Pascal Voggenhuber: Nicht Heiliger sein, sondern Mensch

Was ist Spiritualität? Fotos der Co-Autoren - Pascal Voggenhuber [SPID 4247]

Lieber Pascal, du bist ein reger und sehr bekannter Protagonist der spirituellen Szene, du bist ein Medium. Das bedeutet, du bist jemand, der eine Verbindung zum Jenseitigen herstellen kann, zu Geistern und Toten. Für dich, das gehört zum Verständnis des eben Gesagten, gibt es ein Leben nach dem Tod.

Du hast eine überaus erfolgreiche Webpräsenz, aber vor allem begeisterst du natürlich deine zahlreichen Anhänger mit Seancen, Lesungen und Bühnen-Veranstaltungen. Mich persönlich beeindruckt deine natürliche und unaffektierte Art.

Du hattest schwierige Zeiten zu überstehen, die dich in der Konsequenz dem Spiritismus (manche sagen auch Spiritualismus) näherbrachten. Ich denke an den lebensbedrohlichen Unfall mit einem Traktorwagen in deiner Kindheit, den du als ein Heraustreten aus deinem Körper beschreibst – ein jenseitiges Erlebnis. Du besuchtest später eine spiritistische Schule in England, warst dort einige Jahre. Spiritismus, das ist die englische Tradition der Geistbeschwörung, der Medien, des Hellsehens, der Séancen, des Kontaktes mit dem Jenseits.

Das Unbegreifliche gibt es – und man kann daher niemals sagen, dies oder jenes könne nicht sein. Dieses Alles-für-möglich-Halten empfinde ich als eine Einstellung der Achtsamkeit und der Achtung dem Höheren, wenn man so will Gott, gegenüber. Diese gedankliche Einstellung ist heute wichtiger denn je, denn unsere materialistische Sichtweise lässt es so scheinen, als sei der Mensch das Herz aller Dinge, gleichsam ein göttlich-unbestechlicher Beobachter einer Welt. Während er, zumindest nach meinem Verständnis, selbst ein Element dessen ist, was er doch nur zu beobachten glaubt. Der Mensch, aus dem heraus sich Dinge materialisieren, kann das Reich Gottes nicht überblicken, sondern er darf in ihm staunen und glücklich sein … er sollte glücklich sein. Die Welt ist voller Wunder, wenn man sie sehen kann, während die Welt dem gewohnt-materialistischen Blick wie völlig erklärbar und erklärt, manchmal sogar eintönig erscheint.

Ich denke, es ist wichtig und es gibt den Menschen ganz viel, wenn in dieser scheinbar so allwissenden Zeit durch dich sympathisch und beredt die allerelementarsten Fragen noch einmal neu und aktuell gestellt werden.

Spireo: Mich interessiert der Aspekt des Todes … Was ist Tod?

Für mich gibt es den Tod so nicht …

Wenn man mit Menschen spricht, und die sagen, man würde sterben, dann sage ich, es gibt wohl einen physischen Tod, der Körper stirbt .. Aber die Seele, das, was wir wirklich sind, das bleibt; oder es lebt weiter. Wenn jemand hier stirbt, dann wird er im Grunde nur verändert, es findet eine Transformation statt, und er wird wiedergeboren in der geistigen Welt.

Und da fragt es sich, auf was sich dieser Begriff des Sterbens bezieht: auf den körperlichen Tod oder den seelischen Tod.

Wir sind laut Wissenschaft zu 100 % reine Energie, und wir wissen ja auch, dass Energie weder auflösbar noch zerstörbar ist, sondern nur veränderbar.

Und das ist auch diese Kontinuität, dieses Weiterbestehen. Der Körper vergeht in dieser Welt, aber in einer anderen, geistigen Welt, existieren wir weiter.

Spireo: Es stimmt, aus biochemischen Formeln lässt sich die Kraft des Lebens nicht ableiten. Das führt man sich nur nicht vor Augen, wenn man das Wort Leben oder Tod beiläufig benutzt, so als sei alles damit gesagt, so als habe man überhaupt verstanden, was es ist.

Für mich verbindet sich mit dem Gedanken an ein Leben nach dem Tod die Frage nach Erinnerung. Es gibt eine Textzeile eines Songs von Eric Clapton, „Tears in Heaven“, in der es heißt: Würdest du meinen Namen kennen, wenn wir uns im Himmel begegneten?

Er fragt sich also: Eine weitere Welt, als die im Jetzt erlebte, würde man nur dann erkennen können, wenn man sich an die jetzt erlebte Welt zurückerinnern könnte. Ohne Erinnerung an eine diesseitige Welt kann man auch keine jenseitige Welt als solche erkennen. Ohne Erinnerung ist der Tod also etwas Endgültiges, so wie er es in unserer Welt zu sein scheint. Im Kontext von Eric Claptons Song heißt das: würde ich einen geliebten Menschen im Jenseits erkennen? Was hingegen kann es uns bedeuten, Menschen wiederzutreffen, wenn wir uns nicht ihres Namens entsinnen könnten?

