Pascal Voggenhuber: Nicht Heiliger sein, sondern Mensch

Was ist Spiritualität? Fotos der Co-Autoren - Pascal Voggenhuber [SPID 4247]

Lieber Pascal, du bist ein reger und sehr bekannter Protagonist der spirituellen Szene, du bist ein Medium. Das bedeutet, du bist jemand, der eine Verbindung zum Jenseitigen herstellen kann, zu Geistern und Toten. Für dich, das gehört zum Verständnis des eben Gesagten, gibt es ein Leben nach dem Tod.

Du hast eine überaus erfolgreiche Webpräsenz, aber vor allem begeisterst du natürlich deine zahlreichen Anhänger mit Seancen, Lesungen und Bühnen-Veranstaltungen. Mich persönlich beeindruckt deine natürliche und unaffektierte Art.

Du hattest schwierige Zeiten zu überstehen, die dich in der Konsequenz dem Spiritismus (manche sagen auch Spiritualismus) näherbrachten. Ich denke an den lebensbedrohlichen Unfall mit einem Traktorwagen in deiner Kindheit, den du als ein Heraustreten aus deinem Körper beschreibst – ein jenseitiges Erlebnis. Du besuchtest später eine spiritistische Schule in England, warst dort einige Jahre. Spiritismus, das ist die englische Tradition der Geistbeschwörung, der Medien, des Hellsehens, der Séancen, des Kontaktes mit dem Jenseits.

Das Unbegreifliche gibt es – und man kann daher niemals sagen, dies oder jenes könne nicht sein. Dieses Alles-für-möglich-Halten empfinde ich als eine Einstellung der Achtsamkeit und der Achtung dem Höheren, wenn man so will Gott, gegenüber. Diese gedankliche Einstellung ist heute wichtiger denn je, denn unsere materialistische Sichtweise lässt es so scheinen, als sei der Mensch das Herz aller Dinge, gleichsam ein göttlich-unbestechlicher Beobachter einer Welt. Während er, zumindest nach meinem Verständnis, selbst ein Element dessen ist, was er doch nur zu beobachten glaubt. Der Mensch, aus dem heraus sich Dinge materialisieren, kann das Reich Gottes nicht überblicken, sondern er darf in ihm staunen und glücklich sein … er sollte glücklich sein. Die Welt ist voller Wunder, wenn man sie sehen kann, während die Welt dem gewohnt-materialistischen Blick wie völlig erklärbar und erklärt, manchmal sogar eintönig erscheint.

Ich denke, es ist wichtig und es gibt den Menschen ganz viel, wenn in dieser scheinbar so allwissenden Zeit durch dich sympathisch und beredt die allerelementarsten Fragen noch einmal neu und aktuell gestellt werden.

Spireo: Mich interessiert der Aspekt des Todes … Was ist Tod?

Für mich gibt es den Tod so nicht …

Wenn man mit Menschen spricht, und die sagen, man würde sterben, dann sage ich, es gibt wohl einen physischen Tod, der Körper stirbt .. Aber die Seele, das, was wir wirklich sind, das bleibt; oder es lebt weiter. Wenn jemand hier stirbt, dann wird er im Grunde nur verändert, es findet eine Transformation statt, und er wird wiedergeboren in der geistigen Welt.

Und da fragt es sich, auf was sich dieser Begriff des Sterbens bezieht: auf den körperlichen Tod oder den seelischen Tod.

Wir sind laut Wissenschaft zu 100 % reine Energie, und wir wissen ja auch, dass Energie weder auflösbar noch zerstörbar ist, sondern nur veränderbar.

Und das ist auch diese Kontinuität, dieses Weiterbestehen. Der Körper vergeht in dieser Welt, aber in einer anderen, geistigen Welt, existieren wir weiter.

Spireo: Es stimmt, aus biochemischen Formeln lässt sich die Kraft des Lebens nicht ableiten. Das führt man sich nur nicht vor Augen, wenn man das Wort Leben oder Tod beiläufig benutzt, so als sei alles damit gesagt, so als habe man überhaupt verstanden, was es ist.

Für mich verbindet sich mit dem Gedanken an ein Leben nach dem Tod die Frage nach Erinnerung. Es gibt eine Textzeile eines Songs von Eric Clapton, „Tears in Heaven“, in der es heißt: Würdest du meinen Namen kennen, wenn wir uns im Himmel begegneten?

Er fragt sich also: Eine weitere Welt, als die im Jetzt erlebte, würde man nur dann erkennen können, wenn man sich an die jetzt erlebte Welt zurückerinnern könnte. Ohne Erinnerung an eine diesseitige Welt kann man auch keine jenseitige Welt als solche erkennen. Ohne Erinnerung ist der Tod also etwas Endgültiges, so wie er es in unserer Welt zu sein scheint. Im Kontext von Eric Claptons Song heißt das: würde ich einen geliebten Menschen im Jenseits erkennen? Was hingegen kann es uns bedeuten, Menschen wiederzutreffen, wenn wir uns nicht ihres Namens entsinnen könnten?

Daher die Frage aus dem Song an dich als Medium: Würdest du meinen Namen kennen, wenn wir uns im Jenseits begegneten?

Zunächst einmal müssen wir verstehen, dass unsere Existenz oder unsere körperliche Form, in der wir gerade jetzt leben, nicht die einzige ist, sondern dass wir vorher und auch nachher x körperliche Daseinsformen haben. Wir werden nicht ein einziges Mal geboren, sondern wir werden mehrmals geboren.

Ich liebe halt den Bezug zur Quantenphysik. Insofern bin ich vielleicht nicht ganz so esoterisch wie man es vielleicht erwartet. Wir wissen eben auch von der Quantenphysik, dass es Raum und Zeit gar nicht gibt. Deshalb sage ich auch oft zu der Frage der Wiedergeburt, dass es keinen linearen Ablauf für Geburt und Tod gibt. Wir hatten eigentlich keine vergangenen Leben, sondern wir leben im Grunde alles gleichzeitig, jetzt. Aber das kann natürlich das menschliche Gehirn nicht fassen. Das macht das Ganze so komplex.

Auch wenn man Geistführer nach dem Unterschied dieser Welt hier zur geistigen Welt fragt, sagen die sehr oft: wir können das nicht erklären, weil ihr es mit eurem Gehirn verstehen wollt, doch euer Gehirn reicht nicht aus, das zu verstehen. Denn ihr wollt in dieser Zeit-Raum-Ebene verstehen. Wir können mit den Worten „alles ist gleichzeitig“ oder „es gibt keine Zeit und keinen Raum“ wohl etwas anfangen, aber wir können diese Worte nicht verstehen oder nachvollziehen …

 

Link zur Webseite von Pascal

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

Pascal Voggenhuber: Nicht Heiliger sein, sondern Mensch was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Stefan Blankertz: Gott wurde Mensch

Was ist Spiritualität? Fotos der Co-Autoren - Stefan Blankertz [SPID 4243]

Lieber Stefan, wir kennen uns nun schon ein paar Jahre. Du bist ein fleißiger Schriftsteller mit nun schon über 30 Publikationen.

Du nennst dich Wortmetz, weil du die Worte wie ein Steinmetz formst und gestaltest. In deinen Büchern liest man daher viel Assoziatives. Dein Werkzeugkasten beinhaltet ein gerüttelt Maß an philosophischer Kenntnis. Du bist ein Autor, der dem Sinn der Worte mit großer Akribie auf den Grund geht.

Ich kam darauf, dich zu interviewen, weil deine Haltung zu Spiritualität und Religion eher kritischer Natur ist. Ich finde es spannend zum Thema Spiritualität auch einmal kontrovers zu sprechen, vielleicht ein wenig philosophisch. Ich bitte dich, zunächst deine Einschätzung des Begriffes Spiritualität zu formulieren.

Spireo: Was verstehst du unter Spiritualität und was wird ggf. falsch darunter verstanden?

