Die Entdeckung der Unendlichkeit in allen Dingen

Die Entdeckung der Unendlichkeit - die Unendlichkeit ist in den Dingen - 2 [SPID 4673]

Die Unendlichkeit – sie ist in den Dingen, die uns umgeben. Sie ist im Ich. Wie entdeckt man die Unendlichkeit, wie kann man sie sehen?

Die Unendlichkeit des Alls

Das All ist unendlich. Es ist das Alles. Das Weltall ist nicht „dort“, man muss nicht durch ein Teleskop sehen, um es betrachten zu können, sondern das All umgibt uns, ist in uns, durchdringt uns. Wir sind selbst das All.

Das All ist nur scheinbar die Summe seiner Teile. Wäre es einfach die Summe von irgendetwas, wäre es uns nicht paradox, denn es würde nicht im Widerspruch zu unserer Weltsicht stehen, dass alles erfassbar ist. Nein, das Wort unendlich bedeutet, dass niemand die Summe bilden kann, denn die Teile kommen, wie aus einer nie versiegenden Quelle, nie endend, zu uns. Aus uns.

Die Unendlichkeit des Kreises

Wir alle kennen das Symbol für Unendlichkeit, den Kreis. Wir könnten genauso gut die liegende Acht betrachten. Doch wir betrachten den Kreis. In der Symbolistik ist der Kreis das Zeichen für Unendlichkeit, ebenso für Gott.

Der Kreis ist ein sich intuitiv erschließendes Symbol für Unendlichkeit, denn man kann mit dem Finger um den Kreis herumfahren – er hat keinen Anfang und kein Ende. Ewig könnte dieses Herumfahren mit dem Finger fortgehen, wenn nicht wir selbst begrenzt wären.

die Unendlichkeit in der geometrischen Figur

Man kann die Unendlichkeit des Kreises auch erklären, wenn man den Kreis als eine geometrische Figur betrachtet. Die Definition eines Kreises in der Geometrie ist, dass ein Kreis sich aus einer Unendlichkeit von Punkten bildet, die sich in immer gleichem Abstand vom Mittelpunkt befinden.

Warum Unendlichkeit? Weil man, egal wie weit zwei Punkte voneinander entfernt sind, wie groß die Entfernung zwischen diesen zwei Punkten ist, diese Strecke immer teilen kann. Man kann in Gedanken einen Punkt zwischen zwei vorhandene Punkte setzen.

Das erfordert übrigens sich vorzustellen, dass die Punkte selbst immer weniger Raum einnehmen. Sie müssen selbst immer kleiner werden, um zwischen die vorhandenen Punkte zu passen. Bis sie – nur scheinbar – Null werden. Doch die Unendlichkeit des Infinitesimalen geht weiter, jenseits der Null sind Welten!

Die Unendlichkeit des Kreises als spirituelles Symbol

Wie schon gesagt ist der Kreis ebenso ein Symbol für Gott. Denn Gott und diese uns rätselhafte Unendlichkeit aus der alles kommt, dieser Raum der unbegrenzten Möglichkeiten, ist ein-und dasselbe.

Oft wird dieses Symbol dargestellt mit einem Punkt in der Mitte. Der Punkt in der Mitte ist der Mensch. Er ist das Element, das innerhalb der Unendlichkeit als ein Teil existiert. Der Mensch kann nicht ohne Unendlichkeit sein, sie umgibt ihn, durchdringt ihn. Und die Unendlichkeit kommt auf rätselhafte Weise aus dem Menschen.

Der Punkt in der Mitte ist raumlos. Warum raumlos? Weil sonst eine begrenzte Zahl an Punkten den Kreis völlig ausfüllen würde – er wäre nicht mehr unendlich in seinem Flächeninhalt, und als Symbol für Unendlichkeit untauglich.

Die Unendlichkeit jedes Objektes

Was wir über den Kreis sagten, lässt sich über jedes Objekt sagen. Um jedes Objekt herum können wir unseren Finger kreisen lassen, solange es uns nur möglich ist, und wir werden nur eins erfahren: die eigene Endlichkeit.

Jedes Objekt, sei es nun eine Kaffeetasse, ein anderer Mensch, ein Planet oder ein Sandkorn, können wir uns als eine nicht zu begrenzende Anzahl von Punkten, von Unterobjekten, von „kleinsten Teilchen“ (Atomen) vorstellen, die es ausmachen, die es wie eine Hülle umgeben, oder die es ausfüllen. Genau so, wie wir uns das Universum vorstellen: Als eine Summe von Teilen – von der wir schließlich doch begreifen, dass es keine Summe ist.

Die Unendlichkeit des Ich

Die Unendlichkeit findet man natürlich auch in sich selbst – vielleicht ist das sogar am allereinfachsten. Im Ich. Was ist das Ich? Beginnen Sie, es zu beschreiben, und Sie werden nie fertig, die Aspekte, die zu dem Ich gehören, aufzuzählen. Das Ich ist scheinbar nur ein kleines Wort, ein einzelnes Wort. So wie das All. Aber wie viel gehört dazu? Wie viele Dinge braucht es, das Ich zu beschreiben; Dinge, die das Ich formen, die das Ich umgeben, die das Ich tut, die das Ich sagt?

Ich sagte, in der Betrachtung des Kreissymbols, dass der Punkt in der Mitte, der in der Symbolistik den Menschen darstellt, raumlos ist. Warum raumlos?

Weil das Ich, weil der Mensch, nur scheinbar ein abgeschlossenes Objekt ist, das sich mit einem einfachen und eindeutigen Namen benennen lässt. Denn im Grunde ist er ebenso wenig fassbar, wie irgendein Ding, irgendein Objekt. Wenn man ihm einen eindeutigen Platz, einen endgültig definierten Raum zuwiese, hätte man bereits etwas falsch gemacht. Das Ich, der Mensch, lässt sich in einem wohlverstanden spirituellen Sinn nicht denken, wenn man ihn völlig abgrenzen will. Sondern in ihm ist die Unendlichkeit Gottes, so wie in jedem Ding Gottes Unendlichkeit ist.

Die Unendlichkeit des Lebens

Die Entdeckung der Unendlichkeit - die Unendlichkeit des Lebens [SPID 4669]Können Sie die Unendlichkeit der Ideen und Gedanken sehen? Der Dinge, die das Leben sind – und des Lebens, das dinghaft ist?

Der alte Baum, der nun tot ist, endete scheinbar. Doch seine Existenz ist jetzt in einer Fülle anderer Existenzen, anderer Ideen. Seine Stoffe werden zu den Stoffen der Erde, aus denen wieder andere Ideen wachsen – andere Pflanzen, andere Dinge. Andere Dinge, die wir „tot“ nennen – doch was ist tot in Gottes Welt der Ideen? Ideen sind niemals tot.

Die Existenz des Baumes ist jetzt die Existenz eines Ameisenheeres. Auch eine Existenz als Pilz, der nur scheinbar ein ganz eigenes Leben hat – doch es ist ein kontinuierlicher Strom, der aus dem Baum hervorgeht – und man bedenke: aus dem auch der Baum selbst hervorging. Nichts endet wirklich; die Fülle der Formen ist unbegrenzt, sie gehen nahtlos ineinander über. Und, nicht vergessen: wir sind ein Teil davon – wir betrachten es nicht „von außen“! Jede Idee, auch wir selbst, ist der Ausgangspunkt und Bedingung für weitere Ideen, in einem unendlichen Zirkelschluss.

Die Unendlichkeit der Sichtweisen

Denken wir an irgendeinen Begriff – denken wir an einen Tisch, zum Beispiel. Der Tisch, wenn wir ihn stehen sehen, kommt uns wie ein ganz eigenes, eindeutiges Objekt vor, das man nicht anders sehen könne.

Doch aus jeder anderen Sicht muss der Tisch ein wenig anders erscheinen, es gibt in der Raumzeit keine zwei völlig gleichen Perspektiven. Der Inbegriff der Mehrzahl – das ist die Unterschiedlichkeit, die wir in der materialistischen Weltsicht als die „Verschiedenheit der Perspektive in der Sicht auf dasselbe“ ansehen.

Wem das nun nicht als besonders gelungenes Beispiel erscheint, weil die Geringfügigkeit der Verschiedenheit nicht wirklich begründet, wo hier die Unendlichkeit sei … es sei ja doch immer noch dasselbe Objekt …. Die Perspektiven auf ein Objekt kann man sich als drastisch abweichender vorstellen, man muss sich allerdings die Mühe machen, auch wirklich abweichende Sichtweisen zu imaginieren.

Das ist dem Materialisten gemeinhin nicht gegeben, denn seiner (eigentlich unbegreiflichen) Auffassung zufolge, hat „der Mensch“ die einzig gültige Weltsicht. Denn er sei so klug.

