Die Entdeckung der Unendlichkeit in allen Dingen

Die Entdeckung der Unendlichkeit - die Unendlichkeit ist in den Dingen - 2 [SPID 4673]

Die Unendlichkeit – sie ist in den Dingen, die uns umgeben. Sie ist im Ich. Wie entdeckt man die Unendlichkeit, wie kann man sie sehen?

Die Unendlichkeit des Alls

Das All ist unendlich. Es ist das Alles. Das Weltall ist nicht „dort“, man muss nicht durch ein Teleskop sehen, um es betrachten zu können, sondern das All umgibt uns, ist in uns, durchdringt uns. Wir sind selbst das All.

Das All ist nur scheinbar die Summe seiner Teile. Wäre es einfach die Summe von irgendetwas, wäre es uns nicht paradox, denn es würde nicht im Widerspruch zu unserer Weltsicht stehen, dass alles erfassbar ist. Nein, das Wort unendlich bedeutet, dass niemand die Summe bilden kann, denn die Teile kommen, wie aus einer nie versiegenden Quelle, nie endend, zu uns. Aus uns.

Die Unendlichkeit des Kreises

Wir alle kennen das Symbol für Unendlichkeit, den Kreis. Wir könnten genauso gut die liegende Acht betrachten. Doch wir betrachten den Kreis. In der Symbolistik ist der Kreis das Zeichen für Unendlichkeit, ebenso für Gott.

Der Kreis ist ein sich intuitiv erschließendes Symbol für Unendlichkeit, denn man kann mit dem Finger um den Kreis herumfahren – er hat keinen Anfang und kein Ende. Ewig könnte dieses Herumfahren mit dem Finger fortgehen, wenn nicht wir selbst begrenzt wären.

die Unendlichkeit in der geometrischen Figur

Man kann die Unendlichkeit des Kreises auch erklären, wenn man den Kreis als eine geometrische Figur betrachtet. Die Definition eines Kreises in der Geometrie ist, dass ein Kreis sich aus einer Unendlichkeit von Punkten bildet, die sich in immer gleichem Abstand vom Mittelpunkt befinden.

Warum Unendlichkeit? Weil man, egal wie weit zwei Punkte voneinander entfernt sind, wie groß die Entfernung zwischen diesen zwei Punkten ist, diese Strecke immer teilen kann. Man kann in Gedanken einen Punkt zwischen zwei vorhandene Punkte setzen.

Das erfordert übrigens sich vorzustellen, dass die Punkte selbst immer weniger Raum einnehmen. Sie müssen selbst immer kleiner werden, um zwischen die vorhandenen Punkte zu passen. Bis sie – nur scheinbar – Null werden. Doch die Unendlichkeit des Infinitesimalen geht weiter, jenseits der Null sind Welten!

Die Unendlichkeit des Kreises als spirituelles Symbol

Wie schon gesagt ist der Kreis ebenso ein Symbol für Gott. Denn Gott und diese uns rätselhafte Unendlichkeit aus der alles kommt, dieser Raum der unbegrenzten Möglichkeiten, ist ein-und dasselbe.

Oft wird dieses Symbol dargestellt mit einem Punkt in der Mitte. Der Punkt in der Mitte ist der Mensch. Er ist das Element, das innerhalb der Unendlichkeit als ein Teil existiert. Der Mensch kann nicht ohne Unendlichkeit sein, sie umgibt ihn, durchdringt ihn. Und die Unendlichkeit kommt auf rätselhafte Weise aus dem Menschen.

Der Punkt in der Mitte ist raumlos. Warum raumlos? Weil sonst eine begrenzte Zahl an Punkten den Kreis völlig ausfüllen würde – er wäre nicht mehr unendlich in seinem Flächeninhalt, und als Symbol für Unendlichkeit untauglich.

Die Unendlichkeit jedes Objektes

Was wir über den Kreis sagten, lässt sich über jedes Objekt sagen. Um jedes Objekt herum können wir unseren Finger kreisen lassen, solange es uns nur möglich ist, und wir werden nur eins erfahren: die eigene Endlichkeit.

Jedes Objekt, sei es nun eine Kaffeetasse, ein anderer Mensch, ein Planet oder ein Sandkorn, können wir uns als eine nicht zu begrenzende Anzahl von Punkten, von Unterobjekten, von „kleinsten Teilchen“ (Atomen) vorstellen, die es ausmachen, die es wie eine Hülle umgeben, oder die es ausfüllen. Genau so, wie wir uns das Universum vorstellen: Als eine Summe von Teilen – von der wir schließlich doch begreifen, dass es keine Summe ist.

Die Unendlichkeit des Ich

Die Unendlichkeit findet man natürlich auch in sich selbst – vielleicht ist das sogar am allereinfachsten. Im Ich. Was ist das Ich? Beginnen Sie, es zu beschreiben, und Sie werden nie fertig, die Aspekte, die zu dem Ich gehören, aufzuzählen. Das Ich ist scheinbar nur ein kleines Wort, ein einzelnes Wort. So wie das All. Aber wie viel gehört dazu? Wie viele Dinge braucht es, das Ich zu beschreiben; Dinge, die das Ich formen, die das Ich umgeben, die das Ich tut, die das Ich sagt?

Ich sagte, in der Betrachtung des Kreissymbols, dass der Punkt in der Mitte, der in der Symbolistik den Menschen darstellt, raumlos ist. Warum raumlos?

Weil das Ich, weil der Mensch, nur scheinbar ein abgeschlossenes Objekt ist, das sich mit einem einfachen und eindeutigen Namen benennen lässt. Denn im Grunde ist er ebenso wenig fassbar, wie irgendein Ding, irgendein Objekt. Wenn man ihm einen eindeutigen Platz, einen endgültig definierten Raum zuwiese, hätte man bereits etwas falsch gemacht. Das Ich, der Mensch, lässt sich in einem wohlverstanden spirituellen Sinn nicht denken, wenn man ihn völlig abgrenzen will. Sondern in ihm ist die Unendlichkeit Gottes, so wie in jedem Ding Gottes Unendlichkeit ist.

Die Unendlichkeit des Lebens

Die Entdeckung der Unendlichkeit - die Unendlichkeit des Lebens [SPID 4669]Können Sie die Unendlichkeit der Ideen und Gedanken sehen? Der Dinge, die das Leben sind – und des Lebens, das dinghaft ist?

Der alte Baum, der nun tot ist, endete scheinbar. Doch seine Existenz ist jetzt in einer Fülle anderer Existenzen, anderer Ideen. Seine Stoffe werden zu den Stoffen der Erde, aus denen wieder andere Ideen wachsen – andere Pflanzen, andere Dinge. Andere Dinge, die wir „tot“ nennen – doch was ist tot in Gottes Welt der Ideen? Ideen sind niemals tot.

Die Existenz des Baumes ist jetzt die Existenz eines Ameisenheeres. Auch eine Existenz als Pilz, der nur scheinbar ein ganz eigenes Leben hat – doch es ist ein kontinuierlicher Strom, der aus dem Baum hervorgeht – und man bedenke: aus dem auch der Baum selbst hervorging. Nichts endet wirklich; die Fülle der Formen ist unbegrenzt, sie gehen nahtlos ineinander über. Und, nicht vergessen: wir sind ein Teil davon – wir betrachten es nicht „von außen“! Jede Idee, auch wir selbst, ist der Ausgangspunkt und Bedingung für weitere Ideen, in einem unendlichen Zirkelschluss.

Die Unendlichkeit der Sichtweisen

Denken wir an irgendeinen Begriff – denken wir an einen Tisch, zum Beispiel. Der Tisch, wenn wir ihn stehen sehen, kommt uns wie ein ganz eigenes, eindeutiges Objekt vor, das man nicht anders sehen könne.

Doch aus jeder anderen Sicht muss der Tisch ein wenig anders erscheinen, es gibt in der Raumzeit keine zwei völlig gleichen Perspektiven. Der Inbegriff der Mehrzahl – das ist die Unterschiedlichkeit, die wir in der materialistischen Weltsicht als die „Verschiedenheit der Perspektive in der Sicht auf dasselbe“ ansehen.

Wem das nun nicht als besonders gelungenes Beispiel erscheint, weil die Geringfügigkeit der Verschiedenheit nicht wirklich begründet, wo hier die Unendlichkeit sei … es sei ja doch immer noch dasselbe Objekt …. Die Perspektiven auf ein Objekt kann man sich als drastisch abweichender vorstellen, man muss sich allerdings die Mühe machen, auch wirklich abweichende Sichtweisen zu imaginieren.

Das ist dem Materialisten gemeinhin nicht gegeben, denn seiner (eigentlich unbegreiflichen) Auffassung zufolge, hat „der Mensch“ die einzig gültige Weltsicht. Denn er sei so klug.

Stellen wir uns dennoch einen Holzwurm vor – er würde den Tisch als eine Behausung begreifen. An dem Tisch, den wir kennen, müsste ihm nichts bekannt vorkommen. Weder unsere Auffassung von der stofflichen Art, noch der räumlichen Beschaffenheit des Tisches, müsste er teilen. Damit wir die Auffassung des Holzwurmes als relevant für unseren hohen Geist ansehen können, stellen wir uns vor, es handele sich um einen außerirdischen, sehr vernunftbegabten Holzwurm. (Doch … wozu in die Ferne schweifen? Ersatzweise können wir auch annehmen, der irdische Holzwurm habe irgendeine Art Vernunft – nur eben keine Vernunft menschlichen Zuschnitts, weshalb wir ja über dessen Vernunft auch keinerlei Aussage treffen können. Denken wir einfach, im Holzwurm sei die Vernunft Gottes – so wie in jedem Ding und jedem Geschöpf.)

