Beruf Schriftsteller – was macht man da? Was schreibt man?

Beruf Schriftsteller - Kreativität ist Pflicht

Beruf Schriftsteller

Beruf Schriftsteller – was tut man da? Der Schriftsteller sitzt in der geistig produktivsten Zeit des Tages vor dem Computer oder der Schreibmaschine, und versucht ungewöhnliche, geistreiche, und dennoch eingängige Zeilen zu Papier zu bringen. Es ist für ihn ebenso wichtig, diese persönlich produktive Zeitspanne des Tages ausfindig zu machen, wie es wichtig ist, das Handwerkszeug des Schreibens zu erlernen, und einen eigenen Schreibstil zu entwickeln. Mindestens ebenso lange ist er damit beschäftigt, die Vermarktung seiner Produkte zu betreiben.

Letztlich ist der Autor auf sich gestellt. Beruf Schriftsteller – das heißt Freiberufler. Das Allerwichtigste ist, am Ball und produktiv zu bleiben, so wie das bei jedem Freiberufler ist. Als Freiberufler ist der Schriftsteller nicht den Normen eines Betriebes unterworfen, in dem Zeiten und Abläufe vorgegeben sind. Und somit fehlt natürlich auch das Korsett, das manchem, dem das vielleicht ganz lieb wäre, hilft, regelmäßig und nach Normen zu arbeiten. Dennoch muss der Schriftsteller natürlich produktiv sein. Im Grunde viel produktiver als mancher Angestellte. Das bedeutet Arbeit.

Was schreibt man am besten?

Man kann nicht sagen, was „man“ am besten schreibt. Ich zumindest habe starke Zweifel, ob es sinnvoll sein kann, diesbezüglich einen Rat auszusprechen. Denn das Allerwichtigste ist und bleibt die Produktivität. Und – man sollte lieben, was man tut. Nur so entstehen interessante Gedanken, Bücher, Produkte. Es ist im Grunde der große Vorzug des Autors, selbst Themen wählen zu können. Es ist sein Privileg, aber auch seine Aufgabe, kreativ zu sein. Diesen Vorzug und dieses Privileg sollte man nutzen, und es nicht aufgeben, zugunsten eines „man muss“.

Heute zum Beispiel erscheint es so, als seien Fantasy-Romane und Krimis up to date. Aber sollte man wirklich dieser übergroßen Fülle an Vorhandenem noch etwas Eigenes hinzufügen, nur weil man glaubt, „man“ müsse oder „man“ sollte? Wichtiger, finde ich, ist es, das zu schreiben, was aus einem herausdrängt; was man unbedingt scheiben will.

Das Interesse, das der Autor an seinem Werk hat, erreicht den Leser. Desinteresse, übertüncht durch Bemühtheit, kommt angestrengt rüber, ist langweilig. Dergleichen will man selbst nicht, wenn man ein Buch kauft. Und man hat als Autor auch wenig Lust, es zu produzieren.

 

Beruf Schriftsteller – was macht man da? Was schreibt man? was last modified: Februar 16th, 2016 by Henrik Geyer