Stellen wir uns dennoch einen Holzwurm vor – er würde den Tisch als eine Behausung begreifen. An dem Tisch, den wir kennen, müsste ihm nichts bekannt vorkommen. Weder unsere Auffassung von der stofflichen Art, noch der räumlichen Beschaffenheit des Tisches, müsste er teilen. Damit wir die Auffassung des Holzwurmes als relevant für unseren hohen Geist ansehen können, stellen wir uns vor, es handele sich um einen außerirdischen, sehr vernunftbegabten Holzwurm. (Doch … wozu in die Ferne schweifen? Ersatzweise können wir auch annehmen, der irdische Holzwurm habe irgendeine Art Vernunft – nur eben keine Vernunft menschlichen Zuschnitts, weshalb wir ja über dessen Vernunft auch keinerlei Aussage treffen können. Denken wir einfach, im Holzwurm sei die Vernunft Gottes – so wie in jedem Ding und jedem Geschöpf.)

Die Unendlichkeit der selbstreferenziellen Gedanken

Die Gedanken führen auf sich selbst zurück, weil das Ich nichts begreifen kann, wenn nicht mit den Begriffen, die es schon hat. Daher ist jeder Gedanke, den wir fassen können bedingt durch die Gedanken, die wir schon dachten. Wir können nichts beschreiben, wenn nicht  durch den Vergleich mit Bekanntem. Wir kommen daher auch hier wieder auf den unendlichen Selbstbezug des Kreises, bei dem man mit jedem Fingerkreisen einerseits dort ankommt, wo man begann. Andererseits ist jedes Fingerkreisen einzigartig, denn es gibt keine zwei „selben“ Punkte in der Raumzeit.

Was das Eine vom Anderen trennt ist der Unterschied – der Unterschied kann niemals „völlig gleich“ sein, denn das wäre das Ende des Einen, das sich vom Anderen unterscheiden muss, ums selbst Existenz zu erhalten.

Die Entdeckung: Englands Küste ist unendlich lang!

Mancher kennt das Paradox, demzufolge die Küste Englands immer länger wird, je genauer man misst. (Dasselbe Denkmodell lässt sich übrigens auf jeden Gegenstand anwenden … Englands Küste ist nur ein Beispiel für etwas sehr Allgemeingültiges)

Die Küste Englands ist definiert durch eine Küstenlinie, die England eingrenzt und umhüllt. Sandstrände. Doch überlegt man genauer, ist Englands Küste eigentlich definiert durch einzelne Sandstrände mit ganz unregelmäßigen Formen, durch viele kleine Buchten. Noch genauer überlegt liegen größere und kleinere Steine an den Stränden, schließlich könnte man auch sagen, es sind Sandkörner, die die Sandstrände der Küste formen …

Man kann die Küste Englands messen, indem man mit einem kilometerlangen „Zollstock“ die Länge abgeht und die große Küstenlinie abmisst. Oder, indem man jede Bucht, jeden Hafen, mit einem kleinen Zollstock genau ausmisst. Dann ist die Küstenlänge viel größer. Man kann diese Methode gedanklich immer weiter treiben. Man kann um jedes Sandkorn, das von Wasser umspült wird, mit einem ins unendlich Kleine gehenden Zollstock herum messen. Und man wird, in die Welt der immer kleiner werdenden Teilchen gelangend, eine beliebig lange Küstenlänge messen. Unendlich.

Wir sind beim selben Paradox, von dem wir auch sprachen, als wir von der Unendlichkeit des Alls redeten. Dieses Paradox lässt sich innerhalb der materialistischen Sichtweise nicht auflösen. Das All ist nicht die Summe von Teilen. Die Küste Englands ist nicht die Summe des Umfangs unendlich klein werdender Teile, nicht die Summe von Sandkörnern, die von Wasser umspült werden. Und auch nicht die Summe von Atomen und Subatomen, die die Sandkörner bilden.

Die Küste Englands ist eine Idee – ist eine Sichtweise. Eine Möglichkeit.

Infinitesimalrechnung

Mancher wird sich fragen, warum dann wohl mit der Infinitesimalrechnung der Umfang und der Flächeninhalt geometrischer Figuren sehr genau bestimmt werden kann? Die Infinitesimalrechnung geht doch ins unendlich Kleine, warum kommt dann niemals „Unendlich“ als Ergebnis der Infinitesimalrechnung zustande, wenn beispielsweise der Umfang eines Kreises, oder eine Küstenlänge, bestimmt wird?

Weil die Infinitesimalrechnung unseren Blick nachformt, der selbst bereits eine Abstraktion Gottes ist. Die Infinitesimalrechnung formt unser Denken nach – bildet nicht wirklich etwas Äußerliches ab, so wie wir uns das in der materialistischen Weltsicht vorstellten. Um auf das Beispiel von Englands Küste zurückzukommen: Das ist so ähnlich, als wenn wir mit einem Maßband, das durch seine Form und Struktur begrenzt ist, um die Küste Englands herum messen. So ein Maßband kann niemals jedes Sandkorn erfassen. Dafür bräuchten wir ein anderes Maßband. Die Infinitesimalrechnung ist so ein Maßband, das eine bestimmte Form annimmt, indem man mit ihr rechnet. Diese Form ermöglicht eine ganz bestimmte Form der Berechnung, eine bestimmte Sichtweise. Doch sie schließt eine Unendlichkeit an Sichtweisen gleichzeitig aus, begrenzt die Möglichkeiten anderer Sichtweisen. Erst wenn wir die Infinitesimalrechnung auf jedes Sandkorn anwenden würden, kämen wir zu einem anderen Ergebnis – doch das wäre verbunden mit einer anderen Weltsicht.

Was uns die Infinitesimalrechnung zeigt: Der ewige Zirkelschluss der Ideen, ihr Selbstbezug, bringt unsere Welt hervor. Die Art und Weise des Sehens bestimmt, was man sehen kann.

Der offensichtliche Widerspruch zwischen dem Paradox von Englands Küste, das ist der Widerspruch zwischen dem Sehen eines Dinges und der Feststellung, dass in diesem Ding Unendlichkeit ist. Das ist der Widerspruch zwischen unserer scheinbar so eindeutigen Sicht auf die Dinge, und der Erkenntnis, dass wir kein Ende finden können. Das ist der Widerspruch zwischen der Zahl Eins und dem Finden, dass wir die Eins bis in die Unendlichkeit aufteilen können … und erhalten immer wieder Eins. Ein Ding.

Das ist kein mathematisch auflösbarer Widerspruch! Sondern dieser Widerspruch, dieses Paradox, ist nur weltanschaulich auflösbar.

Die Entdeckung der Unendlichkeit in der Semantik

Ein sehr praktisches Beispiel ist es, wenn man sich die Welt als eine semantische Welt aus Begriffen denkt. Letztlich gibt es keinen Grund dies nicht so zu sehen, denn was wir über die Welt wissen, was wir über die Welt sagen können, drücken wir in Sprache aus, und unterliegen somit den Regeln der Semantik. Ein Wort gewinnt seine Bedeutung durch ein anderes Wort. Es gibt in dieser Kette der Bezüge kein Ende – Jedes Ding hat seine Wurzel im Unendlichen.

Denken wir an den Tisch, seine Kausalitäten, seinen Sinn, sein Ziel … Wenn uns jemand fragt, was ein Tisch ist, dann brauchen wir die Begriffe Holz, Stuhl, vielleicht Essen. Und so weiter. Jeder dieser anderen Begriffe ist wie ein Planet umgeben von weiteren Begriffen, die ihn wiederum erklären, begründen, ermöglichen. Man könnte diese Begriffe wie Objekte eines Universums sehen. Wir finden kein Ende dieses Universums. Die Objekte (Begriffe) erzeugen den Raum des Universums. Das Universum ist ein Raum, in dem universell alle Objekte sind.

Einen Raum ohne Objekte gibt es nicht. Ein Objekt, das nicht beobachtet wird, dem also nicht ein anderes Objekt gegenübersteht, gibt es nicht.

Denken wir uns den Tisch einfach als Teil des materialistischen Weltbildes … auch hier passiert das Gleiche, wenn wir den Tisch begründen wollen .. wir verlieren uns in der Unendlichkeit der Kausalitäten. Sie haben keinen Anfang und kein Ende. Letztlich geht der Tisch auf den Urknall zurück – doch der Urknall ist uns nicht wirklich ein end-gültiger Grund, sondern lediglich ein Paradox. Was war vor dem Urknall? Etwas, z.B. ein Urknall, kann doch nicht aus Nichts kommen (oder doch?)! Was löste den Urknall aus, aus welcher Notwendigkeit ergab er sich? Nichts hindert uns, außer unserer eigenen Begrenztheit, die Gründe für den Tisch weiterzudenken, über den Urknall hinaus, vor den Urknall zurück.

