Menschlichkeit – was ist menschlich?

Über Menschlichkeit - Donner Gruppe - gefällte Baumstämme, Höhe des Schnees [SPID 4372]

Neulich las ich ein Buch, das mich über den Begriff Menschlichkeit nachdenken ließ.

1846, zur Zeit der Besiedlung des amerikanischen Westens

Es ist die historisch verbürgte Geschichte der Donner-Gruppe, eines Wagentrecks von ca 90 Emigranten, die, 1846 über die Rocky Mountains ziehend, Californien erreichen wollten um dort zu siedeln. Durch Verzögerungen geriet man in die früh beginnenden Winterstürme in den Bergen. Der Wagenzug schneite ein, es kam durch den während der Wintermonate sich immer verschärfenden Hunger zu Kannibalismus unter den Siedlern. Ich möchte eine kurze Textpassage aus dem Buch History of the Donner Party, a Tragedy of the Sierra anfügen.

Relativität der Moralbegriffe – Menschlichkeit

Ich möchte nicht, auf Grund des Textes, irgendeine Wertung abgeben. In philosophischer Weise möchte ich lediglich die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass das, was man menschlich nennt, letztendlich sehr abhängig ist von Umständen, in denen sich Menschen befinden. Ob nun „Du sollst nicht töten!“ universelle Gültigkeit hat oder haben muss, lässt sich aus einer komfortablen Situation heraus immer leicht sagen. Doch die Moral, die Wahrheit, entsteht aus dem Erleben des Konkreten, nicht umgekehrt. Die Moral, die Menschlichkeit – das sind flexible Begriffe. Man könnte es auch so sagen: Wer nie erleben möchte, wie die menschlich-moralischen Grundbegriffe gedehnt werden und schließlich in Scherben gehen, muss darauf achten, in welche äußerliche Situation er sich begibt. Wohl wissend, dass man es ja keineswegs immer in der Hand hat, in welche Lage man gerät. Dem Text vo History of the Donner Party, a Tragedy of the Sierra folgend könnte man sagen, dass es Menschlichkeit ist, immer das Notwendige zu tun. Aber für welches Tier würde das nicht gelten?

Zum Verständnis:

Ein kleines Rettungsteam hatte dem feststeckenden Wagenzug Nahrung gebracht, noch bevor der Zugang völlig zuschneite. Zu dem Rettungsteam gehörten zwei Indianer. Diese gebrachte Nahrung war schnell verbraucht. Wieder drohten die Menschen zu verhungern.

Unter den Eingeschneiten formierte sich eine Gruppe von 16, die die nahen höchsten Gipfel der Rockys überwinden, und auf der anderen Seite um Hilfe bitten sollten. Diese Maßnahme erschien auch deshalb notwendig, um die geringen Nahrungsvorräte im Camp zu entlasten.

Als Führer dieser Menschen erboten sich die zwei Indianer, die den Weg zu den nächstgelegenen Siedlungen auf californischer Seite kannten.

Nachdem die Gruppe einige Tage unter den schwersten Bedingungen unterwegs war, die Nahrung ausgegangen war, und die Menschen nah am Verhungern waren, kam es zu Kannibalismus. Von den auf dem Weg an Kälte und Hunger Gestorbenen wurden Fleischstücke abgeschnitten und verzehrt.

Die Indianer entfernten sich von der Gruppe der Weißen, wohl auch deshalb, weil sie mitbekamen, dass die Weißen die Absicht hatten, die Indianer zu töten und zu verspeisen. Dennoch führten die beiden Indianer die Weißen weiter, diese von Ferne leitend.

Die Indianer, die selbst nichts zu essen hatten, erschöpften ihre Kräfte, legten sich schließlich auf den Schnee, unfähig noch weiter zu gehen.

Hier die gewählte Passage aus dem Buch:

Sie waren unfähig, sich zu bewegen (die Rede ist von den beiden Indiandern), als die verhungerten „Sieben“ (die verbliebene Anzahl der Weißen dieser Rettungsgruppe betrug nur noch sieben) vorbeigingen. Jawohl! Vorbeigingen, denn die hungernden Emigranten passierten die armen Burschen (die Indianer) lediglich, unfähig sie des kleinen Funkens von Leben zu berauben (was ja eigentlich ihre Absicht gewesen war), der noch in deren geschundenen Körpern war.

Sie gingen noch etwa zweihundert Yards. In wenigen Stunden, vielleicht noch in derselben Nacht, würden sie Hungers sterben. Schon begannen die entsetzlichen Phantasien des Hungerdiliriums vor ihren eingesunkenen Augen zu tanzen. Bevor noch die Indianer aufhören würden zu atmen, wären einige der Sieben rettungslos verloren. Es waren zwei Männer und fünf Frauen. William Foster sah, dass seine Frau, die ihm alles bedeutete, sich schnell dem Tode näherte. Um sein Leben zu retten hatte sie, die geheiligten Instinkte der weiblichen Natur überwindend, ihm Nahrung von Fosdicks Körper abgeschnitten und gebracht. (Fosdick war einer der auf dem Weg Gestorbenen).

Sollte nun er lediglich dabei zusehen, wie sie den schrecklichsten aller Tode stirbt? Leser, begib dich an seine Stelle! Tapfer, edel, heldenhaft, voller löwenhafter Tatkraft, war William Foster zu keiner Zögerlichkeit fähig. Man denke an seine Lage! Auf dem Schnee lag hilflos Mrs. Pike, die Frau, die er unabsichtlich zur Witwe gemacht hatte. Ihre Kinder starben in den zurückgelassenen Hütten (des Camps am Donner Lake, das die Gruppe verlassen hatte). Sein eigener Junge war in diesen Hütten. Seine Kameraden, seine Frau, waren im letzten Stadium des Verhungerns. Er selbst starb.

Eddy (der andere Mann in der Gruppe) hatte nicht genügend Nerven, die Frauen konnten nicht, so musste William Foster! War das Mord? Nein! Jedes Gesetzbuch, jedes Prinzip des höheren Rechts, Selbsterhaltung, jedes Diktat des Rechts, der Vernunft, oder der Menschlichkeit, verlangten die Tat.

Die Indianer waren jenseits aller Hoffnung auf Wiederherstellung. Sie konnten ihre Köpfe nicht von dem Bett aus Schnee heben, auf dem sie lagen. Es war nicht nur zu rechtfertigen, es war sogar Pflicht, es war eine Notwendigkeit.

Als er zu ihnen zurückkam sagte er ihnen, er würde sie töten. Sie stöhnten nicht und kämpften nicht, als sie begriffen, dass ihr schwelendes Leid nun enden würde. Man hörte zwei Schüsse. Die „verzweifelte Hoffnung“ (so nannte man die Rettungsgruppe, zu der auch Foster gehörte) würde nun diejenigen retten können, die am Donner Lake zurückgeblieben waren.

 

englisches Original:

They were unable to move when the famished „Seven“ passed. Yes, passed! for the starving emigrants went on by the poor fellows, unable to deprive them of the little spark of life left in their wasted bodies. Traveling was now slow work for the dying whites. They only went about two hundred yards. In a few more hours, perhaps that very night, they would die of starvation. Already the terrible phantasies of delirium were beginning to dance before their sunken eyes. Ere the Indians would cease breathing some of the Seven would be past relief. There were two men and five women. William Foster could see that his wife—the woman who was all the world to him—was fast yielding to the deadly grasp of the fiends of starvation. For the sake of his life she had stifled the most sacred instincts of her womanly nature, and procured him food from Fosdick’s body. Should he see her die the most terrible of deaths without attempting to rescue her? Reader, put yourself in this man’s place. Brave, generous, heroic, full of lion-like nobility, William Foster could not stoop to a base action.