Die Unendlichkeit der selbstreferenziellen Gedanken

Die Gedanken führen auf sich selbst zurück, weil das Ich nichts begreifen kann, wenn nicht mit den Begriffen, die es schon hat. Daher ist jeder Gedanke, den wir fassen können bedingt durch die Gedanken, die wir schon dachten. Wir können nichts beschreiben, wenn nicht  durch den Vergleich mit Bekanntem. Wir kommen daher auch hier wieder auf den unendlichen Selbstbezug des Kreises, bei dem man mit jedem Fingerkreisen einerseits dort ankommt, wo man begann. Andererseits ist jedes Fingerkreisen einzigartig, denn es gibt keine zwei „selben“ Punkte in der Raumzeit.

Was das Eine vom Anderen trennt ist der Unterschied – der Unterschied kann niemals „völlig gleich“ sein, denn das wäre das Ende des Einen, das sich vom Anderen unterscheiden muss, ums selbst Existenz zu erhalten.

Die Entdeckung: Englands Küste ist unendlich lang!

Mancher kennt das Paradox, demzufolge die Küste Englands immer länger wird, je genauer man misst. (Dasselbe Denkmodell lässt sich übrigens auf jeden Gegenstand anwenden … Englands Küste ist nur ein Beispiel für etwas sehr Allgemeingültiges)

Die Küste Englands ist definiert durch eine Küstenlinie, die England eingrenzt und umhüllt. Sandstrände. Doch überlegt man genauer, ist Englands Küste eigentlich definiert durch einzelne Sandstrände mit ganz unregelmäßigen Formen, durch viele kleine Buchten. Noch genauer überlegt liegen größere und kleinere Steine an den Stränden, schließlich könnte man auch sagen, es sind Sandkörner, die die Sandstrände der Küste formen …

Man kann die Küste Englands messen, indem man mit einem kilometerlangen „Zollstock“ die Länge abgeht und die große Küstenlinie abmisst. Oder, indem man jede Bucht, jeden Hafen, mit einem kleinen Zollstock genau ausmisst. Dann ist die Küstenlänge viel größer. Man kann diese Methode gedanklich immer weiter treiben. Man kann um jedes Sandkorn, das von Wasser umspült wird, mit einem ins unendlich Kleine gehenden Zollstock herum messen. Und man wird, in die Welt der immer kleiner werdenden Teilchen gelangend, eine beliebig lange Küstenlänge messen. Unendlich.

Wir sind beim selben Paradox, von dem wir auch sprachen, als wir von der Unendlichkeit des Alls redeten. Dieses Paradox lässt sich innerhalb der materialistischen Sichtweise nicht auflösen. Das All ist nicht die Summe von Teilen. Die Küste Englands ist nicht die Summe des Umfangs unendlich klein werdender Teile, nicht die Summe von Sandkörnern, die von Wasser umspült werden. Und auch nicht die Summe von Atomen und Subatomen, die die Sandkörner bilden.

Die Küste Englands ist eine Idee – ist eine Sichtweise. Eine Möglichkeit.

Infinitesimalrechnung

Mancher wird sich fragen, warum dann wohl mit der Infinitesimalrechnung der Umfang und der Flächeninhalt geometrischer Figuren sehr genau bestimmt werden kann? Die Infinitesimalrechnung geht doch ins unendlich Kleine, warum kommt dann niemals „Unendlich“ als Ergebnis der Infinitesimalrechnung zustande, wenn beispielsweise der Umfang eines Kreises, oder eine Küstenlänge, bestimmt wird?

Weil die Infinitesimalrechnung unseren Blick nachformt, der selbst bereits eine Abstraktion Gottes ist. Die Infinitesimalrechnung formt unser Denken nach – bildet nicht wirklich etwas Äußerliches ab, so wie wir uns das in der materialistischen Weltsicht vorstellten. Um auf das Beispiel von Englands Küste zurückzukommen: Das ist so ähnlich, als wenn wir mit einem Maßband, das durch seine Form und Struktur begrenzt ist, um die Küste Englands herum messen. So ein Maßband kann niemals jedes Sandkorn erfassen. Dafür bräuchten wir ein anderes Maßband. Die Infinitesimalrechnung ist so ein Maßband, das eine bestimmte Form annimmt, indem man mit ihr rechnet. Diese Form ermöglicht eine ganz bestimmte Form der Berechnung, eine bestimmte Sichtweise. Doch sie schließt eine Unendlichkeit an Sichtweisen gleichzeitig aus, begrenzt die Möglichkeiten anderer Sichtweisen. Erst wenn wir die Infinitesimalrechnung auf jedes Sandkorn anwenden würden, kämen wir zu einem anderen Ergebnis – doch das wäre verbunden mit einer anderen Weltsicht.

Was uns die Infinitesimalrechnung zeigt: Der ewige Zirkelschluss der Ideen, ihr Selbstbezug, bringt unsere Welt hervor. Die Art und Weise des Sehens bestimmt, was man sehen kann.

Der offensichtliche Widerspruch zwischen dem Paradox von Englands Küste, das ist der Widerspruch zwischen dem Sehen eines Dinges und der Feststellung, dass in diesem Ding Unendlichkeit ist. Das ist der Widerspruch zwischen unserer scheinbar so eindeutigen Sicht auf die Dinge, und der Erkenntnis, dass wir kein Ende finden können. Das ist der Widerspruch zwischen der Zahl Eins und dem Finden, dass wir die Eins bis in die Unendlichkeit aufteilen können … und erhalten immer wieder Eins. Ein Ding.

Das ist kein mathematisch auflösbarer Widerspruch! Sondern dieser Widerspruch, dieses Paradox, ist nur weltanschaulich auflösbar.

Die Entdeckung der Unendlichkeit in der Semantik

Ein sehr praktisches Beispiel ist es, wenn man sich die Welt als eine semantische Welt aus Begriffen denkt. Letztlich gibt es keinen Grund dies nicht so zu sehen, denn was wir über die Welt wissen, was wir über die Welt sagen können, drücken wir in Sprache aus, und unterliegen somit den Regeln der Semantik. Ein Wort gewinnt seine Bedeutung durch ein anderes Wort. Es gibt in dieser Kette der Bezüge kein Ende – Jedes Ding hat seine Wurzel im Unendlichen.

Denken wir an den Tisch, seine Kausalitäten, seinen Sinn, sein Ziel … Wenn uns jemand fragt, was ein Tisch ist, dann brauchen wir die Begriffe Holz, Stuhl, vielleicht Essen. Und so weiter. Jeder dieser anderen Begriffe ist wie ein Planet umgeben von weiteren Begriffen, die ihn wiederum erklären, begründen, ermöglichen. Man könnte diese Begriffe wie Objekte eines Universums sehen. Wir finden kein Ende dieses Universums. Die Objekte (Begriffe) erzeugen den Raum des Universums. Das Universum ist ein Raum, in dem universell alle Objekte sind.

Einen Raum ohne Objekte gibt es nicht. Ein Objekt, das nicht beobachtet wird, dem also nicht ein anderes Objekt gegenübersteht, gibt es nicht.

Denken wir uns den Tisch einfach als Teil des materialistischen Weltbildes … auch hier passiert das Gleiche, wenn wir den Tisch begründen wollen .. wir verlieren uns in der Unendlichkeit der Kausalitäten. Sie haben keinen Anfang und kein Ende. Letztlich geht der Tisch auf den Urknall zurück – doch der Urknall ist uns nicht wirklich ein end-gültiger Grund, sondern lediglich ein Paradox. Was war vor dem Urknall? Etwas, z.B. ein Urknall, kann doch nicht aus Nichts kommen (oder doch?)! Was löste den Urknall aus, aus welcher Notwendigkeit ergab er sich? Nichts hindert uns, außer unserer eigenen Begrenztheit, die Gründe für den Tisch weiterzudenken, über den Urknall hinaus, vor den Urknall zurück.

Die Unendlichkeit des Wortes „unendlich“

Die Unendlichkeit lässt sich auch sehr schön am Wort Unendlichkeit zeigen. Das Wort Unendlichkeit ist ein einzelnes Wort. So wie der Kreis eine scheinbar ganz einfache Figur ist. Ebenso die liegende Acht. Ebenso wie jedes Ding. Doch das Wort unendlich ist uns paradox, ist uns rätselhaft, ist uns unbegreiflich.

Es ist nur ein einfaches Wort. „Natürlich ist das Weltall unendlich.“ – wie leicht lässt sich das sagen! Wie leicht lässt sich das Wort schreiben. Wie leicht lässt sich ein  Foto des unendlichen Alls machen. Wir rechnen mit dem Unendlichen. X mal unendlich ist unendlich. Ein mögliches Ereignis in einem unendlichen Raum ist ein sicheres Ereignis. In einer unendlichen Raumzeit ist ein Affe, der Krieg und Frieden von Tolstoi aufschreibt, ein sicheres Ereignis. Eigentlich muss man sagen: eine Unendlichkeit literaturbeflissener Affen sind in einer unendlichen Raumzeit ein sicheres Ereignis.