„Spiritualität“ ist so ein modischer Gummibegriff, den ich zugegebenermaßen selbst auch manchmal verwende, vor allem dann, wenn nicht so ganz klar ist, worum genau es überhaupt geht. Geht es um Religion? Um welche? Geht es darum, dass jemand nicht herzlos ist? Oder so weltabgewandt zu sein, dass man nicht mehr mitkriegt, was um einen herum los ist? Dass jemand Stimmen hört und daran glaubt, dass man bei rechter innerer Haltung auch ohne Nahrung, nur von Sonne, Luft und Liebe leben kann? Die Bandbreite ist unendlich dehnbar, und meist versteht man aus dem Kontext, wie jemand den Begriff verwendet, positiv oder negativ oder neutral, aber es gibt kein „Richtig“ und kein „Falsch“ beim Verständnis, sondern nur eine pragmatische Bedeutung, die sich im jeweiligen Zusammenhang ergibt.

Spireo: Was von dem, was du konkret manchmal tust, würdest du eine spirituelle Handlung nennen?

Beten. Mitgefühl haben – und zeigen, wobei mir als Introvertiertem das oft schwerfällt. Mein beharrliches Engagement für Toleranz und gegen Gewalt speist sich stark von einem Gefühl der Verantwortung, das sich nicht rein rational erklären lässt …

Spireo: … manchmal ist es nur eine Frage des Glaubens, ob man sich aufraffen kann, etwas zu tun. Ich nehme an, auch du brauchst Glauben, nicht nur für das Engagement, sondern einfach um zu leben. Für mich ist das ein spiritueller Aspekt … diese Selbsterforschung. Was bringt uns dazu, etwas zu tun oder zu lassen? Man kann das meist nicht erklären … Wie siehst du das?

Ja, exakt. Der Satz vom heiligen Augustinus, „ex fide enim vivimus“, also: „Wir leben nämlich durch den Glauben“. Wenn wir den nächsten Schritt tun, sagt mein Inspirator Paul Goodman, glauben wir, dass wir auf festen Grund treffen. Wir müssen nicht erst das Gesetz der Gravitation beweisen.

Spireo: Würdest du dich als spirituellen Menschen beschreiben? Oder bist du materialistisch?

Ich glaube an Gott im Sinne von Jesus. Besonders wichtig ist mir das Geheimnis des Glaubens, dass Gott Mensch geworden ist und hierdurch verwandelt wurde. Das ist Glaube, kein Wissen. Ansonsten stehe ich dem Christentum im Allgemeinen und dem Katholizismus, dem ich angehöre, sehr kritisch gegenüber. Vor anderen Religionen habe ich großen Respekt, besonders dem Judentum, dem Islam, dem Buddhismus und dem Taoismus, obwohl Religionen oft einen problematischen gesellschaftlichen Einfluss haben (um es ganz vorsichtig zu sagen). Allerdings sollte die Religiosität meiner Meinung nach nicht davon abhalten, die Welt zu sehen wie sie tatsächlich ist, sie zu untersuchen, und man sollte seine Entscheidungen auf Grundlage von Fakten und nicht von Wunschdenken fällen. Wenn Wünsche wahr werden (was ja bisweilen vorkommen soll), sind sie eben auch zu Fakten geworden.

Spireo: Vielleicht ist die Dreifaltigkeit für Menschen wie dich erschaffen worden – für Menschen, die mit einem Gott im Himmel nichts anfangen können? Die Dreifaltigkeit beinhaltet Gott als allumfassendes Abstraktum, Jesus als den Sohn, sowie den heiligen Geist. Was ist Jesus im Unterschied zu Gott für dich? Ein einfacher Mann? Ein kluger Mann? Ein barmherziger Mann?

Jesus ist zum Menschen gewordener Gott; früher sagte man dazu „Inkarnation“ oder zu deutsch „Fleischwerdung“. Dieser Gott war ja eine ziemlich fiese Gestalt …

Link zur Webseite von Stefan

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

Stefan Blankertz: Gott wurde Mensch was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Interview mit der spirituellen Autorin und Verlegerin Petra Milkereit

Petra MilkereitSpireo: Liebe Petra, ich kenne Dich als Betreiberin Gründerin eines spirituellen Verlages, des Lyrika-Verlages, und Autorin. Du lebst in Schleswig Holstein, in einem kleinen Ort an der Ostsee. Als Schriftstellerin hast Du nun bereits einige Bücher gestaltet, als Verlagsleiterin des Lyrika Verlages bist Du mit Herz bei der Sache, nimmst viel Zeit und Geld in die Hand.

Was hält eigentlich Dein Mann von Schriftstellerei und Spiritualität?

Mein Mann hat erst einmal tief durchatmen müssen, als ich 2011 meine ersten Gedichtbände veröffentlichte, damals noch in A4 und ohne ISBN und Verlagsnamen.

Ich war 54 Jahre alt, als ich diese neue Tür aufstieß und den Weg vertrauensvoll zu gehen begann und ich bin ein Beispiel dafür, dass es jenseits der Fünfzig nicht einen Stillstand geben muss oder, was noch schlimmer wäre, Rückschritt. Die Welt ist so voller Gefühle und dem Wissen um deren Wertigkeit, man muss sich nur mit einem offenen Herzen auf die Reise dorthin begeben.

Und mein Mann geht diese Wege mittlerweile gerne mit mir gemeinsam.

Spireo: Ist es eine „spirituelle Arbeit“, Verlagsleiterin eines spirituellen Verlages zu sein? Oder ist es ein ganz normaler Beruf – und ist man somit (vielleicht ungewollt) den Chancen und Widrigkeiten der materialistischen Wirtschaftswelt ausgeliefert?

Ausgeliefert habe ich mich nie gefühlt. Als ich den Lyrika-Verlag 2012 für meine eigenen Bücher ins Leben rief, war mir von Beginn an klar, dass es mit diesem Namen nicht einfacher sein wird, in diesem riesigen Meer von Buchveröffentlichungen wahr genommen zu werden. Das, was ich schreibe, meine Thematik Geschichten über Gefühle zu schreiben, von denen zumal sehr viele Texte in Gedichtform gefasst sind, macht die Lyrika-Publikationen  zum Nischenangebot.

Und ja, es ist spirituelle Arbeit, die Frontfrau des Lyrika-Verlags zu sein, da wir Autorinnen in sehr engem Kontakt und Austausch stehen. Uns alle verbindet die Basis dessen, was in unsere Texte einfließt: Gefühle in Worte zu fassen und sie zu reflektieren. Daher liegt es auf der Hand, dass auch in unseren Gesprächen vieles oftmals bis sehr in die Tiefe thematisiert wird.

Spireo: Das Verlagsgeschäft heute ist hart – das weiß man von großen und etablierten Verlagen. Du hast Deinen Lyrika-Verlag vor 4 Jahren neu gegründet. Ist das Verlegen schwierig? Was macht es schwierig?

Da der Lyrika-Verlag bisher fast ausschließlich Druckausgaben veröffentlicht hat, ist das Verlegen vor allem eines: es ist die bereicherndste Arbeit, die ich mir vorstellen kann. Bereichernd deshalb, weil auch bei der Gestaltung des Buchlayouts intensiv in Gemeinschaft an jedem Buch gefeilt wird.

Das Bildmaterial auszuwählen, das die jeweiligen Texte vertiefend begleitet, die dadurch entstehenden Kontakte auch zu Fotografen und Künstlern, das Spiel mit Schrift und Farbe – das alles möchte ich nicht mehr missen!

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

Interview mit der spirituellen Autorin und Verlegerin Petra Milkereit was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Interview mit dem spirituellen Erfolgsschriftsteller Ralf Hillmann

Spireo: Lieber Ralf, ich kenne Dich nun schon zwei Jahre als einen netten, hilfsbereiten und offenen Kollegen. Du betreibst die erfolgreiche Internet-Seite „Spirituell-auf-deine-Weise.de“, die sich über ein erhebliches Besucheraufkommen freuen darf.