Contemplate his position! Lying there prostrate upon the snow was Mrs. Pike, the woman whom, accidentally, he had rendered a widow. Her babes were dying in the cabins. His own boy was at the cabins. His comrades, his wife, were in the last stages of starvation. He, also, was dying. Eddy had not nerve enough, the women could not, and William Foster must-what! Was it murder? No! Every law book, every precept of that higher law, self-preservation, every dictate of right, reason or humanity, demanded the deed. The Indians were past all hope of aid. They could not lift their heads from their pillow of snow. It was not simply justifiable—it was duty; it was a necessity. He told them, when he got back, that he was compelled to take their lives. They did not moan or struggle, or appear to regret that their lingering pain was to cease. The five women and Eddy heard two reports of a gun. The „Forlorn Hope“ might yet save those who were dying at Donner Lake.

 

 

Noch ein paar interessante Details:

  • Durch den geschilderten Kannibalismus gelang es einigen die nächstgelegene Siedlung zu erreichen. Dies brachte auch vielen Rettung, die am Donner Lake noch der Hilfe harrten. Frauen, kleinen Kindern … Die Schilderung der Ereignisse ist sehr tragisch und bewegend.
  • Das Bild oben, Wikimedia entnommen, zeigt Bäume, die zur Brennholzgewinnung von den im Schnee Eingeschlossenen gefällt wurden. Auf der Schneefläche stehend schlugen sie mit der Axt die Stämme durch. Die Höhe, in der die Baumstämme abgetrennt wurden, geben einen Hinweis auf die Höhe des Schnees, der die Menschen umschloss.
  • Das hier zitierte Buch entstammt der Zeit, als die Überlebenden des Donner-Trecks noch lebten und selbst Zeugnis gaben.
  • Mark Twain schrieb eine Persiflage auf die hier beschriebenen Ereignisse, eine Kurzgeschichte namens „Kannibalismus auf der Eisenbahn“. Das in Twains Geschichte wirklich Makaber-Lustige ist, wie die auf einer Eisenbahnstrecke Eingeschneiten in einer Art Gerichtsverhandlung mit Anwälten und Verteidigern, und in wohl gewählten Worten, darum streiten, wer als Nächstes verspeist werden solle. Die zum Verspeisen Vorgesehenen geben dabei ihren Bedenken Ausdruck, ob wohl eine solche, sie selbst betreffende Entscheidung richtig sei. Sie tun das, indem sie völlig objektive Gründe vorbringen …  Twains Geschichte berührt die hier eingangs gestellte Frage: Was ist Menschlichkeit? Wie dünn ist die Schicht der ethischen Selbstgewissheit des Menschen, die ihn, wie er selbst meint, anderem Leben moralisch überlegen macht?
  • Das Buch History of the Donner Party, a Tragedy of the Sierra ist bei Amazon kostenlos erhältlich.

 

 

Menschlichkeit – was ist menschlich? was last modified: November 25th, 2016 by Henrik Geyer

Zynismus – Verzicht auf das Mehr!

Zynismus: Nachdenklich liegt in seiner Tonne, Diogenes hier an der Sonne.

Das Wort Zynismus bedeutet nach heutigem Verständnis das die (hohen) Werte der Gesellschaft Ablehnende. Ein Zyniker schätzt gering, was allgemein hoch geachtet ist, tut es ab, und ist so (nach außen nicht immer erkennbar), der soziale Paria der Gesellschaft.

Das Wort Zynismus entstammt der Denkrichtung der Zyniker der griechischen Antike. Es ist eine Philosophie, die durch materiellen Verzicht Reinheit und Unabhängigkeit zu erreichen suchte – ein Gedanke, der, weil er auch etwas Zwingendes hat, immer wieder in der Geschichte auftaucht, man denke nur an Franz von Assisi, an Jesuiten, an die Fastenbewegung heute …

Siehe auch: Wenn du frei sein willst, nimm dir Zeit

Zynismus (Kynismus) leitet sich vom griechischen Wort für Hund ab – es bedeutet Hündigkeit, leben wie ein Hund, wegen der dem Kynismus eigenen Bedürfnislosigkeit.

Zynismus ist ursprünglich nicht negativ

Weil sich der zynische (kynische) Philosoph (jedenfalls ursprünglich) allem möglichen Ungemach aussetzte, um seine hohen Ideale der Natürlichkeit und Freiheit zu erreichen, kann man ihn nicht eigentlich abtuend oder negativ im heutigen Sinne nennen.

Bekanntestes Beispiel für einen Zyniker im klassischen Sinne ist Diogenes von Sinope. In einer herrlich gezeichneten Bildgeschichte von Wilhelm Busch ist er das arme Mobbingopfer zweier böser Buben. Da er als „Dach überm Kopf“ lediglich ein Weinfass sein eigen nennt, ist er deren Angriffen auch relativ schutzlos ausgeliefert. Doch trotz (oder gerade wegen?) der Gewaltlosigkeit des Diogenes enden die Angriffe der Buben für diese schlimm, für Diogenes hingegen gut.

Eine weitere amüsante Geschichte ist, als Diogenes durch eine Volte des Schicksals in Gefangenschaft gerät und als Sklave teuer verkauft werden soll. Von Kaufinteressenten gefragt, was er denn besonders gut könne, antwortete er: „Ich kann besonders gut Befehle geben. Wer also Interesse hat sich hier einen Herrn einzukaufen, der möge zuschlagen.“

Eine weitere bekannte Anekdote ist der Besuch des berühmten Feldherrn Alexander (des Großen) bei Diogenes. Alexander war erstaunt gewesen, warum Diogenes ihm nicht seine Aufwartung gemacht hatte, wie es bei der Anwesenheit des Königs alle taten, die in der Stadt ein gewisses Ansehen hatten. So kam nun Alexander zu Diogenes und fand ihn müßig in der Sonne liegend vor. Alexander begrüßte ihn und fragte: „Wenn du dir etwas von mir wünschen könntest, was würdest du dir wünschen?“ Diogenes antwortete: „Dass du mir aus der Sonne gehst.“

 

Das Gesagte macht deutlich, dass Zynismus in Bezug auf die Freiheit anspruchsvoll ist, was eine Abkehr von den Werten der Gesellschaft als Notwendigkeit mit sich bringt.

Zynismus ist im Ursprung aber nicht bösartig, nicht gemein, nicht zerstörerisch. Sondern in gewisser Weise konstruktiv. Vielleicht muss sich die Gesellschaft wandeln, sich abkehren von der ewigen Logik des Mehr! und immer Mehr! In diesem Fall würde wohl eine Spielart des Zynismus eine der Welt wohltuende Renaissance erleben.

 

Weiterlesen: Beitrag Verantwortung für die Welt übernehmen

Siehe auch: Artikel Wachstumswahn – wie viel ist genug? Ist ein Ende des Wachstums erst dann erreicht, wenn wir die Schnauze voll haben?

Siehe auch: Artikel Ist der Mensch die Krankheit der Welt? Zerstörung der Erde – Heilung der Erde.

 

 

Zynismus – Verzicht auf das Mehr! was last modified: Mai 17th, 2016 by Henrik Geyer

Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Du hast Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast.Antoine de Saint-Exupéry

Du hast Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast… Was bedeutet dieses wunderschöne und vielsagende Zitat von Antoine de Saint-Exupéry?

