Chance des Menschen – doch dieses Durchbrechen müsste mit einer ganz anderen Weltsicht einhergehen, als sie der Mensch derzeit hat.

Es wäre nicht die Welt der Unwissenheit der Eloi aus „Die Zeitmaschine“ – denn es gibt kein Zurück aus dem Wissen um Waffen. Es müsste eine Welt des Einklanges, und dennoch des Wissens, sein. Es müsste eine Welt sein, in der niemand die Notwendigkeit der Bombe sieht. Die technische Möglichkeit der Bomben-Konstruktion wohl habend, müsste jeder, oder anders formuliert, müsste „der Mensch“, eine solche Realisierung für völlig absurd halten. Das währe gleichbedeutend mit: Es technisch nicht ermöglichen. Es nicht planen, nicht entwickeln, nicht verbreiten, einfach weil man keinen Nutzen darin sieht.

Ist so etwas vorstellbar?

 

 

Apokalypse – Offenbarung. Der ewige Kreislauf der unschuldigen Sünde was last modified: Juni 5th, 2016 by Henrik Geyer

Vorurteile und Urteile. Was sind Vorurteile?

Vorurteile und Urteile. Was ist ein Vorurteil?

Was sind Vorurteile? Ein Vorurteil ist ein Urteil, das vorschnell ergeht, und für das somit die Vermutung besteht, dass es falsch ist.
Oder es ist bereits falsch, wenn es ausgesprochen wird.

Generaltugend Gerechtigkeit

Eine der vier klassischen Kardinaltugenden ist die Gerechtigkeit. Gerechtigkeit erfordert ein Urteil, denn zu sagen, etwas sei Recht oder Unrecht erfordert eine Beurteilung.

Aus Urteilen erwachsen Vorurteile

Ohne Beurteilung keine Gerechtigkeit, aber durch das Beurteilen entsteht die Gefahr, vorzuverurteilen.

Gerechtigkeit wird sehr schnell zur Selbst-Gerechtigkeit. Das Urteil wird sehr schnell zum Vorurteil.

Bibelzitat: Als eine Frau, die des Ehebruchs überführt war, gesteinigt werden sollte, trat Jesus dazwischen und sagte: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“ (Joh 8,7). Dazu muss gesagt werden, dass damals die Steinigung (eine Todesstrafe, bei der der Tod durch das Werfen von Steinen herbeigeführt wird) die anerkannte Form der Gerechtigkeit in einem solchen Fall von Rechtsbruch war. So ist es in manchen Teilen der Welt auch heute noch.

Und dennoch forderte Jesus die Leute auf, zuerst an sich selbst und die eigenen Sünden zu denken, bevor sie das Recht im Außen durchsetzen.

Man denke auch an den Ausspruch Jesu (als jemand einen anderen kritisiert hatte): „Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; darnach erst siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!“ Matthaeus 7:5

Zurückhaltend sein im Urteilen

Aus einer Generaltugend wie Gerechtigkeit wird sehr schnell Sünde – die Sünde vorzuverurteilen.

Daher ist die Generaltugend der Gerechtigkeit verbunden mit der Aristotelischen Auffassung von Tugend – als ein Beachten des rechten Maßes. Mäßigung in allem – das ist die Hauptforderung in einem gelungenen Leben. Mäßigung – das ist die Forderung, auch im Urteilen mäßig zu sein, und sich der Tatsache bewusst zu sein, dass Urteilen sehr schnell zum Vorverurteilen wird.

Unser Leben besteht aus Urteilen

Gleichzeitig müssen wir uns darüber klar sein, dass wir ohne das Beurteilen von richtig und falsch, von gut und böse, von wahr und unwahr, nicht auskommen. Diese Begriffe sind unsere Welt, sie sind verbunden mit der menschlichen Vorstellung von Folgerichtigkeit. Wir können also unsere Vorsicht gegen über vorschnellem Urteilen nie so weit treiben, dass wir ganz ohne Urteile auskommen könnten.

Wir Menschen sind nicht Gott, der ganz ohne Urteile auskäme. Wir müssen urteilen und sind stets in der Gefahr des Vorurteils. Umso wichtiger ist Vorsicht im Urteilen, und zu versuchen, stets das rechte Maß zu wahren.