Die Unendlichkeit des Wortes „unendlich“

Die Unendlichkeit lässt sich auch sehr schön am Wort Unendlichkeit zeigen. Das Wort Unendlichkeit ist ein einzelnes Wort. So wie der Kreis eine scheinbar ganz einfache Figur ist. Ebenso die liegende Acht. Ebenso wie jedes Ding. Doch das Wort unendlich ist uns paradox, ist uns rätselhaft, ist uns unbegreiflich.

Es ist nur ein einfaches Wort. „Natürlich ist das Weltall unendlich.“ – wie leicht lässt sich das sagen! Wie leicht lässt sich das Wort schreiben. Wie leicht lässt sich ein  Foto des unendlichen Alls machen. Wir rechnen mit dem Unendlichen. X mal unendlich ist unendlich. Ein mögliches Ereignis in einem unendlichen Raum ist ein sicheres Ereignis. In einer unendlichen Raumzeit ist ein Affe, der Krieg und Frieden von Tolstoi aufschreibt, ein sicheres Ereignis. Eigentlich muss man sagen: eine Unendlichkeit literaturbeflissener Affen sind in einer unendlichen Raumzeit ein sicheres Ereignis.

Das Wort Unendlichkeit ist scheinbar einfach, scheinbar endlich, doch liegt darin in Wirklichkeit eine Unendlichkeit an Fragen und Sichtweisen.

Die Unendlichkeit meiner Beispiele

Schließlich und „endlich“ spüre ich die Unendlichkeit, indem ich diese Aufzählung aufschreibe. Ich könnte ewig so fortfahren, in dem ich die Unendlichkeit an jedem Ding, jeder Idee, jedem Wort, zeige. Doch was sind alle Dinge? Ich muss aufhören, denn ich selbst bin endlich, als Idee in einem nicht eingrenzbaren Kontinuum von Ideen. Als endliches Element einer Unendlichkeit.

Die Entdeckung der Unendlichkeit in allen Dingen was last modified: Februar 14th, 2017 by Henrik Geyer

Glück suchen … es gibt so viel Welt zu sehen

Frühstück bei Tiffanys mit Audrey Hepburn als Holly [SPID 3972]

Den Film Frühstück bei Tiffany’s kennen bestimmt viele, und viele werden ihn in’s Herz geschlossen haben, so wie ich.

Es ist eigentlich kein „spiritueller“ Film, sondern, wie man so schön sagt, eine „leichte Filmkomödie“. Aber für mich ist „spirituell“, was eine besondere, tiefere Bedeutung in den Gedanken gewinnt. Und dieser Film, den ich oft sah, und dessen Melodie ich oft hörte, hat das: eine tiefere Bedeutung.

 

Holly Golightly ist ein Callgirl, eine Prostituierte, im New York der 50er Jahre. Im Film ist Holly, gespielt von der bezaubernden Audrey Hepburn, allerdings so blütenweiß und so rein, dass man diesen Aspekt der Geschichte von Truman Capote eigentlich gar nicht bemerkt. Holly scheint lediglich etwas leichtsinnig zu sein, der Name Golightly hat auch den Anklang von Leichtlebigkeit, von Nichts-wichtig-Nehmen.

Holly ist fest entschlossen, ihr Glück durch Heirat eines reichen Mannes zu machen. Liebe, meint sie, spiele dabei keine Rolle. Sie lernt einen jungen Schriftsteller namens Paul kennen, der sich in sie verliebt, und sie verliebt sich in ihn, will es sich aber nicht eingestehen.

Paul sieht nicht gern, womit Holly ihr Geld verdient. Doch die macht ihm schnell klar, dass er gar nicht so verschieden von ihr ist – im Grunde führt er das Leben eines Gigolo. Denn er lebt von Gnaden einer reichen Frau: wohnt in ihrer Wohnung, nimmt ihr Geld. Als Schriftsteller jedenfalls verdient er (noch) nichts.

Glücks-Sucher

Die beiden, Holly und Paul, sind zwei Glücks-Sucher, jeder auf seinem eigenen, abenteuerlichen Weg.

Holly glaubt, sich nicht festlegen zu dürfen. Sie könnte alles sein, was zu sein man von ihr erwartet. Sie will im Gegenzug nur eins: reich sein.

Konsequenterweise lebt sie ein Leben auf Abruf, nichts lässt sie sich ans Herz wachsen. Der Kater, der bei ihr „nur wohnt“, und mit dem sie, wie sie sagt, ansonsten nichts zu tun hat, ist eine Metapher für ihr freies Denken. Sie hat dem Kater noch nicht einmal einen Namen gegeben, und nennt ihn nur … Kater.

Auch den Schriftsteller Paul will sie nicht in ihr Herz lassen, denn der hat ja nichts.

Moon River von Henry Mancini

Eine geniale Facette des Filmes ist die Filmmusik von Henri Mancini.  Henri Mancini war ein großer Film-Komponist, er erschuf z.B. auch das Thema des Films „Der rosarote Panther“.

Der Song „Moon River“, so befand Henry Mancini einmal, ist von Audrey Hepburn auf die bestmögliche und gelungenste Weise vorgetragen worden, obwohl es sicher tausend Interpretationen dieses Liedes gibt. „Moon River“ ist traurig-schön. Die Verse drücken den Aspekt des Suchens und der Sehnsucht aus. Sie spielen mit den Wortbildern des amerikanischen Selbstverständnisses.

Der Mondfluss ist jener geheimnisvolle Schicksalsstrom, den zu bereisen gleichsam das Abenteuer des Lebens ist. Hinter jeder Flussbiegung kann das Glück warten („waiting round the bend“) – man muss sich nur auf das Abenteuer einlassen. Ähnlich  Huckleberry Finn (my Huckleberry friend), der tausend Kilometer auf einem Floß den Mississippi hinunter fährt, um Freiheit und Glück für sich und seinen Freund Jim zu finden. Huckleberry und Jim sind zusammengeschmiedet, durch ihre Sehnsucht und ihre Suche, und ganz ähnlich sind auch Holly und Paul Schicksalsgenossen. Sie sind Herumtreiber, die sich auf den Weg gemacht haben, die Welt zu sehen … und es gibt so viel Welt zu sehen! Wozu sich festlegen? Reisen bedeutet, Dinge und Orte zu verlassen; besser man reist mit leichtem Gepäck.

Two drifters off to see the world
There’s such a lot of world to see
We’re after the same rainbow’s end
Waitin‘ round the bend
My Huckleberry friend

Eines Tages wird Holly erreichen, was sie sich vorgenommen hat, wird den Fluss in Reichtum und Glück befahren (crossing you in style, some day), da ist sich Holly sicher. Sie und Paul haben die gleichen hochfliegenden Pläne, beide wollen zum Ende des Regenbogens gelangen. Eine schöne Metapher für Glück – das Ende des Regenbogens ist ein verführerisch scheinender Ort, jedoch kann man ihn nicht erreichen … jedenfalls nicht, indem man ihm nachjagt.

Glück ist nicht Suchen

Zum Ende des Films findet Holly was sie sucht: einen reichen Mann zum Heiraten. Alles scheint perfekt, und doch ist sie unglücklich. Der reiche „Knilch“ bedeutet ihr nichts, und sie bedeutet ihm ebenso wenig. Dennoch ist sie entschlossen, ihr Vorhaben umzusetzen. Zum Zeichen ihrer Entschlossenheit überlässt sie „Kater“ seinem Schicksal – auch er soll sich umorientieren, so ist eben das Leben! Im strömenden Regen, zwischen Mülltonnen und alten Kisten soll er sich von Ratten ernähren.

Paul, der das sieht, lässt es nicht zu, und erklärt Holly, dass Glück Ankommen ist. Wertschätzen der Dinge und Menschen, aber nicht unstete Suche. Glück kann man daher in sehr einfachen Dingen finden. Wo man wertschätzt, und wo man wertgeschätzt wird, da ist man auch glücklich. Glück muss man nicht in der Welt suchen, sondern in sich.

Holly sieht das ein, und sucht Kater. Sie findet ihn völlig durchnässt zwischen Müll, nimmt ihn an sich. Im strömenden Regen bahnt sich das Happy End an – man darf vermuten, dass Holly ihren reichen „Knilch“ nicht heiratet, sondern Paul, und dass „Kater“ endlich einen richtigen Namen bekommt.

Weiterlesen: Verloren wie Tränen im Regen.

 

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Glück suchen … es gibt so viel Welt zu sehen was last modified: September 19th, 2016 by Henrik Geyer

Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Du hast Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast.Antoine de Saint-Exupéry

Du hast Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast… Was bedeutet dieses wunderschöne und vielsagende Zitat von Antoine de Saint-Exupéry?