Im Text

Im Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry? – einem wunderschönen Kinderbuchklassiker – begegnet der kindliche Held, der kleine Prinz, einem Fuchs. Der Fuchs erklärt dem kleinen Prinzen seine Weisheit: die Dinge der Welt, was es auch sei, beispielsweise die Freundschaft zwischen beiden, die Freundschaft eines Jungen zu dem einen Fuchs als nur einem unter tausenden Füchsen … macht den Fuchs und den Jungen füreinander so besonders. Ebenso der Anblick der einen Rose, als einer unter tausenden, macht diese eine Rose zu etwas Besonderem.

 »Adieu«, sagte der Fuchs. »Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.«

»Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

»Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.«

»Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe …«, sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

»Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Fuchs. »Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich …«

»Ich bin für meine Rose verantwortlich …«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

Ähnliches Thema: Artikel Man sieht nur mit dem Herzen gut. Die Bedeutung dieses wunderbaren Zitates

Verantwortung tragen

Verantwortung – d.h. die Fähigkeit und die Verpflichtung, bzgl. einer Sache zu antworten, Zeugnis abzulegen, zuständig zu sein. Ebenso im Englischen: Responsibility – die Verantwortung. Response – die Antwort.

Antworten – wem gegenüber? Vielleicht einer höheren Instanz. Vielleicht dem Schöpfer. Vielleicht dem eigenen Gewissen gegenüber.

Das  Leben wird bestimmt durch das, was man kennt

Was immer wir kennenlernen – das Fremde – es kann uns nie völlig fremd sein. Es enthält immer Anteile von uns selbst, denn wir sehen alles durch die Brille der eigenen Begriffe, also dessen, was wir bereits wissen, was wir kennen, bzw. der Worte über die wir verfügen.

Es ist die Funktionalität unseres Bewusstseins, dass letztlich jeder die ganz eigenen Vorstellungen von der Welt hat (Ich-Universum).

Man kann nicht alles kennen, man kann nicht alles kennenlernen

Unsere Welt endet dort, wo die Aufmerksamkeit endet. Unsere Welt endet dort, wo unsere Zeit endet. Unsere Welt endet dort, wo unsere Begriffe für die Welt enden.

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
Ludwig Wittgenstein

Sich dieser Begrenztheit bewusst zu werden, sich des schmalen Grates der Aufmerksamkeit bewusst zu werden, mit der ein jeder die Welt sieht, bedeutet, die Welt, so wie sie sich gerade im Augenblick darstellt, schätzen zu lernen. Sich der Verantwortung bewusst zu werden, Aufmerksamkeit zu schenken. Wem schenkt man sie? Welche Sache, welches Thema ist wichtig genug, dass man damit die kostbare Lebenszeit verbringt?

Umgekehrt bedeutet es Vergebung, Absolution, und damit ein Stück Seelenfrieden: man kann nicht für alles Verantwortung tragen – des Menschen Welt ist begrenzt. Wer klug ist akzeptiert das und weiß es zu nutzen, anstatt daran zu verzweifeln.

Wir Menschen können ohnehin nur kleine Dinge tun. Aber wir können diese kleinen Dinge mit Liebe tun.
Mutter Theresa

Spirealismus

Nebenbei gesagt ist der Grundsatz, dass es nichts Objektives gibt, und dass daher im Umkehrschluss die Dinge aus der individuellen Betrachtung erst ins Entstehen kommen, ein spirealistischer. Insofern erklärt sich das Geheimnis des Fuchses als die Funktionalität unseres Bewusstseins: Wir beurteilen die Dinge immer nur mit den eigenen Begriffen; sie (die Dinge) können uns nie etwas anderes sein, als das Resultat der eigenen Anschauung. Was wir denken, worauf wir uns fokussieren, womit wir vertraut werden – das ist unsere Welt.

Sich dieser Tatsache bewusst zu werden, dazu fordert der Fuchs auf. Ebenso dazu, die Verantwortung zu sehen, was man sich im Leben vertraut macht. „Alles“ kann es nie sein. Was man sich vertraut machen kann, das ist immer nur wenig, ist immer nur begrenzt.

Zugleich fordert der Text auf, diese Begrenztheit anzunehmen, sie mit Liebe und bewusster Verantwortung zu erfüllen.

Wir selbst, wie auch die Dinge, kommen als Relation in das Entstehen.

Als Beispiel hierfür möchte ich ein Kind anführen. Es spürt die Liebe und Wertschätzung, die man ihm gegenüberbringt und es wächst daran. Sein Selbstbild – und damit letztlich alles, was ihm im Leben widerfahren kann – bildet sich aus dem, was es aus seinem Gegenüber (besonders den Eltern) über sich selbst erfahren kann. Wenn man sich als Eltern dieser Tatsache bewusst ist, dann kann man diese Verantwortung besser spüren, man kann die gegebene Zeit mit Liebe und Glück erfüllen. Man wird sich wohl gleichzeitig der Begrenztheit dessen, was man überhaupt in der Lage ist zu tun, sehr bewusst werden, und wird sich umso mehr freuen, dass man Zeit mit einem geliebten Wesen verbringen darf …

 

Weiterlesen: Beitrag Danke sagen – sag „danke“ zur Welt und erhalte ein „gern geschehen“

Weiterlesen: Glaube Liebe Hoffnung – ohne Glauben geht nichts

Ähnliches Thema: Beitrag Schätzen, was man hat. Wertschätzen und dankbar sein, wer – man ist und wie man ist

Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast was last modified: Juni 1st, 2016 by Henrik Geyer

Vegetarier sein – wozu?

vegetarier werden

Vegetarier sein … sollte man. Warum eigentlich? Was mich dazu treibt, Vegetarier sein zu wollen.

Wie es kam

Als Junge hatte ich, wie wohl alle Kinder, das Gefühl, dass die Tiere von den Menschen ausgenutzt und gequält werden. Dieses Gefühl verflüchtigte sich allmählich, denn soundso viele Ältere erklärten, begründeten, sagten, es sei nicht so.

Ich wurde Fleischesser, wie alle. Der beste Steakfreund, häufig haben wir gegrillt. Kann daran etwas Verwerfliches sein – das machen doch alle so? Ist es nicht der natürliche Lauf der Dinge, sind dafür denn die Tiere nicht da?

eine Umstellung im Leben

Durch einen persönlichen Schicksalsschlag, der auch der Ausgangspunkt für mein Schreiben war, verstand ich irgendwann, dass der Mensch vom Bewusstsein eigentlich recht wenig versteht. Wie wenig, ist ihm eben nicht bewusst. Dass er glaubt, viel davon zu verstehen, ist bereits Teil des Problems.

Jedenfalls wurde mir zu diesem Zeitpunkt auch klar, dass alles das, was der Mensch über das tierische Bewusstsein zu sagen hat, meistenteils Unsinn sein muss.

Kindermund

Insofern nahm ich nun mit einer höheren Bereitwilligkeit auf (als ich es wohl vorher getan hätte), was auch unsere Kinder davon anfingen: Tiere zu essen sei eigentlich nicht moralisch. Die Kinder waren auch eher bereit, aus diesem, von ihnen erkannten Missstand, Konsequenzen zu ziehen. Sie wollten kein Fleisch essen, wollten Vegetarier sein. Keine Wurst, kein Steak, keine Buletten. Mit Erstaunen nahm ich zur Kenntnis, wie einfach das offenbar ist, dass man seine Überzeugung zur Tat werden lässt.

Und es war auch erstaunlich, dass die einfache Wahrheit meiner Jugend, in späteren Jahren und mit neuen Einsichten, zu mir zurückkommt. Kann der direkte und einfache Gedanke manchmal auch der wahre sein?