Das Wort Unendlichkeit ist scheinbar einfach, scheinbar endlich, doch liegt darin in Wirklichkeit eine Unendlichkeit an Fragen und Sichtweisen.

Die Unendlichkeit meiner Beispiele

Schließlich und „endlich“ spüre ich die Unendlichkeit, indem ich diese Aufzählung aufschreibe. Ich könnte ewig so fortfahren, in dem ich die Unendlichkeit an jedem Ding, jeder Idee, jedem Wort, zeige. Doch was sind alle Dinge? Ich muss aufhören, denn ich selbst bin endlich, als Idee in einem nicht eingrenzbaren Kontinuum von Ideen. Als endliches Element einer Unendlichkeit.

Die Entdeckung der Unendlichkeit in allen Dingen was last modified: Februar 14th, 2017 by Henrik Geyer

Was ist Nonkonformismus? Nonkonformistische Seelenheilung

Nonkonformismus - schwarzes Schaf [SPID 4371]

Was ist Nonkonformismus? Nonkonformismus ist Unangepasstheit. Nonkonformismus ist der Gegenpol zu Konformismus, der Angepasstheit. Unangepasstheit/Angepasstheit – bezogen auf was? Bezogen auf die Gebräuche, Sitten, das „normale“ Denken der umgebenden Menschen.

 

Ist man ein Nonkonformist, wenn man heute Musik aus den 70ern hört? Mancher versteht das so. Aber Musik aus den 70ern zu hören ist im Grunde schon wieder eine Mode, zumindest in bestimmten Kreisen. Bezogen auf diese Kreise ist man kein Nonkonformist, sondern ein Konformist. Bezogen auf andere Kreise wiederum verhält es sich genau umgekehrt.

Man sieht, dass in einer unendlichen Bandbreite Nonkonformismus so ziemlich alles bedeuten kann. Doch wollen wir Nonkonformismus in seiner deutlichen Ausprägung anschauen, dort, wo er zu einer Unbequemlichkeit wird. Nonkonformismus als eine gewisse Unabhängigkeit des Denkens.

Was ist Nonkonformismus?

Mir fallen dazu einige Begriffe ein, die ich kurz besprechen will

Unbequemlichkeit

Nonkonformismus ist unbequem, denn es ist der dringendste Wunsch des Menschen, sich in Übereinstimmung zu befinden. Jedes offensichtliche Nicht-Übereinstimmen ist unbequem, versetzt in eine Opposition.

Einsamkeit

Sich in den Gegensatz zu anderen zu begeben, bedeutet, keine Zustimmung zu erhalten. Oft bedeutet es Einsamkeit.

Der Loner

Im Film ist der Nonkonformist der Einzelgänger, der unbeirrt von der Meinung der Vielen seinen Weg geht, sich nur auf sich verlässt. Das ist die Variante, in der der Nonkonformist als „gut“ erscheint – er hat den Mut zu tun, was andere nicht für möglich halten, und oft genug gelingt es ihm zu erreichen, was andere nie erreichen können, die artig auf die Zustimmung aller bauen.

Der Böse

Oft ist im Film der Nonkonformist auch der Böse, der sich in den Gegensatz zur großen Mehrheit begibt. Die Mehrheit empfindet das eigene Denken als richtig, daher erscheint das gegensätzliche Denken wie falsch, und auch als böse.

Mut

Es gehört Mut dazu, nicht Teil der Menge sein zu wollen. Die Menge sieht das nicht gern. Die Menge beurteilt richtig oder falsch nach der Maßgabe des eigenen Denkens. Das tut der Nonkonformist natürlich im Prinzip auch, doch verlässt er sich weniger darauf, was alle anderen für richtig halten, sondern befragt vor allem sich selbst.

Das Denken der Menge erscheint der Menge selbst als überaus richtig. In einem endlosen Zirkelschluss prüft die Menge „die Wahrheit“ an der Wahrheit der Menge – und kann so beim besten Willen zu keiner anderen Wahrheit kommen, als der der Menge.

 

Gleichgültigkeit

Es gehört wohl Mut zu nonkonformistischem Denken – man könnte das auch Gleichgültigkeit nennen. Wenn man einmal bestimmte Wahrheiten der Masse als falsch erkannt hat, wird es einem gleichgültig, was dieser oder jener dazu sagt.

Genaues Überlegen

Die Voraussetzung, seine eigene Wahrheit über die der Menge zu stellen, ist Arbeit und genaues Überlegen.

Umgekehrt bemerkt man, selbst arbeitend, fragend, eruierend, wie viele Menschen gewöhnlich damit zufrieden sind, dass irgendjemand zu ihnen sagt, eine Sache verhalte sich soundso. Auf ebendiese Weise wollen sie dieses „Wissen“ auch weitergeben.

Denken können sehr Wenige, aber Meinungen wollen Alle haben: was bleibt da anderes übrig, als daß sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Andern aufnehmen? – Da es so zugeht, was gilt noch die Stimme von hundert Millionen Menschen? – So viel wie etwa ein historisches Faktum, das man in hundert Geschichtsschreibern findet, dann aber nachweist, daß sie alle einer den andern ausgeschrieben haben, wodurch zuletzt alles auf die Aussage eines Einzigen zurückläuft.
Arthur Schopenhauer

Ignoranz, Zynismus

Zynismus ist eine Denkrichtung, die die Ablehnung der Werte der Menge beinhaltet. Nicht etwa, wie diese Menge glaubt, weil der Zyniker das Leben ablehnt (das ist ja der heutige Wortsinn von „zynisch“: ablehnend sein, die Werte missachtend etc.). Nein, ganz im Gegenteil. Sondern, weil er die Werte der Menge für falsch hält, und das Leben zu sehr schätzt, als sich falschen Werten hinzugeben.

Der Eremit

Der Eremit, der sich in eine Klause abseits der menschlichen Gesellschaft zurückzieht, ist ein Nonkonformist. Er koppelt sich weitgehend vom Denken der Gesellschaft ab, um die eigene, innere Wahrheit zu ergründen. Er nimmt dafür die Unbequemlichkeit des Einzelgängertums auf sich.

Geistige Gesundheit

Nonkonformismus ist ein guter Ansatz für Gesundheit, auch geistige Gesundheit.

Die Annahme, man müsse dem Denken der Masse immer gerecht werden, führt zu vielerlei Überforderungen. Erstens sind die Anforderungen oft unpassend, zweitens ist man selbst oft nicht in der Lage, bestimmte Leistungen zu erbringen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob man nun „Nicht-Können“ als körperliche Unfähigkeit, oder als ein Nicht-Wollen definiert. Meist läuft das auf ein- und dasselbe hinaus.

Im Grunde muss man sich darüber klar werden, dass es keine genaue Deckungsgleichheit geben kann, zwischen der Wahrheit der Masse und der eigenen Wahrheit. Die Lücke wird immer bestehen. Was es braucht, ist Mut zur Lücke.

Wer nicht akzeptieren kann, dass das eigene Denken stets auch in einem graduellen Widerspruch zum Denken aller anderen stehen muss, wer angepasst sein muss auf Biegen und Brechen, riskiert sein Glück und seine Gesundheit, nicht zuletzt seine geistige Gesundheit. Auch Burn-Out ist ein Phänomen, das von einem Angepasst-sein-Wollen ausgeht .. was es hier zur Heilung braucht, ist Nonkonformismus.

Was ist zu tun?

Keine „Macht des Guten“ sein wollen

Für den Normalmenschen hört es sich paradox an, aber, Nonkonformist zu sein bedeutet, nicht dauernd „der Gute“ sein zu wollen. Mut zum Bösen, wenn man so will.

Das Gute ist für die Menschen das, was sie als richtig sehen. „Richtig“  ist für jeden Menschen das, was er selbst für wahr hält, was er selbst tut, was er selbst denkt. Was er selbst denkt ist dem Konformisten gleich dem, was alle denken – sein wichtigstes Kriterium für Wahrheit ist, dass sie sich in Übereinstimmung befindet.

Daher bedeutet Nonkonformismus der Mut zum Bösen. Stimmt man nicht mit seinen Mitmenschen überein, macht man aus deren Sicht Dinge falsch, denkt falsch, und ist in der extremen Konsequenz auch der Böse.

Seinen Weg gehen

Man sollte einfach seinen Weg gehen, und versuchen, die eigene Position zumindest nicht immer davon abhängig zu machen, was irgendjemand sagt. Das ist Nonkonformismus.

Wichtig ist, was einem selbst gut tut. Dass das nicht jedem passt, ist selbstverständlich.

Freiheit

In seinem Wesen ist Nonkonformismus Freiheit. Geistige Freiheit ist Freiheit schlechthin. Für manchen ist es Freiheit, in einem Auto mit offenem Verdeck zu fahren. Aber da alles, was erlebt wird, gedacht werden muss, ist das entscheidende Kriterium für Freiheit die Freiheit der Gedanken. Und Freiheit der Gedanken ist viel mehr als die Fahrt in einem offenen Auto.

Konfrontation …

… sollte man dennoch meiden.

Was den Nonkonformisten von der Masse unterscheidbar macht, ist, was er tut und was er sagt. Nur wenn er selbst will, wird er unterscheidbar. Wer sich in die Konfrontation begibt muss kämpfen, leidet auch. In der Konfrontation des Nonkonformisten mit der konformistischen Mehrheit hat er wenig Aussicht auf irgendeinen Gewinn.