Im Text

Im Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry? – einem wunderschönen Kinderbuchklassiker – begegnet der kindliche Held, der kleine Prinz, einem Fuchs. Der Fuchs erklärt dem kleinen Prinzen seine Weisheit: die Dinge der Welt, was es auch sei, beispielsweise die Freundschaft zwischen beiden, die Freundschaft eines Jungen zu dem einen Fuchs als nur einem unter tausenden Füchsen … macht den Fuchs und den Jungen füreinander so besonders. Ebenso der Anblick der einen Rose, als einer unter tausenden, macht diese eine Rose zu etwas Besonderem.

 »Adieu«, sagte der Fuchs. »Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.«

»Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

»Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.«

»Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe …«, sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

»Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Fuchs. »Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich …«

»Ich bin für meine Rose verantwortlich …«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

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Verantwortung tragen

Verantwortung – d.h. die Fähigkeit und die Verpflichtung, bzgl. einer Sache zu antworten, Zeugnis abzulegen, zuständig zu sein. Ebenso im Englischen: Responsibility – die Verantwortung. Response – die Antwort.

Antworten – wem gegenüber? Vielleicht einer höheren Instanz. Vielleicht dem Schöpfer. Vielleicht dem eigenen Gewissen gegenüber.

Das  Leben wird bestimmt durch das, was man kennt

Was immer wir kennenlernen – das Fremde – es kann uns nie völlig fremd sein. Es enthält immer Anteile von uns selbst, denn wir sehen alles durch die Brille der eigenen Begriffe, also dessen, was wir bereits wissen, was wir kennen, bzw. der Worte über die wir verfügen.

Es ist die Funktionalität unseres Bewusstseins, dass letztlich jeder die ganz eigenen Vorstellungen von der Welt hat (Ich-Universum).

Man kann nicht alles kennen, man kann nicht alles kennenlernen

Unsere Welt endet dort, wo die Aufmerksamkeit endet. Unsere Welt endet dort, wo unsere Zeit endet. Unsere Welt endet dort, wo unsere Begriffe für die Welt enden.

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
Ludwig Wittgenstein

Sich dieser Begrenztheit bewusst zu werden, sich des schmalen Grates der Aufmerksamkeit bewusst zu werden, mit der ein jeder die Welt sieht, bedeutet, die Welt, so wie sie sich gerade im Augenblick darstellt, schätzen zu lernen. Sich der Verantwortung bewusst zu werden, Aufmerksamkeit zu schenken. Wem schenkt man sie? Welche Sache, welches Thema ist wichtig genug, dass man damit die kostbare Lebenszeit verbringt?

Umgekehrt bedeutet es Vergebung, Absolution, und damit ein Stück Seelenfrieden: man kann nicht für alles Verantwortung tragen – des Menschen Welt ist begrenzt. Wer klug ist akzeptiert das und weiß es zu nutzen, anstatt daran zu verzweifeln.

Wir Menschen können ohnehin nur kleine Dinge tun. Aber wir können diese kleinen Dinge mit Liebe tun.
Mutter Theresa

Spirealismus

Nebenbei gesagt ist der Grundsatz, dass es nichts Objektives gibt, und dass daher im Umkehrschluss die Dinge aus der individuellen Betrachtung erst ins Entstehen kommen, ein spirealistischer. Insofern erklärt sich das Geheimnis des Fuchses als die Funktionalität unseres Bewusstseins: Wir beurteilen die Dinge immer nur mit den eigenen Begriffen; sie (die Dinge) können uns nie etwas anderes sein, als das Resultat der eigenen Anschauung. Was wir denken, worauf wir uns fokussieren, womit wir vertraut werden – das ist unsere Welt.

Sich dieser Tatsache bewusst zu werden, dazu fordert der Fuchs auf. Ebenso dazu, die Verantwortung zu sehen, was man sich im Leben vertraut macht. „Alles“ kann es nie sein. Was man sich vertraut machen kann, das ist immer nur wenig, ist immer nur begrenzt.

Zugleich fordert der Text auf, diese Begrenztheit anzunehmen, sie mit Liebe und bewusster Verantwortung zu erfüllen.

Wir selbst, wie auch die Dinge, kommen als Relation in das Entstehen.

Als Beispiel hierfür möchte ich ein Kind anführen. Es spürt die Liebe und Wertschätzung, die man ihm gegenüberbringt und es wächst daran. Sein Selbstbild – und damit letztlich alles, was ihm im Leben widerfahren kann – bildet sich aus dem, was es aus seinem Gegenüber (besonders den Eltern) über sich selbst erfahren kann. Wenn man sich als Eltern dieser Tatsache bewusst ist, dann kann man diese Verantwortung besser spüren, man kann die gegebene Zeit mit Liebe und Glück erfüllen. Man wird sich wohl gleichzeitig der Begrenztheit dessen, was man überhaupt in der Lage ist zu tun, sehr bewusst werden, und wird sich umso mehr freuen, dass man Zeit mit einem geliebten Wesen verbringen darf …

 

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Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast was last modified: Juni 1st, 2016 by Henrik Geyer

Was heißt: Lebe deinen Traum?

lebe deinen Traum

Zu sagen: Lebe deinen Traum – ist relativ einfach. Und doch wissen wir: es ist gar nicht so einfach. Woran liegt das? Was hindert uns? Was sind unsere Träume?

Lebe deinen Traum – was ist mein Traum?

Erste Schwierigkeit: Was ist überhaupt mein Traum?

Man träumt von so Vielem. Ganz verschiedene Dinge. Kann man all das auch leben?

Man kann beispielsweise nicht gleichzeitig den Traum vom freien Bergbewohner leben und den vom schicken Großstadtbewohner. Man kann nicht gleichzeitig von immerwährender Ruhe träumen, und davon, mit irgendeiner tollen Leistung zu reüssieren.

Sich klar werden, was man will

Daher sollte man sich zunächst einmal darüber klar werden, was man eigentlich will. Alles kann es nicht sein; in irgendeine Richtung muss man gehen.

Die Träume anderer können die eigenen Alpträume sein

Man sollte dabei vermeiden, die Träume anderer zu träumen. Die Bilder aus der Fernsehwerbung sehen schön aus. Aber wer sagt, dass jeder davon träumen muss, in seinem eigenen Leben zu realisieren, was das Fernsehen oder die Zeitung suggeriert?

Aus solchem Denken kann ein alptraumhaftes Leben entstehen, weil die Fülle dessen, was möglich wäre, und uns als erstrebenswert suggeriert wird, meist konkret nicht machbar ist.

Sehr oft sind Menschen darüber unglücklich, dass sie den Traum nicht leben können, den zu leben sie für unabdingbar halten, auch wenn es gar nicht ihr eigener ist.

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Träumen von Dingen, die man selbst tun kann

Was wir erträumen, das sollte mit uns selbst zu tun haben, vor allem mit den Dingen, die wir aus eigener Kraft erreichen können.

Die größte Befriedigung liegt doch darin, die eigene Schöpferkraft zu spüren; zu sehen, wie man selbst Dinge erreicht. Hingegen darauf zu warten, dass sich etwas im Außen materialisiert, woran man selbst keinen Anteil hat, ist erstens meist zwecklos, und macht zweitens, sofern es eintritt, bei weitem nicht so zufrieden.

Festgelegtheit akzeptieren

Den Traum leben – das  bedeutet auch, die eigene Festgelegtheit zu akzeptieren, die eigenen Grenzen sozusagen. Man kann nur in eine Richtung gehen, nur eine Sache machen. Nur ein Essen essen, nur an einem Platz sein, etc..

Diese Festgelegtheit zu akzeptieren, ja sogar zu begrüßen, bedeutet, den Moment mit Genuss würdigen zu können. Es bedeutet, den Augenblick zu schätzen.

Wir verbringen so viel Zeit mit Dingen, die dringend sind, so dass keine mehr übrig ist für Dinge, die wichtig sind. (Henry Ward Beecher)

Lebe deinen Traum bedeutet: lerne richtig zu träumen

Entfremdung meiden

Die heute selbstverständliche Entfremdung in der Arbeit, durch immer noch feiner werdende Arbeitsteilung und Spezialisierung trägt dazu bei, dass immer weniger gefragt wird, was die eigenen Interessen überhaupt sind. An deren Stelle tritt: das Einem-anderen -Zweck-Dienen. Was aber ist das Interessante daran, etwas zu tun, das man vielleicht in seiner Ganzheit nicht versteht, dessen Ziel man vielleicht nicht teilt? Meist ist es das Geld.

eigene Interessen haben

Daher darf froh sein, wer überhaupt starke eigene Interessen hat. Hier scheint ja oft schon die größte Schwierigkeit vorzuliegen. Viele haben gar keine eigenen Träume. Die Köpfe werden gefüllt mit den Hochglanzbildern und Messages der allgegenwärtigen Medien.

gedanklich bei dem bleiben können, was einen interessiert

Lebe deinen Traum bedeutet, dass man sich ganz dem Interesse widmen kann, das einen am meisten bewegt.