Du bist ein erfolgreicher Autor mit beachtlichen Buchverkäufen – das ist gerade in der heutigen Zeit ein schwieriges Unterfangen. Wie lange machst Du das schon – und was wäre Dein Rat an junge Autoren, die noch nicht so weit sind wie Du?

Ralf Hillmann
Ralf Hillmann

Erst einmal herzlichen Dank, dass du mich für ein Interview eingeladen hast. Ich bin gespannt, welche Fragen du dir für unsere Unterhaltung ausgedacht hast. Die erste Frage kenne ich ja nun schon. Die Idee ein Buch zu schreiben entwickelte sich in 2009. Damals erlitt ich einen gesundheitlichen Zusammenbruch und kündigte meine Arbeit. Wie mein Leben weitergehen sollte, wusste ich nicht. Ich hatte zu nichts mehr die Kraft. Dann saß ich irgendwann am Schreibtisch und schrieb mein erstes Buch. Einfach so. Ohne je zuvor die Idee gehabt zu haben, das zu tun. Es geschah quasi wie von selbst. Alle Bücher, die danach folgten, entstanden auf andere Weise. Für diese überlegte ich mir vorab ein Thema, eine Struktur, einen roten Faden, ein Konzept. Mein Erstlingswerk „Spirituell auf deine Weise“ entstand ohne all diese Überlegungen. Ich kam mir dabei vor, wie von „oben“ geführt. Und damit komme ich auch schon zum zweiten Teil deiner Frage: Mein Rat an andere Autoren ist folgender: Schreibe genau das, was du schreiben möchtest; vertraue darauf, dass das, was du zu sagen hast, andere interessiert; vertraue darauf, dass sich Wege finden und Möglichkeiten ergeben werden, deine Arbeit in den Erfolg zu führen; habe Geduld und sei bereit, für einen eigenen, ganz individuellen, authentischen Weg; tue es auf deine Weise! Ich glaube, es gibt kein Geheimrezept. Es kommt darauf an, welche Art von Büchern jemand schreibt; was für ein Typ ein Autor ist; aus welchem Motiv heraus er schreibt; welche Ziele verfolgt werden usw.

 

Spireo: Auf Deiner Webseite schreibst Du, dass Du über ein einschneidendes Erlebnis zu Spiritualität gekommen bist (wie so viele). Wie hat sich das abgespielt?

Früher war ich der ideale angestellte Arbeitnehmer. Angepasst und stets fleißig und bemüht, es allen recht zu machen. Ich vergaß dabei, auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten. Irgendwann erhielt ich von meinem Körper und meiner Seele die Quittung dafür. Ich wurde sehr krank. Eigentlich konnte mir die Schwere der Erkrankung nie von einem Arzt bescheinigt werden. Ich war über zwei Jahre lang so stark erkältet, dass ich mich irgendwann kaum noch aufrecht halten konnte. Mein Husten war zwischenzeitlich so schlimm, dass ich manchmal dachte, ersticken zu müssen. Alles, was die Ärzte dazu zu sagen hatten, war: „das wird schon wieder“, was mir fehlte bzw. wie meine Beschwerden zu erklären und zu behandeln waren, wusste niemand. Irgendwann gab ich auf. Ich ließ einfach los und ergab mich in mein Schicksal. Mir war alles egal. Ich hätte auch sterben können. Mir wäre alles recht gewesen. Nur das Leben mit diesem pausenlosen Husten, wollte ich nicht mehr länger ertragen. So kündigte ich meine Arbeit und legte mich ins Bett. Das Sonderbare war, dass ich von dem Moment an, als ich alles hinwarf, auf einmal das Gefühl hatte, dass nun bald alles gut werden würde. Und tatsächlich, ein paar Tage später ging es mir schon bedeutend besser. Ich hatte immer Angst davor gehabt, einmal arbeitslos zu sein, doch nun war ich es, und ich fühlte mich vollkommen relaxed und von „oben“ geführt. Ich hatte ein Vertrauen in mich und mein Leben, wie ich es zuvor noch nie gehabt hatte. Ja, ich war spirituell verbunden.

 

Spireo: Was hat sich in Deinem Denken geändert? Was hast Du hinterher anders getan als vorher?

Ich würde gar nicht unbedingt sagen, dass ich ein komplett anderer Mensch geworden bin. Ich habe noch die gleichen Interessen und gleichen Charakterzüge wie vorher. Nur achte ich seitdem immer darauf, was ich wirklich will und was ich tatsächlich leisten kann und mag. Es macht mir auch heute noch Freude, für andere da zu sein, aber ich bin es nur noch dann, wenn es meine Kräfte nicht übersteigt. …

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

 

 

Link zu Ralf Hillmanns Blog, „Spirituell auf Deine Weise“

Interview mit dem spirituellen Erfolgsschriftsteller Ralf Hillmann was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Spiritualität im Alltag – spirituelle Gespräche

Spiritualität im Alltag - spirituelle Gespräche

vor einiger Zeit habe ich einige spirituelle Gespräche mit Menschen geführt. Das Thema war sehr allgemein Spiritualität im Alltag. Es waren Menschen, von denen anzunehmen war, dass sie zum Thema Spiritualität Auskunft geben können … Buchautoren und -Autorinnen, Künstler …

Schon allein die Frage, warum so viele spirituelle Menschen als im weitesten Sinne als Künstler arbeiten, ist eigentlich interessant. Vermutlich liegt das daran, dass Künstler sich den Fragen nach sich selbst sehr widmen – um ihre Kunst hervorbringen zu können, um sozusagen aus dem unerschöpfliche Brunnen der Kreativität schöpfen zu können, der nur im Innen sprudelt. Spiritualität ist für einen Künstler wohl ein unabdingbares Arbeitsmittel. Und wie sich an Dr. Dahlke zeigt, kann Spiritualität auch für Ärzte ein nützliches, weil heilendes, Werkzeug sein.

Fragen zu Spiritualität im Alltag

Meine Frage war meist, was diese Menschen über Spiritualität denken; was Spiritualität überhaupt für sie ist. Für mich war auch die Frage wichtig, wie die Menschen mit Spiritualität im Alltag umgehen – was sie sozusagen daraus machen. Anders gesagt: was nützt Spiritualität?

Wenn ich heute diese Interviews zusammenfassen müsste, würde ich sagen, dass die interviewten Menschen sich sehr viel mit der Bedeutung dessen beschäftigen, was sie erleben. Sie sind sehr achtsam …  fragen sich, was genau sie wollen, was sie glücklich macht, was richtig ist, etc..

Das „Richtige“ ist für sie nicht von vorn herein das, was alle sagen, sondern, sie suchen in sich. Daher erscheinen ihre Gedanken, sofern diese geäußert werden, dem Normalmenschen oft ein wenig absonderlich. Es geht ihnen oft weniger um Geld, oder Materielles. Sondern um Erfüllung, Ausgewogenheit, oft auch Genügsamkeit; der eigenen Seele gerecht zu werden, und weniger gesellschaftlichen Normen. Was ist richtig – was ist falsch? Diese Menschen fragten sich das – und sind eben nicht jene, die sofort mit Antworten aufwarten können. Es sind Menschen, die ihre inneren Welten für wahr und wichtig halten; die auch Rätselhaftigkeit in sich selbst finden können.

spirituelle Gespräche

Für mich waren die Gespräche aufschlussreich. Ich fand es erhellend, ein klein wenig tiefer in die inneren Welten einzutauchen, als man das normalerweise macht, wenn man sich im Stile von Smalltalk unterhält. Ich finde, dabei kam auch recht Erstaunliches zu Tage. Ich hoffe, dass diese Gespräche über Spiritualität im Alltag auch heute für manchen aufschlussreich sind, der sich vielleicht erst auf die Suche macht, nach seinen eigenen inneren Wahrheiten.

