Letzte Wahrheit – gibt es sie?

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Das Ego ist die letzte Wahrheit: Ich weiß!

Was ist die „letzte Wahrheit“?

Unsere materialistische Vorstellung von der Welt ist, es gäbe sie unabhängig von uns; wir seien nur die Beobachter der Welt. Weil wir die Wahrheit von einem eindeutigen Außen ablesen, müsste sich eine „letzte Wahrheit“ finden lassen, wenn wir nur gründlich und lange genug suchen. Dann hätten wir die letzte Wahrheit, die ewig ist, und überall Gültigkeit hat. Vielleicht in als eine „Weltformel“.

Begriff der Wahrheit

Es ist das Wesen der Wahrheit, dass sie uns wie unbestreitbar vorkommt. Warum „vorkommt“, warum nicht „ist“?

Weil das genau das ist, was wir in ihr sehen wollen und was wir suchen: Einzigartigkeit, die unbestreitbar ist. Und wir finden was wir suchen. Wir finden eine Wahrheit. Nicht zwei. Auch nicht mehr. Nur eine solche Wahrheit suchen wir – denn wir glauben, es könne nur eine Wahrheit geben.

Doch man kann wahrnehmen: Überall gibt es Streit um die Wahrheit. Nichts, um das nicht gestritten wird. Wer Recht behält, glaubt sich im Besitz der Wahrheit. Glaubt denn nicht jeder meist, Recht behalten zu haben? Die Wahrheit, die unbestreitbar und endgültig wäre, gibt es nicht.

Vielmehr finden wir die Wahrheit des Alltäglichen in einer Einigung. 

Die letzte Wahrheit der Wissenschaft

Man meint die Wissenschaft habe eine genauere Wahrheit.

Auch die Wissenschaft selbst glaubt, aufgrund ihres materialistischen Weltbildes, es gäbe Objektivität, und man könne die wissenschaftlichen Wahrheiten von den Dingen des Außen ablesen. Die materialistische Wissenschaft sei also der beste Weg, zu objektiven Erkenntnissen zu gelangen. Objektivität verbindet sich mit der Vorstellung von „letzter Wahrheit“.

Was die Wissenschaft findet, nennt sie folgerichtig objektive Wahrheiten. Und die „letzte Wahrheit“ für alle Wissenschaften – das wäre ein Gesamtkonzept, das alle Teilwissenschaften wie Physik, Chemie, Biologie, „unter einen Hut“ bringt. Man nennt diese Vorstellung „Weltformel“.

Was, wenn es gar keine Objektivität gibt?

Auf diesem Blog ist oft davon die Rede, dass es Objektivität nicht gibt. Das ist  eine spirealistische Grundüberzeugung. Siehe auch:  ‚objektiv subjektiv. Was ist der Unterschied zwischen Objektivität und Subjektivität?‘

Welche Wahrheiten wir auch immer erlangen, es sind die Wahrheiten von Menschen-Gruppen. Einigungen auf Wahrheit; Einigungen des Moments.

Die Menschheit insgesamt ist ebenfalls nicht objektiv, auch sie ist eine Menschengruppe. Sie entwickelt für sich eine Übereinkunft – dies ist ihre Wahrheit. Daher ist die Sichtweise der Menschheit letztlich ebenso subjektiv wie die eines Menschen.

Weiterlesen: Artikel ‚Supersubjektivität‘

Die letzte Wahrheit ist im Innen – das Ego,

Woher kommt der Eindruck, es ließe sich zu allem eine einzige Wahrheit finden? Eine letzte Wahrheit, gar?

Dieser Eindruck geht hervor aus der Vorstellung von etwas Objektivem, etwas Endgültigem, einem Letzten. Auch: von der Vorstellung des Atoms, einem Unteilbaren, einem nicht weiter Erforschbarem. Das Atom der Wahrheit, die kleinste Einheit der Wahrheit, das nicht weiter Teilbare – das ist das Ego.

Die Wahrheit gibt es nicht außerhalb des Menschen. Würde das Ich nicht denken: „Dies ist die Wahrheit..“, wo sonst soll diese Festlegung zuerst auftauchen? Woher sonst soll die Einigung kommen, die zur Wahrheit des Ganzen wird, wenn nicht aus den Egos?

Die Frage nach der letzten Wahrheit als Ausdruck einer Weltanschauung

Die Frage nach der letzten Wahrheit entstammt dem materialistischen Weltbild.

 

Doch die spirealistische Aussage ist: Nein, es gibt keine letzte Wahrheit – allein schon deshalb, weil keine unserer bestehenden Wahrheiten, bereits im Jetzt, objektiv oder endgültig wäre. Es gibt keine Wahrheit, außerhalb und unabhängig des menschlichen Denkens.

Wenn man Wahrheit grundsätzlich als Relation begreift, wie der Spirealismus es tut, dann kann man nur sagen, eine Aussage ist wahrer im Vergleich zu einer anderen Aussage.  Diese spirealistische Vorstellung sieht den Charakter der Wahrheit als eine Einigung.

Wer die Wahrheit beschreiben will, überlasse die Eleganz dem Schneider.
Albert Einstein

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Wahrheit – gibt es sie? was last modified: Februar 29th, 2016 by Henrik Geyer

Lüge – was ist das? Über das Lügen

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Man lügt, wenn man etwas für eine Wahrheit hält, und dennoch etwas anderes sagt. Thema Lüge und Wahrheit

Lüge ist ein fließendes Konzept, weil die Wahrheit ein fließendes Konzept ist. Die Lüge ist das Gegenteil der Wahrheit. 

Die Realität ist in jedem Menschen anders. Es gibt die Realität nicht in einer einzigen oder endgültigen Form. Daher ist auch die Wahrheit in jedem von uns einzigartig.

In diesem kurzen Artikel soll es um einige interessante Aspekte von Lüge und Wahrheit gehen, die das verdeutlichen.

Siehe auch Artikel „Wir sind spirituelle Wesen… „

Überzeugungen und Lügen

Man lügt, wenn man etwas für eine Wahrheit hält, und dennoch etwas anderes sagt.

Das drückt aus, dass die Unterscheidung von Lüge und Wahrheit von unseren individuellen Überzeugungen ausgeht. Also dem, was wir individuell für wahr halten. Jedoch gibt es die Wahrheit nicht außerhalb von uns, in eindeutiger Form. Was der Einzelne für wahr hält – das ist aus seiner Sicht die Wahrheit.

Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.
Friedrich Nietzsche

Den oben genannten Satz von Nietzsche könnte man so gesehen umformen. Die Überzeugungen sind nicht die Feinde der Wahrheit. Sondern unsere Überzeugungen sind uns die Wahrheit. Sie sind unsere innere Wahrheit – worüber sonst können wir sprechen?

Lüge als das Gegenteil von Existenz

Was unsrer inneren Überzeugung gemäß IST, das ist uns auch die Wahrheit. Das, was ist, das nennen wir auch Existenz.

Was wir glauben zu sehen – das ist unsere Wahrheit. Was wir wissen, das ist uns Wahrheit.

 

Ein Beispiel: Wenn ein gläubiger Christ Gott verleugnet – das wäre eine Lüge. Aber … kann man etwas verleugnen, an dessen Wahrheit man glaubt? Schwerlich. Jedenfalls schwerlich sich selbst gegenüber.

Die Wahrheit des Christen ist, das Gott existiert.

Ein Wissenschaftler wiederum kann nicht (sinnvoll) den gläubigen Christen der Lüge bezichtigen, weil dieser an Gott glaubt.

Umgekehrt – wenn der Wissenschaftler verleugnen würde, dass es das Atom gibt – das wäre Lüge. Aber auch er kann nicht glaubhaft etwas verleugnen, an dessen Wahrheit und Existenz er glaubt. Er selbst spürt, dass dies Lüge wäre. Seine Wahrheit ist, dass das Atom existiert.

Und wiederum kann ein gläubiger Christ den Wissenschaftler nicht (sinnvoll) der Lüge bezichtigen, weil dieser an das Atom glaubt.

Man kann sich nicht selbst belügen.