Ein Nonkonformist in diesem Sinne war der oben zitierte Schopenhauer. Man hielt ihn im zeitgenössischen Frankfurt (seinem Wohnort) für einen verkannten Niemand. Das ist nicht gerade sehr schmeichelhaft für einen der größten deutschen Denker.

Es hat für den Nonkonformisten wenig Sinn, sich der konformistischen Mehrheit anzudienen, auf die Zustimmung, gar das Lob jener zu hoffen.

Kannst du nicht allen gefallen durch deine Tat und dein Kunstwerk, Mach es wenigen recht; vielen gefallen ist schlimm.

Friedrich von Schiller

 

Was ist Nonkonformismus? Nonkonformistische Seelenheilung was last modified: November 24th, 2016 by Henrik Geyer

Menschlichkeit – was ist menschlich?

Über Menschlichkeit - Donner Gruppe - gefällte Baumstämme, Höhe des Schnees [SPID 4372]

Neulich las ich ein Buch, das mich über den Begriff Menschlichkeit nachdenken ließ.

1846, zur Zeit der Besiedlung des amerikanischen Westens

Es ist die historisch verbürgte Geschichte der Donner-Gruppe, eines Wagentrecks von ca 90 Emigranten, die, 1846 über die Rocky Mountains ziehend, Californien erreichen wollten um dort zu siedeln. Durch Verzögerungen geriet man in die früh beginnenden Winterstürme in den Bergen. Der Wagenzug schneite ein, es kam durch den während der Wintermonate sich immer verschärfenden Hunger zu Kannibalismus unter den Siedlern. Ich möchte eine kurze Textpassage aus dem Buch History of the Donner Party, a Tragedy of the Sierra anfügen.

Relativität der Moralbegriffe – Menschlichkeit

Ich möchte nicht, auf Grund des Textes, irgendeine Wertung abgeben. In philosophischer Weise möchte ich lediglich die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass das, was man menschlich nennt, letztendlich sehr abhängig ist von Umständen, in denen sich Menschen befinden. Ob nun „Du sollst nicht töten!“ universelle Gültigkeit hat oder haben muss, lässt sich aus einer komfortablen Situation heraus immer leicht sagen. Doch die Moral, die Wahrheit, entsteht aus dem Erleben des Konkreten, nicht umgekehrt. Die Moral, die Menschlichkeit – das sind flexible Begriffe. Man könnte es auch so sagen: Wer nie erleben möchte, wie die menschlich-moralischen Grundbegriffe gedehnt werden und schließlich in Scherben gehen, muss darauf achten, in welche äußerliche Situation er sich begibt. Wohl wissend, dass man es ja keineswegs immer in der Hand hat, in welche Lage man gerät. Dem Text vo History of the Donner Party, a Tragedy of the Sierra folgend könnte man sagen, dass es Menschlichkeit ist, immer das Notwendige zu tun. Aber für welches Tier würde das nicht gelten?

Zum Verständnis:

Ein kleines Rettungsteam hatte dem feststeckenden Wagenzug Nahrung gebracht, noch bevor der Zugang völlig zuschneite. Zu dem Rettungsteam gehörten zwei Indianer. Diese gebrachte Nahrung war schnell verbraucht. Wieder drohten die Menschen zu verhungern.

Unter den Eingeschneiten formierte sich eine Gruppe von 16, die die nahen höchsten Gipfel der Rockys überwinden, und auf der anderen Seite um Hilfe bitten sollten. Diese Maßnahme erschien auch deshalb notwendig, um die geringen Nahrungsvorräte im Camp zu entlasten.

Als Führer dieser Menschen erboten sich die zwei Indianer, die den Weg zu den nächstgelegenen Siedlungen auf californischer Seite kannten.

Nachdem die Gruppe einige Tage unter den schwersten Bedingungen unterwegs war, die Nahrung ausgegangen war, und die Menschen nah am Verhungern waren, kam es zu Kannibalismus. Von den auf dem Weg an Kälte und Hunger Gestorbenen wurden Fleischstücke abgeschnitten und verzehrt.

Die Indianer entfernten sich von der Gruppe der Weißen, wohl auch deshalb, weil sie mitbekamen, dass die Weißen die Absicht hatten, die Indianer zu töten und zu verspeisen. Dennoch führten die beiden Indianer die Weißen weiter, diese von Ferne leitend.

Die Indianer, die selbst nichts zu essen hatten, erschöpften ihre Kräfte, legten sich schließlich auf den Schnee, unfähig noch weiter zu gehen.

Hier die gewählte Passage aus dem Buch:

Sie waren unfähig, sich zu bewegen (die Rede ist von den beiden Indiandern), als die verhungerten „Sieben“ (die verbliebene Anzahl der Weißen dieser Rettungsgruppe betrug nur noch sieben) vorbeigingen. Jawohl! Vorbeigingen, denn die hungernden Emigranten passierten die armen Burschen (die Indianer) lediglich, unfähig sie des kleinen Funkens von Leben zu berauben (was ja eigentlich ihre Absicht gewesen war), der noch in deren geschundenen Körpern war.

Sie gingen noch etwa zweihundert Yards. In wenigen Stunden, vielleicht noch in derselben Nacht, würden sie Hungers sterben. Schon begannen die entsetzlichen Phantasien des Hungerdiliriums vor ihren eingesunkenen Augen zu tanzen. Bevor noch die Indianer aufhören würden zu atmen, wären einige der Sieben rettungslos verloren. Es waren zwei Männer und fünf Frauen. William Foster sah, dass seine Frau, die ihm alles bedeutete, sich schnell dem Tode näherte. Um sein Leben zu retten hatte sie, die geheiligten Instinkte der weiblichen Natur überwindend, ihm Nahrung von Fosdicks Körper abgeschnitten und gebracht. (Fosdick war einer der auf dem Weg Gestorbenen).

Sollte nun er lediglich dabei zusehen, wie sie den schrecklichsten aller Tode stirbt? Leser, begib dich an seine Stelle! Tapfer, edel, heldenhaft, voller löwenhafter Tatkraft, war William Foster zu keiner Zögerlichkeit fähig. Man denke an seine Lage! Auf dem Schnee lag hilflos Mrs. Pike, die Frau, die er unabsichtlich zur Witwe gemacht hatte. Ihre Kinder starben in den zurückgelassenen Hütten (des Camps am Donner Lake, das die Gruppe verlassen hatte). Sein eigener Junge war in diesen Hütten. Seine Kameraden, seine Frau, waren im letzten Stadium des Verhungerns. Er selbst starb.

Eddy (der andere Mann in der Gruppe) hatte nicht genügend Nerven, die Frauen konnten nicht, so musste William Foster! War das Mord? Nein! Jedes Gesetzbuch, jedes Prinzip des höheren Rechts, Selbsterhaltung, jedes Diktat des Rechts, der Vernunft, oder der Menschlichkeit, verlangten die Tat.

Die Indianer waren jenseits aller Hoffnung auf Wiederherstellung. Sie konnten ihre Köpfe nicht von dem Bett aus Schnee heben, auf dem sie lagen. Es war nicht nur zu rechtfertigen, es war sogar Pflicht, es war eine Notwendigkeit.

Als er zu ihnen zurückkam sagte er ihnen, er würde sie töten. Sie stöhnten nicht und kämpften nicht, als sie begriffen, dass ihr schwelendes Leid nun enden würde. Man hörte zwei Schüsse. Die „verzweifelte Hoffnung“ (so nannte man die Rettungsgruppe, zu der auch Foster gehörte) würde nun diejenigen retten können, die am Donner Lake zurückgeblieben waren.

 

englisches Original:

They were unable to move when the famished „Seven“ passed. Yes, passed! for the starving emigrants went on by the poor fellows, unable to deprive them of the little spark of life left in their wasted bodies. Traveling was now slow work for the dying whites. They only went about two hundred yards. In a few more hours, perhaps that very night, they would die of starvation. Already the terrible phantasies of delirium were beginning to dance before their sunken eyes. Ere the Indians would cease breathing some of the Seven would be past relief. There were two men and five women. William Foster could see that his wife—the woman who was all the world to him—was fast yielding to the deadly grasp of the fiends of starvation. For the sake of his life she had stifled the most sacred instincts of her womanly nature, and procured him food from Fosdick’s body. Should he see her die the most terrible of deaths without attempting to rescue her? Reader, put yourself in this man’s place. Brave, generous, heroic, full of lion-like nobility, William Foster could not stoop to a base action.

Contemplate his position! Lying there prostrate upon the snow was Mrs. Pike, the woman whom, accidentally, he had rendered a widow. Her babes were dying in the cabins. His own boy was at the cabins. His comrades, his wife, were in the last stages of starvation. He, also, was dying. Eddy had not nerve enough, the women could not, and William Foster must-what! Was it murder? No! Every law book, every precept of that higher law, self-preservation, every dictate of right, reason or humanity, demanded the deed. The Indians were past all hope of aid. They could not lift their heads from their pillow of snow. It was not simply justifiable—it was duty; it was a necessity. He told them, when he got back, that he was compelled to take their lives. They did not moan or struggle, or appear to regret that their lingering pain was to cease. The five women and Eddy heard two reports of a gun. The „Forlorn Hope“ might yet save those who were dying at Donner Lake.