Weil ich nun besser verstand, was meine Kinder meinten, aber auch, weil es einfacher ist, den Kindern nachzugeben als mit ihnen herumzustreiten, haben wir seitdem weniger und weniger Fleisch gegessen. Es gibt so vieles, was ebenfalls ganz wunderbar schmeckt – Fleisch muss eigentlich gar nicht sein! Seitdem wenig davon im Haus ist, essen wir größtenteils einfach keins – und das ist völlig ok.

Vegetarier sein geht also, im Prinzip. Und es ist wahrscheinlich sogar die gesündere Lebensart. Eigentlich ist doch klar, dass diese Überfülle der heutigen Zeit, auch die Überfülle der Fleischtheke, völlig unnatürlich ist, und sicher auch ungesund.

Vegetarier werden, aus Überzeugung

Ich habe inzwischen vieles gelesen und gehört, dass mich zu der Überzeugung bringt: Wir wissen nicht, was wir tun.

Unsere Überzeugungen, die Tiere könnten „nur“ dies oder jenes denken, stimmen nicht. Solche (Ab)Wertungen sind ja scheinbar immer schnell bei der Hand, wenn das Gewissen beruhigt werden soll. Im Dritten Reich waren es die Juden, die angeblich nicht wert waren … und so weiter. Was mit ihnen geschah, war angeblich egal – kümmere dich nicht drum! Das millionenfache Leid ist nicht überliefert, die schrecklichen Höllen … nur manchmal, aus den Erzählungen weniger Überlebender, ist es  nachvollziehbar.

Was ist nun mit unseren stummen Mitlebewesen? Von ihnen hört man keine Klage, sie haben keine Lobby, sie haben keine Rechtsvertretung. Heißt das, sie leiden nicht?

Für mich nicht. Für mich ist, was mit ihnen geschieht, eine der vielen Höllen, die die Menschen in der Lage sind, zu bereiten. Und die Menschen sind dabei völlig unschuldig, denken sich nichts dabei! Wichtig ist dem Menschen nur sein eigenes Leid.

Ich habe niemals an diese Millionen von still und geduldig ertragenen Leiden denken können, ohne von ihnen bedrückt zu werden. Wenn der Mensch so viel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn er selbst leidet?

Romain Rolland

Siehe auch: Artikel Apokalypse – Offenbarung. Der ewige Kreislauf der unschuldigen Sünde

Temple Grandin

Temple Grandin ist eine Bücher-schreibende Ingenieurin, die sich auf die Konzeption von Schlachthöfen spezialisiert hat, und insofern als Autorität gilt. Sie ist übrigens Autistin und sagt selbst, dass sie ein besseres Verständnis für die Tierpsyche habe, als der „Normalmensch“, was ihr wiederum bei ihrer Ingenieur-Arbeit zugute kommt.

Sie schildert in einem ihrer Bücher, wie Rinder geschlachtet werden (zumindest bevor Grandin in den Schlachthöfen für ein Mindestmaß an Menschlichkeit/Tierischkeit sorgt). Die Rinder werden bei lebendigem Leib an den Hinterläufen aufgehängt, damit man ihnen am Fließband die Kehle durchschneiden kann. Die Hinterläufe brechen häufig – aber das spielt in der Fleischproduktion natürlich gar keine Rolle. Time is money, is ja am Ende eh Wurscht!

Wer Tiere quält, ist unbeseelt und Gottes guter Geist ihm fehlt. Mag noch so vornehm drein er schaun, man sollte niemals ihm vertraun.
Johann Wolfgang von Goethe

Was in der Fleischproduktion geschieht, weiß kein Mensch, denn die Menschen wissen sich und ihren Geist zu schützen: sie wollen es gar nicht wissen.

Als ich das las, war es mir abstoßend – man weiß ja insgeheim, dass es stimmt! Man überlegt sich einfach dreimal, ob man so etwas unterstützen will, indem man weiterhin Fleisch „genießt“, oder ob man nicht lieber Vegetarier werden will. So war es jedenfalls bei mir. Mein Vegetarier-Sein ist nicht vollständig, ist nicht perfekt. Es ist aber immerhin ganz anders als vorher, als ich bedenkenlos „genoss“. Der Gedanke daran, was hinter den Kulissen abläuft, nimmt den Appetit. Das rettet vielleicht nicht gerade die Welt. Aber man möchte an einem bedenkenlosen, kaputten System, so wenig wie möglich Teil haben. Ich denke, auch das nützt etwas – auch wenn es nicht viel ist.

Wie wichtig ist es doch, sich bei Delikatessen und ähnlichen Speisen vorzustellen, dass dieses die Leiche eines Fischs, jenes die Leiche eines Vogels oder Schweines ist, ebenso, dass der Falerner der Saft einer Traube ist und das Purpurgewand die Wolle eines Schafes mit Blut einer Muschel benetzt.
Mark Aurel

 

 

Lesen Sie auch: Ist der Mensch die Krankheit der Welt? Zerstörung der Erde – Heilung der Erde.

Ähnliches Thema: Spirituelles Erwachen – Chance für die Menschheit

Ähnliches Thema: Kann der Mensch etwas NICHT wissen? Unwissenheit.

 

 

 

Vegetarier sein – wozu? was last modified: Mai 24th, 2016 by Henrik Geyer

Tun was ich will! Wenn ich nur wüsste, was mein Wille ist …

Spruchbild Wille: Die Willensfreiheit haben viele im Munde, im Geiste aber nur wenige. Dante Alighieri

Endlich einmal tun was ich will! Was ist Wille eigentlich und wie kann ich tun was ich will?

Tun was ich will – was ist mein Wille?

„Endlich einmal tun was ich will!“, sagt sich mancher. So oft scheint man getrieben von Umständen – man muss dies machen, jenes machen… Man ist ist in dem was man tut entfremdet. Entfremdung von der Arbeit bedeutet, dass die eigene Arbeit nichts mit einem selbst zu tun hat. Nicht mit den eigenen Zielen, nicht mit den eigenen Vorlieben, vielleicht noch nicht einmal mit den eigenen Moralvorstellungen. Man ist getrieben – und unglücklich.

Lebensqualität hängt davon ab, dass wir uns selbst verwirklichen können, dass wir unsere Tage nach eigenem Willen gestalten können. Dass wir unseren eigenen Zielen näherkommen. (siehe Artikel Was im Leben wirklich zählt)

Was man tun will, muss man zuallererst in sich selbst ergründen. Denn, weiß man das nicht, wird man notwendigerweise zum Werkzeug derjenigen, die sehr genau wissen was sie wollen.

Sich selbst zu erforschen, sich selbst zu ergründen, ist daher die wichtigste, und die beileibe nicht einfachste Herausforderung, der man sich zu stellen hat. Welchen Wert und welches Gewicht, zugleich welche Schwierigkeit in wahrer Selbsterkenntnis liegt, sieht man daran, dass die Forderung „Erkenne dich selbst!“ als höchstes Ziel über die Eingänge von Schulen im antiken Griechenland geschrieben wurde.

Den eigenen Willen entdecken – warum tu‘ ich nicht einfach was ich will?

Zitat: Die Willensfreiheit haben viele im Munde, im Geiste aber nur wenige.
Dante Alighieri

Um dem Ziel der Selbsterkenntnis gerecht zu werden, und somit die eigenen Ziele, den eigenen Willen zu definieren, braucht es Mut. Denn körperlich hindert uns (heutzutage) im Grunde niemand, unsere eigenen Wege zu gehen. Die Zwänge sind subtiler, liegen in Grundüberzeugungen, die zu hinterfragen wir nicht gewohnt sind.

