Aspekte des Ich-Universums, Teil 4: das Universum außerhalb von mir ist das Universum in mir

In diesem Abschnitt soll es nun darum gehen, wie wir uns das Ich-Universum vorstellen können, welche Parallelen sich zu dem Universum ergeben, das wir im Außen sehen, welche Sinnhaftigkeit darin liegt, etc..

Was ist ein Universum?

Stellen wir uns ein Universum zunächst als ein All vor, als eine Summe von Allem, was einen Menschen oder eine Menschengruppe (die Menschheit) umgibt. Es ist dabei wichtig, folgenden Aspekt im Hinterkopf zu behalten: das Wichtige am Universum sind eigentlich nicht die Sterne und Sonnen und Planeten, sondern die ganz normalen Dinge des Alltags. Die Kaffeetasse, die Kollegen, die kleinen und großen Sorgen.

Wenn man das Universum so sieht: die kleinen Dinge, die unser tägliches Leben sind als nicht wirklich getrennt von den großen Dingen, sondern wirklich alles als integralen Bestandteil des Alls, des Universums, dann haben wir einen wichtigen Schritt getan, um uns das Universum in seiner spirituellen Variante vor Augen zu führen, und zu ermöglichen, dass wir das Majestätischste, die Sterne und Galaxien, mit dem Trivialsten, in einem Zusammenhang denken können.

Und eigentlich gibt es ja auch keinen Grund zu sagen, dass der Bleistift, der vor mir liegt, weniger Teil des Universums sei, als eine Supernova in Milliarden Lichtjahren Entfernung. Mehr noch: der Bleistift ist in meinem Leben wichtiger! Und der Raum, der in meiner Kaffeetasse ist, in die hinein ich den Kaffee gieße, den ich dann trinken möchte, ist nicht verschieden von dem Raum der zwischen den Planeten ist.

Wir haben so auch das Fundament gelegt, um einem wichtigen hermetischen Grundsatz in unserem Denken zu genügen, bzw. seine Denkbarkeit vorzubereiten: ich meine das Prinzip der Entsprechungen, dem zufolge sich alles in allem findet. Wie oben, so unten. Wie außen, so innen. Wie im Großen, so im Kleinen. Das bedeutet: alles hat mit allem zu tun, es gibt keine wirkliche Trennung. Die Prinzipien die für die genannte Supernova gelten, gelten auch für den Bleistift. Die Verbindungen sind allumfassend und weit über das hinausgehend, was ich sehen kann.

Ich will auch gleich, ein wenig vorgreifend, den Grund nennen. Könnte ich sonst keine Verbindung zwischen der Supernova und Bleistift sehen, so ist doch eine Verbindung ganz offensichtlich: die meines Geistes. Beide Dinge sind Bestandteile meines Geistes, und indem ich sie in meiner Vorstellungskraft bewege und gewichte, ist es mir möglich, in der Art eines Schöpfers, hier ein wenig Gewicht hinzuzufügen, dort ein wenig wegzunehmen. Ich kann die Gewichtung in meinem Geist so verteilen, dass beide Dinge gleichwertig sind, und dass der Bleistift nicht geringer wiegt, als die Supernova.

Und das ist nun wieder das Verbindende, das Analoge. Der Geist, der als Ich eine ganz konkrete Form annimmt. In mir wird alles analog, ebenso, wie in mir auch alles divers wird. Ich kann alles, jeden Gegenstand, immer nur mit demselben Geist erfassen. Jeder Gegenstand wird durch mich, in meinem Geist, zu einem individuellen Gegenstand. Denn meine Sichtweise auf die Dinge ist einzigartig.

Sich den Geist wiederum als das eigentlich Welt-Erschaffende zu denken, genügt dem ersten hermetischen Prinzip Alles ist Geist, und beweist es. Der Beweis kann durch jeden Menschen geführt werden, der über genügend Phantasie verfügt, sich das oben Genannte vorzustellen, und in seinen Gedanken Objekte entstehen zu lassen, zu verringern oder auch zu vergrößern.

Warum Ich-Universum?

Der Grund, warum ich die Worte Ich und Universum in eine Verbindung brachte, war, dass ich darin ein Synonym sah – eine Gleichheit. Das Ich ist eine Einzelheit, etwas Individuelles, denn ich bin von jedem anderen Menschen verschieden. Mein Ich ist von jedem anderen Ich verschieden. Und mir wurde irgendwann klar, dass das Universum, so wie ich es verstehe, nur in mir existiert, und sich also wiederum von jedem anderen Universum, das andere sehen, unterscheiden muss. Das wird insbesondere klar, wenn man „das Universum“ so versteht, wie ich es im vorigen Abschnitt beschrieb – als die Gesamtheit auch der kleinen Dinge, die im Leben eines Menschen sind. Dessen All, sozusagen.

Aber auch, wenn ich das Universum als die Gesamtheit von Sternen in einem unendlichen Raum sehe, kann ich das gleiche Denkexperiment anstellen. Man stelle sich vor, man würde eine Anzahl Sterne kennen, aber einige auch nicht. Es gibt Menschen, die kennen andere Sterne als ich. Vielleicht mehr Sterne. Kann man sagen, dass deren Universum gleich meinem sei? Nein. Was ich über das Universum weiß, macht es einzigartig (ich sage nicht: macht es gut oder schlecht). Es wird einzigartig dadurch, dass ich die Dinge, egal um was es sich handelt, einen Bleistift, eine Supernova, oder ein Universum, immer als die Summe ihrer Bestandteile ansehe; als die Gesamtheit der Dinge, die darin und darum sind; als die Gesamtheit ihrer Eigenschaften. Die Dinge, die um und in einer Sache sind, und seine Eigenschaften, sind austauschbar – oder, um es anders auszudrücken: die Dinge und die Eigenschaften, die an den Dingen sind, sind eigentlich dasselbe. Ein Beispiel hierzu: Eine Sache ist grün, weil ihr grüne Farbteilchen anhaften. Grün zu sein ist nun einmal das, woran ich diese Sache erkenne. Hätte sie diese Eigenschaft nicht, wäre es auch nicht diese Sache. Oder: Ein Auto ist schnell, weil es vorn einen Motor unter der Haube hat. Ist ein Auto noch ein Auto ohne Motor? etc.. Am Anfang habe ich mir das vorgestellt, indem ich (mich) fragte: Wie sieht ein Mann aus, der gar keine Eigenschaften hat? Ist das noch ein Mann? Ein Mensch?

Also ist das, was wir als die Eigenschaften der Dinge ansehen, auch immer verbunden mit den Objekten in denen wir sie finden. Die Eigenschaften SIND die Dinge – es ist austauschbar.

Manchem mag es vielleicht immer noch schwer fallen, sich vorzustellen, dass die Dinge nichts anderes sind als eine Gesamtheit von Eigenschaften. Daher ein kleines Gedankenexperiment: stellen Sie sich einen Baum vor. Er hat vier Räder, kann 100 km/h schnell fahren, und ist rot. Ist das ein Baum? Natürlich nicht. Es ist ein Auto. Ein Baum muss bestimmte Eigenschaften haben, damit ich ihn als Baum erkennen kann. Es muss der Stamm da sein, die Unbeweglichkeit im Erdreich, die grüne Blätterkrone.