 

 

Noch ein paar interessante Details:

  • Durch den geschilderten Kannibalismus gelang es einigen die nächstgelegene Siedlung zu erreichen. Dies brachte auch vielen Rettung, die am Donner Lake noch der Hilfe harrten. Frauen, kleinen Kindern … Die Schilderung der Ereignisse ist sehr tragisch und bewegend.
  • Das Bild oben, Wikimedia entnommen, zeigt Bäume, die zur Brennholzgewinnung von den im Schnee Eingeschlossenen gefällt wurden. Auf der Schneefläche stehend schlugen sie mit der Axt die Stämme durch. Die Höhe, in der die Baumstämme abgetrennt wurden, geben einen Hinweis auf die Höhe des Schnees, der die Menschen umschloss.
  • Das hier zitierte Buch entstammt der Zeit, als die Überlebenden des Donner-Trecks noch lebten und selbst Zeugnis gaben.
  • Mark Twain schrieb eine Persiflage auf die hier beschriebenen Ereignisse, eine Kurzgeschichte namens „Kannibalismus auf der Eisenbahn“. Das in Twains Geschichte wirklich Makaber-Lustige ist, wie die auf einer Eisenbahnstrecke Eingeschneiten in einer Art Gerichtsverhandlung mit Anwälten und Verteidigern, und in wohl gewählten Worten, darum streiten, wer als Nächstes verspeist werden solle. Die zum Verspeisen Vorgesehenen geben dabei ihren Bedenken Ausdruck, ob wohl eine solche, sie selbst betreffende Entscheidung richtig sei. Sie tun das, indem sie völlig objektive Gründe vorbringen …  Twains Geschichte berührt die hier eingangs gestellte Frage: Was ist Menschlichkeit? Wie dünn ist die Schicht der ethischen Selbstgewissheit des Menschen, die ihn, wie er selbst meint, anderem Leben moralisch überlegen macht?
  • Das Buch History of the Donner Party, a Tragedy of the Sierra ist bei Amazon kostenlos erhältlich.

 

 

Menschlichkeit – was ist menschlich? was last modified: November 25th, 2016 by Henrik Geyer

Glück suchen … es gibt so viel Welt zu sehen

Frühstück bei Tiffanys mit Audrey Hepburn als Holly [SPID 3972]

Den Film Frühstück bei Tiffany’s kennen bestimmt viele, und viele werden ihn in’s Herz geschlossen haben, so wie ich.

Es ist eigentlich kein „spiritueller“ Film, sondern, wie man so schön sagt, eine „leichte Filmkomödie“. Aber für mich ist „spirituell“, was eine besondere, tiefere Bedeutung in den Gedanken gewinnt. Und dieser Film, den ich oft sah, und dessen Melodie ich oft hörte, hat das: eine tiefere Bedeutung.

 

Holly Golightly ist ein Callgirl, eine Prostituierte, im New York der 50er Jahre. Im Film ist Holly, gespielt von der bezaubernden Audrey Hepburn, allerdings so blütenweiß und so rein, dass man diesen Aspekt der Geschichte von Truman Capote eigentlich gar nicht bemerkt. Holly scheint lediglich etwas leichtsinnig zu sein, der Name Golightly hat auch den Anklang von Leichtlebigkeit, von Nichts-wichtig-Nehmen.

Holly ist fest entschlossen, ihr Glück durch Heirat eines reichen Mannes zu machen. Liebe, meint sie, spiele dabei keine Rolle. Sie lernt einen jungen Schriftsteller namens Paul kennen, der sich in sie verliebt, und sie verliebt sich in ihn, will es sich aber nicht eingestehen.

Paul sieht nicht gern, womit Holly ihr Geld verdient. Doch die macht ihm schnell klar, dass er gar nicht so verschieden von ihr ist – im Grunde führt er das Leben eines Gigolo. Denn er lebt von Gnaden einer reichen Frau: wohnt in ihrer Wohnung, nimmt ihr Geld. Als Schriftsteller jedenfalls verdient er (noch) nichts.

Glücks-Sucher

Die beiden, Holly und Paul, sind zwei Glücks-Sucher, jeder auf seinem eigenen, abenteuerlichen Weg.

Holly glaubt, sich nicht festlegen zu dürfen. Sie könnte alles sein, was zu sein man von ihr erwartet. Sie will im Gegenzug nur eins: reich sein.

Konsequenterweise lebt sie ein Leben auf Abruf, nichts lässt sie sich ans Herz wachsen. Der Kater, der bei ihr „nur wohnt“, und mit dem sie, wie sie sagt, ansonsten nichts zu tun hat, ist eine Metapher für ihr freies Denken. Sie hat dem Kater noch nicht einmal einen Namen gegeben, und nennt ihn nur … Kater.

Auch den Schriftsteller Paul will sie nicht in ihr Herz lassen, denn der hat ja nichts.

Moon River von Henry Mancini

Eine geniale Facette des Filmes ist die Filmmusik von Henri Mancini.  Henri Mancini war ein großer Film-Komponist, er erschuf z.B. auch das Thema des Films „Der rosarote Panther“.

Der Song „Moon River“, so befand Henry Mancini einmal, ist von Audrey Hepburn auf die bestmögliche und gelungenste Weise vorgetragen worden, obwohl es sicher tausend Interpretationen dieses Liedes gibt. „Moon River“ ist traurig-schön. Die Verse drücken den Aspekt des Suchens und der Sehnsucht aus. Sie spielen mit den Wortbildern des amerikanischen Selbstverständnisses.

Der Mondfluss ist jener geheimnisvolle Schicksalsstrom, den zu bereisen gleichsam das Abenteuer des Lebens ist. Hinter jeder Flussbiegung kann das Glück warten („waiting round the bend“) – man muss sich nur auf das Abenteuer einlassen. Ähnlich  Huckleberry Finn (my Huckleberry friend), der tausend Kilometer auf einem Floß den Mississippi hinunter fährt, um Freiheit und Glück für sich und seinen Freund Jim zu finden. Huckleberry und Jim sind zusammengeschmiedet, durch ihre Sehnsucht und ihre Suche, und ganz ähnlich sind auch Holly und Paul Schicksalsgenossen. Sie sind Herumtreiber, die sich auf den Weg gemacht haben, die Welt zu sehen … und es gibt so viel Welt zu sehen! Wozu sich festlegen? Reisen bedeutet, Dinge und Orte zu verlassen; besser man reist mit leichtem Gepäck.

Two drifters off to see the world
There’s such a lot of world to see
We’re after the same rainbow’s end
Waitin‘ round the bend
My Huckleberry friend

Eines Tages wird Holly erreichen, was sie sich vorgenommen hat, wird den Fluss in Reichtum und Glück befahren (crossing you in style, some day), da ist sich Holly sicher. Sie und Paul haben die gleichen hochfliegenden Pläne, beide wollen zum Ende des Regenbogens gelangen. Eine schöne Metapher für Glück – das Ende des Regenbogens ist ein verführerisch scheinender Ort, jedoch kann man ihn nicht erreichen … jedenfalls nicht, indem man ihm nachjagt.

Glück ist nicht Suchen

Zum Ende des Films findet Holly was sie sucht: einen reichen Mann zum Heiraten. Alles scheint perfekt, und doch ist sie unglücklich. Der reiche „Knilch“ bedeutet ihr nichts, und sie bedeutet ihm ebenso wenig. Dennoch ist sie entschlossen, ihr Vorhaben umzusetzen. Zum Zeichen ihrer Entschlossenheit überlässt sie „Kater“ seinem Schicksal – auch er soll sich umorientieren, so ist eben das Leben! Im strömenden Regen, zwischen Mülltonnen und alten Kisten soll er sich von Ratten ernähren.

Paul, der das sieht, lässt es nicht zu, und erklärt Holly, dass Glück Ankommen ist. Wertschätzen der Dinge und Menschen, aber nicht unstete Suche. Glück kann man daher in sehr einfachen Dingen finden. Wo man wertschätzt, und wo man wertgeschätzt wird, da ist man auch glücklich. Glück muss man nicht in der Welt suchen, sondern in sich.

Holly sieht das ein, und sucht Kater. Sie findet ihn völlig durchnässt zwischen Müll, nimmt ihn an sich. Im strömenden Regen bahnt sich das Happy End an – man darf vermuten, dass Holly ihren reichen „Knilch“ nicht heiratet, sondern Paul, und dass „Kater“ endlich einen richtigen Namen bekommt.

Weiterlesen: Verloren wie Tränen im Regen.

 

Weiterlesen: Schätzen, was man hat. Wertschätzen.

Ähnliches Thema: Artikel Schätzen, was man hat. Wertschätzen und dankbar sein, wer – man ist und wie man ist

Ähnliches Thema: Glücklich sein – wie geht das? Völlig idiotisch glücklich sein!

Glück suchen … es gibt so viel Welt zu sehen was last modified: September 19th, 2016 by Henrik Geyer

Glück ist was für Pilze

Glückspilze [SPID 3620]

Glück ist was für Pilze, hatte ich auf einen Zettel geschrieben, weil ich den Ausspruch witzig fand.

Meine Tochter hat noch etwas hinzugefügt, das, wie ich finde, schön und passend, und gleichzeitig chaotisch und innovativ ist. Hier der Text:

 

 

Glück ist was für Pilze

… und für Blumen, Gräser, Häuser, Seen, Kissen, Elefanten, Mückenspray, Burger, Uhren, Kuscheltiere, Cremes, Nasen, Dächer, Zeitungen, Mamas, Hüte, Fahrräder, Spiele, Schulen, Hosen, Bücher, Achseln, Lampen, Berge, Tiere, Räder, Mikrofasern, Oxidationen, Elemente, Hefter, Umschläge, Patronen, Papas …

Mich!

und dich?