Rüdiger Dahlke, spirituelles Gespräch

Nina Nell im spirituellen Gespräch

Interview mit dem spirituellen Erfolgsschriftsteller Ralf Hillmann

Catharina Fleckenstein im spirituellen Interview

spirituelles Gespräch

Christina Holsten über Spiritualität im Alltag

Werner Szendi über Spiritualität

Suraya Baumeister über Spiritualität

Interview mit der spirituellen Autorin und Verlegerin Petra Milkereit

Ria von Sypo über Spiritualität

Ähnliches Thema: Beitrag Innere Wahrheit – Äußere Wahrheit

Spiritualität im Alltag – spirituelle Gespräche was last modified: Juni 15th, 2016 by Henrik Geyer

Interview mit Schauspielerin und Regisseurin Catharina Fleckenstein

Catharina Fleckenstein

Catharina Fleckenstein wurde in eine Künstlerfamilie geboren. Nach ihrer Ausbildung in München ging sie für jeweils 2 Jahre ins feste Engagement an das ETA Hoffmann Theater Bamberg, anschließend an das Theater Dortmund.

 Als Regisseurin folgten Arbeiten u.a. an der Landesbühne Hannover, Kampnagel Hamburg, ETA Hoffmann Theater, Altonaer Theater und Theater Dortmund.

1997 zog sie  nach Hamburg, wo sie seither lebt.

Seit Anfang 2000 hat sie sich wieder auf ihre schauspielerische Tätigkeit konzentriert. Spielte in verschiedenen freien Theater-Produktionen in Hamburg.

Zuletzt im Theater am Biedermannplatz und im Sprechwerk.

Und wirkte  in diversen Film-und Fernseh-Produktionen mit u. a. „Soko Wismar“, “Die Anwälte“, „Stubbe – von Fall zu Fall“.

 Bereits 1988 kam Catharina das erste Mal durch ihre Lehrerin Marga Rues mit dem spirituellen Aspekt der Kunst in Berührung. Ging ihren spirituellen Weg aber erst einige Jahre später weiter. In erster Linie mit Reiki.

 

Spireo befragte Catharina Fleckenstein nach spirituellen Aspekten ihres (Berufs-)Lebens

 

Spireo: Was suchen Sie?

Antworten auf die Fragen: Woher komme ich? Wer bin ich? Wohin gehe ich?

Und zwar in meinem „echten“ Leben als auch auf der Bühne. Diese Fragen sind Teil der klassischen Vorbereitung des Schauspielers auf eine Rolle. Mit anderen Worten: Selbst-Erkenntnis und Bewusstwerdung sind das, was mich auf allen Ebenen anspornt.

 

Spireo: Was finden Sie im Theater und nirgendwo sonst?

Die Bühne ist ein Phantasie-Raum. Durch das Öffnen und Wechseln der Spielebenen kann die Wahrnehmung und das Bewusstsein des Zuschauers erweitert werden. Das ist das Wesen der Kunst Überhaupt.

Und dennoch ist es im Theater nichts Abstraktes, denn Teil dieses Phantasie-Raums sind Akteure, Menschen, die im Augenblick agieren.

Wenn mich eine Theateraufführung als Zuschauerin begeistert, werde ich innerlich zu dem Kind, das ich war, als ich das erste Mal im Theater saß. Die Qualität des Moments hat sich nie geändert. Ich tauche ein in das  Zauberhafte: das Licht, den Geruch, die Stoffe, die Magie.

Bei einer aufregenden Theateraufführung gehen Welten unter und andere erstehen.

Es ist auch möglich, dass nur der Untergang einer Welt beschrieben wird, aber im Zuschauer der Ausblick auf das Erstehen einer anderen entsteht.

In jedem Fall ist das, was geschieht, existentiell. Es geht immer um Sein oder nicht Sein“.

Ich glaube an den Theaterabend als kathartischen Vorgang. In dem Sinne, dass ein Prozess stattfindet, der alle Beteiligten auf einer anderen Bewusstseinsebene entlässt als sie sich zu Beginn des Stücks befanden. Die Äußere Handlung ist dabei nur eine Metapher für die geistigen Prozesse.

Theater kann es schaffen, Zeit und Raum außer Kraft zu setzen.

Unsere gewohnten Koordinaten der Wahrnehmung anders zusammen zu stellen oder völlig fallen zu lassen.

Es ist eine spirituelle Erfahrung, mit den Mitteln des Spiels. Auf spielerische Weise.

Die Zuschauer sollten dafür im Herzen berührt werden. Lachen und Weinen und sich ganz und gar beteiligt fühlen beim Spiel auf der Bühne. Mit den Schauspielern in jedem Augenblick präsent und verbunden sein.

 

 

Catharina Fleckenstein
Catharina Fleckenstein

Spireo: Was suchen die Besucher im Theater? Kurzweil – und vielleicht noch etwas anderes?

Ich glaube, dass Zuschauer, vielleicht ohne dass es ihnen immer bewusst ist, teilnehmen möchten an diesem Wahrnehmungs-Abenteuer. Selbst wenn sie einfach Lust haben nach amüsanter Ablenkung.

Eindruck hinterlässt eine Theatervorstellung, wenn sie auf einer tieferen Ebene berührt , vielleicht auch verstört und inspiriert wurden.

 

Spireo: Was ist Kreativität?

Für mich ist Kreativität, wenn Menschen ihrer Verbindung zum Geistigen Ausdruck verleihen.

Das kann alles sein, Kochen, Malen, Tee trinken, egal was. Es kommt auf die innere Haltung an, zu dem, was man tut.

In meinem Fall scheint es das Spiel zu sein -und auch das Geschichten erzÖhlen. Das ist einfach der Bereich, in dem ich am klarsten die Verbindung, die man auch Intuition nennen könnte, erfahre.

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

 

 

Webseite Frau Fleckenstein: http://www.catharinafleckenstein.com/

 

Interview mit Schauspielerin und Regisseurin Catharina Fleckenstein was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Interview mit Malerin und Schriftstellerin Ria von Sypo

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Ria von Sypo Gemälde

Ria von Sypo ist eine unter Pseudonym arbeitende Malerin und Schriftstellerin. Sie sucht und findet Sinn in ihrem Engagement für die Erhaltung der Welt, die sie in Gefahr sieht.

Im Spireo Interview beantwortet sie Fragen zu ihrem Werk. 

Du bist Malerin- wie kamst Du zum Schreiben?

Den Spaß am Malen entdeckte ich sehr früh. Leider befremdete mich das Ergebnis häufig. Dennoch blieb ich am Üben und hatte wohl auch gelegentliches Glück mit verständigen Lehrern. Speziell mein Professor im Studium glaubte an mich. Heute wäre ein Leben ohne zu malen für mich undenkbar.

Das Bedürfnis zum Schreiben ereilte mich wahrhaftig über Nacht. Lag es nun daran, dass ich so viel erlebt hatte und mein Unterbewusstsein spontan die Sprache der Bilder verließ? Wollte es die Verarbeitung in Worte kleiden? Wie auch immer, ich erwachte aus einem klaren, lebhaften fast realistischen Traum. Und jeder Versuch ihn abzuschütteln oder zu verbannen, scheiterte. Er nistete sich in einer Ecke meines Gehirns ein, machte es sich dort gemütlich  und erweiterte grinsend sein Revier. Dieser Traum zwang sich mir auf und vereinnahmte mehr und mehr mein Denken. Der sich gegen ihn aufbäumende Widerstand unterlag hilflos und schlug sich schließlich feige in die Flucht. Was konnte ich entgegenhalten? Ich skizzierte meine Gedanken, ordnete sie auf vertrautem Terrain, wollte diese Phantasie zum Schwächeln zwingen. Welch gravierender Fehler! Stattdessen nahm diese Utopie Gestalt an, schälte sich aus nebulösen Gebilden in deutliche Strukturen und zog bereits erste Worte an sich. Alles hatte ich bereits gemalt! Eben noch verwirrt, musste ich feststellen, dass mir das Spiel mit Worten großes Vergnügen bereitete. Plötzlich flossen Sätze aus mir und stachelten mich zu stetig weiterem Schreiben an. Und wollte ich nicht daran ersticken, so musste ich mich diesem Druck devot ergeben, dem Schicksal gehorchen. Daraus wurde „Bitte lass es nie enden“, nach der gleichnamigen Bildserie. Ein Liebesroman, der sich eine friedliche Welt vorstellt, in der die Menschen endlich erwachen und gemeinsam den Kampf gegen den Klimawandel aufnehmen.