Daher die Frage aus dem Song an dich als Medium: Würdest du meinen Namen kennen, wenn wir uns im Jenseits begegneten?

Zunächst einmal müssen wir verstehen, dass unsere Existenz oder unsere körperliche Form, in der wir gerade jetzt leben, nicht die einzige ist, sondern dass wir vorher und auch nachher x körperliche Daseinsformen haben. Wir werden nicht ein einziges Mal geboren, sondern wir werden mehrmals geboren.

Ich liebe halt den Bezug zur Quantenphysik. Insofern bin ich vielleicht nicht ganz so esoterisch wie man es vielleicht erwartet. Wir wissen eben auch von der Quantenphysik, dass es Raum und Zeit gar nicht gibt. Deshalb sage ich auch oft zu der Frage der Wiedergeburt, dass es keinen linearen Ablauf für Geburt und Tod gibt. Wir hatten eigentlich keine vergangenen Leben, sondern wir leben im Grunde alles gleichzeitig, jetzt. Aber das kann natürlich das menschliche Gehirn nicht fassen. Das macht das Ganze so komplex.

Auch wenn man Geistführer nach dem Unterschied dieser Welt hier zur geistigen Welt fragt, sagen die sehr oft: wir können das nicht erklären, weil ihr es mit eurem Gehirn verstehen wollt, doch euer Gehirn reicht nicht aus, das zu verstehen. Denn ihr wollt in dieser Zeit-Raum-Ebene verstehen. Wir können mit den Worten „alles ist gleichzeitig“ oder „es gibt keine Zeit und keinen Raum“ wohl etwas anfangen, aber wir können diese Worte nicht verstehen oder nachvollziehen …

 

Link zur Webseite von Pascal

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

Pascal Voggenhuber: Nicht Heiliger sein, sondern Mensch was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Stefan Blankertz: Gott wurde Mensch

Was ist Spiritualität? Fotos der Co-Autoren - Stefan Blankertz [SPID 4243]

Lieber Stefan, wir kennen uns nun schon ein paar Jahre. Du bist ein fleißiger Schriftsteller mit nun schon über 30 Publikationen.

Du nennst dich Wortmetz, weil du die Worte wie ein Steinmetz formst und gestaltest. In deinen Büchern liest man daher viel Assoziatives. Dein Werkzeugkasten beinhaltet ein gerüttelt Maß an philosophischer Kenntnis. Du bist ein Autor, der dem Sinn der Worte mit großer Akribie auf den Grund geht.

Ich kam darauf, dich zu interviewen, weil deine Haltung zu Spiritualität und Religion eher kritischer Natur ist. Ich finde es spannend zum Thema Spiritualität auch einmal kontrovers zu sprechen, vielleicht ein wenig philosophisch. Ich bitte dich, zunächst deine Einschätzung des Begriffes Spiritualität zu formulieren.

Spireo: Was verstehst du unter Spiritualität und was wird ggf. falsch darunter verstanden?

„Spiritualität“ ist so ein modischer Gummibegriff, den ich zugegebenermaßen selbst auch manchmal verwende, vor allem dann, wenn nicht so ganz klar ist, worum genau es überhaupt geht. Geht es um Religion? Um welche? Geht es darum, dass jemand nicht herzlos ist? Oder so weltabgewandt zu sein, dass man nicht mehr mitkriegt, was um einen herum los ist? Dass jemand Stimmen hört und daran glaubt, dass man bei rechter innerer Haltung auch ohne Nahrung, nur von Sonne, Luft und Liebe leben kann? Die Bandbreite ist unendlich dehnbar, und meist versteht man aus dem Kontext, wie jemand den Begriff verwendet, positiv oder negativ oder neutral, aber es gibt kein „Richtig“ und kein „Falsch“ beim Verständnis, sondern nur eine pragmatische Bedeutung, die sich im jeweiligen Zusammenhang ergibt.

Spireo: Was von dem, was du konkret manchmal tust, würdest du eine spirituelle Handlung nennen?

Beten. Mitgefühl haben – und zeigen, wobei mir als Introvertiertem das oft schwerfällt. Mein beharrliches Engagement für Toleranz und gegen Gewalt speist sich stark von einem Gefühl der Verantwortung, das sich nicht rein rational erklären lässt …

Spireo: … manchmal ist es nur eine Frage des Glaubens, ob man sich aufraffen kann, etwas zu tun. Ich nehme an, auch du brauchst Glauben, nicht nur für das Engagement, sondern einfach um zu leben. Für mich ist das ein spiritueller Aspekt … diese Selbsterforschung. Was bringt uns dazu, etwas zu tun oder zu lassen? Man kann das meist nicht erklären … Wie siehst du das?