Aber natürlich kann nichts neu gedacht werden, was in seiner alten Form nicht auch hinterfragt wird.

Alte Denkschemata über Bord zu werfen, neu zu denken, neu zu tun – das ist auch eine Frage des Mutes. Man muss es sich zutrauen, man muss es riskieren… Wie sonst will man neues Land entdecken, wenn man nicht gewillt ist, das alte ein für allemal hinter sich zu lassen?

Sich die Zeit nehmen

Zitat: Der meistbeschäftigte Mensch hat am meisten Zeit für alles, was er ernsthaft will! Nur die Willensschwachen haben nie Zeit.

Es erscheint heute fast als Unverschämtheit, sich einfach Zeit zu nehmen, die es braucht, um ein eigenes Ziel zu verfolgen. Auch hierzu gehören Mut und Unverfrorenheit – und oft eine gewisse Schwerhörigkeit gegenüber dem Wissen „Aller“. Denn immer wissen „Alle“ ganz genau, was geht, und was nicht geht. Und übrigens wissen „Alle“ auch immer ganz genau, dass das Wissen „Aller“ stets das Aller-Vernünftigste ist

Man denke sich aber immer, dass das Besondere nie erreicht werden kann, wenn man dem Ratschluss der Masse folgt. Oft wird erst in späten Jahren verstanden, wie wenig von den glitzernden und blinkenden Zielen der Welt wert ist, angestrebt zu werden – und wie viel Fremdbestimmtheit in dem ist, was scheinbar „alle wollen“. Und erst dann auch versteht man, wie wichtig das Entdecken des eigenen, inneren Reichtums ist. Wenn man das bereits in jungen Jahren begreifen kann, ist es ein Glück.

Zitat: Was einer »an sich selbst hat«, kommt ihm nie mehr zu gute, als im Alter. Die meisten freilich, als welche stets stumpf waren, werden im höheren Alter mehr und mehr zu Automaten: sie denken, sagen und tun immer dasselbe, und kein äußerer Eindruck vermag mehr etwas daran zu ändern oder etwas neues aus ihnen hervorzurufen. Zu solchen Greisen zu reden, ist wie in den Sand zu schreiben: der Eindruck verlischt fast unmittelbar darauf. Ein Greisentum dieser Art ist denn freilich nur das Totengesicht des Lebens. (Schopenhauer)

Was ich will selbst definieren – Glück

Nicht von ungefähr fragen Philosophen und Dichter immer wieder, was Wille überhaupt ist.

Zitat:Täglich, bei aller Mühe und Arbeit, sehe ich, dass nicht mein Wille, sondern der Wille einer höheren Macht geschieht, deren Gedanken nicht meine Gedanken sind.
Johann Wolfgang von Goethe

Doch ungeachtet der Spur, die ins Unendliche führt, können wir das, was wir gemeinhin als „unseren eigenen Willen“ bezeichnen, nur entdecken, wenn wir den Mut zum Neudenken und zum Handeln haben. Den eigenen Willen zu entdecken, einen eigenen Begriff dafür zu entwickeln – darin liegen Glück und ein erfülltes Leben.

Zitat: Wahre Heiligkeit besteht darin, den Willen Gottes lächelnd zu tun.
Mutter Teresa

Tun was ich will! Wenn ich nur wüsste, was mein Wille ist … was last modified: Januar 18th, 2016 by Henrik Geyer

Lebensqualität schaffen – Alltag mit Glück und Freude.

Lebensqualität - Spruchbild: Gib jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden. Mark Twain

Mehr Lebensqualität – wer will das nicht? Hier einige Gedanken.. was ist Lebensqualität, und, wie schaffen wir für uns selbst mehr Lebensqualität?

Lebensqualität: tun, was man wirklich mag

Es gibt Leute, die sagen, man müsse erst einmal sehr viel arbeiten, damit man später tun kann, was man wirklich will. Aber es ist ebenso gut so, dass man erst einmal tun sollte, was man wirklich will, damit man sehr viel arbeiten kann – und damit man, was noch wichtiger ist, tut, was man wirklich mag.

Zitat: Die beste Arbeit, die man tun kann, ist das, was man ohne Lob in der Stille tut.
Vincent van Gogh

Wenn man in Übereinstimmung mit seinen eigenen Wertvorstellungen lebt und arbeitet, dann ist man glücklich, dann ist man produktiv. Wenn man tut, was man möchte, dann erscheint Arbeit nicht als etwas Gezwungenes, das man nur zu bestimmten Zeiten tun muss, weil es nicht anders geht.

Sondern Arbeit ist eine geliebte Tätigkeit; etwas, das man ohnehin so oft wie möglich tun möchte. Man ertappt sich dabei, dass man zu fast jeder Zeit, und völlig freiwillig, arbeiten möchte.

Man kennt das als „das Hobby zum Beruf machen“ – doch wird das oft abgetan, es sei „unmöglich“. Ist es das wirklich … unmöglich?

Werte und Ziele formulieren

Um ein Hobby zum Beruf zu machen, muss man erst einmal ein Hobby haben. Und da gibt es auch einige Einschränkungen. Was ist das, was ich will? Ist mein Hobby das Sammeln von Bierdeckeln? Fasziniert mich das.. wirklich so sehr, dass ich damit Jahre zubringen könnte? Kann ich andere damit faszinieren? Kann ich mich selbst damit faszinieren. Was auch immer wir anfangen, es darf nicht zu simpel sein, es muss ein hoher Preis sein, um den wir kämpfen – und um den zu kämpfen sich lohnt.

Auf jeden Fall gilt es zu fragen: Was sind meine Werte, was möchte ich in meinem Leben sehen? Und was möchte ich nicht darin sehen? In dieser Frage liegt sehr viel Macht der Selbstdefinition. Wenn wir uns nicht selbst definieren, werden wir durch andere definiert, die uns sagen, dies sei nötig, jenes sei nötig ..

Tun

Was immer wir an Ideen entwickeln – wir müssen etwas dafür tun. Wir müssen die Entwicklung der Ideen vorantreiben, indem wir unseren Ideen eine konkrete Realisierung folgen lassen. Möglichst sofort. Sonst werden wir nicht nur frei bleiben von eventuell unangenehmen Fehlern. Sondern auch frei von dem Glück, das dem Tun folgt. Frei von der Kreativität, die der Kreativität folgt – denn  Kreativität erneuert sich selbst …

Wir müssen den Weg beschreiten, auf dem wir zum Ziel gelangen wollen. Besser heute als morgen.

Zitat: Indem man das, was man zu tun hat, aufschiebt, läuft man Gefahr, es nie tun zu können.
Charles Baudelaire

Schätzen was man hat

Zu schätzen, was man bereits hat, sich zu bescheiden, macht oft erst möglich, wovon wir bereits sprachen: das Hobby zum Beruf zu machen. Sehr viel kann mit bescheidensten Mitteln erreicht werden. In der Liebe zu den Dingen und zu den Personen, die einen bereits umgeben, liegt außerdem ein sehr direkter Weg zu mehr Lebensqualität.

Und … wer glaubt, er könne nur anfangen, wenn ihm XXL-Möglichkeiten zur Hand sind, der wird oft gar nicht erst mit dem Tun beginnen.