 

Ist Dir Kreativität wichtig? Wenn ja, warum?

Seine eigenen Stärken zu erkennen und anzunehmen, ist ein wichtiger Prozess. Egal welchem Beruf wir nachgehen, ein jeder sollte auf seinem Gebiet einfallsreich sein. Ob am Schreibtisch, im OP, beim Fahren oder Bauen.  Ein Künstler setzt seine Phantasie in etwas Erlebbares um, drückt sich in Farben, Worten, Formen etc. aus, schafft etwas Individuelles.

Bei mir bahnte sich der Schöpfergeist schon früh einen Weg und suchte nach Gestaltungsmöglichkeiten. Nicht immer zur Freude meiner Familie. So zerschnitt ich als kleines Mädchen Kleidungsstücke meiner Mama oder Schwester, um mir daraus etwas sehr eigenes zu kreieren. Und auch später fiel mir allerlei ein. Die Jahre lehrten mich, dass Kreativität auch zur Belastungsprobe für mein Umfeld werden kann. Manche Idee oder deren Umsetzung fordern unsere Mitmenschen heraus. Der Eine feiert das Internet, der andere verdammt es. Mode, geliebt und gehasst. Das Handy gefeiert und verflucht. Wo Licht ist, gibt es Schatten.

Kreativität ist ein Prozess, ist Leben, Bewegung und fordert bei Einhaltung von Regeln Toleranz. Immerhin bereichert  sie vielfältig  und bunt unser Leben.

 

_DSC3444 _2Glaubst Du, Du hast eine Aufgabe in dieser Welt?

Was ist eigentlich Bestimmung? Darüber ließe sich seitenweise debattieren. Worte wie: Zufall, Auftrag, Antwort, Gebot, Wahl und Pflicht, Deutung, Richtung, Schicksal, Gefüge usw. fallen mir ein.

Ich hänge dem Glauben an, dass alles einen Sinn hat. Auch wenn wir ihn nicht sehen können oder gerade verzweifeln. Im Nachhinein erklärt sich vieles. Für mich schält sich meine Aufgabe als Vermächtnis heraus. Meine Eltern lebten uns das Streben für einen friedlichen und liebevollen Umgang vor, die Achtung vor jedem Leben und eine Ehrfurcht vor der Schönheit und Vollkommenheit dieses Planeten.

Somit erfüllt der Roman eine wichtige Funktion in meinem Dasein. Er trug mich in eine Richtung. „Was ist uns wichtig?“, fragt sich meine Romanfigur Evi. Wie könnte sie an der Rettung ihrer Erde mitwirken?

Ihre Gedanken führen mich zu einer Konsequenz. Als Folge erwacht meine Seite: pro-elf.de

Elf steht abgekürzt für PRO ERDE, LIEBE, FRIEDEN. In Evis Traum wächst eine kleine Gruppe zu einer weltumspannenden, grenzübergreifenden Macht heran. Auch meine Hoffnung stirbt zuletzt! Mögen viele Leser sich einreihen und es immer weiter tragen!

 

Wenn Du Deine Aufgabe bzw. Dein Ziel nur rückblickend beurteilen kannst/willst, was, glaubst Du steuert Dich im Jetzt? Es ist ja nicht trivial sich monatelang hinzusetzen und zu schreiben..

Mein Jetzt beziehe ich aus den Bausteinen der Vergangenheit. Es ist die Erkenntnis, warum ich z.B. wie getrieben an diesem Roman saß. Meine Gegenwart resultiert aus den Erfahrungen. Als ein steht Ergebnis steht pro-elf.de

 

Glaubst Du an Gott?

Hierzu möchte ich kurz aus meinem Buch zitieren: „ Egal welchen Glaubens, welcher Religion oder Theorie- uns alle vereint die Achtung und Ehrfurcht im Angesicht dessen, was ein Mensch nie hat schaffen können! Einer großen, wirkenden Kraft, die tausend Namen und Anreden erträgt.“(2. Hauptteil, Kap.18)

 

Glaubst Du an ein Leben nach dem Tod?

Bei meinen Eltern begegneten mir so unglaubliche Dinge in ihrem Prozess des Sterbens, dass ich eine tiefe Gewissheit  in mir trage und an eine Weiterexistenz der Seele glaube. Eine Wiedergeburt ermöglicht Chancen, unterwirft neuen Prüfungen, diktiert Aufgaben, fordert und schleudert  alles aktuell. Stetig geschliffen, sollte sich die Gesinnung von üblen Mängeln befreien.

 

Können wir die Erde retten? Wie siehst Du die Zukunft für unseren Planeten?

Die Gegenwart sehe ich pessimistisch. Für die Zukunft wage ich zu hoffen.

Die alarmierenden Zustände rütteln eine wachsende Anzahl von Menschen wach. Ein ermutigendes Zeichen!

Doch wo kämpfen wir geeint? Ob beim Tier-, Klima-, Pflanzenschutz, dem Kampf gegen Krieg, Gewalt und Unterdrückung, ob männlich, weiblich, schwarz, gelb oder weiß, groß oder klein etc., überall finden wir Gruppen und Engagement. Manchmal sogar bewusst voneinander abgrenzend.

Jeder ist wichtig! Aber nur gemeinsam erlangen wir Kraft! Nur eine vereinte, anschwellende Masse wird zu einer Energie und ernsten Macht!

Es ist wie mit dem unbedeutenden Vögelchen, das den Waldbrand löschen will. Es nimmt Wasser im Schnäbelchen auf und fliegt bis zur Erschöpfung. Aber es versucht es! Bis auch die Großtiere endlich helfen.

So will auch mich einbringen. Deshalb meine Seite PRO ELF. Vielleicht erreichen auch wir einmal mehr?

 

Worin besteht die Hoffnung für die Zukunft, wenn die Gegenwart nicht hoffen lässt? In einer Katastrophe vielleicht, die das Umdenken erzwingt?

Dieser Gedanke geht auf einen Ausspruch eines Philosphen zurück. Er trifft meine Einschätzung. Ich denke, dass noch ein weiter Weg vor der Menschheit liegt. Die Probleme rücken bei zunehmend mehr Menschen ins Bewußtsein, dennoch blicken Scharen weg oder verdrängen sie. Andere resignieren, geben auf. Dann begegnen wir dem Tunnelblick, der nur eine Sichtweise akzeptiert. Katastrophen mehren sich schon heute. Und ja, sie führen zu manchem Umdenken. Trägheit, die in gemeinsame Entschlossenheit wächst, benötigt Zeit.

 

Ria von Sypo - Bitte lass es nie enden.
Ria von Sypo – Bitte lass es nie enden.

Warum helfen die Großtiere dieses Gleichnisses nicht?

Vermutlich helfen die Großtiere nicht sofort, weil es in der Fabel, wie im realen Leben zugeht. Ein Maß an Desinteresse, Eigeninteresse, Überheblichkeit oder gar Arroganz scheint ihnen eigen zu sein.