Ja, exakt. Der Satz vom heiligen Augustinus, „ex fide enim vivimus“, also: „Wir leben nämlich durch den Glauben“. Wenn wir den nächsten Schritt tun, sagt mein Inspirator Paul Goodman, glauben wir, dass wir auf festen Grund treffen. Wir müssen nicht erst das Gesetz der Gravitation beweisen.

Spireo: Würdest du dich als spirituellen Menschen beschreiben? Oder bist du materialistisch?

Ich glaube an Gott im Sinne von Jesus. Besonders wichtig ist mir das Geheimnis des Glaubens, dass Gott Mensch geworden ist und hierdurch verwandelt wurde. Das ist Glaube, kein Wissen. Ansonsten stehe ich dem Christentum im Allgemeinen und dem Katholizismus, dem ich angehöre, sehr kritisch gegenüber. Vor anderen Religionen habe ich großen Respekt, besonders dem Judentum, dem Islam, dem Buddhismus und dem Taoismus, obwohl Religionen oft einen problematischen gesellschaftlichen Einfluss haben (um es ganz vorsichtig zu sagen). Allerdings sollte die Religiosität meiner Meinung nach nicht davon abhalten, die Welt zu sehen wie sie tatsächlich ist, sie zu untersuchen, und man sollte seine Entscheidungen auf Grundlage von Fakten und nicht von Wunschdenken fällen. Wenn Wünsche wahr werden (was ja bisweilen vorkommen soll), sind sie eben auch zu Fakten geworden.

Spireo: Vielleicht ist die Dreifaltigkeit für Menschen wie dich erschaffen worden – für Menschen, die mit einem Gott im Himmel nichts anfangen können? Die Dreifaltigkeit beinhaltet Gott als allumfassendes Abstraktum, Jesus als den Sohn, sowie den heiligen Geist. Was ist Jesus im Unterschied zu Gott für dich? Ein einfacher Mann? Ein kluger Mann? Ein barmherziger Mann?

Jesus ist zum Menschen gewordener Gott; früher sagte man dazu „Inkarnation“ oder zu deutsch „Fleischwerdung“. Dieser Gott war ja eine ziemlich fiese Gestalt …

Link zur Webseite von Stefan

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

Stefan Blankertz: Gott wurde Mensch was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Philosophische Bücher von Henrik Geyer

Buchtitel

Alles ist Geist, von Henrik Geyer


Wir sehen nicht DAS Universum. Sondern wir sehen die Universen des Ich
|TNr 1001|philosophisch|Reihe Ich-Universum|


Autor Henrik Geyer beschreibt die Grundzüge des Spirealismus, seiner Philosophie. Der Spirealismus geht davon aus, dass der Mensch nicht etwas in seinem Außen beobachtet, wenn er die Welt sieht. Der Mensch ist nicht Beobachter der Schöpfung, sondern ihr Element. Er beobachtet nicht im eigentlichen Sinne, sondern Geist trifft immer auf Geist. Der Autor schildert die Entstehung dieser Philosophie als einen Prozess des Umdenkens in einer schwierigen Lebenssituation.

als Kindle Ebook für 8,9 €
als Amazon Printausgabe für 14,9 €


Gott würfelt nicht?, von Henrik Geyer


Nachdenken über Zufall, Kausalität und Zeit.
|TNr 1017|philosophisch|Reihe Spirealismus Reihe|


In diesem Buch geht es um Kausalität, ihren Zusammenhang mit Zeit, sowie den Glauben, alles habe einen Grund. Henrik Geyer denkt über die Gründe "für alles" nach, von denen wir stets annehmen, es gäbe sie. Doch - woran kann man sehen, dass das nicht der Fall ist? Erfinden wir etwa Kausalität?
Die Aussage "Gott würfelt nicht" entstammt einer bestimmten weltanschaulichen Perspektive - die wir alle haben. Nur deshalb kommt sie uns wie selbstverständlich vor. Doch genau bedacht führt uns die Analyse dieser Aussage zu einem tieferen Verständnis der Fundamente unseres Denkens. Erst nachdem wir diese Fundamente entdeckt haben, können wir an ihnen rütteln.

als Kindle Ebook für 2,99 €
als Amazon Printausgabe für 6,96 €

Mindfuck Philosophy, von Henrik Geyer


Relativieren wir absolut, zerstören wir das Universum - aber nur das materialistische Universum
|TNr 1016|philosophisch|Reihe Spirealismus Reihe|


Der Spirealismus besagt, dass wir nur das denken können, was uns die jeweilige geistige Brille, die wir tragen, sehen lässt. Das ist eine in der Konsequenz paradoxe Vorstellung, neudeutsch: "Mindfuck". Denn das bedeutet, dass wir, während wir sehen oder sprechen, uns auf kein von uns unabhängiges Außen beziehen. Sondern wir erschaffen. Das ist auch das uralte hermetisch-geistige Prinzip zu Ende gedacht. Geist erschafft Realität, er beobachtet sie nicht. Eine weitere Konsequenz: Geist entspringt nicht dem menschlichen Hirn.
Über die Unvereinbarkeit materialistischer Vorstellungen mit spirealistischem Denken.