Zitat: Für das Können gibt es nur einen Beweis: das Tun.
Marie von Ebner-Eschenbach

Siehe Artikel Wertschätzen

Das Notwendige mit Liebe tun

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass ein mächtiges Werkzeug zu mehr Lebensqualität die Liebe ist, mit der wir das Notwendige tun. Nicht immer können wir ein Hobby zum Beruf machen, oft fühlt man sich getrieben von Umständen …

Dennoch:  mit Liebe zu arbeiten, gut zu arbeiten – das ist wichtig. Schätzen wir nicht was wir tun, schätzen wir unser Leben nicht.

Wieder kommt es sehr darauf an, zu schätzen, was man hat. Die Dinge zu schätzen – auch das kann man lernen. Siehe auch Artikel Danke sagen

 

 

Lebensqualität schaffen – Alltag mit Glück und Freude. was last modified: März 8th, 2016 by Henrik Geyer

Frieden bewahren: beim Gedanken des Friedens bleiben

Bildspruch: Frieden und Freiheit scheinen nicht viel wert zu sein, solange man sie hat. Erst wenn sie fehlen, versteht man, wie wichtig sie sind.

In vielen Konflikten dieser Tage  erleben wir einmal mehr, dass aus einem regionalen Streit eine größere Auseinandersetzung zu werden droht. Doch der Wille zum Frieden lohnt sich.

Unser Interesse ist Frieden

Wenn man dieser Tage das Wort „Ukraine“ hört, oder „Syrien“ u.v.m., dann heißt es manchmal, es ginge bei möglichen bewaffneten Konflikten dort um unsere Interessen.

Wirtschaftliche Interessen, militärisch-politische Interessen, etc..

Aber was sind unsere Interessen eigentlich – wenn nicht zuallererst in Frieden? Was brauchen wir, wenn nicht zuallererst das Leben?

Europa ist stark, auch ohne Krieg zu führen

Mit dem Ukraine-Konflikt, und auch anderen Konflikten, werden die Menschen Europas nur konstruktiv umgehen können, wenn der Konflikt regional begrenzt bleibt, begleitet von den großen Mächten – und natürlich auch Russland.

Moderieren statt Eingreifen ist das Gebot. Verhandeln anstatt Verhandlungen abbrechen. Nur so erweist sich Europa als kluge und ernst zunehmende Macht.

Dass Europa eine Macht ist, muss Europa nicht erst beweisen. Europa wird nicht stärker durch Chauvinismus. Nur dummes Gerede von fehlender Stärke lässt Europa manchmal zahnlos erscheinen.

Aber Europa ist stark. Als Verhandlungs-Macht ist Europa stark, und kann seine Macht auch nur so erhalten. Wer glaubt, man könne endgültige Ergebnisse im Krieg erzielen, man könne einem Konflikt schnell ein Ende setzen, der irrt.

Ein kurzer Kampf, und dann Ruhe? Jedem Kampf werden weitere folgen. Es ist nur eine Frage unserer Einstellung und unserer Gedanken.

Zitat: Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen. Plato

Spiritualität und Frieden bewahren

Spiritualität ist die Bezogenheit auf das Geistige – es ist verbunden mit dem Zurückdrängen des Ich.

Gerade in Konflikten ist es sehr wichtig, das Ego zurückzunehmen. Das Ego sagt: Das ist mein Interesse. Das sind unsere Rohstoffe. Ohne diese Rohstoffe können wir nicht leben. Unsere EU – die, koste was es wolle, möglichst viel Einfluss haben soll. 

Vergessen wir lieber die markigen Reden. Vergessen wir all die vielen klugen Aspekte. Ohne die Rohstoffe können wir vielleicht leben, aber nicht ohne Leben. Der Frieden ist wichtiger. In einer Welt voller Massenvernichtungswaffen kommt es auf den Frieden an. Stärken wir den Gedanken des Friedens. Einfach, indem wir ihn denken. 

Man kann alles erreichen, durch Kommunikation, Handel, Frieden. Man braucht den Krieg nicht. Man kann alles zerstören durch ein übergroßes Ego, blitzschnelle Entscheidungen, vorschnelles Handeln. Lernen wir aus dem 20. Jahrhundert. Vergessen wir nicht die Leichtigkeit, mit der aus Unachtsamkeit und Unbedarftheit ein Krieg erwächst.

In dem Buch „Die Schlafwandler“, von Christopher Clark, wird der albtraumhafte „Selbstlauf“ der Geschehnisse, die zum 1. Weltkrieg führten, beschrieben. Der Erste Weltkrieg – eine Katastrophe, die zum Auslöser vieler weiterer Katastrophen des 20. Jahrhunderts wurde. Hinterher, so zeigte sich damals, war angeblich niemand im Speziellen für den Weltbrand verantwortlich. Doch im Vorhinein wurde gehetzt und gejubelt ob der großen Eroberungs-Aussichten. Die Egos waren groß, die Nationen stark. Vorher. Hinterher nicht mehr, da war der Verlust immens, und die Egos ganz klein.

Jüngere Geschichte – dasselbe Bild

Die Attentate auf das World-Trade-Center werden in dem genannten Buch als aktuelles Beispiel dafür genannt, wie ein einzelnes Ereignis eine als sicher und harmonisch geltende Situation schlagartig verändern kann. Dem Anschlag auf das World-Trade-Center folgte ein Jahrzehnt des Krieges gegen den Terror – ein verlustreicher und teurer Krieg in Afghanistan, der nicht zu „gewinnen“ war. War er also nötig? Was haben die Kriege in Nahost gebracht, im Irak, in Afghanistan? Außer weiteren Kriegen?

Unseren Politikern ist zu wünschen, daß sie nicht aufhören, maßvoll zu verhandeln, den Frieden zu wollen und nicht das Gegenteil. Kräfte, die den Konflikt suchen, gibt es genug.

 

 

Die Mittel stehen bereit - nun braucht es Hitzköpfe
Das Pulver ist trocken – es braucht immer die Hitzköpfe

 

Frieden bewahren: beim Gedanken des Friedens bleiben was last modified: September 28th, 2016 by Henrik Geyer

Apokalypse – Offenbarung. Der ewige Kreislauf der unschuldigen Sünde

Apokalypse - Offenbarung. Der ewige Kreislauf der Unschuld. Unschuld, Totale Zerstörung, Verwüstung, Demolierung, Apokalypse, Rot, Schönheit, Unbekümmertheit, Arglosigkeit, surreal, brennende Stadt, Zerstörung

Was ist die Apokalypse? Gibt es eine Notwendigkeit für sie? Worin besteht die Notwendigkeit, wodurch lässt sie sich abwenden?

Biblische Offenbarung – das Ende der Welt .. Gott übernimmt wieder

Apokalypse ist ein biblisches Wort – es ist das Buch der Offenbarung, das das Ende der Welt beschreibt, das jüngste Gericht. Aufgrund menschlicher Verfehlungen wird das Ende der Welt eingeleitet, es ist eine Abrechnung Gottes mit den Fehlern der Menschheit – eine fürchterliche Bestrafung und wohl nur manchmal eine Belohnung.

Die Welt kehrt in ihren himmlischen Urzustand zurück, ohne Menschen, aber auch ohne Sünde.

Endzeit-Visionen – die modernisierte Form der Apokalypse

Es gibt viele Endzeitphantasien, oft sind sie inspiriert von der biblischen Apokalypse. Diese Endzeit-Phantasien hängen entweder mit Krankheiten (Pandemien) oder Weltkriegen zusammen, man denke an „I am Legend“ (Buch von Richard Matheson), „The Book Eli“ (Film), „Mad Max“ (Film) und viele, viele mehr.