Es gibt viele Worte für die Randbereiche der Wahrheit. Zum Beispiel: Phantasie, Ausflüchte, Wunschdenken, falsches Denken.

Ähnliches Thema Beitrag ‚Kreativität und Phantasie‘

Aber all das läuft auf eine einfache Tatsache hinaus: Was wir für wahr halten, was es für uns gibt – das ist die Wahrheit. Sie ist in uns. Sich selbst kann man nicht glaubhaft belügen. Etwa, indem man unglaubhaftes positives Denken versucht, so, wie das manchmal geraten wird.

Der Versuch, dies wider die innere Wahrheit zu tun, ist unglücklich, desaströs – kommt einer Bewusstseinsspaltung gleich.

Auf die innere Wahrheit kommt es an. Die innere Wahrheit zu formen ist ein langwieriger Prozess – weit weniger einfach, als es der Materialist vermutet, denn er hält die Wahrheit für etwas, das außerhalb von ihm zu finden ist.

Aber: Man kann sich nicht selbst belügen. Und doch kann die Wahrheit von heute die Lüge von gestern sein.

Weiterlesen: Artikel ‚Glaube Liebe Hoffnung – ohne Glauben geht nichts‘

Lüge und Wahrheit verfließen

Gerhart Hauptmann sagte einmal:

Verallgemeinerungen sind Lügen.

Der Philosoph Schopenhauer beschreibt genau das als einen (von vielen) Kunstgriffen der Redekunst, in seinem Buch „Die Kunst Recht zu behalten.“

Die Erweiterung. Die Behauptung des Gegners über ihre natürliche Grenze hinausführen, sie möglichst allgemein deuten, in möglichst weitem Sinne nehmen und sie übertreiben; seine eigne dagegen in möglichst eingeschränktem Sinne, in möglichst enge Grenzen zusammenziehn: weil je allgemeiner eine Behauptung wird, desto mehreren Angriffen sie bloß steht. Das Gegenmittel ist die genaue Aufstellung des puncti oder status controversiae.

Wahrheit und Lüge verfließen. Wahrheit ist nie nur EINS. Des einen Wahrheit ist die Lüge des anderen.

Soll das heißen, dass es keine Lüge gibt?

Soll das heißen, es gäbe überhaupt keine Lüge?

Nein. Damit soll aber gesagt sein, dass die Wahrheit fließt, sie ist nie fest.

So wie die Existenz fließt. Lüge ist ein Begriff unserer Welt, daher existiert sie,  daher gibt es Lüge. Aber die Lüge ist nicht starr, so wie kein Begriff starr ist. Begriffe haben immer nur Bedeutung, im Verhältnis zu anderen Begriffen. Auch der Begriff der Lüge wandelt sich stets, er fließt.

Spruchbild: Lüge und Wahrheit. Wahrheit ist ein fließendes Konzept.
Wahrheit ist ein fließendes Konzept.

Siehe auch: Beitrag ‚Glaube vs wissenschaftliches Wissen. Was ist Glaube?‘

Lüge – was ist das? Über das Lügen was last modified: Februar 29th, 2016 by Henrik Geyer

Merkwürdig! Merkwürdigkeiten des Alltags

Merkwürdig, warum viele Menschen die Merkwürdigkeiten der Welt einfach nicht sehen können. Diese Rätselhaftigkeit, die sich in der römischen Antike bereits ausdrückt, als „Ich weiß, dass ich nichts weiß!“ (Cicero) Ist dieser Ausspruch Ciceros ein Zeichen von Dummheit? War man in der Antike blöde – wir hingegen sind so weise? Wissen wir nicht heute (fast) alles?

In diesem Artikel geht es um die Merkwürdigkeiten der Welt, die sich im Grunde in allem zeigen.

merkwürdig: es gibt keine Rätsel mehr

Neulich sah ich in der Auslage eines Zeitungsladens zwei Zeitungen, sie titelten mit „Die letzten Geheimnisse der Pharaonen“, und „Die letzten Rätsel der Menschheit“.

Mir kam das merkwürdig vor. Es ist Ausdruck einer ganz bestimmten Geisteshaltung, einer Brille, die wir aufhaben. Diese Brille nenne ich „Materialismus“. Wenn wir sie tragen, dann glauben wir, wir würden eine festgelegte Außenwelt nur beobachten. Und, weil das so ist, trennt uns von einer objektiven (und endgültigen) Beobachtung, so meinen wir, nur ein noch genauerer Blick.

merkwürdig: wir sind so weise … nur das Einfachste über uns selbst, wissen wir nicht

Wir schauen in die entlegensten Winkel des Weltalls, entdecken 11 Dimensionen, wissen eigentlich alles. Aber wir können uns nicht erklären, woher Wirtschaftskrise, Krieg, Elend kommen. Wir wissen nicht was Bewusstsein ist, Tod …

Merkwürdig, dass wir uns dennoch so weise vorkommen, mit all unserem Detailwissen – das Wichtige bleibt uns dennoch verschlossen.

Das Ende der Rätsel – wie könnte das aussehen?

Davon abgesehen – wenn die Zeitung titelt „Die letzten Rätsel der Menschheit“ … wie könnte ein wirkliches Ende der Rätsel aussehen? Dann müssten wir aufhören zu formulieren, aufhören zu denken. Das wäre der einzige Weg, dass es tatsächlich ein Ende der Rätsel geben könnte.

merkwürdig: die Geschichte ist unbestimmt

Z.B. ändert sich die Geschichte für uns ständig – mit dem Neubegreifen irgendeines Details, mit neuen Wertungen, neuen Büchern zu historischen Ereignissen.

das Jetzt ist ebenso unbestimmt

Die größte Merkwürdigkeit ist, dass auch das Jetzt im Letzten unbestimmt ist – wabert. Das muss man erst einmal wahrnehmen. Nichts ist im Letzten bestimmbar. Nichts ist objektiv.

Artikel: Fehlende Objektivität.

Es ist nur ein Glaube (an das Objektive) vorhanden, der uns sagt, alles sei ganz genau bestimmbar. Doch das Objektive ist, bei genauerem Schauen, nicht findbar.

Wozu brauchen wir diesen Glauben? Er ist das Fundament unserer materialistischen Weltanschauung. Ohne ihn geraten die Begriffe, die unsere Welt sind, in’s Wanken.

das unerkärliche ohne Grund sein – der Zufall

Haben wir die letzten Rätsel der Menschheit unter Kontrolle, wenn wir den Zufall kontrollieren? Ich würde sagen ja!

Den Zufall gibt es in jedem wahrnehmbaren Bereich, den wir wahrnehmen können. Nichts ist davon ausgenommen, nicht die Menschheit, auch nicht die Geschichte mit ihren Pharaonen.

Und der Zufall  – er endet einfach nicht, so lange man auch forscht.

Siehe auch Artikel zum Thema : Zufall – Über den Begriff des Zufalls

Siehe auch Artikel zum Thema : Nichts geschieht ohne Grund (nihil fit sine causa). Der Grund „an sich“

merkwürdig: Wir sind „der Mensch“ – ein Supermensch

Jeder einzelne Mensch ist Träger des Wahr-Scheins. Jeder Mensch weiß angeblich, wie etwas zustande kommt, doch eigentlich beruft sich jeder stets auf Fremdwissen.

Namen stehen für Wissen, das man selbst nicht hat. „Frag doch mal den!“, „Lies dir das Buch durch!“ Aus Eigenem wissen die Menschen fast nichts. Dennoch halten sie sich für Genies, die sich nicht um die Details kümmern müssen. Jeder ist „der Mensch“ – jenes sagenhafte Geschöpf, das alles das kann,. was die Menschheit vermag.