Ich will ein weiteres Beispiel nennen, das mir immer sehr vielsagend erschien. Ich versuchte mir einen Mann ohne Eigenschaften vorzustellen. Es gibt ja in der Literatur und Kunst Versuche, dieses Eigenschaftslose vorstellbar zu machen – es wird dann als eine Art interessantes Paradox verstanden. Mir fällt dazu „Der Namenlose“ von Samuel Beckett ein …

Wenn Sie, geschätzter Leser, versuchen, sich einen Mann ohne Eigenschaften vorzustellen, werden Sie schnell verstehen, dass allein die Aussage, es handele sich um einen Menschen oder Mann, mit Eigenschaften bei diesem verbunden sein muss. Etwas, das ohne Eigenschaften ist, ist nicht. Ein Ding ohne Eigenschaften ist kein Ding. Es existiert nicht.

Und so wird eben jede Sache durch die Eigenschaften bestimmt, die ihr gegeben sind. Die Art und Qualität ihrer Eigenschaften wiederum unterscheidet die Dinge. So unterscheidet sich ein Baum vom anderen durch die Art und Weise seiner Baumkrone, seines Stammes etc..

Die Eigenschaften des Universums das ich kenne, sind in mir einzigartig. Es ist das Universum meines Ichs. Im Grunde, weil ja auch ich selbst ein Bestandteil meines Universums bin, sind das Ich und das Universum im Ich, ununterscheidbar miteinander verwoben. Sie sind genau dasselbe. Denn auch mein Ich, also das, was ich in mir sehe, was ich über mich denke, wie ich mich beschreibe, wird bestimmt durch die Eigenschaften der Dinge, die ich dem Ich zuordne. Es sind die Dinge, die ich kenne. Es sind die Dinge die in mir und um mich sind, die in Raum und Zeit existieren und dadurch kausale Beziehungen zueinander haben. Es ist das Universum in mir – mein spezifisches und einzigartiges All. Das All wie gesagt sind alle Dinge, die da sind … in meinem Ich.

Und, so merkwürdig das nun dem Gewohnheitsmaterialisten erscheinen mag, der alles fein säuberlich trennen und unterscheiden will, so dass schließlich nur noch eine einzige Kausalbeziehung übrig bleibt: Der Bleistift, der vor mir liegt, hat mit mir zu tun. Er ist Bestandteil meiner Welt, und macht, in der Konstellation, in der er sich in einer relativen Position zu mir befindet, einen Teil meines Ichs aus.

Das Universum außerhalb von mir ist das Universum IN mir

Und so kommen wir zu der verblüffenden Feststellung, dass das Universum, dass der Mensch gewohnt ist außerhalb seiner selbst zu sehen, eigentlich in ihm ist. Denn, und hier komme ich wieder auf den Grundgedanken des Spirealismus zu sprechen: was könnte etwas sein, was nicht in Gedanken existiert? Mag man das nun auf materialistische Art überlegen, also: die Dinge existieren in materieller Form außerhalb des menschlichen Beobachters … dennoch muss man fragen: was wäre eine noch so existente Sache, wenn sie nicht in den Gedanken auftauchte. Oder, mag man das auf die spirealistische Art durchdenken, die von vorn herein die Überzeugung vertritt, dass die Existenz geistiger Natur ist.

DAS Universum (in der Einzahl) – existiert in keinen zwei Menschen in gleicher Form. Man könnte auch sagen: DAS Universum gibt es nicht.

DIE Universen sind in uns. Und: DIE Universen und wir selbst sind nicht zu unterscheiden. Denn alles was wir denken können, hängt mit den Objekten der Universen zusammen, die wir jeweils vor dem (geistigen) Auge haben. Alles was wir denken können, entsteht aus den Objekten, entwickelt sich aus den Objekten, begründet sich aus den Objekten dieser innerlichen Universen.

Das äußere Universum ist eigentlich ein innerliches, und umgekehrt. Und – da ist es wieder: das hermetische Gesetz der Entsprechung. Es stimmt: wie innen, so außen.

 

 

 

Aspekte des Ich-Universums, Teil 4: das Universum außerhalb von mir ist das Universum in mir was last modified: Oktober 18th, 2017 by Henrik Geyer

Albert Camus, das Absurde und Gott. Ist Gott absurd?

In Albert Camus‘ Werk kommt dem Absurden eine besondere Bedeutung zu. Die Welt IST absurd! Als Existenzialist verneint Camus zugleich die Existenz Gottes. In diesem Artikel geht es um die Frage, was das Absurde und Gott miteinander zu tun haben, und inwiefern sich beides nicht ausschließt, sondern genau dasselbe ist.

zu Albert Camus

Camus verneint, dass es einen begreifbaren Sinn des Lebens geben kann, denn die Welt, so wie er sie versteht, ist zufällig, irrational, entzieht sich der logischen Durchdringung – kurz, sie ist absurd. Das ist, im Kern, seine Philosophie des Absurden. Gleichzeitig war Albert Camus Existenzialist, d.h., das Begreifen des Menschen seiner selbst und an sich selbst ist die einzige und wahre Form des Verständnisses des Seins – insofern schließt Existenzialismus den Glauben an einen Gott aus, der den Menschen erschafft und lenkt. Dem Existenzialisten geht es um die Selbstbestimmung des Menschen, die zu erfahren und zu gestalten dessen Aufgabe ist. Worauf es dem Materialisten ankommt, was ihm im Zentrum aller Fragen steht, ist das konkrete Sein des Menschen als Individuum.

Für Camus sind Gott und das Chaos, bzw. das Absurde, zweierlei. Für mich ist es ganz ähnlich, eigentlich gleich. Das Chaos, das Absurde, sind für mich synonym mit: unbegreiflich. Und im Umkehrschluss: Gott als nachvollziehbar sehen zu wollen, unserer menschlichen Logik folgend, finde ich … unbegreiflich. Was wäre dann wohl göttlich an Gott?

die spirealistische Sicht

Im Spirealismus geht und ging es mir immer um das Wahrnehmen der Existenz Gottes. Gemeint ist Gott nicht als der gute und liebe Onkel, der, personifiziert verstanden, uns den Hammer reicht, wenn wir gerade auf der Leiter stehen, mit Nägeln im Mund, und um Unterstützung bitten. Oder der, in der Art eines Buchhalters, die Welt plant, durchrechnet und steuert. Sondern Gott als das Höhere. Höher bedeutet – uns übergeordnet, so dass diese Existenz uns unbegreiflich ist. Sie ist aus Menschensicht nicht logisch durchdringbar, vielmehr ist es ihre Logik, eine uns fremde Logik, die den Menschen erschafft.  Der Spirealismus sieht die Existenz als die Existenz von Gedanken im ewigen Jetzt – insofern sind die Gedanken des Menschen denen Gottes untergeordnet, und können nicht dessen Gedanken durchdringen.

Im Materialismus und durchaus auch in den vielfältigsten idealistischen Weltanschauungen werden die Gedanken stets als etwas von der Wirklichkeit Verschiedenes gesehen, so dass es scheint, als wäre es doch möglich, dieses äußerliche Wirken Gottes durch kluges Denken irgendwie zu erfassen.

Der Spirealismus hingegen sieht die dem Menschen eigenen Gedanken als nicht verschieden von den Gedanken Gottes – wenn sie den Gedanken Gottes untergeordnet sind dann deshalb, weil sie stets nur ein kleiner Teil von etwas sehr Großem sind. Die Gedanken sind die Elemente, die dem formlosen Alles (Gott) Form geben. Wenn man sich also nur als einen kleinen Teil der Schöpfung ansieht, ein Teil, aus dem es sozusagen Schöpfung sprudelt, und nicht etwa als Beobachter der Schöpfung, dann wird völlig klar, dass sich Gott, und damit die Urgründe des Seins, nicht erforschen lassen, und zwar aus systemischen Gründen (die sich nicht durchbrechen lassen). Etwa aus demselben Grund, wie ein Puzzle-Teil nicht das gesamte Bild des Puzzles sehen kann.

Parallele zu Albert Camus

Und hier nun ergeben sich die Parallelen zum Denken Albert Camus‘, im Grunde variiert lediglich die Formulierung … Wenn Albert Camus das Absurde beschreibt, und dafür Beispiele nennt, so ist das durchaus nachvollziehbar; es ist die Erfahrung, die im Christentum etwa so beschrieben wird: „Gottes Wege sind unergründlich.“, was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Mensch sich bemühen kann wie er will, das gesamte Bild kann er nicht sehen. Der Mensch denkt, Gott lenkt – dem Menschen erscheinen die Wirkbeziehungen dessen, in das er geworfen ist, chaotisch, zufällig und irrational, und nicht, wie er es am liebsten hätte, durch ihn, den Menschen, im Ganzen zu ordnen. Ordnen kann der Mensch scheinbar nur seine kleinen, privaten Dinge, dennoch bleibt er einer Macht untergeordnet, die er nicht versteht, und oft genug, weil sie durch ihn hindurch wirkt, nicht einmal sieht („Der Mensch kann tun was er will, er kann aber nicht wollen was er will„).

Der Mensch glaubt ein außerhalb seines Selbst liegendes Bild wahrzunehmen, er glaubt es drehen und betrachten zu können, aber stattdessen ist er selbst eines jener Elemente, die das Bild hervorbringen (er ist das Puzzleteil im Puzzle), so dass er schon aus diesem Grund das Gesamtbild niemals sehen kann. Im Moment des Betrachtens entsteht etwas … es ist nicht schon da und nicht fertig, um sich in aller Ruhe betrachten zu lassen. Sondern, im Moment des Gedankens entsteht ein Bild, und wird im Moment eines weiteren betrachtenden Gedankens zu einem anderen Bild. Der Gedanke des Jetzt relativiert den vorhergehenden Gedanken, macht ihn ein Stück weit falsch.

Was immer der Mensch denkt das Gott sei, das ist er gerade nicht.

Meister Eckhart

Man könnte das Absurde, von dem Camus spricht, in sehr vielen Lebenserfahrungen finden, so dass sich der scheinbare Sonderweg Camus‘ als eine weitere Variante von etwas Wohlbekanntem entpuppt. Beispielsweise Kafkas Absurditäten, aufgeschrieben in „Das Schloss“ oder „Der Prozess“. Hierfür hat sich das Wort kafkaesk verbreitet, aber es handelt sich nicht im Grunde um nichts anderes als die Erfahrung der Camusschen Absurdität: Um die Beschreibung des Menschen als geworfen in eine Welt, die sich ihm nicht logisch erschließen kann. Und nicht umsonst nennt Max Brodt, der Verleger und Freund Kafkas, das Schloss im gleichnamigen Roman ein Sinnbild für das Wirken Gottes, denn das Schloss ist jene merkwürdige und rätselhafte Institution, der sich der Held des Stücks erfolglos zu nähern versucht – er schafft es nie. Noch nicht einmal die Barrieren, die ihn hindern in das Schloss zu gelangen, werden ihm ersichtlich.

Nein, das Absurde ist wahrhaftig keine seltene Erfahrung. Im Gegenteil, im Grunde dreht sich alles Wirken in Kunst und Kultur stets um diesen nie erfahrbaren Teil der Realität, der uns als „absurd“ „überaus bekannt ist – es ist das nie Greifbare, nie Be-Greifbare, man könnte auch sagen das Zufällige, das der Motor für alles ist; es ist das dem Menschen Interessanteste. Interessant ist ihm nicht das Berechenbare, nicht das scheinbar so „völlig Verstandene“. Eben deshalb erscheint so vielen unsere heutige Welt der Wissenschaften, der Pläne und der Rätsellosigkeit so uninteressant: Sie haben nur nie gelernt das Rätsel zu sehen.

Gott … absurd?

Nun wird man vielleicht sagen: Gott mag vieles sein, aber „absurd“ ist er nicht.

Nun, hier sollte man sich nicht an dem Wort absurd stoßen, denn das Absurde ist für Camus eine ganz alltägliche, normale Erfahrung. Das Absurde ist nichts anderes als das Irrationale, das nicht Erfassbare.

Die Erfahrung des Absurden ist nicht widersinnig, sondern im Grunde sehr normal, mit sehr viel Sinn verbunden, wenn man nur ein Auge dafür hat. Folgerichtig plädiert Camus dafür, diese Absurdität zu leben … wie? Indem man sie zuallererst einmal wahrnimmt.

Denn absurderweise (das ist das eigentlich Merkwürdige!) versteht sich der Mensch, ausgestattet mit der materialistischen Weltsicht, als der Lenker seiner selbst, als Bezwinger von Raum und Zeit, als singuläres kosmisches Ereignis, als Zentrum der Bewusstheit, als im Zentrum jeder Logik und jedes Wissens stehend.

Kann man aber wahrnehmen, dass das ganze Gegenteil der Fall ist, wird man nie wieder in die Höhle der Unwissenheit zurückfinden. Die sogenannte Absurdität, von der Camus spricht, wird zu einer Normalität – einer ständigen Gotteserfahrung im Alltag. Und die Erfahrung Gottes kann man mit vielerlei Worten benennen. Man kann sie absurd nennen, oder verwirrend, oder als die Erfahrung einer gigantischen Kraft jenseits unserer Vorstellungen. Man wird aber nie sagen können, man habe sie völlig verstanden und damit unterworfen. Sondern das Ziel kann nur sein, das Göttliche in der Form zu sehen, zu verstehen und zu akzeptieren, dass es allgegenwärtig und irrational ist – sich unserem Denken entzieht.

Die Erfahrung Gottes ist im Prinzip die Erfahrung eines Wunders, und das in einer Welt, deren normale Sichtweise es ist, dass es keine Wunder gibt und geben kann. Aus dieser, uns allgegenwärtigen, Sichtweise, erscheint es so, als sei das Leben vollständig verstanden, die Welt und der Mensch darin wie ein völlig erforschlicher Gegenstand, so dass die Welt aus heutiger Sicht geradezu schon langweilig wirkt und man sich fragt, wann schon einen Countdown zu hören vermeint, an dessen Ende die Lösung der letzten Rätsel steht. Doch langweilig, erschlossen, enträtselt, ist die Welt nicht; was uns fehlt dies zu erkennen ist lediglich der richtige Blick.

Albert Camus, ebenso wie Kafka, ebenso wie so viele Denker, Philosophen und Künstler, können uns zu diesem besonderen Blick, der uns das Höhere erkennen lässt, und als die uns übergeordnete Kraft wahrhaft verstehen lässt, verhelfen.

„Wenn du schon nicht erkennen kannst, dass es ein Wunder ist zu leben … wie kannst du dann nach etwas Tieferem fragen?“

Albert Camus, das Absurde und Gott. Ist Gott absurd? was last modified: Juni 23rd, 2017 by Henrik Geyer

Ist ein Elefant, bzw. ein Rhinozeros im Raum? Wittgenstein und die Frage nach der Struktur der Wirklichkeit

Den jungen Philosophen Wittgenstein beschäftigte die Frage, ob ein vorhandenes Problem, oder das Vorhandensein von ETWAS, bemerkt werden müsse, wenn das (kollektive) Verständnis dieses ETWAS nicht sehen will oder kann. Link z.B. hier . Man kennt das als die Frage nach einem Elefanten im Raum, das bedeutet, etwas ist eigentlich unübersehbar vorhanden, erdrückt einen geradezu durch seine körperliche Präsenz, so wie ein Elefant, der sich im selben Raum aufhält wie man selbst, und dennoch kann man es nicht bemerken. Die Denkweise des Philosophen Wittgenstein war sehr speziell und für viele seiner Zeitgenossen (und Heutige) unbegreiflich, daher erlangte das Gespräch zwischen Wittgenstein und Russel eine gewisse Berühmtheit und oft wird darauf Bezug genommen. Der Elefant im Raum – kann man ihn sehen? Muss man ihn wahrnehmen?

Ich will versuchen die Fragestellung und ihre Beantwortung, die aus spirealistischer Sicht eine recht eindeutige Färbung bekommt, in diesem kurzen Artikel darzulegen.

 

Die Frage sieht man gemeinhin als eine Fragestellung aus der Psychologie. In der Psychologie ist ja bekannt, dass Personen sich bestimmten „Tatsachen der Wirklichkeit“ gegenüber verschließen können. Man nennt das Verdrängung. Das bedeutet, diese Personen nehmen Tatsachen nicht wahr, haben demzufolge selbst eine andere Wirklichkeit, was innerhalb der materialistischen Weltsicht als ziemlich unbegreiflich gelten darf. Die Wirklichkeit kann man sich doch nicht ausdenken!!! Doch insgeheim fragt sich so mancher: Aber was, wenn doch? Was, wenn man sich die Wirklichkeit ausdenken kann – der „Kranke“ macht es doch uns vor! Es funktioniert – zwar nicht in dem Sinn, dass es gesellschaftlich funktional und damit anerkannt wäre, aber im Sinn einer Möglichkeit funktioniert es.

Ich möchte an dieser Stelle einige sehr weitgehende Brückenschläge vornehmen, wer meine Bücher kennt wird sicher einiges wiederfinden. Wir kennen die Wahrnehmung einer anderen, einer fremden Realität von Menschen, die der anerkannten Wirklichkeit entrückt sind – von „Ver-Rückten“, Kranken also. Wir kennen es aber auch von ganz normalen Menschen – religiös Gläubigen etwa. Begeben sie sich denn nicht in geistige Realitäten, für die sich äußerlich kein Anzeichen finden lassen? Wir kennen das Phänomen genau genommen aber in jedem fremden Menschen – und sind geneigt bei jedem Fremden zu denken (und manchmal sagen wir es auch), dieser oder jener habe eine merkwürdige Vorstellung von Realität. Warum? Weil sie abweicht von unserer eigenen. Im Grunde haben wir, wenn wir die Frage nach dem Elefanten im Raum behandeln, die seit Jahrtausenden bekannte Frage nach dem Schmetterling, der glaubt ein Mensch zu sein, der aber ebenso gut ein Mensch sein könnte, der glaubt ein Schmetterling zu sein, vor uns. Was ist derjenige nun wirklich? Kann man über das, was man als die Realität erkennt, hinaus denken? Was anderes wohl könnte jedem die Realität sein, wenn nicht das, was er dafür hält?

Man kann dasselbe Problem, statt es unter dem Gesichtspunkt der Psychologie zu sehen, auch in die Soziologie eingliedern. Die Fragestellung wäre hier: wie lernen die Menschen von einander (Peer-Group-Beziehungen)? Wie nehmen sie Informationen auf. Ist denn dem Menschen nicht ein möglicher Beweis für das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von etwas die Aussage eines anderen Menschen? Ist es denn nicht sogar so, dass allermeistens der Mensch Kenntnis von etwas erhält, indem er durch andere Menschen davon hört?

Oder man kann das Ganze in einem sehr grundsätzlichen Sinn als Problem der Informationstheorie sehen. Was ist eine Information, woher kommt sie, wie bildet sie sich? War sie vorher schon „da“, bevor sie in meinem Denken auftauchte? In welcher Form?

Bleiben wir bei der Psychologie, warum nicht? In der Psychologie geht es stets um die Wahrnehmungen von Menschen. Menschen nehmen scheinbar unzulässigerweise etwas wahr, das andere nicht wahrnehmen können, und umgekehrt. Immer geht es darum, Wahrnehmungen und Handlungsrezepte „auf Linie“ zu bringen, so dass sie beim Patienten eine solche Form annehmen, wie die Wahrnehmungen und Handlungsrezepte der Allgemeinheit, oder, um im Verständnis der Psychologie zu reden: so dass sie die Realität richtig adressieren.  (aber um die Realität, d.h. was sie ist, geht es ja auf diesem Blog)

Sieht man den konkreten Fall eines Betroffenen (psychisch Kranken), so ist es immer eindrucksvoll zu lernen, wie das NICHTVORHANDENSEIN einer doch vorhandenen Problematik, eines Faktums, einer Sache, absolut realistisch und überzeugend im Bewusstsein von demjenigen verankert ist. Oder, ebenso gut: das VORHANDENSEIN von etwas, das man selbst nicht sehen kann. Das zu erleben kann ich an dieser Stelle kaum beschreiben – wenn man es nicht selbst erfahren hat, kann eine Beschreibung dessen immer nur trocken und unzureichend sein – zum Vergleich: ebenso wenig lässt sich ein selbst erlebter Fallschirmsprung durch die Erzählung eines Fallschirmsprunges ersetzten. Das Erleben dessen lässt einen auch sehen, welch weitreichende Konsequenzen ein spezifisches Denken für denjenigen hat – diese Konsequenzen reichen viel weiter, als man geneigt ist anzunehmen. Das Nichtvorhandensein von etwas offensichtlich Vorhandenem im Bewusstsein eines Patienten produziert alle möglichen Folgen, und Folgen von Folgen. Man stelle sich das auf das Körperliche übertragen vor: ein krankes Gelenk verändert schließlich den ganzen Körper, beispielsweise durch Fehlhaltungen, übermäßige Beanspruchung anderer Gelenke. Und ebenso hat eine geistige Besonderheit immer unabsehbare Auswirkungen, die in jeden Winkel des Bewusstseins ausstrahlen.

Als Materialisten grenzen wir Menschen aus, die in ihren Bewusstseinsinhalten sehr offensichtlich von unseren abweichen. Wir bezeichnen sie als krank, oder als ver-rückt, wenn eine gesellschaftliche Dysfunktionalität mit diesem Anders-Sehen einhergeht.

Die etwas mildere Form des Anders-Sehens bei anderen stigmatisieren wir gern als „nicht realistisch“, oder als „Realitätsverweigerung“. Wobei wir stets davon ausgehen, selbst im Vollbesitz des irgend-möglichen Realismus zu sein, mithin in vollster Kenntnis aller möglich Elefanten, die jemals im Raum sein könnten. Das bedeutet, wir beurteilen die Möglichkeiten der Realität so eingegrenzt, wie es unser eigenes Bewusstsein ist! Ist das nicht kurios? Das gelingt uns, indem wir, mit Hilfe des Materialismus, unser Bewusstsein nicht als eingegrenzt und begrenzt sehen, sondern als genialisch-allumfassend. Das Begrenzte sei die Wirklichkeit, denn davon gebe es nur eine! Und – so schließt sich der Kreis – diese eine Wirklichkeit, die sog. Realität, widerspiegelten wir in unserem scharfen Verstand, der so realistisch sei, wie er nur sein könne. Und das denkt nun jeder!

Damit das jeder denken kann, und von der einfachen Wahrnehmung völlig ungestört bleibt, dass jeder Mensch seine eigene Realität in sich trägt, müssen wir alles ab- und ausgrenzen, was diesen Gedanken stören könnte. Aus diesem Grund eben sehen wir Verrückte als völlig von uns verschieden an – hier läge eine ganz andere Art und Weise des Denkens vor, mutmaßen wir. Auf diese Weise vermeiden wir den Gedanken (können es uns nicht vorstellen), dass in unserem eigenen Denken dieselben Mechanismen am Werke sind, wie im Denken eines „Verrückten“, oder eines Menschen, den wir als „unrealistisch“ bezeichnen. Denn wir können und wollen uns nicht vorstellen, dass das „Problem des Anders-Sehens“, das wir bei einer anderen Person bemerken, ebenso uns selbst betrifft und eigentlich das Grundprinzip jedes Bewusstseins ist.

Aber, natürlich ist auch unser Denken, unser Wissen, alles was wir tun und je tun können, begrenzt. Und das, was jenseits unseres Denkens ist, können wir nicht denken; so wie das, was wir nicht tun, auch nicht getan werden kann.

Ich will gleich darlegen, warum und inwiefern es unser eigenes Problem ist, und warum übrigens DIESES Verdrängen selbst das beste Beispiel für einen „Elefanten im Raum“ ist.

Die Struktur der Realität

Wer einmal die Tatsache der veränderten Wirklichkeit in einem anderen Menschen 1:1 beobachten durfte, der nimmt das Mahnende dieser Beobachtung wahr, denn man fragt sich unwillkürlich: Und was kann ich selbst in diesem Moment nicht sehen, was doch „da“ ist? Und, weil sich die Psychologie des Einzelnen in der Psychologie der Menge wiederfindet, lässt sich aus sehr nahe liegenden Gründen dieselbe Frage für die Masse, für die Gesellschaft, stellen. Was können wir als Gesellschaft nicht sehen, obwohl es doch „da“ ist?

Denken wir uns das Problem einmal so herum: Wir wissen, dass wir heute auf der Basis bestimmter Denkinhalte entscheiden, und dass wir viele der heute getroffene Entscheidungen morgen bereuen werden. Warum? Weil sie falsch waren. Aus der Sicht der Zukunft erscheint die heute getroffene Entscheidung mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit falsch, sie erscheint geradezu dumm! Und dennoch müssen wir die heutigen Entscheidungen dumm treffen, denn wir können ja nicht in die Zukunft sehen. Das bedeutet, dass uns Tatsachen, die eigentlich heute bereits existieren, was aus der Sicht des Morgen sehr deutlich zu sehen ist, in der Heute-Sicht völlig unbekannt sind.  Und unbekannt sein müssen! Denn, wie gesagt, wir können ja nicht in die Zukunft sehen. Wir können nicht wissen, was uns übermorgen wie vollständig sichtbar und vorhanden erscheinen wird, in diesem Augenblick aber völlig unsichtbar und nicht-vorhanden ist. Und das wiederum bedeutet, wohl bedacht:

IN DIESEM MOMENT sind Elefanten im Raum, wir können sie nur nicht wahrnehmen! So gesehen sind wir uns selbst der beste Beweis für unsichtbare Elefanten, die sich mitten unter uns, im Raum befinden …

Das gilt sowohl für den Einzelnen, wie auch für die Gesellschaft, denn für die Gesellschaft gilt natürlich ebenso wie für den Einzelnen, dass viele Entscheidungen sich schon sehr bald als falsch erweisen werden. Und dass man in der Zukunft sagen wird, dass Entscheidungen im Heute hätten anders getroffen werden müssen, als sie getroffen werden (wurden), würde man nur diese oder jene Tatsache wahrnehmen (wahrgenommen haben) … was zu der entsprechenden Zeit (unser Heute)  möglich ist (möglich gewesen wäre).

Im Grunde geht es bei der Frage nach einem Elefanten im Raum um viel mehr, als eine psychologische oder soziologische Fragestellung, mehr als um eine Besonderheit bei bestimmten Menschen („Verrückten“) etc.. Es handelt sich um die Frage, was wir eigentlich als Fakten bezeichnen und wie wir diese Fakten abgrenzen wollen von dem, was auch „da“ ist, uns jedoch völlig unbekannt ist. Wie entsteht unsere Wirklichkeit, was ist die sogenannte Realität eigentlich? Vielleicht kennen Sie die alte philosophische Frage: Was ist ein Knacken im Wald, das niemand hört? Ist es „da“ oder nicht „da“?

Und schließlich um die Frage aller Fragen; Was ist das Sein? Es handelt sich bei der Frage nach dem Elefanten im Raum um eine Facette der ewig gleichen Frage nach dem Wesen und der Struktur der Realität, was diese mit unserer Wahrnehmung zu tun hat, und vielem mehr.

Die Grundfrage des Seins (Ontologie) beantwortet der Materialismus bekanntermaßen so: Die Realität hat mit dem Bewusstsein nichts zu tun, denn sie liegt außerhalb des Bewusstseins und ist unabhängig von diesem. Es gibt die Dinge – sie sind das Sein. Und es gibt das Denken VON den Dingen, das ist eine Reflexion des Seins. Das Sein kommt auch ohne die Reflexion aus, andersherum hingegen benötigt die Reflexion des Seins (das Denken) das materielle Sein, und es entsteht aus diesem. Das Denken kommt also nicht ohne das Sein aus – was wiederum auf die vorausgesetzte Trennung von Sein und Bewusstsein zurückführt.

Der Spirealismus sieht das natürlich genau anders herum. Das Bewusstsein IST das Sein – die Realität ist niemals unabhängig von einem Bewusstsein, im Gegenteil. Es ist ganz und gar dasselbe. Und … die Dinge haben immer mit dem Denken zu tun. Niemals können wir etwas sehen, niemals etwas beobachten, in der Physik niemals etwas messen, das unabhängig vom Denken in seiner spezifischen Ausprägung wäre. Schließlich: Alles ist Geist, auch die Dinge.

Wichtige Fragen

Ich möchte auf einige ganz offensichtliche Tatsachen hinweisen, die bei der Diskussion der Fragestellung zum „Elefanten im Raum“ Wichtigkeit haben, und von den Interessierten beachtet und durchdacht werden sollten. Sie sind gleichzeitig der Einstig in eine ganz andere Denkwelt, als sie der Materialismus bietet.

  1. Es kann es für uns nichts geben, das nicht in unserem Bewusstsein ist. Allein das ist uns bereits in der materialistischen Weltsicht völlig unbegreiflich, in der es doch so aussieht, als seien die Dinge ganz unabhängig von unserem Bewusstsein „vorhanden“. Doch man bedenke: Was soll es geben, das nicht als Gedanke in uns existiert? Wir sehen hier die zwingende Verbindung von Bewusstsein und Dingen.
  2. Auf meinem Blog diskutiere ich das in Punkt 1 Genannte häufig als die Frage nach dem Nichts, die uns durch den Materialismus paradox erscheint. Denn im Materialismus ist das Nichts das Fehlen von Etwas, das Nicht-Vorhandensein einer Sache, somit ist das Nichts die Negation einer Sache, und dadurch eigentlich eine Sache (so ähnlich wie Antimaterie auch Materie ist, nur eben auf einer anderen Ebene). Das Nichts im eigentlichen Sinn, so, wie es auch Plato verstand, ist aber ein reines Nichtvorhandensein, und somit auch etwas Undenkbares, etwas Unaussprechliches, etwas Unabzählbares (also nicht DAS Nichts in der Einzahl). Das Nichts ist etwas für den Materialismus Paradoxes – nur wenn der Materialist das Nichts als Etwas versteht, erscheint es ihm als „völlig klar“ und nicht-paradox.
  3. was ich in Punkt 1 ansprach gilt ebenso für die Qualität dessen, was wir über die Dinge denken. ETWAS kann nur etwas sein, das wir uns in einer bestimmten Form denken. Und, was immer es ist, wir werden es nie als etwas anderes denken können als das, was es im konkreten Bewusstsein ist. In seiner Art, seinem Umfang, seinem Wesen, kann es immer nur das sein, was wir denken. Das wiederum bedeutet, dass es in jedem Bewusstsein ein wenig anders sein muss, die Dinge sind also nie völlig gleich. Jedes Bewusstsein ist sein eigenes Universum, das ist das Konzept der Ich-Universen.
  4. Ich hoffe der Leser versteht, was ich mit dem unter Punkt 3 Gesagten meine. Hat er dies verstanden, fällt ihm sicherlich auf, dass, so gesehen, etwas vertauscht ist, was wir in der materialistischen Sichtweise genau anders herum denken. Normalerweise (d.h. im Materialismus) glauben wir, die Dinge könnten in ihrem Wesen nie etwas anderes sein, als sie nun einmal sind („eine Rose, wie auch immer sie genannt würde, müsste duften“), die Gedanken hingegen seien frei. Wenn ich nun aber sage, dass die Dinge nie etwas anderes sind, als was sie uns in unseren konkreten (also festen) Gedanken erscheinen, ist dieses Verhältnis auf den Kopf gestellt. Und das wiederum beschreibt sehr genau das Verhältnis des Spirealismus zum Materialismus – dem Spirealismus sind die Gedanken die Existenz, dem Materialismus ist die Materie die Existenz.

Nachdem ich auf diese bedenkenswerten Besonderheiten hingewiesen habe, möchte ich darauf zurückkommen, was das für die Problematik des „Elefanten im Raum“ bedeutet. Hierauf übertragen bedeutet es

  • zu Punkt 1: Ein Problem, das uns nicht bewusst ist, existiert nicht. Ein Problem, ein Ding, eine Tatsache, sie Existenz hat oder bekommen soll, muss in das Bewusstsein von jemandem gelangen. Ein Beispiel hierzu: 2 Personen sind in einem Raum, der eine sieht den Elefanten, der andere nicht. Die eine Person begreift nicht, warum die andere Person den Elefanten nicht sehen kann. Die zweite Person wiederum wundert sich, worüber die erste eigentlich redet. Da ist doch nichts!
  • Aber, nun angenommen, beide Personen können den Elefanten nicht sehen. Dann können sie darüber nicht sprechen, niemand wird sich wundern, wo er denn sei, der Elefant … gibt es ihn? (der Spirealismus ist hier ganz klar: Nein!). Wer sich das verbildlichen möchte – es ähnelt der Umkehrung der bekannten Paradoxons: Denke nicht an einen rosa Elefanten! Die Umkehrung wäre die Aufforderung: Denke bitte an das, an das du gerade nicht denkst!
  • Sind beide Personen im Raum der Überzeugung, es gäbe ihn, den Elefanten, dann ist der materialistische Normalzustand erreicht. Dieser Zustand wird erreicht, indem der eine dem anderen vom Vorhandensein des Elefanten unterrichtet, ihn überzeugt, ihn belehrt. Jetzt sehen beide den Elefanten – der Beweis ist erbracht, dass es auch „da“ sein müsse (Dasein = unsere Vorstellung von Existenz). Gemäß dem materialistischen Weltbild ist dort also etwas vorhanden, und zwar kurioserweise außerhalb und unabhängig von der Beobachtung der beiden Individuen.
  • Wenn man sich bis hierher auf das Gesagte eingelassen hat, dann wird man jetzt auch verstehen, warum es dem Menschen als Beweis für die Existenz einer Sache, einer Problematik, eines Dinges, stets ausreicht, wenn er von anderen hört, diese Sache würde existieren. Und warum das eigentlich nicht der Beweis für Existenz (im materialistischen Sinn) sein kann, denn, wie gerade die Problematik des Elefanten im Raum zeigt, hat ja jeder seine eigenen Vorstellungen, ob etwas da ist, und in welcher Form es da ist. Nun fordert aber gerade die materialistische Weltsicht, die Dinge müssten in objektiv-materialistischer Weise „da“ sein – in einer Meinung sieht der Materialismus keine Existenz. Jedoch … wenn es aber nun nichts weiter gibt als Meinungen zu Dingen? Was folgt wohl daraus?
  • zu Punkt 2: Der Elefant, kommt er denn durch Denken in die Existenz, er kann nur die Form haben, die ihm das Denken konkret zubilligt. Der Elefant kann auch ein Rhinozeros sein, er kann rosa, gelb, blau oder grau sein – im Bewusstsein wird er aber stets eine bestimmte Form erhalten müssen. Denn Dinge ohne Eigenschaften sind letztlich auch keine Dinge. Diese Aussage hat große Bedeutung für das vorher Gesagte. Oder ist es etwa kein riesiger Unterschied, ob man sagt, etwas wäre grundsätzlich da, oder ob man sagt, etwas wäre in einer bestimmten Form da? Etwas kann doch nur in einer bestimmten Form „da“ sein – Das Dasein ist an Formen gebunden! Es ist ein riesiger Unterschied, ob ein Elefant, oder ein Rhinozeros, oder vielleicht eine Mücke im Raum ist. Solche Unterscheidungen sind alles, womit wir uns auf dieser Welt beschäftigen können, daher ist die Form des Daseins und das Dasein selbst, untrennbar verbunden. Ein formloses Dasein gibt es nicht – das Formlose im eigentlichen Sinn ist das undenkbare Nichts. Daher: Durch das Bewusstsein wird der Elefant konkret, im Bewusstsein wird er fest. Er ist nicht fest in einer vom Bewusstsein unabhängigen, materiellen Form – umgekehrt gesagt: diese ist für das Erscheinen des Elefanten auch gar nicht nötig.

Ich hoffe ich konnte darlegen, wie weitreichend die von Wittgenstein in einem bekannten Streitgespräch behandelte Problematik ist, und wie sehr sie geeignet ist, das materialistische Weltbild auf den Kopf zu stellen. Natürlich nur, wenn man sie lange und nachhaltig bedenkt, und nicht sofort abtut, als etwas Bekanntes, denn dann ist man auf dem besten Weg, den Elefanten im Raum zu übersehen.

Ist ein Elefant, bzw. ein Rhinozeros im Raum? Wittgenstein und die Frage nach der Struktur der Wirklichkeit was last modified: Juni 12th, 2017 by Henrik Geyer

Warum kann es keine Zeitmaschinen geben?

In der Zeit zu reisen ist eine alte Utopie, die uns viel verrät über unsere Sichtweise auf die Zeit. Aus spirealistischer Sicht ist klar: eine Zeitmaschine kann es nicht geben. Ich will erläutern warum.

Ich möchte kurz mit einer Definition beginnen, wie man sich die Zeit im materialistischen Sinn vorstellt: als etwas Objektives, als etwas, das „da“ ist. Und so stellt man sich verschiedene Punkte in der Zeit als eindeutig definiert vor, als (ehemals) „vorhanden“. Man stellt sich Zeit-Punkte in der Zeit wie Perlen vor, die auf einer Schnur aufgereiht sind …  wie auf einem Strahl angeordnete Punkte …. und die Zeit eben wie einen Zeitstrahl. Nur so, nur unter Zuhilfenahme dieser Vorstellung, kann man auf die Idee kommen, man könne zu einem bestimmten Zeit-Punkt reisen, so als würde man zu einer bestimmten Sehenswürdigkeit reisen.

  • aber so ist die Zeit nicht. Allein die Denkweise, es gäbe eindeutig „eingerichtete“ Zeit-Punkte, die außerhalb des Menschen definiert sind, was ja die Voraussetzung wäre solche Zeit-Punkte anzusteuern, ist unzutreffend. Ein Zeit-Punkt ist immer etwas Dynamisches, in der Vielfalt seiner Ereignisbeziehungen Unüberblickbares. Was wir Menschen nur tun, und tun können, ist, aus dieser unendlichen Fülle wenige Aspekte wahrzunehmen. Und weil die menschliche Sichtweise, die menschliche Wahrnehmung, einzigartig ist und nicht etwa die bloße Spiegelung einer notwendigerweise äußerlich vorhandenen Form, spricht der Spirealismus von einem Erschaffen. Was in jedem Moment erschaffen wird, kann nicht einfach vor- oder zurückgespult werden. Es könnte nur in ähnlicher Form neu erschaffen werden – doch das kennen wir ja: als die Erinnerung.
  • der Spirealismus sieht die Welt, sieht die Zeit, „nur“ als Vorstellung. Dieses nur setze ich in Anführungszeichen, denn die Vorstellung ist keiner anderen Seins-Form gegenüber unterlegen, ist also nicht „nur“ eine Vorstellung. Die Welt IST eine Vorstellung, die Vorstellung eines anderen, eines materiellen Seins, ist mithin ebenfalls eine Vorstellung. Eine ganz wesentliche Eigenschaft des Geistes, des Denkens, ist, dass jeder Gedanke einzigartig ist und sein muss. Der einzig wahrnehmbare Zeit-Punkt, zu welchem Gedanken auftauchen, und daher der einzig „existente“ Zeit-Punkt, ist das Jetzt. Denn im Grunde sind wir immer im Jetzt. Schon daher gibt es keine Zeitreisen der objektiv-materialistischen Sichtweise.
  • Der Spirealismus sieht die Welt als Vorstellung. Wenn man sich vorstellt in der Zeit zu reisen, kann natürlich, in diesem Sinn, auch in der Zeit gereist werden – nur eben nicht in einem „objektiven“ Sinn. Eine „Vorstellung“ – das bedeutet ja auch: es kann viele Vorstellungen des Jetzt geben. Nein, besser: es MUSS viele Vorstellungen geben, denn nur so entsteht ja der Gedanke an EINE Welt. Zu welcher dieser endlosen Vorstellungen von Zeit-Punkten in Vergangenheit und Zukunft soll man also reisen? Zu deiner? Zu meiner? Und wenn wir von kollektiven Erinnerungen an Zeit-Punkte sprechen: Zur europäisch-kollektiven Erinnerung eines Zeit-Punktes? Zur asiatisch-kollektiven Erinnerung eines Zeit-Punktes? Zur hündisch-kollektiven Erinnerung eines Zeit-Punktes oder einem kätzischen?
  • Um das zu verdeutlichen: In Phantasien von Zeitreisen ist es stets so, dass ein Zeitreisender zwar nominell einen bekannten Zeit-Punkt der Vergangenheit ansteuert, diesen aber durch sein Erleben zu einem nie zuvor erlebten Moment macht, nämlich den fraglichen Zeit-Punkt aus seiner subjektiven Perspektive. Angenommen, alles andere dieses „Zeit-Punktes“ wäre gleich, machte die subjektive Perspektive des Beobachters, der den Zeit-Punkt in der Vergangenheit bereits kennt, diesen Moment zu einem singulären Ereignis. (Anders machen Zeitreisen ja auch keinen Sinn, man muss wissen, dass man in der Zeit reist Woran erkennt man das? In dem man Umstände (wieder-)erkennt, entweder aus der Erinnerung bei Reisen in die Vergangenheit, oder aus der Erwartung bei Reisen in die Zukunft). Und weiterhin: der Beobachter ist Element des Zeit-Punktes, der, wenn sonst alles gleich wäre, den Zeit-Punkt auch für andere Teilnehmer des Zeit-Punktes einzigartig machen würde. Aus eben diesem Grund aber erweist es sich als völlig illusorisch, dass „alle anderen Elemente gleich sein“ könnten, denn was wir über den Zeitreisenden sagen, trifft auf jedes Element des Zeit-Punktes zu. D.h., ein Zeit-Punkt wird durch die neue Beobachtung singulär, und als Element der Welt macht der Beobachter jeden Moment singulär. Es wiederholt sich also nicht etwas, sondern etwas gänzlich Neues entsteht.
  • Der Grundsatz des Spirealismus, dass jeder Gedanke einzigartig ist, weil er als Relation aus einer nicht zu erfassenden Menge an Festlegungen des Augenblicks hervorgeht, verbietet die Vorstellung, man könne irgendetwas genauestens wiederholen. Bzw. so zurückholen, so dass man genau dasselbe vor sich hat. „Dasselbe“ ist überhaupt als Begriff ein Paradox, wenn es sich mit der Vorstellung von Verschiedenheit verbindet. „Dasselbe“ kann nicht zwei sein. „Dasselbe“ ist immer eins.
  • Zur Illustration: hätte man einen Zeit-Punkt der Vergangenheit ein zweites Mal in genau derselben Form vor sich, so dass man also wirklich sagen könnte, es sei genau derselbe, wäre das Erleben dieses Zeit-Punktes ununterscheidbar von einem anderen Zeit-Punkt. Es wäre das geistige Nirvana, überspitzt gesagt, der Tod – ist doch das (Er-)Leben, die Zeit, dadurch geprägt, dass sie in jedem Moment des Jetzt einzigartige Konstellationen hervorbringt, die dadurch, dass sie voneinander unterscheidbar sind, die Zeit ergeben. Und nun eine Zeitreise vorgestellt unter diesem Aspekt: Das Erleben genau Desselben erfordert den Beobachter, der dann wieder genau das auf dieselbe Art und Weise, mit genau denselben Gedanken beobachtet, was einmal beobachtet wurde. Doch das wäre ja kein unterscheidbarer Zeit-Punkt, sondern eben genau derselbe. Das wiederum würde das Wissen um einen anderen Zeit-Punkt ausschließen, und man könnte nicht sagen, dass „hier“ genau dasselbe vorläge wie „dort“. Das ist das Paradox von dem ich sprach – es ergibt sich aus der materialistischen Sichtweise.
  • das eben Gesagte kann man auch so formulieren (und damit einen Anknüpfungspunkt an das ewige Jetzt schaffen): wenn man in der Zeit reisen könnte, wäre man an diesem anderen Zeit-Punkt natürlich wie immer im Jetzt. Das Jetzt aber ist ein im und durch das Individuum entstehendes einzigartiges Bild. Und: Das Jetzt gibt es im Individuum nur einmal. Das kann jeder an sich sofort prüfen. Gäbe es ein zweites Jetzt, identisch mit diesem gerade erlebten Jetzt, wäre es ununterscheidbar – eben identisch. Wie soll ich von einem Jetzt wissen, das ich erlebe, aber eben nicht jetzt? So gesehen wäre doch ein Jetzt, das ich erlebe, und das sich vom jetzigen Jetzt unterscheidet, das gute alte Gestern und das Morgen, also die Zeit selbst. Und von der Zeit weiß ich, dass sich immer unterscheiden muss, was passiert, eben das definiert ja Zeit … sonst könnte ich nicht auf die Idee kommen, es gäbe überhaupt Zeit. Also kann ich auch nicht an einen früheren identischen Zeit-Punkt reisen. Wenn ich dabei bin, muss sich jeder Zeit-Punkt auch von jedem anderen unterscheiden.
  • Schließlich und endlich kann man auch mit dem Fehlen von Objektivität argumentieren – wenn man so will die Kantsche Frage nach dem Ding an sich. Wenn es keine Objektivität gibt (wie der Spirealismus sagt), oder auch, wenn man die Dinge „an sich“ nicht erfassen kann, obwohl es sie gibt (was auf die gleiche Aussage hinausläuft als sagte man, es gäbe sie nicht), lässt sich auch kein objektives Kriterium ermitteln, demzufolge man sich an einem bestimmten Zeit-Punkt jenseits des Jetzt befindet. Denn die Zeit manifestiert sich ja gerade, in der materialistischen Sichtweise, als die Veränderung der Objekte – einfach gesagt zum Beispiel der Uhrzeigerstellung.
  • Man kann es auch mit dem Heraklitschen „Alles fließt“ begründen. Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. Man kann nicht einmal in denselben Fluss steigen. Der Fluss von eben, der Fluss meiner Erinnerung, ist eine einmalige, unwiederbringliche Konstellation des vergangenen Augenblicks, dessen endgültige Definition (Ding „an sich“) sich niemals erschließen kann.
  • zu guter Letzt: Warum kann sich die endgültige Definition nicht erschließen? Weil jeder neue Gedanke eine neue, einzigartige Konstellation ist. Jede versuchte Rekonstruktion des Eben, jede Erinnerung, ist eine Konstruktion im Jetzt. Jetzt, in diesem Augenblick, kann ich einen Gedanken haben. Der Gedanke von eben, an den ich mich erinnere, ist in Wirklichkeit ein Gedanke des Jetzt. Daher verändert sich die Vergangenheit in uns – ständig, mit jedem neuen Gedanken. Für das gesellschaftliche, das kollektive Bewusstsein, gilt das Gleiche: Es bringt immer neue Versionen der Vergangenheit und Zukunft hervor. Wir sehen das auch an dem erwähnten metaphorischen Fluss. Die Vorstellung geht aus uns hervor, wir erzeugen sie. Unser Begriff des Flusses ist der Begriff des Jetzt. Etwas, das sich mit jedem Gedanken verändert, neu formt. Und … etwas, das wir selbst produzieren, das aus uns hervorgeht, können wir nicht in die Hand nehmen und drehen und begutachten, als sei es außerhalb von uns und habe mit uns nichts zu tun, so wie es uns das materialistische Weltbild glauben machen will. Ich wiederhole daher auch an dieser Stelle: Wir sind nicht die Beobachter der Schöpfung, sondern wir sind Elemente der Schöpfung. „Die Welt“ ist nicht außerhalb von uns, sondern geht aus uns hervor. Aus uns sprudelt das Sein, mit seinem Raum, mit seiner Zeit.

Aus diesen Gründen kann es keine Zeitmaschinen, keine Zeitreisen, keine Zeitreisenden geben, jedenfalls nicht im materialistischen Sinn. Wohl aber Zeitreisen im geistigen Sinn, wenn man versteht, dass man niemals „dasselbe“ vor sich haben kann (man hat es ja eigentlich auch nicht „vor sich“), egal in welche geistigen Dimensionen man sich zu reisen aufmacht. Und dass man, welche Zeitreise man auch immer antritt, dabei nur einen einzigen Zeit-Punkt erlebt: das Jetzt.

In den Phantasien von Science Fiction Autoren wird das Reisen in der Zeit oft mit vielerlei Paradoxien garniert; oft gerät das Universum in Gefahr zu explodieren, wenn ein Zeitreisender die Vergangenheit so verändert, dass das Jetzt nicht zustande kommen kann. Wenn man aber einmal begriffen hat, dass es nicht die EINE Welt der materialistischen Denkweise gibt, sondern viele Welten, nicht EIN Universum, sondern viele (Ich-) Universen, nicht EIN Jetzt sondern viele Jetzt, lösen sich auch beunruhigende Phantasien auf, DAS (eine) Universum geriete durch Manipulationen an der Zeit in Gefahr …

Eine Zeitreise haben wir am ehesten vor uns, wenn wir ein gutes Buch lesen über eine vergangene oder zukünftige Zeit. Die Phantasie transportiert uns und überbrückt die riesigsten Abgründe der Vorstellung, nennen wir sie nun Zeit oder Raum. Und wir können an dieser Analogie auch dieses wesentliche Element der Zeit verstehen: sie ist niemals völlig gleich, nie festgelegt, außer in uns. In uns gewinnt jeder Gedanke an ein Morgen, Gestern oder Jetzt, eine einzigartige, unwiederbringlich singuläre Form. Um bei dem Beispiel zu zu bleiben: … in Abhängigkeit davon, WER das Buch liest.

Warum kann es keine Zeitmaschinen geben? was last modified: Juni 16th, 2017 by Henrik Geyer