„Die Zeitmaschine“ von H.G.Wells ist eine sehr gut geschriebene, spannende und äußerst hellsichtige Variante. In „Die Zeitmaschine“ dringt ein Zeitreisender in die Epoche nach einer atomaren Kriegskatastrophe vor. Die Rest-Menschheit hat sich in die Eloi und die Morlocks geteilt.

Die Morlocks sind unterirdisch lebende, kannibalistische Ungeheuer. Sie ernähren sich von den überirdisch lebenden Eloi, die sie regelmäßig zusammentreiben und planvoll auf die Schlachtbank führen. Die Welt der Eloi ist himmlische Unwissenheit – sie vertreten das Prinzip der Schönheit, der Harmonie des Gartens Eden. In ihrer Unwissenheit sind sie wie Schafe, aber auch völlig ohne Sünde. Hingegen sind die Morlocks im Grunde der heute lebenden Menschheit sehr ähnlich. Denn sie sind wissend, berechnend, ausnutzend, produktiv, und sind dem Leser des Buches, obwohl sie so schrecklich und fremd wirken, irgendwie auch ein alptraumhaftes Spiegelbild.

H.G. Wells fragt nun: ist es das Los des Menschen, strebend, brutal, listig, vorwärts drängend zu sein, und damit schicksalhaft auch das Böse als unabdingbare Notwendigkeit in die Welt zu bringen?

Jack London – Der scharlachrote Tod

Die 1915 erschienenen Novelle „Der scharlachrote Tod“ von Jack London ist eine weitere, erstaunliche Variante einer Endzeit-Phantasie. Erstaunlich, weil Jack London eigentlich nicht für spirituelle Texte bekannt ist, dennoch ist gerade dieses Werk durchdrungen von spiritueller Weisheit und es ist wunderbar hellsichtig.

„Der scharlachrote Tod“ handelt von Überlebenden einer weltweiten Vernichtung der Menschheit durch eine gleichnamige Krankheit.

Der letzte Zeitzeuge der eigentlichen Katastrophe erzählt 60 Jahre danach, Kindern von den Tagen der Pandemie. Und er kommt auch darauf zu sprechen, wie es nun aus seiner Sicht weitergehen wird. Er hat Bücher in ein Versteck gebracht, um dem geistigen Neustart der Menschheit, den er voraussieht, zu befördern. Gegenwärtig sind die wenigen Überlebenden in einen Zustand des Analphabetentums, der Wildheit, des Aberglaubens, zurückgefallen – und er hält es für nötig, das geistige Erbe zu bewahren.

Doch dann, den Kindern berichtend, und ihre Reaktionen hörend, zweifelt er …

 

Erneuerung durch Feuer und durch Blut

Zitat (Übersetzung)

„Das Schießpulver wird wiederkommen. Nichts kann es aufhalten – es ist immer und immer wieder dieselbe Geschichte. Der Mensch steigt auf, und der Mensch kämpft.  Schießpulver wird den Menschen ermöglichen, Millionen anderer Menschen zu töten, und nur auf diese Weise, durch Feuer und durch Blut, wird sich eine neue Zivilisation in einer weit entfernten Zukunft entwickeln.

Und zu welchem Preis? Genau wie die alte Zivilisation verging, so wird es der neuen geschehen. Es kann fünfzigtausend Jahre dauern, dass sie sich entwickelt, aber auch sie wird vergehen. Alles vergeht. Es bleiben nur die kosmischen Kräfte und die Materie, die, immer fließend, immer agierend, die zeitlosen Typen hervorbringt – den Priester, den Soldaten und den König. Aus dem Mund von Kindern kommt die Weisheit aller Zeitalter. Manche werden kämpfen, andere werden herrschen, andere werden beten; und der Rest wird schuften und leiden, während ihre geschundenen Körper benutzt werden; wieder, und dann wieder, ohne Ende, die erstaunliche Schönheit und die überragenden Wunder der Zivilisation hervorbringend.

Es wäre ebenso gut, ich würde die Bücher, die ich in der Höhle sammelte, zerstören. Ob sie nun bleiben oder verschwinden, all ihre alten Wahrheiten werden entdeckt werden; all ihre alten Lügen werden neu gelebt und weitergegeben. Was wäre der Nutzen (sie zu bewahren)….“

die spirealistische Sicht

Aus spirealistischer Sicht hängt, was vorgedacht wird, mit einer sich entwickelnden Realität zusammen. Der Mensch ahnt hier völlig zu Recht. Denn er hat sich von seinen Quellen getrennt, und wähnt sich nun eigenständig. Die Welt SO sehend, entfremdet er sich von ihr, zerstört seine Quellen, lebt nicht in Einklang, sondern in ewigem Kampf. Dem Kampf, von dem Jack London spricht, und der sich immer wiederholen wird, solange sich der Mensch als getrennt von den Dingen sieht.

Bild „Apokalypse“

Es ist diese Unschuld, die ich in obigem Bild, das ich „Apokalypse“ nannte, darstellen wollte. Der Mensch sündigt und ist dabei völlig unschuldig. Wie ist das möglich? Kampf und Atombomben für selbstverständlich haltend, und sie sogar dem menschlichen Genie zurechnend, erschafft sich der Mensch seine fürchterliche Realität. Seine schrecklichsten Alpträume werden wahr. Und der Mensch beteuert, er wüsste nicht, woher all das kommt (!)… er ist in seiner Ahnungslosigkeit vollkommen ehrlich.

 

Die Sichtweise des Kampfes zu durchbrechen ist die Chance des Menschen – doch dieses Durchbrechen müsste mit einer ganz anderen Weltsicht einhergehen, als sie der Mensch derzeit hat.

Es wäre nicht die Welt der Unwissenheit der Eloi aus „Die Zeitmaschine“ – denn es gibt kein Zurück aus dem Wissen um Waffen. Es müsste eine Welt des Einklanges, und dennoch des Wissens, sein. Es müsste eine Welt sein, in der niemand die Notwendigkeit der Bombe sieht. Die technische Möglichkeit der Bomben-Konstruktion wohl habend, müsste jeder, oder anders formuliert, müsste „der Mensch“, eine solche Realisierung für völlig absurd halten. Das währe gleichbedeutend mit: Es technisch nicht ermöglichen. Es nicht planen, nicht entwickeln, nicht verbreiten, einfach weil man keinen Nutzen darin sieht.

Ist so etwas vorstellbar?

 

 

Apokalypse – Offenbarung. Der ewige Kreislauf der unschuldigen Sünde was last modified: Juni 5th, 2016 by Henrik Geyer

Pläne machen, gute Vorsätze fassen – und umsetzen

Pläne machen - Gute Vorsätze fassen und einhalten. Welche Krawatte soll es sein?

Pläne machen, gute Vorsätze fassen – hierfür erscheint der Beginn eines neuen Jahres besonders geeignet. Einen Cut machen, ganz neu beginnen, etwas ändern… Was hindert uns daran? Scheinbar nichts und doch ist es schwer.

Der Mensch besteht aus Gewohnheiten

Wir gehen jeden Tag der gleichen Arbeit nach, ziehen uns gleich an, sagen die gleichen Sätze zu unseren Bekannten, kaufen uns ähnliche Dinge. Im Detail mag das immer verschieden erscheinen; man könnte sich statt einer blauen Krawatte auch mal eine rote kaufen… aber im Wesentlichen tun wir immer die gleichen Dinge.