Lebe deinen Traum bedeutet nicht, zu faulenzen, allein schon deshalb, weil Leben und Reglosigkeit Gegensätze sind. Lebe deinen Traum bedeutet auch nicht, den Träumen anderer nachzujagen.

Innerhalb der eigenen Grenzen träumen zu können, und diesen Traum zu leben, das ist der Inbegriff von „Lebe deinen Traum“.

 

Spruchbild, Bildspruch, Zitat, Sprichwort: Glück heißt: Seine Grenzen kennen und sie lieben. (Romain Rolland)
Glück heißt: Seine Grenzen kennen und sie lieben. (Romain Rolland)

 

Weiterlesen: Wunschdenken – ist die Realität automatisch das, was man denkt?

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Was heißt: Lebe deinen Traum? was last modified: April 4th, 2016 by Henrik Geyer

Macht der Gedanken

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Die Macht der Gedanken ist unbegrenzt. Alles ist Geist.Aber Macht über die eigenen Gedankenzu gewinnen, das ist schwer.

Welche Macht haben die Gedanken? Sind sie allmächtig oder begrenzt? Haben Gedanken die Macht Realität zu erschaffen? Über die Macht der Gedanken.

Macht der Gedanken – Spirealismus

In diesem Blog schreibe ich immer aus der Sicht meiner Philosophie – des Spirealismus. Der Spirealismus sieht als die Quelle der Realität die Gedanken an. Allerdings sind nicht (nur) die Gedanken im menschlichen Kopf gemeint – sondern Gedanken verstanden als ein umfassendes, Welten erschaffendes Konzept.

Während also andere kompliziert umschreiben müssen, warum und wie Gedanken Macht haben (wo doch der materialistischen Sichtweise zufolge die „eigentliche“ Realität von dem objektiven Außen ausgeht, also nicht von Gedanken), kann der Spirealist aus tiefster Überzeugung sagen: die Gedanken haben alle vorstellbare Macht. Sie können jede Form annehmen und bringen auch unsere Welten hervor.

Der Spirealismus drückt es so aus: Unsere individuellen Gedanken „von“ der Welt, und „die Welt“, sind eins.

individuelle Wahrheit

Die eigene, individuelle Wahrheit kann von der äußerlichen, die durch einen Abgleich (Kommunikation) entsteht, abweichen. Diese innere Wahrheit zu suchen, zu formen, zu schützen und die Wahrheit nicht nur im Außen zu suchen – das ist der Weg, den eigenen Gedanken zu Macht zu verhelfen. In spirituellen Lehren und in Religionen bedeutet das: sich auf das eigene Geistige zu fokussieren. Die Gedanken auf etwas ruhen lassen. Beten. Kontemplation.

Das hat keine Realität? Doch. Zunächst einmal für uns selbst. Und die eigene Realität ist alles, worüber wir je sprechen können. Die eigene Realität formt auch die Realität anderer – denn wir sind verbunden. Über das, was wir tun, wie das, was wir sagen, (und all dies auf Grund unserer inneren Wahrheiten) formen wir die Welten anderer.

Weiterlesen: Das Denken ist die Realität – und nicht: das Denken erzeugt Realität

Die Macht über die eigenen Gedanken ist begrenzt

Die Gedanken haben einerseits eine umfassende Macht.  Andererseits bedeutet das spirealistische Konzept auch, dass unsere Macht über die eigenen Gedanken begrenzt ist. Dass die Grenzen im Denken liegen. Warum? Weil jeder Begriff den wir fassen, in seiner Definition, begrenzt ist.

Hier liegt ein Widerspruch innerhalb materialistischen Sichtweise. Einerseits wird die Macht der Gedanken im Allgemeinen als groß angesehen. Andererseits betrachtet man die Gedanken im Materialismus als völlig frei. Die Gedanken seien das freie Element, die Festlegungen hingegen bestünden im Außen, in der Materie. Diesem Widerspruch kann man sich innerhalb der materialistischen Sichtweise nicht entziehen.

Doch, je mehr wir lernen, Macht über unsere Gedanken zu gewinnen, umso mehr können wir unsere Welt in Gedanken gestalten. Macht über unsere Gedanken zu gewinnen, das bedeutet auch achtsam zu beobachten, wovon sie abhängen, wie sie immer neue Formen erschaffen.

Begrenztheit der Macht über eigene Gedanken – Beispiele

Mancher wird sagen: Die Macht über die eigenen Gedanken soll begrenzt sein? Ich kann doch jederzeit denken was ich will, und in der Folge tun was ich will!

Der berühmte Philosoph Schopenhauer sagte einmal:

„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“ (Schopenhauer)

Das bedeutet, dass, wenn der Mensch bereits in seinem Wollen und Nicht-Wollen nicht frei ist, wenn er darin begrenzt ist, ist auch sein Tun nicht frei. All das, was der Mensch will, geht aus von seiner inneren Logik. Um es in eine populäre Sprache zu bringen: ob er das Glas halb voll oder halb leer sieht, bestimmt, wie er handelt. Insofern ist er nicht frei.

Und … die Gedanken führen ein Eigenleben – meist bemerken wir es nicht. Wir rechnen den Lauf der Gedanken vielmehr unserem Wollen zu.

Nietzsche sagte:

„Es denkt.“

Gute Gewohnheiten, schlechte Gewohnheiten

Man kann die Ohnmacht über die eigenen Gedanken auch daran erkennen, wie wenig es uns möglich ist, von (schlechten) Gewohnheiten zu lassen – gemeint sind alle Arten von Sucht, zu schnelles Fahren, zu viel Essen, etc..

Gemeint sind aber auch die von uns so apostrophierten „guten“ Gewohnheiten des Denkens und Handelns – was zurückführt auf das obige Schopenhauer-Zitat. Auch sie halten uns natürlich in einer bestimmten Realität fest, nur dass wir bei den sogenannten guten Gewohnheiten sagen werden, sie seien unserem freien Willen entsprechend so, wie sie sind.

 

Fazit:

Die Macht der Gedanken ist unbegrenzt. Alles ist Geist.

Die Macht über die eigenen Gedanken zu gewinnen ist hingegen schwer. 

 

Siehe auch: Artikel Definition der Freiheit. Ist Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden?

Ähnliches Thema: Sind die Gedanken bei den Dingen? Ist das Denken von den Dingen gleich den Dingen?

Macht der Gedanken was last modified: April 2nd, 2016 by Henrik Geyer

Spiritualität leben – wir sind spritituelle Wesen

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Geist ist alles, alles ist Geist … spirit is everything, everything is spirit Thema Spiritualität leben

Spiritualität leben – wie macht man das am besten, was ist spirituell, worum geht es dabei?

Geist ist alles – alles ist Geist / spirit is everything, everything is spirit

Spirituelle Kraft ist Kraft, die aus Geistigem erwächst. Eine Kraft also, jenseits der scheinbar so bestimmenden äußerlichen Realität. Spiritualität kann das Leben grundlegend verändern. Spiritualität kann heilen und den Zielen und der eigenen Bestimmung näherbringen.

Was bedeutet spirituell?

Spirit – innewohnender Geist, Spiritus – lateinisch: der Hauch, der Atem. Der Atem wurde im Altertum dem Geheimnis des Lebens zugeordnet, der Seele, bzw. der nicht weiter erklärbaren Kraft, die alles Lebende antreibt. „Spirit“ im heute oft verwendeten Sinn steht aber auch für eine selbstbewusste, handelnde Einstellung. Spiritualität heißt für Spireo: die eigene Geistigkeit wahrnehmen, sich des eigenen Selbst bewusst werden. Die eigene Geistigkeit, die Seele erkennen und annehmen.

Insofern drückt der Untertitel „spirit is everything“ einerseits aus, dass für das Leben die Einstellung entscheidend ist – wir sagen ja umgangssprachlich: „der Spirit entscheidet. Gemeint ist hier: Der Geist, die Einstellung, mit dem man die Dinge angeht.

Spirituell ist aber auch das Erkennen, dass Geist tatsächlich alles ist, was ist. In dieser Formulierung geht es um den Begriff von Existenz, den der Spirealismus neu begreift.  (Dazu hier mehr)

Die subjektive Realität formt sich aus Geist. Geist ist in allem, was uns umgibt.

Wir sind nicht materielle Wesen,
die spirituelle Erfahrungen machen können,
sondern wir sind spirituelle Wesen,
die materielle Erfahrungen machen.
Pierre Teilhard Chardin

Spiritualität leben – Überwindung des Glaubens

Nein, hier ist nicht davon die Rede, Religion sei nicht spirituell.