Interview mit Malerin und Schriftstellerin Ria von Sypo was last modified: April 28th, 2015 by Henrik Geyer

Interview mit Autor Dr. phil. Christian Hardinghaus

Christian Hardinghaus

Herr Dr. Hardinghaus hat das Buch „Mindfuck Stories“ vorgestellt, ein Buch voller überraschender Wendungen, die uns auf psychologischer Ebene fragen lassen: „was ist unsere Realität?“ Hierzu einige Fragen an Dr. Hardinghaus: 

 

Mindfuck Stories
Mindfuck Stories

Können Sie zu Beginn des Interviews bitte noch einmal erklären, was ein Mindfuck ist?

Natürlich, es wäre schlecht, könnte ich es nicht. Der Begriff stammt aus dem Filmbereich und beschreibt eine völlig unerwartete Wendung in der Handlung einer Geschichte, die den Zuschauer verblüfft, fasziniert und noch lange nachdenken lässt. Zugegeben, der Begriff klingt vulgär, aber eine geeignete deutsche Übersetzung gibt es nicht und das Wort hat sich bereits etabliert. Sprachlich kann man es vom umgangssprachlichen Englischen „to fuck with somebody´s mind“ ableiten, was so viel bedeutet wie jemanden den Kopf verdrehen.

 Sie sind Medienwissenschaftler und Journalist. Wie kamen Sie dazu, auch Belletristik zu schreiben?

Ein Autor wird immer danach gefragt und fast jeder gibt an, dass das Schreiben schon immer seine Leidenschaft gewesen sei. Das klingt irgendwie abgedroschen. War es bei mir anders! Nein, genauso! Auf das Projekt Mindfuck Stories bin ich gekommen, nachdem ich in meiner Doktorarbeit Manipulationstechniken in Film und Internet untersucht habe. In meinen Stories geht es auch darum, den Leser zu manipulieren. Allerdings auf eine ungefährliche und unterhaltsame Weise.

Als was sehen Sie sich denn vorrangig, als Schriftsteller, Wissenschaftler oder Journalist?

Als alles in einer Person und Berufung. Wenn man Affinität und Übung im Schreiben hat, dann kann man alles schreiben, das ist meine Meinung. Ich könnte wohl auch eine Bedienungsanleitung für eine Waschmaschine verfassen, doch das wäre langweilig. Als Wissenschaftler liebe ich es, investigativ zu forschen, als Journalist schreibe ich zu psychologischen und historischen Themen.

Was ist das Resümee des Schriftstellerseins? In welcher Hinsicht lohnt es sich? Auch persönlich?

Ich habe als Autor schon eine Reihe Sachbücher veröffentlicht. Doch am meisten Freude bringt mir die erzählende, fiktionale Literatur. Das bedeutet für mich, die absolute Freiheit zu haben. In den Geschichten läuft alles zusammen: eigene Erlebnisse, von anderen gehörte Erlebnisse und die individuelle Fantasie. Alles kombiniert mit einer Menge Recherche. Sicher muss sich jeder Newcomer von der Illusion befreien, sofort einen Bestseller landen zu können. Das gelingt wirklich nur ganz Wenigen. Aber das ist auch mein Traum. Und da ich gerade erst angefangen habe und schon ein unglaublich positives Feedback bekommen habe, bleibe ich dran.

Haben Sie als Schriftsteller neue Erkenntnisse gewonnen? Welche?

Ich habe mich darin bestätigt gefühlt, dass ich Menschen mit meinen Worten unterhalten und faszinieren kann. Die Leser leben mit meinen Figuren, so wie ich es tue. Oft kommt es vor, dass Leser wissen wollen, wie die Geschichten der Charaktere weitergehen und sie entwickeln dabei selbst Fantasie. Schriftsteller und Leser, beides gehört symbiotisch zusammen. Daher ist mir die Kommunikation mit Lesern besonders wichtig geworden.

Sie greifen viele psychologische Themen auf. Beschreiben eindringlich Ängste, Zwänge und Trauer. Ihre Protagonisten sind schizophren oder hypochondrisch. Stecken Teile davon in Ihnen selbst?

Auf jeden Fall. Bei mir genauso wie bei allen anderen Menschen. Erst, wenn Symptome sehr ausgeprägt sind und das Leben einschränken, kann man von Erkrankungen sprechen. Ich glaube, dass es in einem Menschen eine Grundsensibilität gibt, die bei jedem unterschiedlich ausgeprägt ist. Als Schriftsteller muss man aber auf jeden Fall sehr sensibel sein. Genauso wie im realen Leben muss sich der Schriftsteller genau in die Gefühle seiner Figuren hineinversetzen können. Das ist vergleichbar mit der Kunst eines Schauspielers.

Braucht man nicht auch psychologisches Fachwissen, um über solche Dinge zu schreiben?

Möglicherweise geht das auch ohne. Da muss man aber auch vorsichtig sein, schließlich gibt es die Fachleser, und da möchte man auch nichts Falsches schreiben. Das Internet hält aber ja genug Wissen parat, um sich zu informieren. Ich selbst habe mich viel mit Psychologie beschäftigt, habe eine Weiterbildung in Allgemeiner Psychologie gemacht und auch mein Promotionsthema wurde sozialpsychologisch behandelt.

Ihre Mindfuck Stories erinnerten mich an Roald Dahl – sind Sie von Roald Dahl inspiriert?

Das ist schön, dass Sie das ansprechen. Die Zahl der Leser häuft sich, die meine Stories mit den Geschichten von Roald Dahl vergleichen. Und wissen Sie was? Ich habe noch keine einzige Geschichte von ihm gelesen, aber über ihn und werde das wohl nun nachholen müssen. Ich bin ein Fan von Edgar Allen Poe. Für mich der Star unter den Kurzgeschichtenschreibern und ein Mitbegründer der Schauerromantik. Literatur inspiriert mich. Was den Mindfuck betrifft, so bin ich aber doch sehr stark von Filmen beeinflusst. Mein großes Idol ist David Lynch. Sein Film Mulholland Drive ist ein Meisterwerk. Darüber habe ich ein Sachbuch geschrieben und den Film analysiert. Er steckt voller Mindfuck Effekte. Lynch gerät leider zunehmend in Kritik durch seine Leidenschaft zur Transzendentalen Meditation. Der Bewegung wird von einigen Wissenschaftlern sektenähnliche Strukturen vorgeworfen. Ich halte mich da mit meiner Meinung zurück. Für mich ist und bleibt er der größte Regisseur unserer Zeit.

Sie bauen in Ihren Geschichten Rätselbilder auf, die in den letzten Zeilen entschlüsselt werden. Ist Mindfuck ein sehr starkes Wort für Rätselbilder?

Nein, das Rätseln setzt erst nach dem Mindfuck ein. Die Leser fragen sich, wie sie so in die Irre geführt werden konnten, hinterfragen sich selbst und lesen die Geschichten noch mal. Kaum eine Story wird aber zum Schluss vollständig entschlüsselt. Beim Mindfuck ist es wichtig, dass dem Leser Platz für eigene Deutungen bleibt. Was nicht bedeutet, dass man am Ende ratlos da sitzt. Die Geschichten werden nur unterschiedlich verstanden. Es kommt vor, dass Leser etwas in den Mindfuck Stories finden, auf das ich selbst so nicht gekommen bin, wo ich aber sagen muss: tatsächlich, das könnte so auch passiert sein!

Wie wichtig ist Kreativität?

Kreativität ist mit die wichtigste Eigenschaft eines Schriftstellers, ebenso eines jeden Künstlers. Darauf bauen Geschichten auf und Kreativität ist ein sich stetig erweiternder Prozess. Doch allein Kreativität reicht nicht, um ein guter Schriftsteller zu sein. Man muss die Technik des Schreibens beherrschen, fit in der Rechtschreibung sein, strukturiert arbeiten können. Eine Anekdote zum Thema Kreativität: Ich habe Deutschlands Vorzeigeautor Sebastian Fitzek mal zu diesem Thema interviewt. Ich bewundere seine Art zu schreiben. Auch er hat Mindfucks in seinen Geschichten. Die Therapie ist das beste Beispiel. Ich glaube, er ist einfach auch wahnsinnig sensibel und hat auch deswegen ein Gespür für gute Geschichten. Auf jeden Fall hat er mich während des Interviews motiviert, es auch mal mit einem Buch zu versuchen. Das hab eich nun gemacht und es ihm letzte Woche zugeschickt. Ich bin gespannt, ob er es liest.