 

Glück is was für Pilze [SPID 3613]

Glück ist was für Pilze was last modified: August 15th, 2016 by Henrik Geyer

Zynismus – Verzicht auf das Mehr!

Zynismus: Nachdenklich liegt in seiner Tonne, Diogenes hier an der Sonne.

Das Wort Zynismus bedeutet nach heutigem Verständnis das die (hohen) Werte der Gesellschaft Ablehnende. Ein Zyniker schätzt gering, was allgemein hoch geachtet ist, tut es ab, und ist so (nach außen nicht immer erkennbar), der soziale Paria der Gesellschaft.

Das Wort Zynismus entstammt der Denkrichtung der Zyniker der griechischen Antike. Es ist eine Philosophie, die durch materiellen Verzicht Reinheit und Unabhängigkeit zu erreichen suchte – ein Gedanke, der, weil er auch etwas Zwingendes hat, immer wieder in der Geschichte auftaucht, man denke nur an Franz von Assisi, an Jesuiten, an die Fastenbewegung heute …

Siehe auch: Wenn du frei sein willst, nimm dir Zeit

Zynismus (Kynismus) leitet sich vom griechischen Wort für Hund ab – es bedeutet Hündigkeit, leben wie ein Hund, wegen der dem Kynismus eigenen Bedürfnislosigkeit.

Zynismus ist ursprünglich nicht negativ

Weil sich der zynische (kynische) Philosoph (jedenfalls ursprünglich) allem möglichen Ungemach aussetzte, um seine hohen Ideale der Natürlichkeit und Freiheit zu erreichen, kann man ihn nicht eigentlich abtuend oder negativ im heutigen Sinne nennen.

Bekanntestes Beispiel für einen Zyniker im klassischen Sinne ist Diogenes von Sinope. In einer herrlich gezeichneten Bildgeschichte von Wilhelm Busch ist er das arme Mobbingopfer zweier böser Buben. Da er als „Dach überm Kopf“ lediglich ein Weinfass sein eigen nennt, ist er deren Angriffen auch relativ schutzlos ausgeliefert. Doch trotz (oder gerade wegen?) der Gewaltlosigkeit des Diogenes enden die Angriffe der Buben für diese schlimm, für Diogenes hingegen gut.

Eine weitere amüsante Geschichte ist, als Diogenes durch eine Volte des Schicksals in Gefangenschaft gerät und als Sklave teuer verkauft werden soll. Von Kaufinteressenten gefragt, was er denn besonders gut könne, antwortete er: „Ich kann besonders gut Befehle geben. Wer also Interesse hat sich hier einen Herrn einzukaufen, der möge zuschlagen.“

Eine weitere bekannte Anekdote ist der Besuch des berühmten Feldherrn Alexander (des Großen) bei Diogenes. Alexander war erstaunt gewesen, warum Diogenes ihm nicht seine Aufwartung gemacht hatte, wie es bei der Anwesenheit des Königs alle taten, die in der Stadt ein gewisses Ansehen hatten. So kam nun Alexander zu Diogenes und fand ihn müßig in der Sonne liegend vor. Alexander begrüßte ihn und fragte: „Wenn du dir etwas von mir wünschen könntest, was würdest du dir wünschen?“ Diogenes antwortete: „Dass du mir aus der Sonne gehst.“

 

Das Gesagte macht deutlich, dass Zynismus in Bezug auf die Freiheit anspruchsvoll ist, was eine Abkehr von den Werten der Gesellschaft als Notwendigkeit mit sich bringt.

Zynismus ist im Ursprung aber nicht bösartig, nicht gemein, nicht zerstörerisch. Sondern in gewisser Weise konstruktiv. Vielleicht muss sich die Gesellschaft wandeln, sich abkehren von der ewigen Logik des Mehr! und immer Mehr! In diesem Fall würde wohl eine Spielart des Zynismus eine der Welt wohltuende Renaissance erleben.

 

Weiterlesen: Beitrag Verantwortung für die Welt übernehmen

Siehe auch: Artikel Wachstumswahn – wie viel ist genug? Ist ein Ende des Wachstums erst dann erreicht, wenn wir die Schnauze voll haben?

Siehe auch: Artikel Ist der Mensch die Krankheit der Welt? Zerstörung der Erde – Heilung der Erde.

 

 

Zynismus – Verzicht auf das Mehr! was last modified: Mai 17th, 2016 by Henrik Geyer

Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Du hast Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast.Antoine de Saint-Exupéry

Du hast Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast… Was bedeutet dieses wunderschöne und vielsagende Zitat von Antoine de Saint-Exupéry?

Im Text

Im Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry? – einem wunderschönen Kinderbuchklassiker – begegnet der kindliche Held, der kleine Prinz, einem Fuchs. Der Fuchs erklärt dem kleinen Prinzen seine Weisheit: die Dinge der Welt, was es auch sei, beispielsweise die Freundschaft zwischen beiden, die Freundschaft eines Jungen zu dem einen Fuchs als nur einem unter tausenden Füchsen … macht den Fuchs und den Jungen füreinander so besonders. Ebenso der Anblick der einen Rose, als einer unter tausenden, macht diese eine Rose zu etwas Besonderem.

 »Adieu«, sagte der Fuchs. »Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.«

»Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

»Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.«

»Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe …«, sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

»Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Fuchs. »Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich …«

»Ich bin für meine Rose verantwortlich …«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

Ähnliches Thema: Artikel Man sieht nur mit dem Herzen gut. Die Bedeutung dieses wunderbaren Zitates

Verantwortung tragen

Verantwortung – d.h. die Fähigkeit und die Verpflichtung, bzgl. einer Sache zu antworten, Zeugnis abzulegen, zuständig zu sein. Ebenso im Englischen: Responsibility – die Verantwortung. Response – die Antwort.

Antworten – wem gegenüber? Vielleicht einer höheren Instanz. Vielleicht dem Schöpfer. Vielleicht dem eigenen Gewissen gegenüber.

Das  Leben wird bestimmt durch das, was man kennt

Was immer wir kennenlernen – das Fremde – es kann uns nie völlig fremd sein. Es enthält immer Anteile von uns selbst, denn wir sehen alles durch die Brille der eigenen Begriffe, also dessen, was wir bereits wissen, was wir kennen, bzw. der Worte über die wir verfügen.

Es ist die Funktionalität unseres Bewusstseins, dass letztlich jeder die ganz eigenen Vorstellungen von der Welt hat (Ich-Universum).

Man kann nicht alles kennen, man kann nicht alles kennenlernen

Unsere Welt endet dort, wo die Aufmerksamkeit endet. Unsere Welt endet dort, wo unsere Zeit endet. Unsere Welt endet dort, wo unsere Begriffe für die Welt enden.

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
Ludwig Wittgenstein

Sich dieser Begrenztheit bewusst zu werden, sich des schmalen Grates der Aufmerksamkeit bewusst zu werden, mit der ein jeder die Welt sieht, bedeutet, die Welt, so wie sie sich gerade im Augenblick darstellt, schätzen zu lernen. Sich der Verantwortung bewusst zu werden, Aufmerksamkeit zu schenken. Wem schenkt man sie? Welche Sache, welches Thema ist wichtig genug, dass man damit die kostbare Lebenszeit verbringt?

Umgekehrt bedeutet es Vergebung, Absolution, und damit ein Stück Seelenfrieden: man kann nicht für alles Verantwortung tragen – des Menschen Welt ist begrenzt. Wer klug ist akzeptiert das und weiß es zu nutzen, anstatt daran zu verzweifeln.

Wir Menschen können ohnehin nur kleine Dinge tun. Aber wir können diese kleinen Dinge mit Liebe tun.
Mutter Theresa

Spirealismus

Nebenbei gesagt ist der Grundsatz, dass es nichts Objektives gibt, und dass daher im Umkehrschluss die Dinge aus der individuellen Betrachtung erst ins Entstehen kommen, ein spirealistischer. Insofern erklärt sich das Geheimnis des Fuchses als die Funktionalität unseres Bewusstseins: Wir beurteilen die Dinge immer nur mit den eigenen Begriffen; sie (die Dinge) können uns nie etwas anderes sein, als das Resultat der eigenen Anschauung. Was wir denken, worauf wir uns fokussieren, womit wir vertraut werden – das ist unsere Welt.

Sich dieser Tatsache bewusst zu werden, dazu fordert der Fuchs auf. Ebenso dazu, die Verantwortung zu sehen, was man sich im Leben vertraut macht. „Alles“ kann es nie sein. Was man sich vertraut machen kann, das ist immer nur wenig, ist immer nur begrenzt.

Zugleich fordert der Text auf, diese Begrenztheit anzunehmen, sie mit Liebe und bewusster Verantwortung zu erfüllen.

Wir selbst, wie auch die Dinge, kommen als Relation in das Entstehen.