Ähnliches Thema: Beitrag ‚Religion und Spiritualität – was ist der Unterschied?‘

Spiritualität leben bedeutet vielmehr (zumindest für mich) zu sehen, dass Geistiges, das Relatives, tatsächlich alles ist, was ist. Demzufolge gibt es kein endgültiges Wissen, keine endgültige Wahrheit.

Letztlich ist jedes Wissen auch Glauben – und jeder Glauben, jedes Wissen, kann überwunden werden. Und wird überwunden werden, es ist nur eine Frage der Zeit.

die Antworten der materialistischen Wissenschaft auf menschliche Fragen nach dem Woher und Warum

In der modernen Gesellschaft wird immer klarer, dass die scheinbar so allgemein-gültigen Antworten der Wissenschaft in den zentralsten menschlichen Fragen nicht weiterführen.

Die Existenz des Schöpfers zu bezweifeln (wo soll er sein? Warum kann man ihn nicht beweisen?), und an seine Stelle den Urknall zu setzen, hilft in menschlichen Fragen nicht weiter. Der Urknall ist erstens kein „Grund“ im Sinne einer letzten Kausalität(was war davor? was löste den Urknall aus, was begründet ihn?). Zweitens aber, und noch wichtiger, beantwortet er uns keine menschliche Frage (Ist der Grund für unser Hiersein ein Knall?)

Bitte lesen Sie auch: Artikel ‚Wo ist Gott‘

Spirituelle Weisheit ist Weisheit und Wissen

Eine Rückbesinnung auf uralte spirituelle Weisheiten ist notwendig, und im vollen Gange.

Sich diesen spirituellen Weisheiten zuzuwenden, das bedeutet Spiritualität leben.

Viele Menschen heute sind Anhänger diverser spiritueller Weltanschauungen. Esoterik, Religion, alternatives Heilen – wie man dies alles nennen mag. Sie haben Existenz und Existenzkraft durch die Gedanken in den Menschen. Und dies ist zugleich die unleugbare geistige Kraft, die Kraft aus Spirituellem.

Daher auch gehört Spiritualität zum menschlichen Leben – nicht etwa, weil es nur eine angenehme Illusion wäre. Nein, Spiritualität funktioniert.

Spiritualität leben – Chance für die Menschheit?

Neben spirituellen Fragen, die für den Einzelnen wichtig sind, geht es heute gleichermaßen um die zentralen Probleme der Welt.

Sie lassen sich nur durch Geistiges lösen.

Gelingt es uns der immer weiter fortschreitenden Naturzerstörung, des „Verbrauchs“ von Natur, Herr zu werden? Gelingt es, die Überbevölkerung zu stoppen? Gelingt es der Menschheit, nicht nur reagierendes Medium zu sein, sondern sich wahrhaft ihres Selbst bewusst zu werden? Gelingt Wachstum in Richtung Qualität und Interessenausgleich? Das sind die Fragen um die es heute geht – wahrhaft entscheidende Fragen für das Überleben der Menschheit.

Das überkommene „Mehr!“ hat ausgedient, kann nicht immerwährendes Konzept sein. Um das Mehr! aus der Welt zu schaffen, müssen wir uns bewusst werden, dass wir durch Leben von Spiritualität unsere ureigensten Grundbegriffe formen können, neu betrachten können, neu begreifen können.

Weiterlesen: Beitrag ‚Ist der Mensch die Krankheit der Welt? Zerstörung der Erde – Heilung der Erde.‘

Die Qualität und die Ernsthaftigkeit, mit der wir uns den Fragen zu uns selbst widmen, wird entscheidend für das Schicksal der Welt sein. Spiritualität zu leben – darin liegt eine neue, großartige Chance für die Menschheit, in ihrem Ringen um Überwindung der fundamentalen Existenzkrisen.

Spiritualität leben – es gibt nicht nur einen Weg

Spiritualität leben – wer das tut erfährt, dass es nicht den einzig „richtigen“ Weg gibt.

Woher kommt dann der uralte Streit über den richtigen Weg – wir kennen das, beispielsweise zwischen Religionen? Ist das nicht absurd, wenn zwischen spirituellen Denkrichtungen so gestritten wird?

Dieser Kampf ist Inbegriff materialistischen Denkens, also das Gegenteil von spirituellem Denken.

Im Heute Spiritualität leben

Es gibt viel zu tun, vieles neu zu bedenken. Vielleicht ist es uns vorbehalten, Spiritualität neu zu entdecken; die Kraft zu entdecken, die spirituelles Denken entwickeln kann.

Die Macht der neuen Informationstechnologien, die Geistiges in Sekundenschnelle verbreiten, spricht dafür, dass das gelingen könnte; sowohl gesellschaftlich, als auch für den Einzelnen.

Alle möglichen Probleme von Menschen lassen sich auf Probleme des Denkens zurückführen und auch genau an dieser Stelle lösen.

Spiritualität leben – wir sind spritituelle Wesen was last modified: Februar 12th, 2016 by Henrik Geyer

Lüge – was ist das? Über das Lügen

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Man lügt, wenn man etwas für eine Wahrheit hält, und dennoch etwas anderes sagt. Thema Lüge und Wahrheit

Lüge ist ein fließendes Konzept, weil die Wahrheit ein fließendes Konzept ist. Die Lüge ist das Gegenteil der Wahrheit. 

Die Realität ist in jedem Menschen anders. Es gibt die Realität nicht in einer einzigen oder endgültigen Form. Daher ist auch die Wahrheit in jedem von uns einzigartig.

In diesem kurzen Artikel soll es um einige interessante Aspekte von Lüge und Wahrheit gehen, die das verdeutlichen.

Siehe auch Artikel „Wir sind spirituelle Wesen… „

Überzeugungen und Lügen

Man lügt, wenn man etwas für eine Wahrheit hält, und dennoch etwas anderes sagt.

Das drückt aus, dass die Unterscheidung von Lüge und Wahrheit von unseren individuellen Überzeugungen ausgeht. Also dem, was wir individuell für wahr halten. Jedoch gibt es die Wahrheit nicht außerhalb von uns, in eindeutiger Form. Was der Einzelne für wahr hält – das ist aus seiner Sicht die Wahrheit.

Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.
Friedrich Nietzsche

Den oben genannten Satz von Nietzsche könnte man so gesehen umformen. Die Überzeugungen sind nicht die Feinde der Wahrheit. Sondern unsere Überzeugungen sind uns die Wahrheit. Sie sind unsere innere Wahrheit – worüber sonst können wir sprechen?

Lüge als das Gegenteil von Existenz

Was unsrer inneren Überzeugung gemäß IST, das ist uns auch die Wahrheit. Das, was ist, das nennen wir auch Existenz.

Was wir glauben zu sehen – das ist unsere Wahrheit. Was wir wissen, das ist uns Wahrheit.

 

Ein Beispiel: Wenn ein gläubiger Christ Gott verleugnet – das wäre eine Lüge. Aber … kann man etwas verleugnen, an dessen Wahrheit man glaubt? Schwerlich. Jedenfalls schwerlich sich selbst gegenüber.

Die Wahrheit des Christen ist, das Gott existiert.

Ein Wissenschaftler wiederum kann nicht (sinnvoll) den gläubigen Christen der Lüge bezichtigen, weil dieser an Gott glaubt.

Umgekehrt – wenn der Wissenschaftler verleugnen würde, dass es das Atom gibt – das wäre Lüge. Aber auch er kann nicht glaubhaft etwas verleugnen, an dessen Wahrheit und Existenz er glaubt. Er selbst spürt, dass dies Lüge wäre. Seine Wahrheit ist, dass das Atom existiert.

Und wiederum kann ein gläubiger Christ den Wissenschaftler nicht (sinnvoll) der Lüge bezichtigen, weil dieser an das Atom glaubt.

Man kann sich nicht selbst belügen.

Es gibt viele Worte für die Randbereiche der Wahrheit. Zum Beispiel: Phantasie, Ausflüchte, Wunschdenken, falsches Denken.

Ähnliches Thema Beitrag ‚Kreativität und Phantasie‘

Aber all das läuft auf eine einfache Tatsache hinaus: Was wir für wahr halten, was es für uns gibt – das ist die Wahrheit. Sie ist in uns. Sich selbst kann man nicht glaubhaft belügen. Etwa, indem man unglaubhaftes positives Denken versucht, so, wie das manchmal geraten wird.

Der Versuch, dies wider die innere Wahrheit zu tun, ist unglücklich, desaströs – kommt einer Bewusstseinsspaltung gleich.

Auf die innere Wahrheit kommt es an. Die innere Wahrheit zu formen ist ein langwieriger Prozess – weit weniger einfach, als es der Materialist vermutet, denn er hält die Wahrheit für etwas, das außerhalb von ihm zu finden ist.