Glauben Sie an eine Aufgabe in dieser Welt?

Ich glaube, man hat viele Aufgaben in dieser Welt. Eigentlich bekommt man die ja jeden Tag. Ob es eine einzige Lebensaufgabe gibt? Ich glaube nicht, aber das ist eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss, sollte und darf.

Wenn ja, wer verteilt die Aufgaben? Gibt es jemanden zentral oder macht das jeder selbst?

Die Welt steckt voller Herausforderungen. Ich glaube es gibt genug Möglichkeiten, sich daraus seine speziellen Aufgaben zu entnehmen. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es für uns nicht bewusst wahrnehmbare Kräfte gibt, die uns lenken, zumindest in gewisser Weise. Das ist aber eine schöne Vorstellung. Und Einigen scheint es ja auch zu gelingen, diese Kräfte für sich sichtbar zu machen. Das bedeutet für mich spirituelles Erleben. Und ich spüre da auch Vieles um mich herum, dass ich mir noch nicht erklären kann. Auch das ist natürlich unfassbar faszinierend.

 Glauben Sie an Gott? Oder verbietet die wissenschaftliche Sichtweise den Glauben an Gott?

Ja, ich glaube an Gott und spreche jeden Tag zu ihm. Das Beten vermittelt mir ein Gefühl der Geborgenheit. Die Gespräche mit Gott sind ein Teil von mir und gleichzeitig auch Selbstgespräch. Ich gehe kaum in die Kirche, da ich meinen eigenen Draht zu Gott habe und mit ihm alleine sprechen möchte. Es ist schade, dass so viele Menschen den Glauben verlieren. Mir würde das wahnsinnig fehlen. Ich bin sicher, dass Glaube positive Energien freisetzt.

Und wie ist es mit dem Leben nach dem Tod?

Auch daran glaube ich fest, aber nicht daran, dass man auf dieser Erde ein neues Leben geschenkt bekommt. Ich glaube an die stetige Fortentwicklung der Seele, die mit dem Tod nicht abgeschlossen ist. Hätte es folglich aber ein Leben vor meinem jetzigen gegeben, müsste ich mich daran erinnern, und zwar nicht nur in Teilen, sondern ganz. Denn auch alle Erinnerungen und Erfahrungen sind Teil der Seele. Allgemein spielt das Thema Tod in meiner Familie eine bedeutende Rolle. Mein Vater ist Mediziner, hat eine der ersten Palliativstationen in Deutschland gegründet und koordiniert ein Netzwerk von Krankenhäusern, die diese Form, der umsorgenden, nicht mehr heilenden Praxis anbieten. Er hat tausende Patienten in den Tod begleitet. Ich war natürlich auf der Station und habe mit den sterbenden Menschen gesprochen. Da herrscht eine ganz ruhige, friedliche und würdevolle Atmosphäre. Die Patienten werden dort sehr spirituell, nehmen Farben, Formen und Symbole viel intensiver wahr und bereiten sich zusammen mit Ihren Angehörigen, Psychologen oder Seelsorgern auf den Tod vor. Der Tod spielt übrigens in den Mindfuck Stories eine ganz bedeutende und zentrale Rolle.

 

..im Gespräch mit Sat 1
..im Gespräch mit Sat 1

MINDFUCK STORIES lesen – das bedeutet, sich literarisch mal so richtig den Kopf verdrehen zu lassen. Die fünfzehn mysteriösen Kurzgeschichten in diesem Buch führen Sie geschickt in die Irre, indem sie immer wieder überraschende Haken schlagen. Christian Hardinghaus lädt Sie dazu ein, zusammen mit den Helden der Stories das gänzlich Unerwartete zu erleben. Jede Geschichte birgt ein neues Geheimnis, jede erzählt von einem anderen tragischen Schicksal. MINDFUCK STORIES – intelligent, bissig und voller Emotionen geschrieben!

(180 Seiten, ISBN 978-3-9816409-0-8) Print: 14,80 €, ebook: 6,80 €

 

Interview mit Autor Dr. phil. Christian Hardinghaus was last modified: April 28th, 2015 by Henrik Geyer

Kreativ Guide Suraya Baumeister im Spireo Gespräch

Kreativ Guide Suraya Baumeister im Spireo Gespräch

Suraya01
Suraya Baumeister

Spireo: Liebe Suraya, in unserem interessanten Gespräch hast Du vieles über Dich erzählt.  .. Das Leben ist kein Spielplatz wird uns oft von Kindesbeinen an beigebracht… Du machst es genau anders herum.. Wie wichtig ist Zweckmäßigkeit,.. Zielgerichtetheit im Vergleich zu .. die Dinge tun, die man liebt...


Zielgerichtetheit ist sehr wichtig, um im Leben vorwärts zu kommen. Wenn wir unseren Visionen Leben einhauchen möchten, damit sie nicht nur Träume in weiter Ferne bleiben, dann brauchen wir einen Plan, eine Reiseroute mit Etappenzielen um dorthin zu kommen.
Meine Ziele muss ich jedoch im Herzen prüfen, bevor ich mein Abenteuer starte. Ich muss prüfen, ob das was ich tun möchte mit meinem Seelenweg überein stimmt. Denn, wenn das nicht der Fall ist, dann renne ich früher oder später frontal an die Wand und das tut weh! Das Leben zeigt uns im schlimmsten Fall über Krankheiten, dass wir vom Weg abgekommen sind. Zuerst schickt es uns kleine Zeichen, wenn wir auf diese nicht hören und unseren Kurs nicht ändern, indem wir beginnen im Einklang mit unserer Seele zu leben, dann erhalten wir deutlichere Zeichen.

 

Suraya Baumeister beantwortet im Spireo Gespräch Fragen zu Beruf und Berufung, Kreativität und neue Wege finden. Suraya lebt und arbeitet im Kanton Tessin in der Schweiz. Hier das Interview:

Spireo: Sind es im Kopf vorherrschende Vorstellungen anderer (der Eltern, der Kollegen etc), die Deine Klienten  davon abhalten herauszufinden, wer Sie selbst sind und was sie am liebsten tun möchten?

Ja, das hat damit zu tun, wie wir aufgewachsen sind und in welchem Umfeld wir leben. Von Geburt an wurden wir darauf trainiert uns anzupassen und zu gehorchen. Und das tun wir daher auch später, wenn wir erwachsen sind, denn wir wollen geliebt werden, möglichst nicht anecken, es allen Recht machen und dabei verraten wir uns leider oftmals selbst. Sich zu erlauben das zu tun, was man wirklich tun möchte ist erst einmal nicht so einfach. Da schwirren Gedanken wie „Ich sollte …“, „Das macht man aber so …“ und „Was werden wohl die anderen denken?“ in unserem Kopf herum. Das Lustige an der Geschichte ist, sobald wir beginnen achtsam mit uns selbst umzugehen, uns Raum und Zeit zur Selbsterforschung zu geben, ändert sich auch unser Umfeld. Je bewusster wir werden, desto bewusster werden unsere Mitmenschen.  

Spireo: Wie lange hast Du dafür gebraucht Deine Bestimmung zu finden?

Hm, das hat einige Jahre gedauert, nach und nach hab ich Puzzle-Teile eingesammelt. Das grosse Bild habe ich eigentlich erst erkannt, als ich mich selbst coachen lies. Wir haben oft blinde Flecken und kommen alleine nicht weiter, da ist es schlau, wenn man sich von Menschen helfen lässt, die den Weg schon gegangen sind.