als Kindle Ebook für 2,99 €
als Amazon Printausgabe für 6,96 €
Philosophische Bücher von Henrik Geyer was last modified: Oktober 18th, 2017 by Henrik Geyer

Interview mit der spirituellen Autorin und Verlegerin Petra Milkereit

Petra MilkereitSpireo: Liebe Petra, ich kenne Dich als Betreiberin Gründerin eines spirituellen Verlages, des Lyrika-Verlages, und Autorin. Du lebst in Schleswig Holstein, in einem kleinen Ort an der Ostsee. Als Schriftstellerin hast Du nun bereits einige Bücher gestaltet, als Verlagsleiterin des Lyrika Verlages bist Du mit Herz bei der Sache, nimmst viel Zeit und Geld in die Hand.

Was hält eigentlich Dein Mann von Schriftstellerei und Spiritualität?

Mein Mann hat erst einmal tief durchatmen müssen, als ich 2011 meine ersten Gedichtbände veröffentlichte, damals noch in A4 und ohne ISBN und Verlagsnamen.

Ich war 54 Jahre alt, als ich diese neue Tür aufstieß und den Weg vertrauensvoll zu gehen begann und ich bin ein Beispiel dafür, dass es jenseits der Fünfzig nicht einen Stillstand geben muss oder, was noch schlimmer wäre, Rückschritt. Die Welt ist so voller Gefühle und dem Wissen um deren Wertigkeit, man muss sich nur mit einem offenen Herzen auf die Reise dorthin begeben.

Und mein Mann geht diese Wege mittlerweile gerne mit mir gemeinsam.

Spireo: Ist es eine „spirituelle Arbeit“, Verlagsleiterin eines spirituellen Verlages zu sein? Oder ist es ein ganz normaler Beruf – und ist man somit (vielleicht ungewollt) den Chancen und Widrigkeiten der materialistischen Wirtschaftswelt ausgeliefert?

Ausgeliefert habe ich mich nie gefühlt. Als ich den Lyrika-Verlag 2012 für meine eigenen Bücher ins Leben rief, war mir von Beginn an klar, dass es mit diesem Namen nicht einfacher sein wird, in diesem riesigen Meer von Buchveröffentlichungen wahr genommen zu werden. Das, was ich schreibe, meine Thematik Geschichten über Gefühle zu schreiben, von denen zumal sehr viele Texte in Gedichtform gefasst sind, macht die Lyrika-Publikationen  zum Nischenangebot.

Und ja, es ist spirituelle Arbeit, die Frontfrau des Lyrika-Verlags zu sein, da wir Autorinnen in sehr engem Kontakt und Austausch stehen. Uns alle verbindet die Basis dessen, was in unsere Texte einfließt: Gefühle in Worte zu fassen und sie zu reflektieren. Daher liegt es auf der Hand, dass auch in unseren Gesprächen vieles oftmals bis sehr in die Tiefe thematisiert wird.

Spireo: Das Verlagsgeschäft heute ist hart – das weiß man von großen und etablierten Verlagen. Du hast Deinen Lyrika-Verlag vor 4 Jahren neu gegründet. Ist das Verlegen schwierig? Was macht es schwierig?

Da der Lyrika-Verlag bisher fast ausschließlich Druckausgaben veröffentlicht hat, ist das Verlegen vor allem eines: es ist die bereicherndste Arbeit, die ich mir vorstellen kann. Bereichernd deshalb, weil auch bei der Gestaltung des Buchlayouts intensiv in Gemeinschaft an jedem Buch gefeilt wird.

Das Bildmaterial auszuwählen, das die jeweiligen Texte vertiefend begleitet, die dadurch entstehenden Kontakte auch zu Fotografen und Künstlern, das Spiel mit Schrift und Farbe – das alles möchte ich nicht mehr missen!

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

Interview mit der spirituellen Autorin und Verlegerin Petra Milkereit was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Interview mit dem spirituellen Erfolgsschriftsteller Ralf Hillmann

Spireo: Lieber Ralf, ich kenne Dich nun schon zwei Jahre als einen netten, hilfsbereiten und offenen Kollegen. Du betreibst die erfolgreiche Internet-Seite „Spirituell-auf-deine-Weise.de“, die sich über ein erhebliches Besucheraufkommen freuen darf.

Du bist ein erfolgreicher Autor mit beachtlichen Buchverkäufen – das ist gerade in der heutigen Zeit ein schwieriges Unterfangen. Wie lange machst Du das schon – und was wäre Dein Rat an junge Autoren, die noch nicht so weit sind wie Du?

Ralf Hillmann
Ralf Hillmann

Erst einmal herzlichen Dank, dass du mich für ein Interview eingeladen hast. Ich bin gespannt, welche Fragen du dir für unsere Unterhaltung ausgedacht hast. Die erste Frage kenne ich ja nun schon. Die Idee ein Buch zu schreiben entwickelte sich in 2009. Damals erlitt ich einen gesundheitlichen Zusammenbruch und kündigte meine Arbeit. Wie mein Leben weitergehen sollte, wusste ich nicht. Ich hatte zu nichts mehr die Kraft. Dann saß ich irgendwann am Schreibtisch und schrieb mein erstes Buch. Einfach so. Ohne je zuvor die Idee gehabt zu haben, das zu tun. Es geschah quasi wie von selbst. Alle Bücher, die danach folgten, entstanden auf andere Weise. Für diese überlegte ich mir vorab ein Thema, eine Struktur, einen roten Faden, ein Konzept. Mein Erstlingswerk „Spirituell auf deine Weise“ entstand ohne all diese Überlegungen. Ich kam mir dabei vor, wie von „oben“ geführt. Und damit komme ich auch schon zum zweiten Teil deiner Frage: Mein Rat an andere Autoren ist folgender: Schreibe genau das, was du schreiben möchtest; vertraue darauf, dass das, was du zu sagen hast, andere interessiert; vertraue darauf, dass sich Wege finden und Möglichkeiten ergeben werden, deine Arbeit in den Erfolg zu führen; habe Geduld und sei bereit, für einen eigenen, ganz individuellen, authentischen Weg; tue es auf deine Weise! Ich glaube, es gibt kein Geheimrezept. Es kommt darauf an, welche Art von Büchern jemand schreibt; was für ein Typ ein Autor ist; aus welchem Motiv heraus er schreibt; welche Ziele verfolgt werden usw.

 

Spireo: Auf Deiner Webseite schreibst Du, dass Du über ein einschneidendes Erlebnis zu Spiritualität gekommen bist (wie so viele). Wie hat sich das abgespielt?

Früher war ich der ideale angestellte Arbeitnehmer. Angepasst und stets fleißig und bemüht, es allen recht zu machen. Ich vergaß dabei, auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten. Irgendwann erhielt ich von meinem Körper und meiner Seele die Quittung dafür. Ich wurde sehr krank. Eigentlich konnte mir die Schwere der Erkrankung nie von einem Arzt bescheinigt werden. Ich war über zwei Jahre lang so stark erkältet, dass ich mich irgendwann kaum noch aufrecht halten konnte. Mein Husten war zwischenzeitlich so schlimm, dass ich manchmal dachte, ersticken zu müssen. Alles, was die Ärzte dazu zu sagen hatten, war: „das wird schon wieder“, was mir fehlte bzw. wie meine Beschwerden zu erklären und zu behandeln waren, wusste niemand. Irgendwann gab ich auf. Ich ließ einfach los und ergab mich in mein Schicksal. Mir war alles egal. Ich hätte auch sterben können. Mir wäre alles recht gewesen. Nur das Leben mit diesem pausenlosen Husten, wollte ich nicht mehr länger ertragen. So kündigte ich meine Arbeit und legte mich ins Bett. Das Sonderbare war, dass ich von dem Moment an, als ich alles hinwarf, auf einmal das Gefühl hatte, dass nun bald alles gut werden würde. Und tatsächlich, ein paar Tage später ging es mir schon bedeutend besser. Ich hatte immer Angst davor gehabt, einmal arbeitslos zu sein, doch nun war ich es, und ich fühlte mich vollkommen relaxed und von „oben“ geführt. Ich hatte ein Vertrauen in mich und mein Leben, wie ich es zuvor noch nie gehabt hatte. Ja, ich war spirituell verbunden.

 

Spireo: Was hat sich in Deinem Denken geändert? Was hast Du hinterher anders getan als vorher?

Ich würde gar nicht unbedingt sagen, dass ich ein komplett anderer Mensch geworden bin. Ich habe noch die gleichen Interessen und gleichen Charakterzüge wie vorher. Nur achte ich seitdem immer darauf, was ich wirklich will und was ich tatsächlich leisten kann und mag. Es macht mir auch heute noch Freude, für andere da zu sein, aber ich bin es nur noch dann, wenn es meine Kräfte nicht übersteigt. …

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

 

 

Link zu Ralf Hillmanns Blog, „Spirituell auf Deine Weise“

Interview mit dem spirituellen Erfolgsschriftsteller Ralf Hillmann was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer

Spiritualität im Alltag – spirituelle Gespräche

Spiritualität im Alltag - spirituelle Gespräche

vor einiger Zeit habe ich einige spirituelle Gespräche mit Menschen geführt. Das Thema war sehr allgemein Spiritualität im Alltag. Es waren Menschen, von denen anzunehmen war, dass sie zum Thema Spiritualität Auskunft geben können … Buchautoren und -Autorinnen, Künstler …

Schon allein die Frage, warum so viele spirituelle Menschen als im weitesten Sinne als Künstler arbeiten, ist eigentlich interessant. Vermutlich liegt das daran, dass Künstler sich den Fragen nach sich selbst sehr widmen – um ihre Kunst hervorbringen zu können, um sozusagen aus dem unerschöpfliche Brunnen der Kreativität schöpfen zu können, der nur im Innen sprudelt. Spiritualität ist für einen Künstler wohl ein unabdingbares Arbeitsmittel. Und wie sich an Dr. Dahlke zeigt, kann Spiritualität auch für Ärzte ein nützliches, weil heilendes, Werkzeug sein.

Fragen zu Spiritualität im Alltag

Meine Frage war meist, was diese Menschen über Spiritualität denken; was Spiritualität überhaupt für sie ist. Für mich war auch die Frage wichtig, wie die Menschen mit Spiritualität im Alltag umgehen – was sie sozusagen daraus machen. Anders gesagt: was nützt Spiritualität?

Wenn ich heute diese Interviews zusammenfassen müsste, würde ich sagen, dass die interviewten Menschen sich sehr viel mit der Bedeutung dessen beschäftigen, was sie erleben. Sie sind sehr achtsam …  fragen sich, was genau sie wollen, was sie glücklich macht, was richtig ist, etc..

Das „Richtige“ ist für sie nicht von vorn herein das, was alle sagen, sondern, sie suchen in sich. Daher erscheinen ihre Gedanken, sofern diese geäußert werden, dem Normalmenschen oft ein wenig absonderlich. Es geht ihnen oft weniger um Geld, oder Materielles. Sondern um Erfüllung, Ausgewogenheit, oft auch Genügsamkeit; der eigenen Seele gerecht zu werden, und weniger gesellschaftlichen Normen. Was ist richtig – was ist falsch? Diese Menschen fragten sich das – und sind eben nicht jene, die sofort mit Antworten aufwarten können. Es sind Menschen, die ihre inneren Welten für wahr und wichtig halten; die auch Rätselhaftigkeit in sich selbst finden können.

spirituelle Gespräche

Für mich waren die Gespräche aufschlussreich. Ich fand es erhellend, ein klein wenig tiefer in die inneren Welten einzutauchen, als man das normalerweise macht, wenn man sich im Stile von Smalltalk unterhält. Ich finde, dabei kam auch recht Erstaunliches zu Tage. Ich hoffe, dass diese Gespräche über Spiritualität im Alltag auch heute für manchen aufschlussreich sind, der sich vielleicht erst auf die Suche macht, nach seinen eigenen inneren Wahrheiten.

Rüdiger Dahlke, spirituelles Gespräch

Nina Nell im spirituellen Gespräch

Interview mit dem spirituellen Erfolgsschriftsteller Ralf Hillmann

Catharina Fleckenstein im spirituellen Interview

spirituelles Gespräch

Christina Holsten über Spiritualität im Alltag

Werner Szendi über Spiritualität

Suraya Baumeister über Spiritualität

Interview mit der spirituellen Autorin und Verlegerin Petra Milkereit

Ria von Sypo über Spiritualität

Ähnliches Thema: Beitrag Innere Wahrheit – Äußere Wahrheit

Spiritualität im Alltag – spirituelle Gespräche was last modified: Juni 15th, 2016 by Henrik Geyer

WordPress Cache Plugin brachte Umlaute durcheinander – fehlerhafte Anzeige in verschiedenen Browsern – die Lösung

Durch eine fehlerhafte Einstellung wurde in verschiedenen Browsern mein Text falsch dargestellt. Statt ä zum Beispiel so etwas: ä. Mühsam brachte ich heraus, dass das am Cache  Plugin lag. Denn immer, wenn ich den Cache leerte, ging es für den Moment. Dann kam der Fehler wieder. Das war auch mit ganz verschiedenen Cache-Plugins immer wieder so, also z.B. mit W3 Cache, oder Super Cache, etc.. Und es war komischerweise je nach Browser auch mal unterschiedlich. Bei Chrome trat der Fehler bei mir nicht auf.

Hier nun die Lösung:

Sollte der Server auf PHP 5.6 eingestellt sein, sollte man auf den Server auf Version 5.5 zurückstellen. Das kann man bei Strato unter Verwaltung/Website-Configurator selbst machen. (Ggf. würde auch ein Eintrag in die .ini Datei der WordPress Installation möglich, dann könnte man Version 5.6 beibehalten. Der Eintrag müsste in etwa lauten: „Standard-Zeichensatz: UTF8“ – das ist aber nicht die genaue Syntax, denn ich selbst habe auf PHP-5.5 umgestellt. Es funktionierte sofort.)

Der Fehler tritt auf, weil die Caching-Plugins die Webseiten in statische Seiten umwandeln, die also keine Serveranfragen durchführen müssen. Das spart Zeit. Die Seiten werden als PHP-Files gespeichert. PHP Version 5.6 verursacht das Problem, denn als Zeichensatz liefert der Server iso-8859-1  zurück, nicht UTF 8.

Ich hoffe das hilft jemandem, ich selbst habe eine ganze Weile herumgesucht. Danke auch an die nette und kompetente Frau bei Strato, die mir das sagte!!

WordPress Cache Plugin brachte Umlaute durcheinander – fehlerhafte Anzeige in verschiedenen Browsern – die Lösung was last modified: Februar 16th, 2016 by Henrik Geyer

Rot – röter – Rosen

Wer heutzutage eine Blumenbestellung aufgibt, denkt bestimmt nicht daran, dass die Rose im 13. Jahrhundert aus Kleinasien nach Europa kam. Seitdem hat sie hier aus fünf alten Arten verschiedene Sorten entwickelt.

Jung und schön – drei „alte“ europäische Rosen

Die Alba-Rosen sind weiße Bauernrosen, die schon Griechen und Römer begeistert haben. Yorkshire in England hat die „Weiße Rose von York“ in seinem Wappen. Die Alba-Rose ist weiß ( Semiplena,Suavelons), zartrosé ( Félicité Parmentier) bis pastellrosa ( Amelia), wächst überhängend, buschig und wird 2 Meter hoch. Die Damascena-Rose wird 1,5 – 3 hoch, ihre Blüten hängen leicht nach unten, aus ihnen werden Rosenöl und Rosenwasser gewonnen. Beliebte Sorten für die Blumenbestellung sind weiße Madame Hardy, rosa Isaphan, Marie-Louise und Trigintipetala, die purpur Rose de Resht. Die Essigrose wächst aufrecht und wird 1,5 m hoch. Sie wird Gallica-Rose und Provins-Rose genannt, aus ihr wird Rosenessig hergestellt. Die magentarote Officinalis ist als „Red Rose of Lancaster“ Symbol des englischen Adelshauses. Weitere rote Sorten sind: Aimable Rouge, Charles des Mills, James Mason und Tuscany Superb.

Rote Rosen

 

Zwei Unterarten: Zentifolien und Moosrosen

Zentifolien sehen aus wie Gallica-Rosen, wachsen in dicken Büschen bis 2 m hoch. Ihre Blüten hängen über, sind stark gefüllt und schwer, ideal für Rosenöl und Rosenwasser. Bekannt sind weißrosa Juno, rosa Spong und Rose de Meaux, rote Bullata und violette Parrifolia. Moosrosen haben üppige Blüten, die geschlossen aussehen, als ob sie von Moos bewachsen sind. Sorten der Moosrose sind: weiße Alfred de Dalmas, rosa Muscosa und Général Kléber und purpurne William Lob.

Ein Bukett aus dieser Rosenpracht kann alle festlichen Anlässe – „von der Wiege bis zur Bahre“ – würdigen, blumenversand24.com bietet wertvolle Hinweise.

Rot – röter – Rosen was last modified: Oktober 16th, 2015 by Henrik Geyer

Keltischer Baumkalender

Wer für einen lieben Menschen ein besonderes Geschenk sucht, der sollte doch einmal in meinem eBook „Zum Geburtstag einen Baum … oder was man sonst noch so schenken kann“ nachschauen.
Dort gibt es Anregungen für Leute mit großen und kleinen Gärten, für Bonsai-Liebhaber oder auch für den Fall, das das Geburtstagskind überhaupt keinen Platz hat, um etwas zu pflanzen. Grundlage für die Auswahl ist der keltische Baumkreis – eine sehr schöne Alternative zu unserem gewohnten Sternbildern.

Mein eBook gibt es unter dem oben genannten Titel bei Amazon, Weltbild, Thalia und weiteren Online-Buchhändlern. Einzelne Horoskope zum Ausdrucken kann man zudem auf meinem Shop senlin.de erhalten.
Für Fragen stehe ich Ihnen gern jederzeit zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Cornelia Wriedt

Keltischer Baumkalender was last modified: Oktober 16th, 2015 by Henrik Geyer

Interview mit Schauspielerin und Regisseurin Catharina Fleckenstein

Catharina Fleckenstein

Catharina Fleckenstein wurde in eine Künstlerfamilie geboren. Nach ihrer Ausbildung in München ging sie für jeweils 2 Jahre ins feste Engagement an das ETA Hoffmann Theater Bamberg, anschließend an das Theater Dortmund.

 Als Regisseurin folgten Arbeiten u.a. an der Landesbühne Hannover, Kampnagel Hamburg, ETA Hoffmann Theater, Altonaer Theater und Theater Dortmund.

1997 zog sie  nach Hamburg, wo sie seither lebt.

Seit Anfang 2000 hat sie sich wieder auf ihre schauspielerische Tätigkeit konzentriert. Spielte in verschiedenen freien Theater-Produktionen in Hamburg.

Zuletzt im Theater am Biedermannplatz und im Sprechwerk.

Und wirkte  in diversen Film-und Fernseh-Produktionen mit u. a. „Soko Wismar“, “Die Anwälte“, „Stubbe – von Fall zu Fall“.