Aber: Man kann sich nicht selbst belügen. Und doch kann die Wahrheit von heute die Lüge von gestern sein.

Weiterlesen: Artikel ‚Glaube Liebe Hoffnung – ohne Glauben geht nichts‘

Lüge und Wahrheit verfließen

Gerhart Hauptmann sagte einmal:

Verallgemeinerungen sind Lügen.

Der Philosoph Schopenhauer beschreibt genau das als einen (von vielen) Kunstgriffen der Redekunst, in seinem Buch „Die Kunst Recht zu behalten.“

Die Erweiterung. Die Behauptung des Gegners über ihre natürliche Grenze hinausführen, sie möglichst allgemein deuten, in möglichst weitem Sinne nehmen und sie übertreiben; seine eigne dagegen in möglichst eingeschränktem Sinne, in möglichst enge Grenzen zusammenziehn: weil je allgemeiner eine Behauptung wird, desto mehreren Angriffen sie bloß steht. Das Gegenmittel ist die genaue Aufstellung des puncti oder status controversiae.

Wahrheit und Lüge verfließen. Wahrheit ist nie nur EINS. Des einen Wahrheit ist die Lüge des anderen.

Soll das heißen, dass es keine Lüge gibt?

Soll das heißen, es gäbe überhaupt keine Lüge?

Nein. Damit soll aber gesagt sein, dass die Wahrheit fließt, sie ist nie fest.

So wie die Existenz fließt. Lüge ist ein Begriff unserer Welt, daher existiert sie,  daher gibt es Lüge. Aber die Lüge ist nicht starr, so wie kein Begriff starr ist. Begriffe haben immer nur Bedeutung, im Verhältnis zu anderen Begriffen. Auch der Begriff der Lüge wandelt sich stets, er fließt.

Spruchbild: Lüge und Wahrheit. Wahrheit ist ein fließendes Konzept.
Wahrheit ist ein fließendes Konzept.

Siehe auch: Beitrag ‚Glaube vs wissenschaftliches Wissen. Was ist Glaube?‘

Lüge – was ist das? Über das Lügen was last modified: Februar 29th, 2016 by Henrik Geyer

Reichtum – über das Recht, reich zu sein

Spruchbild: Die Fülle der Welt ist unser wahrer Reichtum. Wir erschaffen diesen Reichtum nicht, und wir müssen nicht um ihn kämpfen. Wir müssen ihn nur zu schätzen wissen.

Mancher meint, er sei dazu geschaffen, arm zu sein, keine Chancen zu haben. Es sei sein Karma, nur das Normale, nur das Ungenügende für sich beanspruchen zu dürfen – aber keinen Reichtum, und keine Fülle!

Dem sei Folgendes gesagt:

Erkenne den Reichtum der Welt!

Erkenne, den Reichtum, den die Welt selbst darstellt. Das, was wir wir Menschen oft als Reichtum sehen, ist nicht der eigentliche Reichtum. Sieh die Wolken über Dir, sieh die Sterne und die Erde auf der Du gehst. Was wir an glänzenden Gütern der Massenindustrie hervorbringen, geht selbst erst aus der Unendlichkeit der uns umgebenden Natur hervor, die in unermesslicher Fülle Dinge und Ideen für uns bereithält. Sie ist unser wahrer Reichtum. Und wir Menschen tun so, als hätten wir all das selbst erschaffen!

Vermeide den Gedanken, du seiest arm, denn das trifft nicht zu. Unerfüllte Wünsche machen Dich arm. Unerfüllbare Wünsche machen dich arm und unruhig – deine Konzentration lässt nach. Erfüllte Wünsche machen Dich reich, ruhig und konzentriert, und mit diesem Kapital kannst Du immer noch reicher werden.

Siehe auch Artikel zum Thema: Glaub an dich – und du glaubst an die Welt.

Denke an das, was Du hast. Nicht an das, was Du nicht hast.

Denke an Dein Leben. Kein Arzt kann Dir Leben geben – es ist die Fülle der Natur, aus der Du hervorgehst. Sei dafür dankbar.

Kein Manager kann Dir Freunde geben, es ist die Fülle Deiner Welt, aus der all das hervorgeht. Sei auch dafür dankbar.

Kein Berater kann Dir Freude schenken – es ist die in Dir wohnende, unerklärliche Kraft, die Dich Freude empfinden lässt. Wisse sie zu schätzen und nutze sie!

Gewöhne Dir ab, Wünsche zu hegen, die Dich unglücklich machen. Sei dankbar für die Fülle, die in Deinem Leben bereits ist!

Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.
Epikur

Reichtum ist Glück

Wahrer Reichtum ist nicht der Reichtum an Geld. Manchmal verhindert Geldreichtum sogar innerliches Glücklichsein.

Manche Leute haben von all ihrem Reichtum nichts als die Angst, ihn zu verlieren.
Antoine de Rivarol

Du kannst sehen, wie Leute unglücklich sind, weil sie das nicht bekommen, was sie am allermeistem zu brauchen glauben: Geld. Oder die unglücklich sind, wenn sie Geld verlieren. Geld macht sie arm.

Du kannst auch sehen, dass viele Menschen sehr glücklich, und innerlich reich sind, die gar nicht so viel haben. Innerlicher Reichtum hängt nicht von Geldreichtum ab.

Siehe auch Artikel zum Thema: Lieben und Liebe erlangen – was tut man, wenn Liebe fehlt?

Ergreife den Reichtum der Dinge und Gedanken

Die Fülle der Welt, das bist auch Du. Man muss Dir nicht erst einen Anspruch auf diese Fülle geben, damit Du nehmen kannst – vielleicht in Form eines Geldbriefes, oder einer Option. Nein, weil Du da bist, hast Du ein Recht. Weil Du da bist, hast Du bereits Teilhabe.

Verbanne jeden Gedanken, du wärst nicht wert, reich zu sein, oder dein Schicksal sei Minderwertigkeit.

Du bist bereits reich, und Du hast jedes Recht auf weiteren Reichtum. Der erste Schritt zu diesem Reichtum ist, den Reichtum der Welt sehen zu können, und dafür dankbar zu sein.

Siehe auch Artikel zum Thema: Wachstumswahn – wie viel ist genug?

Reichtum – über das Recht, reich zu sein was last modified: Februar 22nd, 2016 by Henrik Geyer

Gewohnheiten ändern – ein Neubeginn

Gewohnheiten ändern - ein Neubeginn

Das Leben besteht aus Gewohnheiten. Was wären wir ohne die täglichen Routinen, die wir doch umso besser machen, je öfter wir sie erledigen? 

Es schleichen sich im Laufe der Zeit aber auch viele Gewohnheiten ein, die uns zwar selbstverständlich erscheinen, wie alles, was wir tun. Doch es sind schlechte Gewohnheiten, und wir wissen das. Schlechte Gewohnheiten, die wir ändern sollten. Wir merken erst dann, wie schwer das ist, wenn wir tatsächlich daran gehen, sie zu ändern. Nichtsdestoweniger sollte man es versuchen.

Aber (Zitat): Man bleibt jung, solange man noch lernen, neue Gewohnheiten annehmen und Widerspruch ertragen kann.
Marie von Ebner-Eschenbach

eine Bestandsaufnahme machen

Schauen wir uns genau an, was wir tun. Wie wir die Dinge tun. Zum Beispiel was wir zu anderen sagen, und wie wir es sagen. Schauen wir mit Achtsamkeit an, was unsere Konzepte sind – und hinterfragen wir sie! Das ist sozusagen der spirituelle Weg .. es kann der Weg sein, schlechte Gewohnheiten erfolgreich zu bekämpfen.

 

Aus eigener Erfahrung weiß ich noch, wie es war, als ich mit dem Rauchen aufhörte. Daher will ich dies als Beispiel anführen.

Ich wollte diese Gewohnheit ändern, daher beobachtete ich mich beim Rauchen. Ich nahm zum ersten Mal, und mit ehrlichem Erstaunen, wahr, dass mir Zigaretten überhaupt nicht gut tun. Die Annahme, eine Zigarette würde entspannen, traf nicht zu! Komisch, dass ich das erst jetzt bemerkte.

Eher war es umgekehrt. Will man in einen angespannten Zustand kommen, so als sei eine stressige Situation zu bewältigen (und so, als wäre sie in dem Moment bewältigt , da man die Zigarette in der Hand hat), zündet man sich eine an.

Aber natürlich – wirklich gut tut die Zigarette nicht! Sie beruhigt nicht, sie löst kein Problem. Eine stressige Situation verursacht sie eher. Eine Zigarette bringt leichte Kopfschmerzen, schmeckt scheußlich, macht Mundgeruch – sie tut rundum nicht gut.