Spireo: Was ist deiner Meinung nach der Sinn des Lebens?

Der besteht meiner Meinung nach darin unsere Liebesfähigkeit zu schulen, dass wir nicht nur diejenigen lieben, die zu unserem engsten Kreis zählen, sondern jeden Menschen. Dass wir es schaffen die Seele in jedem zu erkennen und den Schleier der Illusionen zu durch schauen. Und natürlich besteht der Sinn des Lebens auch darin, dass wir uns selbst als Schöpfer erkennen und unsere Einzigartigkeit zum Ausdruck bringen.  

Spireo: Könntest Du Dir vorstellen daß Du, wenn Du Deine Dinge tust, mögliche wichtige Ziele versäumst zu verfolgen? Nein, das kann nicht passieren, denn ich folge meinem Herzen und das kennt den Weg. Ziele, die nicht meinem Seelenweg entsprechen, sind nicht MEINE Ziele, denn sie sind nur Hirngeburten. Ich vertraue meinem inneren GPS und das verpasst keine wichtige Lebensstation!  

Spireo: Wenn jemand par tout nicht weiß was er machen soll und will, was tut man dann am besten?

Er braucht Raum und Zeit zur Selbsterforschung. Dann sollte er dem natürlichen Fluss seiner Freude folgen und sich mit den Dingen beschäftigen, die sein Herz zum Singen bringen. Wobei ist er Feuer und Flamme und vergisst die Zeit um sich? Worin geht er auf und ist in seinem Element? Und wenn er damit Geld verdienen möchte, dann muss er seine Leidenschaft mit dem verbinden was gebraucht wird.

Spireo: Die inneren Wünsche und Werte Deiner Klienten nimmst Du und machst daraus Visionen und Lebensziele. Angenommen jemand kommt zu Dir und sagt … er sieht am liebsten fern… Was kann man daraus machen 🙂

Ich vermute, dass so jemand nicht an Persönlichkeitsentwicklung interessiert ist und daher nicht zu mir findet. Und falls doch, dann wird er erkennen, dass es viel spannender ist sein eigenes Leben zu leben, anstatt sich in fremden und virtuellen Geschichten zu verlieren. Und er wird es lieben, real zu erfahren, wie es ist der Held seiner eigenen Träume zu sein.

Spireo: Glaubst Du, daß die Bestimmung vorgegeben ist, in Form einer Begabung, oder wächst das aus einer bestimmten Interessenlage heraus, die vertieft wird?

Ich glaube das kann beides sein. Eine Begabung versteckt sich doch hinter einem Interesse. Die Frage ist: Was interessiert mich jetzt am meisten? Wofür brenne ich am stärksten? Begabungen müssen auch erst einmal geschult werden … Wir sind dazu bestimmt, genau das zu tun wofür wir begabt sind, das ist unser Geschenk an die Gemeinschaft. Das hört sich vielleicht gewaltig an und man denkt sofort an begnadete grosse Talente. Gaben sind auch viele Kleinigkeiten, Wesenszüge, die uns ausmachen. Es ist nicht nur das was wir tun, sondern das was wir sind. Wir erkennen oft selbst nicht, was das Besondere an uns ist, weil es für uns so normal und natürlich ist. Bitte mal fünf deiner Freunde, sie sollen beschreiben was das Einzigartige an dir ist und vergleiche ihre Antworten!

Suraya Baumeister

http://www.surayabaumeister.ch/

Kreativ Guide Suraya Baumeister im Spireo Gespräch was last modified: Juni 15th, 2016 by Henrik Geyer

Gespräch mit Maler Werner Szendi

Werner Szendi
Werner Szendi

Lieber Werner, in unserer Vorbesprechung hast Du mir gesagt, daß Du in Deinen Bildern Deine tiefen Gefühle für Freiheit, Frieden, Liebe und Heilung in der Welt ausdrücken möchtest. Du hast mir geschrieben: 

„Kinder sind unser aller Zukunft. Kinder sind überall auf der Erde gleich. Sie haben nur nicht überall die gleichen Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Deshalb hab ich das Kidsart-Projekt in Tansania mit meiner Lebenspartnerin Anita gemacht, wo wir mit mehr als 1000 Kindern gemalt haben, als Pilotprojekt in Kooperation mit dem OFID.

Spireo: was hat es mit dem Welthändedrucktag auf sich?  Du hast mich neugierig gemacht.

Der Welthändedrucktag findet am 21. Juni 2014 bereits zum 6. Mal statt. Die Idee die Verbundenheit aller Menschen über das Wasser mit positiven Gedanken an diesem Tag zu zelebrieren geht um die Welt. Mit dem ehemaligen ORF-Redakteur Ivan Zupa hab ich auch die Vision, dass das Bild von Präsident zu Präsident um die Welt geht und jeder mit seiner Unterschrift die Verbundenheit in Frieden besiegelt und das Bild dann z.B. im UNO-Gebäude in Wien ausgestellt wird als dauerhaftes Zeichen für Verbundenheit in Frieden. Frieden schafft man nicht mit Gewalt und Kriegen, sondern nur jeder einzelne Mensch in seinem Inneren durch friedvolle Gedanken und friedvolles Handeln.

Unten Interview mit Werner Szendi anlässlich des Welt-Händedrucktages

Unity – die Einheit aller Menschen über alle Religionen hinweg ist ein zentrales Anliegen von mir. Wenn endlich alle verstehen, dass wir alle miteinander verbunden sind, dass alles was wir anderen antun eigentlich uns selber antun, dann wird endlich dauerhaft Friede sein.

Im Projekt Alice unterstütze ich ein selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung für Menschen mit Down-Syndrom. Ich glaube, dass behinderte Menschen – auch wenn sie in vielen Kulturen am Rande der Gesellschaft leben – eine besonders wichtige Aufgabe auf unserem Planeten erfüllen: uns Menschen bedingungslose Liebe zu lehren!“

 

Werner Szendi: Wasserkristall
Werner Szendi: Wasserkristall

Spireo: Wie ich gesehen habe, hat Dich der Gedanke sehr berührt, über das Wasser mit allen Menschen verbunden zu sein. Man könnte auch sagen: wir atmen alle die gleiche Luft. Hat das Symbol „Wasser“ eine besondere Qualität? Welche?

Die Erde ist zu 70% mit Wasser bedeckt. Auch in der Luft ist Wasserdampf enthalten und Schnee und Eis ist Wasser in gefrorenem Zustand. Der Mensch besteht zu 70% aus Wasser. Wasser verbindet uns alle – Menschen, Tiere, Pflanzen, Mineralien. Wasser ist Energie und Leben. Wasser ist auch Informationsträger und nimmt sowohl negative als auch positive Informationen auf und gibt sie weiter. Deshalb sollte man immer mit positiven Gedanken der Liebe Wasser trinken oder Wasser segnen bevor man es trinkt, denn genau diese Information gibt man seinen Körper.

Der Welthändedrucktag (World Handshake Day) am 21. Juni soll weltweit ein Symbol der Verbundenheit und des Friedens setzen. Weltweit gehen Menschen zum Wasser und senden positive Energie, Liebe, Friede und Dankbarkeit.

Spireo: Was ist das besondere an Symbolen? Was unterscheidet sie von normalen Worten oder Begriffen?

Symbole sind Erkennungsmerkmale die eine Vorstellung bzw. Idee in ein Sinnbild verwandeln, deren Kraft und Bedeutung weit über die von Worten und Zeichen hinausgeht. …

 

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

 

Werner Szendi: Goldspirale
Werner Szendi: Goldspirale

Werner Szendi

Website: www.szendi.at

 

Xing: https://www.xing.com/profiles/Werner_Szendi

 

Gespräch mit Maler Werner Szendi was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer