Ein Buch schreiben – Wie? Kunst oder Handwerk?

Was benötigt man, um ein Buch zu schreiben? Ist Buch schreiben Kunst oder Handwerk?

Buch schreiben – das Interesse

Wer ein Buch schreiben möchte, der sollte vor allem eins haben: das unstillbare Interesse an einem bestimmten Thema, das zum Ausdruck gebracht werden soll.

Das Interesse am Thema ist aus vielen Gründen entscheidend, z.B. weil wir Begeisterung benötigen, um die Härten des Schreibens zu überwinden, um teils langwierige Recherchen anzustellen, konzentriert bei der Sache zu bleiben. etc.

Das Interesse, besser Begeisterung, ist ein guter Indikator für die inhaltliche Kompetenz in einem Thema, das man hat oder sich aneignen kann – schließlich beschäftigt uns das am meisten, worüber wir schon viel wissen, wir kennen die vielen Facetten und Querverbindungen des Themas.

Und schließlich können wir uns nur für Dinge und Themen begeistern, die uns nicht schon selbst trivial erscheinen – daher ist Interesse ein guter Indikator, dass das gesteckte Ziel anspruchsvoll ist und das Potential hat, auch den Leser in den Bann ziehen zu können.

Kunst

Ist nun das Buch Schreiben eine Kunst? Schreiben kann schließlich jeder, und Wörter aneinander reihen, bis schließlich ein Buch gefüllt ist, das ist eher eine Geduldsprobe …

Kunst als Handwerk

Versteht man Kunst als das Beherrschen eines Handwerkes, muss man sagen: Ja! Kunst ist wichtig. Sie ist das Mittel sich auszudrücken. Die Beherrschung des Wortes ist für den Schriftsteller das A und O.

Was mich hier aber vorsichtig sein lässt, ist folgende Überlegung:

Das Beherrschen der Schreibkunst ist letztlich eine Frage der Übung. Man muss einfach lange und ambitioniert schreiben, dann lernt man die Kunst des Ausdrucks, insofern macht es keinen Sinn, einem Schreibanfänger zu sagen, er müsse aber auch ja das Schreibhandwerk beherrschen. Zumal es im Beherrschen dieser Kunst kein definiertes Ende gibt, man lernt wohl immer dazu.

Zweitens kann auch ein sehr schlichter Schreibstil manchmal Stilmittel sein, geeignet, eine gewisse Geradlinigkeit zu wahren. Authentizität, die der Leser letztlich immer sucht.

Kunst als das Vermögen, quer zu denken

Buch schreiben ist auch deshalb eine Kunst, weil es das verquere Hirn des Künstlers braucht, einer Sache, und scheint sie dem Normalmenschen auch noch so trivial, die mystische Seite, das Symbolhafte, abzugewinnen. Man gewinnt den Leser, indem man das Geheimnisvolle durchblicken lässt – der Mensch ist nun einmal neugierig. Ohne Tiefe, ohne möglichen Hintersinn eine Abfolge von Ereignissen wiederzugeben, lässt das Werk flach und uninteressant erscheinen.

Es ist die magische Eigenschaft der Künste, dort am allermeisten zu den Menschen zu sprechen, wo sie der Phantasie des Betrachters Raum für Eigenes lassen, wodurch dieser den Eindruck hat, der Autor verstünde den inneren Seelenzustand desjenigen am allerbesten.

 

Ich will aber auch nicht verhehlen, dass es einen großen Markt für sehr Triviales gibt … Bücher, die sich „einfach so weglesen“ lassen, und die man nach dem Lesen wegwirft.

 

Ein Buch schreiben – Wie? Kunst oder Handwerk? was last modified: Dezember 1st, 2016 by Henrik Geyer