Zitat Schopenhauer

Denken können sehr Wenige, aber Meinungen wollen Alle haben: was bleibt da anderes übrig, als daß sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Andern aufnehmen? – Da es so zugeht, was gilt noch die Stimme von hundert Millionen Menschen? – So viel wie etwa ein historisches Faktum, das man in hundert Geschichtsschreibern findet, dann aber nachweist, daß sie alle einer den andern ausgeschrieben haben, wodurch zuletzt alles auf die Aussage eines Einzigen zurückläuft.
Arthur Schopenhauer

Siehe auch Artikel zum Thema : Supermensch – Übermensch – Superman = der Mensch

merkwürdig, dass wir im Prinzip nichts nicht kennen

Merkwürdig auch, dass wir immer annehmen, dass es nichts geben kann, was wir nicht erkennen können. Wir haben eine ganz konkrete Vorstellung von dem, was wir nicht wissen. Wir drücken das so aus: das, was wir noch nicht wissen.

Wie kann man etwas benennen, was man nicht kennt?

Siehe auch Artikel zum Thema : Das Undenkbare. Was ist undenkbar?

wir sind alle Realisten, haben aber jeder unsere eigene Realität

Auch bei gegensätzlichsten Meinungen glaubt doch jeder Mensch stets, Realist zu sein. Er habe die Wahrheit, er müsse sich gegen all die Nicht-Realisten durchsetzen. Was ist eigentlich die Realität?

merkwürdig: wir vermuten, es gäbe EINE Welt

Ebenso reden die Menschen von „einem“ Universum. Doch wir alle sehen nur die Universen des subjektiven Verständnisses (Ich-Universen). Die Universen der eigenen Begriffe. Wer könnte ernsthaft darüber berichten, DAS Universum zu kennen?

Spruchbild: Ich Universum und Ich Universen: "Ich Universum" ist ein Begriff des Spirealismus. Ein Ich-Universum ist das All (das Alles) des individuellen Begreifens.
Ich Universum und Ich Universen: „Ich Universum“ ist ein Begriff des Spirealismus. Ein Ich-Universum ist das All (das Alles) des individuellen Begreifens.

merkwürdig: die Weisheit des Jetzt ist stets unübertroffen

War es schon je anders? Schon immer glaubte sich der Mensch im Besitz einer letzten Weisheit. Jene, die sagen „Ich weiß, dass ich nichts weiß!“ waren immer in der Minderheit.

Doch die Weisheit des Jetzt hat sich stets aufgelöst, wurde zu einer anderen Weisheit, einer anderen Wahrheit. Das zeigt, dass unsere Wahrheit des Jetzt die Unwahrheit des Morgen ist.

Auch aus dieser Sicht erscheint es ganz realitätsfern, von den „letzten Rätseln der Menschheit“ zu sprechen.

Konsequenz

Die Brille namens „Spirealismus“ lässt die Welt in einem anderen Licht erscheinen. Durch sie gesehen sind die Welten wunderbar und vielschichtig – sie können jede Form annehmen.

 

Durch die Brille des Materialismus wirkt die Welt fast langweilig. „Wir wissen bereits alles“ ist die Begleitmelodie dieser Weltsicht. Die materialistische Sichtweise ist merkwürdig. Etwas zu schreiben wie „Die letzten Rätsel der Menschheit“, darauf muss man erstmal kommen.

Wie kommen die Menschen darauf, sie wüssten bereits alles, sie stünden vor dem letzten Rätsel? Die Welt ist immer das, was der Einzelne unter ihr versteht. Das ist das Rätsel der Rätsel.

Jedoch erscheint dieses „kleine“  Geheimnis dem Menschen nicht weiter interessant zu sein.

„Ich weiß, dass ich alles weiß!“ hingegen könnte genauso gut dem Denken eines Diktators entstammen. Es ist ein Denken, das nicht gut tut.

Spruchbild "Ich weiß, dass ich alles weiß!" ... Ist die Weisheit der Moderne. "Ich weiß, dass ich alles weiß!" vs "Ich weiß, dass ich nichts weiß!"
„Ich weiß, dass ich alles weiß!“ vs „Ich weiß, dass ich nichts weiß!“

 

 

 

Merkwürdig! Merkwürdigkeiten des Alltags was last modified: Februar 28th, 2016 by Henrik Geyer

Telepathie – was sind telepathische Fähigkeiten?

Telepathie - was sind telepathische Fähigkeiten? Erkenne die Macht.

neulich fragte mich meine Tochter, ob es Telepathie wirklich gibt – so dass man Gedanken „eingepflanzt“ bekommen könnte, ohne dass man das weiß oder will. Oder, ob man selbst „einpflanzen“ könne…

Ich sagte, ja, ich denke, es gibt Telepathie. Aber ob es Telepathie für einen gibt, hängt davon ab, was man unter Telepathie versteht. (Das interessierte meine Tochter schon weniger.)

Dennoch sprachen wir ein wenig darüber.

Telepathie – Vorstellung des getrennten Denkens

Telepathie ist ja die Vorstellung, dass sich aus bloßem Denken eine bestimmte Vorstellung oder gar Handlungsanweisung auf das Denken von jemand anders übertragen lässt. Anders gesagt: Obwohl es scheinbar keine Kommunikation gibt, weiß der Andere plötzlich, was man selbst im Kopf hat.

In „Krieg der Sterne“ gibt es eine Szene, in der Obi Wan Kenobi, Luke Skywalker sowie die Roboter an eine Grenzsperre kommen, die von den Soldaten des Imperiums kontrolliert wird. Sie wollen durch, müssen aber befürchten, kontrolliert und (als Rebellen) aufgehalten zu werden. Tatsächlich fragt der Grenzsoldat nach den Papieren.

Da setzt Obi Wan Kenobi seine telepathischen Fähigkeiten ein. Er sagt leise: „Das muss dich nicht interessieren.“

Der Soldat sagt daraufhin wie zu sich selbst: „Das muss mich nicht interessieren.“ Und an die Reisenden gewandt: „Sie können weiter!“

So – oder so ähnlich – meine Tochter und ich konnten uns beide an diese Szene aus dem Film erinnern. Es war für uns ein Beispiel, wie Telepathie aussehen könnte.

Ich sagte: „Siehst Du, der Soldat hat keine Gedanken gegen seinen Willen. Für ihn war es sein Wille, die Reisenden durchzulassen – kein fremder Wille. Wie soll er erkennen, dass das was er will, die Gedanken eines anderen sind? Geht das? Wie also soll er Telepathie erkennen?“

Siehe Auch Artikel merkwürdig! Merkwürdigkeiten des Alltags und WahrSchein

Das Denken ist nicht getrennt

Das rührt natürlich an unsere grundsätzliche Vorstellung von uns und „unserem“ Denken. Wir glauben ja, dass wir alles erkennen können, was es „gibt“. So ist es die Vorstellung des Materialismus. So gesehen ist bereits der Begriff des Rätsels für uns suspekt. Rätsel – das verbindet sich mit … Lösung!! Ein Rätsel das man nicht lösen kann – was soll das sein?

Was wir wollen, so glauben wir, sei nur unser eigener Wille. Was wir denken, so glauben wir, seien nur unsere ganz eigenen Gedanken.

Dass es für den „Vernünftigen“ keine Telepathie gibt, hängt mit dessen Wahrnehmung zusammen, die Menschen wären voneinander getrennte Einzeldenker. Die Kommunikation, so glauben wir, kontrollieren wir.

Ich will nur zwei Aspekte nennen, die deutlich machen sollen, wie falsch diese Annahme ist.

Körpersprache

Wir wissen heute, dass unsere Körper eine Sprache haben – Körpersprache. Diese Sprache erzeugt natürlich bestimmte Gedanken im Anderen – wer Körpersprache ein wenig beherrscht, kann mit dieser Sprache viel ausdrücken. So landet, was man sagen will, auch ohne verbale Sprache beim anderen. Er weiß, nicht warum.

Wenn wir Körpersprache, die auf uns wirkt, nicht erkennen, dann teilt sich etwas auf unbekannten Wegen mit. Eine unsichtbare Informationsübertragung ist Telepathie – selbst wenn man sie anders nennt.

Und … wie kommen wir darauf, wir könnten benennen und eingrenzen, was wir nicht erkennen?

kollektives Unterbewusstsein

Wir alle sind Teil eines kollektiven Bewusstseins. C.G.Jung nannte es ein Unterbewusstsein – ein kollektives Unterbewusstsein.

Ich nenne es kollektives Bewusstsein, weil es meiner Ansicht nach nichts gibt, was wir bewusst benennen, aber dennoch „unbewusst“ nennen können. Wir können zwar sagen, wir erkennen im Bewusstsein Unbewusstes, aber das ist ein Paradox. Außerdem ist es eine grundsätzliche Folgerung des Spirealismus, dass wir alle ein gemeinsames Bewusstsein bilden. Siehe Supersubjektivität.

So kann man auch Jungs kollektives (Unter-)Bewusstsein als Aspekt des Begriffes Telepathie sehen. Es sind geistige Inhalte, die sich von Mensch zu Mensch übertragen, ohne dass diesem die Wege der Kommunikation bekannt sind.

Die Wege der Information sind uns unbekannt

Es ist einfach eine Frage der Sichtweise. Wenn man meint, die Menschen seien wie Inseln im Strom, die völlig unabhängig voneinander existieren, überbrückt nur bei Gelegenheit, z.B. wenn jemand willentlich anfängt zu sprechen – dann erscheint das Konzept der Telepathie wie ein Wunder. Das wäre der materialistische Glaube: Der Mensch als allmächtiger Erkenner.

Wenn man aber das Wasser zwischen den Inseln als die Gesamtheit der Kommunikation begreift, und wenn man ferner sieht, wie dieses Wasser trennt, aber auch verbindet, dann ist das Konzept der Telepathie weit weniger erstaunlich – sondern man wird annehmen, Telepathie sei einfach „Kommunikation, die wir nicht wahrnehmen“. Das wäre das spirealistische Konzept.

Spruchbild: Nicht "unser" Denken im Gehirn erzeugt Realität - das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.
Spruchbild: Nicht „unser“ Denken im Gehirn erzeugt Realität – das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.

 

Kann man glauben, dass es Dinge gibt, die wir nicht wissen? Der Spirealismus geht davon aus. Er hält „das Unbekannte“ in seiner Vielzahl und Art sogar für unbeschreiblich groß. Wie will man etwas Unbekanntes eingrenzen?

Der Materialismus glaubt eher, dass alles das, was bekannt ist, schon (fast) alles ist, was man überhaupt wissen kann. Alles sei begründbar, alles hat einen Grund. Und weil wir in jedem Moment für alles und jedes einen Grund aus dem Hut zaubern können, wüssten wir alles.

Siehe auch Artikel Kausalität

Resüme

Wenn man wahrnehmen kann, dass die Menschen durch eine Unendlichkeit von Informations-Strängen miteinander verknüpft sind, von denen man einige sieht, die meisten aber nicht, dann erscheint der Gedanke an Telepathie nicht wie ein Wunder, sondern wie eine Notwendigkeit.

Das Denken überträgt sich – wir kennen nur nicht die Wege. Die Sprache ist lediglich ein kleiner Ausschnitt einer allumfassenden Kommunikation.

Siehe auch Artikel zum Thema : Wissenschaft und Glaube, Spiritualität und Erkenntnis

Telepathie – was sind telepathische Fähigkeiten? was last modified: Februar 26th, 2016 by Henrik Geyer

Zufall – Über den Begriff des Zufalls

Zufall - Über den Begriff des Zufalls

Der Zufall ist ein weiterer Begriff des Materialismus, der uns etwas, das wir nicht kennen, wie erkannt erscheinen lässt – und zwar Zufall als Wahrscheinlichkeit. Es ist eine stets wieder auftretende Selbstverständlichkeit, dieses Für-erkannt-Halten des nicht Erkennbaren, aber es ist auch eine Selbstverständlichkeit, die verwundert, wenn man darüber nachdenkt.

Gerade der Begriff des Zufalls lädt zum Nachdenken ein. Warum kommt uns alles, was wir benennen, wie bekannt vor?

Siehe auch Artikel Das Undenkbare. Was ist undenkbar?

So haben wir auch den Zufall eingekreist und er ist jetzt für uns nichts Unbekanntes, sondern etwas Bekanntes. Der Begriff des Zufalls ist mit dem Begriff der Wahrheit verbunden – das Sein ist uns das Wahre; und der (nun gebändigte) Zufall bringt ebenfalls Wahrheit und Sein hervor, in Form des Wahrscheinlichen. So gesehen könnte man die Zukunft wie geklärt ansehen, aber das unerklärliche Element bleibt: der Zufall.

Aspekte des Zufalls

Zufall ist ein Begriff, der uns eigentlich sagt, dass wir den Grund für etwas nicht kennen.

Wir nehmen aber an, dass es für alles einen Grund geben muss. Wir benennen daher, und forschen.. und finden Gründe. Dennoch scheint man den Zufall nicht ausmerzen zu können. Denn wir können nicht für alles Gründe finden. Allein schon, weil die Zahl der möglichen Kausalketten einfach kein Ende nehmen will. Der Zufall verschiebt sich einfach weiter, gemeinsam mit unserem Wissen. Je mehr wir wissen, und damit den Zufall an einem einem Ende ausdünnen, je mehr mögliche Kausalketten eröffnen sich. Der Zufall wandert, gemeinsam mit dem Rand unseres Wissens.

Er ist ein stetiges Element des (Ich – )Universums, man findet ihn stets dort, wo das Bekannte in das Unbekannte übergeht. Er lässt sich nicht überwinden – weil er sich flexibel verschiebt.

der Zufall als das, was wir nicht begründen können

Kann man sagen, es gibt etwas, das wir nie kennen können, und für das wir demzufolge auch keinen Grund finden? Es scheint wie Ketzerei, so etwas zu sagen, da doch der Mensch glaubt, alles wissen und erforschen zu können. Etwas das man nie finden kann? Wie soll das gehen? Wenn es da ist, dann werden wir es doch auch finden, nicht wahr? Das materialistische Weltbild sieht den Menschen als Beobachter all dessen, was da ist – der Materie. Und so gesehen ist auch der Zufall „da“ – indem wir ihn benennen, haben wir ihn auch schon erkannt.

 

Aus spirealistischer Sicht ist die Lage klar, aber ganz anders: „Nein, den Zufall werden wir nie überwinden. Er markiert die unsichtbare, nicht greifbare Grenze zum Unbekannten. Und das Unbekannte eingrenzen – wie soll das gehen?“

Der Zufall ist dem Spirealismus nicht im materialistischen Sinn begreifbar, auch nicht durch den Begriff „Wahrscheinlichkeit“, der Wahrheit suggeriert (das Wort „Begriff“ suggeriert Begreifen). Denn der Zufall hängt ab, besser gesagt, er entsteht, durch eine bestimmte subjektive Sichtweise, die zur Voraussetzung für weiteren Annahmen wird.

Man sehe sich an, wie wissenschaftliche Experimente gemacht werden. Sie kommen nicht ohne Annahmen aus. Daher hängt, was wir beobachten, von dem ab, was wir voraussetzen. Von einer bestimmten Sichtweise, einer Perspektive.

Albert Einstein: »Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.«

Nun sehen wir unsere Annahmen als objektives Wissen an (Wissen also, das wir als völlig eindeutig sehen, als sei es nicht anders denkbar) , und glauben so, unsere Annahmen zu Wahrscheinlichkeit und Zufall seien ebenso objektiv und eindeutig. Dass aber unser Wissen nicht im eigentlichen Sinne objektiv ist, wurde in mehreren Artikeln dargelegt. Wenn unser Wissen, also unsere Denkvoraussetzungen, nicht objektiv sind, können es die Folgerungen daraus auch nicht sein.

Siehe auch Artikel zum Thema : Mengenlehre, Worte, Zahlen. Sind Zahlen objektiver als Worte?

Die mangelnde Objektivität lässt sich im Denkversuch nachweisen, wenn man verschiedene Perspektiven einnimmt. Man muss sozusagen die Phantasie bemühen.

Siehe auch Artikel zum Thema : Was ist Phantasie? Ist Phantasieren nötig – oder nur Spinnerei?

Spruchbild, Bildspruch, Sprichwort: Den Zufall findet man stets am Rand der Erfahrung,dort, wo das Wissen in das Unbekannte übergeht.
Den Zufall findet man stets am Rand der Erfahrung,dort, wo das Wissen in das Unbekannte übergeht.

Wozu fremde Perspektiven einnehmen?

Es ist eine weitere Eigentümlichkeit des Materialismus, den Menschen und seine Sichtweise als stets im Mittelpunkt zu sehen. Im Zentrum des Wissens, der Logik, überhaupt jeder Vernunft. Daher ist es ihm unnötig, andere  Perspektiven als die eigene einzunehmen. Bzw., solche Phantasien erscheinen absurd, denn der Mensch geht davon aus, nur er selbst habe die einzig gültige Perspektive; wie gesagt, seine Sichtweise sei notwendigerweise objektiv.

Dennoch ist es sinnvoll, wenn man sich vorstellen will, was Zufall überhaupt ist, eine andere Perspektive einzunehmen. Wieder eine subjektive Perspektive, daran ändert sich nichts … einfach eine andere Sichtweise.

Ritt auf dem Asteroiden

Angenommen ein Asteroid schlägt auf der Erde ein. Man wird sagen, dass sei Zufall.

Doch nehmen wir an, wir würden selbst auf dem Asteroiden reiten, und genau sehen, auf welchen Planeten er zusteuert. Würden wir sein Auftreffen dann Zufall nennen? Nein, wir hätten es kommen sehen, und würden sagen, dass dies kein Zufall sei.

Das zeigt: Zufall ist eine Frage der Perspektive.

 

Beispiel Diebstahl

Um den Zufall als eine Frage der Perspektive zu beschreiben, hier noch ein weiteres Beispiel:

Ich gehe durch die Fußgängerzone und mir wird die Brieftasche gestohlen. Ich nenne es „zufällig“ – das Auftreten des Diebes und damit der Diebstahl war nicht vorherzusehen.

Aus der Sicht des Taschendiebes sieht das ganz anders aus. Alle seine Gründe lassen ihn ganz genau darlegen, warum er vor Ort war.

Aus seiner Sicht ist das Auftreten des Bestohlenen, also von mir, reiner Zufall.

Wie viele Perspektiven gibt es?

Nun stellt sich die Frage: wie viele fremde Perspektiven gibt es, die ich kennen müsste, um den Zufall auszumerzen? Die Antwort muss lauten: Für uns unsagbar viele – eine Unendlichkeit. Warum? Weil jede denkbare (andere) Perspektive, von der ich wissen kann, auch mit mir selbst zu tun hat – da sie sich ja auch in irgendeiner Weise auf mich bezieht. Es ist eine Relation. Eine Relation, in der das Ich ein Teil ist, hängt auch vom Ich ab. Somit ist das Ich ebenso der Erzeuger der fremden Perspektive, wie der eigenen. Als Quelle von Perspektiven kann das Ich nicht von einer Endlichkeit von Perspektiven ausgehen. Anders gesagt: Der Zufall lässt sich nicht ausmerzen.

Das ist ganz ähnlich der Aussage, dass die menschliche Perspektive immer subjektiv bleibt – sie ist stets eine Relation zum „Anderen“. Unsere eigene Perspektive ist die einzige, die wir aus dem Innerlichen heraus kennen können. Das „Andere“, worum auch immer es sich dabei handelt, nehmen wir nicht in seiner inneren Gestalt auf, objektiv, als Ding „an sich“ wie Immanuel Kant sagte, sondern wir integrieren es, mit unseren eigenen Begriffen. Allein aus diesem Grund bereits, kann man nicht sagen, man könne jede Fremdperspektive einnehmen. Selbst angenommen die Zahl der Fremdperspektiven wäre begrenzt, würde doch unsere Auffassung von etwas Fremden stets von unserer eigenen, subjektiven Perspektive abhängen – womit wir wieder bei der zwar vorausgesetzten, aber nie findbaren Objektivität sind.

Um es in einem Satz zusammenzufassen: Was nicht objektiv ist, kann man auch als eine Form von Beliebigkeit bezeichnen. Und Beliebigkeit ist und bleibt unvorhersagbar.

Eine Frage der Perspektive

Wenn ich jede Perspektive einnehmen könnte – dann müsste der Zufall verschwinden. Dann hätte ich die Welt erkannt.

Es geht also letztlich wieder um die Frage, ob der Mensch die allein gültige Perspektive hat, eine objektive Sichtweise also, wie er in der materialistischen Sichtweise annimmt.

Jedoch machen die gezeigten Beispiele deutlich, dass dies nicht eintreten kann, weil bereits eine andere subjektive Perspektive eine ganz andere Auffassung von Zufall erzeugt. Und damit eine unzählbare Vielfalt an zufälligen Ereignissen, die wir nicht kennen, und aus systemischen Gründen (unüberwindlichen Gründen also), nie kennen können. Denn wir können aus der Einseitigkeit unserer subjektiven Betrachtung letztlich nicht heraustreten.

Man sieht hier auch, dass der Schlüsselbegriff zum Verständnis des Zufalls wieder das Verständnis von Objektivität ist. Und es wird deutlich, dass der Begriff des Zufalls wichtig ist, im Zusammenhang mit der Frage nach der Erkennbarkeit der Welt. Denn wenn ich den Zufall nicht ausmerzen kann, oder in eine letzte Ecke drängen, dann wird sich das mir Unbegreifliche, zusammen mit allen anderen Begriffen, die es fassen wollen (aber nicht können), einfach nur verschieben. Das Unbegreifliche selbst kann aber nicht enden.

 

Kausalität merzt nur scheinbar den Zufall aus

Siehe auch Artikel zum Thema : Kausalität – was ist das? Über das „Warum“ in der Natur.

Noch einmal das Vorhergesagte aus einer anderen Sichtweise – der Kausalität.

Unsere Vorstellung von Kausalität ist, dass alles einen Grund hat. Einen Grund – das ist wichtig! Nicht zwei, nicht tausend.

Eigentlich nehmen wir wahr, dass es für alles unzählige Gründe gibt, je nachdem, was wir als Denkvoraussetzung annehmen. Doch wir tun diese Beobachtung ab, sie passt nicht in unser Weltbild.

Was hieße das, wenn es für alles unzählbare Gründe gäbe? Dann stellte sich doch die Frage, was überhaupt ein Grund ist. Eine Beliebigkeit etwa? Es geht doch um das Erkennen der einen Welt, nicht unendlicher Welten, mit unendlichen Objekten darin, die unendliche Gründe hätten! Das materialistische Weltbild mit seiner Eindeutigkeit des Außen, seiner Objektivität, würde völlig durcheinander geraten.

Siehe auch: merkwürdig! Die Merwürdigkeiten des Materialismus

Auffassung des Spirealismus

Die Auffassung des Spirealismus ist, dass wir nicht Beobachter der Welt sind. Sondern sie entsteht in diesem Augenblick – (auch) durch uns.

Unsere Feststellungen, unser Wissen, ist subjektives Wissen, und kann nie anders als subjektiv sein, und damit nie anders als relativ zum Anderen. Teil der Relation sind immer wir selbst. Somit fließt die Schöpfung durch uns hindurch, wir sind nicht ihre Beobachter.

In uns wird nicht das Universum abgebildet, sondern wir tragen unzählige Ich-Universen in uns.

Unsere Fragen und auch unsere Antworten sind Teil der Schöpfung und sind selbst schöpferisch. Sie sind keine bloße Widerspiegelung eines von uns unabhängigen Außen.

Siehe auch Artikel zum Thema : Nichts geschieht ohne Grund (nihil fit sine causa). Der Grund „an sich“

 

Zufall – Über den Begriff des Zufalls was last modified: Februar 28th, 2016 by Henrik Geyer

Reichtum – über das Recht, reich zu sein

Spruchbild: Die Fülle der Welt ist unser wahrer Reichtum. Wir erschaffen diesen Reichtum nicht, und wir müssen nicht um ihn kämpfen. Wir müssen ihn nur zu schätzen wissen.