Als Beispiel hierfür möchte ich ein Kind anführen. Es spürt die Liebe und Wertschätzung, die man ihm gegenüberbringt und es wächst daran. Sein Selbstbild – und damit letztlich alles, was ihm im Leben widerfahren kann – bildet sich aus dem, was es aus seinem Gegenüber (besonders den Eltern) über sich selbst erfahren kann. Wenn man sich als Eltern dieser Tatsache bewusst ist, dann kann man diese Verantwortung besser spüren, man kann die gegebene Zeit mit Liebe und Glück erfüllen. Man wird sich wohl gleichzeitig der Begrenztheit dessen, was man überhaupt in der Lage ist zu tun, sehr bewusst werden, und wird sich umso mehr freuen, dass man Zeit mit einem geliebten Wesen verbringen darf …

 

Weiterlesen: Beitrag Danke sagen – sag „danke“ zur Welt und erhalte ein „gern geschehen“

Weiterlesen: Glaube Liebe Hoffnung – ohne Glauben geht nichts

Ähnliches Thema: Beitrag Schätzen, was man hat. Wertschätzen und dankbar sein, wer – man ist und wie man ist

Verantwortung für das, was du dir vertraut gemacht hast was last modified: Juni 1st, 2016 by Henrik Geyer

Vegetarier sein – wozu?

vegetarier werden

Vegetarier sein … sollte man. Warum eigentlich? Was mich dazu treibt, Vegetarier sein zu wollen.

Wie es kam

Als Junge hatte ich, wie wohl alle Kinder, das Gefühl, dass die Tiere von den Menschen ausgenutzt und gequält werden. Dieses Gefühl verflüchtigte sich allmählich, denn soundso viele Ältere erklärten, begründeten, sagten, es sei nicht so.

Ich wurde Fleischesser, wie alle. Der beste Steakfreund, häufig haben wir gegrillt. Kann daran etwas Verwerfliches sein – das machen doch alle so? Ist es nicht der natürliche Lauf der Dinge, sind dafür denn die Tiere nicht da?

eine Umstellung im Leben

Durch einen persönlichen Schicksalsschlag, der auch der Ausgangspunkt für mein Schreiben war, verstand ich irgendwann, dass der Mensch vom Bewusstsein eigentlich recht wenig versteht. Wie wenig, ist ihm eben nicht bewusst. Dass er glaubt, viel davon zu verstehen, ist bereits Teil des Problems.

Jedenfalls wurde mir zu diesem Zeitpunkt auch klar, dass alles das, was der Mensch über das tierische Bewusstsein zu sagen hat, meistenteils Unsinn sein muss.

Kindermund

Insofern nahm ich nun mit einer höheren Bereitwilligkeit auf (als ich es wohl vorher getan hätte), was auch unsere Kinder davon anfingen: Tiere zu essen sei eigentlich nicht moralisch. Die Kinder waren auch eher bereit, aus diesem, von ihnen erkannten Missstand, Konsequenzen zu ziehen. Sie wollten kein Fleisch essen, wollten Vegetarier sein. Keine Wurst, kein Steak, keine Buletten. Mit Erstaunen nahm ich zur Kenntnis, wie einfach das offenbar ist, dass man seine Überzeugung zur Tat werden lässt.

Und es war auch erstaunlich, dass die einfache Wahrheit meiner Jugend, in späteren Jahren und mit neuen Einsichten, zu mir zurückkommt. Kann der direkte und einfache Gedanke manchmal auch der wahre sein?

Weil ich nun besser verstand, was meine Kinder meinten, aber auch, weil es einfacher ist, den Kindern nachzugeben als mit ihnen herumzustreiten, haben wir seitdem weniger und weniger Fleisch gegessen. Es gibt so vieles, was ebenfalls ganz wunderbar schmeckt – Fleisch muss eigentlich gar nicht sein! Seitdem wenig davon im Haus ist, essen wir größtenteils einfach keins – und das ist völlig ok.

Vegetarier sein geht also, im Prinzip. Und es ist wahrscheinlich sogar die gesündere Lebensart. Eigentlich ist doch klar, dass diese Überfülle der heutigen Zeit, auch die Überfülle der Fleischtheke, völlig unnatürlich ist, und sicher auch ungesund.

Vegetarier werden, aus Überzeugung

Ich habe inzwischen vieles gelesen und gehört, dass mich zu der Überzeugung bringt: Wir wissen nicht, was wir tun.

Unsere Überzeugungen, die Tiere könnten „nur“ dies oder jenes denken, stimmen nicht. Solche (Ab)Wertungen sind ja scheinbar immer schnell bei der Hand, wenn das Gewissen beruhigt werden soll. Im Dritten Reich waren es die Juden, die angeblich nicht wert waren … und so weiter. Was mit ihnen geschah, war angeblich egal – kümmere dich nicht drum! Das millionenfache Leid ist nicht überliefert, die schrecklichen Höllen … nur manchmal, aus den Erzählungen weniger Überlebender, ist es  nachvollziehbar.

Was ist nun mit unseren stummen Mitlebewesen? Von ihnen hört man keine Klage, sie haben keine Lobby, sie haben keine Rechtsvertretung. Heißt das, sie leiden nicht?

Für mich nicht. Für mich ist, was mit ihnen geschieht, eine der vielen Höllen, die die Menschen in der Lage sind, zu bereiten. Und die Menschen sind dabei völlig unschuldig, denken sich nichts dabei! Wichtig ist dem Menschen nur sein eigenes Leid.

Ich habe niemals an diese Millionen von still und geduldig ertragenen Leiden denken können, ohne von ihnen bedrückt zu werden. Wenn der Mensch so viel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn er selbst leidet?

Romain Rolland

Siehe auch: Artikel Apokalypse – Offenbarung. Der ewige Kreislauf der unschuldigen Sünde

Temple Grandin

Temple Grandin ist eine Bücher-schreibende Ingenieurin, die sich auf die Konzeption von Schlachthöfen spezialisiert hat, und insofern als Autorität gilt. Sie ist übrigens Autistin und sagt selbst, dass sie ein besseres Verständnis für die Tierpsyche habe, als der „Normalmensch“, was ihr wiederum bei ihrer Ingenieur-Arbeit zugute kommt.

Sie schildert in einem ihrer Bücher, wie Rinder geschlachtet werden (zumindest bevor Grandin in den Schlachthöfen für ein Mindestmaß an Menschlichkeit/Tierischkeit sorgt). Die Rinder werden bei lebendigem Leib an den Hinterläufen aufgehängt, damit man ihnen am Fließband die Kehle durchschneiden kann. Die Hinterläufe brechen häufig – aber das spielt in der Fleischproduktion natürlich gar keine Rolle. Time is money, is ja am Ende eh Wurscht!

Wer Tiere quält, ist unbeseelt und Gottes guter Geist ihm fehlt. Mag noch so vornehm drein er schaun, man sollte niemals ihm vertraun.
Johann Wolfgang von Goethe

Was in der Fleischproduktion geschieht, weiß kein Mensch, denn die Menschen wissen sich und ihren Geist zu schützen: sie wollen es gar nicht wissen.

Als ich das las, war es mir abstoßend – man weiß ja insgeheim, dass es stimmt! Man überlegt sich einfach dreimal, ob man so etwas unterstützen will, indem man weiterhin Fleisch „genießt“, oder ob man nicht lieber Vegetarier werden will. So war es jedenfalls bei mir. Mein Vegetarier-Sein ist nicht vollständig, ist nicht perfekt. Es ist aber immerhin ganz anders als vorher, als ich bedenkenlos „genoss“. Der Gedanke daran, was hinter den Kulissen abläuft, nimmt den Appetit. Das rettet vielleicht nicht gerade die Welt. Aber man möchte an einem bedenkenlosen, kaputten System, so wenig wie möglich Teil haben. Ich denke, auch das nützt etwas – auch wenn es nicht viel ist.

Wie wichtig ist es doch, sich bei Delikatessen und ähnlichen Speisen vorzustellen, dass dieses die Leiche eines Fischs, jenes die Leiche eines Vogels oder Schweines ist, ebenso, dass der Falerner der Saft einer Traube ist und das Purpurgewand die Wolle eines Schafes mit Blut einer Muschel benetzt.
Mark Aurel

 

 

Lesen Sie auch: Ist der Mensch die Krankheit der Welt? Zerstörung der Erde – Heilung der Erde.

Ähnliches Thema: Spirituelles Erwachen – Chance für die Menschheit

Ähnliches Thema: Kann der Mensch etwas NICHT wissen? Unwissenheit.

 

 

 

Vegetarier sein – wozu? was last modified: Mai 24th, 2016 by Henrik Geyer

Schuldgefühle – schuldig sein

Schuld, schuldig sein, Schuldgefühle … Schuld ist ein starkes Wort und Schuldgefühle sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Dieser Artikel behandelt einige Aspekte von Schuldgefühlen – wie sie entstehen, was sie so gefährlich macht …

Tun, was man lieber lassen sollte

Ganz offensichtlich entsteht Schuld durch eine Handlung, die man dem allgemeinem Verständnis nach lieber lassen sollte. Dazu gehört unmoralisches Handeln als weitester Begriff, und ungesetzliches Handeln etwas enger gefasst. Denn nicht alles, was erlaubt ist, ist auch moralisch. Bzw. muss ja, um eine Schuld nach dem Gesetz festzustellen, erst einmal ein Gericht ein Urteil sprechen (und das kann in Deutschland dauern..).

Die moralische Wirkung ist aber sofort da – man fühlt sich sofort schuldig. Das Urteil der Menschen – das Recht dieser Welt sozusagen, und das Werturteil des Schöpfers, sind zweierlei.

Schuldgefühle als eine Frage der eigenen Bewertung

Interessanterweise sind also Schuldgefühle erst einmal eine Frage unserer eigenen Wertvorstellungen.