Man verbindet so vieles Gute damit, wenn man Raucher ist. Vieles, was eigentlich gar nicht zur Zigarette gehört. Z.B. gemütliche Abende mit Freunden, viele kleine Erlebnisse (die immer auch etwas Positives haben). Jedoch: gemütliche Abende gibt es eben auch ohne Zigarette – es ist eine Frage der Assoziation.

 

Kurz und gut: eine solche sehr genaue Bestandsaufnahme kann helfen, Gewohnheiten zu ändern. Sie hilft, eine schlechte Gewohnheit von dem zu trennen, was als gutes Gefühl mitschwingt, jedoch in Wirklichkeit gar nichts mit dieser Gewohnheit zu tun hat. Die Bestandsaufnahme kann dabei helfen, eine schlechte Gewohnheit ganz anders wahrzunehmen.

Für mich verlor durch diese neue Wahrnehmung die Zigarette ihre besondere Attraktivität. Ich hörte mit dem Rauchen auf, ohne groß darum ringen zu müssen. Kam der Gedanke an eine Zigarette, dachte ich eher an die Folgen (Kopfschmerz, Nervosität, Mundgeruch, schlechter Geschmack), als an etwas Positives.

Es ist einfach kein Drang da, selbst zu rauchen (das Rauchen anderer macht mir allerdings nichts aus).

Gewohnheiten ändern durch Neudefinition des Ich

Und so ist es wohl mit jeder Gewohnheit. Wir brauchen Gewohnheiten – Gewohnheiten machen uns aus. Wir SIND unsere Gewohnheiten. Wohl darum ist es so schwierig, Gewohnheiten zu ändern. Mit jeder geänderten Gewohnheit werden wir ein bisschen ein Anderer / eine Andere.

Aber wir haben die Macht uns neu zu definieren – Stückchen für Stückchen.

Gewohnheiten ändern wir, wenn wir uns selbst anders beschreiben können. Statt zu sagen (und zu fühlen): „ich bin Raucher“, können wir sagen: „ich bin Nichtraucher“. Statt zu sagen „ich bin unsportlich“ können wir sagen „ich bin sehr sportlich“.

Siehe auch Artikel zum Thema: Der Schriftsteller und sein wichtigstes Werkzeug, das Denken – Sport und Gehirn

Wir sehen uns neu, beobachten uns neu. Sehen unsere Gewohnheiten auf neue Weise, nehmen sie anders wahr. Was Denkvoraussetzung für den Raucher ist („Ich muss jetzt eine rauchen!“), denkt der Nichtraucher genau umgekehrt: „Ich muss nicht rauchen, und ich wüsste auch nicht, wozu das gut sein soll!“. Gewohnheiten ändern durch Neudefinition des Ich bedeutet, einen stetigen Gedanken, eine Denkgewohnheit, zu schwächen, zugunsten einer anderen Denkgewohnheit.
Siehe auch Artikel zum Thema: positives Denken – positive Gedanken

Gewohnheiten ändern – ein Neubeginn was last modified: Februar 13th, 2016 by Henrik Geyer

Wunschdenken – ist die Realität automatisch das, was man denkt?

Wunschdenken

Wunschdenken – sich einfach die Welt schön denken. Ist das Unsinn oder Realität? Traum oder Alptraum?

Im Zusammenhang mit Spiritualität, Religiosität, auch meinem Spirealismus und dessen Grundsatz „das Denken ist die Realität“, wird oft vermutet, es ginge um Wunschdenken – und Wunschdenken sei Quatsch.

Hierzu einige Gedanken und ein Aspekt des Begriffes „Wunschdenken“, der vielleicht ungewohnt erscheint.

Unsere Vorstellung von der Welt ist die Welt

In „Alles ist Geist“ lege ich meine Beobachtung dar, dass die Art und Weise des Denkens die individuelle Welt erschafft. Was wir denken ist nicht im eigentlichen Sinn eine Sichtweise „auf“ die Welt – sondern die individuelle Vorstellung ist die Welt (des Individuums).

Wie könnte man Vorstellung von der Welt und richtige Welt auseinander halten?

Wunschdenken ist real

Daher ist, was der Einzelne für „die Wahrheit“ hält, für ihn die Wahrheit. Punkt. Wenn Sie z.B. den eben formulierten Satz in diesem Moment nicht für wahr halten, so ist es Ihre, Ihnen unbestreitbar erscheinende, Wahrheit, dass er falsch ist. Es bleibt immer eine subjektive Wahrheit – DIE Wahrheit gibt es ebenso wenig wie DIE Realität.

Wenn man die Vorstellung von der Welt irgendwie beeinflussen kann: Hat es für den Einzelnen Sinn, sich eine schöne Welt vorzustellen, an Stelle einer schrecklichen? Ja! Und wenn unverbesserliche Realisten nun von der Realität sprechen, die man anerkennen müsse, dann verkennen sie mindestens, dass positives Denken ja ebenfalls eine Realität ist. Eine Realität, die das, was wir Materie nennen, bewegt. Indem sie uns bewegt.

Positives Denken hat Sinn. Glauben bewegt uns wie ein Motor. Glauben lässt uns stark sein, wenn es schwierig wird. Positives Denken gibt uns Kraft, Dinge anzupacken, die am Anfang wie unmöglich erscheinen. Es hat viel Sinn, sich auf guten Glauben, auf Zuversicht, zu konzentrieren, auf gute Gedanken! Es hat viel Sinn, gesteuert Wunschdenken zu betreiben.

Man kann übrigens Wunschdenken auch als einen Schutz vor einer (fälschlich) als schlecht wahrgenommenen Realität verstehen – auch dann hat Wunschdenken einen Sinn.

Wunschdenken praktizieren

Wunschdenken zu praktizieren bedeutet, sich bewusst einem Gedanken zuzuwenden, den für wahr zu halten man für nützlich hält.

 

Die Grenzen dessen, was wir uns vorstellen können, liegen im Denken (wenn auch nicht im Denken des Einzelnen, wodurch klar ist, dass das Denken des Einzelnen nur im Zusammenklang mit dem Denken aller die Macht hat, eine Realität für alle zu erzeugen – siehe Spirealismus).

Die Grenzen dessen, was der Einzelne sich vorstellen kann, sind demzufolge auch in den Denk-Grenzen der Personen zu finden, mit denen wir uns umgeben.

Daher sehen wir schon das Erfordernis, dass gezieltes Wunschdenken auch ein Abkoppeln vom Denken anderer Personen ist. Ein Denken anderer, das man selbst vielleicht nicht haben möchte.

Wie macht man das, wie koppelt man sich ab? In dem man sich mit den Personen auseinandersetzt, sich streitet? Indem man anderen beweist, im Unrecht zu sein? Nein, man koppelt sich ab, indem man sich aus der Kommunikation löst – nicht kommuniziert.

Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass man auf diese Weise nicht das Denken der Anderen verändert (was ohnehin sehr unwahrscheinlich ist). Die eigene Wahrheit ist von der Wahrheit anderer abgekoppelt – aus Wunschdenken baut sich eine individuelle Wahrheit auf, die nicht automatisch die Wahrheit der anderen ist. Das zu akzeptieren ist Teil der Methode, Wunschdenken zu praktizieren.

Wunschdenken an der Realität vorbei: Wünsche für die man nichts tut

Die Realität ist nichts Genaues, nichts Scharfes, nichts Eindeutiges. Niemand kann sagen: die Realität ist nur das, oder nur jenes. In jedem ist die Realität anders.

Dennoch hat Wunschdenken sicherlich Grenzen des Nützlichen oder Machbaren. Z.B. wenn es uns Ziele verfolgen lässt, die sich letztendlich als untauglich erweisen. Wenn wir also „an der Realität vorbei“ handeln. Oder, wenn man, Träumen nachhängend, das Handeln zu seinem Besten vergisst, so dass man, aus Wunschdenken „erwachend“, sich in einer Alptraum-Realität wiederfindet.

 

Jedoch – „endgültig“ definieren lässt sich eine Abgrenzung nicht. Wir sind es zwar gewohnt, ganz genau zu beurteilen, was „nur Wunschdenken“ ist, und was „richtiges“ Denken. Aber bei Lichte besehen ist es doch nahezu unmöglich zu sagen, was genau Wunschdenken ist. Denn  wir alle leben (zumindest auch) in unseren Träumen, Vorstellungen, Wünschen. Macht das das Leben nicht gerade lebenswert? Die größten Künstler, Erfinder und Entdecker galten in ihrer Zeit als Träumer und Spinner. Die größten Realisten hingegen sind längst vergessen.

Der Wunschdenkende darf einfach nicht vergessen, seinen Wünschen entsprechend auch zu handeln. Was so viel heißt wie: den Gedanken zu Ende denken!

Wunschdenken – ist die Realität automatisch das, was man denkt? was last modified: Februar 10th, 2016 by Henrik Geyer