Mancher meint, er sei dazu geschaffen, arm zu sein, keine Chancen zu haben. Es sei sein Karma, nur das Normale, nur das Ungenügende für sich beanspruchen zu dürfen – aber keinen Reichtum, und keine Fülle!

Dem sei Folgendes gesagt:

Erkenne den Reichtum der Welt!

Erkenne, den Reichtum, den die Welt selbst darstellt. Das, was wir wir Menschen oft als Reichtum sehen, ist nicht der eigentliche Reichtum. Sieh die Wolken über Dir, sieh die Sterne und die Erde auf der Du gehst. Was wir an glänzenden Gütern der Massenindustrie hervorbringen, geht selbst erst aus der Unendlichkeit der uns umgebenden Natur hervor, die in unermesslicher Fülle Dinge und Ideen für uns bereithält. Sie ist unser wahrer Reichtum. Und wir Menschen tun so, als hätten wir all das selbst erschaffen!

Vermeide den Gedanken, du seiest arm, denn das trifft nicht zu. Unerfüllte Wünsche machen Dich arm. Unerfüllbare Wünsche machen dich arm und unruhig – deine Konzentration lässt nach. Erfüllte Wünsche machen Dich reich, ruhig und konzentriert, und mit diesem Kapital kannst Du immer noch reicher werden.

Siehe auch Artikel zum Thema: Glaub an dich – und du glaubst an die Welt.

Denke an das, was Du hast. Nicht an das, was Du nicht hast.

Denke an Dein Leben. Kein Arzt kann Dir Leben geben – es ist die Fülle der Natur, aus der Du hervorgehst. Sei dafür dankbar.

Kein Manager kann Dir Freunde geben, es ist die Fülle Deiner Welt, aus der all das hervorgeht. Sei auch dafür dankbar.

Kein Berater kann Dir Freude schenken – es ist die in Dir wohnende, unerklärliche Kraft, die Dich Freude empfinden lässt. Wisse sie zu schätzen und nutze sie!

Gewöhne Dir ab, Wünsche zu hegen, die Dich unglücklich machen. Sei dankbar für die Fülle, die in Deinem Leben bereits ist!

Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.
Epikur

Reichtum ist Glück

Wahrer Reichtum ist nicht der Reichtum an Geld. Manchmal verhindert Geldreichtum sogar innerliches Glücklichsein.

Manche Leute haben von all ihrem Reichtum nichts als die Angst, ihn zu verlieren.
Antoine de Rivarol

Du kannst sehen, wie Leute unglücklich sind, weil sie das nicht bekommen, was sie am allermeistem zu brauchen glauben: Geld. Oder die unglücklich sind, wenn sie Geld verlieren. Geld macht sie arm.

Du kannst auch sehen, dass viele Menschen sehr glücklich, und innerlich reich sind, die gar nicht so viel haben. Innerlicher Reichtum hängt nicht von Geldreichtum ab.

Siehe auch Artikel zum Thema: Lieben und Liebe erlangen – was tut man, wenn Liebe fehlt?

Ergreife den Reichtum der Dinge und Gedanken

Die Fülle der Welt, das bist auch Du. Man muss Dir nicht erst einen Anspruch auf diese Fülle geben, damit Du nehmen kannst – vielleicht in Form eines Geldbriefes, oder einer Option. Nein, weil Du da bist, hast Du ein Recht. Weil Du da bist, hast Du bereits Teilhabe.

Verbanne jeden Gedanken, du wärst nicht wert, reich zu sein, oder dein Schicksal sei Minderwertigkeit.

Du bist bereits reich, und Du hast jedes Recht auf weiteren Reichtum. Der erste Schritt zu diesem Reichtum ist, den Reichtum der Welt sehen zu können, und dafür dankbar zu sein.

Siehe auch Artikel zum Thema: Wachstumswahn – wie viel ist genug?

Reichtum – über das Recht, reich zu sein was last modified: Februar 22nd, 2016 by Henrik Geyer

Shitstorm Doktor. Wie wichtig ist die Meinung anderer?

Spruchbild Thema Shitstorm: Was gilt noch die Stimme von hundert Millionen Menschen? So viel wie etwa ein historisches Faktum, das man in hundert Geschichtsschreibern findet, dann aber nachweist, daß sie alle einer den andern ausgeschrieben haben, wodurch zuletzt alles auf die Aussage eines Einzigen zurückläuft. Arthur Schopenhauer

Die Meinung anderer macht uns zu schaffen. Wir fühlen Unbehaglichkeit, Schuld, Minderwertigkeit, wenn uns negative Meinungen erreichen. Man denke an Zeitungskritik, einen Shitstorm, Mobbing, etc.. Durch das allgegenwärtige Internet geht es nun viel schneller, dass sich Meinungen verbreiten.

Was passiert bei einem Shitstorm?

Grundsätzlich fühlen wir uns durch eine gleichlautende Meinung anderer bestärkt, selbst im Recht zu sein. So geht es jedem.

So geht es vor allem jedem Internet-User, der gewohnt ist, Meinungen in den sozialen Medien zu hinterlassen. denn hier ist die Bandbreite dessen, was man tun muss, um eine gleiche Meinung zu haben, auf ein Minimum reduziert. Man liked oder disliked einfach. So kann man zu jedem Stuss sehr schnell eine Meinung signalisieren – selbst wenn man sich gar nichts dabei denkt.

Jede Meinung zählt

Jede Meinung zählt für uns, wir können uns dem Sog der Meinungen nicht entziehen. Egal, ob die Meinung, die wir vertreten, berechtigt oder unberechtigt ist, wahr oder falsch, ethisch oder unethisch – je mehr Leute derselben Meinung sind, desto klarer wird für uns: Hier spricht Wahrheit! Und wir werden selbst dazu angeregt, dieser Wahrheit durch noch mehr Postings zum Durchbruch zu verhelfen. Eine Welle baut sich auf. Im positiven Fall eine Welle des Triumphs, nennen wir sie „Flowerstorm“. Im negativen Fall ein Shitstorm.

Aber was bedeutet das, wenn ganz viele sich in einer Sache ganz einig sind, so dass man von dieser Meinung geradezu erdrückt wird? Eigentlich nichts.

Der berühmte Philosoph Arthur Schopenhauer beschrieb das einmal so:

Denken können sehr Wenige, aber Meinungen wollen Alle haben: was bleibt da anderes übrig, als daß sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Andern aufnehmen? – Da es so zugeht, was gilt noch die Stimme von hundert Millionen Menschen? – So viel wie etwa ein historisches Faktum, das man in hundert Geschichtsschreibern findet, dann aber nachweist, daß sie alle einer den andern ausgeschrieben haben, wodurch zuletzt alles auf die Aussage eines Einzigen zurückläuft.

die Stimme von hundert Millionen Menschen ist uns zwar ungeheuer wichtig, und doch bedeutet sie nichts

Aber so funktioniert der Mensch nun einmal. Die Meinung anderer ist ihm wichtig. Die kollektiven Denkinhalte sind im Grunde die Denkinhalte des Einzelnen. Der Mensch ist kein genialer Einzeldenker, sondern seine Wahrheiten sind die Wahrheiten eines kollektiven Bewusstseins.

Wir können uns dem nicht entziehen. Nur ein wenig, durch Nicht-zur-Kenntnis-Nehmen.

Der Shitstorm-Doktor rät zur Entkopplung

Und so ist der beste Rat, den man im Fall eines Shitstorms geben kann, ihn nicht zur Kenntnis zu nehmen. Ein Shitstorm kann uns nicht unberührt lassen, wenn wir von ihm lesen, wenn wir argumentieren, wenn wir streiten. Was wir im Geiste zur Kenntnis nehmen, ist auch Teil unserer Welt.

Allerdings kann uns auch ein „Flowerstorm“, der zwangsläufig ein wohliges Glücksgefühl in uns entstehen ließe (egal wie idiotisch das Thema ist, um das es sich handelt), nicht beglücken, wenn wir an dem allgemeinen Anderen-die-Meinung-Sagen gar nicht erst teilnehmen.