Nicht umsonst sind sogenannte Soziopathen, die kaum Werte für den Umgang mit anderen Menschen haben, relativ „störungsfrei“ in ihren Handlungen. Sie können teilweise schwere und grausame Verbrechen begehen, ohne eine innere Regung zu verspüren. Menschen, die solche Soziopathen in Aktion erleben, werden regelmäßig  durch die Unvorstellbarkeit ihrer Handlungen und Lügen verblüfft, gelähmt und überwältigt.

Umgekehrt gibt es sicherlich auch sehr (Über-)Ängstliche, die sich selbst unter einer Art Vergrößerungsglas sehen, und meinen, dies sei die Sichtweise anderer auf sie. So grübeln sie innerlich den Gedanken anderer nach, und versuchen sich vorzustellen, welche Meinungen über sie kursieren, was man redet… Je nachdem, ob die Färbung dieser Gedanken positiv ist, oder negativ, kann aus solchem Grübeln Stolz erwachsen (Eitelkeit), oder auch Schuldgefühle, je nachdem wie man sich die Gedanken in den anderen vorstellt.

Um also Schuldgefühle zu haben, muss im Außen gar nichts geschehen. Unsere Phantasie erschafft unsere Welten.

Schuldgefühle – eine Frage der (Be-)Wertungen anderer

Aber natürlich werden unsere

 

 

 

Magie der Sprache

 

 

Schuld als Relation

Supersubjektivität, supersubjektiv, subjektiv und objektiv
supersubjektiv, subjektiv und objektiv

die Grafik aus supersubjektivität, wo eine Gruppe eine Sichtweise hat, und ein einzelner einer andere

 

schuldig vergebung gebet vaterunser wenn niemand schuld ist, dann

 

Weiterlesen: Artikel Die Magie der Sprache

Ähnliches Thema: Artikel Shitstorm Doktor. Wie wichtig ist die Meinung anderer?

Siehe auch: Meditation – was ist das? Gedankliche Disziplin durch Meditation

Schuldgefühle – schuldig sein was last modified: November 3rd, 2017 by Henrik Geyer

Was ist Lebenskunst?

Lebenskunst - Leben als Kunstwerk

In einer Zeitung gab es einen Artikel, Liechtenstein wolle das Schulfach „Lebenskunst“ in den Schulunterricht einführen.

Ich fand das gut, machte mir aber auch Gedanken darüber, was es ist, was das Leben eigentlich so schwer macht, obwohl es doch jeder von uns ohnehin lebt. Wenn selbst der Dümmste sein Leben leben kann – was ist daran eine Kunst?

Ganz so einfach ist es nicht!

… denn man muss bedenken, dass zwar jedes Leben gelebt wird, aber nach welchen Möglichkeiten es gelebt wird – das bleibt im Verborgenen. Was wir immer nur nur sehen – das ist die Realisierung. Es bleibt uns verborgen, welche weitergehenden Möglichkeiten es geben mag, und natürlich auch, welche schlimmeren Möglichkeiten hätten eintreten können.

Wenn es also etwas zu verbessern gibt … warum nicht?

Lebenskunst – Leben als Kunstwerk

Insbesondere dem Spirealisten rennt man hier die Türen ein, denn für ihn ist das unendliche Feld des Möglichen nur eine Handbreit von dem entfernt, was wir „die Realität“ nennen. Das Leben als Kunstwerk zu begeifen und es so zu leben – das würde der Spirealist mit „Bewusstwerdung“ und „Freiheit“ übersetzen. Was er dazu für nötig hält, ist Spiritualität (Geistigkeit) – d.h. Beobachten der Gedanken (womit wir wieder bei Bewusstwerdung wären).

Die entscheidende Frage für den Menschen ist: Bist du auf Unendliches bezogen oder nicht? Das ist das Kriterium seines Lebens.
Carl Gustav Jung

<a href=’http://spireo.de/wenn-du-frei-sein-willst-nimm-dir-zeit‘ alt=’Siehe auch:  Wenn du frei sein willst, nimm dir Zeit‘>Siehe auch:  Wenn du frei sein willst, nimm dir Zeit</a>

Was sind die auf der Hand liegenden, wichtigen Themen?

Wer bist du?

Wir sollten uns über uns selbst klar werden, sollten versuchen, einigermaßen sinnvoll über unseren Fortgang zu entscheiden, und zwar auf der Basis einer gründlichen Überlegung darüber, als was wir uns selbst sehen. Wenn wir uns selbst nicht kennen – was um alles in der Welt können wir dann über uns entscheiden?

Allzu leicht übernehmen wir die Rezepte von anderen, und stellen dann oft genug fest: „Für mein Leben taugt das nicht!“

nutze deine Zeit!

Natürlich die Zeit! Und damit die Begrenztheit allen Erlebens. Wir haben eine bestimmte Spanne für uns, und sollten uns darüber klar sein. Je eher wir die Endlichkeit allen Erlebens als das eine „Ich“ verstehen, umso eher werden wir damit aufhören, den Stereotypen nachzujagen, und beginnen, unser Leben als Individuum aufzubauen.

Für mich haben ganz viele Begriffe mit dieser Endlichkeit zu tun. Ich denke dabei an Ehrlichkeit, Treue, oder Offenheit.

go slowly

Dennoch nützt es nichts, sein Leben schnell zu leben. Selbst die kostbarsten Momente ziehen in derselben Einfachheit vorüber, wie die schlichten.

Wer wirklich etwas über sich selbst verstehen will, wer das Leben als Lebenskunst begreifen möchte, der muss die Stille suchen, die Einfachheit. Das Getriebe  der 10.000 Notwendigkeiten der modernen Zeit, mit ihrem Multitasking und ihrem Eingebunden-Sein, erzeugt einen Sog und eine Kette von Handlungen, die uns zu Robotern werden lässt, und die mit unserem gängigen Menschenbild (dem des individuell überlegenden und entscheidenden Menschen), nicht in Einklang zu bringen ist.

Ähnliches Thema: Wenn du frei sein willst, nimm dir Zeit

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Das Leben selbst ist nämlich ganz einfach. Was es kompliziert macht, sind unsere 10.000 komplizierten Vorstellungen, wie etwas zu sein habe. Es sind zugleich die Vorstellungen, denen wir unser Handeln unterwerfen.

„Du bist einzigartig!“

Anstelle von „Du bist einzigartig!“ hätte ich auch schreiben können: „Du bist allein!“ Doch das hätte wohl einen negativen Touch – wenn es auch stimmt. Denn tatsächlich ist derjenige besser dran, der sich darüber klar wird, dass „den eigenen Weg zu gehen“ auch bedeutet, allein zu sein, mit vielleicht wechselnden Wegbegleitern. Lebenskunst  – das bedeutet eben auch: Loslassen!

Diese Vorstellung, einzigartig zu sein, kann (und sollte) Verschiedenes auslösen:

Erstens eine größere Bereitschaft den eigenen Weg zu gehen, unabhängig von den Meinungen der Vielen, denen zuzuhören im Einzelnen bereits eine Lebensaufgabe wäre.

Zweitens (auch in Ableitung aus Erstens) eine gewisse Liebe und Wertschätzung sich selbst gegenüber – dieses Selbst ist doch das Einzige, dessen Gesellschaft wir tatsächlich und immer sicher für uns haben. Entwickeln wir es; lassen wir dies zu unserem Lebenskunstwerk werden – es lohnt sich!

Ein Glück aber ist es, wenn dem Greise noch die Liebe zu seinem Studium, auch zur Musik, zum Schauspiele und überhaupt eine gewisse Empfänglichkeit für das Äußere geblieben ist; wie diese allerdings bei einigen bis ins späteste Alter fortdauert. Was einer »an sich selbst hat«, kommt ihm nie mehr zu gute, als im Alter. Die meisten freilich, als welche stets stumpf waren, werden im höheren Alter mehr und mehr zu Automaten: sie denken, sagen und tun immer dasselbe, und kein äußerer Eindruck vermag mehr etwas daran zu ändern oder etwas neues aus ihnen hervorzurufen. Zu solchen Greisen zu reden, ist wie in den Sand zu schreiben: der Eindruck verlischt fast unmittelbar darauf. Ein Greisentum dieser Art ist denn freilich nur das Totengesicht des Lebens. – Den Eintritt der zweiten Kindheit im hohen Alter scheint die Natur durch das, in seltenen Fällen, alsdann sich einstellende dritte Zahnen symbolisieren zu wollen.

Arthur Schopenhauer

Drittens eine Anhänglichkeit und Treue jenen gegenüber, die uns auf unserem Lebensweg begleiten, und deren Liebe uns wichtig geworden ist. Sind sie ersetzbar? Niemals! Lebenskunst bedeutet auch Wertschätzung den Menschen (und Dingen!) gegenüber, die uns nun einmal begleiten.

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Viertens (und vielleicht Wichtigstens): die Lebenskunst der Beschränkung. Das beginnt bereits damit, dass man sich darüber klar wird, dass es dem Individuum immer nur gegeben ist, ein individuelles Leben zu leben. Man sollte nicht alle Ziele anstreben, weil man nicht alle Leben leben kann, nur an einem Ort sein kann, etc.. Das Bewusstsein dieser Beschränkung, sogar seine willige Annahme, kann für das Leben, für Glück und Zufriedenheit des Einzelnen, überaus wichtig sein.

Was ist Lebenskunst? was last modified: April 25th, 2016 by Henrik Geyer