Das ist es auch, was die Persönlichkeit ausmacht, woran man uns erkennt.. „der oder die macht das immer so und so…“

Natürlich könnte man auch ein ganz anderer werden, aber im Grunde des Herzens erscheint doch alles so am Richtigsten, wie es gerade ist. „Wozu eine rote Krawatte kaufen … diese Möglichkeit besteht ja immer. Aber,  wenn nun einmal blau am besten passt?“

Komfort-Zone verlassen

Es ist ein Verlassen der Komfort-Zone, wenn man versucht, eine andere Gewohnheit anzunehmen. Es ist das Einüben von etwas, das man noch nicht kennt. Ganz ähnlich dem Einüben eines Musikstückes. Es gehört eine gewisse Neugier und Lernwilligkeit dazu, das auf sich zu nehmen. Der Wille, den Trott der Gewohnheit zu verlassen. Das bedeutet Unbequemlichkeit.

Wenn wir lediglich gute Vorsätze fassen, ohne uns der Schwierigkeiten bewusst zu sein, der Arbeit, die das mit sich bringt, werden unsere Pläne enden, wie es die sprichwörtlichen „guten Vorsätze zum neuen Jahr“ gewöhnlich tun: als Enttäuschung mit uns selbst.

Pläne machen – und mit Spiritualität und Achtsamkeit die guten Vorsätze umsetzen

Pläne machen und gute Vorsätze fassen ist schön – Spiritualität und Achtsamkeit können dabei helfen, die Pläne auch umzusetzen.

Will man von schädlichen Gewohnheiten lassen, wie beispielsweise dem Rauchen (aber auch jeder anderen Art von unerwünschter Gewohnheit), dann ist es wichtig, das eigene Wünschen und Wollen einer achtsamen Prüfung zu unterziehen. Es zu beobachten.

Denn, um unliebsame Gewohnheiten loszuwerden ist es viel hilfreicher, nicht mehr zu wollen, als gegen das Wollen zu kämpfen. Gegen das Wollen zu kämpfen bedeutet, den innerlichen Wunsch nicht aufzugeben. Weiter zu wollen, und nur im Außen zu kämpfen. Das ähnelte einer Selbstverleugnung, einem Kampf gegen das eigene Selbst. Ein Kampf, der verloren gehen muss.

Achtsamkeit

Uns selbst zu beobachten, wie wir (z.B.) rauchen, wie die Zigarette überhaupt nicht gut tut; oder zu beobachten, wann wir rauchen, und warum eigentlich, und was dann passiert – das kann eine viel tiefgreifendere Veränderung  mit sich bringen, als dieser ständige Kampf..

Nicht Ringen mit uns selbst bringt uns unseren Zielen näher, sondern das achtsame Transformieren der Gewohnheiten – aus Einsicht. „Kampf“ hört sich heroisch an, geht aber meist verloren.

 

Man bleibt jung, solange man noch lernen, neue Gewohnheiten annehmen und Widerspruch ertragen kann.
Marie von Ebner-Eschenbach

 

 

Pläne machen, gute Vorsätze fassen – und umsetzen was last modified: Dezember 25th, 2015 by Henrik Geyer

Was im Leben wirklich zählt – was ist am Ende des Lebens das Wichtige?

Was im Leben wirklich zählt - was ist am Ende des Lebens das Wichtige?

Man fragt sich manchmal, „Ich habe ein Leben – mache ich eigentlich das meiste richtig? Sind meine Ziele, und damit das, was mir am Wichtigsten scheint, gut überlegt?“ Mancher lebt sein Leben, als wäre es ein Verwaltungsakt. Aber was zählt am Ende wirklich? Ein Beitrag über das, was im Leben wirklich zählt.

Das Leben als Aufgabe

Der Hinduismus sieht das Leben als Kreislauf. Der Körper stirbt und verschwindet, entsteht neu, doch die Seele bleibt. Sie hat die Aufgabe, die ihr gestellten Aufgaben gut zu erfüllen, sonst kommt im nächsten Leben die ungelöste Aufgabe als schmerzliche Realität in die Welt. Die Seele hat es somit selbst in der Hand, sich durch ein sinnvolles Leben weiterzuentwickeln, oder auch zu stagnieren… Sie selbst bestimmt ihr Schicksal in jedem Moment – das nennt man Karma.

Im Westen sehen wir das Leben wie endgültig – gelebt und dann beendet. Was man im Hinduismus Karma nennt, könnte man bei uns vielleicht als den Gedanken sehen, ein reiches, erfülltes Leben zu haben. Ein Leben, in dem man etwas „erreicht“. Ein Erbe zu hinterlassen, mit dem dann die Erben (im Hinduismus die immer gleiche Seele) einen guten Start haben. Das ist dem Karma-Prinzip insofern ähnlich.

Tun, was uns wichtig ist

Was immer wir als Aufgabe sehen, formt sich aus unseren Werten. Es lohnt sich, über diese Werte einmal nachzudenken. Am Ende des Lebens ist es zu spät – es ist keine Zeit mehr da.

Oft wird von Menschen, die am Ende des Lebens stehen, Bedauern geäußert, sich nicht genug den eigenen Werten verschrieben und nach ihnen gehandelt zu haben. Nach dem, was ihnen  wichtig war. Immer kam irgendetwas dazwischen, immer war vorher noch eine Pflicht zu erfüllen. So als sei das Leben  eine (unerfreuliche) Aufgabe, die einfach „bewältigt“ werden muss. So als ginge es nicht darum, was uns wichtig ist, sondern um die Werte der Gesellschaft – vielleicht dieses omnipräsente „Mehr!“

sich  erkennen

Wenn wir tun , was uns wichtig ist, haben wir die Möglichkeit, Fragen zu uns selbst zu beantworten. Denn in dem, was uns wichtig ist, kommen diese Fragen zum Ausdruck. Wir können uns selbst besser erkennen, wenn wir die Dinge tun, die in uns sind, die aus uns drängen.

Dass es wichtig ist, sich Fragen zu sich selbst zu stellen und zu beantworten, wusste man schon im antiken Griechenland – dort stand über dem Eingang von Schulen der Satz „Erkenne dich selbst“

bei seinen Freunden sein

Was im Leben wirklich zählt, ist somit natürlich die Liebe. Die Liebe zu dem, was man tut. Aber natürlich auch die Liebe zu den Menschen. Menschen, die man sich vertraut gemacht hat, und in denen man sich spiegelt.

James Bowie war ein Staatsmann, der im texanischen Unabhängigkeitskrieg in der berühmten Schlacht um die Festung Alamo fiel. Die Gelegenheit, rechtzeitig aus der Festung zu fliehen, nahm er nicht wahr, wie so viele andere. An seine Familie schrieb er in einem letzten Brief: „Macht Euch  keine Sorgen. Ich bin glücklich, denn ich bin bei meinen Freunden. Und ich tue, was mir wichtig ist.“

Was im Leben wirklich zählt – da sein

Was im Leben wirklich zählt – das ist somit: sich einlassen. Denn man kann niemanden lieben, auf den man sich nicht einlässt. Man kann nichts (gründlich) tun, das man nicht von Herzen tut, und dem man nicht alle Zeit gibt, die es braucht.

Nicht nur suchen müssen wir, sondern vor allem finden – in dem, was die konkrete Welt für uns ist. Sich auf die Welt einlassen, sich auf die Menschen einlassen. Da sein.

Zitat: Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch, der dir gerade gegenübersteht; immer ist die wichtigste Tat die Liebe.
Meister Eckhart

Zitat: Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.
Antoine de Saint Exupéry

 

 

 

 

 

 

Was im Leben wirklich zählt – was ist am Ende des Lebens das Wichtige? was last modified: Januar 2nd, 2016 by Henrik Geyer