Trotzdem ist wohl eine gesunde Zurückhaltung bei all diesen Stürmen das Beste.

Siehe auch Artikel zum Thema : Supersubjektivität

Siehe auch Artikel zum Thema : Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Shitstorm Doktor. Wie wichtig ist die Meinung anderer? was last modified: Februar 21st, 2016 by Henrik Geyer

Gott und Leid – wo liegt die Quelle von Frieden und Krieg?

Spruchbild Thema Gott und Leid: Sie wollen keinen Frieden. Sie wollen Siege. Sie wollen Macht.

Gott und Leid – gibt es da einen Zusammenhang? Erschafft Gott all das Leiden der Welt? Ich las neulich das Buch „Black Hawk Down“ – es gibt auch einen sehr guten Film dazu.

Gott und Leid: Wenn es einen Gott gibt, warum erschafft er all das Leid?

In dem Film geht es um eine UN-Friedensmission für Somalia, ein hungerndes Land am Horn von Afrika. Eine Operation der Amerikaner, die einen Clan-Chef fassen wollen, der für das Morden und den Krieg im Land verantwortlich gemacht wird, entgleitet, und wird zur Katastrophe.

Mitten in der somalischen Hauptstadt Mogadischu stürzen durch Raketen-Beschuss Hubschrauber der Amerikaner ab.  Es entwickelt sich ein ungleicher Kampf von ca 200 amerikanischen Soldaten gegen viele Tausend somalische Zivilisten, praktisch jeder in der Stadt ist bewaffnet und macht mit. Aus einer Friedensmission wird ein Kampf auf Leben und Tod.

Ich bin es nicht, der andere ist der Schurke!

Das Buch lässt darüber nachdenken, wie es zu solch einer Katastrophe kommen kann, wo doch die Absicht der, von der UN beschlossenen Mission, Frieden war!

Liegt es in der Hand  einzelner Länder, einzelner Menschen, Frieden zu erschaffen? Oder ist hier ein kollektives Bewusstsein am Werk, dass nur insgesamt die Macht hat, unsere kollektive Realität zu erschaffen?

Zitat aus dem Buch „Black Hawk Down“ von Eric Bowden, zu dem es auch einen gleichnamigen Film gibt
„Es war nutzlos“ [er meint den UN-Einsatz], sagte ein Mitarbeiter des State Department, der nicht genannt werden wollte, weil seine Ansicht so gegensätzlich zur gegenwärtigen Außenpolitik ist.
„Es war unsere Ansicht, dass schreckliche Länder so schrecklich sind, weil gute, ehrliche und unschuldige Leute unterdrückt werden – von bösen und mörderischen Führern. Somalia änderte das. Da ist ein Land, wo fast jeder in Begriffen von Hass und Krieg denkt. Halte eine alte Dame auf der Straße an, und frage sie, ob sie Frieden will, und sie wird sagen: ‚Ja, natürlich, ich bete täglich für Frieden.‘ All das, was man von einer alten Dame erwartet. Dann frage sie, ob ihr Clan die Macht teilen würde, um diesen Frieden zu erlangen, und sie wird sagen: ‚ Mit diesen Mördern und Dieben? Eher würde ich sterben!‘
Die Menschen in diesen Ländern – Bosnien ist ein neueres Beispiel – wollen keinen Frieden. Sie wollen siegen. Sie wollen Macht. Männer, Frauen, Alte und Junge. Somalia war die Erfahrung, die uns lehrte, dass Menschen in diesen Ländern selbst die Verantwortung tragen für das, was dort vor sich geht. Der Hass und das Töten dauert fort, denn so wollen sie es. Oder, sie wollen den Frieden nicht genug, um das Morden zu stoppen.“
“It was a watershed,” says one State Department official, who asked not to be named because his insight runs so counter to our current foreign policy agenda. “The idea used to be that terrible countries were terrible because good, decent, innocent people were being oppressed by evil, thug-gish leaders. Somalia changed that. Here you have a country where just about everybody is caught up in hatred and fighting. You stop an old lady on the street and ask her if she wants peace, and she’ll say, yes, of course, I pray for it daily. All the things you’d expect her to say. Then ask her if she would be willing for her clan to share power with another in order to have that peace, and she’ll say, ‘With those murderers and thieves? I’d die first.’ People in these countries—Bosnia is a more recent example—don’t want peace. They want victory. They want power. Men, women, old and young. Somalia was the experience that taught us that people in these places bear much of the responsibility for things being the way they are. The hatred and the killing continues because they want it to. Or because they don’t want peace enough to stop it.”

die Zentralsicht des Ego

Nicht ein fremder Gott des Außen erschafft für uns das Leid. Wir sind es selbst. Das o.g. Zitat macht deutlich, wie sehr wir gefangen sind, in der Sicht auf uns selbst, auf das Ego. In uns finden wir das Böse nicht, immer nur im anderen.

Letztlich ist es auch bei uns in Europa, in den kleinen Kriegen des Alltags, nicht anders. Die Bösewichter sieht man anderswo – im Außen. Sich selbst hinterfragt man zu selten. Aus diesem Grund wohl kommt mancher darauf, dass Gott und Leid irgendwie zusammengehören müssen. Gott war es, nicht wir!

Erreichbarkeit von Frieden

Doch wir selbst sind die Elemente der Schöpfung, durch uns findet die Schöpfung statt.

Erst wenn wir verstehen, dass das Leid, Krieg, das Böse, durch uns selbst in die Welt kommt, wenn wir lernen in uns zu suchen, nicht nur im Anderen, haben wir die Mittel in der Hand, das Leiden aufhören zu lassen.

Weiterlesen: Artikel Gott und Leid – wo liegt die Quelle von Frieden und Krieg?

Gott und Leid haben nichts miteinander zu tun. Gott ist kein außerhalb von uns sitzender Dämon.
Siehe auch Artikel zum Thema : Was ist Gott? Die Notwendigkeit der Götter

Siehe auch Artikel zum Thema : Gibt es Gott? Begründungen und Gründe dagegen.

Gott und Leid – wo liegt die Quelle von Frieden und Krieg? was last modified: April 4th, 2016 by Henrik Geyer

Mindfuck Philosophy – der Beginn eines neuen Denkens

Mindfuck Philosophy - der Beginn eines neuen Denkens

Ich sah neulich einen dieser beliebten Mindfuck-Filme (meine Kinder mögen das). Und ich dachte mir: eine Philosophie, der zufolge Wirklichkeit und Phantasie verschwimmen, ist demnach eigentlich auch eine „Mindfuck Philosophy“

Mindfuck Movies – Mindfuck Philosophy

Was bedeutet Mindfuck?

Mindfuck ist ein Modewort, dass einen unauflösbaren geistigen Widerspruch bezeichnet. Etwas Undenkbares sozusagen, wenn man so will etwas Paradoxes.

Mindfuck-Filme sind Filme, in denen mit dem Begriff der „Realität“ gespielt wird.  Zum Beispiel ist es ein gängiger Mindfuck-Filmplott, dass ein Held gegen etwas kämpft, einen Widersacher beispielsweise – den Bösen.  Im Verlauf des Filmes stellt sich aber heraus, dass das, was der Held erlebt, nur seiner eigenen Phantasie entspringt. Der „Böse“ des Films ist demzufolge ebenso er selbst, wie er der Held ist.

Phantasie und Wirklichkeit, Traum und Realität, werden in den sogenannten Mindfuck-Filmen so vermischt, dass es dem Zuschauer unmöglich ist, genau zwischen beidem zu unterscheiden. Mehr noch: Der Reiz dieser Filme besteht gerade darin, dass man verwirrt ist, und verunsichert.

Man fragt sich regelmäßig: Was ist das, was ich als Realität wahrnehme? Ist es möglich, dass es mir ebenso gehen  könnte, wie dem Helden?

Beispiele

Beispiele für Mindfuck Filme sind „Shutter Island“, „Vanilla Sky“ oder auch Filme von David Lynch, wie z.B. „Lost Highway“

Viele Science-Fiction-Filme gehen in die Mindfuck-Richtung,

Siehe auch Artikel zum Thema: Roboter Mensch. Ist der Mensch ein humanoider Roboter?