 Bereits 1988 kam Catharina das erste Mal durch ihre Lehrerin Marga Rues mit dem spirituellen Aspekt der Kunst in Berührung. Ging ihren spirituellen Weg aber erst einige Jahre später weiter. In erster Linie mit Reiki.

 

Spireo befragte Catharina Fleckenstein nach spirituellen Aspekten ihres (Berufs-)Lebens

 

Spireo: Was suchen Sie?

Antworten auf die Fragen: Woher komme ich? Wer bin ich? Wohin gehe ich?

Und zwar in meinem „echten“ Leben als auch auf der Bühne. Diese Fragen sind Teil der klassischen Vorbereitung des Schauspielers auf eine Rolle. Mit anderen Worten: Selbst-Erkenntnis und Bewusstwerdung sind das, was mich auf allen Ebenen anspornt.

 

Spireo: Was finden Sie im Theater und nirgendwo sonst?

Die Bühne ist ein Phantasie-Raum. Durch das Öffnen und Wechseln der Spielebenen kann die Wahrnehmung und das Bewusstsein des Zuschauers erweitert werden. Das ist das Wesen der Kunst Überhaupt.

Und dennoch ist es im Theater nichts Abstraktes, denn Teil dieses Phantasie-Raums sind Akteure, Menschen, die im Augenblick agieren.

Wenn mich eine Theateraufführung als Zuschauerin begeistert, werde ich innerlich zu dem Kind, das ich war, als ich das erste Mal im Theater saß. Die Qualität des Moments hat sich nie geändert. Ich tauche ein in das  Zauberhafte: das Licht, den Geruch, die Stoffe, die Magie.

Bei einer aufregenden Theateraufführung gehen Welten unter und andere erstehen.

Es ist auch möglich, dass nur der Untergang einer Welt beschrieben wird, aber im Zuschauer der Ausblick auf das Erstehen einer anderen entsteht.

In jedem Fall ist das, was geschieht, existentiell. Es geht immer um Sein oder nicht Sein“.

Ich glaube an den Theaterabend als kathartischen Vorgang. In dem Sinne, dass ein Prozess stattfindet, der alle Beteiligten auf einer anderen Bewusstseinsebene entlässt als sie sich zu Beginn des Stücks befanden. Die Äußere Handlung ist dabei nur eine Metapher für die geistigen Prozesse.

Theater kann es schaffen, Zeit und Raum außer Kraft zu setzen.

Unsere gewohnten Koordinaten der Wahrnehmung anders zusammen zu stellen oder völlig fallen zu lassen.

Es ist eine spirituelle Erfahrung, mit den Mitteln des Spiels. Auf spielerische Weise.

Die Zuschauer sollten dafür im Herzen berührt werden. Lachen und Weinen und sich ganz und gar beteiligt fühlen beim Spiel auf der Bühne. Mit den Schauspielern in jedem Augenblick präsent und verbunden sein.

 

 

Catharina Fleckenstein
Catharina Fleckenstein

Spireo: Was suchen die Besucher im Theater? Kurzweil – und vielleicht noch etwas anderes?

Ich glaube, dass Zuschauer, vielleicht ohne dass es ihnen immer bewusst ist, teilnehmen möchten an diesem Wahrnehmungs-Abenteuer. Selbst wenn sie einfach Lust haben nach amüsanter Ablenkung.

Eindruck hinterlässt eine Theatervorstellung, wenn sie auf einer tieferen Ebene berührt , vielleicht auch verstört und inspiriert wurden.

 

Spireo: Was ist Kreativität?

Für mich ist Kreativität, wenn Menschen ihrer Verbindung zum Geistigen Ausdruck verleihen.

Das kann alles sein, Kochen, Malen, Tee trinken, egal was. Es kommt auf die innere Haltung an, zu dem, was man tut.

In meinem Fall scheint es das Spiel zu sein -und auch das Geschichten erzÖhlen. Das ist einfach der Bereich, in dem ich am klarsten die Verbindung, die man auch Intuition nennen könnte, erfahre.

 

Dieses Gespräch ist Teil des Buches:


Was ist Spiritualität?

Was bedeutet Menschen Spiritualität? Wozu ist sie gut? Wie leben Menschen Spiritualität? Ist Kreativität spirituell? Kann Spiritualität heilen? Was bedeutet Tod?.
Henrik Geyer führte Gespräche mit spirituellen Menschen – mit Stefan Blankertz, Dr. Ruediger Dahlke, Catharina Fleckenstein, Ralf Hillmann, Cristina Holsten, Petra Milkereit, Werner Szendi, Pascal Voggenhuber

 

 

Webseite Frau Fleckenstein: http://www.catharinafleckenstein.com/

 

Interview mit Schauspielerin und Regisseurin Catharina Fleckenstein was last modified: Oktober 20th, 2016 by Henrik Geyer