Vorurteile und Urteile. Was sind Vorurteile? was last modified: Dezember 19th, 2015 by Henrik Geyer

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Die Bedeutung dieses wunderbaren Zitates

http://Spireo.de: Man sieht nur mit dem Herzen gut

Woher kommt das Zitat „Man sieht nur mit dem Herzen gut?“

„Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Dieses Zitat entstammt dem Büchlein „Der kleine Prinz“, von Antoine de Saint-Exupery, einem Kinderbuch, das philosophische Sichtweisen mit Einfachheit und Schlichtheit verbindet. Übrigens sind auch die Illustrationen des Büchleins, die der Autor selbst gemacht hat, gleichzeitig schlicht und schön. Es ist ein wunderbares Büchlein für Kinder, denn es ist verständlich, aber alles andere als dumm. Man kann also viel daraus lernen.

Zitat: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. (Antoine de Saint-Exupery)

Wie kann das Herz sehen?

Die intuitive Wahrheit, die in dieser bekannten Textzeile steckt, ist, dass es ein Wissen gibt, dass nicht im Außen zu sehen ist, nicht im Außen nachweisbar ist. Es ist nicht messbar, die Menschen können sich also schlecht „darüber“ unterhalten; wie es sei, wo es sei. Und dennoch ist es da.

Es ist die Wahrheit des Innen. Es gibt diese Wahrheit, auch wenn unsere so kluge materialistische Zeit meint, Wahrheit müsse in einem Außen nachweisbar sein, sonst sei es keine Wahrheit. Sondern „nur“ ein Gefühl, ein Ahnen, eine metaphysische Anwandlung – und welche Worte es dafür noch geben mag.

Aber, die Menschen wissen dennoch, trotz all dieser „Vernunft“, dass die Wahrheit zuerst in ihrem Innen ist. Die schlichte Aussage des Zitates ist, diese Wahrheit zu achten. Dadurch ist das Zitat so populär. Der Rat ist: Schalte nicht ständig den Kopf ein! Höre auf dein Innen! Die für dich wichtigen Wahrheiten findest du hier – in deinem Herzen.

Man muss die Augen schließen!

Wenn das Herz denken kann, und das Herz sehen kann (und man darf diesen Satz ruhig wörtlich nehmen)… täuschen uns dann unsere Augen? Sehen sie nicht gut? Der Dichter sagt „ja“. Sie sehen tatsächlich nicht gut. Sie sehen nur, worauf sich alle Menschen  „einigen“ können – das Außen. Die Wahrheiten des Innen, die uns meist viel wichtiger sind, sind eben nur dem Herzen sichtbar. Auf sie kommt es an. Wir müssen die Augen schließen, sonst können wir die Wahrheiten des Herzens nicht wahrnehmen. Sondern, wir würden wie gebannt auf die Phänomene des Außen starren.

Es gibt ein weiteres, schönes Zitat aus dem Roman „Der Golem“, welches die spirituelle Erfahrung der inneren Wahrheit beschreibt:

Jahrelang hatte ich den irrigen Grundsatz der Maler, man müsse die äußere Natur studieren, um künstlerisch schaffen zu können, stumpfsinnig nachgebetet und befolgt; erst, seit Hillel mich in jener Nacht erweckt, war mir das innere Schauen aufgegangen: das wahre Sehenkönnen hinter geschlossenen Lidern, das sofort erlischt, wenn man die Augen aufschlägt, – die Gabe, die sie alle zu haben glauben und die doch unter Millionen keiner wirklich besitzt.
Gustav Meyrink

Siehe auch: Artikel Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast

Ähnliches Thema: Schätzen, was man hat. Wertschätzen und dankbar sein, wer – man ist und wie man ist

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Man sieht nur mit dem Herzen gut. Die Bedeutung dieses wunderbaren Zitates was last modified: Mai 17th, 2016 by Henrik Geyer

Angst vor der Angst – ist man mutlos, ein Verlierer und Defätist, wenn man Angst hat?

Angst vor der Angst: Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.

In diesem Artikel geht es um Angst, und zwar um persönliche Angst ebenso, wie Angst in der Gesellschaft. Auch um Angst, die schließlich zu „Angst vor der Angst“ wird. Gerade in jüngster Zeit wird aus gegebenem Anlass (die Anschläge in Paris) von Politikern oft gesagt, man solle, man dürfe keine Angst haben. Markige Sprüche von „Jetzt erst recht..“, „Angst nicht zeigen..“ machen die Runde.

Ist man vielleicht nicht ganz normal, wenn man Angst hat? Ist man ein Defätist, Verlierer, gar Feigling, wenn man Angst hat?

Angst als Signal

Die Natur hat den Lebewesen die Angst gegeben, und zwar als überaus nützliches Werkzeug des Erkennens der Realität. Bevor wir noch lange begründen können, wo und warum eine Gefahr vorhanden ist, sagt uns Angst, dass wir vorsichtig sein müssen, dass wir handeln müssen.

Als Information ist Angst also sehr hilfreich, und wir wären dumm, wenn wir nicht unsere Ängste zur Kenntnis nehmen und aussprechen würden.

Entscheidend, wie man mit Angst umgeht

Macht es uns mutiger, wenn wir Angst „unterdrücken“? Kaum. Vor allem, wie soll das gehen? Wer dies fordert, möge bitte eine Anleitung beilegen, wie man das machen soll …. an etwas nicht denken.

Angst nicht zu verbalisieren, Angst zu verleugnen, ist der beste Weg, Ängste zu bewahren und zu verstetigen. Denn es ist ja gerade das Kennzeichen von Angst, diffus und ungreifbar, schwärend, und damit allgegenwärtig zu sein.

Insofern muss man die (gegenwärtigen) Durchhalteparolen der Politiker kontraproduktiv nennen – beruhigend wirken sie nicht. Durchhalteparolen sind auch nicht bewunderungswürdiges Beispiel  für eigene Angstlosigkeit, sondern nur ratlose Rhetorik. Beruhigend hingegen kann nur wirken, wenn man Angst benennt – sie nicht lächerlich macht, sie nicht durch Wortakrobatik wegdiskutiert, sondern sich klar macht, woher die Angst kommt. Und natürlich ist es besonders beruhigend, wenn man dann, aus einem Verständnis heraus, auch handelt.

Angst vor der Angst – Angst als Gewohnheit

Angst kann zu einer Gewohnheit werden, wenn man es sich angewöhnt, nicht zu handeln, sondern über die Gefahren nachzudenken. So verstetigt sich Angst, und zu der Angst, die einen konkreten Anlass hat, kommt noch die Angst, dass man wieder Angst haben muss, und zwar vor dem unangenehmen Gefühl der drohenden Angst …. So wird daraus Angst vor der Angst.

Handeln vertreibt die Angst

Angst kann uns sagen, dass Gefahr droht, und aus welcher Ecke Gefahr droht. Man sollte die Quelle der Angst, die Gefahr, untersuchen, ggf. anerkennen und als Ziel ein Handeln wählen, das die Gefahr eliminiert.

Das, was man sich als Handlungsstrategie überlegt, das sollte man dann tun. Man sollte unbedingt entsprechend seiner Pläne handeln. Nur so kann man Angst bekämpfen. Nur so kann man erreichen, dass man nicht ständig an seine Ängste denken muss.

Die Angst kann nur dann aus dem Denken weichen, wenn man an die Stelle der Angst vor dem Negativen das Handeln für das Positive setzt.

Angst vor dem Unabwendbaren

Angst vor dem Unabwendbaren ist eine Angst, der kein Handeln entgegenzusetzen ist. Angst vor dem Tod etwa. Oder Angst vor dem Unvorhergesehenen, also Angst davor, dass es immer schlimme Ereignisse geben wird, die trotz aller Vorsicht eintreten werden. Wir alle können dem Tod nicht entkommen. Wir alle können nicht in die Zukunft sehen.

Aber wir können dem Tod, und anderen Unabwendbarkeiten gegenüber eine andere Einstellung entwickeln. Es ist sinnvoll, sich auch mit diesen Ängsten auseinanderzusetzen, und eine vernünftige Einstellung zu finden, durch die man das Nebulöse und die Vergrößerung vermeidet, die mit einer ungreifbaren Angst einhergehen.

Bei Ängsten die Unabwendbares betreffen hilft letztendlich nur Akzeptanz, etwa wie es Friedrich Chr. Oetinger in folgenden Worten ausdrückte: „Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.“

 

 

 

Angst vor der Angst – ist man mutlos, ein Verlierer und Defätist, wenn man Angst hat? was last modified: Dezember 2nd, 2015 by Henrik Geyer