„Mindfuck“ ist ein anderes Wort für…

surreal, psychologisch, schizophren (insofern Schizophrenie mit „gespaltene Persönlichkeit“ assoziiert wird), Wahn

Siehe auch Artikel zum Thema: surreal – Was ist surreal?

Mindfuck ist ein Modewort, das uns letztlich eine uralte Frage neu auftischt: was ist der Unterschied zwischen Traum und Realität? Wie kann man beides trennen?

Es ist letztlich das jahrtausendealte Problem des Zhuangzi:

Ich weiß nicht, ob ich ein Mann bin, der träumt, ein Schmetterling zu sein, oder ob ich ein Schmetterling bin, der träumt, ein Mann zu sein.

So gesehen ist Zhuangzi (mit dem Taoismus) ein Mindfuck Philosoph.

Spirealismus – und das Verschwimmen von Realität und Wirklichkeit

So gesehen ist der Spirealismus eine Mindfuck – Philosphy, denn die allererste Feststellung des Spirealismus ist: Das Denken ist die Realität.

Z.B. ist das Denken des sogenannten psychisch Kranken dessen Realität, ebenso, wie das Denken des sogenannten Gesunden dessen Realität ist. Als Realitäten sind sie dem Individuum nicht unterscheidbar, egal ob krank oder gesund – die individuelle Wahrheit ist einfach immer wahr.

Der Spirealismus sieht die Begriffe selbst als Realisierung, nicht als Widerspiegelung einer äußerlichen Realität. Den Menschen sieht er als Element der Schöpfung, nicht den Beobachter der Schöpfung. Und das ist dem materialistisch Denkenden sehr paradox (eine „Mindfuck Philosophy“) – bedeutet das doch, dass sich die „Dinge“ ändern, mit unserem Verständnis für sie.

Der Materialist hingegen nimmt an, die Realität gäbe es nur einmal, und zwar in Form äußerlicher Objekte, demzufolge würden alle (Menschen) dieselbe Realität beobachten. Die Wahrnehmung, dass jeder seine eigene Realität hat, ist ihm nicht vorstellbar.

Siehe auch Artikel zum Thema Mindfuck: Interview mit Autor Dr. phil. Christian Hardinghaus

Mindfuck Philosophy – der Beginn eines neuen Denkens was last modified: Februar 19th, 2016 by Henrik Geyer

Was ist Gott? Die Notwendigkeit der Götter

Spruchbild: Was ist Gott? Gott ist ein anderes Wort für die Schöpfungskraft, aus der alles hervorgeht.

Was ist Gott eigentlich? Wie ist Gott eigentlich? Warum ist Gott eigentlich? Mit welcher Notwendigkeit kommt er in die Welt? Schließlich haben alle Völker zu allen Zeiten Götter – oder irgendeine Vorstellung von etwas Höherem, aus dem sie hervorgehen / das sie erschafft.

Was ist Gott?

Wenn wir Gott als die christliche Variante dessen ansehen, was bei anderen Völkern schlicht eine andere Form hat, aber nicht völlig unterschiedlich ist, so können wir sagen, Gott ist zugleich das Nirvana, Allah, Jahweh, die Natur, Donar, Hermes, der Schöpfer … er ist das, aus dem wir hervorgehen, das, wovon wir abhängen.

Er ist die Kraft, die alles bewegt, jenseits der weisen Erklärungen der materialistischen Wissenschaft. Die materialistische Wissenschaft hat in unserer Welt Macht, aber sie ist uns nicht wirklich Erklärung. Schließlich ist auch der materialistisch-wissenschaftliche Urknall als Schöpfungsakt keine wirkliche Erklärung (was war davor, was löst den Urknall aus, etc..)

Siehe auch Artikel zum Thema : Gibt es Gott? Begründungen und Gründe dagegen.

Gott ist das Übergeordnete

Daher formuliere ich es so: Gott ist das uns Übergeordnete. Wir wissen um seine Notwendigkeit, denn wir sehen den uns letztlich unbegreiflichen ständigen Schöpfungsakt – und spüren ihn in uns.

Gott ist das, was wir nicht begreifen können, weil wir Gottes Teil sind, und nicht Gottes Beobachter. Er ist die Kraftquelle, der alles entspringt. Das wissen wir wohl intuitiv – aber können es nicht begreifen, wenn wir glauben, wir hätten das Ende aller Gründe im Atom bereits gefunden. Auch unsere materialistischen Weisheiten, unsere klugen Schlüsse, unser Urknall, sind Teil der Schöpfung, nicht eine Beobachtung an der Schöpfung.

Gott liegt in der für uns unbegreiflichen Unendlichkeit – für die wir wohl ein Wort haben, und auch Zeichen, und sogar mathematische Regeln, die wir aber nirgendwo beobachten können, und die für uns unbegreiflich ist. Die Notwendigkeit des Begriffes „unendlich“ ist uns ganz natürlich – denn „unendlich“ bezeichnet all das, „womit wir nicht fertig werden können“ (Plato). Und es gibt Vieles, mit dem wir nicht fertig werden können. Den Schöpfer zu begreifen, beispielsweise. Das Unendliche ist uns unendlich ungreifbar.

Gott ist das Nirvana – er ist unendlich und zugleich das Nichts. siehe Artikel unendlich

Spruchbild: Nicht "unser" Denken im Gehirn erzeugt Realität - das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.
Spruchbild: Nicht „unser“ Denken im Gehirn erzeugt Realität – das Denken geht nicht von unserem Gehirn aus, sondern umschließt und erschafft uns. Ebenso wenig erzeugt eine Quelle Wasser. In einer Quelle tritt Wasser nur zu Tage.

 

Gott ist die Natur – Gott ist die Menschheit

Gott ist die Natur – denn die Natur ist eine unendliche Quelle, wie wir wohl wissen. Alles was wir über die Natur wissen, lesen wir aus ihr ab. Wir haben in unserer „Allwissenheit“ kein Modell gebastelt, dass uns sagen kann, wie die Natur ist. Sondern, umgekehrt, wir versuchen nur, die Natur in Modellen nachzubilden. Sie uns verständlich zu machen. Die Natur ist das Primäre, nicht unser Modellieren. Wir gehen aus der Natur hervor, wir sind ihr Teil.

Der einzelne Mensch geht aus der Menschheit hervor, in einem kontinuierlichem Schöpfungsprozess, der sich in immer feinere Teilströme aufspaltet. Auch die Menschheit ist dem Einzelnen das Übergeordnete, das ihn bedingt.

Siehe auch Artikel zum Thema : Bild Gottes: Was ist mein Bild?

Was alles ist Gott?

Unsere Existenz ist die Teilhabe an einem umfassend Übergeordneten. Wir beobachten Gott nicht, sondern sind selbst Teil seiner Existenz. Gott zeigt sich uns einerseits als die Natur, andererseits als die Kraft der Vielheit der Menschheit.

Siehe auch Artikel zum Thema: Supermensch – Übermensch – Superman = der Mensch

Daher ist Gott dem Individuum eine logische Notwendigkeit – kein überflüssiger Balsam, kein Sand in den Augen der Menschen etc..

Gott ist Jesus, als Sinnbild des Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten. Gott ist auch der heilige Geist, als die magische Kraftquelle allen Seins. Gott ist auch Gottvater als die Verkörperung der Natur.

Was ist Gott noch? Er ist auch die Unendlichkeit und zugleich das Nichts der hinduistischen Sichtweise – das Nirvana.

Was ist Gott noch? Für den Materialisten ist Gott das kleinste Teilchen. Das Atom beantwortet ihm die gleiche Frage: Woher kommt das alles? Und wie der Christengott oder das Nirvana entzieht sich auch das Atom dem Erkennen, in der Unendlichkeit seiner Spaltungen.

Gott ist der Geist, den wir in allem finden – auch in uns.

Siehe auch Artikel zum Thema : Wo ist Gott

Was ist Gott? Die Notwendigkeit der Götter was last modified: Februar 19th, 2016 by Henrik Geyer